
Bildausschnitt aus einem Youtube-Video: Neonazis demonstrieren in Masken, Leute stehen daneben und winken
Das Markenzeichen der Anonymous-Bewegung ist die Guy-Fawkes-Maske, die man in letzter Zeit immer häufiger bei Flashmobs, Protesten und Demonstrationen sieht.
Das Konzept des gemeinsamen maskierten Auftretens hat nun allerdings auch innerhalb der rechten Szene, insbesondere unter den sogenannten „Autonomen Nationalisten“ Anklang gefunden, hier allerdings nicht in Form des grinsenden Gesichtes eines Guy Fawkes, sondern unter einer schlichten, gespenstisch wirkenden „Neutralmaske“.
Besonders die im norddeutschen und nordöstlichen Raum aktive Neonazi-Gruppe „Spreelichter“ ist oft und gerne unter der Maske aktiv.
Die „Spreelichter“ sind aber nur Teil eines losen Netzwerkes der sogenannten „Unsterblichen“, welche weitreichende Verflechtungen in das gesamte Bundesgebiet und auch bis nach Österreich aufweist.
Über die neueren Aktivitäten von den “Unsterblichen” findet sich folgender Text auf der Seite der “Spreelichter”:
Einen Monat nach dem Fackelmarsch der “Unsterblichen” in Bautzen tauchen im Netz allmählich weitere Meldungen auf, die vom plötzlichen Auftauchen kleinerer weiß maskierter Gruppen berichten.
Dabei waren es vornehmlich kommunale Veranstaltungen, wie die 850-Jahrfeier im sächsischen Trebsen, bei der sich Aktivisten mit einem Transparent in den Stadtumzug einreihten oder das Brauereifest in Radeberg, bei dem eine Gruppe mit Wurfschnipseln auf das drohende Schicksal unseres Volkes aufmerksam machte.
Im südhessischen Viernheim sollen sich mehrere weiß Maskierte in der Nacht zu einem Marsch versammelt haben, im beschaulichen Kohren-Sahlis durchbrach eine Gruppe das bunte Treiben der Besucher des Töpfermarkts und in Döbeln spannten Aktivisten ein Transparent vom Dach der längst geschlossenen Schule.
Auch in Gießen versuchte die Gruppe einen Aufmarsch durchzuführen, dies allerdings nur mit geringem Erfolg.
Der Schlachtruf der “Unsterblichen” lautet „werdet unsterblich“ und ihr Ziel ist es, den „Volkstod“, den sie als verursacht durch die parlamentarische Demokratie betrachten, aufzuhalten. Hierzu bedienen sie sich verstärkt moderner Protestformen wie Flash-Mobs und viraler Verbreitung ihrer Ideen im Internet.
Auch in der Außenpräsentation der Gruppe werden bewusste Anleihen von Anonymous genommen und diese im eigenen (rechtsradikalen) Kontext umgedeutet.
Hier 2 Bilder zum Vergleich (das obere Bild stammt von den “Unsterblichen” und das untere von Anonymous):


Diese schlechte Anonymous-Kopie von Rechtsaußen beschreibt sich selbst folgendermaßen: „DIE UNSTERBLICHEN sind junge Deutsche, die sich bundesweit auf öffentlichen Plätzen zusammenfinden, um auf das Schandwerk der Demokraten aufmerksam zu machen.“
Als „Schandwerk der Demokraten“ wird vor allem der demografische Wandel durch geringe Kinderzahl betrachtet, eine Position die sich spätestens seit der Sarrazin-Debatte auch an diversen Stammtischen wiederfindet.
An ihrer rassistischen Einstellung lässt die Gruppe der „Unsterblichen“ dabei keinerlei Zweifel.

Diese Aussage zeigt klar, dass der Begriff dieser Gruppe davon, wer als Deutscher zu betrachten ist, rassistisch definiert ist.
Welche Alternative zu einer demokratischen Regierung die Gruppe favorisiert, darüber schweigt sie auf ihrer Webpräsenz (wahrscheinlich um noch unpolitische Interessierte nicht sofort zu verschrecken oder kein Ziel staatlicher Maßnahmen zu werden). An anderer Stelle jedoch findet sich die Forderung nach einem “nationalen Sozialismus” im Zusammenhang mit der Gruppe.
Aber noch eine andere Frage lässt die Gruppe offen:
Wenn ihnen das Verschwinden der „reinrassigen“ Deutschen doch so ein Dorn im Auge ist… warum gehen sie dann Fackelmärsche veranstalten, statt daheimzubleiben und fleißig “fürs Vaterland” zu ficken?
Bleibt nur zu hoffen, dass Anonymous-Aktivisten bald auf diese billige Kopie aufmerksam werden und den „Unsterblichen“ einfach mal „for the lulz and great justice“ zeigen, wo der Hammer hängt.