Frankfurter Gemeine Zeitung

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Wie über unhaltbare Lebensbedingungen von Flüchtlingen Kasse gemacht wird

Weniger Kilomater östlich der Frankfurter Stadtgrenze liegt Maintal. Im dortigen Gewerbegebiet Ost befinden sich in der Otto-Hahn-Straße Nummer 7a und 9 zwei Gebäude, die als Flüchtlingsunterkünfte genutzt werden. in dürftigen bis miserabel Unterkünften leben dort 24 Flüchtlinge, nur wenige Quadratmeter für den/die einzelnen. Die Unterkümfte werden allerdings zum Wucherpreis vermietet: um die 30 Euro pro Quadratmeter werden bezahlt, mehr als in einer Westend Villa.

Der Stadtverordnete der Wahl Alternative Maintal – Soziale Gerechtigkeit (WAM) Klaus Seibert hat diese Häuser auf Einladung von dortigen Bewohnern einmal etwas genauer in Augenschein genommen. Dabei stieß er im Haus Nummer 7a auf schier unzumutbare Zustände. Während das Haus Nummer 9 als einigermaßen wohnlich bezeichnet werden kann, befindet sich das a ndere Gebäude in einem sehr schlechten Zustand. Das Haus soll schon seit einiger Zeit mit Flüchtlingen belegt sein, Ende Februar wurden weitere vom Main-Kinzig-Kreis nach Maintal zugewiesen. Insgesamt leben dort Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen. Die betreffenden Gebäude liegen abseits von sonstiger Wohnbebauung und direkt neben dem Neuen Friedhof hinter der Kompostieranlage Dörnigheim, die bereits bei kühler Temperatur üble Gerüche verbreitet.

Für das Haus Nummer 7a listet Klaus Seibert folgende Mängel auf:

· Das Haus, dessen bewohnter 1. Stock nur durch eine breite hölzerne Außentreppe zu erreichen ist, macht insgesamt einen verwahrlosten Eindruck; bis auf einen relativ neuen Anstrich des Flurs wurde seit längerem nicht renoviert,

· die fünf Zimmer sind sehr klein (6,6 / 9,5 / 9,8 / 9,9 / 12 m²) und jeweils mit 2 Personen belegt, in vier der Zimmer können sich keine zwei Personen gleichzeitig bewegen,

· die Zimmer sind jeweils mit jeweils zwei schmalen Metallspinden für die gesamte Kleidung und persönliche Gegenstände, sowie zwei Betten, einem Tisch und nur einem einzigen Stuhl, sowie einem Kühlschrank bestückt,

· in einem Zimmer ist ein Fens ter defekt und notdürftig mit Klebeband abgedichtet;

· das Bad mit Toilette ist 8 m² groß, an einer Badewannendusche fehlt der Duschkopf, eine Toilettenschüssel ist angeschlagen;

· in der engen Gem einschaftsküche für alle zehn Personen (12,9 m²) befinden sich zwei, allerdings defekte Kühlschränke;

· die Größe des „Gemeinschaftsraums“ beträgt gerade einmal 12,9 m²;

· im Keller von Haus Nr. 9 steht eine Waschmaschine, die einzige für beide Häuser. Diese müssen also alle 24 Personen benutzen. Die Bewohner des Hauses 7a haben keinen eigenen Zugang (Schlüssel) zum Raum, in dem sich die Waschmaschine befindet. Der muss ihn im Haus Nummer 9 ausgeliehen werden;

· der größte „Raum“ (13,7 m²) ist ein enger schlauchartiger Flur, der lediglich als Zugang zu den Zimmern genutzt werden kann.

Im benachbarten Haus Nummer 9, sind in zwei Stockwerken insgesamt vierzehn Personen untergebracht. Dort ist es gegenüber dem Haus Nr. 7a etwas wohnlicher. Die Zimmer sind geräumiger und je nach Größe mit zwei oder drei Personen belegt. Im Gegensatz zur Nr. 7a, wo alles schäbig, eng und ungemütlich wirkt, sind die Räumlichkeiten dort zumindest als vorübergehende Unterkunft akzeptabel. Den Bescheiden des Kreissozialamts sowie der Meldebescheinigungen ist zu entnehmen, dass die Bewohner von Haus Nr. 7a dem Haus Nr. 9 zugewiesen, stattdessen aber in Haus Nummer 7a einquartiert wurden. „Man kann das durchaus als Willkür an wehrlosen Menschen werten“, so Klaus Seibert.

Absolut unakzeptabel sind auch die Kosten für die Unterkunft. Pro Platz werden vom Sozialamt des Main-Kinzig-Kreises 310 Euro an den Eigentümer überwiesen. Das sind pro Monat 7.440 oder fast 90.000 Euro in einem Jahr, also ein mehr als lukratives Geschäft. Bedenkt man die geringe Größe der Zimmer und in Haus Nummer 7 die miserablen Zustände, so ist diese horrende Summe nur als unverschämt zu bezeichnen. Wieso der Kreis so verschwenderisch mit Steuergeldern umgeht, ist ein zusätzlicher Aspekt, der für Klaus Seibert auf vollkommenes Unverständnis stößt. Eigentümer der Anwesen ist der Vereinsring Dörnigheim, der auf seiner Internetseite das marode Gebäude in der Otto-Hahn-Straße 7a als – „momentan vollbelegtes“ – Gästehaus ausweist.

 http://www.verein sring-doernigheim.de/Gaestehaus/Gasthaus.php


Mysterien aus Buchstaben

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Konkrete Poesie ist das Flustern der Zeichen im Auge des Betrachters. Irrlichterierende Buchstabenkaleidoskope, erstarrte Hast eines dahingeworfenen Anagramms. Und Franz Mon - er ist mit seinen Ideogrammen der Meister, die Koryphäe dafür. Weiterlesen »


MMK Talks: Slominski schweigt.

(…)

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Mailbox

“Der gewünschte Gesprächspartner ist gerade nicht zu erreichen, bitte versuchen sie es später noch einmal.”
~Die unsexy Stimme~

 

Als Pensionär wäre mir das Grund genug im Funkloch des Sonntagsausflugs
meine Taschen zu leeren, den überschwänglichen jungen Damen und Herren, die mich mit Bögen und Äxten bedrohen meinen Respekt zu bekunden und zu beschließen heute keine Anzeige zu erstatten, weil ich gelernt habe Menschen ihre Fehler zu vergeben.
Junge Menschen fürchten sich eben hin und wieder und solange sie mir nicht Übel wollen, sei meine Rente Euer.
Den Generationenvertrag kann man nämlich auch rückwärts denken.
Weisheit geht nunmal nur mit dem Alter einher.
Und nachdem sie unsere Uhren, Mäntel, Feuerzeuge und ein paar Stullen an sich genommen haben,
werden sie wieder in einer Höhle verschwinden und hoffen, daß sie dort ihren Frieden finden.
Wer weiß, ob sie selbst einmal Kinder kriegen, doch bei Hoffnungslosen ist dies nahezu ein ungeschriebenes Gesetz.
Das nächste mal wenn ich wandern gehe, nehm ich kein Pfefferspray mit, sondern Blanko-Checks.


Neues vom Campus. Heute: Überraschung

Erstaunlich, gar überraschend, wie sich Campus Bockenheim verändert. Wenn Sie diese Tage sein ausgetrocknetes Innere besuchen, werden Sie tatsächlich überrascht sein:

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Und nun in Buchstaben zum Mitlesen (und mit-googlen):

EI LOVE ROSA!
NEU & nur für MÄDCHEN.

Die Überraschung, ja gar Verwunderung ist gross.

Welche Zielgruppe wird hier angesprochen?..

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Siberian Art Underground

372793_388720034524426_305905324_nSo, und während die Mauer zwischen zwei Deutschlands noch nicht – zumindest materiell – gefallen war, weit weg, in Sibirien, genauer gesagt in Tomsk – und noch genauer: 5.538 Kilometer von Berlin entfernt (70 Stunden Autofahrt, 984 Stunden zu Fuss) – da wurde im Herbst 1988 die Internationale Assoziation der Neuen Proletarischen Kunst gegründet. Und dann im Februar 1989 bereits das erste Dada-Konzert in der UdSSR. Und noch jede Menge anderer Aktivitäten, die immer wieder die Mainstream+Staatskultur der UdSSR sprengten, hinterfragten, persiflierten.

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Stacheluniversität, oder ABG Holding vs. Philosophicum

Wie Sie bereits wissen, werte Leser, ist am letzten Samstag eine kurzweilige Besetzung des Philosophicums stattgefunden.

Das hat den hellen Köpfen von ABG Holding gar nicht geschmeckt. Denn die hellen Köpfe von ABG Holding haben mit diesem denkmalgeschützten Meisterwerk der Architerktur noch Grosses vor.  Sie erinnern sich:

(Quelle: http://www.kulturcampusfrankfurt.de/wp-content/themes/kulturcampus/map.html)

Und dann…

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Staatliche Antigentrifizierung, oder Viel Lärm um Roth.

Frankfurt ist dynamisch. Frankfurt ist im Wandel. Frankfurt ist im Werden. Frankfurt geht berg ab/auf (das richtige bitte streichen).

DSC_0027Dazu geschieht in Frankfurt etwas mysteriöses…

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Fotostrecke Blockupy I

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Goethestrasse: Sperrholzglamour

Wunderschön sind die Strassen in Frankfurt am Main. Zeil ist lebendig und voller Menschen. Bergerstrasse lädt zum fröhlichen Bummeln ein. Goethestrasse ist aber einzigartig. Das ist die Strasse der Reichen und Schönen. In die Geschäfte auf dieser Strasse geht nicht jeder. Glänzend und mysteriös atmet hier die Glamour-Welt.

Doch im Vorfeld der Blockupy-Demonstrationen hat sich auch diese Strasse etwas ganz besonderes ausgedacht: sie hat sich selbst blockiert.

Ich lade Euch, werte Leser, zu einer wunderschönen Reise ein – in eine Paralleldimension.

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“Them Chemicals!” oder: ~cubische potentiale~

Neulich nächtens, Weil Zeit und Herz mich so sehr quälten, Traf ich trinkend auf dem Nach-Hause-Weg Auf ein Häuschen blauer Farbe, Wie es jedem Bauarbeiter wohl bekannt sein dürfte. In der Hoffnung die Reste meines Rausches Einer chemischen Grube zu übergeben -sprich: mich drückte die Blase- Näherte ich mich dem provisorischen Bau, In Hoffnung auf [...]

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“How about:” ~ Ein offener Brief~

Hey Berlin!

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Du psychedelisch verpepte Parlamentarische Preussenpussy,
Verschlingerin aller Künste,
Du Vietnam des Nordens,
Was soll ich von dir halten?

Du hast den Ossis die Freiheit geschenkt:
Und jetzt werden aus unseren Verwandten Nazis…
Weil aus Mauerstücken plötzlich ein Geschäft geworden ist.
Schade. Echt schade.

Ein Grienen an die Ohren getackert
Schleppst Du Dich durch die Nächte
Und fickst um Dein Leben,
Weil Dich sonst so friert.

Mexico City ist eine Stadt
Istanbul ein Kontinentalbruch
Mein Herz ein Tempel
Und Du hast nur AIDS.

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Plan zur systematischen Wegirrationalisierung des Geistes in 5 Schritten.

Kein Foto vorhanden
Fangfrage aus dem Bereich Bibliothekswesen:
was tun, wenn man Platz braucht?

Antwort:
alte Bücher wegwerfen. Liest ja eh keiner.

Doch zunächst eine kleine Vorgeschichte: eine nicht näher genannte Hochschule. ZOOM. Irgendwo in Mitteldeutschland. ZOOM. In einer Stadt am Main, in der auch der Namensgeber der Hochschule einst in seine Windeln machte. ZOOM
ZOOM. Institut für Slavische Philologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Naja, zu konkret. Und Konkretsein is the new kitsch. Denn so etwas passiert bundesweit, täglich, jährlich, immer. Nicht Einzelfall, sondern Regel.

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Gegen-Gipfel zu G20 in Nizza

Während sich die Polit-Stars der 20 führenden Wirtschaftsnationen im südfranzösischen Cannes treffen, formiert sich im nahem Nizza ein Stück weit Widerstand. Vermutlich werden sie es nicht feiern, dass die USA des ehemals gefeierten Obama alle Rekorde beim CO2-Ausstoß im letzten Jahr gebrochen hat: so viel schädlichen Dampf gab es noch nie. Und gewiß auch nicht, [...]

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Occupy in Berlin: rein in die Wohnungen

Im Dauerkampf des Städtewettbewerbs spielen die Events eine wichtige Rolle. In Frankfurt wurden in den letzten Jahrzehnten unzählige davon institutionalisiert. Während es früher in der Innenstadt nur das Mainfest, den Faschingsunzug und den Weihnachtsmarkt gab, sind Street days, Museumsuferfest, Weinfeste und vieles andere hinzugekommen. Meist überall garniert mit der gleichen Art von Verkaufsbuden und leicht [...]

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Occupy Germany! Der Tag aus Bloggersicht

15. Oktober 2011, ein Tag, den man sich merken sollte. Erstmals gingen in der ganzen Welt, in über 900 Städten, Menschen gegen das aus dem Ruder gelaufene Finanzsystem und für mehr demokratische Partizipation auf die Strasse. Auch in Deutschland gab es in vielen Städten Veranstaltungen und ein paar Blogger haben sich zusammengetan, um ein kleines [...]

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Occupy Frankfurt: Video

Occupy Frankfurt
15. Oktober 2011.

Video von Merzmensch
Mitarbeit von Aylin Karacan

s. auch Fotogallerie.

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Herzlichen Glückwunsch, Frau Roth – es ist vollbracht!!

Für 90 Mio. Euro ist das Areal in Bockenheim über den Tresen gewechselt, mit roten Köpfchen und hoch erfreut, dass es wieder einmal ohne jegliche Mitsprache und parlamentarische Kontrolle durchgezogen werden konnte, stellten sich die Lichtgestalten der Presse. Endlich können Sie loslegen, Frau Roth, und wir uns freuen. Es wäre auch zu traurig, wenn Sie [...]

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Der Gallus und die Chinesen

Eine globalisiertes Metropölchen wie Frankfurt wird von Kräften weiter Weltbereiche berührt, etwa von China oder von Schwarzafrika, sei es über Waren oder Immigranten. Die beiden könnten kaum weiter voneinander entfernt sein, kommen uns aber meistens über Medien etwas näher. “China” treffen wir bei Saturn-Hansa, mit Audio- und Video-Geräten; im Fernsehen tritt es als die expansive Wirtschaftsmacht auf, voll von Fabriken, ein Exportweltmeister, der angeblich die Welt gnadenlos mit Waren überschwemmt. Bei Schwarzafrika dagegen wird immer das gleiche, dazu konträre Schema ausgelöst: Niedergang, Krise, Elend, marodierende Warlords, Flucht und Immigration, besonders hierher. Was ist dran?

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Dezember-Wochenende: Frankfurter Kulturachse

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Wetterauer Ethologie

Wetterau heißt ein Gebiet in der Rhein-Main-Metropolenregion, nordöstlich von Frankfurt gelegen, der Länge nach mißt es ungefähr 40 bis 50 Kilometer, die man auf dem Weg in den Vogelsberg eher schnell hinter sich bringen möchte. Vom Metropolenschub hat die Wetterau nicht viel abbekommen, hauptsächlich Pendlerstaus, steigende Preise in den Einfamilienhauskarrees und verödende Dörfer.

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Zirkusjubiläum

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Anreise. Der „Platz der Republik“ wird gemeinhin unterschätzt: er bildet nicht nur die Nabe der Globalisierung Frankfurts, sondern gleich noch die größte Verkehrs-Kreuzung des Stadtgebiets. Dafür bleibt als Platz nicht viel übrig, doch das lieben die Frankfurter. Nabe für zwei Achsen gibt er ab, eine die der Infrastruktur, vom Hauptbahnhof zum Messegelände, die andere, für uns wichtigere bietet eine Promenade der Financial Corporations nach Nordwesten, die Mainzer entlang. Auf ihr bewegen wir uns.

Nach Soll und Haben, den Öko-Türmen der Deutsche Bank AG, etwa auf der Höhe der Alten Oper knickt die Strasse nach Norden ab.

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Kreuzberg Boulevard

Kreuzberg Boulevard: Die Wandzeitung für Interaktive Realitäten P1000948 Mit einer Beobachtung zu einer Kreuzberger Wandzeitung meldet sich die ehemalige Frankfurt, oder!- Korrespondentin aus Berlin zurück.

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Frankfurts Netze – eine Geruchsprobe (II)

Wir haben erkundet: der “lustigste Physiker Deutschlands” Vince Ebert arbeitet für die Mainova und die Frankfurter Rundschau. Ist er ein Physiker unserer Kapitalmärkte bei der Rundschau? Macht er sich über die Ertragspläne der Mainova als Kabarettist lustig? Möchte er vielleicht doch den Unsinn gegenwärtiger Vermarktung der Welt satirisch abschießen? Oder verfolgt er gar noch höhere [...]

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Stadtfauna – 1

VORAB

Die in den letzten Ausgaben beschriebenen Strategien zur Eindämmung der neoliberalen Monokultur, die die letzten lebenswerten Viertel zu kolonisieren droht, waren eine gute Anregung, auf den Spaziergängen durch die Stadt doch genauer hinzuschauen, der Oberfläche eben nicht zu vertrauen.

Es ist ja nun nicht nur so, dass (Unter-)Arten aussterben, die Evolution kennt immer Phasen, in denen sich Neues entwickelt. Nur spielen sich die interessantesten Prozesse nicht unbedingt leicht erkennbar – und doch vor aller Augen – ab. Die morphologischen Kennzeichen sind ebenfalls nicht unbedingt phänotypisch ersichtlich, so dass sich eine Einordnung erst langsam erschliesst.

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Frankfurts Netze – eine Geruchsprobe (I)

Ein Gütesiegel echter Metropolen liefert deren Vernetzung, als Ausbau regionaler und Einbindung in globale Netze. Je nachdem wie das gelingt, soll sich eine eigene Marke der Stadt aufbauen, das Glück der Bewohner ansteigen und viele Auswärtige mit ihr in Verbindung stehen. Das gilt auch für Metropölchen wie Frankfurt und RheinMain.

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Die Trompeten von Jericho

Eigentlich war ich ja von Anfang an ein Gegner der nervigen WM-Plastiktröte, die unter dem klangvollen Namen Vuvuzela verkauft wird. Ich hielt sie für eine weitere degenerierte Ausgeburt des nationalistischen WM-Hypes, der hoffentlich möglichst bald vorüber sein möge. Inzwischen denke ich aber ernsthaft über die Anschaffung eines solchen Terrorinstrumentes nach. Zuerst kam mir dieser Gedanke [...]

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Noi noi noi – verschdaaschd mi nedderd? Teil 1

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Ich habe es ja selbst so gewollt oder vielleicht mich auch wollen lassen, wie auch immer – ich sitze jetzt „ebbelwoi“ – vermissend im Schwabenland und wundere mich täglich.

Eigentlich dachte ich immer, dass die Sachsen aufgrund ihres Dialektes schlecht zu verstehen sind – doch weit gefehlt – es sind definitiv die Schwaben und das mit einer Ruhe und Gelassenheit, die einen hektischen Hessen auf Apfelweinentzug zum Wahnsinn treiben kann.

Dem ersten Irrglauben, dem ich erlegen war:

Geschwind kommt von Geschwindigkeit?

Lieber Leser – NEIN! Das beliebteste schwäbische Wort „geschwind“ oder in der Sparvariante „g’schwind“ hat definitiv nichts mit Geschwindigkeit zu tun. Das musste ich zu Beginn meiner Schwabenzeit zweifach erfahren und beim zweiten Mal sehr schmerzlich.

Beim ersten Mal sagte der Makler in der Wohnung: „So, dann gehen wir mal geschwind ins Wohnzimmer“. Noch vom Irrglauben geleitet, dieses Wort hätte etwas mit Geschwindigkeit zu tun, wartete ich. Und ich wartete und wartete und wartete. Es passierte nichts, rein gar nichts.

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Eine Woche Frankfurt-Branding

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Die letzte Woche war geprägt von Ereignissen, die Meinungsführer der Rhein-Main Region in Entzücken versetzten. Nach einer kleinen Verzögerung kam für unsere EZB im Ostend endlich der Spatenstich; dann landete der erste Airbus A380, den die Lufthansa bestellt hatte und doch wirklich aus „Frankfurt“ getauft wurde; schließlich war es uns gelungen, der Berlinern oder Hamburgern oder beiden den „Kreativ-Gipfel“ des Art Directors Club abzuluchsen. Die anderen wollten ihn wohl nicht mehr. Eine große Woche und eine Folge von Geschehnissen, die ein Schlaglicht auf die Situationen von Großstädten und die verschiedenen Risse durch sie wirft.

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Sechs Quadratmeter Weltruhm- Die Frankfurter Küche (2)

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Die „Frankfurter Küche“ besaß folgende Charakteristika:

- zahlreiche Einbauschränke, teilweise mit Schubkästen aus Aluminium. Die Schubläden wurden speziell für die „Frankfurter Küche“ von einer Firma entwickelt. Mehl, Reis etc. wurden damals gewöhnlich in Papiersäcken gelagert. Die Schubkästen hatten einen Behälter zum Schütten und einen Aluminiumsteg, so dass der Inhalt direkt in den Topf geschüttet werden konnte. Für die größeren Mehlvoräte gab es eine Schublade aus Eichenholz, deren Gerbsäure Wurmbefall verhindern sollt

-eine Dunstabzugshaube über dem Herd. Die Wohnungen der Arbeiter sollten endgültig vom traditionellen Küchenmief befreit werden.

- einen gemauerten Müll-und Besenschrank zwischen Küche und Vorzimmer. Der Küchenabfall konnte von der Küche aus, der Kehricht vom Vorzimmer aus eingeworfen werden, so dass in der Küche kein Staub entstand.

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Sechs Quadratmeter Weltruhm – Die „Frankfurter Küche“ (1)

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Der Ausdruck „Frankfurter Küche“ bezeichnet nicht nur eine Ansammlung lokal-regionaler Spezialitäten, sondern auch den vielleicht wichtigsten Beitrag Frankfurts zur Architekturgeschichte der Moderne: eine der ersten Einbauküchen der Welt für Wohnungen. Entwickelt wurde sie ab Mitte der 20er Jahre von Margarete Schütte-Lihotzky, einer jungen Wiener Architektin, die von Ernst May 1926 an das städtische Siedlungs- und Hochbauamt Frankfurt berufen wurde. Der sozialdemokratische Einfluß auf die Frankfurter Stadtregierung ermöglichte in den 20er Jahren die Realisierung ehrgeiziger sozialreformerischer Wohnungsbauprojekte durch die Kommune. May war der Spiritus Rector dieser neuen Baubewegung, und gleichzeitig als Architekt im Hochbauamt für die Umsetzung der Ideen verantwortlich. Arbeitern und kleinen Angestellten sollten bezahlbare Wohnungen zur Verfügung gestellt werden, die Luft, Licht und modernen Komfort boten.

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Frankfurt, oder! Reportagen aus dem anderen Frankfurt. Teil 7

Meine tapferen Leser und Leserinnen müssen beim Verfolgen meiner Wege auf dem Atlas Blasen an den Zeigefingerkuppen bekommen und an meinem Verstand gezweifelt haben. Erst dieses Ping-Pong zwischen Main und Oder, dann ein schier unsinniger Ausflug nach Amerika (Frankfort/Maine?!). Was, bitte schön, wollen diese Leser und Leserinnen wissen, hat dies alles mit Frankfurt/Oder zu tun, [...]

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Frankfurt oder! Reportagen aus dem anderen Frankfurt Teil 6

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Warum gibt es so viele Frankforts in den USA, aber kein Frankfurt?

Und was ist die Rolle von Frankfurt/Oder in all dem?Meine These zum Namen Frankfort, USA widerspricht den meisten lokalen Folkloren. Frankfort, Kentucky wurde angeblich nach Stephen Frank benannt, der am Fort des Kentucky Rivers von Indianern getötet wurde. Frankfort, New York behauptet, nach dem Siedler Lawrence Frank benannt zu sein. Frankfort, Kansas hieß angeblich ursprünglich Frank’s Ford (keine weiteren Angaben). In Erasmus Jones’ History of the Town of Frankfort, Maine (1897) findet sich kein Hinweis zur Herkunft des Namens; auch Frankfort, Michigan und Frankfort, Ohio scheinen sich nicht besonders um die Herkunft ihres Namens zu scheren. Auch die beiden (!) Frankforts (!) im Staate Wisconsin schweigen sich dazu aus.

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Frankfurter Slowfood für den Sieg über England: Die Kochkiste 2

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Was aber war das Geheimnis der Kochkiste, wie funktionierte sie?

Lotte Mohr:
„Häufig begegnete man noch bei vielen Frauen einem ungläubigen Lächeln, wenn man von der Kiste spricht, und es will ihr nicht in den Kopf, dass man ohne Feuer kochen kann.

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Frankfurt Oder! Reportagen aus dem anderen Frankfurt Teil 5

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Am 26.2.2010 fragte die Märkische Oderzeitung, die Regionalzeitung von Frankfurt/Oder, ihre Online-Leser: Warum, glauben Sie, sinkt die Zahl der Unfalltoten stetig? „Ich weiß es nicht,“ antworteten 12 Prozent der Leser. 20 Prozent sagten: „Weil die Zahl der jungen Leute sinkt.“ Ich finde, das sind zwei sehr traurige Antworten (die Mehrzahl der Leser antwortete übrigens: „Die Autos werden sicherer.“ Ob das einen fröhlicher stimmen soll, weiß ich nicht). Besonders traurig ist die, die den Rückgang der Unfalltoten mit dem Rückgang von jungen Leuten begründet. Keine jungen Kamikaze-Kleists rasen mehr betrunkenen Kopfes gegen Alleebäume; nicht, weil die jungen Leute inzwischen weniger saufen und dem Leben positiver gegenüberstehen, sondern weil sie gar nicht erst geboren, beziehungsweise bereits weggezogen sind.

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„Griechenland“ braucht hartes Vorgehen – wie „Frankfurt“

Neulich bei Stuttgart auf der Autobahn. Einer dieser ganz witzigen Sender mit Gewinnspielen und „Nachrichten“, SWR. Eine schöne kleine schwäbische Kommedy wurde gegeben: Konkursos oder so hieß der Familienvater, wohnhaft in Athen, wie jeder Grieche. Mit kleiner Familie auf 6000 Quadratmeter in der Innenstadt, ja so gut geht’s denen. Und seit 13 Jahren im Streik, [...]

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Frankfurter Slowfood für den Sieg über England – „Die Kochkiste Frankfurter System“

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Die Erfindung eines Perpetuum mobile ist ein uralter Menschheitstraum. Auf das Gebiet des Kochens angewendet wäre ein Perpetuum mobile ein Herd, der ohne Gas, Strom oder Feuerung, also ohne äußere Energiezufuhr, bis in alle Ewigkeit vor sich hin kocht – führwahr eine ehrfurchtsgebietende Vorstellung.

Zu Zeiten des Ersten Weltkrieges sind in Frankfurt einige patriotisch gesonnene Damen und Herren der Realisierung dieser Utopie recht nahe gekommen. Sie propagierten in zahlreichen Broschüren, Vorträgen und Pamphleten die Einführung der „Einfachen Kochkiste Frankfurter System“ für alle deutschen Haushalte. Eine „Kommission Kochkiste des nationalen Frauendienstes“ etablierte sich in der Frankfurter Fahrgasse. Sie gab unter anderem Lotte Mohrs Bröschüre „Kocht in der Kochkiste!“ heraus, 1916 in zweiter Auflage, da die 22000 Exemplare der ersten Auflage bereits nach 5 Monaten vergriffen waren. Darin forderte die Verfasserin kategorisch im Fettdruck: Pflicht jeder Frau ist es, sich wenigstens einmal mit der Frage der Kochkiste zu beschäftigen!

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Frankfurt oder! Reportagen aus dem anderen Frankfurt. Teil 4

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In der letzten Folge unserer Korrespondenz hatten wir Frankfurt/Oder mehr oder weniger als das verdrängte Andere von Frankfurt/Main etabliert. Die Brücke vom Doppelgänger zum Zwilling ist kurz. Dass nicht Frankfurt und Frankfurt, sondern Frankfurt und Słubice Zwillingsstädte sind, ist in diesem Zusammenhang geradezu empörend.

Jetzt wird es lustig, denn ich werde über die literarischen Söhne der geteilten Zwillingsstadt Frankfurt sprechen: über die Zwillingssöhne Kleist und Goethe. Das wird deswegen lustig, weil ich keine Ahnung von Kleist und Goethe habe. Kafka verehrte die Prosa von Kleist, aber er verehrte, wie allgemein bekannt ist, auch die Tochter des Hausmeisters des Weimarer Gartenhäuschens. Das bringt für jeden einen Punkt: Goethe – Kleist 1:1. Goethe liegt, im auch von dieser Stadtnetzzeitung mit Aufmerksamkeit bedachten Frankfurter Städel, wie hingegossen in der römischen Campagna.

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Frankfurt, oder! Reportagen aus dem anderen Frankfurt. Teil 3

3 Die Berliner Korrespondentin, die zur Zeit des Mauerfalls in Frankfurt am Main wohnte, hat es noch immer nicht geschafft, Frankfurt an der Oder zu besuchen, obwohl diese Stadt so eindringlich zu ihrem Herzen spricht. Ich muss den Reim noch einmal wiederholen, durch den ich zuerst von Frankfurt/Oder hörte: „Weil Frankfurt so groß ist, da [...]

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Frankfurt oder! Reportagen aus dem anderen Frankfurt. Teil 2

2 Frankfurt/Oder kenne ich aus einem alten Kinderlied. Als die Mauer fiel (wie man in Amerika zur Wende sagt), wohnte ich in Frankfurt/Main und beschloss, irgendwann einmal das andere Frankfurt zu besuchen. Jetzt wohne ich seit zwanzig Jahren in Berlin und war immer noch nicht da. Manchmal, wenn ich in meinem Alltag versacke, wenn die [...]

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Frankfurt, oder! Reportagen aus dem anderen Frankfurt

I. „Weil Frankfurt so groß ist, da teilt man es ein / in Frankfurt an der Oder und Frankfurt am Main!“ sangen wir Kinder in den Sechziger Jahren mit einer ganzen Reihe weiterer Gassenhauer  aus der Vorkriegszeit, die unsere Eltern schon gesungen hatten – darunter ein Lied über eine alte Tante in „Groß-Grünau“, die es [...]

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Wo die bösen Onkels wohnten-Der Frankfurter Berg

M lebte ihr Leben lang am Frankfurter Berg. Mehr als 20 Jahre lang in der Julius Brechtstrasse bei ihren Eltern, dann für ein paar Monate in einer der Wohnungen , die dort gebaut worden, wo ehemals die Kasernen und Wohngebäude der US-Army gestanden haben. Nur hundert Meter von der Julius-Brechtstrasse entfernt und doch eine andere [...]

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In diesem unserem Lande

gibt es blühende Landschaften. Etwa in Kronberg. Das ist nahe bei Frankfurt. Ein Teil des sogenannten “Speckgürtel”. Wie aber kommt es zum Speckgürtel, wo kommt der Speck eigentlich her? Ist es der Speck der Leistungsträger, unserer gnädigen Steuergeber? Was machen Speckgürtel mit uns, wie fallen die Speckgürtelvertreter in die Stadt ein?

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