Frankfurter Gemeine Zeitung

INTERNATIONALER APPELL VON #NUIT DEBOUT VOM 16. APRIL 2016 (47. MÄRZ)

Bei der Vollversammlung vom 16. April wurde folgender Appell verlesen

(in Übersetzung):

INTERNATIONALER APPELL VON #NUIT DEBOUT
ZUM ZUSAMMENTREFFEN IN PARIS AM 7.+ 8.MAI 2016
FÜR EINE #NUITDEBOUTPARTOUT (#GLOBALDEBOUT) AM 15. MAI 2016

Am 46. März (15. April) (Anmerkung der Übers.: es wird ab dem 31.03. gerechnet: Tag der Grossdemonstration gegen die Liberalisierung des Arbeitsrechts), 2 Wochen nach der Massenmobilisierung vom 31. März in Paris, verbreitet sich die Nuit Debout-Bewegung unaufhörlich. In zahlreichen französischen und ausländischen Städten werden Nuits Debout geboren und zeugen von gemeinsamer Hoffnung und Revolte. Wer die besetzten Plätze aufgesucht hat und mitmacht, dem ist klar: es ist was im Gange.

Erdbewohner, lassen wir die Grenzen hinter uns und bauen wir zusammen einen neuen globalen Frühling! Kommen Sie am 7. und 8. Mai in Paris, place de la République dazu, damit wir uns treffen, debattieren, unsere Erfahrungen und unsere Kenntnisse austauschen, um gemeinsam Perspektiven und Lösungen zu erarbeiten. Bereiten wir vor und starten wir gemeinsam einen internationalen Aktionstag für den 15. Mai (#76. März) mit dem Ziel, die öffentlichen Plätze überall in der Welt zu besetzen.

NUIT DEBOUTs erstes Ziel ist die Schaffung eines Raums, in dem die Zusammenführung vom Kämpfen stattfindet. Diese Zusammenführung könnte weitergehen und sich überall verbreiten. Es existieren bereits Verbindungen zwischen den vielen Bewegungen, die überall in der Welt gegen Prekarität, das Diktat der Finanzmärkte, Umweltzerstörung, Kriege und Militarismus und die Degradierung unserer Lebensqualität kämpfen.


Dem Wettbewerb und dem Egoismus, setzen wir Solidarität, Nachdenken und kollektives Handeln entgegen. Unsere Unterschiede treiben uns nicht auseinandertreiben, sie sind die Basis für Komplementarität und unserer gemeinsamen Stärke. Wir, Menschen jedweder Couleur, die weder gehört werden noch vertreten sind, nehmen das Wort und übernehmen den öffentlichen Raum: wir machen Politik, weil sie uns alle betrifft.

Wir sollten aufhören, uns – jede/r für sich allein – zu empören, es ist an der Zeit, gemeinsam zu handeln. Wir, die 99% können handeln und die 1% und ihre Welt aus unseren Städten, unseren Arbeitsplätzen, unseren Leben rauswerfen.

Am 7. und 8. Mai kommen wir zusammen in Paris, place de la République!

Am 15. Mai begehren wir auf!

# NUITDEBOUTPARTOUT#GLOBALDEBOUT! INTERNATIONALER APPELL VON #NUITDEBOUT


Jenseits blosser Empörung: Crowdfunding für das griechische Volk

Das französische Kollektiv INTERDEMOS startete Crowdfunding für das griechische Volk

Um nicht im Stadium des Empörtseins und der Appelle stehen zu bleiben und in der Erkenntnis, dass sie für die Griechen nicht viel bringen, hat eine Gruppe französischer Intellektueller und Künstler das Kollektiv INTERDEMOS gegründet und die Kampagne „de peuple à peuple“ („von Volk zu Volk“) gestartet. „Wir wollen geben, auch für uns selbst, für unsere politische Autonomie“, so M. Cosnay, eine der Mitgründerinnen. Die Kampagne möchte Geld für konkrete soziale Projekte in Griechenland sammeln

Das Geld soll an „Solidarity4all“ in Athen gehen, eine Organisation, die von dem Linksbündnis SY.RIZ.A initiiert wurde. Solidarity4all arbeitet selbständig, fördert und vernetzt den Aufbau von Selbsthilfeinitiativen im Bereich Gesundheit, Bildung, Versorgung beispielsweise mit Lebensmitteln und Rechtshilfe. (SY.RIZ.A-Abgeordnete spenden übrigens 20% ihre Einkünfte sozialen Projekten).

Angepeilt ist die Summe von 300.000 im ersten Anlauf. Bis heute sind über 100.000 EUR eingegangen.

Das Crowdfunding läuft über die KissKissbankbank: http://www.kisskissbankbank.com/de-peuple-a-peuple?ref=popular


Ultimativer Kommentar aus Frankreich zum Charlie-Spektakel

 Cavanna: “Hommages sind richtig Scheissdreck

Charb-Männchen: “Was für ein Genie!

Zeichnung des ermordeten CHARB

anlässlich des Todes von CAVANNA (Mitbegründer von  CHARLIE HEBDO) im Januar 2014


CHARLIE HEBDO ist CHARLIE

Drei Zeichner von CHARLIE HEBDO (CABU, WOLINSKI und TIGNOUS) sowie der Chefredakteur S. CHARBONNIER (CHARB) sind gestern ermordet worden. CHARB hatte übrigens das Titelblatt der gestrigen Ausgabe gezeichnet: „Immer noch kein Attentat in Frankreich“ mit einem Taliban der entgegnet: „Wartet mal ab: Neujahrswünsche können bis Ende Januar überbracht werden“. Es wurden insgesamt 12 Personen getötet inkl. 2 Polizisten.

CHARLIE HEBDO (der Name ist abgeleitet von Charlie Brown) wurde in den 70er gegründet und ist der Nachfolger von L´Hebdo HARA KIRI ein linksradikales Blatt, das mehrfach verboten wurde und definiert sich als „satirisch, politisch, sozial ohne Werbung“. Bekannt wurde es hierzulande durch die Veröffentlichung der Mohammed-Satire und seine antiklerikale Haltung (rechte katholische Gruppen haben in der Tat 14 mal gegen CHARLIE HEBDO prozessiert).

Unerwähnt bleibt in der Presse, dass Charb, Wolinksi und Tignous mit der Zeitung l´Humanité zusammengearbeitet haben. Dazu ein Ausschnitt aus einem Interview von Charb in der Humanité in Juli 2011: ….“die Humanité ist die einzige Zeitung, wo sich meine Ideen wiederfinden….Die Revolution, man weiss nicht, wann sie stattfinden wird und wohin sie gehen wird….davon abgesehen, dass das Wort Revolution mittlerweile ausschließlich als „arabische Revolution“ gebraucht wird….“. Bernard Maris, Ökonomieprofessor und ausgewiesener Gegner des Neoliberalismus (letzte Bucherscheinung: „Offener Brief an die Gurus der Wirtschaft, die uns für Idioten halten“) schrieb unter dem Name „Onkel Bernhard“ jede Woche eine Kolumne in CHARLIE HEBDO. Er wurde ebenfalls ermordet.

Heute wurde in Frankreich ein Tag der Nationaltrauer ausgerufen. In vielen Unternehmen wurde eine Schweigeminute gehalten, und zwar in der Bankbranche: PARIBAS, Société Générale, in der Tourismusbranche, TUI, in der Aeronautik: DASSAULT AVIATION.

Die Merkels und Hollandes und Co. verurteilten mit Trauermine den Anschlag auf unsere „Freiheit“. Mittlerweile haben sich Tausende für eine – kurzzeitige – Namensänderung entschieden und behaupten, sie seien CHARLIE(ob sie jemals diese Zeitung gelesen haben?).

Ich stelle mir die vier Zeichner vor: sie sitzen auf einer Wolke und amüsieren sich blendend in Anbetracht dieser umfassenden Umarmung und Instrumentalisierung, vielleicht haben sie ihren Stift bereits gezückt…
“Es ist hart von Idioten geliebt zu werden“ heisst es in einer ihrer Karikaturen.

Eins steht fest: eine „Charlisierung“ der Gesellschaft à la CHARLIE HEBDO wird es nicht geben, so wünschenswert dies auch ist.

CHARLIE HEBDO ist CHARLIE HEBDO

Messen, La Marseillaise, für uns ?!? — Es ist hart, von Idioten geliebt zu werden! (“Liberation”, 9. 1.)

 


Sind wir toll: GRÜNE-Mitglieder-Versammlung am Samstag zum Koalitionsvertrag mit der CDU

Die Landesmitglieder der GRÜNEN mussten sich am Samstag irgendwie einen Weg durch einen Spalier lautstarker Fluglärmgegner bahnen, um in den Casinosaal der Frankfurter Stadtwerke zu gelangen, wo die Absegnung des Koalitionsvertrages mit der CDU stattfand. Bis auf wenige ältere Dissidenten, die offen den Protestierenden ihre Zustimmung zeigen, waren die jungen (adretten) und nicht mehr so [...]

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….UND DU?

Von den Wahlplakaten, die einem tagaus tagein anspringen sind die von den GRÜNEN am penetrantesten. Insbesondere der kleine Scheisser dessen MUDDA Chef wird und mich fragt UND DU?

Und ich? Soll meine Mutter Chefin werden? Oder gar ich (geht nicht: ich bin niemandes Mutter) Soll ich froh sein, dass seine MUDDA (wenn schon frankfurterisch bitte richtig: MUDDER) Chefin wird?
Wenn ihr mich fragt, liebe GRÜNE sage ich Euch: ein Chef/in brauche mir net.
Umso froher war ich heute morgen, als ich sah, dass der kleine Junge über Nacht überklebt wurde:

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DAS Event am kommenden Samstag, den 29. Juni: Das Gallische Dorf Martin-Luther-Strasse 61 lädt ein!

Unter dem Motto MIETER WEHREN SICH Ihr habt die Uhr Aber wir die Zeit! laden die Renitenten der M.-Lutherstr. 61, die wegen Luxussanierung entsorgt werden sollen, jeden ein, der nicht mehr über die Wohnsituation im Nordend jammern, sondern sich wehren will. Nicht-Nordendler sind nicht nur geduldet, sondern willkommen! Treffpunkt : Begegnungszone Martin-Lutherstr. / Ecke Böttgerstr. [...]

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Herr Cohn-Bendit macht uns den Benedikt

“Ich fühle mich nicht mehr in der Lage, einen Europawahlkampf zu führen, der eine ständige körperliche und geistige Präsenz im gesamten Kontinent erfordert” so D.Cohn-Bendit. Er will 2014 nicht mehr für das Europa-Parlament kandidieren und als alter (ex)-68er mit 68 aufhören (aha!). Benedikt XVI:“ …um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu [...]

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Das (Renten-)Modell Deutschland oder : Aldi for ever für die meisten

Die Bombe ist geplatzt: Durchschnittsverdiener werden als Rentner das trostlose Leben von AlgII-Empfängern haben (und die „Unterdurchschnittsverdiener“ sowieso). Die Bombenleger und ihre Handlanger wollen damit nichts zu tun haben und ein „Oops, ich war´s nicht!“ geht durch das deutsche Land. Von der Leyen – die Künast 2010 in einem Anflug von Kühnheit (und Amnesie, ist [...]

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7200 Minuten in Barcelona

Es war heiß in Barcelona, als ich dort war (Juli)

barcelona 07 2012 134

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Die Bergerstrasse nach der EM (2012)

In der unteren Bergerstrasse sind die Fahnen und die Flachbildschirme verschwunden, die schlanken Pferdeschwanz-Blondinen sitzen wieder, gekonnt dezent geschminkt, wie gewohnt in den Terrassen-Cafés, mancher Hund (Tier) hat den „wieso-muss-ausgerechnet-ich-in-schwarz-rot-gold-rumlaufen?“-Blick gegen den klassischen Hundeblick getauscht. Die Bettler fragen die wieder erblindeten Passanten nach Kleingeld. Am Tag des Halb-Finales Deutschland/Italien (bzw. Italien/Deutschland, es soll niemand brüskiert [...]

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ARME IN FRANKFURT: HOFFNUNG AUF BALDIGES WÜRDEVOLLES WÜHLEN?

Liebe Arme Frankfurts, Wisst Ihr, dass Ihr viele viele Freunde habt? Doch! 13.000 Fans sollen die Initiative „Pfand gehört daneben“ auf Facebook haben (so die FR in dem Artikel vom 21.06. „Schluss mit dem Wühlen im Müll“) und die Euch das Wühlen im Müll ersparen wollen (und sich bei der Gelegenheit das schlechte Gewissen), dadurch, [...]

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Kreativitätsschub beim Ordnungsamt: Ich säe also räume ich

Bis auf einen Saxophonspieler, der vor sich hin musizierte und eine Handvoll Aktivisten war das Occupy-Camp ziemlich verwaist gestern Mittag. Eine Oase der Ruhe im Vergleich zu der Zeil. Eine junge Aktivistin stellte sich bereitwillig meiner neugierigen Fragen. Morgen soll ein Teil des Camps, der direkt an der EZB angrenzt …frischem Saatgut weichen, so hat [...]

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