Frankfurter Gemeine Zeitung

Frankfurter Römer: Lustiges Gebührenerhöhen für öffentliche Einrichtungen

Der bürgerliche Magistrat Frankfurts, schwarz-grün die politische Farbe, möchte Frankfurt weiter sanieren. Das geschieht neben neuen Stadtvierteln aus Eigentumswohnungen vornehmlich mit Gebührenerhöhungen für die Massen, im wesentlichen für alle die gleichen. Vermutlich interpretiert die Römerregierung damit die allgemeine Sozialdemokratisierung Deutschlands, den Drang zur neuen Gerechtigkeit.

Diesmal sind Mieten für städtische Bürgerhäuser an der Reihe, was besonders Vereine betrifft. Richtschnur sind 40 Prozent mehr. Sie gilt auch für den Palmengarten, den zum 1. Juli dieses Jahres eine wahre Erhöhungsorgie heimsuchen soll: 40 Prozent plus für die Einzelkarte, Senioren und Behinderte zahlen glatt 50 Prozenz mehr, und bei der vielgepriesenen Familie gibt  schwarz-grün besonders Gas Richtung Gerechtigkeit: über 70 Prozent mehr sollen es 2013 sein! Genau 70 Prozent, richtig gelesen.

Gerade mit Blick auf den Palmengarten scheint solcher Finanzierungsschub aus Magistratsperspektive auch dringend nötig. Wurde doch Ende letzten Jahres auf dem Gelände das neue Gesellschaftshaus eröffnet, und zwar unter Bedingungen, bei denen sich von groß angelegter, struktureller Korruption zum Vorteil von Parteifreunden der Entscheider*innen im Römer sprechen lässt.

Viele in der Stadt reiben sich die Augen ob der Ruhe ums dieses Geschehen, da auf Jahre hinaus monatlich zwischen 50 Tausend und 150 Tausend Euro der Stadt verlustig gehen, und zum Großteil im Säckel einer privaten Gastrofirma landen. Und wir staunen, denn dies ist mithin etwa ein Betrag, der sich aus den ganzen Erhöhungen für dieses Jahr summiert. Mit anderen Worten: die Hunderttausende Besucher des Parks im Westend bezahlen dafür mehr, das sich ein privates Unternehmen auf dem Gelände die Taschen füllt, und Sympathieträgern wie dem Verband der Deutschen Wirtschaft oder Goldman Sachs ein besonders schönes Ambiente bietet.

Dabei steht neben vielen anderen um diese Affäre natürlich eine aktuelle Frage im Raum: wie funktioniert es denn eigentlich mit den Eintrittsgeldern für die Gäste des Hauses? Wird bei 3 bis 4 Tausend Gästen im Monat die absurd niedrige Pacht zum 1. Juli 2013 wenigstens um diejenigen 6 bis 8 Tausend Euro monatlich erhöht, die der allgemeinen Eintrittserhöhung fürs Gelände entspricht? Oder wurde in dem Geheimvertrag um das Gebäude festgelegt, dass die Pächter von allen künftigen Betriebserhöhungen von vorne herein ausgeschlossen sind? Oder gibt es einen “Pracht-Bonus”: Müssen vielleicht die edlen Gäste des Etablissements gar keinen Palmengarten-Eintritt bezahlen?

Nun, vermutlich werden die Gastro-Günstlinge im Westend nicht weiter aus dem Römer belästigt, der viel zu sehr damit beschäftigt ist, bei Sozial- und Kulturinitiativen noch den einen oder anderen Euro herauszupressen, auch wenn diese dann den Betrieb einstellen müssen. Oder der Magistrat holt sich die Knete für den teuren Luxus woanders und schließt ein paar Sozialrathäuser. Passt, denn bei den Herrschaften, die gerade neues Frankfurter Immobilieneigentum erwerben, werden die eh nicht mehr gebraucht. Die gehen eher in die Bürgerhäuser, in denen mehr Veranstaltungen von Anlage- und Vermögensberatern stattfinden können, eben auch dank der neuen städtischen Preispolitik.

Wer wartet da noch auf den Sommer?


Nazi-Aufmarsch in Frankfurt genehmigt. Natürlich.

Zum 1. Mai, einem Feiertag, der für demokratische Feiern und Befreiungen steht, hat die rechtsradikale NPD eine Demonstration in der Frankfurter City beantragt. Die Bevölkerung Frankfurts hat einen Aufmarsch von Rechtsradikalen und der Nazi-Banden zu erwarten, die sich rund um die Partei versammeln. Sie möchte durch die Stadt unter der nationalen Fahne von Anti-Europa marschieren, und mit ihrer Demonstration von Stärke am Main das eigene Klientel anspornen und weitere Sympathisanten im RheinMain Gebiet rekrutieren.

Die Stadt Frankfurt hatte ein Verbot der Demonstration wegen Störung von Geschäftsabläufen (“traditionelles Radrennen ,Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt´“) und Gegendemonstrationen erlassen.

Natürlich, wie schon erwartet wurde, hat die 5. Kammer des Verwaltungsgerichts Frankfurt am Main gestern den Eilantrag des NPD Landesvorstandes Hessen gegen eine Verfügung des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt a.M. teilweise abgelehnt,  ihr aber – und das ist entscheidend – die Möglichkeit eingeräumt, die Demonstration auf der Ferdinand-Happ-Straße (rückwärtiger Bereich der SBahnstation Ostbahnhof), mithin im Bereich der Frankfurter Innenstadt vor der neuen EZB durchzuführen.

Natürlich, möchte man auch zum folgenden meinen, war der Grund für die Verschiebung in Richtung 1500 Meter östlich des Römers: Die erforderliche Trennung der Kundgebungsteilnehmer von den teilweise gewaltbereiten Gegendemonstranten sei weder bei der An- noch bei der Abreise und während der Dauer der Kundgebung mit polizeilichen Mitteln herstellbar, ohne Rechtsgüter unbeteiligter Dritter zu beeinträchtigen. Es drohe auch die Gefahr von Sachbeschädigungen.

Natürlich hat das Frankfurter Gericht zwar ein Problem mit potentiellen Sachbeschädigungen, und gibt sich regelrecht fürsorglich hinsichtlich der NPD-Propagenda um Europa: “Insbesondere sei der örtliche Bezug zu dem Thema der Kundgebung im Hinblick auf die Nähe zum Neubau der EZB gegeben”. Das Gericht stört sich aber nicht im Mindesten daran, dass bekennende Nazis und SS-Fans ungefähr in der Mitte des Standorts der 1938 abgefackelten Hauptsynagoge Frankfurts und dem jüdischen Altenwohnheim in Bornheim aufmarschieren, in dem jüdische Zeitzeugen der Naziherrschaft leben. Vom wenige 100 Meter entfernten Versammlungsort können ihnen die Gesänge der heutigen Nazis dann am 1. Mai so richtig in den Ohren klingeln.

Natürlich bemüht sich das Frankfurter Gericht um die Redefreiheit der Nazis in einer Gegend der Stadt, im Frankfurter Ostend, die besonders von immigrantischem Milieus geprägt wird und vielen Läden Platz gibt. Unsere rechtsprechende Institution hat natürlich auch gar kein Problem damit, dass die Nazis diese Menschen am liebsten alle aus dem Land vertreiben wollen. Wieso sollte das denn jemanden dort verängstigen?

Natürlich hat das ehrenwerte Gericht auch kein Problem damit, dass bei diesen Aufmärschen Kohohorten echter Gewalttäter aufmarschieren, die zwar keine Mülltonen umschmeissen, dafür aber Schusswaffen in Massen horten, und diese neben ihren anderen Mitteln am laufenden Band zum Massakrieren einsetzen. Welche Bewohner Frankfurts mögen solche verwirrten Jungs und Mädel  denn schon bedrohen?

Natürlich meinen Gericht und letztlich auch die Stadt mit ihren Gewerbeverbänden, dass das eigentliche Problem für Frankfurt und seine Bewohner von “gewaltbereiten Gegendemonstranten” ausgeht, die keine Ruhe geben.

UNnatürlich erachte ich die Selbstverständlichkeit, in der Gericht, Stadt und Medien die Welt ordnen: können wir uns denken, was ohne “gewaltbereite Gegendemonstranten” geschehe? Sollen wir wirklich davon ausgehen, dass die Nazis freien Marsch quer durch die Frankfurter Stadtteile hätten, ohne diese Drohung der “Gewaltbereitschaft”, die erst Sicherheitsbedenken schafft ?

Müssten wir uns ängstlich aus den Fenstern heraus den Durchmarsch rechtsradikaler Schlägerbanden anschauen, können die türkischstämmigen Ladenbesitzer nur noch ihre Türen verrammeln, die paar verbliebenen Punks in die Hauseingänge flüchten, vermutete “Assis” sich durch die Anlagen jagen lassen? Möchten deutsche Gerichte in formaler Juristen-Manier tatsächlich die Stadt den Nazis zur massenhaften Rekrutierungszone ausliefern? Es sieht fast so aus, und das macht mir Sorgen.

Interessieren sich deutsche Gerichte nicht für eine schwerbewaffnete rechtsradikale Szene, deren tatsächliche Killer solche Aufmärsche als “Stahlbad” nutzen. Glauben deutsche Gerichte denn nicht, dass es massenhaft Leute in einer Stadt wie Frankfurt gibt, die sich buchstäblich und ganz konkret von Banden bedroht fühlen, die diverse Gewalt- und Mordspuren durch die Städte Deutschlands unter ihresgleichen und ihren Nachbarn gezogen haben?

UNnatürlich erachte ich es auch,  dass offensichtlich heute als einzige Möglichkeit gegen Nazimärsche quer durch deutsche Großstädte noch die Drohung mit körperlichem Widerstand funktioniert. Allerdings haben sich die deutschen Gerichte auf diesem Hintergrund, wie letztlich die Exekutive auch, zum Büttel der Nazis gemacht. Sie bringen eine überbordende Ordnungsgewalt in Gang, die natürlich gegen Gegendemontranten mobilisiert wird, gegen solche, die besonders im Fadenkreuz der Nazis stehen.

Für all das, nur eine ordentliche Nummer stärker, steht schließlich auch die große Strategie der Neo-Nazis: für einen autoritären Ordnungsstaat, der Gewalt gegen alle Andersdenkenden, ethnischen Minderheiten, Abweichlern aufmarschieren lässt und niederwalzt. Und als leicht einsetzbare Hilfskräfte dienen ihnen nun Gerichte, Polizei und Administrationen: Sie dirgieren, wie diese in der Stadt agieren. Das NPD-Milieu wird es unter ihresgleichen ordentlich zu feiern wissen. Das macht mir natürlich besondere Sorgen.

Erstaunlich, dass es deutschen Gerichten derart an politischer Reflexion über ihr Denken, Handeln und öffentliche Effekte mangelt. Was hält ein Gericht eigentlich wirklich davon ab, die Stadtbevölkerung vor geballter Nazikraft zu schützen, indem es deren Spektakel auf eine Wiese zwischen Kalbach und Niedererlenbach, abseits der letzten Häuser verlegt, und damit ihre körperliche Präsenz zu isolieren? Genug Filmteams für Herstellung von Öffentlichkeit werden kommen.

Wo aber sind laute Rufe der “bürgerlichen Zivilgesellschaft” angesichts des Einfalls eines Milieus, das seine mörderische Zerstörungsgewalt unzählige Male bewiesen hat, ich vernehme so wenig davon?

Bei solcher Art staatlich genährter Natürlichkeit im Deutschland des Jahres 2013 grummelt mir der Bauch, natürlich.

 


Immobilienbooms andernorts: eine Empfehlung zum Städtetag

Am heutigen Dienstag beginnt in Frankfurt der Deutsche Städtetag. Er soll drei Tage dauern und möchte auch Bundeskanzlerin Merkel begrüßen. Sie gibt uns den Anlass zu einer Anamnese um preisgetriebene Immobiliengeschäfte und potentielle Folgen, denn ihr Boom beschäftigt zur Zeit die Leute in den Städten, nicht zuletzt in Frankfurt.

Angela Merkel gehörte zu den vielen, die uns, das meint dem ökonomisch stotternden Deutschland vor der Krise das leuchtende wirtschaftliche Vorbild Spanien pries: eine neue Geschäftsformen, die Verbindung von Bau, Kredit und Investoren als leuchtendes “Geschäftsmodell”. Wer wollte nicht eine zugebaute Küste und endlose Linien von Eigentumswohnungen in den Städten, mit den neuen Quartieren an ihrem Rand und auf dem platten Land. Sie setzen auf Millionen von Krediten auf, und das ganze nannte man damals “das spanische Wunder“.

Dabei bleibt uns, und besonders den Spaniern heute das Lachen im Halse stecken. Inzwischen haben sich angesichts von 25 Prozent Arbeitslosigkeit auf der iberischen Halbinsel und zusammenbrechenden Banken unsere Politik und Medien auf eine andere Geschichte verständigt: “Spanien hat grobe Fehler gemacht. Die spanische Krise ist hausgemacht. Die Spanier haben über ihre Verhältnisse gelebt.”

Wie geht das zusammen? Um die Hintergründe zu klären, wie Finanz- und Immobilienspekulation, Preistreibereien und Extraprofite, Vertreibungen der Bewohner und Krise zusammengehören, verlangt es einige Recherche. Da in Frankfurt Immobilienhype und Finanzinstitutionen zusammentreffen, das massenhafte Geld für Immobilienspekulationen und Preistreiberei hier durchzieht, kann das Lehrstück Spanien einiges bieten, eventuell auch darüber was uns noch bevorsteht.

Der Deutschlandfunk hat die anschwelllende Spekulationswelle der letzten 30 Jahre am Mittelmeer rekonstruiert. Wir treffen auf einige Bekannte.

Die Sendung “Der spanische Fall. Geschichte einer europäischen Gemeinschaftsproduktion” von Barbara Eisenmann lässt sich im AUDIO hier nachhören.


Kracauer in Frankfurt

Seit einigen Jahren wird in Frankfurt öffentlich gelesen, sozusagen zur Rehabilitierung des Buchs abseits von Spektakel, als einer kritischen öffentlichen Selbstverständigung und einer nachhaltigen Kulturalisierung der Großstadt. Der Titel der Veranstaltungsreihe lautet: “Frankfurt liest ein Buch“, gelesen wird zwischen dem 15. und 28. April dieses Jahr der Roman “Ginster” von Siegfrid Kracauer.

Mit Kracauer wurde wirklich eine interessante Frankfurter Persönlichkeit ausgewählt, der uns mit seinen beiden Romanen “Ginster” und “Georg” ein  bemerkenswerts Bild Frankfurts vor fast 100 Jahren Jahren liefert. Dieser Zeitraum meint die beiden Jahrzehnte vor der Machterfreifung der Nazis in den 193oern. Beide Romane sind stark autobiografisch geprägt, machen allerdings der Frankfurt-Bezug nicht wirklich explizit. Ginster, gleichzeitig der Spitzname des Romanprotagonisten lebt wie Kracauer selbst in der Stadt als Architekt während des 1. Weltkriegs. Es gelingt ihm, um das mörderische Schlachten in den Schützengräben herum zu kommen, und erweist sich als distanzierter aber feinfühliger Beobachter einer autoritären Gesellschaft, die nach Stahlerlebnissen lechzt. Zur gegenwärtigen Zeit der Rückkehr zu Nationaltrunkenheiten und einer autoritären Sicherheitsgesellschaft ist “Ginster” sicher keine schlechte Wahl.

Häuser zum Hungar und FreiensteinSiegfried Kracauer war aktiv im Kreise des legendären Frankfurter “Institut für Sozialforschung”, zu dessen Gründungszeit befreundet mit Theodor W. Adorno und Walter Benjamin. Die Architektur blieb nicht Kracauers Ding, er wandte sich der Soziologie, Philosophie und der Filmtheorie zu, und die Journalistik wurde schließlich seine Profession.

Der scharfe Kapitalismuskritiker Kracauer schrieb neben anderen großen Autoren für die Frankfurter Zeitung, eine der anerkanntesten Zeitungen der Weimarer Republik. Die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” kann als Fortsetzung der FZ gelten, wenn wir die an ihrer Gründung beteiligten Redaktionsmitglieder aus der während des Nationalsozialismus eingestellten Frankfurter Zeitung einbeziehen. Als demokratische Zeitung gab sie im Feuilleton auch maxistischen Autoren Platz, neigte deshalb inhaltlich vielleicht mehr der linksliberalen Frankfurter Rundschau nach em Krieg zu.

Der zweite Roman, “Georg” beschreibt den gleichnahmigen Akteur als jungen Journalisten in Frankfurt, der intensiv mit den lokalen politischen und kulturellen Spannungen vor Ort in Berührung kam. Kracauer beschreibt uns in seinem Buch von 1930 dieses Stadtklima aus einer Nahsicht, gleichsam der Perspektive teilnehmender Beobachtung der Ethnologen, die in das lebhafte Redaktionsgeschehen einer bedeutenden Tageszeitung involviert war. Lebendige Tageszeitung und echte politischer Frontstellungen wären vielleicht eine engagiertere Wahl für die öffentliche Lesung in Frankfurt gewesen, angesichts der zunehmenden Wattierung von Medien und politischem Leben heute. Gut, Ginsters Aktualität lässt sich auch in der Weise interpretieren, dass vehemente Distanzierung zu “kaiserlichen Eliten” gerade gegenwärtig wieder ein Gebot der Stunde ist.

Eine feine Ergänzung bietet der kleine Frankfurter Verlag B3, für die Stefan Geyer uns eine Artikelsammlung von Kracauer aus eben dieser Frankfurter Zeit in der Frankfurter Zeitung präsentiert. Die gut fünfzig kurzen Artikel zwischen städtischem und literarischem Leben, der Frankfurter Messe und der Architektur bieten ein Potpourri der Stadt in der Weimarer Republik, bevor Kracauer für das Feuilleton nach Berlin unsiedelte.

Die Architektur der Stadt bezieht sich zum Beispiel auf “Die Brückenfrage”, mit der er Sparprojekte des Frankfurter Magistrats zu Mainbrücken problematisiert und der Vorklang der “Public Private Partnership” Verträge zu hören ist, mit der heutige städtische Brückenmanager die Objekte profitabel privatisieren möchten. Der „Umbau des Hauptbahnhofs“, „Cafehausprojekte“ und „Die Erweiterung des Städelschen Kunstinstituts“ machen die Stimmung plastischer, in der „Georg“ seine kleinen Stadtreportagen verfasst.

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Natürlich darf ein Artikel zur Buchmesse und dem Bau des “Instituts für Sozialforschung” in der Auswahl nicht fehlen.

Schön auch “Die Nichtexistenz der Altstadt”, die uns Kracauer als “philosophische Deduktion” vorführt. Darin schreibt er: „Die Altstadt existiert nicht, sie ist vielmehr eine bloße Ideologie des Bundes tätiger Altstadtfreunde“. Wer jetzt meint, das wäre bruchlos in die laufenden Umbaumaßnahmen für das künftige Ausstellungsgelände „Altstadt“ an der Braubachstrasse zu übersetzen, sieht sich getäuscht. Denn Kracauer war Gründungsmitglied des „Bundes tätiger Altstadtfreunde“ und verständigte in diesem Text eine laufende Umwidmung der Altstadt, die damals, vor der Bombardierung immerhin noch tätiges Leben erfüllte, seit langer Zeit eng bewohnt war. Der Artikel ist deshalb spiegelverkehrt zur heutigen Situation zu interpretieren: der Umbau damals wollte das dortige Wuseln nicht bloß in Geschäftsinteresse auflösen. Der Neubau heute möchte im Geiste der kulturalisierten Geschäftstadt einen kleinen Erlebnispark der Art „so sah´s hier früher aus“ einrichten, und dabei Eigenleben nur vorspielen.

Der Sammelband enthält eine Reihe von Abbildungen einer Postkartensammlung, die genau jener „Bund tätiger Altstadtfreunde“ herausgab, und uns Objekte des damaligen wie heutigen Streits vorführt.

Die beiden Bücher geben zusammen mit „Ginster“ einen spannenden Eindruck von den Stimmungen und Lebensbedingungen Frankfurts in politischen Zeiten vieler Umbrüche.

 Siegfried Kracauer, Georg, Suhrkamp Verlag Berlin, 2013, 10.30 €

 Siegfried Kracauer, Das Bunte Frankfurt, Hg. von Stefan Geyer, B3 Verlag Frankfurt, 2013, 19.90 €


Wir trauern nicht: eiserne Finanz-Lady tot

Ein Seufzen geht durch Politiker-Europa: das leuchtende Vorbild der gegenwärtigen PolitikerInnen-Generation ist heute in England gestorben. Margaret Thatcher hieß die Eiserne Lady” besonders deswegen, weil sie mit eisernem Besen gegen Arbeiter, Angestellte und Gewerkschafter vorging. Sie sorgte – unterstützt durch Polizei und Militär – für faktische Zerschlagung von existentiellen Streiks und Gewerkschaften in Großbritannien. Gleichzeitig [...]

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Kommunale Kreativität für Geldbeschaffung gefragt

Frankfurt schwankt mal wieder heftig zwischen Besparung und Bereicherung, kommunal wie privat. Das unterscheidet die Stadt nicht besonders von anderen deutschen Kommunen. Aber das alte Lied von privater Bereicherung und öffentlicher Verarmung spielt diesmal nicht zwischen Finanzpalästen hier und Steueroasen dort bei fehlenden Kindergärten, sondern in der Beschaffung gut besoldeter Posten. “Peanuts” möchte man aus [...]

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Schwarz-Grüne Posten: Frankfurter Versorgungsbeschaffung

Nachdem die sprechberechtigte “Zivilgesellschaft” der Stadt am Main das Millionengeschenk an einen schwarz-grünen Günstling weitgehend akzptierte, soll es mit den großzügigen Geschenken an die eigene Klientel weitergehen. Diese Freizügigkeit geschieht in einem Frankfurt, das besonders ärmeren Bürgern gerade wieder die Lasten erhöht. Sie betrifft diesmal nicht Gastronomie zwischen Finanzen und Magistrat, sondern die Versorgung des [...]

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Freude in SPD: Ehrlichkeit vor der Bundestagswahl – endlich Agenda 2020!

Nun ist es endlich klar. Die SPD ist eine Partei, die nicht mehr hinterm Berg hält, wirklich klare Kante macht, sozusagen. Das im Vorwahlkampf, das kommt rüber, schafft es in allen Medien auf die erste Seite: Wir sind ehrlich! Sie agierte zuerst mutig gegen eine jahrelange Zurückhaltung, die populistische Kreise von Verlierern gegen offensives Bankgeschäft [...]

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Parteitag in Hannover zu Ende: alles mittig

Der Parteitag von SPD, CDU, GRÜNE in Hannover ist vorbei, mit ehrlichen Glückwünschen an die Kandidaten, die sich doch so persönlich, so herzlich zu allen gaben. In der Heimat von Maschmeyer zeigte sich das ganze innovative Potential unserer Demokratie, von Rot-Grün, über Schwarz-Grün bis zu Schwarz-Rot. Einigkeit gilt auch in der Krise: Auf der Linie [...]

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Korpsgeist Rheinmain: Der Finance Hub feiert sich

Wirklich geläufig war mir der Begriff „Finance Hub“ vor Beginn der 15. Euro Finance Week nicht, doch inzwischen erschloss sich mir die Bedeutung ein Stück weit. „Finance Hub“ meint eine Drehscheibe für Geld, ein Knoten, an dem Kohle gezapft wird, und das nicht zu knapp. Gezapft für den Shareholder Value und andere Renditen, für Boni und Luxusimmobilien. Frankfurt nimmt bei den Finance Hubs gloabal Platz 9 ein, auch wenn viele vor Ort wenig Gutes davon spüren. Den Rang gilt es aber zu verteidigen, zum Beispiel mit Veranstaltungen wie der Euro Finance Week, passgenauer Stadtpolitik und Stadtkultur. Schwarz-Grün arbeitet eifrig daran.

London, die Nummer 1 im weltweiten Zapfgeschäft der Financial Hubs, befürchtet seine langjährige Pole Position zu verlieren. Beim Hub-Tabellenplatz spielen nämlich die Boni eine zentrale Rolle, und die sind in London von ca. 15 Milliarden Euro im Jahr vor der Krise auf zuletzt knapp 10 Milliarden gefallen. Pro Jahr verstehen sich diese Zahlen und nur an eine gewisse, sorgsam ausgewählte Bankerschicht – natürlich neben den eigentlichen Renditen der Eigentümer von Finanztiteln, auch das versteht sich. Soweit funktioniert es in der Financewelt genauso zu im Rest der Gesellschaft.

Dieses Gefühl eigener, schwacher Position stellte sich vermutlich auch bei den vorbeihuschenden Gestalten aus der zweiten, dritten und vierten Reihe der Banktürme ein, von denen sich viele am Freitag an den Gittern eines komplett gesperrten Opernplatzes entlang drückten. Sie vermieden möglichst den Blick auf die beleuchtete Fassade der Alten Oper, während vor ihr die Limousinen vorfuhren. Die Karossen wurden geschützt und eingewiesem vom billigen Wachdienst vor Ort, der herbeibeorderten hessischen Polizei. Gegenüber den eminenten Fahrzeuginsassen und Gästen zu Fuß erschienen die Polizeieinheiten wie eine Geisterarmee, schlicht keines Blickes würdig. Wie denn auch: Für die Peanuts, die lächerlichen Monatsgehälter der staatlichen Chargen würden die Chefs der Finance kein einzelnes Stündchen ihrer wertvollen Zeit hergeben.

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Korpsgeist Rheinmain

Das Zusammenspiel von Korpsgeist, Rassismus und rechtsradikalen Verbindungen in der deutschen Exekutive

Für manche Protagonisten deutscher Parteipolitik steht es hoch im Kurs, „auch weiterhin national gesinnte junge Menschen in alle führenden Berufe unserer Gesellschaft zu entsenden“. Eine Partei mit ausgeprägtem „nationalkonservativen“ Geist gibt die hessische CDU, er steht seit den 50er Jahren bis heute in guter Tradition. Dessen geistiger Vater war der Alt-Nationalsozialist Alfred Dregger, bis 1982 Chef der hessischen CDU. Er stammte aus Fulda und in seinem Umkreis wie den ländlichen Bezirken um die CDU-Osthessen gab es immer wieder enge Verbindungen der Partei mit allen möglichen Nazi-Gruppierungen, die dort einen guten Nährboden fanden.
Alfred Dregger, immer noch von der hessischen CDU als Lehrmeister gefeiert, war als NSDAP-Mitglied Bataillonskommandeur der Wehrmacht im zweiten Weltkrieg. In echtem soldatischen Korpsgeist verteidigte er tatsächlich Hitlers Angriff auf die Sowjetunion bis vor Jahren: dieser sei „nicht grundsätzlich falsch gewesen“. Rechtsradikale Größen, die solchen Korpsgeist der hessischen CDU unterstützen waren Legion, der Kärtner Rechtsaussen Jörg Haider nur der bekannteste. Wen wundert es, das Dregger die Einrichtung von „Terroristen-Jagdkommandos“ forderte, die „freigestellt von bürokratischen Einwirkungen“ Hetzjagden betreiben können. Ziel sollten Linksradikale sein, anderes hatte Dregger nie im Visier.

WestfalencouleurEine weitere konstante Größe der hessischen CDU war Manfred Kanther, die rechte Hand von Dregger, zuerst ab 1970 Landesgeschäftsführer in Wiesbaden, dann ab 1980 Generalsekretär der hessischen CDU. Seinen nationalen Korpsgeist lernte Kanther schon früh als Aktiver bei der Studentenverbindung „Corps Guestphalia et Suevoborussia“ Marburg, der er noch heute als Alter Herr angehört, ganz im guten nationalen Sinn. Als deutscher Innenminister konnte er seine Polizei diesen Geist lehren, und der Hessen-CDUler war entsprechend als echter „Law-and-order“ Mann verschrien. Kein Wunder bei seinem Lehrherrn.

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Endlich: Revolution in den USA steht vor der Tür!

Nach dem Sieg von Barack Obama in der US-Präsidentschaftswahl gibt es einflußreiche Stimmen, die sich damit nicht abfinden können. Wer ist auch nicht enttäuscht in den USA, ob der mageren Ergebnisse der letzten 4 Jahre des “Hoffnungsträgers” Obama? Deswegen liegt es auf der Hand, dass eine Menge aus den berühmten 99% die Schnauze voll haben, [...]

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Es jazzt die Troika – ohne Zwergenweitwurf

Es sei seit Wochen ausverkauft erfahren zu spät Kommende beim 43. Deutschen Jazzfestivals 2012 in Frankfurt. Gestern Abend begann es im Hessischen Rundfunk, Großer Sendesaal auf Sichtweite des Polizeipräsidiums. Diese Nähe ist eher Zufall, wiewohl fast ein Omen für die Wahlverwandtschaften in der Stadt am Main. Die Begrüßungsworte einer Ikone der Jazzkompetenz, Guenter Hottmann vom [...]

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Blockupy im Oktober – eher leise

Diesmal brachten die Frankfurter Meinungsmaschinen zwischen Rundschau und Allgemeine keine mediale Mobilmachung gehen drohende Gewaltaufmärsche und nahen Bürgerkrieg. Diesmal geht der Druck versteckter vonstatten, mit teuren Bußgeldbescheiden gegen Hunderte, deren Vergehen im Mai bloß darin bestand, auf öffentlichen Strassen in Frankfurt zu stehen.
Letzten Samstag Mittag drückte sich das Blockupy Zelt auf dem Roßmarkt an die versteinerte deutsche Öffentlichkeit vor Ort, als wollte es sich am großen Gutenberg-Denkmal vor der drohenden, geschäftig wuselnden Welt der City schützen. Denn die denkt eher in Umsatz.
Die 300, vielleicht 400 Aktivisten waren auch ein verlassenes Häuflein unter den global vernetzten Türmen der Finanzwirtschaft, einem nahen Ziel ihrer Kritik. Um sie herum brandete eine shoppende Bevölkerung, mindestens nach Zehntausenden zählend, produktbepackt diejenigen unter ihnen, deren Kreditkarten viel Geld spucken können. Allein in den Cafes rund um die Zeil hockten mindestens zehnmal so viele wie bei Blockupy saßen, dort wo sich die ZuhörerInnen im Zelt der Marktbegeisterung um sie herum zu widersetzen versuchten. Genau diese Eingeborenen vom Stamm des Shoppings, der Events und des Public Viewings beherrschen nämlich die Öffentlichkeit unserer Städte, und gegen soviel schnelles, geldwertes Glück hat es Einspruch schwer.

IMG_2002„Blockupy 2013“ soll dieses harte Gehäuse der Gläubigkeit in Deutschland etwas ankratzen, vielleicht ein bißchen aufbohren. Das Podium der Aktivisten drinnen war gemischt, halb deutsch, halb südeuropäisch. Fast genau dieser Linie und dem gesellschaftspolitischen Klima draussen folgten Bewertungen und Perspektiven der Beiträge. Die deutsche politische Perspektive kam hier eher traurig rüber, fast wie ein Gegenstück zu den euphorischen Wirtschaftsnachrichten, um die sich Merkels Volk angeblich immer wieder versammelt und hoffnungsvoll auf Berliner Statements wartet.

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Gestörtes Klimaempfinden?

Gestern vernahm ich seltsam berührt die Ankündigung eines Radiosprechers zum nachfolgenden Bericht: „Wir leben schließlich gerade in sehr stürmischen Zeiten, da kommt die Meldung…“. Tja, wir und die Zeiten dachte ich: Mir scheinen Orts- wie Zeitangabe als auch Subjekt daneben, besonders aus dem Frankfurter Blickwinkel, und die City hier ist schließlich ein globaler Knoten. Stürmisch [...]

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Green New Deal: für die einen lohnend und die anderen teuer

Eigentum“, “Rechtsstaat” und “Freiheit” gelten als Fundamente unserer Gesellschaft, um die so mancher Krieg ausgefochten wird. Wenn sie mit der “Energiewende“, dem “grünen Kapitalismus” zusammen kommen, dann reicht der Krieg mit den Grundwerten immer öfters bis in das Zuhause, die Wohnungen von Mietern hinein.

Wie das? Grüner Kapitalismus meint zunächst Geschäft, Erträge mit grünen Produkten. Nach den “Bio“-Konzernen rund ums körperliche Befinden hat sich ein neuer, weitaus größerer Markt um Immobilien, besonders lohnende städtische Lagen herum entwickelt: Energiesanierung ist in! Und wer möchte schon etwas gegen das Sparen von Energie, wachsende “Umweltverträglichkeit” vorbringen. Niemand. Deswegen sind Maßnahmen zur umweltverträglichen Gebäudesanierung mit besonders hoher Legitimität versehen, jeder denkt an überflüssige Kernkraftwerke.

Manche denken weiter, eben mit “Eigentum”, “Rechtsstaat” und “Freiheit”. Die Neunmalklugen sind Hauseigentümer, denen unser Rechtsstaat die Freiheit gibt, alle ihre Sanierungskosten für vermietete Wohnungen binnen kurzer Zeit auf die Mieter eben dieser Wohnungen umzuschlagen. Eigentum soll sich wieder lohnen. In einem großzügigen Akt erlaubte der Gesetzgeber, der Deutsche Bundestag schon vor Jahren, dass Vermieter Sanierungen pro Jahr mit 11% auf Mieten aufschlagen können, mithin nach lächerlichen 9 Jahren die ganze Investitionssumme getilgt ist.

Schöner Wohnen

Das Risiko bleibt niedrig, der Ertrag hoch: “alleingelassene Hausbesitzer“, wie sogar große Immobilieneigentümer gerne klagen, können sich tatsächlich die Sanierung günstig von Banken finanzieren lassen, und nach ungewöhnlich kurzer Zeit wird der Kredit durch Mieter getilgt, Risiko: Null. Ungewöhnlich viel zahlt dagegen der Mieter in diesem Sanierungsfall.

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Wirtschaftsträume zwischen Feuilleton, Akademie und Politik

Manchmal mupft es zwischen Talkshow und Kulturseiten etwas auf, Missklänge über die Rangfolgen in öffentlicher Wahrnehmung erreichen uns. Es geht um die Reputation aus dem akademischen Kanon heraus, wer darf mit welchem Einfluß sprechen, Gehör finden als Experte und in Entscheidungen reinreden. Oder noch besser: Welcher akademische Zweig hilft am besten bei drängenden politischen Legitimationen und prägt meistens unser alltägliches Verständnis vom Weltgeschehen?

Keine Frage: die Wirtschaftswissenschaften, sei ihr Fokus betrieblich oder national orientiert, laufen mit Abstand vorne weg. Zumindest diejenigen von ihnen, denen ein allgemeiner Segen in Politik wie Medien gegeben wird. Und das betrifft in Deutschland nur einen Ausschnitt wirtschaftlicher Expertise, der aber gesellschaftlich mitentscheidend wirkt.

Vor Wochen reihte sich im ZEIT-Feuilleton Thomas Assheuer in die Riege der journalistischen Wissenschaftskritiker ein, und empfahl dem „Berufsstand der Wirtschaftswissenschaftler“ sich zu besinnen, und endlich – wie die Philosophie schon seit langem – sich „aufzuklären“. Assheuer bemängelt, dass Wirtschaftswissenschaftler sich eindimensional der Sanierung unserer verbreiteten Unvernunft durch Märkte hingeben, die dann angeblich alles vernünftig für alle regeln. Die Grenzen dieser Marktvernunft sei aber in der Krise manifest zu Tage getreten, nur die Wirtschaftswissenschaften haben daraus nicht gelernt. Deswegen sei sie nicht mehr die Königin der Sozialwissenschaften und richtig vertraue ihr auch niemand mehr, nachdem sie noch nicht einmal in der Lage war, uns vor ein paar Jahren rechtzeitig vor dem drohenden Unbill aus den USA zu warnen.

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Liebe Pussy Riots, bitte helft uns doch in Frankfurt weiter!

Wir sind in Deutschland wirklich beeindruckt, wie ihr mitten in Moskau mit eurem witzigen, mutigen Auftritt an einer Schaltstelle der Macht ein kleines Beben erzeugen konntet, veröffentlicht in der symbolträchtigen Kirche in der Nähe des Regierungszentrums. Die russische Mischung aus autoritärer staatlicher Herrschaft, Rohstofffirmen und feudaler Kirche stottert gegenüber einigen wütenden Mädchen. Selbst korrupte Gerichte sowie geifernde Öffentlichkeit zu Hause nehmen euch nicht die Courage. Aber ihr habt ja auch Unterstützung rund um die Welt, kein Mainstreammedium bei uns bibbert nicht mit euch, Appelle unserer Kanzlerin eingeschlossen. Immer seid ihr in der Headline.
Hoffentlich kommt ihr bald raus, und eure neuen Zaren ins Wanken.

Dann könnt ihr nämlich ganz schnell zu uns kommen, denn hier am Main ist die Lage auch sehr übel. Zwar geht es bei uns vor Ort nicht um das Heilige der Religion, die Kirche, sondern um das Heilige des Geldes, die Banken. Und von denen haben wir ganz viele in Frankfurt, und sie sind genauso mit staatlichen Institutionen verbandelt wie bei euch die Kirche, vielleicht noch mehr, weil die Banken einfach so verdammt viel Knete haben.

Oben: Moskau  -  Unten: Frankfurt
Oben: Moskau – Unten: Frankfurt

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Unsere vielen Fronten und die Prozente

Nun ist es vorbei, das zweite Desaster nach der mißlungenen Fußball-EM: die europäische Führungsmacht Deutschland blieb in London weit hinter den Erwartungen zurück.

WELT und Focus diskutieren seit Tagen den mißglückten Auftritt bei den olympischen Spielen: statt der staatlich avisierten 86 Medaillen blieben nur 44 für uns übrig, 44 für die neue europäische Kraft, 44 von 962 oder 4,57 Prozent aller Medaillen. Zum Glück ist unsere staatliche Neuverschuldung unter 1 %, denn beim Sparen können wir den anderen zeigen, wo es wirklich lang geht.

Olympia 2012

Offensichtlich haben die anderen, die Problemfälle in Südeuropa das mit den Sparvorgaben langsam begriffen, immerhin, denn Spanien kam jetzt in London auf 1,76 %, Griechenland gar auf 0,2 Prozent Medaillenausbeute. Wenn das kein echter Erfolg ist! Dabei sprechen wir noch gar nicht von den sagenhaften 0,00%, mit denen Österreich im Londoner Finanzzentrum das Euro-Sparziel übererfüllte.

Ganz anders berechnen allerdings unsere Qualitätsmedien beim Nationenkampf, halten dagegen, dass wir mit den 86 geforderten Medaillen mehr als 1 Metall-Ehrung je Million Einwohner erreichen, mithin weit vor den USA und China landen würden, für die der Focus errechnet: “Bei den USA waren das 2008 pro Million 0,35 Medaillen, bei China gar nur 0,07“. Wirklich ein Haufen, der von den Funktionären verlangt wird, ist Deutschland denn tatsächlich schon vor den USA und China, echte Weltmacht? Trotz der schwächelnden Neu-Weltmacht wird fürs Gefühl der Nation schön gerechnet: 44 statt 41 mal Edelmetall in London versus Peking, immerhin glatte 7,3 Prozent Zuwachs für 132 Milllionen Investition in die deutsche Sportförderung. Ist das etwa nix?

Es lässt sich aber auch ganz anders rechnen: 11 Goldmedaillen jetzt gegen 16 in Peking, es heißt ja schließlich: “the winner takes all.” Und das ist dann ein erheblicher Einbruch, ein negativer Cash Flow von 31,25 % in 4 Jahren! Schon wird an Reorganisation, verbesserte Zielvorgaben und erweiterte Privatisierung für Olympia 2016 gedacht, wir finden schließlich genügend Vorbilder hier im Lande.

Dabei lohnt sich der Blick auf andere EU-Länder, in eine Gegend, die oft übersehen wird: Litauen erreichte 5 Medaillen in London, mithin 1,57 je eine Million Einwohner. Litauen kann als Vorbild für China, die USA und uns, ja, auch für Deutschland gelten. Sehen wir mal vom Rest ab.

All das zeigt auch, dass ganz genaue Kalkulationen uns die Weltzustände am besten verdeutlichen. Wir können aus deutscher Sicht dann wieder in Ruhe auf den ESM umschalten, und am Fernseher mit starken und schwachen Prozentwerten die Lage der vielen “Problemländer” um uns herum bewerten.

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Spanien: verschiedene Sitten im Euro-Raum

Schauen wir vom Finanzplatz Frankfurt auf das krisenbewegte Europa rund um unsere wohlbewehrte Festung Deutschland: Nachdem Seufzer der Erleichterung wegen der gelungenen Griechenlandwahl von der Messe über den Opernplatz durch die ganze Stadt tönten, wuselt es nun wieder in Spanien zwischen Rettung privater Banken und Streichungen in der öffentlichen Sozialstruktur. Eigentlich sind die Verhältnisse dort klar, [...]

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Fußball: Fortsetzung mit gleichen Mitteln

Die Frankfurter Berger Strasse gibt sich gerüstet: mit ungefähr 100 bis 1000 Flatscreens bauen sie dort die Meile in eine Art Soccer Event Valley um, selbst die anspruchsvolle Buchhandlung mit Cafe weiter unten kann sich dem Sog nicht entziehen und rüstet ebenfalls medial auf. Bevor ich im Rausch der Lifeübertragungen das Lynch-Risiko eines Mohammed-Karikaturisten eingehe, mute ich euch vor Anpfiff ein paar Fußnoten zu Geist und Substanz einer Veranstaltung der Art „Fußball Europameisterschaft“ zu. Gebannt davor hängen werdet ihr eh, aber vielleicht nicht so blauäugig über das Umfeld dieses Aufregers.
Übertrieben? Vor Jahren musste ich mir von diversen „Links-Liberalen“ vorhalten lassen, dass mein Bauchgrummeln über schwarz-rot-gold überall wenig Substanz habe, es seien doch heute nur noch Feten-Gadgets, fern nationalen Gehalts, beliebig austauschbar. Auch wenn ich durchaus glauben möchte, dass nicht jede Verkäuferin in einem Fanshop eine NPD-Sympathisantin hergibt, scheint mir „Deutschland“ in den letzten Jahren gegenüber solchen Instanzen wie „PIIGS“ zunehmend mehr nationalistisch zugespitzt.

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Schöne neue ETW´s: Im Nordend und drum herum

Vor ein, zwei Jahren hörte ich auf einer Versammlung zu “Gentrification” im Bürgerhaus Bornheim einen stadtbekannten Grünen und langjährigen Nordendbewohner fragen, was denn das übertriebene Gezeter um diesen Namen eigentlich solle: in seinem Stadtteil kümmere das niemanden wirklich und ausserdem habe sich das Strassenbild doch tatsächlich zum besten entwickelt. So what? Ob diese Einschätzung damit zusammenhing, dass er stolzer Besitzer einer schönen ETW vor Ort ist, lässt sich nicht eindeutig klären.

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Meine eigenen Erfahrungen mit Wohnen in und um das Nordend sind in den letzten 10 Jahren vom Begriff “Eigenbedarf” geprägt. Dieses Gefühl erfasst offensichtlich besonders häufig Anwälte, “gut situierte”, im Besitz von Eigentumswohnungen, viel Geld auf der Kante und einen hoch dotierten Posten.

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Blockupy am Samstag: Frankfurt (fast) autofrei

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Paulskirche unter schwarz-grüner Polizei-Gewalt

An die 1000 Frankfurter Bürger waren am historischen Ort vor der Paulskirche mit pausenlosen Gewaltandrohungen und Provokationsversuchen der Polizei konfroniert. Die Granden der CDU un der GRÜNEn im Römer versuchten, mit (fast) allen Mitteln freie Rede selbst mit einem kleinen Megafon zu verhindern. Der zwischenzeitlich von Musikgruppen bespielte Römerberg wurde ab 19 Uhr mit Gewalt [...]

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Geschafft: Bankenviertel wieder ordentlich dereguliert

Es war angedroht, und am Morgen fuhr rund um die Europäische Zentralbank unweit des Frankfurter Hauptbahnhofs ein mutiger Stosstrupp im Auftrag der örtlichen Banken-Befreiungsagentur „Römer“, sprich der schwarz-grünen Stadtregierung vor.

Im vom Geschehen nur wenige hundert Meter entfernten Magistratssitz gab derweil die mutige OB Petra Roth bekannt, an „diesen schweren Tagen“ Frankfurt nicht zu verlassen. Nicht verlautbart wurde, ob ihr in diesen Schicksalsmomenten vom Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Olaf Cunitz zur Beruhigung die Hand gehalten wurde. Jedenfalls muß es etwa so gewesen sein, als Steinbrück 2008 nach dem legendären Lehmann-Untergang „in den Abgrund“ geblickt hat.

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Grosses Medieninteresse an Blockupy-Pressekonferenz

Das Zelt war voll am Montag morgen im Camp vor der EZB: ungefähr 10 Kamerateams und 50 Journalisten drängelten sich um den kleinen Tisch der Blockupy- und Occupy-Vertreter. Diese versuchten über die Intentionen und Planungen des breiten Organisations-Bündnisses Klarheit herzustellen, eine Klarheit, gegen die der schwarz-grüne Frankfurter Magistrat mit immer neuen Tricks und Verboten seit [...]

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Bandscheiben-Kriege

Nun haben wir endlich wieder einen hübschen Medienhype quer durch alle Instanzen, wie es sich für unser Erregungstheater gehört. Es geht um eine ansehliche öffentliche Person und um Gerechtigkeit und Freiheit, also das was das Innerste bewegt. Im Geiste von „Bild kämpft für sie“ geht es dem Springerkonzern, dem Zeitgeist deutscher Medienlandschaft, diesmal nicht um eine Patientin, die unglücklicherweise, gar fahrlässig „ohne Schädeldecke verlegt“ wird, sondern um einen Bandscheibenvorfall in der Ukraine.

Solche Diagnose würde natürlich nicht gleich ein einsatzbereites Springer-Team für Liveberichte vor ein Gefängnis im abseitigen Charkov jagen, sowie die europäischen Regierungschefs und die ganze EU-Kommission zu Presseerklärungen veranlassen. Nein, damit die ganze europäische Presse mit Geschenissen rund um die Fußballeuropameisterschaft seit Wochen die Leitartikel und ersten Seiten füllt, wird zur Abwechslung ein richtig positives Leitbild verlangt. Nicht deutsche Abstürzler wie Wulf oder Grass bringen unsere Blödmaschinen gleich über den ganzen EU-Kontinent zum Durchdrehen, von Murdochs Britannia bis nach Belusconis Italien, sondern eine hübsche Ikone (51) im Gefängnis – am besten heißt sie „Opposition“ – mit ähnlich hübscher Tochter (31), eine Timoschenko, die zwischen Fotoshootings, Pressekonferenzen und Regierungsempfängen durch Europa jettet. Ein zu schönes Bild, lässt sich immer wieder zeigen, immer wieder ansehen und alle können darüber sprechen. Bei Google News bringen sie es leicht mal auf 5000 Meldungen – aktuell.

Und immerhin hat die Mutter einen Bandscheibenvorfall, genauso wie meine Freundin G. (50).

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Gentrifizierung – Resultate einer Frankfurter Fachtagung

Am 17. November des letzten Jahres fand in Frankfurt eine Fachtagung unter dem Titel “Gentrifizierung – sozialverträgliche Stadtteilentwicklung” statt.

Die Referenten (ja) berichteten aus unterschiedlicher Perspektive auf die Prozesse, sogar der bekannte kritische Stadtsoziologe Andrej Holm und ein Vertreter der Hamburger Initiativen waren von der Stadt Frankfurt eingeladen. Dazu kamen Erfahrungsberichte aus anderen Städten. Das Ziel der Tagung wurde wiefolgt formuliert:

Gentrifizierungsprozesse haben in Frankfurt am Main seit den 1970er Jahren stattgefunden. Derzeit gibt es Hinweise, dass in einigen Quartieren eine zweite Welle läuft. Insbesondere in innenstadtnahen Gebieten herrscht ein hoher Aufwertungsdruck. Der anhaltende Zuzug von Bewohnern (prognostiziertes Bevölkerungswachstum bis zum Jahr 2030: 724.000 Einwohner), der angespannte Wohnungsmarkt, die steigenden Mieten (insbesondere in den innenstadtnahen Stadteilen) und hohe Immobilienpreise (starke Preis- und Umsatzsteigerungen im Wohnungseigentumsmarkt) sowie die Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen, haben Ängste bei vielen Menschen ausgelöst. Sie fürchten um ihre Wohnung und die vertraute Nachbarschaft. Dem berechtigten Bedürfnis nach Heimat, Schutz vor Veränderungen und Erhaltung gewachsener Nachbarschaften soll daher Rechnung getragen werden.

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Blockade deutscher Web-Zeitung nach israelkritischem Beitrag

Die linksgerichtete “Neue Rheinische Zeitung” wurde nach der Veröffentlichung eines israel-kritischen Artikels am Freitag 23. März derart sabotiert, dass sie überhaupt nicht mehr erscheinen kann. Der Server des Web-Blattes wird vermutlich durch Sympathisanten der Politik des Staates Israel blockiert: das NRhZ-Portal kann immer noch nicht erreicht werden. Der Herausgeber vermutet den Anlass in einem Artikel [...]

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Touris verwursten

Frankfurter, die öfters durch die Gemeinde ziehen oder die passenden Stadt-Postillen lesen, kennen die Warnung: die Kellner in den Apfelweinkneipen am Ort, die etwas auf sich halten sollte man nicht von der Seite anquatschen, da gibt es einiges zurück: sie sind ausgewählt unfreundlich, Muffigkeit als Frankfurter Markenzeichen. Doch diese Zeiten sind einigermaßen passé, besonders seit Gast in diesen Etablisements Bier (!) bestellen kann und sogar bekommt. Und dann noch die Rede von der “Servicewüste”…

Davon haben sogar Touri-Führer was läuten hören. Und sie wissen, was seit Jahren den Stadtbewohnern offenbar ist. Das Kneipenviertel in Sachsenhausen ist out, runtergekommen, kein gutes Ziel mehr. Professionals und Erben aus dem Umland suchen “Authentizität”, Restbestände lokalen Lebens abseits der Finanz-Italiener ums Bankenviertel und noch nicht entdeckt von den Chinesen. Deswegen kam die Bergerstrasse zu einem Haufen neuer Kundschaft, umso besser für die Hausbesitzer, die Mieten klettern ins Uferlose.

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Als Bernemer setze ich mich auch gerne mal in eine der vielen Kneipen vor Ort, kann aber die Zonen von Lebensweisen in der Bergerstrasse gut unterscheiden: nämlich nach unten und oben, Tasse Kaffee für 2,20 oder für 1,80. “Unten” meint zunächst eine rein geografische Differenzierung, nämlich das Stück ab der Höhenstrasse hin zur Innenstadt. Das Nordend-Viertel mit den Boutiquen, den teuren Spaniern und den vielen Offroadern mit HG.

Bei einem der Spanier war ich mal vor Jahren: dort wurde mir zuerst von einer Aushilfe (und es gab natürlich fast nur Aushilfen in dem Laden) eröffnet, dass es nur eine sehr eingeschränkte Karte gebe, weil die Gefrierschränke im Keller ausgefallen waren. Auf meine Frage, warum denn die Küche dann nichts frisch zubereite entgegnete sie, dass immer alle ihre Essen fertig in den Kellertruhen einlagern. Ich hatte bereits registriert, dass ein Glas Navarra hier 8 Euro kostet, und zwar ein solcher, der sonst für 4,50 die Flasche verkauft wird, Faktor 7, messeunabhängig.

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Innovationsschub in der Energiewende: der nukleare SUV kommt!

Zuweilen dauert es sogar bei technischen Ideen etwas länger, bis der utopische Gehalt überragender Einfälle zum Durchbruch kommt. Wir alle wissen, dass die amerikanische Automobilindustrie in den 50er und 60er Jahren Eindrucksvolles geleistet hat, z. B. die legendären “Muscle-Cars“, die 2 Personen 100 Kilometer weit schon mit lächerlichen 30 Litern Benzin transportieren konnten. In Deutschland [...]

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China hat Gipfel im Sturm erklommen: Jubel auf Apple

Das hierzulande gerne noch als “kommunistisch” titulierte Land hat gestern den Gipfel des neoliberalen Marken-Hypes im westlichen Spirit erklommen: es kam fast zu einer Massenpanik an manchen Orten, und sogar zu gewalttätigen Tumulten nachdem sich die Öffnung von Apple-Stores verzögerte.
Glückliche Apple-Chinesen

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Erklärung der Finanzkrise endlich gelungen: Kurzfinger sind es!

In Frankfurt gilt es fast schon als Gemeinplatz, dass die Finanzmaschine die Welt am Laufen hält, oder gut: zumindest ihr dauerndes Rotieren schmiert. Das Drehen ist wichtig, für die Welt wie die Finanzen, in der Wirtschaft spricht man dabei von „Turn Over“. Um so schneller der Umschlag (eben „Turn Over“) des eingesetzten Kapitals, desto größer der Ertrag oder Profit in einem Zeitraum. Auf die Zeit kommt es an wie auf den Profit: sie machen heute das Leben rund um die Welt aus.

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Finanzwelten: Auf gute Zusammenarbeit!

In den besseren Wohnquartieren, unter Rentnern wie bei Menschen, die durch die Insolvenz getrieben werden, kennt man eine Finanz-Firma, die ihren Sitz nicht in Frankfurt hat, aber auch mit Produkten aus der Mainmetropole beschäftigt ist.  Finanzgeschäfte bestehen nämlich beileibe nicht nur aus schnellen Deals im Web und trickreichen Derivaten, sondern aus Lebensversicherungen, Beteiligungen an Immobilien, [...]

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Politischer Klezmer-Punk in der Brotfabrik

Am Donnerstag Abend endete in der Brotfabrik ein ungewöhnlicher Auftritt mit der Aufforderung des Band-Chefs: „und verlasst nicht euren verlorenen Posten“! Nach zweieinhalb Stunden einer Musik, die furios quer durch Klezmer, Punkrock und deutsche Kinderlieder raste, zurrte Daniel Kahn damit das Band für das ganze Konzert, für seine Gruppe „The Painted Birds“ fest. Sie zeigte uns nämlich eindrücklich, dass sich politische Artikulation in die künstlerische einweben lässt, ohne gleich in langweiligen Agit-Prop Sound zu verfallen.
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Grüne Seichtgebiete

Nach dem kommunalen Triumpf der Frankfurter Grünen im Frühjahr dieses Jahres nimmt die Ernüchterung rund um die Partei zu: nicht allen schmeckt der dauerhafte grün-konservative Dreh in Frankfurt. Die zunehmend gestörte Befindlichkeit rund um die grünen Wahlhochburgen lässt sich nicht nur an der Verfassung des regionalen Grünenversammlung am Wochenende ablesen.
Wie berichtet erschienen dort nur wenige Frankfurter Parteimitglieder und die Wahl des neuen Grünen-Sprechers Omid Nouripour, eines hauptsächlich in Berlin tätigen Bundestagsabgeordneten geriet fast zum Fiasko: nur 44 der über 900 Frankfurter Mitglieder wollten für ihn stimmen. Zu der Kreisversammlung bewegten sich gar noch weniger als die bei den Grünen inzwischen versammelten 100 Mandatsträger. Das zeigt, wie meilenweit die Partei inzwischen von ihrer Bewegungsherkunft entfernt ist.

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Seit dem großen Wahlerfolg bei der Kommunalwahl im Frühjahr geht es bundesweit wie in der Stadt mit den Grünen bergab: auf Dauer kann der Aufwind durch den GAU im weiten Japan doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Grünen eine klassische Partei sind, die mit dem herrschenden sozialpolitischen und wirtschaftlichen Zeitgeist mitläuft. Besonders in Frankfurt versteckt sich hinter dem grünen Mäntelchen, netten Wahlplakaten und den erneuerten Fahrbahnlinien für Fahrradverkehr eine klassische Römerpartei, die einigermaßen wiederstandsarm bei allen wesentlichen Projekten im Einklang mit der großen schwarzen Schwester marschiert.

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Nur Erfolg macht sexy

Eine Verheißung, und sie gilt als fast klassischer Spruch der Consultant Typen rund um McKinsey. Im finanzregulierten Rat Race funktioniert sie gerade jetzt als Mantra, und zwar fast überall, sogar direkt nebenan, nicht nur im härtesten Business. Die Messeinheit sexy Erfolgs ist wiederum der Erfolg selbst: das Tempo führt beim Investieren wie beim Ertrag zu erklecklichem Return-on-Investments, und genau das lässt den Erfolg weiter anschwellen, ganz sexy im neoliberalen Sinne.

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Frankfurt im Glück: bald ist Oberbürgermeisterwahl!

Nun ist es raus: Dame Roth tritt nach bald 17 Jahren im Amt der Frankfurter Oberbürgermeisterin vom Posten zurück und für den Römer stehen die potentiellen NachfolgerInnen schon bereit. Wie es sich für das liberal-konservative Frankfurt gehört, passen die Anwärter (1) zur Vorgängerin und (2) zur besagten herrschenden Stimmung der Stadt, die zwischen Industrie-und-Handelskammer (in [...]

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Durch die FAZ: Frankfurter Bruchlinien?

Die Serie kritischer Kommentare zur Wirtschaftspolitik des FAZ-Herausgebers Frank Schirrmacher setzt sich fort
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung verkauft sich als Leuchtturm gediegener Bürgerlichkeit, sozusagen die letzte Adresse bodenständiger Wirtschaft, ein Blatt, das mit seinen Ansprüchen an Geist und Kultur aber auch mit dem gesellschaftlichen Wandel gut zurechtkommt. Lokalisiert im Gallus bleibt sie bei der kompletten städtischen Neustrukturierung um Güterplatz und Europaviertel fast als einziges bauliches Relikt aus der alten Bundesrepublik übrig. Das kann in doppeltem Sinne verstanden werden: sie möchte als führende deutschsprachige Wirtschaftszeitung agieren und gleichzeitig das alte bundesrepublikanischen Politik-Verständnis pflegen. Die FAZ sitzt allerdings nur wenige hundert Meter entfernt vom Frankfurter Bankenviertel und pflegt vor Ort beste Beziehungen: das macht auch ihr Image als Finanzzeitung mit Substanz aus.

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Es hat sich in den wenigen politisch etwas sensibleren Redaktionen deutscher Medien herumgesprochen, dass seit einigen Jahren selbst im notorisch stillgestellten Deutschland unter der Oberfläche eine Legitimationskrise schwelt. Difuser Unwillen betreffend Reichtumsverteilung und Politikstil greift um sich. Er betrifft die wirtschaftliche Organisation des Landes, die faktisch herrschenden Kräfte und das politisch-mediale Konglomerat, dessen Sprechblasen auf niedrigstem Niveau das Publikum oft langweilen oder zunehmend empören.

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Occupy: am Tag nach der Gipfelerstürmung

Die Lage ist unübersichtlich: in Frankfurt, in Deutschland, in Europa, der Welt und dem Web. Das betrifft nicht nur die Finanzen, die der Märkte und der Staaten.

Ackermann und China verkünden in schönem Gleichklang: “Das Vertrauen der Finanzmärkte ist gestärkt” – “Gott sein Dank” möchte man anfügen.

Am Tag nach Brüssel, nach dem nun jeder die “Billion” kennt, jubeln die Finanzmärkte und manch andere, allen voran die Aktionäre der Deutsche Bank AG: Sage und Schreibe 15% plus hat ihr Kurs in den ersten Handelsstunden. Natürlich war von keiner Finanzmarkt-Transaktionssteuer die Rede heute Nacht, aber von vielen Zahlungsversprechen und über den Ausverkauf von Staaten wurde besonders palavert.

Wer glaubt, der “Neo-Liberalismus” sei auf dem absteigenden Ast, unterliegt vermutlich einer Täuschung: so schnell wie in diesen Monaten wurden öffentliche Ressourcen im letzten halben Jahrhundert in Europa noch nie vertickert. Allein Italien hat gestern die Privatisierung öffentlichen Eigentums in Höhe zweistelliger Milliarden abgekündigt.

Aber eine ganze Menge Leute in Europa und anderswo freuen sich überhaupt nicht darüber, aus ganz verschiedenen Gründen. Selbst dass der Druck auf viele zunimmt ist noch lange keine Garantie dafür, dass sich “die Wirtschaft” erholt. Und selbst wenn: unter diesen Bedingungen bleiben viele, wenn nicht die meisten Verlierer in diesem Spiel. Über die Ausweitung der Arbeitszeiten bei immer weiter steigender Produktivität und besserer Technologie können wir uns denn auch gar nicht freuen: und das gilt fast überall.

Zur Unübersichtlichkeit gehört auch die vielbeschworene “Komplexität” der kapitalistischen Wirtschaft und der Finanzmärkte, über die unsere Medien und fast alle Politiker vor ihren Mikrofonen stöhnen. Es ist aber eine Sache, ob man sich um die Komplexität der Rettung aller bestehenden Verhältnisse sorgt und eine ganz andere, ob es um die Komplexität genau einer weitergehenden Änderung dieser dreht. Und genau dieser Unterschied wird gerne unübersichtlich gemacht.

Die widersprüchlichen Erwartungen und Folgen quer durch die Gesellschaft machen einen weiteren Teil der Unübersichtlichkeit aus, und das betrifft die (auch hier beginnenden) Widerstände gegen die wirtschaftspolitischen Maßnahmen. Trotzdem müssen solche Widerstände weiter gehen.

Unweit von “Soll und Haben”, der Zentrale der Deutsche Bank AG steht die EZB und in der Wiese davor steht das Camp der Occupy Bewegung. Diese plant für Samstag, den 29. Oktober um 12 Uhr in Frankfurt eine erneute Demonstration, Treffpunkt ist der Rathenauplatz.

Angesichts der aktuellen Ereignisse spricht alles für diese Demonstration.

Zweifelsohne ist occupy selbst unübersichtlich, mit einem Korpus vager “Forderungen”, und Ansprüche, vieler obskurer Vereinnahmungsversuche und manch übertriebener Diskurssperren. Manches davon ist gut, anderes fragwürdig. Das spricht aber noch lange nicht per se gegen die Bewegung, sie ist halt unübersichlich, und gleicht damit ein Stück den Finanz-Prozessen. Es bleibt noch eine Menge an Möglichkeiten offen.

Einige Infos und Artikel über die Wogen um Occupy:

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Tod im Jobcenter: das Schweigen hält an

Vor 5 Monaten, am 19 Mai dieses Jahres, wurde Christy Schwundeck, eine schwarze Frau, im Jobcenter Gallus in Frankfurt am Main von der Polizei erschossen. Seither sind fünf Monate vergangen und noch immer weiß die Familie, die Öffentlichkeit und somit auch wir nicht, wie es zu der Erschießung Christy Schwundeck’s kam.

In den Medien – auch in der FGZ – wurden damals deutliche Stimmen gegen eine vorschnelle Verurteilung laut: in einem Rechtsstaat wie Deutschland kann man sich auf Aufklärung verlassen. Kritiker mahnten damals aufgrund einer ganzen Reihe ungeklärter Todesfälle Vorsicht an, und gaben den Behörden nicht zu viele Vorschußlorbeeren.

Wohl zu Recht. Bis zum heutigen Tage gibt es keine definitiven Untersuchungsergebnisse, ja es bleibt fraglich, ob an dem Fall überhaupt noch gearbeitet wird. Die kommerzielle Presse im RheinMain-Gebiet hat das schreckliche Vorkommnis längst zu den Akten gelegt. Das kann aber nicht das Ende dieser Geschichte sein!

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Kraftwerk: im Zentrum der Mensch-Maschine

Ob die Gruppe Kraftwerk nun reine Techno-Avantgarde ist oder auch kritische Momente hat?
Sei es drum! Zu unseren laufenden Maschinen passte jedenfalls ein Auftritt der alten Technologen in München am 12. Oktober ganz gut. Und man konnte all das schon vor Jahrzehnten ahnen.

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Trojaner-Elend

Der Chaos Computer Club resümierte zur entdeckten staatlichen Spähsoftware:

Wir sind hocherfreut, daß sich für die moralisch fragwürdige Tätigkeit der Programmierung der Computerwanze kein fähiger Experte gewinnen ließ und die Aufgabe am Ende bei studentischen Hilfskräften mit noch nicht entwickeltem festen Moralfundament hängenblieb.

Auf der anderen Seite sind wir erschüttert, daß ein solches System bei der Qualitätssicherung auch nur durch das Sekretariat kommen konnte. Anfängerfehler dieser Größenordnung hätten im Vorfeld unterbunden werden müssen, zumal bereits bei der Anhörung vor dem Bundesverfassungsgericht anläßlich des Beschwerdeverfahrens gegen die Online-Durchsuchung von Regierungsseite immer wieder versichert wurde, daß besonders hohe Qualitätssicherungsansprüche gestellt würden. Man sprach gar davon, daß die Spionagesoftware individualisiert an den Zielrechner angepaßt würde. Diese hehren Ziele sind offenbar Sparmaßnahmen bei den Behörden zum Opfer gefallen.

Das ganze Dossier vom CCC dazu gibt es hier als pdf.

Einige Tips zur Sicherheit:

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Medienkompass: “Kapitalismus lieben”

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Retter noch zu retten?

Nicht wirklich immer klar kommen Äusserungen der deutschen Regierung zu ihrem Umfeld heraus, dem der Staaten und der Banken allüberall. Wen will man hier und dort denn retten, und was heißt das alles? Die Rammböcke deutschen Pragmatismus feiern dieses Wochenende in ihren Bierzelten Parteitag, dort wo die Autos noch groß sein dürfen und sollen, also [...]

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Schrumpf-SPD: Paris will Frankfurt retten!

Man glaubt es nicht: die spd in Frankfurt gibt´s tatsächlich noch, und sie können sogar mehr Stimmen bei Wahlen erwarten als die 1,8 % FDP. Nachdem die Finanzberater Schröder, Clemens und Sarrazin einträgliche Jobs abseits der Partei machen, kommt deren ehemalige zweite Reihe (Gabriel, Steinmeier, Steinbrück) zu Posten. SPD bleibt halt SPD. Welche zukünftigen Finanz-Jobs [...]

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Ginnheim: erste ETW´s in Platensiedlung

Das ehemalige Areal  der US-Armee zwischen Bundesbank und Alt-Ginnheim rund um die Raimundstrasse wird als “Verdichtungsgebiet” für städtische Neubebauung ausgewiesen. Das Bebauungsziel meint nicht “nur” Freiflächen oder Flächen auf denen Kinderprojekte aufgebaut wurden, sondern auch das Gebiet mit 3-5 stöckigen Wohnblocks, die in den 90er Jahren von den Amerikanern übernommen, saniert und ausgebaut wurden. Jetzt [...]

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Frankfurter Auto-Freude

Endlich ist sie wieder da die IAA: Taxifahrer freuen sich, viele große Autos mit Fremd-Kennzeichen biegen falsch ab, Männergruppen des Aussehens “Shop Floor Untertürkheim” tragen gleichfarbige Plastiktüten durch die Stadt. Alles ist gut in Auto-Deutschland. Wenn ich im Cafe auf der Berger sitze, und aus der Schlange von Roadstern und SUV´s ein Wagen ausschert, die [...]

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Zeitgeist: Internationale Solidaritäten

Solidarität: althergebracht? Nein, hat sich einfach transformiert und an bestimmten Stellen sedimentiert. Die hängen eng mit Wettbewerb und Marketing zusammen. Globale “Firmen-Solidaritäten” werden als Markenbewußtsein ausbuchstabiert. So kannst du auch mit reinkommen!

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Lernresistent: Frankfurt bleibt markthörig

Zuweilen huscht durch das deutsche Feuilleton oder gar die Kolumnen-Spalten großer Zeitungen die Hypothese, dass mit dem Marktradikalismus und der entsprechenden Liberalisierung nach den vielen Crashs und der andauernden Risikodrohung gegen unsere wirtschaftliche Grundlagen Schluß sein müsste. Das scheint mir jedoch eine Chimäre zu sein.

In Frankfurt, einem Zentrum solcher Ideen und Praktiken, haben sich Kommunalvertretung und mediale Kommentatoren darauf eingespielt, dass weiterhin fast allein finanzwirtschaftliche Kriterien als entscheidendes Maß für die kommunalen Angebote gelten sollen.

Römer unter der Banken-Front

Die Frankfurter Rundschau zum Beispiel (31.8. R3) freut sich über den Erfolg des RMV und seiner Privatisierungsaktivitäten in Frankfurt, auch wenn sie die Einkommensreduktion der dortigen Fahrer nicht durchgängifg schön findet: aber was soll es. Leserin reibt sich die Augen: Deutschland hat fast die höchsten Nahverkehrspreise der Welt, selbst in New York oder Tokio fährt man noch billiger als etwa in Bergisch Gladbach (ja wo ist denn das?).

Und unter all den deutschen Städten findet man RheinMain und Frankfurt bei den Preisen ganz hinten: zum Jahreswechsel wurde festgestellt, dass das Jahresticket in Frankfurt das teuerste Deutschlands ist. Und geneigter Leser beachte: beim Einkommen sind die Bewohner Frankfurts im Deutschland-Vergleich recht weit hinten.

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Airport-Security: Überraschungen

Traffic durch die großen Gates der Metropolen hindurch, die Flughäfen besonders: Trotz Web eine Bedingung unseres gegenwärtigen Lebens. Mit viel Sicherheit drum heraum. Mit viel Sicherheit drum heraum, wie auch auf Rhein-Main Airport!
Und die bringt die ganze schöne Flexibilität manchmal durcheinander.
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Die staatliche Erschießung Hilfsbedürftiger

Nachdem in Frankfurt die allgemeine und mediale Öffentlichkeit die Erschießung von Christy Schwundeck in einem Jobcenter hier vor Ort ohne weitere echte Prüfung ad acta gelegt hat, setzt sich die bundesweite Serie des polizeilichen Vorgehens mit todlichen Folgen für die Betroffenen fort. Das Erstaunliche bei diesen Aktionen ist: oft sind es Hilfsbedürftige, die Polizei tritt im Rahmen der Hilfe für staatliche Administrationen Erscheinung und ist hinsichtlich der Gewaltmöglichkeiten haushoch überlegen, die Betroffenen sind allein und es wird von Beamten sofort mit tödlicher Wirkung geschossen.

SEK - Voll in Schuss

In Berlin ähnelte der Fall der Tötung der 53jährigen Andrea A. durch einen Polizei-Trupp demjenigen von Christy Schwundeck, nur die Umstände waren noch haarsträubender: es ging um gerichtliche Vorführung der “psychisch gestörten” Person. Sie sollte aus der Wohngemeinschaft, in der sie lebte vor ein Gericht und dann in eine Psychatrie geschafft werden, also eine Gefangennahme, die niemandem wirklich Spaß macht: “Die Frau sollte zum Amtsgericht Wedding gebracht werden, um sie in eine psychiatrische Klinik einzuweisen, sagte eine Justizsprecherin“.

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Activism meets Academy

Die Exzess-Halle in Bockenheim war gerammelt voll, mit fast 150 Leuten hatte kaum jemand gerechnet. “Faites vos jeux!” und die “Krisengruppe” aus dem Frankfurter Netzwerk “Wem gehört die Stadt?” wollte deren Beteiligte mit Kritischen Geografen und Stadtforschern, die sich in Frankfurt gerade zu ihrem Welt-Kongress (!) zusammenfanden, in einer Veranstaltung zum “Recht auf Stadt” zusammenbringen.

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Das gelang auch ein gutes Stück weit. Drei ReferentInnen aus akademischen Institutionen berichteten über Umfeld und Bedingungen von europäischen Stadtbewegungen der letzten Jahre. Sybille Bauriedl lehrt am Institut für Geographie der Universität Hamburg und ist mit dem Arbeitsschwerpunkt StadtRaum (ASSR) beim Bundeskongress Internationalismus (BUKO) aktiv. Andrej Holm forscht an der Humboldt-Universität Berlin zu den Themen Stadterneuerung, Gentrifizierung und Wohnungspolitik im internationalen Vergleich. Anne Vogelpohl ist Mitarbeiterin am Institut für Humangeographie der Goethe-Universität Frankfurt am Main und arbeitet dort im Forschungsprojekt »Die Neuordnung des Städtischen im neoliberalen Zeitalter« Die Veranstaltung sollte das Frankfurter Netzwerk mit Erkenntnissen über ihre direkten Zusammenhänge versorgen und diese diskutieren.

Das betraf zunächst die theoretischen Quellen der

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Medienkompass: Freitag macht den Spiegel, Augstein den Schirrmacher

Eine Welle antisozialistischer oder “anti-linker” Bekundungen aus den deutschen Medienhimmeln umspült die Berliner politischen Einrichtungen derzeit. Sie reicht bis zu offenen Kotaus vor ihnen, trotz ihrer eher miserablen Verfassung. Über des Rot-Grünen Präsidentenkandidaten Gauck Warnung vor der Berliner Mauer beim Salzburger Opernpublikum und die Anregung des Liedermachers Wolf Biermann, die Linke einen Kopf kürzer zu machen kommt jetzt in diesem Sinne noch ein grüner Medienerbe hinzu. Er schickt dabei sein Blatt mit in den Berliner Wahlkampf, gegen den akut drohenden Sozialismus: offensichtlich reicht die Taz dazu allein nicht.

Der damit adressierte Freitag-Besitzer Jakob Augstein übernahm vor ein paar Jahren die einzige linke deutsche Wochenzeitung und unternimmt seitdem immer wieder Schritte zur “Verspiegelung” des Blattes. Eigentlich brauchen wir das nicht wirklich, davon gibt es tatsächlich schon genug.

Sein Leitkommentar in der aktuellen Ausgabe sieht 2 Verlierer gegenwärtiger Moderne, den Neoliberalismus und die Linken.

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Die Frankfurter Grünen und der Milieuschutz

Es hat sich bereits in der ganzen Republik herumgesprochen, dass die Grünen in der Schwarz-Grünen Frankfurter Römer-Regierung eine eigenartige liberal-konservative Rolle einnehmen. Dieser Übergang vom Realo zu Liberalo ist vermutlich der Masse der Grünen-Wähler nicht wirklich bewußt.

Allerdings verwundert es inzwischen viele vor Ort, dass zum Beispiel im grünen Herz-Stadtteil Nordend die immerhin seit bald 30 Jahren verlaufende Gentrifizierung von der ach so bodenständigen Partei nicht politisch registriert wird. Da mag auch die wirtschaftliche und politische Positionierung einiger grüner Parteimitglieder im Immobilienumfeld und anderswo eine Rolle spielen. Das grüne Wahl-Motto “Die Stadt gehört Dir” erhält so einen ganz anderen Geschmack, und zwar abseits der Entertainments um den Grüngürtel.

Kommunale ABG: Luxuseigentum im Nordend - der Speckgürtel kommt zurückKommunale ABG: Luxuseigentum im Nordend – der Speckgürtel kommt zurück

Der in Köln ansässige Deutschlandfunk, eine der wenigen etwas anspruchsvolleren Teleeinrichtungen hat es die Tage jedoch gemerkt, und schildert in einem kleinen Feature die Gentrifizierungs-Lage in Frankfurt. Der Beitrag soll in einem längeren Zitat zur Sprache kommen, er spricht für sich selbst.

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Eine Kündigung – zum Glück

Götz Aly, ein zu gewisser Prominenz gekommener Historiker der deutschen Geschichte arbeitete mitunter als Kolumnist der Frankfurter Rundschau. Da dieses Blatt sein neustes Buch zum Neid als einem zentralen teutonischen Motor nicht so gut besprach, kündigte er jetzt die Zusammenarbeit. Seine letzten Sätze in diesem Blatt seien zitiert. “Im Wahlprogramm der Grünen für Friedrichshain-Kreuzberg lese [...]

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Werkstatt Frankfurt: umkämpftes kommunales Arbeiten

Wenn´s im Sommer mal etwas sonniger wird und es mit dem Fahrrad die Nidda entlang geht, dann kommt man auf der Höhe von Bonames an ein neue Brücke, die auf den altem Hubschrauber-Landeplatz einlädt. Eine große Fläche zum Spielen und ein paar Gebäude, in denen das “Towercafe im alten Flughafen Bonames” residiert. Sitzen im Grünen beim Handkäs und einen guten Schoppen dazu.

Nun kann es passieren, dass sich bei gehobenen Frankfurter Preisen einer der Kellner kurz dazusetzt und echten Unmut über die paar Cent bekundet, die er in diesem Betrieb der Werkstatt Frankfurt bekommt: als jemand, der seit 20 Jahren in Frankfurts Kneipen arbeitet, muß er hier für ein Euro fuffzig die Stunde Weingläser nach draussen tragen, für die Stücker 5 Euro verlangt werden. Ein Hohn, und das ganze wird als “Weiterqualifikation” (“Arbeiten für Frankfurt“) sozial verkauft und läuft faktisch als “Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung“, umgangssprachlich Ein-Euro-Job.
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USA: schon im Keller?

Ob das gelobte Land von McDonalds bei uns noch Vorbild sein kann? Ich fürchte ja! Von der Spaltung arm/reich über den Absturz staatlicher Administrationen (ausser den Gewalteinheiten, natürlich) bis zu den Rechtsradikalen: in Europa zeichnen sich ähnliche Formen am Horizont ab. Der alte amerikanische Kritiker Noam Chomsky sieht die USA im freien Fall: “Die komische [...]

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Kapitalismus-Rating: “CCC”

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Quelle: Titanic

Schrottanleihen, Junkbonds, Pleitekandidaten, Bad Banks, Penny Stocks heißen die niedlichen Tierchen, die sich gegenwärtig wieder epidemisch verbreiten und nicht nur hier in Frankfurt finanzielle Schüttelfröste hervorrufen. Dauerhaft leider meistens bei denen, die weder wissen was das ist, noch jemals solche Geldmaschinchen ihr eigen nennen konnten.

Aus dem Pool der meist vermögenden Leute und Institutionen, die klandestin ihr ganzes Leben mit der Hege der vielen Vermehrungsapparate rund um das Geld fristen spielen in den letzten Jahren und Tagen nicht die Hedge Fond Manager oder ähnliche Finanz-Kommandanten eine neue Rolle. Es sind Rechenknechte im Hintergrund, die quasi über die Lebenserwartung, den Gesundheitszustand von Eigentumstitel urteilen, die 3 amerikanischen Ratingagenturen.

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Für ihre Diagnosen verwenden sie nur wenige Buchstaben und Zeichen, damit es jeder versteht und gleich in die eigene Finanzrechnung einfließen lassen kann. Die Ratingagenturen vollbringen damit Wunderdinge, sie sprechen nämlich Geld. Den einen zu und den anderen ab: je nach Note wird es für die einen teurer und die anderen billiger. So einfach ist das.

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Neues vom “Berger Tourism District”

ENDLICH! Auch für die Reiseführer in US ist es fertig: das Zwischenstück der Bergerstrasse von Höhen bis Uhrtürmchen. Endlich auf echten Kopfsteinpflasterimitaten (nicht aus Prag geholt) kann der Eventhascher jetzt vom unterem MTK-Bereich die Zone von Saturn, Eifler, E-Plus, Backwerk, Schaan, Backfactory, Woolworth, Kamps, O2 in die ach so pitoreske obere Berger (drink, food) queren, [...]

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Verschollen geglaubte Deportationslisten entdeckt

Das inzwischen geschlossene Polizeigefängnis Klapperfeld hatte eine zentrale Funktion für Deportationen aus Frankfurt. Der Initiative »Faites votre jeu!« ist es gelungen, verschwunden geglaubte Deportationslisten ausfindig zu machen. Die Listen belegen Deportationen von über 3.300 Menschen allein für den Zeitraum von Februar 1943 bis Mai 1944 sowie für August 1942. Diese Dokumente, die unter anderem die [...]

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Neues vom Fahrstuhleffekt

Der sogenannte “Fahrstuhleffekt” wurde von einigen Sozialwissenschaftlern mit kritischem Anstrich entdeckt: laut Soziologen wie Ulrich Beck erlangt unser gegenwärtiger Kapitalismus seine Berechtigung aus dem schlichten Faktum, dass es nicht nur für die Großkopferten immer weiter nach oben gehe, sondern sich die ganze Gesellschaft quasi in einer großen Fahrstuhlanlage befinde: es gehe deshalb gleichzeitig für alle [...]

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SPD im Aufschwung: gleich 3 Mann vorn!

Jetzt hat der alte Tanker die Aufholjagd fast geschafft, man möchte gar von Überholmanöver sprechen. Nicht allein eine einzelne Parteivorsitzende soll es richten wie die Merkel bei der CDU, oder eine Doppelspitze wie bei den Grünen oder den Linken, nein! MÄNNER wie aus Stein müssen her, und zwar gleich Stücker 3. Bild: SPD.de Es sind [...]

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Flughafen: eine hingenommene Firmenzerschlagung

Am RheinMain Airport wird gekocht und gekocht, Tausende beschäftigt das Catering unzähliger Flüge ab Frankfurt. Um genau zu sein: Sage und Schreibe 3700 Menschen arbeiten in den Großküchen am Flughafen im Dienste der LSG Sky Chefs. Genau, das ist der Laden deren viele Fahrzeuge und Container mit entsprechendem Schriftzug man überall sieht, wenn es vom [...]

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Japanische Panzer

Wir leben gerade in der Jahreszeit, zu der das deutsche öffentlich-rechtliche Fernsehen seine seichten Unterhaltungsformate auf Dauerangriff mit endlosen Sportübertragungen umschaltet. Nicht nur das: seit Jahr und Tag garnieren solche Events Fans mit öffentlicher Deutscher Karnevals-Beflaggung. Dem Optimisten wird während solcher Ereignisse wie Weltmeisterschaften klar, dass im Bekanntenkreis mehr als gedacht ihren eigenen Beitrag zum [...]

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Weg mit der blöden Souveränität!

Es gibt ja manche Schläächtschwätzer, die seit Jahr und Tag behaupten, dass den demokratischen Instanzen hierzulande und anderswo in Europa immer mehr substantielle Befugnisse genommen werden. Nun hat diesen Befund aber mal jemand von höchster europäischer Stelle ausgesprochen, wenn auch nur für die “da unten”. Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker zeigte sich nämlich optimistisch: die Griechen müssten [...]

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Das lidlt sich doch richtig!

Na gut, ich war auch schon im Aldi, wegen des Katzenfutters, des Klopapiers und sonst noch was.
Ausserdem stehen bei allen Aldi-Läden die Katzenfutterdosen gut 10 Meter nach dem Eingang auf der linken Seite, das Klopapier ein Stück dahinter quer und an der Kasse geht es dann ganz fix. Und jetzt noch Bio ohne Ende, dazwischen gelegentlich noch mehr. Der Laden rennt wie Hund, das weiß jeder, auch wenn es in letzter Zeit hierzulande etwas stottert. Fast Exportweltmeister. Ich bin da eigentlich nur zum Üben, falls ich in den laufenden Ereignissen nicht entkommen kann.

Und alle dort sind irgendwie stolz drauf: jeder kann am Bruttosozialprodukt mitarbeiten, überall. Schon wenn man auf den Parkplatz fährt, quasi mechanisch zum Dock für die Einkaufswagen strebt, sich zum Öffnen der Tür andrängelt und wie ferngesteuert durch die wenigen Regalreihen geistert. Rein, packen, raus und ab, wie im automatischen Verladebahnhof.

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ABG: JUHU, mehr Miete zahlen !

Der Mietspiegel Frankfurt am Main 2011 ist raus, und es gibt Grund zur Freude. Allerdings nicht für Mieter unter der Fuchtel der ABG FRANKFURT HOLDING, einem der größten kommunalen Wohnungseigentümer Deutschlands, ca. 50.000 Wohnungen werden bei ihm verbucht. Und die müssen arbeiten für den Laden, damit man auch ordentlich Überschüsse erwirtschaftet, wie sich das für ein “modernes” kommunales Wohnungsunternehmen gehört. Und das ist nicht unbedingt gut für die Leute in den Wohnungen.

mieterhoehung_mietspiegel(Foto: mietspiegelportal.de)

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Film: Kultur oder Kommerz? Der Kampf um die Stadt

Die Dokumentation “Kultur oder Kommerz” von Arte nöchte rund um die Auseinandersetzungen um das Leben in der Stadt in ganz Europa Perspektiven aufzeigen, um die Stadt von morgen sozial gerechter zu gestalten.

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Finanzmarkt: Frankfurter Gewerbesteuer-Umzug

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Altstadt besetzt! GO-In im geplanten Museumsdorf

Der Aktionstag am Samstag, den 11. Juni führte auch zu einer kleinen Besetzung der “Platte” am Römer, dem Rest des Technischen Rathauses. Das Statement der Besetzer zur Aktion dokumentieren wir im folgenden.

Heute entern wir die Betonplatte des ehemaligen Technischen Rathauses, um deutlich zu machen, dass wir mit der städtischen Planung dieses Altstadtareals nicht einverstanden sind. Statt innerstädtisches Wohnen und Leben für alle zu ermöglichen soll hier „hochpreisiger“ Wohnraum entstehen – und sicherstellt werden, dass sozial Schwachen, sowie nicht in den Flair des neuen Innenstadtviertels passenden Menschen das Wohnen hier unmöglich ist.

Statt den durch den Abriss des Technischen Rathauses freigewordenen Raum für alle zu öffnen, soll er wie es heißt „kleinteilig“ bebaut, aber trotzdem wieder zu betoniert werden. Ruhezonen und für alle gleichermaßen nutzbarer öffentlicher Raum wie der Archäologische Garten verschwinden im Schatten einer konsumfreundlichen Überbauung.

Mit dieser Aktion kündigen wir unseren Widerstand an. Wir protestieren gegen die Privatisierung öffentlichen Raumes und gegen eine Stadtplanung, die sich nicht an den Bedürfnissen aller in der Stadt lebenden Menschen orientiert.

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Die armen Erfinder der Polis

Eine illustrierte Urlaubsgeschichte.

Die Griechen werden im Deutschland von heute gerne als abseitige Schlafmützen charakterisiert, die fleißigen Mitteleuropäern bloß das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Dabei haben sie vor über 2000 Jahren nicht nur Ideen vorgebracht, wie das Gemeinwesen unter Beteiligung vieler als „Polis“ gut zu regulieren sei, sondern auch einen Mythos beschrieben, dessen Mechanismus heute dieses Gemeinwesen zum Absturz bringt: gemeint ist der „Phönix aus der Asche“. Der Phönix war ein langlebiger Vogel, der sich zu seinem Lebensende ein Nest erbaut, in dem er selbst verbrennt und dann – oh Wunder – aus dieser Asche jung und frisch wieder aufersteht.
Dieser Vogel Phönix hat heute eine enorme Vielfalt, Verbreitung und Reichweite gewonnen. Die Geschichte gewinnt jetzt sogar erst richtig Fahrt, es geht nämlich um einen Haufen Geld. Phönix und das Geld verbrennt rund um die Welt immer mal wieder und taucht wieder auf, in klein und in groß. In Asien Ende der 90er legte er ein paar Länder mit in Asche, sein Esprit beflügelte trotzdem Clinton in den USA und Rot-Grün in Deutschland. Sie erlaubten ihm pausenloses Fliegen in allen Gegenden. Die meisten jubelten und bliesen ihm im Dotcom-Rausch eine Menge Geld in den Arsch. Er verbrannte dann 2001 mit dem vielen schönen Geld.

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Stadt oder Weltkreis – eine politische Entscheidung?

Der bekannte französische Philosoph Gilles Deleuze hatte ungewöhnliche Ideen, die postmoderne Beweglichkeit mit linken politischen Initiativen eher abseits von Parteipolitik verbandelten.

In einem kurzen Interview nahm der 1995 Verstorbene zu einer fast zeitlosen politischen Frage Stellung, was es heißt “links” zu sein. Seine Antwort ist besonders deswegen von Bedeutung, weil er sich darin gegen die Kurzsichtigkeit des Blicks auf die unmittelbare Umgebung, etwa das Wohnquartier und die Stadt ausspricht und postuliert, dass ein linker Horizont immer den Weltkreis umspannen sollte.

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Helden: Offroad im Großstadtdschungel

Zur Zeit scheint grüne Tarnfarbe fast Lieferprobleme zu haben. Die neue Bürgerlichkeit, der „bewußte Mittelstand“ drängelt sich an den Ständen des Ökokonsums, wählt die Grünen, fährt Fahrrad, zögert manchmal beim Wachstum. Zittern im klassischen bürgerlichen Lager, wenn da nicht ein kleines gallisches Dorf sich gegen die neu-moderne Übermacht tapfer schlagen würde – und immer mehr Zulauf erhält: die Gemeinde der Offroader. Das sind die unförmigen KFZ-Maschinen, mit denen ihre braven Käufer eines als letztes machen: die asphaltierte Strasse verlassen.

Dieser wachstumsbewußte SUV-Troß scheint das letzte deutsche Fähnlein zu sein, das dem chinesischen Aufbruch ins „schneller, besser, mehr“ noch Paroli bieten kann: die Mittelstands-Panzer verkaufen sich hierzulande wie blöde.

Zumindest zwei große Käufergruppen lassen sich aus der Perspektive des Großstadbewohners unterscheiden. Das Spätdreissiger-Pärchen, beide die Kragen der Polohemden forsch im Guttenberg-Stil hochgeschlagen: das dokumentiert den Mut zum Selbstfahren im schwierigen Gelände. Entweder sie mit unvermeidlichem Pferdeschwanz beim Schülerabholen, er als Consultant-Typ am Lenkrad beim energischen Queren großer Stadtkreuzungen. Die zweite Gruppe sammelt sich um den mitsechziger Ruheständler, der sich als Alt-Erfolgreicher endlich gönnt, wirklich sicher durch die immer neuen Gefahren im öffentlichen Raum zu kutschieren, „man hat es ja verdient“.

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Bemerkenswert – Lachhaftes von der Führung

Die Aktiengesellschaft “Deutsche Bank” und die Holding “Sozialdemokratische Partei Deutschland” bewegen sich in unterschiedlichen aber überschneidenden Segmenten von Öffentlichkeitsarbeit. Und noch mehr kommt bei ihren gegenwärtigen Chefs zusammen: Josef Ackermann (oh, schon wieder der) wird gerne als “der gefährlichste Banker der Welt” bezeichnet, Gabriel wäre am liebsten der ideenreichste Politiker der Welt. Nun gut.

Beide verbindet die Nähe zum Spielbein der heutigen Welt, der Finanzbranche und die Liebe zu hanebüchendem Blödsinn. Bei Ackermann liegt das mit der Finanzbranche auf der Hand, Gabriel bemühte sich, als Partei-Trainee der SDJ unter Gönner Gerhard Schröder (oh, schon wieder der) die Nähe zum Geld zu kultivieren. Nun wissen wir bereits, dass der ehemalige “Auto-Kanzler” Schröder auch ein Finanz-Kanzler war, dessen reformbegeisterter “Sozial-Berater” Rürup mit einem zwielichtigen Finanz-Guru namens Maschmeyer dessen obskure Firma AWD weiter aufmöbelte. Nichts besonderes in der ehemaligen Rot-Grünen Regierung, deren Mitglieder sich ja gleich scharenweise gutdotiert in die deutsche Wirtschaft absetzten. Rot-grüner Pragmatismus eben.

Gabriel, von dem war ja die Rede, übte damals bei Schröder intensiv Bussi mit den Großen und lernte dabei eifrig das Plappern: Politainment mit dummen Sprüchen, eine schon länger beliebte Übung der SPD Führungsriege. Und nicht nur der.

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Volatiles Frankfurt: oben und unten

Wen wundert der wirklich sehr blamable Abstieg wenn man weiß wo diese Mannschaft herkommt: aus Frankfurt. Damit meine ich nicht die eher schlichte Feststellung, dass der Fußballverein Eintracht Frankfurt seit fast 2 Jahrzehnten eifrig übt: im Absteigen und Aufsteigen zwischen der 1. und der 2. Bundesliga.

Ich meine auch nicht den Sachverhalt, dass die Eintracht vielleicht die Marke “Frankfurt” stärken wollte, indem sie nach der hauptstädtischen Aufhebung (Hertha) als einzige deutsche Stadt mit 2 Mannschaften in der 2. Bundesliga vertreten sein wird. Gutes Städte-Branding?

Auch nicht, dass ein “Fußball-Philosoph” das ehemals auch philosophisch in der ersten Liga angesiedelte Frankfurt in die zweite hinab-trainierte. Sich selbst allerdings gleich mit.

Das Team im Bankenviertel (Foto: dvu.de)
(Das Team im Bankenviertel – Foto: dvu.de)
Nein, den Hinweis gibt uns der Ort, an dem die Truppe spielt: in der “Commerzbank-Arena“, nicht mehr im Waldstadion, und das seit 2005.

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Die Stadt erfahren und bloggen

In den letzten Jahren hat sich die Stadtentwicklung, die gegenwärtigen Transformationen der Städte und die Konfrontationen darum immer weiter verbreitet, auch im Web.
Ein Teil der Konzeption der FGZ dreht sich auch um diese Sachverhalte, um Finanzialisierung und Gated Communities, um Businessdistrikte und Entmachtung der Kommunalpolitik, Gentrifizierung und veränderte Arbeitswelten, Immobilienspekulation und Shopping malls. Natürlich steht das hier im Web und in Frankfurt nicht allein und will es auch nicht.

Eine Konferenz nächste Woche sieht die Möglichkeiten der “Netzwerkgesellschaft” im Schnittpunkt von Web und Stadt sehr optimistisch: “Das Internet verändert die Auseinandersetzung mit städtischen Themen, die Informationsverteilung, wie Akteure miteinander kommunizieren und an der Gestaltung unserer (gebauten) Umwelt teilhaben. Statt passiv zu konsumieren, kann sich nun jeder aktiv beteiligen, publizieren und vernetzen. Dies eröffnet neue Chancen für zivilgesellschaftliches Engagement und Partizipation, wie etwa bei Petitionen im Rahmen von Planungs- und Achitekturprojekten. Somit entstehen neue (Platt-)Formen der des gemeinschaftlichen Engagements. Dabei ist daran nicht die immer verbesserte Technik das wirklich besondere – viel entscheidender ist der gesellschaftliche Wandel, der mit der gesamtgesellschaftlichen Durchdringung dieser Technologien einhergeht und dessen große soziale und kommunikative Konsequenzen noch nicht ausreichend diskutiert und verstanden werden“.

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Die Agentur

Für unser täglich Brot haben wir eine ganze Menge Banken, private und öffentliche, lokale und globale, staatsgetragene und staatstragende. Manche stellen sogar Geld her, andere verbrennen es bloß. Alle haben irgendwie damit zu tun, Geld an Kunden zu vergeben, oder noch besser, etwas Cash von Kunden zu bekommen, um es anderen zu leihen, mit möglichst viel Ertrag. Oder so gesagt: “Banker” sind mit allem beschäftigt was irgendwie damit zu tun hat.

Die Kunden der Banken können Privatleute, Firmen oder Staaten sein und für ihre nutzenbringende Betreuung steht eine ganze Heerschar weiterer Dienstleister bereit: Fonds und Versicherungen, Anwälte und Berater, IT-Spezialisten und Dealer. Um diesen ganzen Zirkus dreht sich ein gehöriger Teil des öffentlichen und halböffentlichen Lebens in Frankfurt.

So viel Gold

Und alle diese Mitspieler beim Geldgeschäft wollen ein möglichst großes Stück vom Kuchen abhaben. Um für dieses Resultat sicher zu gehen, muß der professionelle Geldhändler möglichst gut Bescheid wissen über die Kunden und ihre Kinderstube, das kennen wir schon aus der Schule: bei gutem Leumund leiht man dem Nachbarn auch mal nen Euro.

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Das Bahnhofsviertel – die echte Mitte Frankfurts?

Eigentlich existiert das “Viertel” gar nicht, kaum ein Durcheilender glaubt an eine echte Bewohnerschaft hinter den Fassaden, Läden, Restaurants, Etablisments in den paar Strassen vorm Frankfurter Hauptbahnhof. Es gibt im Bahnhofsviertel aber noch fast 2000 Ortsansässige, auch wenn die paar Wackeren sich mit dem flanierenden Stammpublikum zu einem schwer durchdringlichen Gemenge vermischen. Bewohnerschaften, Ökonomien und Publikumsgruppen passen entsprechend in “multikultureller” Vielfalt zum ersten Eindruck wie der längeren Geschichte des kleinen Quartiers, auch wenn der Druck durch die Umgebung von Jahr zu Jahr wächst.

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Impressionen: Frankfurt Ostern 2011

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Der Web-Kongress Frühling

Viele Leute bebildern, betexten und belabern das WEB, manche schreiben über das Web im Web und eine Menge verlassen es, um an einem realen Ort über das Web zu sprechen und zu reflektieren. Meistens im Frühjahr und fast immer in Berlin. So auch dieses Jahr.

Der glückliche Ort, an dem das Web massenhaft in die Realität schwappt ist allerdings nicht die Stadt am Main, sondern die Stadt an der Spree, Berlin. In Konvergenz zum Zentralismus Frankreichs finden dort hintereinander nicht eine oder zwei, sondern gleich drei nationale, gar internationale Kongresse zu Web finden hintereinander in der Hauptstadt statt.

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Frankfurter Sensorium: Frühlingsgeruch

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Politische Kriseninterpretation: welche Krise denn?

Die Bornheimer Tagung zum Krisenverständnis im Januar diesen Jahres bot unterschiedliche Thesen zum Verständnis der Krise – mit der allgemein geteilten Meinung, dass der “staatlich-ökonomische Komplex” hierzulande ein ganz geschicktes Krisenmanagement abgeliefert hat.

Überzeugende Konzepte?

Die Diskussion über diese Thesen berührte ein weites und anregendes Spektrum politischer Interpretation: es ging um Hirschs Infrastruktur und seine Relation zur faktisch herrschenden Ökonomie; die Frage der faktischen Schwäche von Lohnempfängern in Verhandlungen und Auseinandersetzungen; die Möglichkeit einer zunehmenden Delegitimierung des Kapitalismus – immerhin einem wieder akzeptierten Begriff; und den Zweifeln an der zu optimistischen Sicht von Frings, die den deutschen Korporatismus vernachlässigt und die Schwächen echter Opposition unterschätzt.

Bild: taz

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Der Gallus und die Chinesen

Eine globalisiertes Metropölchen wie Frankfurt wird von Kräften weiter Weltbereiche berührt, etwa von China oder von Schwarzafrika, sei es über Waren oder Immigranten. Die beiden könnten kaum weiter voneinander entfernt sein, kommen uns aber meistens über Medien etwas näher. “China” treffen wir bei Saturn-Hansa, mit Audio- und Video-Geräten; im Fernsehen tritt es als die expansive Wirtschaftsmacht auf, voll von Fabriken, ein Exportweltmeister, der angeblich die Welt gnadenlos mit Waren überschwemmt. Bei Schwarzafrika dagegen wird immer das gleiche, dazu konträre Schema ausgelöst: Niedergang, Krise, Elend, marodierende Warlords, Flucht und Immigration, besonders hierher. Was ist dran?

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Krisenerfahrungen – Chance für was ? Eine Tagung in Frankfurt

Eine Tagung engagierter und versierter unabhängiger Linker fand am 8. Januar in Bürgerhaus Frankfurt Bornheim statt. Unter der Thematisierung “Krisenanalysen und Krisenerfahrungen in der Diskussion” versuchten Referenten und die fast 100 Zuhörer und Diskutanten zu begreifen, wie sich die Krise im oppostionellen Denken und Tun darstellt. Das geschah tatsächlich auf hohem Niveau.

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Natürlich reden alle Medien von Krise, wir hören platte Erklärungen der gleichen Wirtschaftsauguren, die Deutschlands Ökonomie im Herbst 2008 als “sicher” deklarierten und die Aufregungen über Staaten, die “nicht haushalten können” gehen hoch. Auch wenn diese vor kurzem noch “Tiger” der Liberalisierung in Europa waren.
Diese Krisenperspektive interessierte weniger, dagegen konzentrierte sich der erste Abschnitt auf linke Kriseninterpretationen verschiedener Coleur. 4 Ansätze kamen zur Sprache: zuerst keynesianischer Staatsinterventionismus, und Interventionen ins Bankenwesen, wie sie der DGB, die Linken und Attac fordern. Mit wenig wirklicher Ressonanz, weil dies notgedrungen von den Regierungen eingeholt wurde und eine gesellschaftspolitische Distanz zum Geschehen für das Publikum kaum erkennbar ist.

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Hauswirtschaft in Rhein-Main

Über die Wirtschaft, ihre Erfolgsvorgaben und ihre Krisen gibt es eine ganze Menge Erzählungen. Sie haben variierende Protagonisten, sind unterschiedlich lang und schön, dienen verschiedenen Zwecken und werden mal so und mal anderes verwendet oder gelehrt. Eine Menge Kram also.

Frankfurt bildet eine besondere wirtschaftliche Lokation in Deutschland, aus verschiedenen Gründen: sie beherrbergt die Deutsche Börse (AG), den Haupthandelsplatz des Finanzkapitals, das Einfallstor der weltweiten Finanzmärkte nach Deutschland. Frankfurt bietet bekanntlich Platz für das ganze Umfeld dieser Ströme und der Erzählungen drum herum, nur ein großes “Wirtschafts-Forschungsinstitut” fehlt uns noch.

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Natürlich gibt es hier unzählige Banken, besonders auch deren Zentralen, vermutlich liefert das sogar den einzigen Grund, warum das kleine Kaff am Main in der Top-Liste der “Alpha World Cities” geführt wird.

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Wintereinbruch: Nordend-Splitter

Zeitenwenden und Wetterwechsel bringen es bisweilen mit sich, dass man Orte wahrnimmt, die leicht zu übersehen oder fast unzugänglich sind. Oder die wie aus der Zeit gefallen erscheinen. Zwei Beispiele liegen seitwärts der Bergerstrasse und wollen so gar nicht zu den neuen Boutiquen und Stores passen, die sich um den Merianplatz versammelt haben.

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Dezember-Wochenende: Frankfurter Kulturachse

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Frankfurter Adel: ein Weihnachtsmärchen

Den “König der Hanauer Landstrasse” nennen ihn ehrfurchtsvoll die Lokal-Medien von BILD bis Frankfurter Rundschau, so verehren ihn die kleinen Freiherrn der Rhein-Main Gastronomie, die Landgrafen des Hotelgewerbes, die Halb-Edlen der Musik- und Disco-Branche, der Geldadel aus den Vordertaunus und die Unedlen hoher Frankfurter Dienstleistungskultur rund um Fashion und Event.

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Neues zur Biomacht

In den letzten Jahren war in Feuilleton und klugen Bücher zu postmoderner Kultur und Politik viel von “Biomacht” und “Biopolitik” die Rede. Nicht immer war uns Lesern ganz klar was damit genau gemeint ist. Meist gingen solche Diagnosen einher mit Vermutungen über die “Revolution der Städte” als den wirklich wichtigen Akteuren in der neuen globalisierten [...]

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Freitag abend – Frankfurt

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Digitale Kriege – Homeland

… Fortsetzung von “Digitale Kriege – Erstschlag

Sehen wir uns das Umfeld von Cyber-Wars an: hinter den genannten Institutionen der staatlichen Web-Krieger und der meist privaten Betreiber von Großanlagen verbergen sich weitere Instanzen großer Informationsmächte, die erhebliche technische und finanzielle Mittel aufwenden, bevor unsere kleinen Gadget-Regimenter für das allgemeine Publikum arbeiten können. Netzbetreiber und Provider, Technologie- und Kommunikationsanbieter, Finanz- und Service-Firmen, Kommunalbehörden und Finanzämter setzen Apparate und Software-Regimenter der einen oder anderen Art ein und können damit über Datenströme verfügen, die in unserem alltäglichen Leben wichtige Rollen spielen, jetzt schon und täglich mehr.Und wer die dazu nötigen Mittel hat kann sie engagieren.


Es lässt sich für die digitale Umwelt sogar konstatieren, dass wir in der Stadt und den Wohnungen, in der Arbeit und beim Einkauf, im Kontakt mit Freunden wie Bekannten auf diese Hilfsmittel und ihre vielfältige Vernetzung laufend angewiesen sind. Ihre Infrastruktur und Verhalten wird allerdings pausenlos reguliert, durch viele Betreiber und Anbieter am Leben erhalten .

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Digitale Kriege – Erstschlag

Mit den heißbegehrten Gadgets, die wir auf Schritt und Tritt mit uns führen, die als Mitmieter und dienstbare Lieferanten fungieren, spielen wir und erfahren durch sie die Welt. Unsere Gerätschaften sind fast immer mit einer geheimnisvollen Innenwelt ausgestattet, die inzwischen auf permanente Belagerung eingestellt ist. Die Kameras und Bildschirme, Lautsprecher und Mikrofone, Gehäuse und Tasten bilden die Aussenanlage der installierten kleinen Festungen, von denen aus im Inneren der Apparate das Regiment geführt wird. Sie bilden ein Regiment im buchstäblichen Sinne, das pausenlos in den vielen Laptops und Netbooks, den Navis und DVD-Playern, den Phones und Pads marschiert.

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Ihre Hauptbastion bilden kleine Quader, die im Gehäuse verankerten Chips, in denen elektrische Energie die smarte Truppe auf Trab hält. Ihre beweglichen Regimenter nennen wir „Programme“. Sie sind von Experten schreib- und lesbar und sorgen dafür, dass die Gadgets sich so verhalten, dass wir mit ihnen gut umgehen und sie eine Reihe von Aufgaben erfüllen können.

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Franzens Welt

Zum Klima des Romans “Freiheit” von Jonathan Franzen (wohnhaft in New York) mögen die folgenden Zitate aus dem Interview mit dem Autor in der Süddeutschen genügen: “Als junger Mann fand ich die Bücher von Autoren wie Pynchon, Gaddis oder DeLillo enorm spannend, weil sie von der Welt handelten, in der wir lebten. Es ging um [...]

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Rhein-Main: Privatisierung des Öffentlichen

Privatisierung öffentlichen Eigentums wird als Allheilmittel gegen leere öffentliche Kassen angepriesen, meist macht sie aber stattdessen die Konten der daran beteiligten Privatfirmen voll. Das Privatisierungsschema durchzieht seit über einem Jahrzehnt auch unsere Region, unter wechselnden Namen und Konzepten wie: „Cross-Border-Leasing“, direkte Privatisierung von Immobilien und kommunalen Firmen oder dem „Public Private Partnership“ (PPP). Mit letzterem lässt sich vieles in Jahrzehnte arbeitende, öffentlich bezahlte, gut abgesicherte Geldmaschinen verwandeln: es betrifft Krankenhäuser und Schulen, Rathäuser und Brücken, den Kern kommunaler Infrastruktur.

PPP-Kritik

(Foto: attac)

Über den sehr zweifelhaften öffentlichen Nutzen dieser Geschäfte informierte am Donnerstag, dem 9. September die „Bündnis gegen Privatisierung“ auf einer Veranstaltung im Haus Gallus. 40 bis 50 meist gut informierten Zuhörer nahmen besonders aufmerksam den Bericht von Karsten Arendt (ver.di Offenbach) auf, der über das PPP-Projekt für Schulen im Landkreis Offenbach berichtete.

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Lauschangriff

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Zur “Freiheit-statt-Angst”-Demo am Samstag in Berlin gibt es nun den Sampler “Lauschangriff” (zip) mit überwachungskritischen Songs verschiedener Genres, der frei heruntergeladen und unter CC-Lizenz verteilt werden kann.

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Anspruchsloses Web

Neue Technologien wie die großflächige Einführung der Eisenbahn, die Verbreitung der Elektrizität über städtische Straßenbeleuchtungen, das Fernsehen als massenhafte Freizeitbeschäftigung und schließlich allgegenwärtige PC- und Web-Nutzung bringen massive öffentliche Streitigkeiten über die Interpretation ihrer Folgen mit sich. Das betrifft besonders Medien wie Fernsehen und Web, deren Nutzung zur täglichen Gewohnheit wurde und die ganz anders als die Straßenbeleuchtung Symbole und Geschichten unters Volk bringen.
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Besonders die Internetnutzung erstreckt sich über die eigene Wohnung hinaus in viele Tätigkeitsbereiche, reicht oft tief in unsere Verhaltensgewohnheiten hinein

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Hochdruckreiniger für Innenstädte

Innenstädte sind in, mit ihnen lassen sich glänzende Immobilienprofite erzielen. Das gilt für Büros wie für Wohnungen. Das gilt insbesondere für “angesagte” Stadtteile. Sie sind nach Übergangsphasen eines bunten Lebens bereit zu einer Neustrukturierung für Eigentumswohnungen, Anreiz für Verkäufe und Austausch der Bewohnerschaft. “Gentrifizierung” ist das dafür in den letzten Jahren verwendete Schlagwort.

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Was aber tun, wenn der Bestand an Wohnungen knapp ist und die Residenten starrsinnig bleiben, schlicht innenstädtische Bereiche nicht klaglos räumen wollen ?

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Kurze Berührung zweier Pole

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Imaginationen über Zentralafrika drehen sich bei Mitteleuropäern gerne um Kurz´ Grauen, das vor über 100 Jahren an die belgischen Gräuel um den Fluß Kongo herum erinnert. “Kongo” ergänzt Joseph Konrads “Herz der Finsternis” um drei weitere Wahrnehmungsraster, mit denen wir diese seltsame Gegend betrachten. Die Ökofreunde schauen gerne die netten Gorillas, Schimpansen und Waldelefanten im Fernsehen an, die meist von wagemutigen Amerikanern im undurchdringlichen, zweitgrößten Regenwald der Welt abgefilmt werden.

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Juli – Frankfurter Ferienbeginn

Die Erstellung und Betrachtung folgender Bilder unterliegt wie andere Artikel der FGZ keinem Rauchverbot

Rezipienten sind deshalb hier nicht vor der Gefahr einer Passivraucher-Schädigung gefeit!

Draussen, vorm SMS-Himmel
Draussen, vorm SMS-Himmel

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