Frankfurter Gemeine Zeitung

Flughafenausbau geht weiter: Terminal 3 und Airportcity

Nach der Inbetriebnahme der neuen Landebahn geht der Flughafenausbau in die nächste Runde. Anfang Oktober wird der neue Flugsteig A Plus in Betrieb genommen. Er ist speziell für Großraumflugzeuge wie den A 380 gebaut worden. Er ist so gr0ß wie die Kapazität des Flughafens Hannover und kann im Jahr 6 Millionen Passagiere abfertigen.
Zurzeit wird bereits am zweiten Teil der A 380-Werft gearbeitet und für das Terminal 3 finden die Bodenvorbereitungsarbeiten statt. Danach soll dann mit dem ersten Abschnitt des neuen Terminals begonnen werden. Im Endausbau kann das Gebäude bis zu 30 Millionen Passagiere abfertigen und ist damit so groß wie der Flughafen München heute. Insgesamt sollen im Jahr 2020 über 80 Millionen Passagiere abgefertigt werden und pro Jahr über 700.000 Flugbewegungen stattfinden. Wahrscheinlich wird diese Zahl der Flugbewegungen noch höher ausfallen, weil die technischen Möglichkeiten bis dahin weiter verbessert werden.


Aktuelle Stimmung am Flughafen

Doch damit nicht genug, der Flughafen entwickelt sich immer mehr zur “Airportcity Frankfurt”. Einer neuen Metropole im Rhein-Main-Gebiet mit einem Flughafen. Bereits heute werden über 70 Prozent der Einnahmen der Fraport AG durch die Vermietung und Verpachtung von Immobilien erzielt, der reine Flugbetrieb macht nur noch knapp 30 Prozent aus.
Auf der Fläche der Cargo-City-Süd im Süden des Frankfurter Flughafens entstehen neben dem Terminal 3 noch weitere Fracht- und Logistikbetriebe. Neuer Wald- und Flächenverlust ist vorprogrammiert: die bisherige Autobahnabfahrt bei Zeppelinheim muss erweitert werden, außerdem soll ein neuer S-Bahn-Anschluss gebaut werden.
Im Westen der Airportcity wird das Mönchhof-Gelände mit seinen Speditions- und Logistikfirmen, Büros, Verwaltungen, Zulieferbetrieben und Geschäften entwickelt. Später kommt das ehemalige Ticona-Gelände hinzu, wo bis 2013 die noch vorhandenen alten Firmen-Gebäude abgerissen werden.

Direkt über dem Fernbahnhof des Flughafens erhebt sich das neue SQUAIRE, welches sich als Herzstück der Airportcity wie folgt anpreist: „THE SQUAIRE ist eine statische Pionierleistung: Erstmals wurde ein Gebäude dieser Größenordnung über einem ICE-Bahnhof, zwischen zwei Autobahnen auf 86 Säulen errichtet. Alles bei laufendem Verkehrsbetrieb, logistisch vergleichbar mit dem Bau der Öresundbrücke über der Ostsee.THE SQUAIRE ist ein ästhetisches Paradestück: Trotz seiner 660 Meter Länge und 350.000 Tonnen Gewicht wirkt es leicht und lichdurchtflutet.THE SQUAIRE ist architektonisches Meisterwerk: Von außen nach innen erbaut, ließ es sich nach der Konstruktion der aerodynamischen Außenhaut flexibel an den Raumbedarf anpassen., ganz gleich ob für Büros, Hotels, Restaurants, Geschäfte und Konferenzen.THE SQUAIRE ist urbanes Lebensgefühl: Fünf Atrien bilden die zentralen Plätze und machen mit den zahlreichen Restaurants, Cafés und Geschäften das Gebäude zu einer Stadt unter einem Dach.THE SQUAIRE ist eine Wortkombination aus dem englischen Wort für Platz (“square” ) und für Luft (“air”).THE SQUAIRE ist eine Architekturikone des 21. Jahrhunderts.

Auf rund 140.000 m² Nutzfläche finden sich hier Büros, zwei Hilton Hotels, ein Business- und Conference Center sowie eine auf den Arbeitsalltag abgestimmte Infrastruktur aus Gastronomie, Geschäften, Ärzten, Fitness-Angeboten, Kita und Services von Friseur bis Reinigung. Mit diesem innovativen Nutzungskonzept der NEW WORK CITY schafft THE SQUAIRE ein Arbeitsumfeld, das Leistungsfähigkeit, Motivation und Kreativität fördert. Ankermieter sind KPMG, die Deutsche Lufthansa AG sowie die Hilton Worldwide Gruppe mit den beiden Hotels Hilton und Hilton Garden Inn.

Zweiter wichtiger Bestandteil der neuen Airportcity ist die Entwicklung von Gateway Gardens, einem ehemaligen Wohngelände der US-Army im Norden des Flughafens, wobei die Stadt Frankfurt alle erforderlichen Baugenehmigungen erteilt hat, ohne bestimmte städte- und raumplanerische Grundsätze zu beachten.

Bereits realisierte Projekte sind das LSG Sky Chefs (Airline Catering) über 55.000 m² (2.400 Mitarbeiter) und Park Inn Hotel (betrieben von Rezidor Hotel Group) mit 209 Zimmern. Projekte in Planung und Ausführung sind der Verkauf von MK 1 (Quartier Alpha) an Groß & Partner und OFB Projektentwicklung. Im Quartier Mondo entsteht die neue Unternehmenszentrale des Condor Flugdienstes. Im siebengeschossigen Gebäude werden auf 10.400m² unter anderem ein Flight-Operation-Center und ein Schulungszentrum mit Simulationseinheit eingerichtet. Neben den Flächen für Condor stehen zusätzliche 3.000m² zur kleinteiligen Vermietung zur Verfügung. Die Meininger Hotelgruppe hat sich für Frankfurts neuen Stadtteil direkt am Flughafen entschieden: Auf dem Teilstück des Baufelds MK 14 im Nordwesten des Areals errichtet die Bauwens Development GmbH & Co.KG ein achtgeschossiges Hotelgebäude mit 4.720 m² Bruttogeschossfläche. Das Hotel wird 168 Zimmer, einen Konferenzbereich sowie einen Loungebereich umfassen. Die Gründungsinitiative Frankfurt HOLM e.V, die ihre Geschäftsstelle in der Jean-Gardner-Batten-Straße in Gateway Gardens bezogen hat, ist beauftragt die Voraussetzungen für die Realisierung des House of Logistics & Mobility (HOLM) in Frankfurts neuem Stadtteil am Flughafen zu schaffen. Der Baubeginn des House of Logistics & Mobility erfolgte Ende März 2012, die Einweihung ist für 2013 vorgesehen. Für den Gebäudedienstleister Imtech Deutschland entsteht auf einem 4.300m² großen Grundstück an der Amelia-Mary-Earhart-Straße eine neue Hauptniederlassung. Das siebengeschossige Bürogebäude wird über 15.000m² Mietfläche verfügen und biete damit Raum für über 500 Arbeitsplätze. Die Fertigstellung des Gebäudes erfolgt im Laufe des Jahres 2012.

Diese neue Metropole wird eine Stadt ohne Einwohner sein, die Besucher fliegen ein und fliegen nach Erledigung ihrer Geschäfte wieder ab. Es wird kein gewähltes Gremium geben, das diese Gebilde kontrolliert, die bisherigen kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Strukturen werden massiv verändert. Die Airportcity Frankfurt wird die gesamte Region beherrschen, wenn es nicht gelingt, diese Entwicklung zu stoppen.

Für die Bürgerinitiativen rund um den Flughafen gilt deshalb: Terminal 3 und Airportcity müssen gestoppt werden!


Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Fluglärm

Am 4. April 2012 hat das Bundesverwaltungsgericht (BVG) in Leipzig über den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Frankfurter Flughafens abschließend entschieden. Der Ausbau wurde trotz vieler ungeklärter und nicht geprüfter Einwände von 12 Musterklägern und 1.000er noch anhängiger Einwendungen von betroffenen Bürgern für rechtens erklärt. Trotzdem kann sich die Luftfahrtlobbynicht uneingeschränkt über dieses Urteil freuen.

Das Gericht hat nämlich in der Frage des Fluglärmschutzkonzeptes ganz anders entschieden als die Hessische Landeregierung, die Fraport AG, die Lufthansa und die Logistikbranche erwartet hatten. Die vom Land Hessen vorgenommene Abwägung zum Schutzkonzept ist absolut rechtsfehlerhaft und muss durch ein Planergänzungsverfahren im Sinne der von Fluglärm betroffenen Bürger neu geregelt werden. Zum ersten Mal bei den zahlreichen Auseinandersetzungen vor deutschen Verwaltungsgerichten um fehlenden oder unzureichendem Schutz vor Fluglärm, hat das oberste Gericht entschieden: Ein Nachtflugverbot von 23 bis 5
Uhr ist am größten deutschen Flughafen Drehkreuz dauerhaft zum Schutz von über 500.000 betroffenen Bürgern notwendig. In den „Tagesrandzeiten“ von 22 bis 23 und von 5 bis 6 Uhr muss der Fluglärm allmählich ab- bzw. anschwellen, damit die „Nacht nicht zum Tag gemacht wird“, so der Vorsitzende Richter Rubel.
Bereits wenige Wochen vorher hatte das Umweltbundesamt in einer Studie zum Fluglärmschutzkonzept für den neuen Flughafen Berlin BER festgestellt, an
„stadtnahen Flughäfen wie Frankfurt oder Berlin ist ein Nachtflugverbot von 22.00 bis 6.00 Uhr notwendig.“

Langer Atem kann erfolgreich sein

Vor 34 Jahren bei der Gründung der ersten Bürgerinitiative gegen die Erweiterung des Frankfurter Rhein-Main-Flughafens (Startbahn 18 West) in Mörfelden-Walldorf wurden zwei zentrale Forderungen erhoben: „Keine Startbahn 18 West und Nachtflugverbot von 22.00 bis 6.00 Uhr!“ Nach über 30 Jahren politischer
Auseinandersetzungen über die fortwährende Erweiterung und flächenmäßige Ausdehnung des Flughafens haben die Bürger, Umweltverbände und die betroffenen Kommunen in der Rhein-Main-Region einen ersten Etappensieg für ein vollständiges Nachtflugverbot erreicht. Und dieser erste Schritt wurde nicht nur juristisch sondern durch breite und regelmäßige Bürgerproteste erstritten: Bereits seit 14 Jahren gibt es ein „Bündnis der Bürgerinitiativen (BBI) Kein Flughafenausbau – für ein Nachtflugverbot“, dass von zunächst 30 Gruppen auf über 60 in der Rhein-Main-Region angewachsen ist.

Flughafen Demo 30-4-12 - Foto: Walter Keber

Flughafen Demo 30-4-12 - Foto: Walter Keber

Mit Beginn der Erprobung der neuen Ab- und Abflugrouten im Frühjahr 2011 ist die Zahl der Bürgerinitiativen in den neu betroffenen Regionen weiter angestiegen. Seit Inbetriebnahme der neuen Landebahn Ende Oktober 2011 reißen die Protestdemonstrationen rund um den Flughafen nicht mehr ab: Schon im September 2011 gab es in Offenbach am Main, der seit 40 Jahren am meisten vom Fluglärm belasteten Stadt, eine über 6.000 Personen umfassende Menschenkette direkt unter der neuen Anflugschneise. Dies war der Startschuss für eine neue Protestrunde, die bis heute anhält.

Montagsdemos im Terminal 1: eine neue Qualität des Bürgerprotests

Am 22. Oktober 2011 zogen über 25.000 Menschenvon der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz über die Theodor-Heuss-Brücke zur Abschlusskundgebung in die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden. Dort rief ein BI-Sprecher auf, jeden Montag im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens zu demonstrieren.

Am 24. März vor dem Frankfurter Terminal 1 bei der ersten Montagsdemonstration kamen 400 Bürger, bei der zweiten schon fast 2.000 und dann immer mehr. Die höchste Beteiligung lag bei über 5.000 Teilnehmern. Ab Januar 2012 erfolgte eine weitere Steigerung und eine neue Qualität, die Bürger riefen unaufgefordert und immer lauter: „Die Bahn muss weg!“ Am 4. Februar demonstrierten erstmals zeitgleich am Flughafen Frankfurt über 25.000 Menschen und am und im Flughafen Berlin BER etwa 1.000 Menschen, am Tag darauf wurde in München gegen die geplante dritte Startbahn für den dortigen Flughafen demonstriert.

Am 24. März gab es an den sechs großen Flughafenstandorten in Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin, Köln/Bonn und Leipzig/ Halle gemeinsam vorbereitete Demonstrationen gegen Fluglärm und Flughafenausbauten mit über 30.000 Teilnehmer. Zur gleichen Zeit protestierten am Flughafen Nantes in Frankreich ebenfalls mehrere tausend Menschen gegen den Fluglärm. Der Bürgerprotest gegen Flughafenausbauten und Fluglärm ist damit in ganz Deutschland und Europa angekommen. Viele BI-Gruppen an den deutschen und europäischen Flughafenstandorten verfolgen sehr genau, was in Frankfurt am Main und anderen Flughäfen passiert. Warum soll ein Nachtflugverbot, das am größten Flughafen in Deutschland, am drittgrößten in Europa und am achtgrößten in der Welt möglich ist, in Berlin, München, London-Heathrow oder Paris-Charles de Gaulle und anderswo nicht möglich sein?
Von Januar bis Ende April haben bereits 21 Montagsdemonstrationen im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens stattgefunden und diese werden bis zum Beginn der hessischen Sommerferien Ende Juni fortgesetzt werden. Dann werden weitere Protestaktionen folgen.

Nach der Gerichtsentscheidung: Bürger werden ausgetrickst!

Schon kurz nach der Entscheidung des BVG in Leipzig zeichnet sich ab, dass der hessische Verkehrsminister Posch, der bis Ende Juni, eineinhalb Jahre vor Ende der Legislaturperiode, in den politischen Ruhestand geht, durch Tricksen, Tarnen und Täuschen versucht, die „Segelanweisungen“ des Gerichts zu umgehen. Statt wie
gefordert ein Planergänzungsverfahren mit Bürgerbeteiligung durchzuführen, will er durch einen „Klarstellungsbeschluss“, der an keiner Stelle im deutschen Verwaltungsrecht vorgesehen ist, innerhalb von sechs Wochen ein Nachtflugverbot von 23 bis 5 Uhr und 133 Flüge von 22 bis 23 und von 5 bis 6 Uhr genehmigen. Die Bürgerbeteiligung wird von der Hessischen Landesregierung bewusst umgangen, weil sie endlich rund um den Flughafen knapp eineinhalb Jahre vor der anstehenden Landtagswahl wieder Ruhe haben will. Die Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt im März 2012 hat die CDU wegen des Fluglärmterrors über den südlichen Stadtteilen Sachsenhausen, Niederrad, Oberrad und Schwanheim- Goldstein an einen vorher nahezu unbekannten SPD-Kandidaten verloren. Der schlaue Plan von Oberbürgermeisterin Petra Roth, ihren langjährigen Parteifreund und hessischen Innenminister Boris Rhein als ihren Nachfolger zu etablieren, ist nicht aufgegangen. Aber auch die Frankfurter Grünen, die seit über sechs Jahren in einer schwarz-grünen Stadtregierung mit der CDU eine Stillhalteabkommen zum Frankfurter Flughafenausbau verabredet haben, wurden von den Wählern für ihre Passivität abgestraft.

Wie weiter bei Flughafenausbau und Fluglärmminderung?

Noch ist der Flughafenausbau in Frankfurt nicht zu Ende. Noch in diesem Frühsommer soll der zweite Teil der A 380-Werft im Süden des Flughafens
beginnen. Dann folgt im nächsten oder übernächsten Jahr der Bau des Terminals 3,
der pro Jahr zwischen 25 und 30 Millionen Passagiere abfertigen kann. Eine Flughafenkapazität so groß wie in München soll auf dem Cargo-City-Süd-Gelände an den bereits bestehenden Flughafen angebaut werden. Bis zum Jahr 2020 können dann in einer Stunde 126 Flugzeuge starten oder landen, in einem Jahr bis zu 900.000 Flugbewegungen durchgeführt und 80 Millionen Passagiere abgefertigt werden.

Die Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau und für ein Nachtflugverbot fordern gemeinsam mit Umweltverbänden, Kirchengemeinden, Gewerkschaften, Kommunen und Städten aus Süd- und Rheinhessen:

- Absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr,
- Grenzwerte für den Fluglärmschutz am Tag auf 40 dB (A) senken, wie dies die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit über fünf Jahren vorsieht,
- Stilllegung der Landebahn Nordwest,
- keine Airportcity Frankfurt und kein weiterer Ausbau der anderen Flughäfen im Rhein-Main-Gebiet,
- Verringerung der Flugbewegungen,
- einklagbare Lärmobergrenzen,
- Erstellung einer Gesamtbelastungsstudie,
- Drastische Verringerung der Schad- und Giftstoffbelastung durch Flugbetrieb, hohes Verkehrsaufkommen und Industrieanlagen,
- Aufhebung aller Luftfahrtsubventionen, Einführung einer Kerosinbesteuerung,
- Keine Verordnung der EU-Kommission für fluglärmbedingte Betriebsbeschränkungen,
- Erarbeitung eines integrierten und europaweiten Mobilitätskonzepts.

Was steht als nächstes an?

Außer der bereits oben erwähnten Fortsetzung der Montagsdemonstrationen bis zu
den Sommerferien werden die BIs in der nächsten Zeit zusätzliche Aktionen außerhalb des Flughafens durchführen. Z. B. am 11. Mai eine Demonstration vor der Fraport-AG-Aktionärsversammlung in der Jahrhunderthalle Frankfurt-Höchst. Drinnen in der Versammlung werden die „kritischen Fraport- Aktionäre“ Stefan Schulte, Chef des Fraport-Konzerns, und den Mitgliedern des Aufsichtsrates unangenehme Fragen stellen. Es wird dezentrale Aktionen in den verschiedenen vom
Flughafenausbau betroffenen Städten und Gemeinden geben, ein großes Sommerfest und weitere Proteste und Demonstrationen rund um den Flughafen und am Flughafen selbst.
Daneben werden auf deutscher und europäischer Ebene alle Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Vernetzung genutzt werden, um die von der EU-Kommission vorgelegte Verordnung für fluglärmbedingte Betriebsbeschränkungen zu verhindern, denn sollte diese Verordnung in Kraft treten, entfallen nationale Übergangsregelungen für regional ausgehandelte und/oder durchgesetzte Nachtflugbeschränkungen oder Nachtflugverbote. Eine EU-Verordnung gilt im Gegensatz zu einer EU-Richtline unmittelbar und sofort wie ein Gesetz für alle 27 Mitgliedsländer. Eine Abweichung ist nicht vorgesehen. Bestehende Nachtflugbeschränkungen oder –verbote könnte die EU-Kommission dann außer Kraft setzen. Das jetzt in Frankfurt erkämpfte Nachtflugverbot von 23 bis 5 Uhr wäre damit schon wieder zu Ende.

Dirk Treber
Mörfelden-Walldorf, Vorsitzender der örtlichen Interessengemeinschaft
zur Bekämpfung des Fluglärms (IGF), Pressesprecher der Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF) und im Vorstand der Kommission zur Abwehr des Fluglärms (FLK) am Flughafen Frankfurt.


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