Frankfurter Gemeine Zeitung

Herr Cohn-Bendit macht uns den Benedikt

“Ich fühle mich nicht mehr in der Lage, einen Europawahlkampf zu führen, der eine ständige körperliche und geistige Präsenz im gesamten Kontinent erfordert” so D.Cohn-Bendit. Er will 2014 nicht mehr für das Europa-Parlament kandidieren und als alter (ex)-68er mit 68 aufhören (aha!). Benedikt XVI:“ …um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes notwendig…“.

Unser (Ex)Papst scheint fitter zu sein als unser Dani, hört er erst mit 85 auf, obwohl er für 5 Kontinente zuständig ist, während unser Dani (1 Kontinent) mit 68 aufhört.

Im Gegensatz zu Benedikt, der ins Kloster geht, will D. Cohn-Bendit weiter demonstrieren verkündet er.

Wann/wie/wo will er demonstrieren?

Doch nicht gegen soziale Ausgrenzung und für bezahlbaren Wohnraum?

Bei Blockupy?

Ist es nicht so, dass diese Partei, die GRÜNEN, durch ihre Abwesenheit geglänzt hat bei den Blockupy-Protesten in Frankfurt im Mai 2012?

Nur ein Paar Dissidenten aus der Grünen-Jugend hatten Ungehorsam geübt und waren auf die Strasse gegangen. Zugegeben wäre es ein wenig peinlich gewesen, hat er sich doch mit den Französischen Grünen (EELV)verworfen und seine Mitgliedschaft ausgesetzt, weil die EELV in der Nationalversammlung gegen den europäischen Fiskalpakt gestimmt hat und in Griechenland Kampagne gegen SYRIZA gemacht und die Forderung nach der Rücknahme der Lohnkürzungen und die Festlegung eines Mindestlohn von 1300 Euro als „idiotisch“ und „verrückt“ bezeichnet

Es ist zu befürchten, dass er nach seinem offiziellen Aufhören nicht aufhören wird, sich in seiner was-bin-ich-doch-für-ein-spontanes-Kerlchen-Pose in den bürgerlichen Medien-Bühnen zu tummeln.

Wollen Sie sich nicht in Ihr Haus in Frankreich ganz zurueckziehen und Ihre Kohle ausgeben, Herr Cohn-Bendit?

 


Das (Renten-)Modell Deutschland oder : Aldi for ever für die meisten

Die Bombe ist geplatzt: Durchschnittsverdiener werden als Rentner das trostlose Leben von AlgII-Empfängern haben (und die „Unterdurchschnittsverdiener“ sowieso). Die Bombenleger und ihre Handlanger wollen damit nichts zu tun haben und ein „Oops, ich war´s nicht!“ geht durch das deutsche Land.

Von der Leyen – die Künast 2010 in einem Anflug von Kühnheit (und Amnesie, ist Hartz IV nicht grün?) als „eiskalter Engel“ bezeichnete – hat ihre „ich-bin-eine-besorgte-Mutti“-Maske aufgesetzt und will den Geringverdienern, die „fleissig“ (schmalllippig ausgesprochen) eingezahlt (30 Jahre, ab 2023: 35 Jahre) haben, und privat vorgesorgt haben, die Rente durch eine sog. Zuschussrente auf 850 EUR/Monat erhöhen.

Denn: 688 EUR = Armut, 850 EUR = nicht Armut, wobei es sich um 850 brutto handelt: nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung sind es gerade 80 EUR mehr als die Grundsicherung.Jetzt wird heiß diskutiert, durch welche Massnahmen die zukünftigen Rentner ein wenig weniger arm gemacht werden sollen. (Die einfachste Korrektur: die Senkung des Rentenniveau von 51% auf 43% – die von Rot/Grün 2001 beschlossen wurde – aufzuheben selbstverständlich nicht und die Erhöhung sowieso nicht).

Man kann halt nicht durch Niedriglöhne, Zeitarbeit und sog. Minijobs aktiv das Modell Deutschland mitgestalten, auf die Griechen (Spanier usw.) schimpfen und gleichzeitig ein gutes Leben führen!

Bonjour tristesse“, heute, morgen und … übermorgen!


7200 Minuten in Barcelona

Es war heiß in Barcelona, als ich dort war (Juli)

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Im Barrio Gótico standen (wenige) Einheimische herum und kommunizierten munter  miteinander

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andere schrieben Botschaften an die Herrschenden:

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Sollen sie sich selbst ficken! Wir zahlen nicht für eure Schulden.

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Wenn ein Gesetz ungerecht ist muss man UNGEHORSAM üben-M.Gandhi

Die zahleichen Touristen (ca. 100.000 an der Zahl) fummelten hektisch an diversen elektronischen Geräten rum (smartphonesIpodstabletsmp3playersdigitalkameras..)oder/und suchten nach DEM Motiv oder stürmten die Boutiquen denn es gab gerade Rebajas (Schlussverkauf).

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Beliebtes Motiv. (Demnächst eröffnet ein Apple Geschäft)

Jeden Morgen trank ich einen Americano (schwarzen Kaffee) an der Placa de George Orwell, nicht wissend, dass Gefahr in Verzug war:

„Kein sicherer Platz”

2 von 5 SternenBewertet am 24. April 2012

Im gotischen Viertel befindet sich etwas versteckt der Placa de George Orwell, welcher von den umliegenden Häusern in einem Dreieck eingerahmt wird. Dort gibt es einige Cafes und eine moderne Skulptur. Ich fand diesen Platz nicht sehr einladend. Ich hatte das Gefühl gehabt, dass es dort nicht ganz sicher war, weil sich einige komische Gestalten rumtrieben.

(Aus TripAdvisor),

nicht wissend, dass ich auf der Placa de George Orwell ‘rumhing, bis ich irgendwann die Nase hochhielt und sah

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Es wurde mir warm ums Herz, hat er doch 1936 gegen die Franquisten gekämpft (und wurde schwer verletzt). Sein Buch „Mein Katalonien“ indem er seine Erlebnisse im spanischen Bürgerkrieg festgehalten hat, gehört zu meinen „top-ten“ (dies „en passant“).

Julio von der Kneipe „Bahia“ sagte mir, dass zur Olympiade (1992) eine Häuserfront in die Luft gesprengt wurde (vorher wurden die Einwohner entsorgt), damit der Platz luftiger wird. Wenn man sich dort aufhält springt einen die Gentrifizierung ins Hirn: eine Häuserzeile wird gerade zu Ende hübsch gemacht

barcelona 07 2012 043

Gehübschte Fassade, eine andere zum Teil, wobei aus dem Luxushotel nichts wurde

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Eigentum verpflichtet

aus Angst vor Besetzer wurden die Fenster zubetoniert. Die Besetzerszene („Okupas“) ist in Barcelona sehr stark: es sollen hunderte von Wohnungen zur Zeit besetzt sein.

Ein Tag vor meiner Abreise las ich in LaVanguardia (die Tageszeitung von Barcelona), dass der spanische Staat – unbeeindruckt von den 400.000 Demonstranten alleine in Barcelona – seine „Hausaufgaben“ macht: Beamten wurden das Weihnachtsgeld gestrichen, die MWSt um 3 Punkte erhöht, die Bezugsdauer vom Arbeitslosengeld verkürzt usw..

George Orwell, lass bloß die Augen zu!

barcelona 07 2012 010


Die Bergerstrasse nach der EM (2012)

In der unteren Bergerstrasse sind die Fahnen und die Flachbildschirme verschwunden, die schlanken Pferdeschwanz-Blondinen sitzen wieder, gekonnt dezent geschminkt, wie gewohnt in den Terrassen-Cafés, mancher Hund (Tier) hat den „wieso-muss-ausgerechnet-ich-in-schwarz-rot-gold-rumlaufen?“-Blick gegen den klassischen Hundeblick getauscht. Die Bettler fragen die wieder erblindeten Passanten nach Kleingeld.

Am Tag des Halb-Finales Deutschland/Italien (bzw. Italien/Deutschland, es soll niemand brüskiert werden) marschierte eine Kindergartengruppe durch die Strasse und skandierte „Deutschland siegt!“ mit einer Inbrunst, die mich erstarren liess

BILD titulierte: SPIONAGE!

Ganz im Zeichen des Zeitgeistes wurden später Schuldige gesucht, die zu verantworten haben, dass aus Siegern Verlierer wurden. Manch ein Fan lebte seine Wut aus, so in Wuppertal, wo Italiener mit Spaghetti beworfen wurden (man stelle sich vor, die deutsche Mannschaft hätte gewonnen…Kartoffelsalat statt Teigwaren!). In Frankreich müssen die Spieler bis auf weiteres auf ihre Prämie (100.000 EUR) verzichten (François, wie wäre es?).

Möglicherweise hat die EM die Mode nachhaltig beeinflusst.

Gestern sass ich in einem Eis-Salon, die männliche Bedienung kam und ich staunte: er sah – frisurentechnisch – wie Balotelli aus!


ARME IN FRANKFURT: HOFFNUNG AUF BALDIGES WÜRDEVOLLES WÜHLEN?

Liebe Arme Frankfurts, Wisst Ihr, dass Ihr viele viele Freunde habt? Doch! 13.000 Fans sollen die Initiative „Pfand gehört daneben“ auf Facebook haben (so die FR in dem Artikel vom 21.06. „Schluss mit dem Wühlen im Müll“) und die Euch das Wühlen im Müll ersparen wollen (und sich bei der Gelegenheit das schlechte Gewissen), dadurch, [...]

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Kreativitätsschub beim Ordnungsamt: Ich säe also räume ich

Bis auf einen Saxophonspieler, der vor sich hin musizierte und eine Handvoll Aktivisten war das Occupy-Camp ziemlich verwaist gestern Mittag. Eine Oase der Ruhe im Vergleich zu der Zeil. Eine junge Aktivistin stellte sich bereitwillig meiner neugierigen Fragen. Morgen soll ein Teil des Camps, der direkt an der EZB angrenzt …frischem Saatgut weichen, so hat [...]

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