Frankfurter Gemeine Zeitung

Slavoj Žižek- Le Pens nützlicher Idiot

-Der folgende Artikel gibt ausdrücklich nur die Meinung des Autors und nicht die Meinung der gesamten FGZ wieder. Ich weiß, dass einige Autoren hier diesem Beitrag fundamental widersprechen werden-

Als am 07.05.2017 Emmanuel Macron und nicht Marine Le Pen in der Stichwahl das Rennen um die Präsidentschaft in Frankreich machte, atmeten viele Europäer erleichtert auf und dies zu Recht.

Selbst wenn Emmanuel Macron nicht der linksliberale Politiker sein mag, als den ihn manche Medien gerne hinstellen und selbst wenn er eine neoliberale Agenda im Sinne einer schröderianischen Umgestaltung Frankreichs forcieren mag, ist er gewiss eines nicht: Ein Faschist.
Bei seiner Gegenkandidatin Marine Le Pen sieht das anders aus. Zwar versuchte Marine Le Pen dem FN einen bürgerlichen Anstrich zu geben und klagte sogar dagegen, als Faschistin bezeichnet zu werden (sie verlor die Klage), aber letztlich ist es keine Frage, in welcher Tradition sie steht und dass dort wo „Front National“ draufsteht, auch die Nationale Front drinnen ist.

Wenn bei einer Stichwahl als einzige Alternativen ein Neoliberaler und ein Nazi übrig bleiben, sollte für jeden Antifaschisten (bei aller notwendigen Kritik am Neoliberalismus) klar sein, wen man unterstützt, auch dann, wenn man beispielsweise frustriert über das vorherige Ausscheiden des favorisierten linken Kandidaten ist.
Eine Linke, die nicht bereit ist, wenigstens einen antifaschistischen Minimalkonsens in voller Entschlossenheit zu verteidigen, erledigt sich selbst gedanklich, politisch und moralisch. Im allerschlimmsten Falle ebnet sie sich damit ihren eigenen Weg ins KZ.

Dennoch gab es sie, jene sich avantgardistisch wähnenden Linken, die der Wahl fernblieben beziehungsweise gar offen oder subtil Stimmung für Le Pen gemacht haben.
Eine der wortgewaltigsten Stimmen unter diesen Linken war zweifellos der philosophische Pop-Star Slavoj Žižek, der in einem auf independent erschienen Beitrag explizit zum Wahlboykott aufforderte:
“In the hopeless situation we are in, facing a false choice, we should gather the courage and simply abstain from voting.”

Der Titel des Beitrages lautete “Don’t believe the liberals – there is no real choice between Le Pen and Macron”, womit Žižek eine Gleichwertigkeit der Wahlentscheidung implizierte, da ja ohnehin keine echte Wahl bestehe.

Er ging jedoch noch weiter: “This is the crux of the affair: yes, Le Pen is a threat, but if we throw all our support behind Macron, do we not get caught into a kind of circle and fight the effect by way of supporting its cause?”
Hiermit offenbarte Žižek seine versteckten Präferenzen für Le Pen, indem er Macron als die letztlich schlimmere Wahl darstellte. Für ihn repräsentiert Le Pen nur das Symptom, Macron hingegen die Krankheit.
Zudem veröffentlichte er seinen Aufruf zum Wahlboykott taktisch platziert kurz vor der entscheidenden Stichwahl. Und wer sollte einem derartigen Aufruf, der von einem unter dem Begriff „links“ firmierenden Intellektuellen verbreitet wird, denn folgen? Gewiss nicht die Anhänger Le Pens!

Auch wenn man Slavoj Žižek viel unterstellen mag, sollte man davon ausgehen, dass er sich seiner Wirkung durchaus bewusst ist, womit nur der Schluss bleibt, dass er wissentlich und willentlich Wahlhilfe für eine Faschistin geleistet hat.

Dennoch könnte ein Fan von Žižek dies alles nur halb so schlimm finden. Schließlich, hätte Marine Le Pen ohnehin keine Chance gehabt, zumal sie ja in den Umfragewerten konstant und deutlich unter Macron blieb.
Die Angst vor einer Machtergreifung Le Pens sei ohnehin nur eine Panikmache der Mainstream-Medien um Linke zu diskreditieren, die nicht den neoliberalen Kandidaten unterstützen wollen. In diese Richtung tendierten auch einige Beiträge im Umfeld der Nachdenkseiten.

Diese Erzählung ist aber schon deshalb problematisch, weil sie unter umgekehrtem Vorzeichen auch auf Seiten der Rechten Verbreitung findet.
Wo es auf linker Seite heißt, dass ein Kartell neoliberaler Medien durch Panikmache vor einer vermeintlichen faschistischen Gefahr Linke diskreditiere, sieht die rechte Seite ein Kartell linksliberaler Medien, die eine Kandidatin welche ja nur für Heimat, Tradition und Familie stehe, ungerechtfertigterweise zur faschistischen Gefahr stempeln.

Abgesehen davon, dass dieser Vorwurf der Medienmanipulation sich also nahtlos in die Verschwörungstheorien der allgegenwärtigen „Lügenpresse“-Rufer einreihen kann, unterschätzt diese Argumentation auch die reale faschistische Gefahr, die eindeutig bestand, auch wenn sie sich tatsächlich diesmal nicht realisiert hat.
Denn dass man sich auch bei eindeutigen Wahlprognosen eben nicht in Sicherheit wiegen sollte, hat der Sieg von Donald Trump erst vor wenigen Monaten gezeigt.

Darauf, dass es gut und richtig ist, wenn demokratische Medien vor einer faschistoiden Präsidentschaftskandidatin warnen, die es immerhin als zweitstärkste Kraft in die Stichwahl geschafft hat, sollte man als Linker eigentlich kommen können, bevor man sich das ganz große Komplott herbeidenkt.

Trotzdem ist die Analyse, dass Marine Le Pen ihr Wählerpotential bereits im ersten Wahlgang ausgeschöpft hatte, durchaus zutreffend.

Marine Le Pen hätte nur unter zwei Bedingungen eine realistische Chance gehabt:

1. Wenn Macron noch kurz vor der Wahl durch die Aufdeckung irgendeines Skandals völlig demontiert worden wäre.
2. Wenn Le Pen es geschafft hätte, (Protest-)Wählerstimmen auch aus dem linken Lager zu gewinnen.

Punkt eins versuchten Hacker. Punkt zwei war die Kerbe, in die Žižek erkennbar dreschen wollte. Ähnlich wie bei Trump hätte die Rechnung für Le Pen auch gegen alle Prognosen aufgehen können.

Aber wäre dies wirklich so schlimm gewesen? Hat Žižek nicht sogar Recht, wenn er unterstellt, dass Le Pen und Macron letztlich nur zwei Seiten einer Medaille sind?
Und wird nicht gerade ein neoliberales Regime von Macron die sozialen Spannungen derart erhöhen, dass Le Pen davon erst recht profitiert?
Wäre nicht gar ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende?

Die dahinterstehende Analyse, nämlich dass der Neoliberalismus Bedingungen sozialer Ungleichheit und Entwurzelung schafft, die einen Nährboden für das Aufkeimen rechtsradikaler Bewegungen sind, ist ja durchaus zutreffend. In ihrer praktischen Anwendung sollte sie dennoch nicht in das groteske Doublethink führen, die Nazis zu unterstützen in der Hoffnung sie damit verhindern zu können.

Dies funktioniert schon aus einem ganz einfachen Grund nicht, den Žižek sogar selbst anschneidet, offensichtlich aber nicht zu Ende denkt.

“We should never forget that the ultimate cause of the act that we are caught into – the vicious cycle of Le Pen and Macron – is the disappearance of the viable leftist alternative.”

Tatsächlich haben rechte Regierungen aber in weitaus stärkerem Maße als neoliberale Regierungen die Tendenz, genau jene Freiräume stillzulegen, in denen sich eine linke Alternative entwickeln könnte. Die “linken Sümpfe auszutrocknen” ist ihr erklärtes Ziel.
Dabei (und vielleicht auch gerade deswegen) arrangieren sich rechtsradikale Regierungen weiterhin trefflich mit den globalen Märkten.

Der Teufelskreis von dem Slavoj Žižek fabuliert, ist also kein Kreis, da er nicht geschlossen ist.
Wenn eine autoritär-rechte Regierung sich erst einmal etabliert hat, erweist sie sich aus den vorgenannten Gründen meist als äußerst persistent. Ein Zurück zum neoliberalen Macron wäre nach einem Sieg von Le Pen vielleicht nicht mehr möglich.

Der Annahme, dass es ohnehin keinen fundamentalen Unterschied zwischen beiden gäbe, liegt zudem etwas zutiefst zynisches und menschenverachtendes zu Grunde.
Denn zumindest die von der repressiven Regierung Le Pens betroffenen Personen hätten den Unterschied unmittelbar und täglich am eigenen Leibe erfahren können.

An diesem Punkt habe ich letztlich auch ein generelles und fundamentales Unbehagen gegen Slavoj Žižek, da er sich um potentielle Opfer seiner gedanklichen Zündeleien grundsätzlich nicht zu scheren scheint.
Eine ähnliche Indifferenz zeigte er ja auch bereits in Bezug auf die Opfer des Stalinismus und der chinesischen Kulturrevolution.

Das volle Ausmaß seiner offen zur Schau getragenen zynischen Menschenverachtung lässt sich gut an einer Aussage, die er über Trump getroffen hat, erkennen:
„Für die vage Chance werden wir gigantische Rückschläge im ökonomischen Bemühen, weitere Einschnitte im Wohlfahrtsstaat, ein brutales Wiederaufleben des Rassismus, die Reduzierung von Muslimen zu Menschen zweiter Klasse und vieles andere hinnehmen müssen. Meine Antwort ist dennoch, dass es das Risiko wert ist.“

Letztlich kann dem um die Welt jettenden Starphilosophen dieses Risiko ja auch egal sein, da es nicht sein Risiko ist.

Hierhinter allerdings nur unbedachten Egoismus zu sehen, halte ich für zu kurz gegriffen. Die Bereitschaft für eine „vage Chance“ über die wörtlichen oder sprichwörtlichen Leichen Anderer zu gehen, lässt auf etwas Tieferes Blicken das bei Slavoj Žižek schlicht verdreht ist.

Denn klingt aus seiner oft zur Schau getragenen Bereitschaft für das Neue und den Ausbruch aus dem Bestehenden (ein wenig zu gerne) auch Menschenopfer apokalyptischen Ausmaßes in Kauf zu nehmen nicht etwas vom gleichen nekrophilen Impuls durch, der einstmals spanische Faschisten „Viva la muerte!“ skandieren ließ?

Vielleicht haben Le Pen und der Philosoph, der sich gerne zu ihrem nützlichen Idioten gemacht hätte, mehr gemeinsam, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.


Postfaktische Zeiten und der falsche Glaube an die Wissenschaft als Heilslehre

Wenn man den Hintergründen des postfaktischen Denkens nachspüren will, kommt man nicht umhin sich zu fragen, wer oder was in unserer Gesellschaft die Fakten definiert und übermittelt.
Nach dem allgemein zumindest in den Industrieländern herrschenden Konsens ist dies zuallererst die Wissenschaft.
Wer sich in seinen Argumentationen im Widerspruch zum akzeptierten Stand wissenschaftlicher Erkenntnis befindet, gilt als Realitätsverweigerer.

Zwei recht simple Beispiele für eindeutig kontrafaktische Aussagen sind:
Infektionskrankheiten werden nicht durch Krankheitserreger wie Bakterien und Viren verursacht, sondern durch kosmische Strahlungen und den Einfluss böser Geister.
Die Erde ist eine Scheibe und wurde innerhalb von sieben Tagen von Gott erschaffen.

Bei jemandem der derartige Aussagen ernsthaft vertritt, zweifelt man durchaus zu Recht an seinem gesunden Menschenverstand, auch wenn es noch immer eine große Zahl von Personen gibt, die solche Dinge weiterhin glauben.
Unbestreitbar ist empirische Wissenschaft als Erkenntnisquelle traditionellen und religiösen Dogmen in vielerlei Hinsicht überlegen und hat es glücklicherweise auch geschafft, diese vielerorts zu verdrängen.

Allerdings gehen damit auch Missverständnisse einher, in denen ich einen zentralen Grund für das Aufkeimen postfaktischer Denkweisen sehe.

Mit den traditionellen und religiösen Dogmen ist oftmals die Vorstellung verbunden, die Welt im Ganzen erklären zu können. Ein christlicher Fundamentalist braucht zur Erklärung des Weltgeschehens nur seine Bibel und ein Islamist nur seinen Koran. Es sind geschlossene Weltbilder, die allerlei Abwehrmechanismen gegen jegliche inneren Widersprüche haben und sei es der Verweis auf die Unergründlichkeit göttlichen Willens.
Doch wen fragt ein „aufgeklärter Mensch“ stattdessen, wenn er sich auf der Suche nach tieferen Wahrheiten befindet? Er wendet sich an den Wissenschaftler.
Genau hierin liegt aber das entscheidende populäre Missverständnis über das, was empirische Wissenschaft ist und leisten kann. Ein geschlossenes Weltbild oder eine allerlösende Heilslehre hat sie nämlich nicht im Angebot. Gleichwohl besteht aber ein Bedürfnis danach.
Nicht umsonst ist der Markt geradezu überschwemmt von populärwissenschaftlichen Büchern, Dokus und Artikeln, in denen uns irgendein Astrophysiker, Evolutionsbiologe oder Gehirnforscher mal eben die Fragen nach dem Wesen der Dinge und dem Sinn unseres Seins beantwortet.
Auch der Markt für Wissenschaftler und Pseudo-Wissenschaftler, die uns erklären, was wir essen oder wie wir unsere Kinder erziehen sollen, boomt.
Man könnte dabei durchaus kontrovers darüber diskutieren, ob es wünschenswert ist, dass uns der Wissenschaftler den Priester überflüssig macht. Eines kann und sollte der Wissenschaftler aber nicht: Uns den Priester ersetzen.
Im Gegensatz zum Priester liefert uns empirische Wissenschaft keine letztgültigen Erklärungen. Sie liefert zunächst einmal Daten, welche allerdings dazu verwendet werden können, Theorien darüber welche Auswirkungen Faktor X auf Faktor Y hat, zu falsifizieren (ob man sie auch verifizieren kann, darüber mag trefflich gestritten werden).

Allerdings ist genau damit ein Problem verbunden: Je weniger komplex eine Theorie ist, also mit je weniger Unbekannten und Unwägbarkeiten sie operieren muss, desto leichter ist sie überprüfbar.
Relativ einfach kann beispielsweise eine Theorie der Sorte „wenn ich einen Apfel aus Höhe X fallen lasse, wird er mit Geschwindigkeit Y am Boden auftreffen“ überprüft werden.
Im Zweifel führt man ein Experiment durch und misst. Das Ergebnis wäre, sofern kein Messfehler vorliegt, das was man als allgemein als „harte Fakten“ bezeichnet.
Jemand der ernsthaft behaupten würde, der Apfel würde mit Lichtgeschwindigkeit am Boden aufschlagen, obwohl ihn das Experiment eindeutig widerlegt, argumentiert in diesem Sinne kontrafaktisch.

Das populäre Missverständnis erwartet vom Wissenschaftler derart klare Antworten und ignoriert dabei, dass diese bereits in den fortgeschrittenen Ebenen der Naturwissenschaften nicht, erst recht aber nicht in den Sozialwissenschaften gegeben werden können. Wenn schon Physiker sich die Köpfe darüber heiß streiten können, wie die Ergebnisse eines Experimentes mit dem Teilchenbeschleuniger zu interpretieren sind, wieviel ungenauer ist dann die Interpretation von gesellschaftlichen Zusammenhängen, die sich eben nicht unter Laborbedingungen zum Zwecke des Experimentes rekonstruieren lassen?
Wie zum Beispiel wollte ein Wissenschaftler die Frage beantworten, ob „der Islam“ eine „Gefahr für uns“ ist?
Natürlich kann er hierzu gewisse Daten, wie die Entwicklung der Kriminalitätsrate in Relation zur Anzahl der Muslime in einem bestimmten Bereich, erheben und damit eine scheinbar evidenzbasierte Antwort liefern.
Aber schon bei der Auswahl der Fragestellung, aber auch bei der Bewertung der Relevanz der Daten befindet sich der Wissenschaftler hier im Bereich von Präferenzen, welche im gesellschaftlichen Raum geformt wurden. Denn was ist „eine Gefahr“, welche Glaubensströmungen fasst man unter „der Islam“ zusammen und wer sind überhaupt „wir“?
Natürlich war auch dies ein stark vereinfachendes Beispiel. Unbestreitbar ist aber wohl, dass bei der gesellschaftswissenschaftlichen Theoriebildung akademische Hierarchien, kulturelle Biases und wirtschaftliche Rahmenbedingungen eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Das populäre Bauchgefühl, dass es sich bei den Sozialwissenschaftlern um eine meinungsbildende kulturelle Elite handelt, deren Lebenswirklichkeit sich von der des „gemeinen Volkes“ radikal unterscheidet, liegt insoweit nicht völlig daneben.
Zwar gibt es sozialwissenschaftliche Theoriekonzepte, welche genau die sozialwissenschaftlicher Theoriebildung zugrundeliegenden Strukturen hinterfragen und kritisieren, jedoch bleiben diese aufgrund ihres hohen Abstraktionsgrades, ihrer sprachlichen Komplexität und der nötigen Vorbildung vielen Leuten verschlossen.
Diese Menschen fühlen sich vom Wissenschaftler, den sie doch eigentlich als ihren Priester sehen wollten, schlicht betrogen, womit schnell ein Generalverdacht gegenüber „Expertentum“ und „Intellektualismus“ einhergeht.

Das traurige Paradoxon am postfaktischen Menschen ist, dass er danach schreit ihm möge jemand endlich die Fakten liefern, welche für sich selbst sprechen.
Er sucht nach Fakten die derart beschaffen sind wie die Fakten, die ihm vermeintlich die Naturwissenschaft (zumindest soweit er sie noch aus dem Sachkundeunterricht in der Grundschule kennt) liefert.
Fakten, die so einfach und so klar sind, wie die Aussagen „der Mensch stammt vom Affen ab“ und „die Erde ist rund“.
Die Fakten sollen so beschaffen sein, dass er sie als selbstevident anerkennen kann und dabei ausblenden kann, wie sehr das was er als selbstevident einstuft, durch sein gesellschaftliches Umfeld geprägt ist.
Wenn Donald Trump von der Kanzel schreit, dass Mexikaner allesamt Vergewaltiger seien, so erscheint es einem seiner Anhänger als selbstevident, denn es entspricht seiner gefühlten Lebensrealität, da können Wissenschaftler noch mit tausend anderslautenden Studien daherkommen.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass eine sozialdarwinistische Haltung en vogue ist und dies nicht einmal nur bei der sogenannten „einfachen Bevölkerung“.
Die Erklärung der Welt als ein Konkurrenzkampf aller gegen alle, bei dem sich der Tüchtigste durchsetzen wird, erscheint dem postfaktischen Menschen als überaus faktisch und selbstevident.
Es entspricht schlicht seiner gefühlten Lebensrealität, denn er merkt sehr wohl, dass gesellschaftliche Macht Fakten schafft.
Dass Menschen die von diesem Lebensgefühl beherrscht werden, sich nicht dafür interessieren ob ein Politiker in seinen Reden irgendwelche Faktentreue zeigt, sofern er nur durchsetzungsstark genug wirkt, ist nicht überraschend.


Postfaktische und faktenbasierte Politik- Zwei Seiten einer Medaille

Spätestens seit Angela Merkel in einer Rede von „postfaktischen Zeiten sprach“, ist das Wort „postfaktisch“ in aller Runde.

Doch was ist damit gemeint?

Auf Wikipedia findet sich folgende Definition: „Der Begriff postfaktische Politik bezeichnet ein politisches Denken und Handeln, bei dem evidenzbasierte Fakten nicht mehr im Mittelpunkt stehen. Die Wahrheit einer Aussage tritt hinter den Effekt der Aussage auf die eigene Wählerklientel zurück. In einem demokratischen Diskurs wird – nach dem Ideal der Aufklärung – über die zu ziehenden Schlussfolgerungen aus belegbaren Fakten gestritten. In einem postfaktischen Diskurs wird hingegen gelogen, abgelenkt oder verwässert – ohne dass dies entscheidende Relevanz für das Zielpublikum hätte. Entscheidend für die von postfaktischer Politik angesprochenen Wähler ist, ob die angebotenen Erklärungsmodelle eine Nähe zu deren Gefühlswelt haben.“
Fraglich ist dabei natürlich, ob evidenzbasierte Fakten überhaupt jemals im Mittelpunkt politischen Denkens und Handelns standen. Schließlich waren und sind politische Entscheidungen auch dann, wenn sie vorgeblich faktenbasiert sind, immer von der Bewertung der Fakten und damit auch von Sympathien, Loyalitäten, Vorurteilen, Glaubenssätzen und so weiter bestimmt.
Allerdings erleben wir gerade im aktuell nicht nur in Deutschland aufkeimenden Rechtspopulismus eine für die Nachkriegsgeschichte neue Dimension von gezielt und böswillig eingesetzter Ignoranz als Mittel der Politik.

Rechte Gruppierungen fälschen Meldungen über angebliche Attacken von Flüchtlingen und entblöden sich dabei nicht, Journalisten pauschal der Lüge zu bezichtigen. Auch dem Ansehen eines Donald Trump bei seinen Anhängern schadet es nicht, wenn er offenkundig Fakten verdreht. Diese Haltung geht jedoch weit über das Ignorieren von Fakten hinaus. Auch Widersprüchlichkeiten in den eigenen Argumentationen und Forderungen werden schlicht ausgeblendet. Es tut dem rechten Populismus keinen Abbruch, wenn seine Wortführer die Werte der bürgerlichen Familie predigen und sich gleichzeitig ganz öffentlich und schamlos quer durch die Weltgeschichte bumsen.
Donald Trump und Silvio Berlusconi wurden und werden von ihren Anhängern als „Männer des einfachen Volkes“ betrachtet, dabei könnte nichts ferner liegen, als dass diese zwei notgeilen arroganten Multimillionäre sich ernsthaft für die Belange einfacher Bürger interessieren.
Da diese Form der Ignoranz weit über das schlichte Ignorieren empirischer Fakten hinausgeht, ist sie mit „postfaktisch“ keineswegs treffend bezeichnet. Wenn es tatsächlich nur um das Ignorieren von Fakten ginge, wären die gegenwärtigen rechtspopulistischen Strömungen nicht mehr als ein Marketingproblem der etablierten Politik.

Die etablierte Politik müsste ihre Botschaften einfach nur besser emotional vermarkten, um das Rennen um die Gunst einer gegenüber Fakten ohnehin indifferenten Masse zu machen. Mit ein paar ministeriengeförderten „Du bist Deutschland“-Kampagnen und einer gut bezahlten Crew von Spin-Doctors wäre es dem etablierten System dann ein leichtes, den aufkeimenden Rechtspopulismus an die Wand zu spielen.
Ich kann mir übrigens vorstellen, dass eine Hillary Clinton genau darauf hoffen dürfte. Doch so einfach ist es eben nicht.

Vielmehr scheint es, als hätte gerade die „faktenbasierte“ Politik, die sich seit dem Ende des Ostblockes über weite Teile der Welt breit gemacht hat, den Boden für die sie zumindest oberflächlich bekämpfenden „postfaktischen“ Strömungen geschaffen.
Denn wie muss man sich eine „faktenbasierte“ Politik im Sinne einer Angela Merkel vorstellen? Hierzu hat sie selbst ein sehr kennzeichnendes Wort in die politische Diskussion geworfen, nämlich das der „Alternativlosigkeit“.
Eine „faktenbasierte“ Politik im Sinne von Merkel, ist eine Politik des Sachzwanges, die sich scheinbar unideologisch und feinfühlig nach den Schwingungen der Märkte ausrichtet. Es sind die globalen Märkte, die die politischen Fakten schaffen und eine „faktenbasierte“ Politik in diesem Sinne bedeutet, diese Tatsache widerstandslos anzuerkennen.
Merkel sprach einmal davon, dass sie Wege finden wolle, „wie die parlamentarische Mitbestimmung so gestaltet wird, dass sie trotzdem auch marktkonform ist“. Die Vorstellung, dass man nicht die Demokratie marktkonform, sondern vielmehr den Markt demokratiekonform machen müsste, erscheint ihr offenkundig illusionär.
Wenn Angela Merkel an eine evidenzbasierte Politik denkt, so kann das für sie nichts Anderes als eine marktkonforme Politik sein. Eine Skepsis gegenüber „faktenbasierter“ Politik ist also durchaus angebracht, doch natürlich kann der Populismus keine Lösung bieten. Die Wahl zwischen einer „faktenbasierten“ und einer „postfaktischen“ Politik gleicht stark der Wahl zwischen Hillary Clinton und Donald Trump. Eine dröge Vertreterin des politischen Establishments tritt gegen einen narzisstischen und destruktiven Schreihals an.

In einer gewissen Weise ist „postfaktische Politik“ Produkt der Mechanismen des politischen Marketings selbst. Wenn politisches Marketing und damit die Tätigkeit von Lobbyisten, Think Tanks und Spin-Doctors immer mehr Bedeutung im politischen Betrieb bekommt, ist es kein Wunder, wenn die Bevölkerung irgendwann hinter allen wissenschaftlichen Studien und jeder journalistischen Arbeit reines Politikmarketing vermutet und damit ein grundsätzliches Misstrauen gegen Wissenschaftler und Journalisten entwickelt.
Wenn Menschen nicht mehr unterscheiden können, welche Studien und journalistischen Berichte tendenziöse Auftragsarbeiten sind und welche nicht, ist es nicht verwunderlich, dass sie ganz pauschal „Lügenpresse“ krakeelen.

Die Fähigkeit Informationen zu filtern gewinnt alleine schon durch die zunehmende verfügbare Informationsmenge an Bedeutung. Noch wichtiger wäre allerdings die Fähigkeit, die eigenen Filtermechanismen hinterfragen zu können.
Ohne diese endet man schnell in der vorher schon beschriebenen Falle zwischen „faktenbasierter“ und „postfaktischer“ Politik.
Entweder ist man Teil der Gruppe, die an die „Fakten“ glaubt, ohne allerdings zu hinterfragen, nach welchen Kriterien diese Fakten als relevant ausgewählt wurden oder welche Schlussfolgerungen sich daraus ergeben (von den Gegnern „Schlafschafe“ genannt) oder man gehört zu jener Gruppe, die die Fakten gerne vollends verwerfen und sich lieber vom Hörensagen und den eigenen Vorurteilen leiten lassen (von den Gegnern „Verschwörungstheoretiker“ genannt).
Dies ist fatal, da es den politischen Diskurs buchstäblich verblödet. Exemplarisch seien hier die öffentlichen Diskussionen über den 11. September genannt, in denen es aus meiner Sicht stark an einer differenzierten Betrachtungsweise mangelte. Während der Mainstream sich eher hilflos der macht- und kriegspolitischen Ausschlachtung dieses Geschehnisses unterwarf, versuchte die Gegenseite den Anschlag mit hanebüchenen Argumentationen wahlweise der CIA, den Juden oder finsteren Illuminaten in die Schuhe zu schieben.
Weder aus dem stummen Schlucken aller dargebotenen „Wahrheiten“, noch aus dem gegen alle Argumente tauben Beharren auf dem eigenen Vorurteil kann irgendetwas von politischem Wert entstehen.

Letztlich ist der Trend zum „postfaktischen“ Denken (oder besser Nicht-Denken) ein, wenngleich hilfloser und dysfunktionaler, Versuch einer immer technokratischer werdenden Weltpolitik etwas entgegenzusetzen. In einem öffentlichen Mainstream, in dem ein politisches Argument nur noch insoweit zählen kann wie es von sogenannten „Fakten“ (oft gleichgesetzt mit empirisch messbaren Parametern) getragen wird, bleibt nichts als utilitaristisches Kalkül als einzig denkbarer Modus der Politik.
Der Wunsch hiergegen aufzubegehren ist mehr als verständlich. Das Problem entsteht weniger aus diesem Aufbegehren selbst, als daraus, dass den Aufbegehrenden oftmals einfach die politischen Mittel und die notwendigen Begrifflichkeiten fehlen, um ihr Unbehagen anders als durch lautes Krakeelen oder finsteres Grollen auszudrücken.
Dies aber ist zu guten Teilen ein Produkt der „faktenbasierten“ Politik selbst.
Um es einmal frei nach Karl Marx auszudrücken, käme es viel weniger darauf an, die Fakten nur verschiedentlich zu interpretieren, sondern vielmehr darauf, sie zu verändern. Hierzu können weder ein blinder Glaube an die gegebenen Fakten, noch Ignoranz und Indifferenz beitragen.


SMILE AFGHANISTAN- Eine Fotoausstellung des afghanischen Journalisten Parwiz Rahimi

Seit Jahrzehnten erlebt Afghanistan Krieg, Entführung, Bombenanschläge.
Die Medien berichten immer wieder darüber, manche von ihnen sensationsträchtig.
Doch besteht Afghanistan nur aus Krieg und Terror?
Parwiz Rahimi, der als Journalist in seinem Land arbeitete und wegen seiner kritischen Berichterstattung sowohl über die Regierung als auch über die Taliban sein Land verlassen musste, hat bewegend- berührende Momentaufnahmen von seinen Landsleuten gemacht, die ihren Alltag zeigen und nicht das Elend des Krieges. Rahimi will mit seinen Fotos ein anderes Gesicht von Afghanistan zeigen: trotz aller schrecklichen Geschichten können die Afghan_innen auch noch lächeln.

Parwiz Rahimi will mit dem Verkaufserlös seiner Fotos u.a. Kindern, die wie er flüchten mussten, helfen. Er möchte Ihnen Malmaterial schenken, damit sie ihre eigene, eine ‚andere‘ Welt malen können, die nicht zwingend mit Krieg und Elend zu tun hat.

Seit Januar 2016 lebt Rahimi in Frankfurt und wartet auf das endgültige Ergebnis seines Asylverfahrens. Seine Zeit in den verschiedenen Flüchtlingsunterkünften nutzte er, indem er die Betreiber als Dolmetscher unterstützte. Er studiert zur Zeit Fotographie an der HFG Offenbach und engagiert sich in mehreren kulturellen Initiativen in Frankfurt.

Ausstellungsort Café Knobbe, Koblenzer Straße 9, 60327 Frankfurt am Main - Stadtteilinitiative Koblenzer Straße

Vernissage Donnerstag, den 23. Juni 2016, Beginn 18.00 Uhr

Dauer der Ausstellung noch offen

Unterstützt von artes e.V.


Darf/ Soll/ Kann man noch DADA machen?

Ein Freund von mir, der auch Mitglied des Künstlerkollektivs „Traumschläger“ ist, lud mich am 19.05. zu einer Dada-Performance im Kunstverein Familie Montez ein.
Leider hatte ich dafür aufgrund meiner persönlichen Situation als berufstätiger Familienvater einfach keine Zeit gefunden und konnte die Performance nicht anschauen.

Doch der Gedanke an die Dada-Performance ließ mich nicht mehr los. Ich stellte mir die Frage, ob Dada als Kunstform sich nicht inzwischen selbst dermaßen überlebt hat, dass eine solche Performance kaum mehr als ein circle jerk innerhalb der echo chamber einer für alles aufgeschlossenen und irgendwie auch links eingestellten, aber gesellschaftlich und politisch irrelevanten Szene kunstinteressierter Großstädter sein könnte.

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Schnittstellen von Wirtschaft, Rechts und Rechtsextrem- Eine Beobachtung anhand der Seite Geolitico

Neulich hatte ein Freund von mir einen ziemlich unappetitlichen Beitrag auf Facebook geteilt, der von einer obskuren Website namens Lightwarriors.de stammte. In dem Beitrag, der übrigens den Titel trug „AFGHANISCHE ASYLANTEN RASTEN IM GERICHT AUS SCHEISS DEUTSCHLAND, KINDERFICKER ALLES NAZIS- VIDEO“, wurde die Geschichte um das Gerichtsverfahren wegen des „Ehrenmordes“ an Morsal Obeidi aus dem Jahr 2008 aufgewärmt.
Der Artikel stammte vom 28. März 2016 und verzichtete auf weitere Zeitangaben, so dass der Eindruck erweckt wurde, es habe sich um ein aktuelles Ereignis im Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation gehandelt.
In Verbindung mit dem geradezu grotesk marktschreierischen Titel, ein Lehrbeispiel dumpfer rechtsradikaler Propaganda. Auf der Seite Lightwarriors findet sich auch ein „Aufruf an alle mündigen deutschen Bürger“ sich zu „wehren“ und Bürgerwehren zu gründen. Ich denke, damit ist genug gesagt, wenngleich ich feststellen musste, dass die Seite vom Layout her recht professionell gestaltet ist.
Natürlich habe ich meinen Freund daraufhin angeschrieben und deutlichst kritisiert…. Aber darum soll es hier nicht gehen.
Mein Interesse war insoweit geweckt, als ich erfahren wollte, wer es da geschafft hatte, seine rechtsradikale Propaganda so geschickt zu platzieren, dass sie sogar in meinem Freundeskreis geteilt wird.
Ich habe nämlich den Eindruck (und ich glaube, diesen Eindruck teilen Viele), dass professionell gemachte rechte Webseiten wie Pilze aus dem Boden schießen, ein inzwischen kaum noch überschaubares Netzwerk gesponnen haben und sich eines geschickten Marketings bedienen.
Wie machen die das? Wo haben die das Geld dafür her?
Tatsächlich würde die abschließende Klärung dieser Fragen weitaus umfangreichere Recherchen in Anspruch nehmen, als ich sie in meiner Eigenschaft als Hobbyautor zu leisten bereit bin.
Allerdings bin ich einer Spur gefolgt, die zumindest ein Schlaglicht auf die Antworten liefern könnte.

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Jan Böhmermanns Erdogan-Gedicht: Einfach nur ein missglückter Scherz?

Vor ein paar Tagen hatte sich der türkische Präsident Erdogan den deutschen Botschafter wegen eines Videos einbestellt, welches auf extra-3 einem Satiremagazin des Norddeutschen Rundfunks gelaufen ist.
Dass er damit Karikaturisten und Satiriker herausfordert, ist klar. Erdogan-Witze sind aktuell hoch im Kurs.

Ein autokratischer, gockelhaft eitler politischer Unsympath, der eine unbeholfene Attacke auf die Pressefreiheit in einem anderen Land versucht, gibt sich damit selbst zum humoristischen Abschuss frei. Das muntere Erdogan-Bashing, das jetzt stattfindet, hat er sich redlich verdient.

Der Satiriker Jan Böhmermann hatte sich entschlossen, da noch eine Schippe draufzulegen und Erdogan eine Lektion in Pressefreiheit zu erteilen. Diese hatte Erdogan auch bitter nötig. Schließlich hat er in einem Interview auf CNN betont, man möge doch nicht Kritik und Diffamierung verwechseln. Auch Satire müsse Grenzen haben.
Also wollte ihm Böhmermann einmal zeigen, was eine wirkliche Diffamierung ist und verfasste ein entsprechendes Gedicht. Er kündigte den Vortrag des Gedichtes in seiner Sendung auf ZDFneo mit den Worten „Das, was jetzt kommt, darf man nicht machen“ an.
Auch die nachträgliche Löschung des Videos aus der Mediathek war einkalkuliert. „Unter Umständen nimmt man das aus der Mediathek“, hieß es dazu in der Sendung.

Journalisten und Netzgemeinde diskutieren sich nun die Köpfe heiß und inzwischen hat sogar Angela Merkel den Partner ihren gegenwärtigen außenpolitischen Zweckbeziehung in Schutz genommen und Böhmermann öffentlich gescholten.
Spätestens jetzt hat Böhmermann also den Olymp medialer Relevanz erklommen, wenn sogar die Kanzlerin sich genötigt fühlt, ihn zu tadeln.

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Ein Brief an Mert Matan- Zum missglückten “Gay Prank”

Am 13.03.2016 stellte ein erfolgreicher deutscher Youtuber namens Mert Matan ein Video hoch, in dem er sich zum Spaß gegenüber seinem Vater als schwul outete. Die Reaktion fiel heftig aus. Der Vater rastete aus, beschimpfte seinen Sohn und schlug ihn dabei mehrfach mit der flachen Hand.
Dieses Video löste verständlicherweise Empörung aus. Neben der nachvollziehbaren Kritik an der im Video gezeigten homophoben Reaktion des Vaters hagelte es auch eine Menge rassistischer Hasstiraden gegen Mert und seine gesamte Familie.

Als Reaktion darauf stellte Mert am 15.03.2016 ein Statement zu seinem „Gay Prank“ hoch. In diesem rechtfertigte er die Reaktion seines Vaters und beteuerte, weder er, noch sein Vater hätten etwas gegen Schwule. Jeder könne so leben und lieben wie er wolle.
Es handele sich außerdem nur um eine Angelegenheit seiner Familie. Dies wirkte nicht allzu überzeugend.

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Kundenorientierung und Dienstleistungsgedanke als Erziehungsmodell

Anlässlich der Geburt unserer Tochter erkannten meine Frau und ich, dass wir nunmehr auch in einer gesellschaftlichen Verantwortung stehen.
Vor diesem Hintergrund erschien es uns als logischer Schritt, die sich uns stellenden Herausforderungen auf eine strukturierte und zukunftsweisende Art und Weise anzugehen.
Bei einem unserer Meetings kamen meine Frau und ich zu dem Schluss, dass hierfür die Verabschiedung eines Leitbildes als verbindliche Grundlage der Unternehmenskultur unserer Familie notwendig ist.

Nach kurzer Beratung stellten wir einhellig fest, dass im Projekt Elternschaft, dem Kind die Kundenrolle zukommt. Zwar sind die Eltern der unternehmerische Part dieser Kundenbeziehung, jedoch hängt ihr eigenes Wohlergehen maßgeblich von der Zufriedenheit des Kindes ab. Der Benefit aus einer gelungenen Eltern-Kind-Beziehung zeigt sich in Erhöhung des Sozialprestiges der Eltern und erfolgreiche Erziehung kann sich bei entsprechender Karriereentwicklung des Kindes auch in finanzieller Hinsicht positiv auswirken.

Gleichzeitig soll unser Ansatz jedoch berücksichtigen, dass unser Kind keinesfalls ein nach unserem Willen formbarer Gegenstand, mithin also keine Ware ist.
Die Kundenrolle des Kindes trägt dem normativen Individualismus einer modernen Marktgesellschaft Rechnung.

Zudem legt sie damit auch die Rolle der Eltern auf die der Erziehungsdienstleister fest, welche eine hochwertige Leistung im Interesse des Kunden anbieten.
Problematisch bei dieser Betrachtungsweise erscheint allerdings, dass der Kunde die Erziehungsleistung als solche nicht in jeder Situation schätzt oder annehmen will. Gleichzeitig ist aber der Versuch einer Realisierung von Erziehungszielen ohne die notwendige Compliance ihres Adressaten zum Scheitern verurteilt.

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Paris ist keine Kriegserklärung

Unter einem Artikel des tagesspiegel den “Netz gegen Nazis” auf Facebook geteilt hat und der den Titel trägt „Terror in Paris: Ein dritter Weltkrieg wird uns aufgezwungen“, befindet sich ein Userkommentar von einem gewissen John Doé. Dieser Kommentar ist mit Abstand das Klügste was ich bisher zu den Anschlägen von Paris gelesen habe.

Kurz und bündig zitiert:
“Was uns gefährdet sind nicht solche symbolischen Gemetzel, sondern dass wir diese zum Anlass nehmen, gleich alles über Bord zu werfen was uns definiert.”

Ich möchte an die Vernunft aller meiner Mitmenschen appellieren und in aller Deutlichkeit sagen:

Diese Anschläge sind keine Kriegserklärung!
Zumindest tun wir gut daran, sie nicht als Kriegserklärung aufzufassen, selbst wenn sie von den Terroristen als solche gemeint waren.

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BLOCKUPY 2015: Die kurze Amtszeit des Königs Karneval- Von Militanz und ritualisiertem Protest

Am 18.03.2015 konnte man in Frankfurt, mitten im Herzen des verschlafenen Merkel-Deutschlands, Bilder sehen, die man hier schon länger nicht mehr in dieser Intensität gesehen hatte: Brennende Autos, Barrikaden und heftige Straßenschlachten von Morgengrauen an.

Sich hiervon zu distanzieren mag durchaus notwendig sein, dennoch bleibt es eine bequeme Haltung. Natürlich wird es den Kapitalismus nicht stoppen, lokale Infrastruktur wie Straßenbahn-Haltestellen zu zerdeppern und natürlich ist es erst Recht hirnrissig und moralisch verwerflich, Rettungskräfte zu attackieren, indem man Steine auf Feuerwehrautos und Krankenwagen wirft. Politisch gesehen, wird man damit gewiss keinen Blumentopf gewinnen. Und wenn irgendwelche Polizisten nach dem Protest mit Prellungen und Gehirnerschütterung heimgehen müssen, so hat man damit keinesfalls ein wirksames Zeichen gegen Polizeigewalt gesetzt, sondern liefert vielmehr genau jenen repressiven Diskursen die Munition, welche Polizeigewalt hervorbringen und legitimieren.
Das Anzünden von Autos oder das Einwerfen von Scheiben wird den Otto-Normalverbraucher gewiss nicht zur Solidarisierung mit dem Protest motivieren, sondern zum genauen Gegenteil.

Diese Erkenntnisse sind allerdings so trivial, dass ich mich hier nicht weiter mit ihnen beschäftigen will.
Die Frage nach der politischen Militanz bleibt nämlich eine interessante und sie ist keinesfalls durch ein einfaches Gut-Böse-Schema im Sinne von „hier die friedlichen Demonstranten und dort die unverbesserlichen Randalierer“ zu lösen.
Tatsächlich ist nämlich ein Protest, dem keine gesellschaftliche Sprengkraft innewohnt, ein wirkungsloser Protest, der über das wohlfeile „ein Zeichen setzen gegen Pegida/Kapitalismus/Rassismus/Whatever“ nicht hinauskommt.
Kurzum: Ein Protest der nichts lahmlegt, der keine Abläufe stört, der niemandem unbequem ist, vor dem keiner Angst haben muss, ist sich selbst genüge. Er ist ein Ritual, welches nicht die Kraft hat, die Verhältnisse zu ändern, sondern vielmehr die Verhältnisse dadurch zementiert, dass er Widerstandspotentiale gesellschaftskonform integriert.

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Was “mehr Wettbewerb” eigentlich meint

Ein Kennzeichen heutiger Politik- und Wirtschaftssprache ist ihre zwanghafte Schönfärberei mittels neoliberaler Floskeln.

„Unser Unternehmen ist bestrebt seine Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Im Zeichen sich wandelnder Anforderungen ist im Interesse unserer Kunden und Mitarbeiter eine Restrukturierung unserer organisationalen Aufstellung und eine Verschlankung mit Konzentration auf unsere Kernkompetenzen notwendig. Dies verlangt eine gewisse Flexibilität von den Mitarbeitern in den Restrukturierungsstandorten. Die Unternehmensleitung ist bemüht, allen betroffenen Mitarbeitern individuelle Flexibilitätsanreize zu bieten oder anderweitige sozialverträgliche Lösungen für sie zu finden.“

Wenn man diesen Text einmal von Zombiesprache in Deutsch übersetzt, bedeutet er Folgendes:
„Wir wollen Standorte schließen, Unternehmensbereiche outsourcen und Mitarbeiter entlassen. Den Mitarbeitern, die familiär ungebunden sind und die sich ohne zu murren an jeden beliebigen anderen Standort verschieben lassen, winken wir mit etwas mehr Geld. Alle anderen bekommen eine Abfindung. Ältere Mitarbeiter, die danach keinen Job mehr finden, sind halt nicht konkurrenzfähig haben eben Pech gehabt.“

Unter all diesen verlogenen Euphemismen neoliberaler Sprachverzerrung sticht jedoch einer besonders heraus. Es ist der berühmt berüchtigte Begriff vom „Wettbewerb“ welcher gnadenlos positiv konnotiert und weitgehend unkritisiert durch unsere Gesellschaft geistert.

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Edel sei der Volkswille?- Eine Antwort auf Werner J. Patzelts Artikel zu Pegida

Der folgende Text bezieht sich auf einen Artikel des Politikwissenschaftlers Werner J. Patzelt, der am 21.05.2015 unter dem Titel “Die Verortung von Pegida: Edel sei der Volkswille” erschien.
Patzelt, der selbst als konservatives CDU-Mitglied und dem Korporationswesen nahestehend gilt, steigt aktuell auch in öffentlich-rechtlichen Medien zu so etwas wie “Deutschlands großem Pegida-Erklärer” auf.
Hierbei zeigt er stets viel Verständnis für Pegida.

Der folgende Text ist als direkte Antwort auf den FAZ-Artikel von Werner J. Patzelt gedacht:

Herr Patzelt gibt gleich zu Beginn zu, dass einige der Pegida-Veranstalter Sätze geschrieben haben, die „eindeutig xenophob, islamophob und rechtsradikal sind“.
Inzwischen hätten sich diese Leute aber im Sinne einer „vernunftgeleiteten Selbstkontrolle“ gemäßigt.
Mir stellt sich hier die Frage, ob es sich hier um eine moralische oder strategische Vernunft handelte, die diese Leute zur Mäßigung Ihrer Aussagen trieb.
Dabei gehe ich von Letzterem aus. Ich halte es eher für unwahrscheinlich, dass diese Pegidisten ihre Ressentiments aufgrund des großen Erfolges von Pegida aufgaben.
Viel eher scheint es mir logisch, dass die Pegida-Veranstalter erkannt haben, dass eine Massenmobilisierung mit zu eindeutig rechten Parolen unter den gegenwärtigen Umständen (noch?) nicht geht und sich deshalb aus strategischem Kalkül mäßigen.

Um zu glauben, dass es sich bei den bundesweit auftretenden Pegidisten um Vorboten einer braunen Revolution handelt, muss man übrigens nicht „gespensterfürchtig“ oder „schlecht informiert“ sein, sondern lediglich über ein Bisschen Geschichtsbewusstsein verfügen.
Pegida ist nicht deshalb gefährlich, weil jeder Pegidist ein überzeugter Rechtsradikaler mit Reichskriegsflagge im Hobbykeller wäre, sondern weil dort eben Normalbürger Seite an Seite mit solchen Rechtsradikalen marschieren.
Das streitet Werner J. Patzelt dann ja auch gar nicht ab.

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Jürgen Elsässer ist kein “glühender Antisemit”

Jürgen Elsässer ist kein glühender Antisemit- oder zumindest darf man ihn nach Auffassung des Landgerichtes München nicht so nennen. Am Mittwoch hatte er sich diesbezüglich in erster Instanz gegen Jutta Ditfurth durchgesetzt.
Auf seiner Facebook-Seite feiert Elsässer dies gerade als seinen „Finalsieg“.

Hier dürfte er sich allerdings etwas zu früh freuen, denn auch ein Finale endet bekanntlich erst nach der zweiten Halbzeit und Jutta Ditfurth beabsichtigt auf jeden Fall in Berufung zu gehen.

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An alle Patrioten

Ich habe so oft mit Leuten diskutiert, die sich selbst als „deutsche Patrioten“ bezeichneten und sich beklagten, dass es so „deutschenfeindlich“ zugehen würde, man uns „den Nationalstolz verbieten“ würde u.s.w.
Diese ganzen hohlen Phrasen.
Doch wenn ich mal einen dieser „Patrioten“ fragte, ob er denn ein gutes deutsches Wanderlied oder ein gutes Sauerbratenrezept kenne, dann mussten diese „Patrioten“ meistens passen.
Auch von deutscher Geschichte oder deutschem Wein hatten diese Leute meist erstaunlich wenig Ahnung.

Scheinbar ist das, was landläufig als „deutscher Patriotismus“ firmiert, nur darauf fixiert, sich gegen Andere (Moslems, Linke, Flüchtlinge u.s.w.) zu richten. Irgendwelche deutschen Kulturgüter, die vielleicht tatsächlich bewahrenswert wären, kennen die PEGIDA/HOGESA-Idioten, Sarrazinisten und „Mal-sagen-Dürfer“ meist gar nicht.
Wenn solche Patrioten wirklich wollen, dass die deutsche Kultur nicht untergeht, so sollten sie sich vielleicht einfach mal mit ihr beschäftigen.

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Eine Typologie des modernen Spießertums

Nachdem ich bereits neulich in einem Artikel dem Begriff des Neospießers von einer mehr theoretischen Seite genähert habe, möchte ich hier nun eine kleine Typologie verschiedener Arten moderner Spießigkeit vorlegen.

Natürlich haftet derartigen Typologien immer etwas Holzschnitthaftes an und meist können sie soziale Realitäten nicht wirklich treffend beschreiben. Auch ist die Aufzählung gewiss nicht abschließend.

Dennoch bin ich mir sicher, dass fast jeder von uns dem einen oder anderen hier beschriebenen Typus schon einmal begegnet ist.
Bissige Ironie konnte ich mir an manchen Stellen nicht verkneifen.
Hier also zu den Typen moderner Spießigkeit:

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Neospießer als Organismen im “Ökosystem Markt”- Versuch einer begrifflichen Annäherung

Den Eindruck, dass sich eine neue Form von Spießertum ausbreitet, teile ich mit zahlreichen Feuilletonisten und es wurde inzwischen viel geschrieben über eine „Rückkehr zum Biedermeier“, „die neue Bürgerlichkeit“ oder gar „Spießigkeit als neues Lebensgefühl“. Ein Bisschen hilflos und ein Bisschen bewundernd betrachten inzwischen selbst bürgerlich gewordene Journalisten, die in den 60ern oder 70ern noch echte Revoluzzer waren, eine heutige junge Generation, die wenig für Gesellschaftskritik, aber umso mehr für Karrierepläne und Eigenheim übrig hat.
Oft genug pendeln die Erklärungsmodelle zwischen „fehlender Abenteuerlust“, „medialer Überforderung“, „Wunsch nach Verbindlichkeit“ oder einer „eigentlich gar nicht mal so schlechten Rückbesinnung auf alte Werte“.

Die Werbebranche jedenfalls hat das Lebensgefühl „Spießertum“ bereits als wirksame Botschaft entdeckt und wirbt mit dem Begriff für Bausparverträge, wobei im entsprechenden Spot natürlich das ebenso postmoderne wie obligatorische ironische Augenzwinkern nicht fehlen darf.
Eigentlich will man ja nicht spießig sein, aber wer realistisch ist, sollte nun mal eben vom Eigenheim in dessen vertrauten Wänden man natürlich ausgelassen und verrückt sein darf, träumen. Ich denke, dass diese Botschaft den Zeitgeist durchaus trifft.

Nicht umsonst gibt es jetzt auch ein Jugendmagazin namens „spiesser“, welches sowohl online, als auch als Gratis-Printexemplar in vielen Hochschulen zu finden ist. Tatsächlich macht dieses Magazin seinem Namen alle Ehre. Auf der Online-Präsenz finden sich Beiträge in drei Rubriken: Sprachrohr, Sprungbrett und Spielwiese.
Die Rubrik „Spielwiese“ umfasst wie der Name schon sagt, unterhaltsame Harmlosigkeiten, Tipps für Kinofilme und seichte Literatur, Gewinnspiele und Ähnliches. Die Rubrik „Sprungbrett“ befasst sich, wie sollte es anders sein, in erster Linie mit Karrieretipps.
Die Rubrik „Sprachrohr“ wiederum gliedert sich in Unterrubriken mit Titeln wie „Meine-Deine-Energie-Blog“, „Gefühlsdingsbums“, „Rentner-Kompetenz-Team“, „SPIESSERs gute Welt“, aber auch „Nachgefragt“ oder „SPIESSER debattiert“.
Es ist durchaus nicht so, dass das Magazin gänzlich unpolitisch wäre, immerhin finden sich durchaus auch mal Beiträge zum Mindestlohn oder zu Ökologie-Themen, dies jedoch auf dem Niveau von pädagogisch wertvollen Nachrichten auf dem öffentlich rechtlichen Kinderkanal.
Dass sich dieses Magazin nicht nur an Schüler, sondern auch an Studenten richten soll, scheint auf den ersten Blick wie eine groteske Unterschätzung der geistigen Kapazitäten der Leserschaft, ist es aber mitnichten. Studenten sind inzwischen so; nicht alle aber immer mehr.
Die Rubriken „Sprachrohr“, „Sprungbrett“ und „Spielwiese“ mit ihren Unterrubriken erscheinen mir eher wie eine treffende Beschreibung des psychologischen Inventars des Großteils einer Generation.
Aber warum erlebt eine neue Form des Spießertums eine derartige Konjunktur?

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Den deutschen Michel grimmt´s im Bauche

Es ist schon ein Trauerspiel:

Da gäbe es gerade jetzt so hervorragende Gelegenheiten der Welt mal wieder zu zeigen, was deutsche Ingenieurskunst so alles kann und just in diesem Moment funktionieren unsere Waffen nicht mehr richtig.
Kaputtgespart haben wir unsere schöne Armee! Das schmerzt jetzt nun doch etwas in der deutschen Seele. Schließlich, so wissen wir´s aus den Geschichtsbüchern, können wir Deutschen ja eigentlich schon Krieg. Das haben wir durchaus bewiesen, aber dieses ganze Demokratiegedöns, diese unrealistischen Pazifisten und Friedensbewegten haben uns schon ziemlich weich werden lassen.

Das muss man sich mal vorstellen:
Da sehen wir jeden Abend auf N24 die besten Waffen, die härtesten Knäste, die brutalsten Kriege und die geilste Action und bei uns heißt es immer so „Ne der deutsche Michel darf da nicht mitmachen wegen der Vergangenheit“.
Aber wir sind doch alle nach 45 geboren! Langsam haben wir keinen Bock mehr, immer zurückzustecken. Wir wollen endlich auch wieder brutale Kriege, harte Knäste und die ganze geile Action! Oder sollen wir etwa ewig für die Vergangenheit büßen?

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Euer Netz ist SCHEISSE!

Im Anschluss an die Performance vom 19.09.2014 im Lola Montez hatte ich ein Gespräch mit einem Freund, der sich die Veranstaltung angesehen hat und sie als in einem gewissen Sinne zu technikfeindlich kritisierte.

Die Veranstaltung sei nicht auf die (politischen) Chancen eingegangen, die sich durch die Vernetzung bieten würden. Beispielsweise seien Facebook & Co. auch als Werkzeuge zu sehen mit deren Hilfe sich politischer Widerstand organisieren ließe.

Ich entgegnete, dass es sich bei Facebook und ganz allgemein bei weiten Teilen des Internet um einen marktförmigen Raum handele, der damit auch marktförmige Kommunikationsformen begünstige. Die Chancen einen politischen Widerstand gegen die zunehmende Durchmarktung unseres Seins ausgerechnet in einem Medium, welches die Turbo-Ökonomisierung wie kaum etwas anderes vorantreibt, zu organisieren, beurteile ich eher pessimistisch.

Mein Freund hielt mir daraufhin entgegen, dass Märkte auch Kommunikationsorte für jene sein könnten, die dort nicht kaufen.
Tatsächlich ist ein Markt in einem sehr klassischen Sinne (z.B. als Bauernmarkt auf der Zeil) ein sozialer Raum, an dem sich Menschen begegnen, ohne zwangsläufig kaufen und verkaufen zu müssen und auch ohne sich zwangsläufig gegenseitig als Ressource oder Ware betrachten zu müssen.

Jedoch ist dem Bauernmarkt kein technischer Mechanismus eingeschrieben, der dafür sorgt, dass in erster Linie der gehört wird, der den gerade aktuellen aufmerksamkeitsökonomischen Standards entspricht. Anders hingegen verhält es sich im Netz, in dem Suchmaschinenpositionierungen zu einem guten Teil darüber bestimmen, welche Botschaften überhaupt noch wahrgenommen werden.

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Unprätentiös und ironisch- Die banale „Gesellschaftskritik mit Augenzwinkern“

Der Begriff „unprätentiös“ ist heute quasi ein Gütesiegel für Kulturprodukte. Was unprätentiös auftritt, sich unprätentiös gibt, wird von ZDFneo und Konsorten schnell für unbedingt anschlussfähig erklärt.

Auch Gesellschaftskritik besitzt durchaus Marktwert, wenn sie dieses Gütesiegel vor sich her tragen kann, auf leisen Sneakers im Rollkragenpulli daherkommt und nicht so polternd und martialisch auftritt, wie Ernst Buschs Vertonung des Brechtschen „Lieds vom Klassenfeind“.
Letztere Form der Gesellschaftskritik wäre nämlich gefährlich für Staat und Gesellschaft, dazu noch ewiggestrig, radikal bis extremistisch und überhaupt in jeder Form abzulehnen.

Moderne Gesellschaftskritik hingegen funktioniert so, dass man sich stets nach Bedarf von ihr distanzieren kann. Eine doppelbödige Ironie stellt hierbei sicher, dass man, wenn man sich doch einmal zu weit vorgewagt hätte, sich auf den einfachen Satz „das war doch alles Satire“ zurückziehen kann, um sich dann sogleich auf den Freischein den angeblich Tucholsky jeglicher Satire (und sei sie auch noch so dumm) ausgestellt habe, zu berufen.

Nein, politische Äußerungen in Kunst und Kultur haben heute nicht oberlehrerhaft und im Agitprop-Stil zu erfolgen, sondern haben gefälligst (so ist´s nun guter Brauch!) mit einem ironischen Augenzwinkern daherzukommen.

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Maximal bru-Thalia- Szenen aus dem verblödeten Leben

Ein Reisender hatte vergessen, sich Lesestoff für eine lange Bahnfahrt mitzunehmen. Also eilte er noch in die Bahnhofsbuchhandlung.
Dort ergab sich dann folgender (natürlich rein fiktiver) Dialog.

Reisender: Ich suche da ein Buch. Irgendwas Kurzweiliges für die Fahrt. Haben Sie Camus „Der Mythos des Sisyphos“?
Verkäuferin: Nein. Das haben wir leider nicht. Aber ich könnte es bestellen.
Reisender: Das hilft mir nicht. Ich bräuchte es jetzt. Haben Sie vielleicht Michail Bakunins „Gott und der Staat“?
Verkäuferin: Ich schaue mal nach… (tippt in ihren Computer) Ne, das haben wir nicht.
Reisender: Haben Sie dann vielleicht was von Hannah Arendt?
Verkäuferin: Hat die nicht dieses vegane Kochbuch geschrieben? Das haben wir vorrätig.

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V wie Vendetta- Prototyp einer anarchofaschistischen “Freiheitsrede”

Zugegeben der Film V for Vendetta, der 2006 erschien ist inzwischen eigentlich schon kalter Kaffee. Dass der Film aber immer noch wirkmächtig ist, zeigt sich darin, dass er ein Symbol geschaffen hat, welches aus der heutigen Internetkultur kaum mehr wegzudenken ist: Die Guy-Fawkes-Maske.
Auch die Fernsehansprache des Protagonisten V aus dem Film erfreut sich nach wie vor größter Popularität und wird fleißig von allen möglichen Leuten geteilt, seien es Occupy-Aktivisten, Truther, Reichsdeutsche, Anarchokapitalisten, linke Liedermacher, politisch interessierte Jugendliche, Anonymous-Anhänger u.v.m.

Man kann die Unzahl der Leute unmöglich in eine Schublade stecken und mit dem Etikett „Faschisten“ versehen, auch wenn mir scheint, dass Inhalte der Rede an den kleinen Fascho, der wenn vielleicht nicht in allen von uns, so doch in vielen von uns schlummert, appellieren.
Und so manche der Leute, die heute im Netz oder auf Mahnwachen laut „ERWACHET!“ schreien, meinen damit nicht unseren denkenden Verstand, sondern genau den in uns schlummernden kleinen Fascho, der sich ärgert, dass er wegen der „böööösen Zensur“ durch die „allgegenwärtige political correctness“ nicht raus darf.

Aber lesen wir uns doch einmal den Text der Rede in der deutschen Fassung durch:

Guten Abend London,

Erlauben Sie mir zunächst, mich für die Unterbrechung zu entschuldigen. Wie viele von Ihnen schätze auch ich die Annehmlichkeiten des geregelten Alltags, die Sicherheit des liebgewordenen, täglich wiederkehrenden Einerleis. Ich genieße das ebenso sehr wie jeder andere Mensch.
Aber anlässlich eines Gedenktages, an dem bedeutende Ereignisse aus der Vergangenheit, für gewöhnlich der Tod einer Berühmtheit oder das Ende eines grässlich blutigen Krieges mit einem hübschen Feiertag begangen werden, dachte ich mir, dass wir diesen fünften November, ein Tag – dessen heute leider nichtmehr gedacht wird – erinnerungswürdig machen. Indem wir den Alltag vergessen und ein wenig plaudern.

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Netzaffine Montagsquerfront

Zunächst einmal möchte ich vorwegstellen, dass es in diesem Artikel nicht um die Veranstalter und Hauptredner der Montagsdemonstrationen gehen soll.
Über diese haben Jutta Ditfurth, Volkhard Mosler aber auch Volker Koehnen bereits genug geschrieben und deren Statements schließe ich mich in vielen Punkten an.

Was mich in diesem Artikel interessieren soll, ist die Frage, was die ganzen bisher Unpolitischen, die einfachen Teilnehmer, die Interessierten und Neugierigen dort machen.
Warum hören sich die Teilnehmer der Montagsdemos rechte Parolen an und können diese entweder nicht erkennen oder solidarisieren sich sogar in einem Anfall von diffusem Wir-Gefühl mit den Sprechern? Warum befinden sich auch klar linksorientierte politische Aktivisten in dieser Bewegung und drücken in Bezug auf die geradezu haarsträubenden Verschwörungstheorien, die dort verbreitet werden, mal so eben „beide Hühneraugen zu“?

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Das Internet und die Illusion von Freiheit und Öffentlichkeit

Lange schien es unter der Netzgemeinde ausgemacht, dass das Internet dem Wesen nach basisdemokratisch ist und ein Mittel zur Befreiung der Menschheit in eine offenere und glücklichere Zukunft darstellen könnte. „Freier Meinungsaustausch im globalen Maßstab“ hieß die Vision in die man gewaltige Hoffnungen setzte. Jeder sollte mit jedem kommunizieren können. Jeder sollte die Möglichkeit haben, seine Auffassungen mit anderen zu teilen und zu diskutieren, auf dass aus dem freien Diskurs im bestgemeinten liberalen Sinne eine glücklichere Welt entstünde.
Dieses Bild hat inzwischen auch unter dem Eindruck der totalen Überwachung im Rahmen der NSA-Affäre einige Löcher bekommen.

Netzapologeten wie Sascha Lobo räumten inzwischen ein, sich Illusionen hingegeben zu haben und revidierten einige ihrer allzu enthusiastischen Statements aus den Gründerzeiten des Internet.
Dennoch bleibt der Irrglaube daran, dass das Netz eine freie Öffentlichkeit darstelle, weiterhin in den Köpfen bestehen.

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NPD-Kondom? Zurück an Absender!

Nachdem die Jugendorganisation der NPD im Wahlkampf 2013 bereits einmal mit der geschmacklosen Werbeaktion Kondome an „Ausländer und ausgewählte Deutsche“ zu verschicken Schlagzeilen machte, wurde die Aktion nun wiederholt.

In der Wetterau wurden Kondome an politische Gegner versandt, mit dem Hinweis, der Betreffende solle keine Kinder in die Welt setzen.

Unter anderem wurde der Bürgermeister der Stadt Wölfersheim, Rouven Kötter (SPD), mit so einem unliebsamen Präsent bedacht.
Dieser hat nun angekündigt, rechtliche Schritte zu erwägen.

Ein Freund von mir auf Facebook hatte dazu eine Idee, die ich den Lesern der FGZ nicht vorenthalten möchte:

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Die gesellschaftliche Umbewertung des Mobs

Auch wenn Wikipedia gewiss nicht das Maß aller Dinge journalistischer Qualität ist, findet sich dort eine durchaus brauchbare Definition des Begriffs des „Mobs“, die ich hier gerne zitieren möchte:

Mob bezeichnet eine mehr oder weniger bestimmte Gruppe von Personen, die gemeinsam ohne erkennbare Führung zusammen agiert. Der von sich aus, gruppendynamisch handelnde Mob hat kurzfristige Ziele (Plünderung, Zulauf zu öffentlichen Hinrichtungen und dergleichen), seine radikale Äußerung ist der Aufruhr, die Emeute. Unter Kindern bildet sich dergleichen (ohne als „Mob“ bezeichnet zu werden) zum Beispiel als anfeuernde Ansammlung um eine Schlägerei auf dem Schulhof.

Der Mob veranstaltete Tumult und Aufruhr, aber er analysierte und diskutierte nicht. „Der Revolutionismus des ‚Mobs’ war primitiv“, urteilte der marxistische Sozialhistoriker Eric Hobsbawm. Der Mob erhob sich für kurze Zeit, machte Krawall, zündelte und randalierte, verlor aber bald Energie und Lust oder wurde von der Staatsmacht zerschlagen – und verfiel danach für längere Zeit in Passivität. Der Mob im engeren Sinne verschwand erst mit dem Aufkommen einer industriellen Arbeiterklasse und ihrer Organisation in sozialistischen Parteien und Gewerkschaften.

Diesem letzten Satz allerdings muss ich doch energisch widersprechen. Der Mob im engeren und im weiteren Sinne feiert eine Renaissance ohnegleichen.

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Mein Freund, der Faschist- Über den faschistoiden Charakter simplifizierter Staatskritik

Neulich outete sich ein Freund von mir in einem Gespräch als Faschist.

Seltsamerweise war ich nicht einmal geschockt, obwohl ich überzeugter Antifaschist bin und seine Meinung nicht teile.

Aber er hatte etwas ausgesprochen, was in den Köpfen zahlreicher (durchaus auch politisch halbwegs informierter und sich als „links“ bezeichnender) Menschen virulent ist. Er bekannte sich offen zu einer Tendenz, die in unserer Gesellschaft und gerade auch in den sozialen Netzwerken massiv Fahrt aufnimmt.
Und damit hatte er eigentlich einen großen Schritt getan, denn im Gegensatz zu vielen Anderen bezeichnete er das Ding wenigstens als das was es ist, also den Faschismus als Faschismus.

Viele Verfasser pseudokritischer Facebook-Kommentare, die gerne auch Verweise auf Artikel des Kopp-Verlages oder der Deutschen Wirtschafts Nachrichten teilen, sehen hingegen gleich die „politisch korrekte Moralkeule“ am Werk, wenn man ihre simplifizierende Staatskritik als faschistoid bezeichnet. Schließlich seien sie ja nicht gegen Ausländer, fänden Hitler nicht gut, hätten nichts gegen Juden und seien doch überhaupt nur für mehr Transparenz und Meinungsfreiheit, die aber natürlich für Links und Rechts gleichermaßen gelten müssten. Völlig unverdächtig also.

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Frankfurt heißt Blockupy willkommen

Nachdem es ja bei den letzten Blockupy-Protesten leider nicht ganz so demokratisch lief, gibt es jetzt eine gute Nachricht zu vermelden: Die hessische Polizei hat sich in Deeskalation geübt. In Übereinstimmung mit der grünen Landtagsfraktion hat der hessische Innenminister sich zu diesem schwerwiegenden Schritt durchgerungen. Eine entsprechende Schulung im Nichtverprügeln von Demonstranten erhielt eine bisher [...]

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Intellektueller außer Dienst: Matthias Matussek

In den letzten Tagen hagelte es scharfe Kritik gegen Matthias Matussek.
Grund waren seine Äußerungen zur Homosexualität.

In einem Artikel in der Welt mit dem Titel „Ich bin wohl homophob. Und das ist auch gut so“ strickte er fleißig mit an der unter Neurechten verbreiteten Erzählung, ein politisch korrekter Mainstream verböte es aufrechten Bürgern ihre Meinung zu sagen.
Dies sei ihm meinetwegen geschenkt.
Darauf berufen sich auch Broder, Sarrazin und all die anderen „unterdrückten Freidenker“, die in unserer Gesellschaft nie gehört werden (außer ihrer permanenten Medienpräsenz natürlich).

Allerdings vertrat er auch die These Homosexualität sei „defizitär“, da sie nicht zur Vermehrung führen könne.
Bei seinen Ausführungen berief er sich ausgerechnet auf den christlich-konservativen Philosophen Robert Spaemann und auf Aristoteles.

Dem Herren Matussek sei angesichts dessen tatsächlich empfohlen, sich einmal eingehender mit Philosophie zu beschäftigen, denn auf diesem Gebiet scheint seine Bildung noch ein wenig „defizitär“ ausgeprägt.
Vielleicht stößt er ja irgendwann einmal auf den Begriff des naturalistischen Fehlschlusses, auch „Sein-Sollen-Fehlschluss“ genannt.

Diesem Fehlschluss ist Matussek offensichtlich aufgesessen, denn er folgert aus einer Beschreibung des Zustandes der Welt („Evolution und Arterhaltung setzen Vermehrung voraus“) auf ein Sollen („Evolution und Arterhaltung sind moralisch positiv zu bewerten, demnach ist Vermehrung ein ethischer Imperativ“).

Aber selbst wenn man diese Auffassung unwidersprochen hinnehmen würde, so könnte man ihm nicht zustimmen.

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Wie kann man sich gegen Google Glasses wehren?

Stell Dir bitte einmal vor, lieber Leser, Du säßest nichtsahnend in der U-Bahn wenn plötzlich ein Kamera-Team Deinen Waggon betrifft.
Stell Dir vor, ein Mitglied dieses Teams fängt an, vor Dir ein Kamerastativ aufzubauen und eine riesige Filmkamera auf Dich zu richten, während ein Anderer Dir einen Tongalgen über den Kopf hängt.
Wahrscheinlich würdest Du empört fragen, was das soll und wenn das Kamerateam Dir darauf keine befriedigende Antwort gäbe, würdest Du es wahrscheinlich ausdrücklich untersagen, dass Filmaufnahmen von Dir angefertigt werden.

Stell Dir nun vor, vor Dir säße ein Smartphoneuser, der sein Smartphone konsequent auf Dich gerichtet hält.
Nach einer Zeit bemerktest Du, dass nicht seine WhatsApp checkt, sondern Dich filmt.
Gewiss fändest Du das befremdlich.
Vielleicht würdest Du, je nach Temperament und Stimmungslage, ihn zur Rede stellen, Dich wegsetzen oder ihm vielleicht sogar drohen, wenn er nicht aufhört, Dich penetrant zu filmen.

Selbst wenn Du nichts Anstößiges tun wolltest, so gäbe es Dir trotzdem ein unangenehmes Gefühl, in Deinen Alltag von Unbekannten gefilmt zu werden.

Gefilmt werden von Unbekannten wird aber immer mehr zur alltäglichen Realität. Der Wahn, alles und jeden permanent zu filmen, greift nicht nur unter Staaten und Sicherheitsbehörden um sich, sondern auch in einem erschreckenden Maße unter Privatleuten.
Dies ist inzwischen auch allgemein bekannt und trotz der theoretischen Gefahren, die es bietet, stört es (bisher) im Alltag erstaunlich wenig.
Meist sind die Aufnahmen ja tatsächlich wertlos und zeigen alltägliche Belanglosigkeiten. Es interessiert die NSA nicht, zu sehen, wie ich in der U-Bahn sitze und ein Buch lese.
Wahrscheinlich haben die das sogar irgendwo auf Video in einer digitalen Schublade herumgammeln, ohne dass mir davon nun eine konkrete Gefahr drohte.
Es ist nicht die Gefahr der Verfolgung durch einen Überwachungsstaat, die wir am meisten fürchten müssten (auch wenn der Überwachungsstaat eine sehr reale Gefahr ist), sondern eine viel umfassendere, universellere Bedrohung.

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Bloß keine Angriffsfläche! Battlerap in Zeiten des vernetzten Neo-Spießertums

Das Battle, der künstlerische Wettstreit, der meist zwischen Rappern aber auch zwischen Breakdancern oder DJs ausgetragen werden kann, ist seit langem Bestandteil der HipHop-Szene, besitzt einen durchaus großen Unterhaltungsfaktor und erfreut sich entsprechend großer Beliebtheit.
Früher wurden Battles unter Rappern meist im Freestyle ausgetragen, das heißt dass die Rapper auf die verbalen Angriffe ihrer Gegner reagieren mussten um diese ihrerseits durch eigene spontan ausgedachte Raplyrik zu kontern.
Dies beinhaltete natürlich immer die Möglichkeit des kläglichen Versagens vor Publikum. Viele werden die Szene aus dem Eminem-Film „8 Mile“ kennen, in der der Protagonist wie gelähmt dasteht und vor dem Publikum schlicht kein Wort mehr herausbringt.
Und natürlich beinhaltete der Zwang zur Spontanität immer die Möglichkeit, dass sich ein Rapper verhaspelte oder mangels guter spontaner Einfälle in schlechte Standardreime à la Haus/Maus verfiel.
In Battles haben sich schon viele blamiert und es gehörte für einen Rapper gerade dazu, auch einmal vor einem Publikum herzlichst zu verkacken. Inzwischen gibt es aber immer weniger Rapper, die sich dieser Situation aussetzen wollen und es haben sich andere Formen des Battles etabliert.

Die großen und erfolgreichen Battle-Veranstaltungen werden inzwischen meist mit vorgeschrieben und auf den Gegner zugeschnittenen Texten ausgetragen.
Dies ist natürlich für das Publikum oft unterhaltsamer, da hierdurch eine weit größere lyrische Perfektion erreichbar ist, als dies im Freestyle möglich wäre. Außerdem verringern vorbereitete Texte die Wahrscheinlichkeit einer Totalblamage deutlich.

Bei Events wie VBT, Juliens Blog Battle oder Hometown Battle treten Rapper nicht mehr auf einer Bühne gegeneinander an. Stattdessen findet das Battle online mit ausgearbeiteten und durchdachten Musikvideos statt und die ganze Online-Community bildet das Publikum.

Hierdurch kam es allerdings zu einer bemerkenswerten Ausweitung der Kampfzone:
Wer genug Zeit hat, sich auf einen Gegner vorzubereiten, hat natürlich auch die Möglichkeit, seinen Gegner zu analysieren und Informationen über diesen einzuholen.

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Kleine Feuerprobe? FICK DICH BILD!

Dass ich kein Freund des meistgelesenen Schmier- und Hetzblattes Deutschlands bin, ist kein Geheimnis. Manchmal aber leistet sich diese Zeitung Dinge, die weit über dem dort üblichen Maß an Menschenverachtung liegen.
Doch noch nie befiel mich angesichts eines Artikels dieses Drecksproduktes von Blödpresse eine derartige Wut, wie beim heutigen Kommentar des rechtskonservativen Schreiberlings Julian Reichelt.

Der Titel des Kommentars lautete „Feuerprobe bestanden“ und bezog sich auf den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan.
Dort war zu lesen, dass es leicht sei, den Einsatz in Afghanistan negativ zu bewerten:
„Die Taliban sind auf dem Vormarsch, die afghanische Regierung ist erschütternd korrupt, das Land taumelt einem Bürgerkrieg entgegen. Schmerzhaft haben wir erfahren, dass wir unsere Demokratie nicht so einfach exportieren können.“

Doch der werte Herr Reichelt konnte dem Einsatz auch etwas Positives abgewinnen.
Schließlich habe sich die Bundeswehr in Afghanistan „unter schwersten Bedingungen, im Gefecht, bewiesen“.
Dies habe eine „neue Generation junger, kampferprobter Offiziere hervorgebracht, die die Bundeswehr über Jahrzehnte prägen wird“.
Die deutsche Bevölkerung habe gelernt, den Dienst „ihrer“ Soldaten wertzuschätzen.
Am Schluss verkündet Reichelt mit unverhohlenem Stolz, die Bundeswehr habe ihre „Feuerprobe“ bestanden.

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wub wub

Dies postete vorhin ein Freund von mir auf Facebook. Ich wollte das, abseits von aller Politik um die es hier sonst geht, den Lesern der FGZ nicht vorenthalten: Neulich hatte ich eine Musikrichtung erfunden. Die sollte ungefähr so gehen: 1. Man nimmt ein Sample von irgendeinem Lied, das einem gefällt. 2. Man lässt das Sample [...]

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Political Correctness- Wo ist das Problem?

Political Correctness steht aktuell gerade nicht hoch im Kurs, ja viele finden sie geradezu nervtötend und eine grässliche Einschränkung unserer Freiheit.

Ist ja auch schlimm:
Als CSU-Politiker darf man nicht mal mehr einer bajuwarischen Dorfschönheit nach drei Maß Bier auf die drallen Schenkel patschen, ohne dass man sich gleich öffentlich unmöglich macht.
Und sagen darf man auch nix mehr.
Wenn man als Fernsehsprecherin die gute alte Kinderstube im Dritten Reich lobt, wird man mit Schimpf und Schande aus seinem Sender gejagt und nicht einmal mehr so universelle Wahrheiten, wie die Existenz des Judengens oder die unumstößliche Tatsache, dass Ausländer unser Land ruinieren , darf man aussprechen.
Wo ist sie hin, die gute alte Meinungsfreiheit?

Gerade den armen Rechtskonservativen wird immer wieder öffentlich der Mund verboten… ein Skandal!

Aber mal Spaß beiseite…

Sollten nicht eigentlich gerade Rechte und Konservative den Sinn von Political Correctness besonders gut nachvollziehen können?
Schließlich beklagen diese doch gerne auf den zunehmenden Verfall der guten Sitten in unserem wunderschönen Abendland. Den Sinn von Sitte und Anstand hat jedenfalls noch kein Rechtskonservativer, den ich je kennengelernt habe, geleugnet.

Aber gehört es nicht seit jeher zu den guten Sitten, dass man nicht jeden Mist, der einem in den Kopf kommt, öffentlich ausspricht?

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NS-SKANDAL BEI BILD? Neee… wohl doch nur skandalös schlechter Journalismus


Das Wort „Skandal“ in Verbindung mit dem Wort „Nazi“ oder dem Wort „NS“ funktioniert hervorragend, wenn es darum geht Aufmerksamkeit zu erzeugen und wenn es einen Weltmeistertitel im künstlichen Herbeischreiben von Skandalen gäbe, so wäre die Bild-Zeitung gewiss eine hoffnungsvolle Anwärterin für diesen Titel.
Von daher brauchte die Überschrift im Frankfurt-Teil der heutigen Print-Ausgabe der Bild eigentlich niemanden zu wundern.

„Blockupy wirbt mit NS-Ausdruck“ hieß es da und der Artikel begann mit den Worten „Skandal um Blockupy!“.
Doch was hatte Blockupy für eine skandalöse Nazi-Werbung gemacht?
Blockupy hatte mit dem Slogan „Blockupy Deportation Airport“ darauf aufmerksam gemacht, dass vom Frankfurter Flughafen aus regelmäßig Abschiebungen stattfinden.

Hierüber hatte sich wohl der hessische Verkehrminister Florian Rentsch (FDP) aufgeregt.
Die Bildzeitung zitiert ihn folgendermaßen: „Man kann sich dafür nur schämen, dass der Begriff „Deportation“ so geschichtsvergessen verwendet wird. Dass sich die Linken der Ausdrucksweise des NS-Regimes bedienen, ist ein Skandal.“

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Realsatire: Total-Quality-Kinder

Manchmal stößt man beim ziellosen Durchstreifen des Internets auf Etwas, bei dem man sich die Augen reibt und denkt: Das gibt es nicht! Und dann reibt man sich die Augen noch einmal und stellt fest, dass es immer noch da ist.

So ging es mir bei diesem interessanten Artefakt des Zeitgeistes, auf das ich hier gestoßen bin.
Eine Anleitung zur Erstellung von täglichen Scorings für Eltern von Kindern mit ADHS. Ein kleines Stück Management für das heimische Kinderzimmer, herausgegeben vom Center for Children and Families der University at Buffalo.
Hier wird Eltern nahegebracht, wie sie ihre ADHS-Kids anhand eines Mess- und Bewertungssystems bessern können, das allen Grundsätzen wissenschaftlicher Objektivität, Validität und Reliabilität entspricht.

Gestresste Betriebswirt_Innen, die neben ihrem Job wenig Zeit für ihre stressigen Bälger haben, werden für ein solch effizientes Tool zur Planung, Verwaltung und Evaluierung ihrer Kinder gewiss dankbar sein.
Damit das auch für die pädagogisch weniger bewanderten Eltern (die schließlich eher irgendeinen Management-Studiengang absolviert haben) verständlich ist, ist die ganze Anleitung in kurzen und einfachen Schritten abgefasst und mit lustigen Illustrationen versehen.

Zum Beispiel mit dieser hier:

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Angelinas Brüste

Nein, liebe Leser, die FGZ ist keine Plattform für Promi-Klatsch und ich habe auch nicht vor, sie zu einer zu machen.

Egal was man davon halten mag: Normalerweise pflege ich mich durch eine gehörige Portion Arroganz gepaart mit einer Prise linksintellektuellen Standesdünkels gegenüber Leuten abzugrenzen, die sich für Themen wie die Brüste von Angelina Jolie interessieren. Doch manchmal kann man bestimmten Themen nicht entkommen und dann ist nun einmal eine Synapsenverbindung, die sich eigentlich mit Philosophie oder Politik hätte beschäftigen sollen, mit “Brangelina” und ähnlichen Banalitäten zugespammed.
Doch im Kern soll es bei diesem Artikel auch nicht um Angelina Jolie, ob nun mit oder ohne Brüste, gehen.

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no camera- still no problem?

Auf der Demo gegen den geplanten Naziaufmarsch am ersten Mai drückte mir ein freundliches Mädchen einen Flyer mit folgendem Text in die Hand:

„Sicherer Umgang mit Handys und Kameras…
Eine Demo ist kein Urlaubstrip! Deshalb besonders wichtig… lasst eure Kameras zu Hause, Erinnerungsfotos von Demos braucht niemand! Die Polizei darf außerdem Kameras und Handys beschlagnahmen, wenn sie darauf belastendes Beweismaterial vermutet- im Zweifelsfall werden dann lustig gemeinte Fotos schnell zu repressiven Mitteln gegenüber anderen Demoteilnehmer_innen. In diesem Sinne: auf die Rote Hilfe hören! no camera- still no problem! Dokumentieren und Fotografieren besser den geübten Journalist_innen überlassen!“

Ich verstrickte die junge Dame daraufhin in eine Diskussion. Prinzipiell fand ich es durchaus begrüßenswert, die Demonstrationsteilnehmer für dieses Thema zu sensibilisieren. Grundsätzlich kann ich die wilde und ungefragte Knipserei, die auf Veranstaltungen aller Art und auch im privaten Umfeld leider gang und gäbe ist, nicht leiden.
Trotzdem fand ich, dass der Flyer durch die Realität auf der Maidemonstration ad absurdum geführt wurde.

Die Polizei hatte derart viele Kameras auf die Demonstranten gerichtet, dass man davon ausgehen musste, dass jede noch so kleine Bewegung mitgefilmt wird. Wer irgendetwas tat, das ihn juristisch belastet hätte, konnte sich eigentlich sicher sein, dass die Polizei das ohnehin auf Video hat- so sind nun einmal die Fakten in unserem schwarz-gelb regierten Hessen.
Von daher tritt aus meiner Sicht das Argument, dass versehentlich belastendes Material durch fotografierende Demonstranten erzeugt werden könnte, zurück.
Viel wichtiger finde ich es, den Hunderten von Kameras auf Seiten der Polizei, ebenso viele eigene Kameras entgegenzustellen.

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Exklusivität- Ausgrenzung als Werbeslogan

In den Eigenwerbungen von Clubs, Bars, Ferienressorts und Lifestyleprodukten taucht oft und gerne das Wörtchen „exklusiv“ auf.
„Genießen Sie exklusives Ambiente“, „nutzen Sie die Vorteile dieses exklusiven Angebots“. Wer hat diese Sätze nicht schon tausendmal gehört?

Im allgemein verbreiteten Verständnis erscheinen exklusive Dinge offensichtlich als besonders begehrenswert.

Doch was bedeutet dieses Wort „exklusiv“ eigentlich? Schauen wir einmal, was der Duden hierzu zu sagen hat:

exklusiv
Wortart: Adjektiv

Bedeutungen:
1. a. (bildungssprachlich) sich [gesellschaftlich] abschließend, abgrenzend, abhebend [und daher in der allgemeinen Wert-, Rangeinschätzung hochstehend]
1. b. (bildungssprachlich) höchsten Ansprüchen genügend, [vornehm und] vorzüglich, anspruchsvoll
2. ausschließlich einem bestimmten Personenkreis oder bestimmten Zwecken, Dingen vorbehalten, anderen [Dingen] nicht zukommend

Herkunft:
englisch exclusive < (mittel)französisch exclusif < mittellateinisch exclusivus, zu lateinisch excludere, aus: ex = (her)aus und claudere (schließen)

Es geht um also um Ausschluss, Abgrenzung aber eben auch um Vorzüglichkeit in Qualität einer Sache.

Und genau hier beginnt mein Problem mit diesem Wort und seiner Konnotation in unserer Gesellschaft.
Ist es denn wirklich ein Qualitätsindikator eines Gutes, dass möglichst viele Menschen von seiner Nutzung ausgeschlossen sind?

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Warum DIE LINKE?!

Die FGZ ist keiner Partei zugehörig. Dies möchte ich erst mal vorwegstellen. Meine hier vertretene Ansicht deckt sich nicht unbedingt mit den Meinungen der übrigen FGZ-Autoren.

Nachdem das klargestellt ist, zur Sache:

Ich mache selten einen Hehl daraus, dass ich DIE LINKE persönlich in der derzeitigen Parteienlandschaft favorisiere. Manchmal muss ich aber leider einen Hehl daraus machen, um Konservative mit denen ich hier und da zu tun habe, nicht gleich zu verschrecken. Schließlich will ich, dass diese Leute meinen Argumenten zuhören und nicht laut brabbelnd und ihre Ohren mit den Händen bedeckend, zum nächsten Büro des Verfassungsschutzes rennen.
Aber normalerweise sage ich durchaus offen, wen ich politisch unterstütze.

Dies hat mir durchaus schon einige ungläubige oder mitleidige Blicke eingetragen und so manches Mal auch die Frage: „Warum ausgerechnet DIE?!“

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Wie utilitaristisches Denken unsere Freiheit gefährdet

Die weitläufig akzeptierte Herangehensweise empirischer Wissenschaften an Problemstellungen erfordert die Messbarkeit von Ergebnissen.

Ein Arzneimittel, das keinen messbaren Heilungserfolg zeigt, der über den Placebo-Effekt hinausgeht, hat in einer wissenschaftlichen Medizin keinen Platz. Ebenso wenig Platz hat ein Konjunkturprogramm, welches die Konjunktur nicht fördert, in einer wissenschaftlichen Ökonomie.

Diese Herangehensweise ist ein gutes Werkzeug, das uns so manchen zivilisatorischen Fortschritt beschert hat, den wir heute nicht mehr missen wollen.
Sie bietet darüber hinaus auch eine Möglichkeit kritischen Hinterfragens von aus Tradition erwachsenen Überzeugungen.
Wir können uns zum Beispiel die Frage stellen „Fördert das Verspeisen von Rhinozeroshorn tatsächlich unsere Potenz?“. Wenn wir dann anhand eigener Überprüfungen oder gar einer Studie zu diesem Thema zum Ergebnis kommen, dass Rhinozeroshorn keine Auswirkungen auf unsere sexuelle Potenz hat, könnten wir dieses Arzneimittel getrost verwerfen und darauf verzichten, die letzten lebenden Nashörner für unsere sexuelle Leistungskraft zu töten und wüssten, dass wir bei diesem „Verzicht“ nichts von Wert verloren haben.
Allgemeiner gesprochen, lautet die alles entscheidende Frage „Erzielt das was wir tun, den von uns beabsichtigten Erfolg tatsächlich?“.

In vielerlei Hinsicht kann die auf Messbarkeit abzielende wissenschaftliche Herangehensweise uns ein Freund und Helfer sein.
Doch sie kann auch eine Gefahr darstellen, wenn sie universalisiert wird und zum einzigen akzeptierten Modus operandi einer rationalen Diskussion mutiert.

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Über „Ehrenmorde“

Auf das Thema „Ehrenmorde“ brachte mich einer meiner treuesten Leser (Frank), dem ich an dieser Stelle einmal für seine freundliche Anregung danken muss. Ich wünsche ihm viel Spaß und ein wohliges Sich-Ärgern über diesen Artikel.

Und wirklich: Das Thema des sogenannten „Ehrenmordes“ ist ein interessantes, wenn auch weniger aufgrund seiner tatsächlichen gesellschaftlichen Relevanz, als aufgrund seiner Bedeutung im populären Diskurs.

Das öffentliche Interesse an dieser Art von Gewalttaten ist groß und medial werden diese oft im Zusammenhang mit dem Verhältnis zum Islam diskutiert.
Doch man sollte sich hierzu einmal mehrere kritische Fragen stellen: Stehen Ehrenmorde überhaupt im Zusammenhang mit dem Islam und wenn ja in welchem? Welche gesellschaftliche Relevanz haben Ehrenmorde? Und als wichtigste Frage: Macht die Kategorie „Ehrenmord“ überhaupt irgendeinen kriminalistischen und wissenschaftlichen Sinn oder handelt es sich vielmehr um ein reines Schlagwort?

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Ein kleines Fundstück von Facebook

Hin und wieder postet doch mal jemand etwas auf Facebook das einen schmunzeln oder nachdenken lässt… im besten Fall beides. Folgenden Text stellte neulich ein Bekannter von mir hoch. Und traurigerweise hat er sooooooo recht. Bei Pipi Langstrumpf geht es gar nicht um ein kleines Anarchomädchen sondern um eine Drogenabhängige! Sie hat im Haus ein [...]

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Anschlag auf die Grünen: Bekennerbrief

Soeben erreichte mich eine Meldung aus einer Paralleldimension.

Das Frankfurter Büro von Bündnis 90/ Die Grünen, Oppenheimer Straße 17 mit der Telefonnummer 069/96376870 wurde in der Nacht vom 22.01. auf den 23.01. Ziel eines Anschlages.

Die Haustür wurde mit hunderten Stickern unflätigen Inhaltes bestückt. Es wurde an die Haustür, Hauswände und in die Briefkästen uriniert. Dazu wurden in mehrere Briefkästen Stücke asiatischer Durianfrucht, Lammnieren und Fischgedärm gestopft.
Die kleinen Bäume aus den Blumenkästen vor dem Gebäude wurden gefällt und Stücke deren zersägter Stämme in die Auspuffrohre in der Nähe parkender Autos gesteckt.
Nach unbestätigten Gerüchten sollen auch mehrere Mülltonnen umgekippt und deren Inhalt vor dem Haus verteilt worden sein. Teilweise sei Müll mittels Polyurethanschaum am Boden fixiert gewesen.
Das Türschloss wurde außerdem mit Metallkleber unbenutzbar gemacht.

An die Anwohner der umliegenden Häuser und den Parteivorstand der Grünen erging folgendes Bekennerschreiben:

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Überdenkt Eure Nahrungstabus!

Davon, dass der übermäßige Fleischkonsum in den Industrieländern ökologische Folgen hat und zudem zu fragwürdigen Bedingungen in Tierhaltungsbetrieben und Schlachthäusern führt, verkündet derzeit fast die gesamte deutsche Medienlandschaft.
Auch ich finde, dass sich etwas ändern müsste.

Allerdings teile ich nicht die grundsätzlichen Bedenken, gegen das Schlachten und Verspeisen von Tieren, die Vertreter der sogenannten „Tierrechtsszene“ immer lauter und öffentlicher äußern. Doch in dem Artikel hier soll es nicht um diese Grundsatzdiskussion gehen.

Vielmehr möchte ich mich hier mit dem Gedanken beschäftigen was für Fleisch wir essen und mich fragen, ob wir hier nicht an einen Punkt gekommen sind, in dem unsere auf Convenience ausgelegten Ess- und Lebensgewohnheiten, der Welt und auch unserem eigenen Genuss schaden.
Denn wie sollte Fleisch für die sogenannte „moderne Küche“ beschaffen sein? „Natürlich mager und schön frisch“ würden viele unwissende Kretins hier antworten.
Fleisch das einen strengen Geruch hat wird heute als verdorben und nicht mehr verkäuflich empfunden. Nur wenige Feinschmecker wissen noch ein wirklich gut abgehangenes Steak oder Wildbret zu schätzen. Meist hingegen landet Fleisch, welches ein Bisschen streng riecht, direkt auf dem Müll.

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RTL ist menschenverachtend

RTL ist menschenverachtend.

Dies ist nicht nur meine persönliche Meinung, sondern sie wird von zahllosen Menschen in Deutschland geteilt, beispielsweise auch von dem Fernsehkritiker Oliver Kalkofe, der sich im Oktober 2012 entsprechend über mehrere Formate dieses Senders äußerte. Auch der bekannte Show-Moderator Michael Schanze gebrauchte das Wort „menschenverachtend“ in Bezug auf Castingshows von RTL.

Wenn ich auf Google als Suchbegriff eingebe „RTL Menschen“, so wird mir „RTL menschenverachtend“ sofort neben „RTL Menschen Bilder Emotionen 2012“ oder „RTL Menschen 2012“ angeboten.

Bei der Suche nach „RTL menschenverachtend“ werden mir 359.000 Treffer angezeigt. Dies ist durchaus stattlich aber hat seinen Grund.

Viele Sendungen von RTL und RTL2 basieren auf einem einfachen und leider sehr erfolgreichen Konzept, nämlich der Bloßstellung von Menschen die nicht der Norm entsprechen, weil sie übergewichtig, arm, ungebildet oder schlicht ungewöhnlich sind.
Die Bloßstellung von Menschen als Senderkonzept durchzieht weite Teile ihres Programmes.

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Arztwitz des Tages

Kommt ein Deutscher zum Arzt: „Herr Doktor! Herr Doktor! Ich leide an Patriotismus!“ Antwortet der Arzt: „Na dann verordne ich Ihnen Geschichtsunterricht. Das hilft dagegen.“

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Die LINKE gegen die “Pleitegriechen”

Eigentlich müssten nun alle, die sich im letzten Jahr so fürchterlich über Zahlungen an die „höchst verkommenen und korrupten Pleitegriechen“ aufregten, jetzt die Linke unterstützen.
Denn diese plante nun einen sehr konkreten Schlag gegen tatsächliche „Pleitegriechen“, namentlich gegen solche Finanziers und Geschäftsleute, die sich jahrelang an griechischen Staatskassen schadlos hielten und das so abgezogene Geld fröhlich ins Ausland, beispielsweise nach Deutschland schafften.

Der Vorschlag der Linken-Vorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger hierzu war denkbar einfach und effizient: Sie wollten auf Basis des Außenwirtschaftsgesetzes per Anordnung die Konten reicher Griechen oder Spanier in Deutschland bis auf einen Freibetrag von 100 000 Euro einfrieren.
Es sollte dann mit den Heimatländern abgeglichen werden, ob für diese Gelder tatsächlich Steuern bezahlt wurden.

Ich denke, diese Idee hat ihren Charme und man müsste für deren Umsetzung nicht einmal mit der Kavallerie in Nachbarländer einreiten.
Daher müsste vor allem die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück, von dem ja bekanntermaßen der berühmte Satz mit der Kavallerie stammt über den Vorstoß der Linken derart begeistert sein, dass sie schlagartig rot-rote Bündnisse auf Bundesebene in Erwägung zieht.
Aber auch jedem gestandenen CDU-Mann sollte das Herz aufgehen, wenn endlich mal „korrupte Südeuropäer“ eine Lektion in deutscher Steuerdisziplin erhalten.

Doch, oh Wunder, zeigten sich unsere bürgerlichen Volksparteien wenig überzeugt.

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Are all cops bastards?

Es gibt nur wenige Dinge, die heimtückischer und schädlicher sein können, als ein Vorurteil. Vorurteile haben nämlich die Angewohnheit sich zu verselbständigen und sich dann sogar in gewisser Weise selbst zu bestätigen.

Wenn ein großer Teil unserer Gesellschaft pauschal allen Muslimen vorwirft, aggressive Terroristen zu sein und Muslime dann dementsprechend behandelt, führt dies fast zwangsläufig dazu, dass unter Muslimen Aggressionen entstehen, welche sich dann auch in Gewaltakten entladen.

Die meisten Aktiven der linken Szene sind sich dieses Zusammenhangs durchaus bewusst und versuchen deshalb ihre Kommunikation und ihr Handeln möglichst vorurteilsfrei zu gestalten, manchmal sogar bis zu einem Maße der Überreiztheit, dass die eigene Vorurteilsfreiheit selbst zu einem Vorurteil wird.

Doch auch die linke Szene pflegt ihre eigenen Vorurteile und wie alle Vorurteile, sind diese in erster Linie negativ zu bewerten.
Ein besonders augenfälliges Beispiel hierfür ist der Umgang mit der Polizei.

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Ein Rätsel: Was bin ich?

Auf Parties bist Du mit mir der Star. Wenn Du mich hast, hast Du Reputation.
Yuppies und Hipster lieben mich. Wenn sie mich bezahlen können.
Jeder der mich verkauft, schwört auf meine Qualität. Dabei bin ich doch überraschend kurzlebig.
Du willst nicht wirklich wissen, wo ich herkomme!
Ich mache Leute abhängig.
Dabei verderbe ich den Charakter.
Es gibt andere Produkte, die sind genauso schnell. Und sie sind billiger. Doch sie haben nicht meinen Ruf.
Ich bin überteuert. Das ist Teil von meinem Image.

Mit einem Wort: Was bin ich?

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Gut gemeint statt gut gemacht: FEMEN Deutschland protestiert vor Kölner Bordell

Nackt protestieren ist nicht wirklich innovativ. Das macht man schon mindestens seit den Sechzigern. Wirksam ist es aber trotzdem allemal und ein paar Leute, die für ein politisches Anliegen blankziehen, schaffen eine gemessen an der Größe einer Protestveranstaltung überproportionale Aufmerksamkeit. Sex sells nunmal. Das wissen PeTA, Charlotte Roche und die Blödzeitung nur zu gut und auch FEMEN Deutschland macht sich diese Strategie zunutze.
Letztlich ist an so einer Protestform selbst nichts verkehrt, es kommt halt eben auf das Anliegen an.
Manchmal kann aber auch ein positiv erscheinendes Anliegen bei detaillierterer Betrachtung in einem anderen Licht erscheinen.

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Thomas de Maizière horstköhlert

Leider komme ich erst jetzt dazu, einen Beitrag zu kommentieren, den unser Verteidigungsminister Thomas de Maizière für die Ausgabe der Frankfurter Rundschau vom 21.11.2012 verfasste, doch ich denke, das dort Gesagte kann und darf nicht unkommentiert bleiben.

Erklärtes Ziel seines Beitrages war es, eine aus seiner Sicht unverzichtbare gesellschaftliche Diskussion über Verteidigungspolitik zu forcieren, doch das Vorzeichen unter dem er diese Debatte anregen will, scheint mehr als bedenklich.

Alleine schon die gewählte Diktion des Artikels von de Maizière sollte kritisch hinterfragt werden, denn er übernimmt Gedankenbilder aus einem Thesenpapier des NATO Defense College (NDC).

Bei dem NDC handelt es sich aber um eine Schule der NATO für Stabsoffiziere und Generäle und ob die, deren Handwerk der Krieg ist, tatsächlich die besten Berater für eine Verteidigungspolitik in Friedenszeiten sind, kann getrost bezweifelt werden, denn naturgemäß werden Militärs eine stärkere Präsenz des Militärischen in der Politik begrüßen.

So findet sich denn auch bei Thomas de Maizière der Satz:

„Als starkes Mitglied der internationalen Gemeinschaft wird Deutschland künftig häufiger gefragt werden, wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen- auch militärisch.“

„Verantwortung übernehmen“ erscheint mir hier allerdings als skandalöser Euphemismus, wenn es um die militärische Interventionen in fremden Ländern geht, welche oft unzählige Menschenleben fordern.

Ähnlich wie das Thesenpapier der NDC scheint auch de Maizière zu bedauern, dass der deutschen Bevölkerung das Kriegführen für wirtschaftliche Interessen zuwider ist. Er konstatiert Interessenwahrnehmung und insbesondere die Wahrnehmung wirtschaftlicher Interessen, sei in unserer Gesellschaft negativ besetzt.

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Nicht ganz so clever: Linksjugend zeigte Xavier Naidoo und Kool Savas an

Es ist wohl nicht zu leugnen:

Auf Ihrem Album „Gespaltene Persönlichkeit“ haben Xavier Naidoo und Kool Savas, die sich zusammen kurz „Xavas“ nennen, mit dem Hidden-Track „Wo sind“ einen ziemlich dämlichen Text verfasst.

Inhaltlich ergehen die beiden sich darin in einer Verschwörungsphantasie, nach der irgendwelche finsteren Geheimgesellschaften systematisch Jagd auf unschuldige Kinder machen um diese dann zu missbrauchen und abzuschlachten. Mit der Realität hat das natürlich recht wenig zu tun, doch Naidoo und Savas ergehen sich in einer gehörigen Portion „gerechten Zorns“ und phantasieren darüber, den Missetätern Arme und Beine abzuhacken und sie dann anal zu vergewaltigen. Am Ende des Liedes rufen sie nach Führern und starken Männern, die hier wohl endlich mal so richtig aufräumen sollen.

Als Gesamtkonzeption ist dieses Lied schon ziemlich beschissen und irgendwo auch ein Bisschen latent fascho, egal wie die Beiden sich das nun medial schönreden. Letztlich sind sie trotzdem in bester Gesellschaft. Egal ob Schauspieler, Politiker oder sonstiger Promi: Mit ein paar gepflegten Hasstiraden gegen Kinderschänder kann man sich quasi für lau eine Menge Sympathiepunkte beim Durchschnittbürger einsammeln.

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E rfolgreiche R ückversicherer G enießen O rgien

Human Centipede 3

Dass die Blöd-Zeitung bei jeder sich bietenden Gelegenheit laut „Skandal“ schreit, ist hinlänglich bekannt. Davon lebt diese Zeitung und wenn ihr einmal die Skandale ausgehen, dann erfindet sie sich auch gerne welche.
Es bräuchte doch nur mitten im Sommerloch der Hund irgendeines drittklassigen Politikers in eine Grünanlage zu defäkieren, von einem Blöd-Blockwart… pardon, Leserreporter… dabei fotografiert werden und schon würde das Blatt eine ganze Woche lang über „Häufchengate“ berichten.
Wenn es sich um einen Politiker der ungeliebten Linken handelte, hätte es sogar Chancen auf eine Titelstory.

Doch bei so manchem „Häufchengate“-analogen Vorgang stehen auch deutsche Leitmedien der Blöd in nichts nach.
Insbesondere wenn Sex im Spiel ist, ist natürlich auch das Interesse der Bevölkerung groß. Eigentlich hat es zwar meist keinerlei irgendwie geartete politische Bedeutung, wer mit wem in die Kiste steigt, aber irgendetwas Animalisches in uns will mehr wissen, am besten jedes Detail, um sich dann an der eigenen Empörung aufzugeilen oder an der eigenen Geilheit zu empören, je nach Standpunkt.
So ganz kann ich mich da nicht einmal ausnehmen, denn auch ich habe die Stories über die Bumstouren von Mitarbeitern der Ergo-Versicherung mit einem seltsamen und mir selbst kaum erklärlichen Interesse gelesen.

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Problem, libertarians?

Problem Libertarians

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Absurditäten: Google und das Wort “Jude”

Aktuell und vor allem wegen Bettina Wulff ist die Autovervollständigungsfunktion von Google derzeit in aller Munde.
Nach Googles eigener Auskunft basiert die Autovervollständigung von Google auf den tatsächlichen Suchbegriffen der User. Wenn also nur genug User nach den Begriffen „Bettina Wulff Prostituierte“ suchen, spuckt die Autovervollständigung diesen Begriff irgendwann auch als vorgeschlagenen Suchbegriff aus.
So weit dürfte das jetzt einem aufmerksamen Zeitungsleser nichts Neues sein.
Allgemein bekannt ist auch, dass Google sich vorbehält bestimmte Suchbegriffe auszufiltern, wenn sie beleidigend, rassistisch, pornographisch u.s.w. sind.
Wenn ich die Buchstaben „Nigg“ eingebe, so vervollständigt Google zu „Niggemeier“, „Niggemann“, „Niggeloh“ und „Niggemeyer“. Wenn ich „Fot“ eingebe, so kommen zum Beispiel „Fotomac“ und „Fotobuch“, wenn ich dann allerdings „Fotz“ daraus mache, so werden keine Suchbegriffe mehr angeboten. Ähnliches trifft auf die Buchstabenkombination „Arsc“ zu.
Irgendwie ist das ja auch nachvollziehbar.

Doch seit wann ist das Wort „Jude“ denn anstößig?

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Wider die „deutsche Leitkultur“: Warum Juden und Muslime gerade in Deutschland zusammenhalten sollten

Als Dieter Graumann, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, einen Appell an die Verbände der Muslime richtete, sich aktiv gegen Judenfeindlichkeit einzusetzen, konterte der Vorsitzende des Koordinierungsrates der Muslime reichlich verschnupft, man habe keine Lehrstunde nötig.

Ich persönlich finde die Reaktion von Herrn Kizilkaya sehr bedauerlich. Denn ich habe in persönlichen Gesprächen mit Muslimen leider oft erlebt, dass durchaus gewisse Vorbehalte gegen das Judentum oder den Staat Israel unter vielen hier lebenden Muslimen bestehen.
Dies reichte von dem beiläufigen Gebrauch des Wortes „Jude“ als Schimpfwort, um einen geizigen oder unehrlichen Menschen zu bezeichnen, über Theorien, dass die amerikanische Regierung/ die Banken/ Hollywood von geheimen jüdischen Zirkeln gelenkt würden, bis hin zu der Aussage, man habe nichts gegen jüdische Menschen, aber die Juden sollten den Palästinensern trotzdem das „geraubte Land“ zurückgeben.

Die Muslime, von denen diese Aussagen stammten, habe ich in anderen Zusammenhängen durchaus als aufgeklärte und tolerante Menschen kennengelernt, so dass mich das Gesagte umso mehr befremdete.
Zum Glück bin ich nicht auf den Mund gefallen und konnte in solchen Fällen mein Gegenüber meist durch überlegtes Argumentieren wenigstens zu einem Überdenken seiner Positionen bringen. Eines nämlich hatten fast alle Muslime, mit denen ich diskutierte gemeinsam: Sie waren rationalen Argumenten gegenüber aufgeschlossen.
Trotzdem blieb in mir das Gefühl, es mit einem durchaus fundamentalen Problem zu tun zu haben, das gewiss nicht kleiner wird, wenn man es leugnet.

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Getestet und scheiße gefunden: Nationale Liedermacher

Ich muss es gestehen: Manchmal ist mein Musikgeschmack etwas altbacken.
Ich liebe alte Männer, die sich alleine mit einer Klampfe auf die Bühne stellen und vom Wandern oder der Politik singen.

Hannes Waders „Heute hier morgen dort“ kann ich (glaube ich) immer noch auswendig und wenn die Nacht spät aber ich noch nicht müde bin, lande ich oft bei der Musik von Franz Josef Degenhardt.

Auch Funny van Dannen finde ich toll, sowie Götz Widmann und manchmal sogar Reinhard Mey.
Kurzum, ich mag deutsche Liedermacher, einfach weil ich ihre scharfsinnigen Texte meist gut durchdacht und gereimt finde und ihre Melodien mir ins Ohr gehen.

Außerdem macht es viel mehr Spaß am Ende einer Party mit geschätzten 2,2 Promille zu versuchen „Es liegen drei glänzende Kugeln“ zu singen als „Ich hab ein knallrotes Gummiboot“ oder den „Anton aus Tirol“.

Inzwischen ist es halt so, dass die Nazis, aus Mangel an eigenen Ideen und weil die wenigen eigenen Konzepte so schrecklich unattraktiv sind, den Linken alles nachmachen. Autonome Nationalisten kleiden sich wie die Antifa und rechte Think-Tanks versuchen, Rechtsradikale zu einer unterdrückten Minderheit zu stilisieren.
Auch ihre Gegner als Nazis zu beschimpfen haben die Nazis inzwischen gelernt, indem sie Linke gerne als „Linksfaschisten“ bezeichnen.

Kein Wunder also, dass die Nazis jetzt auch ihre eigenen Liedermacher haben. Aus Mangel an intelligentem Personal auf Naziseite müssen diese auch Multitaskingfähigkeit beweisen und gleichzeitig noch bei Wahlen für die NPD antreten.

Irgendwie wollte ich mir das einmal antun und sah mir ein paar Youtube-Videos von ein paar besonders kapitalen Exemplaren der Gattung „nationale Liedermacher“ an.
Dass ich ihre politischen Überzeugungen scheiße finden würde, war mir dabei ohnehin schon klar.
Doch wer weiß? Vielleicht könnten sie ja wenigstens eingängige Melodien haben?
Oder vielleicht würden sie einen cleveren Spruch bringen, der zwar daneben und rassistisch ist, einen aber doch auf irgendeine perverse Art zum Schmunzeln bringt?

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eigentümlich frei- Ein stramm rechtes Gesinnungsblatt mit libertärem Anteil

Heute den 20.08.2012 endet eine Werbeaktion der monatlich erscheinenden Zeitschrift mit dem Namen „eigentümlich frei“.
Diese wurde an exponierter Stelle in zahlreichen Bahnhofskiosken ausgelegt, um dort laut Eigenwerbung der Online-Präsenz von eigentümlich frei „in luftig plexigläsernen Ständern“ den Reisenden ins Auge zu springen.

Dies ist insofern beachtenswert, als das Blatt und auch das dazugehörige Blog unter einem libertären Deckmantel klar rechte Positionen bezieht und auch nicht davor zurückschreckt, im Dienste seiner Sache Nazis argumentativ zu legitimieren.

Vordergründig gibt das Blatt vor, unbedingt für Meinungsfreiheit einzutreten, doch beim Lesen von ein paar Artikeln muss es einem dann doch so vorkommen, als solle die propagierte Meinungsfreiheit zwar für astreine Nazi-Faschisten gelten, nicht jedoch für Linke, die dort auch gerne als „Linksfaschisten“ diffamiert werden.

Überhaupt scheint eigentümlich frei in Bezug darauf, was Meinungsfreiheit sei und was nicht, recht schizophrene Ansichten zu vertreten:
So zeigt sich André F. Lichtschlag, Chefredakteur von eigentümlich frei, in einem aktuellen Artikel sehr begeistert von Wladimir Putin, der ja nicht gerade der größte lebende Verfechter von Meinungsfreiheit ist, wobei er allerdings kritisiert, dass Putin den Sozialstaat und die Krankenversicherung ausgebaut habe, was „weniger gut“ sei.
Trotzdem werden im Online-Shop weiterhin T-Shirts mit einem Konterfei Putins und dem Schriftzug „Russian Capitalism“ verkauft.

Die Meinungsfreiheit der Band „Pussy Riot“ wird hingegen von dem Autor, der nach eigenem Selbstverständnis kompromisslos für das freie Wort eintreten will, mit dem Hinweis weggewischt, deren Handeln wäre auch in Deutschland verboten gewesen, wobei er geflissentlich zu erwähnen vergisst, dass in Deutschland (wenn überhaupt) allenfalls eine Geldstrafe wegen Hausfriedensbruchs oder wegen Störung der Religionsausübung nach § 167 StGB herausgekommen wäre und nicht drei Jahre Straflager.

Aber “Pussy Riot” passen nun einmal nicht in das Weltbild von eigentümlich frei, anders als der Volksverhetzer und Holocaustleugner Horst Mahler.

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Die schleichende Aushöhlung der antimilitaristischen Prinzipien des Grundgesetzes

Das Grundgesetz ist unzweifelhaft zu wesentlichen Teilen ein Produkt der deutschen Erfahrungen durch zwei Weltkriege und die Schrecken der Nazi-Diktatur. Insofern war es bei seiner Verfassung beabsichtigt und gewünscht, dass das Grundgesetz (möglichst für alle Zeiten) verhindern sollte, dass sich das deutsche Militär jemals wieder an einem Angriffskrieg beteiligt oder gegen die eigene Zivilbevölkerung eingesetzt würde.

Dieser grundlegende Verfassungsgedanke scheint inzwischen kaum noch eine Rolle zu spielen.
Die Bundeswehr beteiligt sich, seitdem 1995 deutsche ECR-Tornados zum Einsatz in Bosnien starteten, regelmäßig an militärischen Missionen im Ausland.
Erinnern wir uns einmal zurück, was es damals für Bedenken und Proteste gab.
Heute hingegen gehört es zur Normalität, dass man Nachrichten darüber bekommt, wie deutsche Bodentruppen in blutige Gefechte in Afghanistan verwickelt sind und zwar mit Verlusten bei eigenen Soldaten, gegnerischen Kombattanten und Zivilisten.

Der Aufschrei darüber hält sich mittlerweile in Grenzen, es ist also eine Art von Gewöhnung eingetreten, welche sich sowohl in dem zynischen Satz des SPD-Politikers und ehemaligen Verteidigungsministers Peter Struck die Sicherheit Deutschlands werde auch am Hindukusch verteidigt manifestierte, als auch in den Äußerungen des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler, die Deutschen müssten sich darauf einstellen, künftig ihre wirtschaftlichen Interessen auch im Ausland militärisch zu verteidigen.
Wenigstens im Falle von Horst Köhler reagierte das sonst recht eingelullte öffentliche Bewusstsein allerdings noch, so dass dieser auf starken medialen Druck hin seinen Hut nahm. Doch scheint mir auch dies eher ein letztes schwaches Aufbäumen einer Bevölkerung zu sein, die ihre schleichende Militarisierung sonst eher schulterzuckend hinnimmt.

Meine Mutter sprach damals, als die Tornado-Einsätze durch die Medien gingen, von Salamitaktik und ein treffenderes Wort konnte sie kaum finden.

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Am I a fucking hipster?

Pony Pic
Neulich fragte mich ein Kumpel, was ich von sogenannten Hipstern halte. Er fand diese Leute ganz schlimm ablehnungswürdig, denn sie seien nervtötend, versnobt und außerdem sei ihr Klamottenstil so was von Oberscheiße das gäbe es gar nicht.

Ich fand das interessant, da ich mich mit dem Thema der Hipster bis dahin nicht ernsthaft beschäftigt hatte, wenngleich ich irgendwie am Rande mitbekommen hatte, dass es wieder Personen gibt, die sich so nennen, beziehungsweise von den Medien so bezeichnet werden.

Ich hatte auch ein ungefähres Bild vor Augen:
So ein Typ, der ein T-Shirt von irgendeiner unbekannten britischen Rockband zusammen mit einem Nadelstreifen-Sacko trägt, einen Hut aufhat wie Pete Doherty und dazu eine Brille mit möglichst breitem schwarzem Gestell. Ein Dreitagebart gehörte auch irgendwie zu diesem Bild oder aber vielleicht Kotletten.
Ich stellte mir eine Person vor, die früher regelmäßiger Neon-Leser war, sich dafür aber jetzt ein Bisschen zu erwachsen fühlt, ohne allerdings eine Familie gegründet zu haben und auf Nido (falls es das noch gibt) umgestiegen zu sein.

Was könnte so eine Person sonst lesen, fragte ich mich und dachte sofort an Spex, das Magazin für Popkultur und dazu vielleicht noch etwas Politisches; die taz würde passen. Schließlich ist es ja auch irgendwie ein Statement in der U-Bahn taz zu lesen.

Naja… dachte ich mir da… ein Hipster bin ich wohl nicht, obwohl ich auch irgendwie nicht verstand, was an diesen Leuten so schlimm sein soll. Wenigstens kann man sich mit diesen Leuten auf einer Party über etwas Anderes unterhalten, als den neuen Spiderman/Batman/Wasweisichwasman-Film.

Doch um sicher zu sein, konnte es nur einen Weg geben: Ich musste feminin gehen.

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Gedanken zum Fall Drygalla

In den letzten Tagen sind die deutschen Zeitungen voll von einem Bild:

Eine junge Frau mit wasserstoffblondierten Haaren, mit dem Gesicht eines schüchternen Mädchens blickt traurig zu Boden. Daneben finden sich auch andere Bilder der gleichen Frau in einem Sportlerdress mit Schultern wie ein Bauarbeiter, doch auch hier der ernste, gesenkte Blick.

Ein Bisschen Mitleid könnte ich da schon bekommen, selbst wenn mich manche Kontrahenten in Diskussionen schon als zynisches und empathieloses Monster bezeichnet haben.

Und ja, ich gebe es zu: Nadja Drygalla tut mir leid… irgendwie.

Nun wird diese junge Frau, deren Oberarme eventuell größer sind als ihr Intellekt und die nichts anderes wollte, als ihr Land bei der Olympiade zu vertreten, derart in einem negativen Kontext durch die Medien gezogen, dass ihr nicht nur ihre Olympiaträume versagt wurden, sondern sie auch ihr gesamtes künftiges Leben keinen vernünftigen Job mehr bekommen wird.

Das ist schon irgendwie hart.

Schließlich wurden ja nicht einmal ihr selbst Verbindungen in rechtsextreme Kreise nachgewiesen, sondern lediglich ihrem Freund. „Die Sippenhaft ist abgeschafft!“ möchte man da in lautem Protest dazwischenrufen.

Aber diesen Zwischenruf tätigen ja (leider) andere schon.

Für Deutschlands rechtskonservative bis rechtsextreme Bloggerszene ist der Fall nämlich klar: Es findet eine Hexenjagd statt, die von sogenannten „linken Gutmenschen“ betrieben wird, die vor keiner bösartigen Diffamierung gegen ihren politischen Gegner zurückschrecken.
Diese Blogs benutzen die Debatte als Vehikel, den doch glücklicherweise noch weitgehend vorhandenen öffentlichen Konsens der Ächtung rechtsradikalen Gedankengutes weiter zu unterhöhlen, wobei diese Unterhöhlung an vielen Stellen schon weit vorangeschritten ist.

Da ich persönlich allerdings wenig von Deutschlands rechtskonservativer bis rechtsextremer Bloggerszene halte, brachte mich dies dazu, mein Mitleid mit Frau Drygalla in dieser Sache noch einmal kritisch zu prüfen und dies führte mich zu der Frage:
Wie wahrscheinlich ist es, dass eine Frau, die jahrelang Leben und Bett mit einem Rechtsradikalen teilt, dessen Einstellungen missbilligt?

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Fünf Ringe uns zu knechten

Olympia Nein Danke

Ein großer Vorteil, den demokratische Systeme gegenüber Militärdiktaturen haben, ist dass sich das Militär in einer Demokratie eben nicht alles gegenüber den Bürgern herausnehmen kann. Das Militär kann beispielsweise nicht einfach mit dem Schützenpanzer durch das Geranienbeet eines unbescholtenten Bürgers walzen und natürlich muss auch niemand in Friedenszeiten eine Flugabwehrraketenstellung auf seinem heimischen Dach dulden.
Dies sollte in einer Demokratie so selbstverständlich sein, dass Verantwortliche aus Politik und Militär niemals auf eine derart abwegige Idee kommen könnten.

Doch wenn irgendwo ein sportliches Großereignis ist, an dem erhebliche wirtschaftliche und nationale Prestigeinteressen hängen, dann scheinen selbst die elementarsten Bürgerrechte zweitrangig zu werden.

Es ist ja bekannt:
Wann immer eine Fußballmeisterschaft (Welt- oder Europa) oder Olympische Spiele in einer Diktatur ausgetragen werden, wird die Diktatur noch ein Wenig diktatorischer. Regimegegner werden vorher noch schnell eingeschüchtert oder schlimmer noch „verschwinden lassen“ und die Meinungsfreiheit wird stärker eingeschränkt, als zuvor.
So war es ja auch während der letzten Olympischen Spiele in China.

Doch wie man sieht, nehmen auch Demokratien unter der Herrschaft von König Sport diktatorische Züge an und vielen Londoner Bürgern dürfte die Freude an Olympia jetzt schon vergangen sein, nachdem ihre Stadt dafür in einen skurrilen Belagerungszustand versetzt wurde, der die übersteigerte Mobilisierung von Sicherheitskräften in Frankfurt zu den Blockupy-Protesten wie eine harmlose Kindergartenveranstaltung aussehen lässt.

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Gedanken zum Nüchternheitswahn

Die Forderungen nach Verschärfungen von Alkohol- und Rauchverboten werden in der Politik mit immer höherer Frequenz auf den Tisch gebracht und diesbezüglich restriktive Gesetzesvorschläge finden Anklang quer durch Parteien und Gesellschaftsschichten.

Und tatsächlich gibt es für solche Verbote durchaus auch nicht von der Hand zu weisende Gründe. Die Schäden, die durch Alkohol und Tabak angerichtet werden, sind messbar und schlagen sich in Statistiken und medizinischen Studien nieder.

Wer raucht und säuft, hat ein höheres Risiko schwere Krankheiten zu erleiden, früher zu sterben oder in prekäre soziale und wirtschaftliche Lagen zu kommen.

Es brennt

Die reinen Zahlen und Fakten sprechen also für die Verbote und gegen den freien Rausch.
Doch trotzdem kann ich mich mit diesen Verboten nicht anfreunden und das nicht nur, weil ich selbst ein Mensch bin, der dem Rausch nicht grundsätzlich abgeneigt ist.
Ich stelle mir auch die Frage, in wie weit menschliches Verhalten in seinem persönlichen Bereich Gegenstand der Gesetzgebung sein sollte und ich denke, an diesem Punkt kommen wir langsam an die Grenze des Erträglichen.

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Über Beschneidungen, Impfungen, angelegte Ohren und Zahnspangen

Das Kölner Urteil, welches die religiös motivierte Beschneidung eines Jungen zum widerrechtlichen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit erklärte, wird aktuell viel diskutiert, wobei diese Diskussion teils ins Polemische und Unsachliche abgleitet, wie dies oft der Fall ist, wenn in unserer Zeit über Konflikte zwischen der Religionsfreiheit und anderen Grundrechten diskutiert wird.
Doch es gibt noch einen anderen und ebenso grundrechtsrelevanten Aspekt wie die Religionsfreiheit, der in dieser Diskussion massiv tangiert ist und der in der allgemeinen Aufregung sträflich vernachlässigt wird.

Dieser ergibt sich aus Artikel 6 Abs. 2 Satz 1 des Grundgesetzes:
„Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“

Pflege und Erziehung der Kinder umfassen sowohl deren religiöse Erziehung als auch die Gesundheitsfürsorge.

In unserer Bundesrepublik geht dieses Recht der Eltern, die Gesundheitsfürsorge ihrer Kinder eigenverantwortlich zu regeln durchaus weit, was ich in einem freien und demokratischen Rechtsstaat auch notwendig finde.

Ich beispielsweise wollte nicht, dass der Staat meinen Kindern eine Schweinegrippeimpfung zwingend vorschreiben könnte, weil gerade ein Überhang an Impfstoff vorhanden ist, der sonst verderben würde.

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GEMA weg!

Keine Macht der GEMA

Eine Organisation, die zumindest in ihrer jetzigen Verfasstheit ein weitgehendes Produkt der Nazizeit ist, treibt heute noch ihr Unwesen.

Die Rede ist von der GEMA, der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, die ihre staatlich abgesicherte und seitdem nicht mehr angetastete Monopolstellung, damals noch unter dem Namen STAGMA, am 28. September 1933, also recht kurz nach Hitlers Machtergreifung erhielt.
Nach der Befreiung Deutschlands vom Faschismus setzte die STAGMA ihre Arbeit fort, seit 1947 unter der Bezeichnung GEMA.

Doch auch ihre Nachkriegsgeschichte wurde von ehemaligen kulturpolitischen Akteuren der Nazizeit stark beeinflusst. Im Jahre 1950 übernahm der ehemalige Nazi-Komponist Werner Egk den Vorsitz des Aufsichtsrates der GEMA.

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Warum David Graeber und ich keine Freunde werden

Um es wieder einmal zu betonen: Ich sehe mich als Linken.

Meine politische Position würde ich irgendwo zwischen einer echten (!) Sozialdemokratie und einem demokratischen Sozialismus einordnen. In meinen gesellschaftspolitischen Überzeugungen vertrete ich dabei eine relativ klassisch linksliberale Position, die dem Individuum weitestmögliche Freiheit in eigenen Belangen einräumen möchte (z.B. bei der Frage des Rauschmittelkonsums oder bei der Frage der Gleichberechtigung nicht-heterosexueller Lebensmodelle).

Hinzu kommt meine ausgeprägte Sympathie für weite Teile der linken Szene, die ich für ihre Toleranz gegenüber Andersdenkenden, anders Aussehenden und anders Seienden sehr schätze. Auch an den Stellen, an denen die linke Szene sich intolerant verhält, teile ich deren Standpunkte, insbesondere dahingehend, dass Gewaltideologien und Intoleranz (Rassismus, Sexismus, Homophobie u.s.w.) eben nicht tolerierbar sind.
Meine Freunde würde ich ebenfalls weitestgehend politisch links einordnen.

In diesem Sinne fühle ich mich linker Politik und ihren Akteuren auch emotional verbunden. Umso mehr schmerzt mich daher, dass linke Ideen allgegenwärtig auf dem Rückmarsch sind und die Szene selbst zwischen Zerstrittenheit und Ideenlosigkeit schwankt.
Im Mainstream wird linke Politik stets als „gut gemeint aber unrealistisch“ verworfen und die Linken selbst tun meines Erachtens ihr bestes, diesen schlechten Eindruck wieder und wieder zu bestätigen.
Von Freunden wurden mir zu genau dieser Problematik die Werke des amerikanischen Ethnologen und Occupy-Aktivisten David Graeber empfohlen, einem Mann, der zur Zeit medial auch in Deutschland recht große Beachtung findet.
Ich kaufte mir also sein kurzweiliges Büchlein „Kampf dem Kamikaze-Kapitalismus“, doch was ich darin fand war mitnichten die Lösung der gegenwärtigen Krise linken Denkens, sondern vielmehr ein Substrat der naiv-utopistischen Ansprüche und realitätsuntauglichen Erklärungsmuster, die ursächlich für diese sind.

Dies beginnt alleine schon mit seiner Definition davon, wer links oder rechts sei:

„Die Rechte ist in einer politischen Ontologie der Gewalt verwurzelt, in der realistisch zu sein heißt, dass zerstörerische Kräfte stets einkalkuliert werden müssen. Im Gegenzug dazu hat die Linke kontinuierlich Variationen über eine politische Ontologie der Imagination entworfen.“

Diese Definition teile ich ganz entschieden nicht und ich bin auch nicht gewillt, so lange ich noch denken und schreiben kann, einer derartigen Missdeutung kampflos die Deutungshoheit darüber zu überlassen, wer sich links nennen darf.

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Libertarismus bei Ayn Rand und Ron Paul- Gegenargumente

Um den Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses Ron Paul ist es in deutschen Medien inzwischen wieder recht still geworden, seit sich deutlich abzeichnete, dass er in der Konkurrenz um die Rolle des republikanischen Kandidaten für das Präsidentenamt gegen Mitt Romney wohl eher chancenlos ist.
Trotzdem genießt er auch in Deutschland mit seinen politischen Ansichten weiterhin ein großes Interesse, insbesondere innerhalb der netzaffinen Subkultur. Auf Image-Boards wie 4chan.org lässt sich die ungeheure Anzahl der Ron-Paul-Supporter-Threads kaum fassen.

Tatsächlich hat Ron Paul Ansätze, die auch einem überzeugten Linken durchaus sympathisch sein können, zum Beispiel was seine Positionen zu Legalisierung von Marihuana, persönliche Freiheit im Internet oder die Abschaffung des unseligen Patriot Acts betrifft. Jedoch vertritt Ron Paul, wohl auch aufgrund von Konzessionen an seine konservativen Verbündeten innerhalb der Tea-Party-Bewegung, teils eher konservative bis rechte Positionen.
In der Frage der Legalität von Schwangerschaftsabbrüchen bezeichnete er sich als „Pro-Life“ (also als Abtreibungsgegner).
In Bezug auf die gleichberechtigte Heirat von Nicht-Hetero-Personen vollführte er einen Eiertanz, in dem er sich regelmäßig neu und konträr zu seinen früheren Ansichten positionierte. Letztlich lief es bei ihm darauf hinaus, dass die Bundesstaaten ihre eigenen Gesetze zu dieser Frage ohne Beeinflussung des Bundes erlassen sollten, wodurch er sich vor einer substantiellen Beantwortung der Frage drückte.

Zitate:

I am supportive of all voluntary associations and people can call it whatever they want.

Like the majority of Iowans, I believe that marriage is between one man and one woman and must be protected.

Liberal social engineers who wish to use federal government power to redefine marriage will be able to point to the constitutional marriage amendment as proof that the definition of marriage is indeed a federal matter! I am unwilling either to cede to federal courts the authority to redefine marriage, or to deny a state’s ability to preserve the traditional definition of marriage.

Insgesamt wird Ron Paul weithin als paläolibertär eingeordnet, also als jemand, der libertäre Wirtschaftspolitik mit Teilen konservativer Gesellschaftspolitik verbindet.
Deutlich und unbestritten ist jedenfalls seine grundsätzliche Ablehnung des Sozialstaatskonzeptes.
An diesem Punkt verfolgt er den libertären Ansatz, in dem er stark von den Positionen der russischstämmigen US-Autorin (manche nennen sie auch „Philosophin“- so weit würde ich allerdings nicht gehen) Ayn Rand beeinflusst ist, auch wenn Vertreter ihrer “reinen Lehre” ihn inzwischen als eine Art Verräter brandmarken.

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Eine Gratulation an Boris Rhein

-SATIREWARNUNG: Bei diesem Artikel handelt es sich um eine geschmacklose Satire, in der völlig frei erfundene Spekulationen über das Privatleben von Boris Rhein angestellt werden. Nichts davon beruht auf tatsächlichen Fakten. Empfindsamen Gemütern wird grundsätzlich davon abgeraten, Satiren von Florian K. zu lesen.-

Lieber Boris Rhein,

vielleicht glaubst Du, mich nicht zu kennen, aber lass Dir von mir sagen, dass ich Dein begeisterter Anhänger bin.
Deshalb habe ich beschlossen, Dir zu diesem, Deinem besonderen Jubiläum zu gratulieren!

Vielleicht kann ich mit diesem Text sogar ein paar Leuten zeigen, dass Du garnicht dieser rolandkochoide Unsympath bist, für den Dich alle halten, sondern sich hinter der Fassade Deines großkotzigen Machtgehabes in Wirklichkeit ein sensibles und verletztes Seelchen versteckt.

Weit hast Du es ja schon gebracht und das in noch recht jungen Jahren. Das hast Du schon richtig gemacht, genau wie Gerhard Schröder oder Roland Koch. Erst in der Politik den dicken Zampano machen und sich dadurch dann für einen lukrativen Job in der Wirtschaft empfehlen, das ist Karriereplanung für Gewinner! Selbst wenn Du fällst, fällst Du weich. Dich wird man nicht auf Hartz-IV wiederfinden. Dazu hast Du einfach zu einflussreiche Freunde und das ist ja auch schön so.
Sollen die ganzen Neider doch schimpfen. Was kannst denn Du dafür, dass die ganzen linken Taugenichtse nicht so tolle Kontakte haben? Schließlich sind gute Kontakte eine alte Tradition der CDU und davon haben auch andere große Staatsmänner bereits profitiert, man denke nur einmal an den Kanzler der Einheit, Helmut Kohl, oder an den letzten Bundespräsidenten, Christian Wulff.
Wer wollte schon in einer Welt leben, in der man nicht wenigstens ein Bisschen „Bimbes“ von seinen Freunden aus der Wirtschaft einstecken kann? Ganz unverbindlich versteht sich.

Und wer könnte es denn besser wissen als Du, dass Du es verdient hast?
Musstest Du damals in der Schule nicht den ganzen Spott Deiner Klassenkameraden ertragen? Dabei wolltest Du doch bloß höflich sein, wenn Du dem Lehrer immer mit den Worten „nach Ihnen, Herr Lehrer“ die Türe aufgehalten und dabei einen artigen Diener gemacht hast.
„Streber“ haben sie Dich damals genannt und „Brillenschlange“. In der Pubertät warst Du eine Zeit lang nur die „Pickelfresse“. Spottlieder haben sie über Dich gesungen. „Rhein-Schwein! Rhein-Schwein! Flieg nicht in den Main rein!“ klingt es noch heute in Deinen Ohren.
Aber das war doch nichts als blanker Neid!

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Was DIE LINKE außer Pipi noch so macht

Sarah Wagenknecht muss Pipi

Über die Partei DIE LINKE und ihre Politiker wird in deutschen Mainstream-Medien gerne und viel geschrieben. Umfangreich setzte man sich mit einer mutmaßlichen Liebesaffäre von Oskar Lafontaine und Sarah Wagenknecht auseinander. Auch die peinlichen antiisraelischen Ausfälle des Duisburger Kreisverbandes der Linken oder die Grußadresse an Kubas greisen Diktator und ehemaligen Revolutionshelden Fidel Castro führten zu breiten, negativen Medienreaktionen.

Bei Letzterem echauffierten sich auch all jene nach Kräften, die sonst überhaupt nichts dabei finden, wenn deutsche Politiker sich mit Repräsentanten von Diktaturen aller Art an einen Tisch setzen oder ihnen Grußbotschaften schreiben. Schließlich dient es ja deutschen Wirtschaftsinteressen, wenn eine Bundesregierung gute Beziehungen zum Beispiel zu China oder Saudi-Arabien unterhält.

Bei der Linken hingegen wird genauer nachgeschaut und ein gänzlich anderer Maßstab angesetzt.
Hier können sogar die natürlichen Bedürfnisse einer Politikerin für Schlagzeilen sorgen. So titelte die BILD gestern „Sahra Wagenknechts seltsamer Pipi-Stopp“ und berichtete (in der Frankfurter Printausgabe sogar recht ausführlich) über eine Pinkel-Pause, die Sarah Wagenknecht auf dem Weg zu den Blockupy-Protesten bei einem italienischen Restaurant im Grüneburgweg einlegte.
Über mangelndes mediales Interesse kann sich DIE LINKE offenbar nicht beklagen.

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Stell Dir vor es ist Demo und keiner geht hin

Weder war ich bei den Blockupy-Protesten, noch werde ich zu diesen Protesten gehen oder sie unterstützen. Warum?
Es ist gewiss nicht, weil ich ein Gegner dieser Proteste wäre.

Vielmehr ist es doch so:
Wir haben ein massives und inszeniertes Bedrohungsszenario. Die Blöd-Zeitung gibt seit Tagen Tips, wie man sich zu verhalten hat, wenn die „Chaoten“ kommen. Geschäftsleute verbarrikadierten medienwirksam ihre Fenster. Die U5 fährt am Willy-Brandt-Platz vorbei. Dem Living gehen Umsätze verloren. Banker bekamen einen freien Tag geschenkt. Es heißt, sogar die Badenia-Burschen, die heute gefeiert haben, hätten Unannehmlichkeiten aufgrund der verstärkten Sicherheitsmaßnahmen in Kauf nehmen müssen.
Es fehlte nur noch ein offizieller Aufruf an die Bürger zum sofortigen Aufbau von Notvorräten an Lebensmitteln und Schrotflintenmunition.
Und es gibt ein riesiges Polizeiaufgebot. Unsere hochgerüsteten Steuergelder stehen an menschenleeren Barrikaden und langweilen sich.

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Der Neue bei der Blöd-Zeitung

- Hinweis: Dieser Artikel ist eine reine satirische Überspitzung und gibt keine tatsächlichen Gespräche wieder. Bei dem Chefredakteur der fiktiven Blöd-Zeitung handelt es sich nicht um eine real existierende Person-

Der junge, aufstrebende Journalist A. wollte eigentlich nie bei Blöd arbeiten. Doch man muss sehen wo man bleibt und schließlich ist die Blöd-Zeitung ja auch unbestreitbar eine der ganz großen der Branche. Ein geeignetes Sprungbrett sozusagen.
Außerdem war es nun mal die Blöd, die ihm keine Absage auf seine Bewerbung geschickt hat. Jetzt war er also da.
Und er hatte seine erste große Story. „Blöd kämpft für Sie!“.
Die Tante der 16-jährigen Moneereh S. hatte sich in ihrer Verzweiflung an Blöd gewandt. Moneereh S. sollte nämlich abgeschoben werden.
Da der junge Journalist A. nicht so genau wusste, wie er die Story aufziehen soll, fragte er den Chefredakteur nach seinem weisen Ratschlag.
Mit einem väterlich-jovialen Schulterklopfen machte dieser sich daran, dem Jungspund zu erklären, wo der Hase im Pfeffer liegt und der Hund begraben ist.

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Bild-Hetze gegen Hartz-IV-Empfänger

Manchmal schafft es sogar die Bild-Zeitung sich noch selbst zu unterbieten und heute war einer dieser Tage.
Unter der reißerischen Überschrift „Hartz-IV-Sauerei!“ blies die Bild-Zeitung zum kollektiven Empörungs-Angriff auf die Hartz-IV-Empfänger. Hierbei entblödete sie sich nicht einmal, den doch recht verstaubten Kampfbegriff des „Drückebergers“ aus der Mottenkiste zu holen.

Hintergrund des Artikels war die Bilanz der Bundesagentur für Arbeit, nach der im vergangenen Jahr mehr finanzielle Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger erhoben worden seien, als jemals zuvor. Insgesamt sollen dies laut Bild 912.000 Fälle gewesen sein.
Doch handelte es sich hierbei wirklich um Trickser und Sozialbetrüger, wie die Bild-Zeitung mit ihren reißerischen Unter-Überschriften suggerieren wollte?
Dies widerlegt Bild in der Hoffnung darauf, dass ihre Leser zu blöd seien, auch den unter einer Überschrift stehenden Artikel zu lesen, selbst wieder.

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Weil´s gerade in ist: Ein Nicht-Gedicht über Israel

Im vollen Bewusstsein meiner wahrhaft schweren Aufgabe und der Verantwortung, die ich trage, der Welt zu sagen was gut und richtig ist, verfasste ich, von quälenden Selbstzweifeln zerfressen, diese Zeilen. Zuvor möchte ich bemerken: Der folgende Text ist KEIN GEDICHT! Wer nun beabsichtigt, diesen Text als Gedicht misszuverstehen, weil heute jeder über seine dahingekritzelten Pamphlete [...]

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Neue Weltordnung? Weltregierung? Gedanken aus einer Diskussion unter Freunden

drei planeten
Bild: roland-rafael-repczuk.de
Neulich saß ich bei einem Bekannten und traf dort einen alten Freund wieder, von dem ich lange nichts gehört hatte. Nach kurzer Zeit stellten wir fest, dass er sich inzwischen auch für Politik interessierte, was früher nie so sein Thema war.
Zu meinem Leidwesen stellte ich schnell fest, dass er beim Gewinn seiner politischen Informationen an sogenannte „alternative“ Medien offensichtlich wesentlich geringere Ansprüche stellte, als an die Mainstream-Medien, was dazu führte, dass er eine Tendenz hatte, an offiziellen Versionen zum Beispiel zu 9/11 oder dem Klimawandel stark zu zweifeln, gleichzeitig aber „alternativen Medien“ auch eher aberwitzige Geschichten abkaufte.

Da wir uns im Gespräch trotz grundlegend unterschiedlicher Auffassungen mit Respekt behandelten, entspann sich daraus eine interessante Diskussion, in der es sehr schnell auf Kernthemen unserer Welt- und Politikbilder kam.
Ich versuche hier ein paar Eindrücke aus dieser Diskussion wiederzugeben, wobei ich zugeben muss, dass ich seine Position wahrscheinlich etwas verkürzend darstelle, da mir meine eigenen gegensätzlichen Argumente naturgemäß selbst plausibler erscheinen.

Natürlich ist es nicht möglich eine Diskussion, die insgesamt fast vier Stunden dauerte, hier auch nur ansatzweise vollständig wiederzugeben.

Doch weil es interessant war und mich tagelang beschäftigte, möchte ich hier doch ein paar Gedanken aufschreiben.
Die Grundfragen unserer Diskussion waren:

- Ist Globalisierung in erster Linie positiv oder negativ zu beurteilen?
- Welchen Stellenwert haben multinationale Organisationen, wie die UN oder die EU?
- Wäre eine Weltregierung eine positive Utopie oder eine Horrorvision?

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Jean-Pierre Mbange und die 99%

Die Eltern des 16jährigen Jean-Pierre Mbange hatten beschlossen, ihren Sohn in die Hauptstadt Libreville arbeiten zu schicken. Das bisschen Land, das die Familie bewirtschaftete, reichte einfach nicht aus um alle sattzukriegen. Sie rechneten sich gute Chancen aus, dass er einen Job finden würde, denn im Gegensatz zu ihnen hatte er ein paar Jahre die Schule [...]

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Hunger in Frankfurt- Ein persönliches Erlebnis

Mititei2

Neulich las ich mal wieder einen Text über die Prekarisierung der Lebensverhältnisse in den finanziell schlechter gestellten Gesellschaftsschichten. Es ging um die unsichtbare Armut in unseren Städten, von der die wachsende Zahl dünner Gestalten, die um die Häuser zieht und die Mülleimer nach Flaschenpfand durchsucht, nur die kleine Spitze des Eisberges ist.

Dabei musste ich an eine Begebenheit denken, die ich selbst hier in Frankfurt (um genau zu sein, in Bornheim) erlebt habe:
Ich hatte einmal von den Eltern meiner Verlobten gefrorene Mititei aus Lammhackfleisch bekommen. Es waren ziemlich viele und so konnte ich sie nicht alle essen und habe sie eingefroren. Leider haben wir irgendwann einmal die Tür der Gefriertruhe nicht zugemacht, so dass alle unsere gefrorenen Speisen halb aufgetaut waren.
Das halb aufgetaute Gemüse haben wir noch für gut befunden. Aber rohes Hackfleisch?!?

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SPIEGELblog- Medienkritik aus fragwürdiger Ecke

Über ein Leitmedium wie den Spiegel kritisch zu berichten und dessen durchaus manipulative Tendenzen aufzudecken ist ein ehrenvolles Anliegen. Diesem Anliegen hat sich der Spiegelblog, der von dem Hamburger Journalisten und Autor Thorsten Engelbrecht betrieben wird, verschrieben, welches verspricht „kritische Analysen über ein deutsches Nachrichtenmagazin“ zu liefern.

Das Blog nimmt damit vordergründig den Gedanken des Bildblogs auf, welches bereits seit Jahren Deutschlands größtem Boulevardblatt erfolgreich auf die Finger schaut und auch mit witzigen und kreativen Ideen auf den Stil und die Machenschaften von Bild aufmerksam macht. (z.B. „Wir fotografieren zurück“ oder dem „Schlagzeil-O-Mat“).

Auch das Spiegelblog trifft an einigen Punkten den Nagel auf den Kopf, wie beispielsweise mit seiner Kritik an der peinlich plumpen Art und Weise, in der der Spiegel versuchte, Peer Steinbrück als Kanzlerkandidaten der SPD in Stellung zu bringen.

Wer sich allerdings ein Wenig mehr mit dem Spiegelblog und der Person des Torsten Engelbrecht beschäftigt, kann dabei doch ein ungutes Gefühl bekommen.

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JA zu FRA!

JA zu FRA

Ich habe so einen Arbeitskollegen, der ein supernetter Kerl ist und mit dem ich mich immer richtig gut verstehe. Dieser Arbeitskollege hat ein Hobby und zwar das sportliche Fahren.
Er liebt einfach sein Auto mit ordentlich PS unter der Haube und natürlich liebt er auch den satten Sound seines Sportauspuffs.
Bisher war der Kollege ziemlich unpolitisch. Jetzt allerdings, da regelmäßig Flugzeuge über sein Haus donnern und seine Ruhe, sowie die Ruhe seines Kindes stören, geht er demonstrieren, verteilt Flugblätter und engagiert sich in politischen Initiativen.
Das ist eigentlich, so betrachtet, keine schlechte Sache und ein fieser Zyniker könnte an diesem Punkt dem Fluglärm bestimmt auch eine positive Seite abgewinnen, wenn er träge, zufriedene Bürger zum Protestieren auf die Straße bringt.
Aber um so zu denken, müsste man natürlich ein sehr fieser Zyniker sein.

Schließlich weiß jeder, dass Fluglärm böse und gesundheitsschädlich ist und eine gestörte Nachtruhe einen hart arbeitenden Menschen daran hindern kann, seine gesamte Leistungsfähigkeit seinem Arbeitgeber und der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen.

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Über das Essen von Tieren

Ja der Abendländer ist schon eine seltsame Spezies. Im Grunde hat er gar nichts dagegen Tiere zu quälen, zumindest so lange die Tierquälerei so geschieht, dass sie hinter verschlossenen Türen stattfindet und sie möglichst niemand mitbekommt.

In den Schlachthöfen wird im Akkord geschlachtet und die überfüllten Tiertransporter rollen weiterhin munter über die europäischen Autobahnen.
Naja, so denkt sich der Abendländer, das gehört ja alles irgendwie dazu, dass ich mein preisgünstiges Schnitzel im Supermarkt bekomme.
Damit hat er auch Recht!

Ich selbst fände es extrem repressiv und geradezu antidemokratisch, wenn sich Hartz4-Empfänger nicht wenigstens ihr Wurstbrot noch leisten könnten.
In diesem Sinne ist Discounterfleisch tatsächlich eine, zugegebenermaßen unschöne, Notwendigkeit und unsere Discountermärkte sind ein solcher Gewinn an Lebensqualität und Freiheit für das Proletariat, dass man ihnen auch kleine Unsauberkeiten im Verkauf des abgepackten Fleisches einfach nachsehen muss.
Außer von ein paar Wohlmeinenden (sogenannten Eumeniden), die eine Überdosis Karin Duve oder Jonathan Safran Foer erlitten haben, wird dies zum Glück auch nicht in Frage gestellt.

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Jingjing fucks Chacha- A rule34 on chinese censorship

JingjingChacha1

Die zwei Comicfiguren Jingjing und Chacha stehen für die chinesische Zensur. Sie erscheinen immer dort, wo man von China aus eine Internetseite aufrufen will, die das chinesische Regime vor seiner Bevölkerung verbergen möchte.
Politisch missliebige Inhalte, aber auch Pornographie werden von ihren strengen Argusaugen aufgespürt.
Doch wie so oft praktizieren die strengsten Moralisten und die härtesten Zensoren die größte Doppelmoral. Während Jingjing und Chacha ihren Landsleuten jegliche Pornographie verbieten, praktizieren sie selbst den allergeilsten Pornosex, wann immer sie sich unbeobachtet fühlen.
Was für versaute Früchtchen unsere beiden braven Polizisten in Wirklichkeit sind, wird die folgende Geschichte zeigen, die außerdem der vielleicht erste Zensurporno der Welt ist.
Als Hinweis an alle empfindsamen Linken, die unsere FGZ lesen, möchte ich darauf hinweisen, dass die folgende Geschichte pornographische Inhalte enthält und bestimmt auch irgendwie sexistisch ist. Ich möchte hiermit betonen, dass ich gegen Sexismus bin.
Allerdings erschien mir die Vorstellung, dass zwei Figuren, die symbolisch für Unterdrückung stehen, unsexistischen und gleichberechtigten Sex haben könnten, irgendwie obszön.

Auf den Jugendschutz achte ich natürlich genauso wirksam wie alle anderen Pornoseiten.
Wer ab diesem Punkt weiterliest bestätigt damit, dass er über 18 ist. Jüngere Personen klicken stattdessen diesen Link.

Wobei… eigentlich ist dies hier ja gar kein Porno, sondern politische Satire, also Kunst.
Wer jetzt schon fröhlich drauflosmasturbieren wollte, dem muss ich deshalb sagen Hände aus dem Schritt!

Nach Auffassung des Sonderausschusses des Bundestags für die Strafrechtsreform sind Schriften, Ton- und Bildträger dann als pornografisch einzustufen, wenn sie „zum Ausdruck bringen, daß sie ausschließlich oder überwiegend auf die Erregung eines sexuellen Reizes bei dem Betrachter abzielen und dabei die im Einklang mit allgemeinen gesellschaftlichen Wertvorstellungen gezogenen Grenzen des sexuellen Anstandes eindeutig überschreiten“ ( BT-Drs. VI/3521 S. 60)

Und das ist hier ja nicht der Fall. Also Ball flach halten und viel Spaß bei der Story Ihr Jugendschützer:

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Mao und Stalin waren Rechte- Eine Antwort auf Erika Steinbach und Götz Aly

Eine Twitter-Nachricht von der CDU-Rechtsaußen und professionellen Geschichtsrelativistin Erika Steinbach löste einen kleinen journalistischen Wirbelsturm im deutschen Wasserglas aus.
Oder vielleicht sollte man es auch einen Shitstorm nennen, zumal dieses Wort ohnehin zu den aktuell meistbenutzten Modewörtern gehört und das Gesagte von Erika Steinbach und Götz Aly mit dem Wort „Shit“ auch gut zusammengefasst ist?

Jedenfalls war die gute Frau Steinbach der Meinung, die NSDAP sei eigentlich eine linke Partei gewesen, weil ihr Name ein „S“ welches für „sozialistisch“ steht, enthält.
Hier stellt sich mir die Frage, wie Erika Steinbach die politische Ausrichtung der CDU-Schwesterpartei, der CSU, beurteilt- schließlich haben die ja auch dieses böse „S“ im Namen, diese verkappten linken Socken.
Aber historische Fehleinschätzungen von Tante Erika sind ja nichts Neues und eine gesunde Portion Geschichtsblindheit gehört schließlich zu den Schlüsselqualifikationen im Berufsbild einer Präsidentin des Bundes der Vertriebenen.
Anders könnte man diesen Job gar nicht machen, ohne dass einem beim morgendlichen Blick in den Spiegel speiübel werden müsste.

Zu Erika Steinbachs mangelndem Geschichtsbewusstsein sei nur einmal an ihre Verteidigung der Deutschen Wehrmacht als „saubere Armee“ während der Wehrmachtsausstellung in den 90er Jahren erinnert, ein Mythos, der inzwischen gründlich ausgeräumt ist, im steinbachschen Geist aber mit Sicherheit auch heute noch weiterlebt.
Obendrein könnte man ohne eine gewisse Ausblendung historischer Tatsachen auch gar nicht guten Gewissens CDU-Mitglied sein, da die CDU zumindest von ihrer personellen Besetzung in der frühen Bundesrepublik die Bezeichnung „NSDAP-Nachfolgepartei“ ebenso sehr verdient hat, wie heute die die LINKE die Bezeichnung „SED-Nachfolgepartei“.
Dass allerdings nun der Historiker Götz Aly, der es eigentlich besser wissen müsste, in das gleiche Horn stößt, ist tragisch, auch wenn es angesichts dessen sonstiger geistiger Ergüsse nicht besonders überraschen mag.

Denn war die NSDAP eine linke Partei? Mitnichten!

Andersherum gedacht, würde vielleicht ein Schuh draus:
Nicht die NSDAP war links, sondern die „kommunistischen“ Massenmörder Stalin und Mao waren Rechte.

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“Deutsche Opfer- Fremde Täter”- Anatomie einer Hetzseite

In Deutschland herrscht nach wie vor ein seltsamer Sprachgebrauch in Bezug darauf, wer als „Deutscher“ zu betrachten ist.
Dabei ist die Legaldefinition dessen, wer Deutscher ist und wer nicht eindeutig und klar:
Deutscher ist, wer die deutsche Staatsbürgerschaft hat.
Dabei spielt es keine Rolle welche Hautfarbe der betreffende Deutsche hat oder aus welchem Land er oder seine Eltern ursprünglich kamen.
Als ich bei der Bundeswehr in Idar-Oberstein meine Wehrdienstzeit verbrachte, hatten viele meiner Kameraden eine andere Hautfarbe als ich. Einer von ihnen war beispielsweise Kind philippinisch-stämmiger Mormonen und sah eher asiatisch aus, ein anderer hatte Eltern, die ursprünglich aus Marokko kamen und wir hatten sogar einen, dessen einer Elternteil Mexikaner indianischer Abstammung war.
Überflüssig zu erwähnen, dass es in der Kaserne auch ein paar Schwarze und sogar Rothaarige mit Sommersprossen gab.
Das spielte aber alles keine Rolle, schließlich waren sie alles deutsche Staatsbürger und mussten aus diesem Grund den gleichen Dienst ableisten.

Im Vergleich zu manchen deutschen Medien ist sogar die „gute alte“ Armee regelrecht fortschrittlich.

Nehmen wir einmal an, ein 17-jähriger deutscher Staatsbürger mit türkischen Eltern verprügelt einen 20-jährigen deutschen Staatsbürger ohne türkische Eltern, so dass dieser ins Krankenhaus muss.
Sehr wahrscheinlich liest sich der Vorfall in der Schlagzeile deutscher Zeitungen so: „Türkischstämmiger Jugendlicher schlägt jungen Mann krankenhausreif“.
Die Abstammung wird in Deutschland betont und viele Deutsche sind sich dessen nicht einmal bewusst, sondern tun und denken es reflexhaft.
Wobei der letzte Satz nichts als ein Euphemismus für das ist, was eigentlich dahintersteckt: Struktureller Rassismus, der schon deshalb so schwer zu überwinden ist, weil er derart im deutschen Denken angelegt ist!

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Ein Gegenstandpunkt unter Roten

Marxist Coolface

Mit diesem Artikel stelle ich mich wahrscheinlich der politischen Überzeugung einiger FGZ-Autoren diametral entgegen und ich weiß, dass ich auch den einen oder anderen unserer geschätzten Leser vergrämen könnte.
Trotzdem hoffe ich, dass Ihr alle Eure Freude am Lesen dieser Zeilen und dem was eigentlich zwischen ihnen steht, habt.

Damit die werten Leser nun meinen Standpunkt einordnen können, sollte ich mich an dieser Stelle vielleicht einmal selbst politisch verorten.

Ich bin liberal im angloamerikanischen Sinne, nicht im deutschen Sinne in dem Liberalismus oft als Synonym für Marktradikalität missverstanden wird:

Politisches Viereck

Ich vertrete eine möglichst ausgeprägte Freiheit im persönlichen Bereich, bin aber der Auffassung, dass demokratische Einflussnahme auf wirtschaftliche Prozesse nur mit Hilfe starker und gut ausgestatteter staatlicher Institutionen möglich ist. Der Staat hat für mich auch eine Umverteilungsfunktion von Waren und Ressourcen, wobei sich diese Umverteilung an allgemein akzeptierten ethischen Grundsätzen und nicht an Gesichtspunkten der Markttauglichkeit orientieren darf.

Ich wage zu bezweifeln, dass eine solche Umverteilung immer ohne Druck und auf freiwilliger Basis erfolgen kann.
Aus diesem Grunde glaube ich, dass ein gewisser staatlicher Zwang das Ausleben von persönlicher Freiheit des Einzelnen überhaupt erst möglich macht.
Ich halte es für eine unabdingbare Notwendigkeit, dass Staat und Gesellschaft weiterhin über Machtmittel verfügen, die starke Gruppen und Einzelindividuen daran hindern können, ihre überlegene Position zu Lasten des Schwächeren auszunutzen.

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Die Hürde des Samtes

BettinaUndWuffi

Jetzt hat er uns an Weihnachten noch so lieb gegrüßt, umgeben von Kinderlein, die ihn andächtig anstarrten und verdienten Mitbürgern mit Migrationshintergund, die immer dann ins Bild gerückt wurden, wenn es zur Rede passte und nun passiert ausgerechnet SOWAS:

Die sonst so autoritätsgläubigen Deutschen proben den (medialen) Aufstand und sogar die Wirte des Landes wollen Präsiwulff nicht mehr so recht die (Fahnen-) Stange halten.

Es ist zwar nicht so, dass der Gürtel des Mannes bei einem offiziellen Anlass gerutscht wäre, aber er muss nun doch aufpassen, dass er von seinen geschätzten Mitbürgern nicht als Bürde des Landes empfunden würde.
Manch einem scheint es gar, er würde des Amtes überdrüssig.

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Qualitativ hochwertiger feministischer Rap aus der BRD

Feministischer Rap.

Nice obwohl schon älter. Gerade wiederentdeckt.

*Triggerfinger verbeißt sich in “Gefällt-mir-Button”*

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Die Zukunft des Systems- was das Orakel sagt

Die Zeit zwischen den Jahren ist eine Zeit der Orakel und Wahrsagungen. Es werden Jahreshoroskope für das nächste Jahr gelesen und manch Einer lässt sich die Zukunft von geschmolzenem Blei vorhersagen.

Ich habe 6 Mal drei Münzen geworfen und dem uralten I Ging folgende Frage gestellt:

„Wie soll es mit dem kapitalistischen System weitergehen?“

Als Antwort erhielt ich

Die Umwälzung

革 gé / Die Umwälzung
Die Umwälzung.
Am eigenen Tag da findest Du Glauben.
Erhabenes Gelingen, fördernd durch Beharrlichkeit.
Die Reue schwindet.

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FKHR- Wir machen Menschen transparent

Wir machen Menschen

Wünschen Sie sich auch mehr Verlässlichkeit in Ihrem persönlichen Umfeld? Wollen Sie Ihren Mitmenschen endlich uneingeschränkt vertrauen können?
Die Florian K. Human Rating Ltd. (kurz FKHR) kann Ihnen helfen, diese Wünsche wahr werden zu lassen. Wie?
Lesen Sie hier eine kurze Information über Geschichte und Hintergrund unseres jungen und engagierten Unternehmens und entscheiden Sie dann selbst, ob Sie einen Schritt in die Zukunft gehen und gemeinsam mit uns in eine bessere und effizientere Welt investieren wollen.

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Nachwuchsmangel bei der Bundeswehr… wen wundert´s?

Tactical Facepalm

So ganz will es mit der Umstellung von Wehrpflicht auf Berufsheer in Deutschland nicht klappen. Trotz aller Werbevideos, die versuchen, die Bundeswehr als attraktiven Arbeitgeber darzustellen, sind die Zahlen derer, die sich freiwillig verpflichten doch weit geringer, als sich ein Verteidigungsminister dies wünschen würde.

Denn die Bundeswehr ist mitnichten attraktiv als Arbeitgeber, was unter anderem folgende Gründe hat:

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Rettet das U-Bahn-Saufen!

Plastovy Kanystr

Bei all der Aufregung um den Euro ist tatsächlich die Verteidigung eines der erhaltenswertesten abendländischen Kulturgüter in Vergessenheit geraten, etwas das seit Jahrhunderten Bindeglied und Fixpunkt europäischer Kultur war: Das öffentliche Besäufnis.
Was waren das früher für herrliche Zeiten gewesen, als mir ein Arbeitskollege nach einem Aufenthalt in Tschechien literweise billigen Absinth mitgebracht hat?

Er hatte aus Angst eventuell doch in eine Polizeikontrolle zu geraten, den guten Tropfen in einen Plastikkanister abgefüllt, auf dem, sehr zu unserer Begeisterung, der Schriftzug „Plastovy Kanystr“ (oder so ähnlich- keine Ahnung mehr, wie man das richtig schreibt) mit einem internationalen Symbol, welches vor Brandgefahr warnt, aufgedruckt war.
„Plastovy Kanystr“ (von meinen Freunden ehrfurchtsvoll „El Canistre“ genannt) und ich hatten eine Menge Spaß zusammen. Einmal begleitete er uns auf einer U-Bahnfahrt irgendwo in der U123 zwischen Südbahnhof und JWD.
Zufälligerweise hatten wir auch Gläser, Eiswasser, Absinthlöffel und Zuckerwürfel dabei und so konnten wir unseren Absinth vor den Augen der staunenden Fahrgäste entflammen, genüsslich zuschauen, wie karamellisierter Zucker ins Glas tropfte, das Ganze dann mit Eiswasser aufgießen und trinken.

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Florian K. liest den Koran- Des Projektes zweiter Teil

Dies ist nun der zweite Teil meines Koranprojektes, von dem wohl einige gedacht haben, ich würde es nicht mehr weiterführen. Wie immer ist ABSOLUTE VORAUSSETZUNG zum Verständnis, die Einleitung zum Projekt gelesen zu haben. Zum Gewinn von Fleißpunkten empfehle ich außerdem das Lesen des ersten Projektteils. Ich muss gestehen, ich habe lange gebraucht um mich [...]

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Genderneutrale Hymnen für Europa!

Alle meine Deutschen

Ich muss zugeben: Eigentlich sind mir Nationalhymnen scheißegal. Diese, meist musikalisch nicht einmal besonders herausragenden, Machwerke schmalztriefenden Pathos führen bei mir normalerweise nicht dazu, dass sich auch nur ein Sackhaar regt.
Von mir aus könnte die deutsche Nationalhymne auch der berühmte Kinderlied-Klassiker „Alle meine Entchen“ oder das legendäre „Hubba Hubba Zoot Zoot“ der Band Caramba sein. An den Lebensverhältnissen in Deutschland würde sich damit absolut gar nichts ändern.

Beide Lieder hätten gegenüber der gegenwärtigen Hymne allerdings gewaltige Vorteile:

Im Falle von „Alle meine Entchen“ könnte wahrscheinlich nicht einmal Sarah Connor den Text vergessen. Falls irgendwem da der Bezug zu Deutschland fehlt, könnte man doch einfach das Wort „Entchen“ durch „Deutsche“ ersetzen.
Das würde unseren armen Fußballern auch die Schmach verkürzen, so tun zu müssen, als würden sie die Hymne mitsingen und verkrampft künstlich ihre Lippen dazu zu bewegen.

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Argument invalid

Der Herr A. verpasste seiner Frau einen heftigen Faustschlag ins Gesicht, da das Abendessen nicht pünktlich auf dem Tisch stand.
Die Frau ließ sich das nicht gefallen, reichte die Scheidung ein und erstattete außerdem Anzeige wegen Körperverletzung.
Vor Gericht erklärte der Herr A., man könne ihm doch eigentlich keinen Vorwurf machen. In den Medien habe er von einem Fall erfahren, in dem ein Mann seine Ehefrau mit dem Schnitzelklopfer erschlagen habe, bloß wie diese ihn beim Fußballgucken störte.
Im Vergleich dazu, sei sein Faustschlag doch nun wirklich harmlos gewesen.

Was ist von diesem Argument zu halten?
Könnte man es tatsächlich als mildernden Umstand für das Verhalten des A. werten, dass es Andere gibt, die noch viel schlimmer sind?
Ich glaube, dass sich kein vernünftiger Mensch von einem solchen Scheinargument überzeugen lassen sollte.

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Beten verboten

Keiner der uns je geseh´n hat, hätte das geglaubt/ Beten ist bei uns nicht erlaubt

Ich erinnere mich noch mit Freude an eine Anekdote aus meiner Wehrdienstzeit:
Ein Kamerad aus meiner Batterie (ich war bei der Artillerie) war trotz deutschem familiären Hintergrund Buddhist und folgte einer tibetanisch-lamaistischen Ausrichtung des Buddhismus. Er hatte auf seiner Stube mit Zustimmung seiner Stubenkameraden auf dem Stubenspind einen kleinen Schrein errichtet, auf dem er gelegentlich Reis, Räucherstäbchen und kleine Schnäpse als Opfer darbrachte.
Sein vorgesetzter Unteroffizier bekam beim Stubendurchgang fast einen Herzinfarkt und brüllte ihn an, das Teil müsse sofort verschwinden. Der Kamerad ließ sich dies aber nicht gefallen und beschwerte sich beim Batteriechef, auch unter der Ankündigung die Sache gegebenenfalls bis zum Truppendienstgericht und zum Wehrbeauftragten weiterzutragen.

Das Ende vom Lied:
Der Kamerad hatte sich zwar bei seinen Vorgesetzten nicht gerade beliebter gemacht, aber der Unteroffizier bekam die unmissverständliche Anordnung die freie Religionsausübung des Rekruten nicht mehr zu behindern.
Für mich war dieses Erlebnis prägend, denn es zeigte mir, was eine freiheitlich demokratische Grundordnung, die es sich zu verteidigen lohnt, ist.

Scheinbar leben wir heute in einer anderen Bundesrepublik.

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Papst Benedikt und Pierre Vogel im Vergleich

Diesen Artikel habe ich in Reaktion auf das Attentat gegen die Redaktion der fanzösischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo gelöscht. Seit diesem Ereignis sehe ich mich gezwungen, Leute wie Pierre Vogel anders zu beurteilen.

Die rechten Stimmungsmacher, die seit Jahren über “den Islam” und “die Moslems” als Ganzes hetzen, haben trotz dieses Ereignisses und auch trotz meines Sinneswandels nicht Recht.

-Florian K., geschrieben am 08.01.2015

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“Kampf gegen Kinderschänder” als Propagandamittel rechter Bauernfänger

SimpsonsLynchmob

Im Gegensatz zu den Diskussionen in der 68er-Zeit ist man sich heute in Gesellschaft und Wissenschaft weitestgehend einig darin, dass eine sexuelle Beziehung zwischen einem Kind und einem Erwachsenen schädliche Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung hat.

Die Forderung nach einer Entkriminalisierung des Sexualkontaktes mit Kindern wird heute von keiner Partei mehr gestellt, während die Grünen in ihren Anfängen eine solche Forderung durchaus vertraten.

Auch ich denke, dass die Forderung nach „freier Liebe“ zwischen Erwachsenen und Kindern ein Irrweg war, von dem man glücklicherweise abgekommen ist, da in solchen Beziehungen immer die Gefahr der Ausbeutung des Kindes gegeben ist und eine gleichberechtigte Beziehung praktisch unmöglich erscheint.

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Türkei in die EU! Sofort!

i-love-turkey

In manchen Zeiten gilt es, wenn man einen schleichenden Niedergang aufhalten will, etwas wagemutiges und scheinbar Tollkühnes zu unternehmen, etwas das so episch ist, dass von dieser Sekunde an die Karten neu gemischt werden. Eine solche Handlung macht vor allem dann Sinn, wenn man gerade ein denkbar schlechtes Blatt auf der Hand hat und jedes andere Blatt, welches man auf der Hand haben könnte, eine Verbesserung der Situation darstellen würde.
Die EU befindet sich zur Zeit in einer Krise, die systemisch werden könnte, wenn sie es nicht schon ist.
Die Zeit für eine große Geste, die eine große Veränderung bewirken kann, erscheint reif.
Doch was für eine Veränderung könnte die Karten in der EU neu mischen? Gewiss eine Veränderung des Wirtschafts-, Währungs- und Bankensystems könnte die Lösung sein. Nur dies braucht gute Ideen und vielleicht mehr Zeit als wir, die Bürger dieses Europa, haben.

Szenenwechsel.

Meine Verlobte und ich befanden uns in einem Überlandbus, irgendwo zwischen Bandırma und Çanakkale.

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Draußen campieren gut. Drinnen protestieren besser.

Bei aller gesellschaftlichen und politischen Notwendigkeit der Bewegung hat Occupy eine erhebliche Schwäche:
Die Bewegung campiert vor (!) den Hochhäusern der Banken. Dieses „Davor-Campieren“ beschreibt für meine Begriffe die allgemeine Lage gesellschaftlichen Protestes in diesem Land und vielen anderen Industrieländern. Draußen ist der Protest, drinnen funktionieren alle.
Kursfeuerwerk

Auch unsere Mainstreammedien stellten bereits mit einer Mischung aus Be- und Verwunderung fest, dass sich durchaus auch einige der Angestellten der Großbanken solidarisch gezeigt haben und teilweise sogar den Demonstranten die Reste ihres Caterings vom letzten Meeting überlassen haben sollen.
Die Rundschau präsentierte mit einem gewissen Stolz Businessleute, die nach Feierabend ins Camp gekommen sind und zumindest kurzzeitig an den Protesten teilgenommen haben.
Doch was nützt es, wenn ein Bankangestellter nach Feierabend protestiert? Und die Reste des Caterings helfen der Occupy-Bewegung vielleicht beim Durchhalten, aber nicht zu einem Erfolg, für den es mehr bräuchte, als gute Hoffnung und Sitzfleisch.

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Nazis unter weißer Maske

NeonazisVolkstod
Bildausschnitt aus einem Youtube-Video: Neonazis demonstrieren in Masken, Leute stehen daneben und winken

Das Markenzeichen der Anonymous-Bewegung ist die Guy-Fawkes-Maske , die man in letzter Zeit immer häufiger bei Flashmobs, Protesten und Demonstrationen sieht.
Das Konzept des gemeinsamen maskierten Auftretens hat nun allerdings auch innerhalb der rechten Szene, insbesondere unter den sogenannten „Autonomen Nationalisten“ Anklang gefunden, hier allerdings nicht in Form des grinsenden Gesichtes eines Guy Fawkes, sondern unter einer schlichten, gespenstisch wirkenden „Neutralmaske“.

Besonders die im norddeutschen und nordöstlichen Raum aktive Neonazi-Gruppe „Spreelichter“ ist oft und gerne unter der Maske aktiv.
Die „Spreelichter“ sind aber nur Teil eines Netzwerkes, der sogenannten „Unsterblich“-Bewegung, welche weitreichende Verflechtungen in das gesamte Bundesgebiet und auch bis nach Österreich aufweist.
Deren Schlachtruf lautet „werdet unsterblich“ und ihr Ziel ist es, den „deutschen Volkstod“, den sie als verursacht durch die parlamentarische Demokratie betrachten, aufzuhalten. Hierzu bedienen sie sich verstärkt moderner Protestformen wie Flash-Mobs und viraler Verbreitung ihrer Ideen auch im Internet.

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Zum Glück haben wir eine bürgerlich-konservative Regierung!

Ich muss es hier einmal betonen, ja geradezu laut herausschreien: Zum Glück haben wir eine bürgerlich-konservative Regierung!

Manche von Euch werden sich jetzt vielleicht fragen, ob Euer werter Freund Florian K. nun vollends den Verstand verloren hat und ich gebe zu, dass man von mir unter normalen Umständen einen solchen Satz niemals hören würde.
Doch zur Zeit haben wir eben keine „normalen Umstände“, sondern eine handfeste Wirtschaftskrise.
Und in solchen Zeiten wächst natürlich der Unmut über die herrschende Regierung und die herrschenden Verhältnisse und es kommt zu Demonstrationen, Gründung von Protestbewegungen und allgegenwärtigem Aktionismus.

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