Frankfurter Gemeine Zeitung

Absage der Veranstaltungen Sommerfest Bockenheim

Die Veranstaltungen, die für Dienstag, Mittwoch und Donnerstag angekündigt waren, wurden abgesetzt und werden zu gegebener Zeit nachgeholt.

Wir werden rechtzeitig und umfassend darüber informieren und uns ausführlich damit auseinandersetzen. Ist nun mal nicht so gelaufen, wie es gedacht war und fände jetzt auch nicht die Resonanz, die sie verdienten und die für die weitere Praxis unerlässlich ist.

Wir werden berichten!


Kultur Campus, mon amour am 30. Juni – „komm ma’ gucken, Peter Feldmann“

Das kann doch nicht alles gewesen sein! Ist es auch nicht.

Die scheidende OB war ein bisschen zu schnell mit ihrer Schwadroniererei, dass „Bockenheim nun befriedet“ sei, wie sie so aufgeplustert nach den Planungswerkstätten von sich geben musste, was sie vermutlich für ihre erfolgreiche Strategie hielt. Offenbar ist mit dem Ende ihrer Dienstzeit auch ihr Vermögen, die Realitäten einzuschätzen zu Ende.

Da der Neue gewählt wurde, weil es galt, den totalen Absturz in den Neoliberalismus zu verhindern und dieser auch ein gewaltiges „soziales“Programm auflegte, wollen die Frankfurter Initiativen und Netzwerke nicht hintan stehen und ihm kräftig den Rücken stärken. Dass dies nicht in Stille und Heimlichkeit vor sich gehen kann, dürfte wohl klar und unstrittig sein. Vor allem angesichts der parlamentarischen Mehrheiten – noch – in dieser Stadt.

Zum Auftakt dieses neuen Abschnitts der Stadtgeschichte hat ein breiter Teil der Initiativen beschlossen, diesen mit einem Fest zu beginnen:

KulturCampus – mon amour

So wird in Kooperation mit ASTA und IvI am 30. Juni mit einem Sommerfest begonnen, in der schönen Grünanlage zwischen Philosophicum und Studierendenhaus, ab 12 Uhr mit einem richtigen Stadtfest.


Es stellt den Auftakt dar zu einer neuen Runde, in die aktuellen Auseinandersetzungen einzugreifen und die verschiedenen Ansätze zu verzahnen, auch ihnen eine Ort zu geben, den alten Campus wieder in die Stadt zu holen. Der neue im Westend ist eine „Gated Community“ mit reichlich anstössiger Architektur, wiewohl sie die Wandlung der Uni wieder spiegelt.

Im Rahmen dieses Versuchs wird die Woche angefüllt sein mit einer Reihe von Veranstaltungen zu verschiedenen Aspekte der aktuellen Situation in dieser Stadt.

Sonntag 01. Juli wird ein Seminar der kritischen Geografen zum Mietspiegel (14 – 19 Uhr) stattfinden.

Dienstag 03. Juli 19 Uhr eine Übersicht über die Geschichte der Auseinandersetzungen um Wohnen und anders leben.

Mittwoch 04. Juli 19 Uhr werden wir eine vergessene Utopie, das „gute Leben“, wieder in Erinnerung rufen.

Donnerstag 05. Juli 19 Uhr wird der „Werkbund“ alternative Wohnmodelle und ihre Realisierungsmöglichkeiten besprechen.

Die Initiatoren hoffen, dass sich weitere Veranstaltungen anschliessen, sich weitere Gruppen den Ort aneignen und alle zusammen den Prozess weiter voran treiben werden. Die Vertreter des „Volkes“ sind eingeladen, hier Stellung zu nehmen.

Es ist Platz für alle, die sich diese Stadt als ihre vorstellen können.


Im Regen stehen – Nachbetrachtung zur Mietendemo in Frankfurt

Eine kritische Betrachtung von Protest-Aktionen wie die letzte Demo zum Mietspiegel am 31. Mai in Frankfurt, die sich darin erschöpft, individuelle Fehlleistungen – oder aber Vorzüge – aufzulisten, muss notwendig zu kurz greifen. Sicher, die Frustration ist verständlich angesichts der ‚Thematik, der großen Zahl Betroffener und der Tatsache, dass sich dies nicht in den Teilnehmerzahlen niederschlug.

Wichtiger ist allerdings, dass sich hierin manifeste Schwierigkeiten der Linken ablesen lassen, was auf strukturelle und inhaltliche Defizite weist.

Aktionen und die Gründung solcher Bündnisse, Netzwerke usw. setzen auch neue politische Impulse, was sich jedoch nicht naturwüchsig in einer erweiterten Basis und höherer Mobilisierung ausdrückt. Ein Hangeln von Aktion zu Aktion lässt sich leicht als Schleifenbewegung erleben, die trotz erheblicher Aktivität immer wieder am gleichen Ort landet, der nur deswegen als neu betrachtet wird, weil man ihn durch eine andere Seitenstrasse betritt.

Auf diese Weise nimmt die Abfolge von verschiedenen Aktionen die Form eines „rasenden Stillstandes“ an, dem man letztendlich erliegt. Dazu passt es, dass das Rad ständig neu erfunden werden muss. Es ist auffallend, wie sehr vermieden wird, bereits bestehende politische Einrichtungen und Plattformen einzubeziehen. Wenn wir uns die inflationäre Entwicklung von Web-sites ansehen: hier braucht es ein Handbuch, um sich nicht in den riesigen Deltas der Informationsflüsse zu verirren.

Eben aus dem Mangel gemeinsamer Diskurse und integrativer Plattformen, der Nicht-Existenz einer nennenswerten Gegenöffentlichkeit, scheint jedesmal die komplette Struktur neu entwickelt werden zu müssen, die dann noch unentschlossen zwischen informellem Treff und Kleingartenverein schwankt. Dabei wird ängstlich und peinlich genau darauf geachtet, dass die jeweiligen Autonomien nicht angekratzt werden, eine Art ‘respektvoller Parallelismus‘ oder einfach ‚mal seh’n‘.

So sind dann „Aktionen“ zumeist Re-Aktionen und der Termindruck schiebt sich vor die Erkenntnis, eigentlich noch „nicht so weit zu sein“. Am Ergebnis zeigt sich dann die bestehende Unentschiedenheit aber auch Einschätzungen, die nicht kritisch hinterfragt werden. Zum Beispiel ist Präsenz hauptsächlich mediale Präsenz, mit der damit verbundenen Kurzfristigkeit und Kurzlebigkeit, die eine dauerhafte Präsenz vor Ort verdrängt und die eben nicht ersetzt oder nachrangig macht. Der Zwang zur ReAktion dient zur Legitimation, sich nicht um Strategien und Strukturen zu bemühen, die es erlauben, solchen Zwängen zu entgehen und gar den Diskurs in den entsprechenden Feldern selbst zu bestimmen.

Darin offenbart sich eine entscheidende Schwäche der Linken, ihr Mangel an einer alternativen Erzählung,  in der ein „Wozu, Wohin und Wie“ enthalten ist, in unserem konkreten Fall einer Erzählung über Wohnen in der Stadt, über Strategien der Aneignung dieses Lebensbereichs, Schaffung von Strukturen ihrer Behauptung.

Mal abgesehen von dem Versuch, zu bestimmten Fragen einen Gegenblock zu schaffen, ist das eigentlich Spannende daran das Aufeinandertreffen verschiedener Ansätze und Selbstverständnisse. Hier ist das „Wogegen“ schnell und zumeist präzise formulierbar, hingegen es beim „Wie“ und „Wofür“ bereits kompliziert wird. Erfüllen sich dann zu den diffusen Grundlagen die Erwartungen nicht bzw. nicht angemessen, verbreitet sich schnell Frust und Schuldzuweisung, breitet sich Demotivation aus und führt so keinen Schritt weiter.

In der Regel unterbleibt eine kritische Würdigung, inwieweit die eigenen Strukturen und Zusammenhänge Teil des Problems sein könnten, so einer Weiterentwicklung entgegen stehen dürften. Eine somit bloß punktuelle Aggregation der Gruppen und Organisationen mag dann trotz aller Widrigkeiten eine Aktion zustande bringen, stiftet jedoch darüber hinaus wenig Wirkung. Kommt hinzu, dass solche Bündnisse bei ‚zentralen Themen‘ Begehrlichkeiten wecken, dabei geht es um die Deutungshoheit im Bündnis, vor allem, wenn viel Aufmerksamkeit erzielt werden kann. Das führt zu bekannten Auseinandersetzungen bzw. Abgrenzungen. Dann gerät Kooperation zum leeren Ritual.

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Aktiv dabei

Wie sah es aus bei der Aktion

Oberflächlich betrachtet konnte das Aktionsbündnis mehrere hundert Menschen – bei strömendem Regen – auf die Strasse bringen. Ein weniger naiver Blick zeigt allerdings, dass gerade den grösseren Organisationen nicht gelungen ist, ihre Leute zu mobilisieren, sofern sie dies überhaupt versucht haben. Wäre da nicht die Eskalation rund um das IvI und der Aufruf des ASTA, hätte man die restliche Versammlung für eine der Hochzeitsgruppen auf dem Römer halten können.

Zunächst verweist die  schwache Beteiligung auf die ebenso schwache Verankerung der Gruppen in ihren Nachbarschaften, und zeigt Versäumnisse auf (die auch auf anderen Prioritäten dieser Stadtteilgruppen beruhen können). Die Beschwerden der dennoch anzutreffenden Betroffenen aus den Siedlungen, die gar nicht oder sehr unzureichend informiert waren, belegen diese Einschätzung, Folge davon, dass Stadtteilgruppen nichts in ihre Quartiere trugen.

Folgerichtig wurde die Demo als studentische Veranstaltung wahrgenommen, ging es vor allem um das IvI (Institut für vergleichende Irrelevanz) und weniger um „Wohnraum für alle“ (zumindest wurde dies so von aussen wahrgenommen).

Die Redebeiträge taten ein Übriges, ausgenommen der von Zukunft Bockenheim, der allerdings fast in der Partei- und Gewerkschaftslitanei unterging. Er ragte dadurch heraus, dass er sich hier mit dem Thema beschäftigte und nicht ein Partikularinteresse bedient bzw. eine Partei angepriesen wurde.

Der bereits erwähnte Parallelismus scheint nicht zu enden (na gut, Parallelen schneiden sich erst im Unendlichen). Statt in der Kooperation aktiv zu werden, bastelt Die LINKE, die manchmal wenig auf die Reihe bekommt, an einem “Aktionstag Wohnen” im Rahmen ‚ihrer‘ Kampagnenplanung, doch davon weiss keiner nix. Man sieht: zurück auf Position 1.

Ja – und weiter?

Vielleicht genau so, nur jetzt mit Sprecher_in und Schatzmeister_in, denn sicher kommen Organisationsangelegenheiten vor den Inhalten, weil ja die Zeit drängt? Und sicher kommt auch wieder ein Spezialist und empfiehlt Podiumsdiskussionen für die Breitenwirkung – die “Revolution” findet dann in der Frankfurter Rundschau statt.

Es gibt auch andere Vorstellungen, und sollte es das Bündnis nicht fertig bringen, in die Siedlungen vorzustossen, bleibt ihm nur noch Advokat zu spielen und dann über die Köpfe hinweg für eine Änderung der Verhältnisse zu arbeiten.

Der Erfolg eines solchen Ansatzes ist zumindest zweifelhaft, welche Alternative zum herrschenden Betrieb hätte er wirklich zu bieten? Zumindest Anstösse, wie eine andere Gesellschaft funktionieren könnte, sollten in die Diskussion gelangen, um eben eine Organisierung entlang der eigenen Existenz denkbar zu machen.

Doch bei derartig vielen Advokaten geht das Gerangel um die Mandanten (und die Mandate) los.


Offener Brief – an alle Schlecker-Mitarbeiter_innen

Wir haben euer Angebot zur Kenntnis genommen. Grundsätzlich ist es sehr verantwortungsvoll, dass ihr bereit seid, auf 10 % eurer Bezüge zu verzichten. Leider müssen wir euch mitteilen – zu unserem grössten Bedauern – dass dieses Angebot zu spät eingegangen ist und nun leider als völlig unzureichend angesichts der Forderungen der Gläubiger sich erweist. Als Verhandlungsgrundlage müssten wir mit einem Angebot kommen, dass einfach nicht auszuschlagen ist.

Denkt nochmals darüber nach. Wir sind gerne behilflich bei der Suche nach alternativen Wegen, eure Basisnöte abzudecken (wir denken dabei an Aufstockung und einem Angebot eurerseits von ca. 50 % Verzicht).

Mit kollegialen Grüssen

die Geschäftsführung

zur Kenntnisnahme

bei Neckermann, Opel und allen, denen es noch bevor steht:

macht eure Angebote rechtzeitig, damit sie ein Alleinstellungsmerkmal bilden, tretet für die volle Transferleistung ein – bei voller Wochenarbeit und Versicherungspflicht. Ihr unterstützt damit die Stellung Deutschlands in der EU und erleichtert der Kanzlerin die Durchsetzung des deutschen Modells. Nur so bleiben wir Exportweltmeister, nur so geht es uns weiterhin gut.


Vom Mietspiegel in der unternehmerischen Stadt

Der neue Frankfurter Mietspiegel eröffnet die nächste Folge im andauernden Verteilungskampf von unten nach oben, er läutet ebenso die nächste Runde der Anlage des durch die Welt marodieren­den Kapitals ein, dem hier ein interessanter Profit geboten wird.

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Mietspiegel sind nicht neu, weshalb gerade jetzt der grosse Aufschrei zum neuen in Frankfurt?
Es sind wohl vor allem zwei Dinge, die den Menschen an Hand dieses Mietspiegels in ihrer jetzi­gen Lage deutlich vor Augen geführt werden: einmal, dass man die meisten in bestimmten Gebie­ten der Stadt gar nicht mehr haben möchte, zum anderen, dass in diesem Mietspiegel endlich of­fen ausgedrückt wird, um was es denn geht, wenn dieses Instrument bedient wird.

Es ist hier ganz nützlich, einmal ein bisschen in der Geschichte der Stadtplanung zu schnuppern, vor allem, wenn es um Sachen geht, die heute wieder als Kampfbegriff erscheinen, wie es die „Lage“ seit je war.

Im 19. Jhrdt. war mit „Lage“ stets das Unternehmen verbunden, das mengenmäßig stärker werden­de Proletariat aus den Filet-gebieten der Städte heraus zu halten. Damit dies nicht aber auf dem Umweg über die Profit-Interessen einzelner Grundherren doch geschieht, versuchte man für diese Quartiere einen Bebauungsplan zu erstellen, der eine hohe Verdichtung, die notwendig für den Bau primitiver Unterkünfte war, verhinderte und die heimelige Welt der gehobenen Schichten ermögli­chen sollte. Neben der Dichte waren es die angenehme Nähe zu den Institutionen der Zentren, die Ferne von Fabrikanlagen, Gelegenheiten zum Flanieren.

Der neue Mietspiegel räumt auch mit der Illusion auf, er diene der objektiven Bestimmung von Wohnqualitäten dieser Stadt und einer Findung eines angemessenen Mietzinses. Wurde diese Be­hauptung früher auch schon belächelt, ist sie nun völlig leer und verweist ins Reich der Wünsche.

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Viel Lärm um Wenig – ver.di, keine grosse Oper

Fing es nicht viel versprechend an, 6,5 %, mindestens 200 Euro für die unteren Tarifgruppen? Grosse Bereitschaft zu Warnstreiks im Land! Jetzt sind wir dran, war zu hören. Wer gespannt war, der sieht sich verwundert zurück gelassen. Dürftig die Auskunft nach dem ganzen Rummel der täglichen Pressemitteilungen und Streikmeldungen. >>Wir haben eine Einigung erzielt<< Das [...]

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Günther Grass – der überschießende Beißreflex der Eliten

Die Diskussion ist pathologisch, die wahren Wutbürger sprengen ihre mühsam errichtete zivilisierte Schale und mutieren zu diesen Werwölfen mit Ladehemmungen. Der Zustand (der Eliten) dieser Welt offenbart sich nicht in diesem Gedicht, jedenfalls nicht ihre Gewaltbereitschaft, in der Reaktion auf seine Veröffentlichung schon. Und es darf angenommen werden, dass je genauer die Beschreibung, umso gewalttätiger [...]

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Mein M31, oder: versprochen, das nächste Mal bin ich mutiger

geheime wahrheiten
Bild: Geheime Wahrheiten

Demonstrationen sind Gelegenheiten, Menschen zu treffen, mit denen nur wenig Schnittstellen im Alltag bestehen – und mit ihnen gemeinsam zu handeln. Es läuft viel mehr ab als in den gängigen Berichterstattungen zu erfahren ist. Diese offiziellen Statements erfassen nicht die Breite des Geschehens, deshalb: hier eine sehr persönliche Ansicht, auch und gerade über das Klima der Angst, das die Herrschenden so wirksam verbreiten.

von Mimi

Das kleine Mädchen, ca. 9 Jahre alt, schaut zu mir hoch: „dein Gummibärchen schmeckt aber komisch“, ich hole die Verpackung aus meiner Jackentasche, darauf steht „Well forever Sport, ohne Fett“. Es sind Fruchtgummis sage ich dem ernsten jungen Gesicht (siehst du!).

Wir: sie, Ihr Vater, beide ihre Fahrräder schiebend und ich laufen gerade auf der Berlinerstrasse an Polizisten vorbei. Sie stehen Spalier, behelmt, maskiert, Blick geradeaus wie erstarrt. in ihrem martialischen Imponiergehabe (ist überhaupt was drin in der Montur?). Wir sind mitten auf der Demonstration zum Europäischen Aktionstag gegen den Kapitalismus, Motto: Kapitalismus ist die Krise zu dem linksradikale Gruppen und anarchosyndikalistisch Gewerkschaften aufgerufen hatten.

An dem Börneplatz stockt der Demonstrationszug und plötzlich will ich nur noch die Flucht ergreifen. Die Klon-Krieger haben mich doch eingeschüchtert. Ich verabschiede mich von meinen Kompagnons. Kurze Zeit später überholen sie mich mit dem Rad. Für uns ist die Demonstration zu Ende.

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Planungswerkstätten – die unendliche Geschichte

Die Herren und die Transparenz Das Harmonische, jener viel beschworene Zustand der befriedeten Frankfurter Stadtgesellschaft, das seinen Ausdruck in der konstruktiven Atmosphäre der ebenso hoch gehaltenen Planungswerkstätten so ostentativ vor sich her trägt, erhält immer wieder feine Risse. Sei es, dass die eine Seite immer weiter von ihren ursprünglichen Forderungen abrückt und damit eine einheitliche [...]

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Das “gute Leben” – Beitrag zum Kongreß “Wem gehört Frankfurt

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Auf den Kongreß ‘Wem gehört Frankfurt?’ am 18. März hielt der Vertreter der FALZ (Frankfurter ArbeitslosenZentrum) einen Beitrag, in dem er Möglichkeiten des “Wie weiter?” behandelte und der auf dem Abschlußplenum nicht mehr behandelt wurde. Da wir ihn jedoch für wichtig und inspirierend erachten, drucken wir ihn hier ab. Wir meinen, dass hier ein guter Aufhänger für weitere Kooperationen und Diskussionen gegeben ist, weit über diese Zeitung hinaus.

Das gute Leben

von Harald Rein

„Alles muss man selber machen….Sozialen Fortschritt erkämpfen!“, unter diesem Slogan fand am 14.01.2009 in Frankfurt der letzte Versuch statt soziale Initiativen, politische Gruppen und Einzelpersonen in der Banken- und Finanzmetropole zusammenzubringen, um gemeinsame Inhalte auf einer großen Demonstration zu transportieren. Trotz großer Beteiligung hinterließ weder die Vorbereitung noch Nachbereitung der Demonstration einen nachhaltigen Eindruck auf die beteiligten AkteurInnen diese Form der Manifestation möglichst bald zu wiederholen. Nur mühsam konnte ein Platzen des Bündnisses im Vorfeld vermieden werden, Diskussionsbeiträge waren durchsetzt von theoretischen Alleinvertretungsansprüchen der beteiligten Gruppen und Einzelpersonen, die Gesamtstimmung permanent aggressiv.

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Stadtsplitter – in die eigene Frankfurter Geschichte eintauchen

Betrachtungen beim Gang durchs Quartier

Es ist so eine Geschichte mit der eigenen Geschichte, sie weist so manche Biegung und Verbiegung auf, will man sich wirklich erinnern. Dabei tritt dies ab und an ganz spontan ein und ist nicht immer wirklich zufriedenstellend, besonders wenn man sich mit einem Thema herumschlägt, das nicht unbedingt erbaulich ist. nehmen wir mal das Schlagwort ‚Gentrifizierung’. Diese Erinnerungen werden so ganz beiläufig nach oben gespült, ein Gang durchs Viertel, die Erwähnung einer Strasse im “Nordend”.

Ich komme an Häusern vorbei, in denen sich „meine“ Wohngemeinschaften befanden, an weiteren, in denen befreundete WG zu finden waren, entweder besetzt und/oder legalisiert, oftmals auch ganz schlicht gemietet, war nichts besonderes damals, Wohnungen, in denen üblicherweise die UnterzeichnerInnen der Mietverträge längst in alle Winde verstreut waren, mit denen zusammen Mietstreiks organisiert und Räumungsbegehren abgewehrt wurden.

Dann passiere ich solche Häuser, in die „MitkämpferInnen“ als neue Eigentümergemeinschaft einzogen, lange bevor eine solche Tat als >>Gentrifizierung<< bezeichnet werden sollte. Schon hier zog sich ein Riss, waren diese Häuser zum Teil mit kriminellen Methoden entmietet worden, was jedoch ob der Freude am eigenen Heim sehr schnell in Vergessenheit geriet. Ausserdem: die „Neuen“ waren ja die Alten, Teil der eigenen Subkultur.

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Frankfurter Wahltheater – von Tigern und anderen schwarzen Kätzchen

Mein Gott war das ein Erlebnis ihn wieder zu sehen, unsere heimliche Kiezgrösse für den gehobenen Geschmack. Da prangt er doch tatsächlich im Medium unter großer Fahne, dort wo es ihn immer wieder magisch hinzieht, fachmännisch aufgenommen von unten, so wird der Macher erst imposant. Einer, der dereinst auszog, die Verhältnisse vom Kopf auf die [...]

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Frankfurt Blues – Abschied von der Partizipation

Dieses Wochenende findet in Frankfurt der Abschluss der ersehnten Planungswerkstätten zum „Kulturcampus Bockenheim“ statt, die regen Zuspruch fanden. Wir haben schon mal die Erklärung aufgesetzt, um sie entsprechend zu würdigen. Aber: nicht vergessen, noch ist nichts entschieden! Gut, dass wir miteinander geredet haben. Mit Fug und Recht können die Planungswerkstätten als voller Erfolg der lebendigen [...]

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„Wir sind ein Bild aus der Zukunft“

Wie schnell man die Zukunft schon hinter sich hat

Das Motto ist gut gewählt, die Regionen dieser Welt bewegen sich in denkwürdiger Gleichförmigkeit aufeinander zu – und dies keineswegs zum Besseren für die Mehrzahl der Betroffenen. Die Ungleichzeitigkeit dieser Entwicklung gibt uns Gelegenheit, an hand verschiedener Regionen einmal darzustellen, was uns erwarten könnte – nicht muss, da wir immerhin die Möglichkeit haben, andere Richtungen einzuschlagen. Das TINA-Gewäsch können wir getrost Merkel und Konsorten überlassen.

Wer immer meint, Hauptsache es trifft die anderen und wenn ich nur fest genug mit draufschlage, wird mir auch nichts passieren, wird sich bald mit Niemöllers damaliger Einsicht konfrontiert sehen: „…als sie die Kommunisten geholt haben, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist, als sie die Sozialdemokraten geholt haben, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie mich geholt haben, war keiner mehr da….“

…ein Deutscher, der auf einen Griechen schaut, der auf einen Inder blickt.

Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Nun, auf den ersten Blick nicht viel, so will es scheinen. Was hat dieser fleissige Deutsche schon mit dem listigen Griechen und vor allem dem im Aberglauben steckenden Inder gemein. Da ist dieser Exportweltmeister, der sich verwundert die Augen reibt, dass nicht alle anderen auch Weltmeister sind, der Grieche, der nur zusieht, wie er ohne Risiko seinen Vorteil ergattert und schliesslich, der langsam in den Genuss der westlichen Segnungen kommende Inder, der sich halt erst daran gewöhnen muss, dass die Mango nicht einfach in den Mund wachsen.
Indian Dreams

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Debattenkultur – Sudokus und andere wichtige Beschäftigungen

Da hat man doch gesehen, wie sich unser Finanzminister fit hält. Eisern hält er an seinen Übungen fest, Griechenland hin, Sudoku her. Er muss aber auch viel rechnen in letzter Zeit. Und er ist nicht allein mit derartigen Übungen, Kollegen aus Indien, genauer drei Minister eines südlichen Bundesstaates hatten sich auch filmen lassen als sie [...]

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Ein Kongress und eine Hoffnung – Nachbetrachtungen

Und sie bewegt sich doch! Zunächst mal: die Situation in Deutschland und Europa ist schon seit längerem unerträglich. In Deutschland können wir immerhin 10 Jahre Hartz IV feiern, die südliche Peripherie Europas wird nicht erst seit diesem Wochenende platt gemacht. Selbst das bürgerliche Feuilleton reagiert seit einiger Zeit höchst verschreckt. Der offene Krieg des neoliberalen [...]

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Eine Ohrfeige macht noch keine Kandidatin

Was braucht der Bundesvorstand der LINKE noch politische Gegner, schafft er es doch mühelos allein, sich grenzwertig aufzuführen. Aus der Empörung, nicht mit den grossen Hunden pinkeln zu dürfen, pinkelt man sich lieber selbst ans Bein. Die LINKE hat einen stattlichen Rohrkrepierer zustande gebracht. Konnte man bei GAUck  schon verfolgen, wie man beim Bluffen verliert, [...]

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Programm der Aktionskonferenz vom 24. – 26. Februar 2012

Hier das Programm der Konferenz: Freitag von 18 – 22h, Samstag von 11 – open end, Sonntag von 10 – 14h; Studierendenhaus in Frankfurt Bockenheim, Treffpunkt im Cafe KOZ Freitag Abend, 24.2.2012 18 – 19.30h: Ankommen/Essen und Kennenlernen 19.30 – 21.30h: Aufstände, Platzbesetzungen, Streiks – im Kampf gegen die Krisenregime: Talkshow mit BasisaktivistInnen aus Südeuropa [...]

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Griechenland – Fälschung und Aktion

Nachdem jetzt die SZ schon Bilder verfälscht (Die Unverfrorenheit, mit der in der SZ vorgegangen wird, scheint symptomatisch. Sogar die Quellenangabe ist verfälscht.), um auf die grosse Dankbarkeit der Griechen gegenüber der fürsorglichen Behandlung durch die deutsche Regierung im Besonderen aufmerksam zu machen, denken wir doch, dass es angebracht erscheint, einmal zu zeigen, wem der [...]

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No Troika – Veranstaltung

Aktionskonferenz vom 24. – 26. Februar 2012 Zeiten: Freitag von 18 – 22h, Samstag von 11 – open end, Sonntag von 10 – 14h; Ort: Studierendenhaus in Frankfurt Bockenheim, Treffpunkt im Cafe KOZ Der Kongress bietet die Gelegenheit, ohne den Filter der Mainstream-Medien über die Situation in den Ländern der europäischen Peripherie informiert zu werden [...]

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Grösster Anzunehmender Unfall GAUck

Ein einig Volk von Brüdern (und Schwestern). Zur Wahl des ersten Mannes. Nun ist es heraus, wir werden einen neuen integrativen Bundespräsidenten bekommen, einer, der sagt, was Sache ist, Pastoral ostelbisch, der gute Hirte, mit Argusaugen wachend über die Freiheit. Jetzt wird wieder Verantwortung übernommen (Normalbürger), Zivilcourage als solche auch wieder belohnt (Sarazin), Schluss mit [...]

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Zivilgesellschaft – anderswo

Team Anna – die neuen Mittelschichten machen mobil

Irgendwelche Figuren, die sich als Reinkarnation Gandhis zelebrieren und ihren Forderungen mit medienwirksam inszenierten Hungerstreiks Bedeutung zu verleihen suchen, gibt es zu allen moeglichen Anlaessen in Indien. Wohlweislich sind ihre Fastenkuren stets begrenzt, denn sie moechten ja gerne ihren Erfolg auskosten.

Was also ist anders im Falle des Anna Hazare und seines Teams Anna?

Einerseits werden sie hoch gelobt als Aufbruch in die Zivilgesellschaft, andererseits geben sie mehr als genug Anlass, ihnen mit aeusserstem Misstrauen zu begegnen, streuen sie doch reaktionaere Moralen, die dem mittelalterlichen Indien entsprungen sind.

Nun: Hazare hungert wieder einmal fuer die Einfuehrung eines Anti-Korruptionsgesetzes, auch dies ist nicht das erste Mal, dass dagegen protestiert wird, dass Korruption so alltaeglich ist wie der Sonnenaufgang. Doch dieses Mal folgen dem Aufruf vor allem die wirtschaftlich potenten Mittelschichten der Staedte in einem Ausmass, das selbst den Intiator ueberrascht. Der Zeitpunkt ist genauso geschickt gewaehlt wie das Thema, sind doch Wahlen in einigen bedeutenden Bundesstaaten. Der Angriff gilt der gesamten herrschenden politischen Klasse. Das ist nicht nur griffige Parole, sondern spiegelt sich auch wider in den Forderungen nach Einsetzung eines Gremiums mit weitreichenden Befugnissen, die auch noch dem letzten Provinzpolitiker den Angstschweiss auf die Stirn treiben, die “neuen Leistungstraeger” wollen den alten Fuersten die Definitionshoheit entreissen und den Staat auf das zurueckschrauben, was wohlbekannten neoliberlaen Gedanken entspringt.

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Streiflicher Indien – Talentierter Mittelstand im TV

Alle Welt redet über den aufstrebenden Mittelstand Indiens, der sich wettbewerbslüstern gibt und den vielen Bedrohungen der Globalisierungsverlierer hier und dort trotzt.

In Indien wird in allen Kanälen weiter appelliert mitzumachen, und die Botschaften natürlich – wie hier – direkt in Video übersetzt. Eine kleine Kostprobe südasiatischer Talentsuche geht gerade durchs Web, schaut euch die wirklich einträgliche Erfolgsmasche in Ruhe an.

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Streiflichter Indien

Der FGZ-Korrespondent in Indien möchte mit “Streiflichtern” unsere Perspektive ein Stück aufweiten. Dort gibt es ausser billigen Programmierern und vielen Menschen eine Menge anderes. Zum Beispiel viele neue Atomkraftwerke. Die gefallen nicht allen.

Bewegungen – und auch keine

Landnahmen seitens Verwertungsinteressen sind hier in Indien an der Tagesordnung – bis hin zu veritablen Buergerkriegen. Lange waren Landnahmen fuer AKW lediglich ein Teil davon, ohne dass sich die Proteste explizit gegen die Atomkraft richtete. Auch in Jaitapur, Mharashtra war dies zunaechst nicht anders. Mittlerweile formiert sich allerdings landesweit die gegen AKW gerichtete Bewegung .

jaitapur

Hier gab es in den letzten Jahren die groesste Protestbewegung mit ueber 250,000 Teilnehmern und vielen Toten. Das liegt sicher an den gigantischen Ausmassen ( 6 x 1,600 MW) dieses Vorhabens, dem mehrere tausend Familien zu weichen haben. Der Standort ist knapp 200 km suedlich von Bombay (ueber 20 Mio Bewohner) und noch naeher am boomenden Puna (ueber 5 Mio), um nur die beiden goessten Ansiedlungen zu nennen. Und mittlerweile dehnt sich die Bewegung aus, so wurde im suedlichen Tamil Nadu die Inbetriebnahme eines Meilers von der Bevoelkerung verhindert.

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Berichte von der Sozialfront – Resteverwertung

Wenn jetzt das Netzwerk gegen Lohndumping in der sozialen Arbeit demonstriert (s. Blind Dates), dann ist dies ein Hinweis darauf, was auf diesem Gebiet der Klassenkampf von oben so alles anrichtet, darüber soll aber auch nicht vergessen werden, was im Schattenreich der neoliberalen Stadt so alles herumgeistert. In den letzten Jahren hat sich in aller [...]

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Berichte von der Sozialfront – Griechenland

Bekanntes Szenario. In Tunesien war dies ein Anfang, in Thessaloniki ist es die gleiche Verzweiflung. Kein Geld, kein Kredit, keine Zukunft. Über die Verhältnisse gelebt, Frau Merkel? Tja, wenn das Vertrauen der Märkte fehlt……. Bild: Le Figaro ……da kann sich sich die Selbstmordrate innerhalb kurzer Zeit verdoppeln.

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Campus Bockenheim – der Leuchtturm zieht die Motten an

So, Kaufvertrag besiegelt, Bebauungsplan heimlich bereits abgenickt. Strahlend wird er da stehen der „Kulturcampus“, und in seinem Licht beginnen die Motten zu kreisen. Kultur für alle – die dazu gehören. Selbstverwaltung, natürlich unter der Kontrolle der etablierten Einrichtungen, Kreti und Pleti brauchen Führung und Letztere ein Haus, um sie auch auszuüben. Neben den Institutionen von Weltrang kann eben nicht einfach jeder und dann noch unprofessionell, das geht schon gar nicht. Da sitzt dann auch ein grüner Herr Baier und nickt staatstragend, schon schwer, so ganz ohne Rückgrat nicht umzufallen.

Es melden sich die ¾ Arrivierten, denen nicht nur eine adäquate Spielstätte an prominenter Stelle zusteht, sondern die sich als die natürliche Führungsgruppe empfehlen. Das wird Roth und Junker gut gefallen. Die Vorstellungen dieser Leute sind elitär und zielen auf Eliten, also genau das, was zu diesem Kulturcampus passt. Sie reihen sich in die Phalanx der globalen Player.
Die GRÜNEN preschen vor, hier die AG Kultur, die sich die Vorstellungen ihrer Klientel präsentieren liessen. Bunte Vielfalt, die ich meine!

(s. auch Kurzmeldung GRÜNE zum Kulturcampus)

Das Erscheinen dieser Gruppen kann als sicheres Indiz dafür gewertet werden, dass im Rahmen des Leuchtturmplanes noch etwas zu verteilen ist. Als angeblich freie Gruppen von Weltrang meldet man da schon mal seine Forderungen an. Die Referenzen stimmen, der politische Hintergrund auch. Sie drängen sich förmlich auf, da sie als „Freie“ für die geforderte Offenheit stehen (ähnlich wie ‚die Stadt gehört Dir’). Sie empfehlen sich als weiche Standortfaktoren und fordern Teilhabe. Und sie passen ja auch wirklich in das ABG-Konzept. Vor allem kann man mit ihnen die Schmuddelkinder aus dem Rennen werfen und dabei auf die Vielfalt hinweisen, für die solche Gruppierungen angeblich stehen.

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Dame Roth hält Audienz

Am Montag, den 12. September 2011 ist es so weit. Pünktlich 18 Uhr 15 ist die geneigte Öffentlichkeit zum Defilee geladen. Natürlich auf dem in Zukunft so wundervollen neuen Areal, dem „Kulturcampus Bockenheim“. Es darf geschwärmt werden, von den strahlenden Neubauten (Leuchttürme), den satten Grünanlagen, der Kultur, die nun endlich auch Bockenheim erreicht. Und selbstverständlich [...]

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Herzlichen Glückwunsch, Frau Roth – es ist vollbracht!!

Für 90 Mio. Euro ist das Areal in Bockenheim über den Tresen gewechselt, mit roten Köpfchen und hoch erfreut, dass es wieder einmal ohne jegliche Mitsprache und parlamentarische Kontrolle durchgezogen werden konnte, stellten sich die Lichtgestalten der Presse. Endlich können Sie loslegen, Frau Roth, und wir uns freuen. Es wäre auch zu traurig, wenn Sie [...]

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Eine Leuchte für finstere Zeiten

Michelle Bachmann aus dem HERZEN der USA hat mit ihrer triumphalen Initiative, die in den Wirren sozialistischer Umgestaltungsversuche die Welt in Atem hielten, auf der Nabelschau der republikanischen KandidatInnen wohl endgültig die Weichen für ihre Kandidatur gestellt. Nach dem üblichen Bekenntnis zu keinen Steuern verkündete sie unter frenetischem Jubel, ihr sei ein essntieller Teil amerikanischer [...]

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Was eine Räumung alles verrät: Bemerkungen zu einem legalen und doch letztlich antisozialen Vorgehen.

diese Stadt macht uns Bienen Kummer 2011

Präzedenzfälle sind stets ein gutes Mittel, um auf die realen Verhältnisse aufmerksam zu machen, den Beteiligten klar vor Augen zu führen, wo sie stehen in der gesellschaftlichen Rangfolge und wo sie hingehören. Vor dem Hintergrund steter Verknappung von bezahlbarem Wohnraum fällt deshalb eine konsequent vollzogene Zwangsräumung umso mehr ins Gewicht. Das so legalisierte – nicht legitimierte – Vorgehen dürfte seine Wirkung nicht verfehlen.
Besonders da die betroffene Familie gut gewählt war, ein so geschätzter Migrationshintergrund (mein Gott, was für eine Sprache, schauderhaft) und Transferleistungsempfänger (gehört in die gleiche Kategorie der Unwörter). Damit lässt sich punkten.
Der Präzedenzfall: Am 30. Juni wurde die fünfköpfige Familie Tosun von Geriichtsvollzieher und Polizei aus ihrer Wohnung im Mainfeld geworfen. 30 Jahre lebte sie dort. Der Boden, den Fikret Tosun verlegt hat, wird herausgerissen, Gardinen und Möbel beschädigt. Anlaß der Räumung: Mietrückstand. Seit Fikret Tosun seinen Job als Lagerarbeiter verloren hat, ist er Hartz-IV-Empfänger. Nach der, wie die FR schrieb “rabiaten Räumung” demonstrierten Nachbarn unter dem Slogan: “Gebt uns unsere Nachbarn zurück!” und sammeln über 200 Unterschriften. Die Linke und die Migrantenorganisation DIDF unterstützen sie.

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Aufrüstung an der europäischen Sozialfront – hessische Vorstöße

Es sollte nur ein Artikel werden, doch sind die Aktivitäten seitens der herrschenden Eliten, angetrieben von deren ungebremsten Eifer, zu vielfältig, immer weiter auf der Suche, wo noch etwas zu holen ist. Unten natürlich, oben gibt’s nix zu holen! Eine neue Gesetzesänderung soll es nun richten.

Schlafstelle

Es wird überall gezündelt – sich dann gewundert und empört, wenn es zu einer Explosion kommt. Salbaderndes Gerede von rationalen Entscheidungen finden dort keinen Adressaten mehr, wo das offizielle: jeder für sich! Auf die trifft, die mit dem Rücken an der Wand stehen, auf dass sie besser niedergeknüppelt werden können.

Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Initiative der Regierungsfraktionen in Wiesbaden und den Eruptionen in Großbritannien. Wer dies nicht wahrhaben will, sollte sich am besten sofort in die entsprechende Gated Community begeben. Das in letzter Zeit oft gehörte „Jetzt reicht’s“ hat viele Sprachen und viele Gesichter. Das sollte im Hinterkopf sein beim Lesen.

Der selige Herr Koch ist einmal nach USA gefahren und dort hat er entscheidende Inspiration erfahren. Angetan von dem Musterland sozialer Bemühungen, begann er sofort diese wertvollen Richtlinien umzusetzen, da auch hierzulande die notwendigen Reform-Maßnahmen anstanden, die Schröder nach seinem Spezi aus der Wirtschaft nannte. Das Wunderwerk Hartz IV verlangte ein Gesetz zur Umsetzung, damit die vielen neuen Job-Center auch effizient arbeiten könnten.

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Leitfaden für Entmieter – kurzes Kompendium der Praxis

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Aus gegebenem Anlass wollen wir unterstützend in die Debatte um die Zukunftsfähigkeit dieser Stadt Stellung nehmen. Um nun den Erfolg etwaiger gerade stattfindender Auseinandersetzungen nicht zu gefährden, wird der anschliessende Leitfaden recht allgemein gehalten, Anpassungen an die konkrete Realität bleiben den Beteiligten überlassen.

Aus gutem Grund sind Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Ereignissen unvermeidlich. Dies ist nicht böse Absicht, sondern liegt in der Natur der Sache, da es sich ja um einen Praxis-Ratgeber handelt. Reaktionen à la „genau wie…“ sind verständlich, aber finden nur im Kopf des Lesers statt.

Nach längeren Diskussion wurde die Veröffentlichung beschlossen, obgleich stets die Gefahr besteht, dass die falschen Leute sich diese Informationen zunutze machen könnten.

Exkurs: Planspiele

Sehen wir uns – rein hypothetisch zunächst – einmal an, wie ein wirkungsvolles Vorgehen aussehen könnte. Es sei hier nochmals betont: natürlich wird hier ganz allgemein diskutiert und lediglich Möglichkeiten erwähnt, ohne bereits einen direkten Bezug zu den Vorkommnissen in der Stadt Frankfurt damit nahe legen zu wollen. Wie gesagt: Planspiele eben, deren Koinzidenz mit realen Gegebenheiten rein zufällig, jedoch ebenso unvermeidlich sind.

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Aufrüstung an der europäischen Sozialfront

Gewisse Werte sind in der abendländischen Kultur tief verankert und werden unter den verschiedensten Bedingungen immer wieder nach oben gespült. Dies gilt vor allem im „sozialen Bereich“. Arbeitshaus, Arbeitsdienst, Galgen und elektronische Überwachung sind einem solchen Wert zugeordnet, alles phantasievolle Instrumente wie sie ansonsten nur noch bei der Verfeinerung von Foltermethoden beobachtet werden kann. Im Folgenden avantgardistische Entwicklungen auf dem Feld „Arbeitsmarkt“.

Die Aufmerksamkeit, die quer durch die Zeiten und Systeme den „Nicht-Arbeitenden“ gewidmet ist, wird seit jeher getragen von zwei unverrückbaren Säulen: einmal von der Sorge der Herrschenden um die Sicherung ihres Teiles am Gesamtvermögen der beherrschten Areale, zum anderen von der Sorge der kleinen Leute, den Rest auch noch teilen zu müssen.

Die Sorge war einmal tragendes Konzept der klassischen antiken Philosophie und mithin der ihr entstammenden Politik. Mittlerweile hat sich der Begriff der Sorge etwas gewandelt, erweitert sozusagen und begegnet uns als Sorge um den eigenen Status in Form des „Jeder ist sich selbst der Nächste“.

Müll-Sammler

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Bürgerbeteiligung à la Frankfurt – das ist so beschlossen

Was die Herrschaften darunter verstehen und wie sie es verstehen, sie dann zu umgehen.

Schwadroniert hat Frau Roth lange: von Bürgforen, dann Planungswerkstätten aber auch von Sachzwängen und Refinanzierungspflichten und Koalitionsverträgen. nur: die wichtigsten Verträge hat sie dabei ganz vergessen.

Klar und deutlich wird das Kalkül, betrachtet man das Letter of Intend von Römer und ABG, die erklärte Grundlage des Kaufvertrages zwischen der Stadt – nein der ABG Holding – und dem Land Hessen für den Ankauf des alten Campus-Areals in Bockenheim.

Planung Campus

Auf den ersten Blick möchte man meinen, hier ringen zwei Partner um den größtmöglichen Vorteil für beide Seiten, was öffentlichen Körperschaften auch gut anstünde, aber nur auf den ersten Blick. Sobald man die Materie genauer unter die Lupe nimmt – und sich die Akteure realistischer vorstellt als sie sich selbst darstellen – dann schwindet schnell, was sich eventuell als Hoffnungspflänzchen ans Keimen traute.

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Scheingefechte – Popanz „Rating-Agenturen“

Was geht hier ab?

Es geschieht mit schöner Regelmäßigkeit: wann immer irgendein Politiker verkündet, dass alle notwendigen Massnahmen ergriffen wurden, die Völker, die diese erleiden müssen zudem noch diese Kappen gewählt haben, dann weiß man an der Wall Street, dass hier das Ziel reif geschossen wurde. Nun kann man in aller Ruhe den nächsten Schritt vornehmen.

In schönstem Teamwork gingen Standard & Poors und Moody’s dabei vor. Für die Verfechter des Systems ist dies lediglich ein weiterer Beweis für die Funktionstüchtigkeit des Systems. Zwei verschiedene Agenturen, gleiche Einschätzung, wenn das kein Beleg für die Objektivität der Methodik.

Zunächst wurde die Beteiligung der privaten Banken und Versicherungen gekappt und mitten in diese Hilflosigkeit der nächste Stoss angebracht, man erklärt kurzerhand ein ganzes Land als Schrott.

Die Pappnasen, gemeinhin Politiker genannt, die willig das Spiel mitspielen, sind entsetzt, eine kleine Belohnung wäre doch drin gewesen für ihren vorauseilenden Gehorsam, sie sind beleidigt. Doch mal ehrlich, da werden 750 Milliarden bereit gestellt und dann wird sich gewundert, dass die auch abgeräumt werden. Na also so was!

Und jetzt sind halt die bösen –amerikanischen – Agenturen schuld.

Nur: darum geht es doch nun wirklich nicht. Sie sind beileibe kein Hort finstrer Verschwörung gegen unseren heiß diskutierten Euro, sie sind lediglich der sichtbarste Teil eines sich selbst bestätigenden Systems. Ob sie fortbestehen oder auch nicht, ob irgendein Hansel ein „europäisches Institut“ hervorzaubert, ist recht bedeutungslos.

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Welt des schönen Scheins – geht weiter

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Kaum einem unvermeidlichen erscheinendem Schicksal entronnen, kommt ihm selbiges von der anderen Seite des Atlantiks wieder entgegen. DSK hat einfach kein Glück mehr bei Frauen (ausser der eigenen).

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Die Verwirrungen des Herrn Wolffsohn – wie man gezielt Unruhe stiftet

Der vermeintliche natürliche Gegensatz – Juden als Feinde der Linken – ein Pharisäer der Mitte – Historiker auch noch

Manchmal befällt mich während einer Lektüre das kalte Grauen. Es fällt mir dann schwer zu glauben, das Geschriebene könne nicht von einem pubertierenden Comedian oder aus der Feder eines esoterischen Verschwörers stammen, der seine Einsichten direkt aus der dunklen Materie zieht.

Nun gibt es aber Themen bei denen stockt mir etwas der Atem, wenn ich auf derartige Beiträge stosse, weil ich denke, dass hier ein Fanatismus tobt, der vor nichts Halt macht, sobald er sich ausleben darf. Dass es dabei auch um so etwas wie intellektuelle Redlichkeit geht, ist momentan durchaus nicht selbstverständlich, wie uns fast täglich vorgelebt wird.

Ein herausragendes Beispiel für das , was am Rande des Erträglichen sich bewegt, hat Herr Wolffsohn (seines Zeichens Professor für neuere Geschichte an der Bundeswehrakademie) in der Financial Times Deutschland abgeliefert, dessen Redlichkeit immer weiter hinter den propagandistischen Zweck zurückfällt.

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Alptraum Europa

Klassenkampf aus höchstem Niveau. Schuldenbremse und Wettbewerbsfähigkeit die Kampfbegriffe. Mittelschicht-Chauvinismus für den >>kalten<< Bürgerkrieg. Der vordergründig lokale Charakter der Ereignisse.

Was derzeit in Griechenland abläuft, ist ein Vorgeschmack auf unser aller nächste Zukunft. Auf Kosten der griechischen Bevölkerung oder doch zumindest der überwiegenden Mehrheit wird geprobt, was demnächst Spaniern, Portugiesen, im nächsten Schritt Italienern und Belgiern angedeihen wird und dort reibungslos funktionieren soll. Man will die Finanzmärkte ja wohl gesonnen. Und unter Federführung der „Rating-Clowns“ (Financial Times D) wird an den Fortsetzungen schon gearbeitet (wie auch die vermeintliche Drohung in Richtung USA unmissverständlich klar machen sollte).

In beeindruckendem Gleichschritt marschieren Europas Wahlvölker mit dem Kapital. Wohin man schaut, recht „alternativlos“ werden überall die an die Macht gespült, die ankündigen, noch härter gegen die Lebensgrundlagen der (eigenen) Völker vorzugehen.

Kein chauvinistisches Argument ist zu billig, keine Unwahrheit zu abstrus (in vorderster Front: Frau Merkel. Man denke nur an die Urlaubszeiten und das Rentenalter), die Sandkasten-Heinis der FDP schäumen bereits vor Begeisterung (das spitzbübische Lächeln, wenn Rösler von ‚Hausaufgaben’ spricht, kennt er nämlich noch).

Im Gegensatz zu Libyen und Syrien werden hiesige Kollateralschäden wohl äusserst dezent entsorgt werden.

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Ostend in bester Ordnung

Zur Veranstaltung “Das Ostend im Wandel” im Institut für Neue Medien

Derartige Veranstaltungen beschreibt man am besten mit dem Fazit, das durch sie weiter verbreitet werden soll. Für das hier im Zentrum stehende Ostend lautet dies folgendermassen: “hier ist die Welt in Ordnung und es wird noch schöner werden. Dabei hatten nur die Vertreterin der Frankfurter Soziologen und der Mann vom Jugendladen Bornheim ihre leichten Zweifel, ob das denn so stimme. Die Vertreterin der „Bevölkerung“ – mir erschien sie ein bisschen wie Mutter Theresia mit Perlenkette – kümmerte sich denn auch um die Situation der Fußgänger auf der Hanauer Landstrasse (innenstadtnaher Abschnitt).

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Insbesondere die EZB verändert überhaupt nichts, weder die Läden, noch die Wohnsituation.

Als wir dann auf dem Rückweg waren, hatten wir die bereits eingetretenen Veränderungen sehr deutlich vor Augen. Und die werden sich Richtung Innenstadt rapide vermehren, sobald die Bauarbeiten in ihr Endstadium treten.

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Von Hochhäusern und anderen Schwarzbauten

Ein Urteil und seine möglichen Folgen

Frankfurts imponierende Skyline – soviel scheint sicher und diese Behauptung dürfte wohl einer gerichtlichen Überprüfung standhalten – weist einen gravierenden Mangel auf, der bei konsequenter Auslegung ihr Ende herbeiführen könnte. Zugegeben, das ist nicht sehr wahrscheinlich, doch gleichwohl eigentlich rechtlich bindend.

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Am 17. Mai diesen Jahres kam es zu einem bemerkenswerten

Urteil am Verwaltungsgericht Frankfurt.

Die derzeitige Hochhausruine an der Eschersheimer Landstrasse/Ecke Querstrasse war Gegenstand einer Klage. Wie üblich hatte die Bauaufsicht auf Betreiben der Stadtpolitik bzw. ihrer hohen Repräsentanten in bestem Einvernehmen mit dem damaligen Bauherren dieses Hochhaus 1974 mittels der beliebten Befreiung von den Auflagen des Bebauungsplanes augenzwinkernd durchgewunken. Nun beantragte der neue Eigner eine erneute Änderung, die noch weiter vom immer noch gültigen Plan abweicht – und handelte sich eine Nachbarschaftsklage ein.

Kurz: er hat sie gewonnen, der Nachbar.

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Die Welt des schönen Scheins – unglaubliches

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Als Beobachter der Zeitläufte stolpert man immerzu über die Behauptung knapper Ressourcen. Ebenso beständig ist man in Versuchung, dieser zuzustimmen, wenn es um Vernunft geht (nicht: Verstand). Nun scheint sie nicht zu den essentiellen und schon gar nicht zu den erwünschten Gütern zu gehören und der Wunsch, damit ausgestattet zu sein, folgt in der Rangliste hinter Auto, Kühlschrank, Ferienreise, Sieger bei DSDS oder gar Borussia Dortmund.

Den offenkundigsten Beweis für die Knappheit liefert in regelmässigen Abständen das Ministerium für Arbeit und Soziales und nährt so die Vermutung, dort komme man gänzlich ohne sie aus.

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Wem gehört die Stadt – eine erneute “Diskussion”?

Ein Abend mit den Stadt-Gewaltigen zum Campus Bockenheim im Rundschauhaus in Sachsenhausen.

Nein, Frau Michels, und wenn sie noch so sehr um Harmonie bemüht sind, da war nix von inhaltlichem Entgegenkommen. Herr Junker von der AGB und Dame Roth sprachen Einladungen aus, sieht man jedoch genau hin, ist das so wie der Amerikaner, der mir auf dem Flughafen begegnet und dann sagt: „wenn du mal in New York bist, komm vorbei.“ Wehe, wenn ich das dann mache, er ist entsetzt über so viel ungebührliches Betragen. Ausserdem geht es nicht darum, einfach mal nett zu sein zueinander und schon öffnet sich die schöne neue Welt

Da verfälscht der gängige Journalismus aus bester Absicht, doch schon Lichtenberg meinte, dass es unmöglich ist, die „Fackel der Wahrheit“ durch eine Menschenmenge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen. Nach so einer Schmonzette wollen wir hier erstmal die breiigen Äusserungen von Dame Roth und ihrem Vasall Junker in Klartext bringen:

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Klartext

Diese Stadtregierung und insbesondere Dame Roth und ihr getreuer Frank Junker, ist gewillt, dieses IHR Projekt durchzuziehen, mit allem Glanz und aller Gloria zur Verewigung ihres gestalterischen Ruhmes.

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Nordend – kein Spass mehr

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Man weiss nicht so recht, was davon zu halten ist, das hochpreisige Nordend kämpft mit dem eigenen Standort-Vorteil und zeigt eine Leidensmiene, die seiner Attraktivität geschuldet ist. Es dreht sich wieder einmal um den Friedberger Platz, hoch gelobt und grossflächig vermüllt.

So schwankt man allenthalben, die einen auf Grund exzessiven Alkoholgenusses, die anderen vor lauter Bedenken, im Versuch, es allen Recht zu machen. Es wird darauf hinauslaufen, dass zuerst der Platz eingehaust wird. Die einfallenden Horden sehen überhaupt nicht ein, dass sie auf ihr Vergnügen nach all den Anstrengungen, den allgemeinen Wohlstand zu heben, verzichten sollen, denn das steht ihnen, den Leistungsträgern, einfach zu; die anderen verrenken sich in dem Bemühen, den Standort zu wahren und die heile kleine städtisch-bürgerliche Welt zu wahren, in die sie sich so mühselig eingekauft haben.

Das erinnert an die wirkliche Urmutter aller Spontanfeten in Frankfurt. Dazu müssen wir etwas in die Geschichte der Stadt eintauchen, so Mitte der Fünfziger, dem Jahrzehnt mit all seinem Muff und dem jenseits des Atlantik kommenden Rock’n’Roll.

Tatort: man glaubt es nicht: die Hauptwache.

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Dame Petra Roth lädt – und wird gestört

Das Ambiente erscheint sorgsam ausgesucht. Hier hat sich das weltoffene Frankfurter Bürgertum getroffen. Frankfurt hat wohl zwei Orte, an denen die „Wohlhabenheit“ dieser städtischen Eliten sich gerne gezeigt hatten: die Alte Oper und eben diese Aula der Universität. Adrette Hostessen fragen, ob sie behilflich sein können. Die Ordnungsmacht ist ausreichend und doch unaufdringlich präsent, leider kein kaltes Büffet oder wenigstens ein Gläschen Schampus. Es soll um einen „Kulturcampus“ gehen, die Einschränkung ist sorgfältig gewählt, ebenso die anvisierte „Öffentlichkeit“. Der Rahmen ist vorgegeben, dem Status der verschiedenen gesellschaftlichen Stände entspricht die Choreographie. Das plebejische der Talkshows gilt es zu vermeiden, deshalb der Eskort-Service. Ein bisschen Buntes ist gewünscht, so bildet sich Leben ab, das als weicher Standortfaktor nicht mehr zu übersehen ist.

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Die Welt des schönen Scheins – bedächtiges

Varkala + 011

Warum machen die Amis nur so einen Eiertanz um die Geschichte mit Bin Laden. Da wird gelogen und beschönigt, dabei wartet man doch nur auf das klärende Wort: wir sind da rein, haben gesagt, das war’s und abgedrückt. Sauberer Kopfschuss, kurzer Prozess, einmal erkennen sie den Gerichtshof in Den Haag eh nicht an, zum anderen finden es die Leute gut. Gibt es denn einen besseren Beleg als unsere endlich wieder mal lächelnde Kanzlerin?

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Aktionstag „Wem gehört die Stadt“ – 11. Juni 2011

Endlich kommt Bewegung in die Stadt. Nachdem es in Frankfurt so ruhig war – auch zum 1. Mai – dass man schon meinen konnte, eine Neutronenbombe wäre eingeschlagen, hat sich nun ein Reihe von Initiativen entschlossen, ein Netzwerk aufzubauen. Dieses soll mit dem geplanten Aktionstag aus der Taufe gehoben und einer breiten Öffentlichkeit sichtbar gemacht [...]

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Die Welt des schönen Scheins – beständig

Die OECD hat nun bescheinigt, dass in Deutschland viel Geld für Kinder ausgegeben wird, gleichwohl nimmt die Ungleichheit zu und die Zahl der Kinder ab. Eigentlich besagt die Studie ja, dass Frauen in Deutschland bescheuert sein müssen, sich dieser Tortur zu unterziehen. Und das sind sie offensichtlich nicht. Gratulation, meine Damen! Geht man zu der [...]

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Die Welt des schönen Scheins – unsortiert unbeständig

Varkala + 041

Der 1. Mai hat dieses Jahr mehrfache Bedeutung. Und im Grundsatz könnte er internationaler werden als vielen hierzulande lieb sein dürfte. Es gilt die „Arbeitnehmer-Freizügigkeit“ innerhalb der EU. Ich warte immer noch darauf, dass die Bild-Zeitung ihren Dauerkampf für die Freiheiten der Autofahrer beendet und mit Bildern aus der Völkerwanderung unsere nähere Zukunft beschwört. Halb Osteuropa sitzt auf gepackten Koffern, um endlich das europäische El Dorado zu plündern. Also: Deutsche versteckt die Wertsachen, besonders Arbeitsplätze, sonst klauen sie die Polen (warum immer nur auf die Polen?).

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Die Welt des schönnen Scheins – neues Unsortiertes

Varkala + 026

Das erste Ziel junger Frauen in Italien ist es ins Fernsehen zu kommen, dies mit voller Unterstützung der Mütter, Studium oder ähnliches ist was für Hässliche oder leicht bescheuerte. Da wundert es wenig, dass 70 % der befragten Frauen mit dem „Cavaliere“ in die Kiste hüpfen würden, immerhin besitzt er ja die in Frage kommenden Fernsehsender.

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Die Welt des schönen Scheins – weiterhin Unsortiertes

2. Folge Jetzt kommt auch noch die Nachricht, dass Obama nach 2012 immer noch nicht genug herumdilettiert hat und weitere vier Jahre den Nachweis zu erbringen gedenkt, was alles nicht machbar ist. Das ist grandios, die Arbeitsplätze auf Guantanamo dürften damit mittelfristig gesichert sein. Sein Jahrhundertwerk Gesundheitsreform erinnert denn auch an seinen Bruder im Reform-Geist [...]

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Die Welt des schönen Scheins – Unsortiertes vorgelegt

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04.04.2011

Alles Bestens. Eine neue Etappe wird eingeläutet, die alten Fehler werden ausgemerzt. endlich wird Wachstum nachhaltig. Die Erdöl-Fuzzies atmen auf, wird der Gebrauch von Bio-Sprit jetzt endlich durchsetzbar. Dass so manch Teller Haferbrei (Priol, in: Neues aus der Anstalt) in die Luft geblasen wird, tut dem guten Gewissen deutscher Rechthaber und Besserwisser keinen Abbruch, sobald die Autobauer verbindlich erklärt haben, dieses Gebräu schade nicht. Nur sollte der Anbau auch bio-dynamisch erfolgen, sonst könnte die Feinstauberzeugung infolge Dioxinen und anderen Folgeprodukten wieder ins Gerede kommen und dies schadet nicht nur dem Motor.

- – - – -

Katastrophen haben kurze Halbwertszeiten, zum einen gewöhnt man sich daran, so dass der Nachrichtenwert schnell gegen Null geht, zum anderen fällt dies umso leichter, je weiter weg sie sich ereignet haben. Mitleid nährt sich aus den Erfolgsmeldungen der eigenen Wirtschaft.

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Nachbetrachtungen

Zäsur, historisches Ergebnis, Energiewende. Alles wird anders. Damit es weiter gehen kann wie bisher. Wenn wir einmal von der Kaffeesatz-Leserei absehen, die die Befindlichkeiten des Wahlvolkes (eine Subspezies ohnehin nur) zu deuten beansprucht, sind es die Reaktionen der Kapitalmärkte, die uns eher verstehen lassen, was sich gerade abspielt, als die mehr oder minder tiefschürfenden Statistiken oder atemlosen soziologischen Analysen.

Deutlicher als jede andere Kennziffer, mit der diese Gesellschaft gezeichnet werden soll, tritt hier zutage, welcher Kurs eingeschlagen werden soll. Energiepolitik wird zum Markenzeichen eines ausgerufenen „Kapitalismus Soft“, einer Marktordnung mit verkleinertem Restrisiko. Schon gefällt man sich im Schwadronieren über gewaltige Anstrengungen und die Bereitschaft der Industrie, „ihr Scherflein beizutragen“ (Verband der Maschinenbauer auf der Hannover Messe) und der Schaffung – massenhaft – neuer Lohnarbeitsplätze. Die Börsen goutieren diesen neuen Optimismus – der noch nach jeder Krise gepredigt wurde.

Verschiebungen – industriell

Varkala + 059

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Verschiedene Kulturen

In Japan hat sich ein Vorstand der Betreibergesellschaft TEPCO in einem Lager entschuldigt und Kompensationen zugesagt, in Berlin hat die Bundesregierung eine Ethik-Kommission berufen. Reaktionen auf das Unwahrscheinliche mit beachtenswerter Realität.

Vernetzung Energietechnik und Firmen

Mal angenommen

Man stelle sich das einmal vor: Ackermann und Spießgesellen fahren durch die Obdachenlosen-Camps in den USA, verneigen sich und versprechen, den Schaden erträglich zu gestalten (kann ja . Angesichts allein der vielen drohenden Gerichtsverfahren (ohne die 500 Mio., die sie Gref-Völsings verteilen)bereits in den USA gelegt haben) wäre der Finanzplatz Frankfurt auf unabsehbare Zeit recht mau bevölkert – und die Orthopäden hätten keinen freien Termin mehr.

Na ja, so geht das also, wenn Verantwortung persönlich übernommen wird. Die Wölfe biedern sich den überlebenden Schafen an. Könnte zum festen Bestandteil betriebswirtschaftlicher Ausbildungsgänge werden. Dann brauchten wir auch keine Ethik-Kommission, die Gelder stehen für mobile Krematorien zur Verfügung.

Überhaupt: eine Atom-Ethik-Kommission: wen adressiert die eigentlich? Die Elemente und welche besonders (vielleicht Plutonium ist das Hinterfotzigste), die Technik, die Betreiber, die Aufsicht oder doch das Volk?

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Moratorien und andere Spielereien

Hält schon !

Japan und die Sorge um die Grosstechnologie
Auf den ersten Blick wirkt es hektisch, unentschlossen, panikhaft. Doch ist dem so? oder steckt dahinter ein Kalkül – und zwar eines, das mit einem dann gestärkten Glauben an die Machbarkeit die Alternativlosigkeit von Grosstechnologien feiern und die Einwände vom Tisch fegen lässt.

In ungewohnter Eile verkündete die ausgewiesene Lobbyisten der Atomindustrie ein Moratorium, obgleich sich die Sicherheitslage der deutschen Meiler kaum infolge des Erdbebens sonderlich geändert haben dürfte. Da sind viele Streicheleinheiten verteilt worden, wurde eine Mutter der Nation auf die Bildschirme gezaubert, die voller Sorge nichts unversucht lässt, um Schaden abzuwenden. Alles Wahlkampf tönte es sofort, doch auch dies wirkte eher als Inszenierung denn als Ausdruck alternativer Entwürfe.

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Volksabstimmung 27. März

Stadtsterben

Bei der Kommunalwahl soll auch über folgende Gesetze abgestimmt werden:

Im Wortlaut:

Artikel 141 erhält folgende Fassung:

„Artikel 141

(1) Der Haushalt ist ungeachtet der Einnahmen- und Ausgabenverantwortung des Landtages und der Landesregierung grundsätzlich ohne Kredite auszugleichen.

(2) Artikel 137 Abs. 5 bleibt unberührt.

(der Artikel lautet: „Der Staat hat den Gemeinden und Gemeindeverbänden die zur Durchführung ihrer eigenen und der übertragenen Aufgaben erforderlichen Geldmittel im Wege des Lasten- und Finanzausgleichs zu sichern. Er stellt ihnen für ihre freiwillige öffentliche Tätigkeit in eigener Verantwortung zu verwaltende Einnahmequelle zur Verfügung.“)

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Bye bye Gutti

Er wird uns noch fehlen, denn immerhin war er der brilliantinste Darsteller eines Ministers. Die klare Grundhaltung, das offene Gesicht, die gut gebauten Sätze, die vielen Bilder von ihm im Einsatz. Wie ein Jungscharführer mitten im Camp, lässig drapiert inmitten der glänzenden erwartungsvollen Gesichter „seiner“ Soldatinnen und Soldaten. Immer im Massanzug, immer mittenmang. Und jetzt: [...]

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Die neue Bundeswehr

bw_karriere
Wichtige Nachrichten gehen oft unter im Getöse, das die Medien machen und infolge eines rauschhaften Exhibitionismus, der anhebt, sobald eine öffentliche Figur beim Schummeln erwischt wurde. Ob der Minister jetzt Doktor ist oder nicht, sah man ihn geschniegelt und gegelt im Feld, bei seinen Mädchen und Jungs, fragte doch keiner danach.Nun ist es nicht unbedingt diese Lichtgestalt mit Stammbaum in persona, sondern das, was er so vollmundig angekündigt hat, das Jahrhundertwerk eines deutschen Verteidigungsministers, der Bruch mit einer langen Tradition, die doch vom Kaiserreich über Weimarer Republik, Drittes Reich und die ersten 60 Jahre Bundesrepublik – aber auch im vormals renitenten Teil, die sog. DDR – unverrückbar Bestand hatte: die Bundeswehr als Ausdruck staatsbürgerlicher Gesinnung., d.h. mit Wehrpflicht und Staatsbürger in Uniform und dem ganzen Lametta. Damit soll es jetzt vorbei sein, hört man. Die wichtigen ersten Schritte sind bereits

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Ein Wintermärchen

Kompromisse – historisch Na, ist doch prima gelaufen. Nachdem in Hamburg die wohl entscheidenden Stimmen im Bundesrat flöten gingen, mit Scholz ein wortmächtiger Befürworter der sozialdemokratischen Jahrhundert-Reformen die Mikrofone dominiert, schon ist ein weiterer historischer Kompromiss gefunden. Keine Rede mehr von Mindestlöhnen, ebenso wenig von faulen Berechnungen. Die SPD ist in Geberlaune und die CDU [...]

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Wunschproduktionen

Die arabischen Länder stehen „plötzlich“ im Mittelpunkt westlichen Interesses, mit einem Mal wird hierzulande wahrgenommen, dass es dort so etwas wie eine Bevölkerung gibt, die sich anschickt, wenigstens ansatzweise ihre Schicksale in die eigenen Hände zu nehmen. Daran gewöhnt, in diesen Breiten lediglich gelenkte Massen zu verorten bzw. exotische Königreiche, die uns teuer Erdöl verkaufen [...]

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Zeichen der Zeit

Es häufen sich die Zeichen, die eine leichte Konfusion hervorrufen könnten,

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Des Aufrufs letzter Teil

Schlussbetrachtungen

Aus dem bisher Gesagten lassen sich einige Folgerungen ableiten, Notwendigkeiten, die den Eintritt in die neue Zeit nicht als Katastrophe erfahren lassen, sondern als weiteren Schritt in der Menschheitsgeschichte markieren. Je konzentrierter und umfassender dies geschieht, umso stärker wird die Position sein, umso nachhaltiger die Stellung im globalen Wettbewerb gefestigt.

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Aufruf (5)

Die Ware aller Waren
Nachdem wir uns jetzt mit Erfolg versprechenden Formen des Humankapitals beschäftigt und die Anforderungen an die Warenwelten untersucht haben, wollen wir die Ware aller Waren näher beleuchten. Die entscheidende Grösse, der wir heute Rechnung zu tragen haben, ist die Tatsache, dass Geld nicht mehr länger nur Ausdruck und Vergleichsgrösse der Güter darstellt, sondern selbst zur bestimmenden Ware geworden ist. Wen das an Dagobert Duck erinnert, liegt gar nicht so falsch.

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Aufruf (Vierter Teil)

Warenwirklichkeiten
Nachdem wir in „ökonomischen Wirklichkeiten“ nachgezeichnet haben, wie sich innerhalb der Beschäftigung die Bedeutung der verschiedenen Fraktionen verschieben, werden wir im folgenden eine korrespondierende Verschiebung innerhalb der Warenwelten aufspüren. Denn nicht nur an das Humankapital werden neue Anforderungen gestellt, auch die Welt der Waren formiert sich neu. Nicht, dass damit die Gesetzmässigkeiten sich änderten, sie werden neu gestaltet, um diesen besser zu entsprechen. Wir werden sehen, dass sich die vorher beschriebenen Änderungen und die, welche die Waren betreffen, sehr wohl entsprechen und ergänzen und dass zu diesen Waren die genannten Humankapitalisten gehören.

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Ist Frankfurt mittig? – Versuch einer Antwort

Eine eher polare Stadt

Um sich dieser Frage anzunähern, müssen wir versuchen zu benennen, was sich in dieser Stadt konzentriert und wie sich die verschiedenen Lagen ihrer Bevölkerung differenzieren. Ein solcher Ansatz kann sich nicht darauf stürzen, wie hoch der Anteil an Arbeitslosen ist, sondern sich bemühen, die Polarisierung innerhalb der Beschäftigungsverhältnisse aufzuzeigen.

So ist denn auch die Ausgangshypothese, dass Frankfurt die Stadt in der BRD ist, die mit den höchsten Polarisierungsgrad aufweist. Durchschnittswerte verkleistern hier Sachverhalte und Zusammenhänge eher als sie dieses Auseinanderdriften von Lebenswirklichkeiten beschreiben könnten, für die Polarisierung steht.

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Dem Aufruf sein dritter Teil

Die Mitte – eine Realfiktion Nachdem wir jetzt drei vielversprechende Fraktionen des Humankapitals etwas näher betrachtet haben (hier und hier), können wir beginnen, die Hemmnisse, die einer erweiterten Akkumulation dieses Kapitals entgegenstehen aber auch sie fördernde Entwicklungen, zu untersuchen. Fassen wir kurz zusammen: wir haben gesehen, dass die Zukunft einer Existenzform gehört, die niemals erstarrt, [...]

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Des Aufrufs 2. Teil

II noch mehr ökonomische Wirklichkeiten

Nachdem wir im vorigen Beitrag die Existenzform „Arbeitslose(r)“abgehandelt haben, wollen wir nun weitere Ausgestaltungen des homo oeconomicus vorstellen, von denen sich nicht nur unsere Politiker und Lenker den Sprung an die Weltspitze zu erhoffen scheinen und die aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Mit ihnen wird ein erheblicher Zuwachs an Freiheit und bewusster Gestaltung assoziiert, ihre Verheißung ist die massenhafte Herstellung von Individualität, Einzigartigkeit oder „Distinktion“ wie das so schön bei den Soziologen heißt.

Es sind dynamische Sphären, die alle bekannten Ketten sprengen und ein neues Zeitalter einläuten. Plakativ ausgedrückt: Jeder ist seines Glückes Unternehmer!

Denn unternehmerisch denken und handeln heißt allen anderen stets einen Schritt voraus zu sein (und sei es am Abgrund), permanent in Bewegung, sich selbst endlich als das Maß aller Dinge zu inszenieren und sich immer wieder als Stütze der Gesellschaft zu beweisen.

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Aufruf wider den reaktionären Zeitgeist

Ökonomische Wirklichkeiten Wir werden seit einiger Zeit Zeugen obszöner Inszenierungen, die im Namen von allen möglichen Sachzwängen, die wahren Interessen der Akteure verschleiern sollen, dabei deren Mundfäule über die Lande speien. Kein Taschenspielertrick, keine Rosstäuscherei, keine Variante einer Milchmädchen-Mathematik ist ihnen zu schade, zu blöde, um ihr Vorhaben voran zu bringen. Geschützt durch die immobile [...]

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Merkel und Hundt

Ein deutsches Märchenpaar

Es gibt sie, diese kleinen Sternstunden, jene plötzlichen Aha-Eingebungen, solche, in denen einem klar und deutlich vor Augen steht, was in hoch komplexen Diskussionen und tiefschürfenden Analysen sich nicht einstellen wollte.

So ging es mir mit dem Auftritt der Kanzlerin aller Deutschen vor den ebenso deutschen Arbeitgebern.

Zunächst: sie passte wunderbar in diese Umgebung, alles war auch bester Laune (Geschäftsklima-Index weit oben). Sie liess ihr bekanntes und bekennendes Psalmodieren über Haushalts-Konsolidierung und Zukunftsfähigkeit und Leistungsstärke (protestantische Mantras) vom Stapel und ich begann mich leicht amüsiert abzuwenden und meine Aufmerksamkeit wanderte zu den selbstzufriedenen Gesichtern. Genau in diesem Moment passierte es, ein wahrhaft elektrisierender Satz entsprang diesen – leicht verkniffenen – Lippen, getragen von der ganzen Güte der Patriarchin, die ihresgleichen Zuspruch verheisst.

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Impressionen – eine Nachlese

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Die Stimmung des Volkes

Man könnte meinen, es brodele in der guten BRD, die Hunnen stünden vor den Toren und drinnen die Massen marodierend auf der Gass. (Sarkozi träumt von deutschen Strassen.)

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Gruss nach Berlin und München

Arbeiterstatuten

Da ein grosser Teil der Bevölkerung, besonders unter den Arbeitern und Dienstleuten kürzlich an der Pest starb, wollen viele von ihnen, jetzt wo sie die Not bei den Meistern und die grosse Knappheit an Dienstleuten sehen, nur noch zu übertriebenen Löhnen dienen, und manche wollen gar lieber in Müßiggang betteln gehen als ihr Leben durch Arbeit zu verdienen. Wir haben in Anbetracht der betrüblichen Missstände, die sich künftig aus dem Mangel besonders an Bauern und solchen Arbeitern ergeben nach Beratung und in Übereinkunft mit den Prälaten, Edelleuten und gelehrten Männern, angeordnet….

dass ein jeglicher gesunde und unter sechzig Jahre alte Untertan unseres Königsreiches, ob Mann oder Frau, welchen Standes er oder sie auch immer sei, frei oder abhängig, welcher nicht vom Handel lebt, ein Handwerk ausübt oder Güter besitzt, von denen er leben kann, oder Ländereien, die er bestellen kann, und welcher niemandem anderen dient, wenn von ihm ein seinem Stand entsprechender dienst verlangt wird, er von dem verpflichtet werden soll, der seinen Dienst verlangt. Und er soll nur die Vergütung in Naturalien, Nahrung oder Lohn nehmen können, die im zwanzigsten Jahr unserer Regentschaft in England oder in den fünf oder sechs vorausgehenden gewöhnlichen Jahren gebräuchlich waren. Es sei stets vorausgesetzt, dass die Herren jedem anderen von ihren Untertanen oder Grundholden derart vorgezogen werden sollen, dass jene in ihrem Dienst verbleiben: Dennoch aber sollen die besagten Herren sie nicht länger behalten, als sie sie nötig haben. Und wenn ein Mann oder eine Frau, die solchermaßen zum Dienst gebraucht werden, denselbigen nicht verrichten wollen und dies von zwei glaubwürdigen Zeugen vor dem Sheriff, dem Vogt, dem Herrn oder dem Stadtvorsteher bestätigt wird, so soll er von ihnen oder einem von ihnen unmittelbar ins nächste Gefängnis geführt werden, wo er streng bewacht werden soll, bis gewiss ist, dass er in der oben genannten Art zu dienen bereit ist;

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Stadtfauna – 4

Viel Gutes aus dem Menschenpark Endlich bin ich mal fündig geworden. Es geht ja auch nicht an, dass nur noch schlecht berichtet wird über das, was uns so ins Haus steht. Und ich werde den Verdacht nicht los, dass hier und da der sehnsuchtsvoll erwartete neue Mensch unter uns wandelt. (Ausserdem habe ich, glaube ich [...]

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Der gute Fürst (3)

Die dunkle Seite

Alles okay, wer spenden will, soll dies auch tun und reichlich. Die Ahnentafel ist ihm/ihr sicher und die Saga von dem wundersamen Wirken. Es ist hier nicht der Platz über individuelle Motive (Psychopathologie) zu spekulieren oder in eine Diskussion über Ehrenhaftigkeit oder nicht (Verschwörungstheorien) einzusteigen, es geht vielmehr darum, aufzuzeigen, wie die unreflektierte Begeisterung zu voreiligen Schlüssen führen kann. Es wird zu vieles in einen Topf geworfen, zu kräftig umgerührt und schliesslich zu heiss gegessen, um noch bekömmlich zu sein. du-bist-deutschland

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Der gute Fürst (2)

Die Institutionen der “Spendergesellschaft”

Der Vorstoss von Gates bringt eine nicht gekannte Dimension ins Spiel, dabei ist es nicht die Stiftung selbst, sondern das, was diese Stiftung absichert. Unbemerkt von der Öffentlichkeit ist hinter der philanthropischen Fassade der Bill & Melinda Gates Foundation ein Trust entstanden, der zu den mächtigsten Vereinigungen dieser Welt gehört und mit weiteren Spenden bald an die erste Stelle rücken wird. Nutzniesser dieses Trusts ist allein die Stiftung, die Forderungen bis zum Gesamtwert des Trusts stellen kann, die bedient werden müssen. Die Schätzungen variieren, doch dürften dort mittlerweile mehrere hundert Milliarden Dollar gebündelt sein. Vergleicht man die Staatshaushalte in Afrika mit diesen Beträgen, so wird schnell klar, welches Potenzial hier entstanden ist. Die Firmen, die dem Trust gehören oder an denen er beteiligt ist, machen natürlich Business-as-usual, und je mehr Profit sie auspressen, umso besser steht der Trust da – und genau das ist die Aufgabe. (So kann denn auch die Meldung nicht sonderlich verwundern, dass sich der Trust gerade bei Goldman-Sachs eingekauft hat, letzte machten gerade 1 Milliarde Gewinn durch Spekulation auf Lebensmittel. Bei Monsanto haben sie sich auch beteiligt.)
Stiftungsübersicht

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Der gute Fürst (1)

Auf dem Weg zur „Spendergesellschaft“ mit Billy Gates

Wir alle kennen die vielen Mythen und Erzählungen über „goldene Zeitalter“ und „weise Fürsten“ und vielerorts werden gewaltige Feste zu ihrer Erinnerung abgehalten. Je weiter weg die Ereignisse, umso strahlender die Erzählungen. Und es könnte darum gehen, zu Lebzeiten „Denkmal zu sein“, statt erst nach dem Tode. Diese Perspektive ist bereits genug Anlass zu grosser Medien-Hype. Doch abseits dieses Rummels ist es nicht in erster – und zweiter – Linie die Motivation der Spender und auch nicht die Tatsache der Spende, die uns beschäftigen sollten, sondern zu was die „Spende“ herhalten muss – und welche Form ihr letztlich gegeben wird.

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Das altbekannte Almosen lässt dem Empfänger – trotz möglicher begleitender moralischer Appelle – die völlige Freiheit, eine Gegenleistung wird nicht erwartet (es sei in Form beschleunigten Zutritts zum Paradies) und seine Verwendung bleibt dem Empfänger überlassen. Spenden zeichnen sich dadurch aus, dass sie gebunden sind, in welcher Form auch immer. Und auch mit dem bekannten Mäzen sollte der postmoderne Spender nicht verwechselt werden.

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Stadtfauna – 3

Es war einmal ein grosser Marketing-Stratege, der sass an einem schönen Nachmittag an seinem ebenso schönen Schreibtisch bei einem frischen Espresso in seinem sonnendurchfluteten Büro, schaute sinnend über die Stadt und auf ein Bildchen, das den Titel hatte: errechnete Bevölkerungsübersicht 2010.

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Er war ein vorausschauender Mensch, eigentlich noch viel Zeit bis dahin, aber bei der Rasanz heutiger Entwicklungen.

Es waren die Jahre des Baby-Booms, der Vollbeschäftigung und er hatte eine Eingebung: „Lass’ die alle mal 50+ sein.“ Ein leichter Hauch strich ihm über die Stirn – die Muse hatte sich ihm zugewandt.

Er träumte von spezifischen Angeboten und Produkten für diese neue Spezies, die da entstand und vor seinem dritten Auge Gestalt annahm:

BestAgers.

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Stadtfauna – 2

Die Weiterentwicklung des Homo oeconomicus

Beim Blick in Zeitungen und ferne Kontinente (Auslandsjournale) entsteht der Eindruck, dass die Evolution dabei ist, eine neue Sub-Spezies hervorzubringen, die mehr und mehr die Metropolen besiedelt, ja, es scheint, dass die Schöpfung nach einiger Zeit des Relaxens oder doch zumindest stark verminderter Aktivität, mit einem Male wieder Fahrt aufnimmt und unsere Fauna wie vor Millionen Jahren explosionsartig mit neuen (Unter-) Arten versorgt und vielleicht erneuert. Und dies ebenso global wie damals. Die Frage, ob es sich dabei auch um eine Art Wiederauflebens einer Art Neandertaler handeln könne, ist noch heiss diskutiert.

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Diese neuen Arten siedeln nicht in separaten Biotopen, sie sind mitten unter uns. In ihrer Neuartigkeit werden sie oft verkannt und in Ermangelung wissenschaftlicher Einordnung werden sie nur allzu leicht mit historischen Erscheinungen (s.o.) verwechselt, was zu Irritationen und Fehldeutungen führt.

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Stadtfauna – 1

VORAB

Die in den letzten Ausgaben beschriebenen Strategien zur Eindämmung der neoliberalen Monokultur, die die letzten lebenswerten Viertel zu kolonisieren droht, waren eine gute Anregung, auf den Spaziergängen durch die Stadt doch genauer hinzuschauen, der Oberfläche eben nicht zu vertrauen.

Es ist ja nun nicht nur so, dass (Unter-)Arten aussterben, die Evolution kennt immer Phasen, in denen sich Neues entwickelt. Nur spielen sich die interessantesten Prozesse nicht unbedingt leicht erkennbar – und doch vor aller Augen – ab. Die morphologischen Kennzeichen sind ebenfalls nicht unbedingt phänotypisch ersichtlich, so dass sich eine Einordnung erst langsam erschliesst.

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Der Entscheid der Völker

max ernst elefant
Hamburg – von direkter Demokratie und wie sie nicht passt.

Da hat man sich ins Zeug gelegt und dieses herrliche Instrument direkter Demokratie dem mündigen Bürger mundgerecht serviert. Jetzt haben wir den Salat. Damit muss man jetzt leben, auch mit Wahlbeteiligungen von 39 %. Man nennt das „nicht beabsichtigte Wirkungen“. Im Grunde passt dieser Ausgang in unsere derzeitige Gesellschaft.

Die Wahlstatistik auf einen Nenner gebracht: in den gut-situierten Stadtteilen gingen die Völker in die Wahllokale, in den “sozialen Brennpunkten“ ins Schwimmbad. Dort sieht man mit Spannung der Abi-Feier der Sprösslinge entgegen, hier der Endausscheidung von DSDS

So gerät diese Abstimmung zu einer Demonstration, wie einerseits Privilegien verteidigt werden und wie weit andererseits der Prozess der Selbstaufgabe schon gediehen ist. Das kann man nicht denen vorwerfen, die dieses Instrument nutzen und ist auch kein Grund, ein höhnisches „die wollen es ja nicht anders“ hinauszuposaunen.

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Sommerzeit

Es kann schon als alljährliches Ritual unserer traditionell aufgeklärten FR gelten: mit den ersten lauen Nächten wird journalistisch die (Rück-)Eroberung des „öffentlichen Raumes“ zelebriert.

Deutschland liegt im Sommer doch am Mittelmeer.

Bei allem Spaß ist dies für die Lady FR ein überaus ernsthafter Vorgang, was sich in den beigefügten Stellungnahmen wissenschaftlicher Experten manifestiert. Durch sie erhält es die notwendigen Weihen, wird aus den Niederungen trivialer Wünsche und Selbstverständlichkeiten herausgehoben, zum Ausdruck gesellschaftlicher Bewegung, Indiz zivilen Lebens, Spontaneität in einer nahezu durchregulierten Alltags-Welt.

Jedoch möchte man den VerfasserInnen zurufen: lasst es gut sein, amüsiert euch und schlaft euren Rausch aus, statt mit vollgedröhnter Birne zur Arbeit zu schreiten. Doch leicht angesäuselt sieht man Geflechte und Beziehungen, die sonst nicht so richtig zusammengehören wollen. Da geraten diese Feten schon mal zu Manifestationen liberaler Bürgerlichkeit und demonstriert der Deutsche seine volle libertäre Blüte.

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Unsere Mitte verschwindet!

Ferighaus Mittelklasse

Da ist sie, die Hiobsbotschaft der Woche: den Deutschen kommt der Mittelstand abhanden! Mal wieder.

Schlimmer kann es nun nicht mehr kommen, was ist dagegen eine Banken-Krise. Und hier sind keine Stützungsmassnahmen in Sicht, keine Milliardenkredite, die diese Katastrophe auffangen. Was tun?

Da wird die „Jobmaschine“ beschworen, die „Systemrelevanz“ herausgestellt – und doch verschwindet sie einfach, sang- und klanglos.

Mit ernsten Mienen treten die Sprecher des DIW vor die laufenden Kameras und bestätigen unsere Befürchtungen: eine progressive Schrumpfung sei nun statistisch eindeutig. Zwar stelle jenes diffuse Gebilde noch den größten Block aller sozioökonomischer Gruppen, doch signifikant weniger seien sie schon geworden. Da geht der Blick furchtsam zum Bücherschrank und sucht den Band „Der Heimwerker“.

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Auf dem Wohnungsmarkt

Ein neues Wesen bevölkert den deutschen Wohnungsmarkt; in ihm verkörpern sich die Anforderungen des postmodernen Mieters aufs Ideale: der Selbstzahler.

Zu entdecken war es zunächst vereinzelt und auch noch etwas verschämt in Annoncen von Maklern in Rhein-Main und versteckte sich ansonsten hinter der ungebremsten Absicherungswut von Vermietern.

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