Frankfurter Gemeine Zeitung

Mietpreisentwicklung

Mietspiegel – Beteiligung? Ist doch freiwillig!

Das Spektakel geht wieder los, bald werden die Anrufe und Anschreiben kommen, mit denen „die Bevölkerung“, wenigstens ausgesuchte Teile davon, zur Mitarbeit an den Erhebungen zur Erstellung eines neuen Mietspiegels aufgefordert werden. Diese Beteiligung ist freiwillig und es gibt eine Reihe guter Gründe, sich genau zu überlegen, ob man dies wirklich tun will.
In aller Eile wird dieser Mietspiegel erneut vorgezogen, da man befürchtet, dass die vielen Ungereimtheiten das aktuellen dessen Bestand gefährden. Wohl denen, die sich gewehrt haben. Davon abgesehen, dass hier dringend nachgebessert werden soll, muss sich jede(r) fragen, ob an etwas mitgearbeitet wird, dessen Folgen weitere Mieterhöhungen sind, es läuft darauf hinaus, diese Mieterhöhungen durch verbesserte Datenlagen wasserdicht zu machen, verhindern kann man sie damit nicht.
Es geht nicht darum, den Mietspiegel prinzipiell abzuschaffen, sondern die aktuelle Ausführung daraufhin zu prüfen, ob sie denn wirklich dem Allgemeinwohl dient und sich die Voraussetzungen für diese Erhebung anzuschauen und sie entsprechend neu zu formulieren. Hier bleibt einiges zu tun. Es fängt an bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen, geht über zu den Faktoren, die in eine Bewertung eingehen und befasst sich mit der Art und Weise, wie der Mietspiegel ausgehandelt und wie er schliesslich verabschiedet wird.

Entstehung
Mit der Aufgabe der Mietpreisbindung war eine Situation entstanden, in der in diesem „Markt“-Segment das Recht des Stärkeren galt, eine Situation, in der das in der UN-Charta verbriefte Recht auf Wohnen, ein universelles Grundrecht, gänzlich den opportunistischen Entscheidungen der Besitzenden geopfert zu werden drohte. Um hier wenigstens einen Rahmen zu schaffen, die voraussehbare Flut von Prozessen einzudämmen und den Gerichten eine verlässliche Grundlage für ihre Entscheidungen zu geben, musste eine Regelung her, die folgende Ebenen gleichmässig berücksichtigen sollte:
-  die Stellung der Wohnung als „besonderes Gut“,
-  die Herstellung eines rechtlich verbindlichen Rahmens bei Auseinandersetzungen,
-  die Wahrung der Rendite für Eigentümer.
Da hier versucht wird, antagonistische Interessen in einer Regel zu vereinen, ist abzusehen, dass in der Praxis das Kräfteverhältnis entscheidend ist, in welche Richtung, sich die gute Absicht entwickelt. Interessanterweise firmiert die erste gesetzliche Fassung unter „Mieter-Kündigungsschutz-Gesetz“ – sehr löblich. Es richtete sich vor allem gegen die Praxis der Änderungskündigung zur Erzielung eines höheren Mietzinses. Die Einführung eines Vergleichsmieten-Systems sollte Standards einführen und zusammen mit den Regelungen betreffs Mietwuchers den Rahmen abgeben, in dem sich das Erhöhungsverlangen und der Widerstand dagegen bewegen sollten. Damit bekamen die Gerichte zugleich eine Grundlage für ihre Entscheidungen, in der Hoffnung, so zeitraubende und aufwändige Verfahren zu vermeiden. Richtgrösse war von nun an die „ortsübliche Vergleichsmiete“.
Zu ihrer Ermittlung wurde ein Katalog von Kriterien eingeführt wie Lage, Grösse, Ausstattung.
Andererseits musste tunlichst vermieden werden, dass in den „freien Wohnungsmarkt“ eingegriffen wurde, dies liess sich trickreich gestalten, indem nur solche Wohnungen berücksichtigt wurden, bei denen eine Neuvermietung stattfand oder die Mieten erhöht wurden, und zwar im Zeitraum der letzten vier Jahre. Dies stellt den Fundus zur Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete dar. In den Achtzigern des letzten Jahrhunderts taucht dann der Begriff des Mietspiegels auf, seine Spezifizierung in den einfachen und den qualifizierten. Seine Erstellung ist für die Gemeinden freiwillig und das Procedere ihnen überlassen. Innerhalb laufender Verträge wurde die Kappungsgrenze auf 20 % alle drei Jahre festgesetzt.
Damit wurde behauptet, sei grössere Rechtssicherheit geschaffen, die jeden Vertrag einbindet, überprüfbar macht, ohne irgendeine Partei über Gebühr einzuschränken.
Das Geschenk an die Vermieterseite liegt in der Beschränkung auf die letzten vier Jahre, da hiermit die automatische Erhöhung festgeschrieben wird, egal wie im Einzelnen ausgehandelt wird. Die Neuvermietung ist nicht gedeckelt und die Vergleichsmiete enthält eine bestimmte Bandbreite, ausserdem kann mittels der anderen Wertkriterien jederzeit ein von ihr unabhängiges Ergebnis erzielt werden (zudem gilt die Vertragsfreiheit), z.B. Modernisierung, energetische Einsparungen.
Nun verbindet sich mit dem Mietspiegel keinerlei Zwang zur Mieterhöhung, er ist jedoch ein Freibrief dafür und bedarf keiner Gegenleistung (diese können extra umgelegt werden).
Die so ermittelten Werte stellen die Entscheidungsgrundlage der Gerichte dar und für die Mieter*innen sind innerhalb dieser Grenzen Klagen nahezu aussichtslos.
Der oftmals angeführte Schutz vor Willkür in Form einer verbindlichen Regelung hat nun diese Willkür nicht beendet, sondern ihr eine Form gegeben und die Ebene, auf der sie stattfindet, verschoben (Willkür bedeutet eigentlich freie unabhängige Entscheidung). Sie findet sich wieder in dem Segment der Neuvermietungen, die ohne Beeinflussung vonstatten gehen und dies wird von staatlicher Seite toleriert und auf Grund erwiesener Machtlosigkeit seitens der Mieter*innen auch nicht angezweifelt.

Eine Argumentation, die darauf besteht, diese Regelung sei besser als gar kein Mietspiegel, ist und bleibt blind. Sie ist Ausdruck der Akzeptanz der Verhältnisse, in denen es nur noch darum geht, das „Schlimmste“ zu verhindern.
Auch die Behauptung, das Risiko für Mieter*innen sei ohne diesen Mietspiegel wesentlich höher, lässt sich kaum stützen, jedenfalls nicht für die Mieterseite, während die andere recht gut abgesichert ist. Man kann natürlich von Risiko-Vermeidung sprechen, wenn man damit ausdrücken will, dass man es in der Mehrzahl der Fälle besser unterlässt, überhaupt den Klageweg zu beschreiten.

Von wegen Wissenschaftlichkeit
Wir haben es mit einem Regelwerk zu tun, das bestimmte Voraussetzungen festlegt und zum anderen Verfahrensweisen folgt, die es zu einer Geldmaschine für Vermieter macht. Die Hinzuziehung mathematischer Methoden zur Wert-Ermittlung bleiben innerhalb dieser einmal festgesetzten Grenzen und die so erzeugte Plausibilität wiederum wird als objektive Grösse verkauft und dient zur Erzeugung breiter Zustimmung, ob der Exaktheit des Verfahrens. Dies ist in bestem psychologischen Sinn eine Übertragung. Die Methode macht sicher keine Aussage über den Zweck ihrer Anwendung.

Wenn in zwei drei Jahren die vielen neuen schönen gehobenen Wohnungen im Gallus fertig sind und die im Ostend und das Europaviertel, dann wird spätestens im übernächsten Mietspiegel ein deutlicher Sprung in den Vergleichsmieten erfolgen, der sich zu einem Flächenbrand in der ganzen Stadt auswachsen dürfte.

Rechtliche Randbedingungen
Da kommt es der Eigentümerseite sehr gelegen – und nebenbei: sie hat unermüdlich und aufopferungsvoll daraufhin gearbeitet – dass die Zivilprozessordnung gerade in einigen Punkten novelliert wurde. Zunächst wird Mietprozessen hohe Priorität eingeräumt. Und wie immer auch (z.B. im Gefolge eines neuen Mietspiegels) Mietschulden zustande kommen, jetzt wird es richtig gefährlich. Es hört sich zunächst so an als seien nur die üblichen Verdächtigen betroffen, säumige Leute, Mietnomaden, allerdings kommt ein anderes Bild zustande, wenn man näher hinsieht.
Egal wie, eine Mietschuld besteht und es kommt zu einer Klage. In deren Verlauf kann eine Sicherungsanforderung gestellt werden. Diese kann oder will die Beklagte nicht leisten. Nun hat die Klägerin die Handhabe per einstweiliger Verfügung die Räumung zu beantragen. Das Gericht gibt die Prüfung dieses Verlangens an einen Rechtspfleger, der die Erfolgsaussichten der Klage prüft. Kommt er zur Einschätzung, dass diese Erfolg haben wird, wird dem Begehren stattgegeben.
Jetzt kann nach dem „Berliner Modell“ geräumt werden, heisst, die Beklagte bekommt sämtliche Kosten aufgehalst und die Klägerin kann das Eigentum der Beklagten in Höhe der geforderten Schuld pfänden.
Nicht genug damit, es reicht, wenn die Klägerin auch nur in einem Punkt Erfolg hat. Sieht man sich einer cleveren Klageschrift ausgesetzt, bleibt so wohl nur, sich rechtlich beraten zu lassen, wie man am günstigsten auszieht. Bei Widerspruch nimmt man die Vernichtung der Existenz in Kauf.
Besonders da nun auch noch an der Prozesskostenhilfe gebastelt wird, so dass auch hier die Hürden bedrohlich hoch werden.

Wer noch immer meint, es reiche aus, hier und da ein bisschen herumzubasteln, muss sich sagen lassen, dass er/sie das Spiel der anderen spielt in diesem Klassenkampf von oben, in dem die Arsenale der Gegenseite prall gefüllt sind.
Lediglich die Ungerechtigkeit auf alle gleichmässig zu verteilen, heisst, ihr die Anerkennung zu verschaffen, die sonst gewaltsam durchgesetzt werden müsste.


Nordend Poetry im Mai: No more Gentry please

 


Politik der Vertreibung: die EU und das Mietrecht

Frankfurt-Bornheim 2013

Wenn es nach den EU-Gremien ginge, könnten bei noch mehr Immobilienfirmen die Champagnerkorken knallen. Denn wer wünschte sich in diesen Kreisen nicht, dass während des gegenwärtigen Booms in deutschen Großstädten die Mietpreisen noch mehr Platz nach oben erhalten. Trotz allem Gerede über den “Schutz der Mieter”, der auch bei uns zur Zeit zwischen Parteien und Medien hin und her geistert, spricht die europäische Realität eine ganz andere Sprache, und gerade die deutschen Politiker und ihre Berater geben die Richtung vor.

Das gehübschte “postnationale” Konzept der EU winkt bei Bedarf mit einem sozialen Fähnchen, aber wenn es ernst wird, kommen aus Brüssel neoliberale Rezepte oder gleich knallharte Befehle, die gewinnorientierte Zurichtung des ganzen Lebens von der Leine zu lassen. Besonders hart erwischt es gegenwärtig die Mieter in Portugal, das sich auf dem Weg zum echten Spekulantenparadies rund um Wohnraum entwickelt. Warum?

Portugal steckt gegenwärtig in einer Krise, die sich durch die deutsche Sparhysterie befeuert mit fast 18 Prozent Arbeitslosigkeit und einem Rückgang der Wirtschaft von 5 Prozent in den letzten 2 Jahren ausdrückt. Zur Belebung der Wirtschaft, besser gesagt: um die Verzweiflung der Mittellosen auf die Spitze zu treiben, hat die Troika (EZB, IWF und EU-Kommission) auf die Umsetzung eines neuen Mietgesetzes gepocht. Mit ihm soll der “Mietmarkt neu belebt” werden. Denn in Portugal leben viele Leute noch in billigen Wohnungen und können sich auf diese Weise wirtschaftlich wenigstens einigermapßen über Wasser halten. Damit soll jetzt Schluß sein.

Die Anweisung der euroäischen Troika lautete: Freigabe der Mietverträge per sofort, sie werden als ungültig deklariert und können neu verhandelt werden. Seit einem halben Jahr ist das neue Mietgesetz in Kraft, das die konservative Regierung auf den Weg gebracht hat. Doch die weitreichenden Konsequenzen für Mieter und Vermieter zeichnen sich erst jetzt ab. Mit dem Gesetz müssen tatsächlich fast 800.000 Mietverträge in ganz Portugal neu verhandelt werden, oder es trudelt gleich direkt die Forderung einer Mieterhöhung in die Briefkästen der Mieter, gerne auf das Fünffache und Rechtseinspruch chancenlos. In Lissabon keine Seltenheit, und Beobachter fragen sich, zu welcher Art von wirtschaftlicher Belebung solche Politik führen sollte, ausser die Troika-Vorgabe in Richtung einer drastischen “Flankierung bestehender Verarmungsstrategien” fortzuschreiben.

Zweifellos wird diese Politik zu einer legalisierten Massenvertreibung der Mieter führen und die portugiesischen Städte in ihrer gewachsenen Struktur umkrempeln. Insbesondere werden lukrative Innenstadtlagen frei und für neue Immobilienprojekte vermarktbar. Gleichzeitig führt die Strategie zur Erosion politischer Initiativen in den Quartieren und völligen sozialen Neustrukturierungen der Städte in Portugal. Kaum zu bezweifeln, dass dies bei den Regierenden in Lissabon im Hintergrund liegt. Weiterhin lässt sich kaum bezweifeln, dass die netten Sontagsreden von “Rechtsstaatlichkeit”, dem gepriesenen Alleinstellungsmerkmal unseres Geschäftsmodell “parlamentarische Demokratie” schnell ihre Gültigkeit verlieren, wenn es um die Verträge armer Bevölkerungsgruppen und schwacher Klassen geht.

Angesichts der Gier nach vermarktbarem Raum in deutschen Städten, Frankfurt mit vorne dran, müssen diese EU-Strategien mit Argusaugen verfolgt werden. Die öffentlichen und privaten Konzerne möchten ebenso wie kleinere “Entwickler” ein dickes Stück vom Profitkuchen abhaben, und eine besonders effektive Strategie dafür besteht in drastischen Mieterhöhungen, die Bewohner einfach zum Auszug zwingen. In Frankfurt war ein gefälschter Mietspiegel Teil der Strategie, und Mitglieder der schwarz-grünen Stadtregierung entblödeten sich nicht, beim umkämpften Quartier Niederrad-Mainfeld zu empfehlen, die Bewohner sollten doch “in die Wälder umsiedeln”.

Die faktischen Strategien – ökonomisch wie kulturell – rund um städtischen Vermietung weisen erheblichen Abstand zu den fröhlichen Bekundungen der Parteien um soziale Mietbedingungen auf, und die “Überraschungen” nach allen Wahlen in Europa sparen natürlich auch Deutschland nicht aus.

 


Wohnungswesen: Tod nach Zwangsräumung

Rosemarie F. aus Berlin ist tot.
Die knapp 70jährige schwer kranke Frau wurde am Dienstag aus ihrer Wohnung in Berlin zwangsgeräumt.

Hunderte versuchten vergeblich das zu verhindern.
Ihr Arzt hatte ihr attestiert, dass eine solche Räumungssituation und eine anschliessende Obdachlosigkeit zu viel Stress für sie bedeutet und sie schwere gesundheitlich Folgen davontragen könnte.
All das wurde rechtsstaatlich ignoriert: trotzdem haben Verwaltung und Polizei sie aus ihrer Wohnung räumen lassen.

Nun erreicht uns eine Meldung der Berliner Kältenothilfe, bei der Rosemarie untergekommen ist.
Sie ist heute an den Folgen der Räumung gestorben, ihr Gesundheitszustand verschlimmerte sich seit Dienstag drastisch.

Die Frage steht im Raum, inwieweit sich staatliche Stellen in Berlin für fahrlässige Tötung zu verantworten haben

Unterstützer und Gegner der deutschen Wohnungspolitik wollen in Berlin und anderer Städten, etwa auch Frankfurt demonstrieren.

Chronik der Ereignisse um eine Räumung

Statement eines Berliner Unterstützers:
http://www.youtube.com/watch?v=XakzIMgYObs


Schöne neue Gallus-Welt

Da hatte der Ortsbeirat die gute Idee, die vielgepriesenen Investoren und Entwickler (jener scheue Menschenschlag, der für alle nur das Beste will – und vor allem – von allen) eingeladen, um die Problembürger*innen aufzuklären und ihnen zu zeigen, wie „ihr“ Viertel in Bälde aussehen wird und vor allem, welch grandiose Zukunft hier in die Höhe [...]

weiterlesen »


Flexibel bis zum Anschlag: Bauen und Planen für die Global City Frankfurt

Von Susanne Heeg

Grundsätzlich umfassen „Politiken der gebauten Umwelt“ Planungspolitiken, die sich auf Infrastrukturen (Straßen, ÖPNV, Wasser etc.) sowie bauliche Nutzungen (Gewerbe, Einzelhandel, Wohnen, Büro etc.) beziehen. Ich werde mich im Folgenden auf einen Teilbereich, nämlich die bürobezogene Planungspolitik, den Wohnungsbau sowie Wohnungspolitik in Frankfurt konzentrieren. Häufig wird ja der Vorwurf erhoben, dass sich die Planung in Frankfurt quasi willenlos und willfährig zeige. So wurde Edwin Schwarz, dem letzten Planungsdezernenten, in seinem Abgang hinterher gerufen, dass seine Politik und Handlungen ungeregelt und planlos gewesen wären. Dieser Einschätzung schließe ich mich nicht an, sondern ich gehe davon aus, dass diesen Politiken eine Wettbewerbslogik zugrunde liegt. Die an einzelnen Projekten orientierte und ermöglichende Politik von Schwarz fügt sich sehr gut in den wettbewerbsorientierten Umbau von Frankfurt ein. Sie war ausgerichtet an einer Ermöglichung von Büroprojekten und gehobenen Wohnungsbau, um dem noch vor 10 Jahren weithin beklagten Wegzug guter Steuerzahler etwas entgegen zu setzen. Es muss sich noch zeigen, ob der neue Planungsdezernent Olaf Cunitz eine andere Politik wählt. Mit Blick auf die vergangene Politik ergibt sich der Titel des Beitrags: eine sehr flexible, aber nicht willen- und planlose Baupolitik.

Die Politik der letzten 30 und mehr Jahre zielte darauf, die Infrastruktur zu schaffen, die Frankfurt den Status der Global City verleiht und sichert. Dazu gehören der Flughafen, die Bürogebäude, Informations- und Telekommunikationsinfrastruktur sowie der gehobene Wohnraum. Grundsätzlich zielten viele zentrale stadtpolitische Anstrengungen der letzten 30 Jahre darauf, Frankfurt zum attraktiven
Büro- und Wohnstandort zu machen. Es handelt sich dabei um einen Prozess ohne Ende, da die Stadtplanungspolitik immer wieder von der Angst getrieben ist, dass der Status „Global City“ im Wettbewerb mit London, Paris und anderen Städten verloren gehen könnte. Ich werde mich im Folgenden auf den Büro- und Wohnungsmarkt bzw. -politik konzentrieren, um die Politik in einer Globalizing City nachzuvollziehen.

weiterlesen »


Frankfurt zwischen Ökonomie und Besetzung

Am letzten Samstag besuchte ich einen Frankfurter Talk von SpezialistInnen zur „Ökonomie der Stadt“, der gleichsam als eine Offenbarung über Denken und Habitus unserer polit-ökonomischen Klasse, ihres Mittelbaus funktionierte. Der Talk fand in einem der Gebäude an der vorderen Mainzer unweit der Alten Oper statt, zwischen den Doppeltürmen der Deutschen Bank und der DZ Bank. Die Veranstalter wählten den Ort wohl dem Thema wie dem Ziel angemessen. Könnte man meinen, aber den Abend bot keine Division für Immobilieninvestment in einem der großen Häuser, sondern die „Lichter Agora“ rund um das Lichter Filmfest, das sich dieses Jahr um Urbanes dreht, durchaus mit Reibungsflächen verstanden.

Voll passend zu den Banktürmen, besser: zu deren Marketingabteilungen traten aber die Protagonistinnen dieser Agora im leerstehenden Turm auf, lichte Höhe über den Stühlen 70 Meter und etwa von dort oben sahen sie auch auf uns, das Publikum. In der Reihenfolge ihres Auftretens waren das: zuerst die wohnungspolitische Sprecherin der Bundesgrünen. Sie schilderte dezidiert ihren ganz persönlichen Marsch durch die Institutionen bis nach Berlin, und beglückwünschte uns schließlich dazu, im Wohnparadies Frankfurt zu leben. Nach dem Statement, dass „die Grünen“ selbstverständlich bei der Energiesanierung von Gründervillen sensibel fürs Stadtbild bleiben, war mir klar, dass ihr Frankfurter Paradies wohl eher schwarz-grün leuchtet, als eines der Besitzer von Gründervillen. Auch wenn die Frau aus dem Bundesbüro uns immer wieder Kenntnisse präsentierte, indem sie Paragraphen aus dem Bundesbaurecht runter ratterte, blieb mir nur der Eindruck, dass gesetzliche Regelung das äusserste Limit ihres Denkens zur Stadt bietet.

Mit Integration in städtischen Quartieren hatte es die zweite Dame, die ganz im Habitus von „Assessment-Center“ auftrat, und den staunenden Zuhörern (ihre evaluierte „Zielgruppe“) mit hübschen Event-Fotos zeigte, was sie damit meinte: ein Talk von William Forsythe mit jungen Migranten, oder eine Dampferfahrt auf dem Main, zu der sich betagtere Mieter aus der betreuten, sorry „integrierten“ Wohnsiedlung in Scharen drängten. „Natürlich“, so die Managerin, entstehen auf dem Gelände des Forsythe-Intermezzos Bürohäuser. Natürlich, warum sollte eine (ehemals) gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft wie ihre „Nassauische Heimstätte“ nicht echter Player im Immobiliengeschäft, im Spiel um große Margen sein? Als bloße Rhetorik gegen die „Integration“ wies die agile Managerin denn auch eine Nachfrage zurück, ob solche Shows wie Forsythe und das Dampfershipping nicht nur Beruhigungspillen für anschließenden Umbau wären.

weiterlesen »


Miete essen Einkommen auf

Von Max Müller

Das Wohnen in deutschen Städten wird teurer. In Berlin wächst die Wut über Zwangsräumungen und Verdrängung. In Köln treffen sich dieses Wochenande Initiativen aus dem ganzen Land, um über Widerstand gegen zunehmenden Druck auf die Mieter zu beraten. Wir dokumentieren aus diesem Anlass die Situation und den Unmut in Berlin. Vielleicht lässt sich in Frankfurt etwas daraus lernen.

815 PolizistInnen waren nötig, um Famlie Gülbol aus ihrer Wohnung zu werfen. Die Zwangsräumung in Berlin-Kreuzberg und der Protest dagegen machten im Februar bundesweit Schlagzeilen. Kein Wunder: Das Problem exorbitanter Mietsteigerungen ist nicht auf Berlin begrenzt. Woher kommt der Höhenflug der Mietpreise? Ein Blick auf den Berliner Wohnungsmarkt und die Perspektiven der Proteste gegen Zwangsräumungen und Verdrängung.

»Es geht uns sehr schlecht, weil die Räumung vollzogen wurde, aber es geht uns auch sehr gut, weil wir so viel Solidarität erfahren haben.« Mit diesen Worten kommentierte Ali Gülbol am 14. Februar die Räumung der Wohnung in Berlin-Kreuzberg, in der er und seine Familie bis zu jenem Morgen gelebt hatten. Mehrere Hundert PolizistInnen hatten zuvor mit einigem technischen Gerät und unter Einsatz von körperlicher Gewalt und Pfefferspray die Räumung durchgesetzt. Zur Blockade der Zwangsräumung hatte ein Bündnis von Kiezinitiativen und linken Gruppen aufgerufen. Wie kam es dazu, und wie kann es weitergehen?

Das Grundsätzliche vorweg: Wenn Wohnraum Ware ist, dann muss die Benutzung des Wohnraums bezahlt werden. Wer das nicht kann, muss rausfliegen, sonst bräche die Zahlungsmoral ein. Es ist Aufgabe des Rechtsstaats, das Eigentum und dessen Verwertung zu schützen und im Zweifelsfall Zwangsräumungen durchzusetzen. Andere Aufgaben des Staates stehen demgegenüber offensichtlich immer hinten an (Stadtentwicklung, Sozialpolitik etc). (1)

Zwangsräumungen sind die gewalttätigste Form der Verdrängung wenig zahlungskräftiger MieterInnen. Sehr viel mehr MieterInnen suchen bereits vor der Räumung eine kleinere und/oder abgelegenere Wohnung. Noch mehr Menschen werden noch nicht vertrieben, sondern zahlen zähneknirschend einen steigenden Anteil ihres Einkommens für die Miete.

Berlin: arm, aber sexy?

Berlin ist eine Mieterstadt: Mehr als 85 Prozent der Haushalte wohnen zur Miete. Entwicklungen rund um die Mietverhältnisse gehen in Berlin daher weitgehend alle an.

Aus vielfältigen Gründen, die teils noch aus der Blockkonfrontation kommen, lagen die Mieten in Berlin lange Zeit unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt. Selbst bei Neuvermietungen sind sie nach wie vor meist niedriger als in anderen deutschen Großstädten. Das wäre erfreulich, wenn nicht die Löhne in Berlin deutlich niedriger wären als im Durchschnitt Westdeutschlands (wo die von der Miethöhe her vergleichbaren Städte liegen). Berlin ist das Bundesland mit der höchsten Erwerbslosenquote, mit der höchsten Quote Beschäftigter, deren Lohn auf Hartz 4 aufgestockt wird (insgesamt gibt es 130.000 AufstockerInnen), und mit der höchsten Quote »atypischer« Beschäftigungsverhältnisse: Der Anteil von Minijobs, Leiharbeit, Teilzeitarbeit & Co. betrug 42 Prozent im Jahr 2012. (2)

Da bleibt nach der Miete nicht mehr viel übrig. Im Vergleich mit München, Hamburg, Köln oder Frankfurt am Main bleibt den BerlinerInnen nach Abzug der Warmmiete pro Kopf am wenigsten vom Netto. Dieses für den Konsum freie Einkommen sank allein von 2011 auf 2012 in Berlin um fünf Prozent. Umgekehrt steigt die Wohnkostenquote (der Anteil der Bruttokaltmiete am verfügbaren Haushaltseinkommen) und liegt in Berlin nun im Schnitt bei mehr als 27 Prozent. So viel zum Mythos des billigen Berlins.

weiterlesen »


Demo gegen soziale Verdrängung in Frankfurt

Am Donnerstag, 28. Februar – 18 am Uhrtürmchen in Bornheim: Gegen die Verdrängung durch hohe Mieten, die Wegrationalisierung von sozialen Einrichtungen und die Räumung von selbstverwalteten Zentren Am Donnerstag den 28.02. wollen wir gemeinsam gegen Verdrängung durch hohe Mieten, Wegrationalisierung von sozialen Einrichtungen und Räumung von selbstverwalteten Zentren, obwohl genug Leerstand vorhanden ist, auf die [...]

weiterlesen »


Adressatenwechsel – was wollen wir aus „Kulturcampus Bockenheim“ und Mietspiegel lernen?

Auf der letzten Ortsbeiratssitzung wurden alle Zweifel beseitigt, wer jetzt noch versucht, sich ein Plätzchen zu sichern, wird viel Kredit brauchen Anette Mönich von Zukunft Bockenheim hat es in der letzten Ortsbeiratssitzung auf den überfälligen Punkt gebracht: Widerstand und die Einforderung wirklicher Partizipation müssen endlich (wieder) politisch werden. Dies praktisch werden zu lassen, bedarf es [...]

weiterlesen »


Interview: was macht Gentrification?

Der bekannte Berliner Stadtsoziologe Andrej Holm im Interview.
Gentrification, die Verdrängung ärmerer Bewohner/innen aus bisher preiswerten Wohnvierteln, hat sich zu einem ständigen Begleiter städtischer Veränderungen entwickelt. Doch nicht nur immobilienwirtschaftliche Interessen, sondern auch symbolische Umwertungen sind für die Veränderungen in den Städten verantwortlich.

Hello, you either have JavaScript turned off or an old version of Flash Player. Get the latest Flash player.

weiterlesen »


Mieterinitiativen in Berlin: Fall für den Verfassungsschutz

Die Einrichtungen der politischen Polizei in Deutschland (Verfassungsschutz, Staatsschutz) gelangten im letzten Jahr in die Öffentlichkeit durch den Begriff “Pannen”. Vermeintliche Pannen gab es im Zusammenhang mit der Mordserie aus rechtsradikalen Kreisen, und nicht zum ersten Mal kam eine Verbandelung der Rechtsradikalen mit der Verfassungsschutzeinrichtungen zur Rede. “Auf dem rechten Auge blind?” und was macht [...]

weiterlesen »


Zwangsräumung? Verhindert! Ein Geschichte über Verdrängung und Widerstand

Ein Vorbild für die Zukunft in Frankfurt? Am 22. Oktober wurde in Berlin-Kreuzberg die Zwangsräumung einer Familie verhindert. Etwa 150 Personen solidarisierten sich mit der bedrohten Familie. Durch Sitzblockaden wurde der Gerichtsvollzieherin der Zutritt zur Wohnung verwehrt. Die Räumung wurde abgesagt und vorerst verhindert.   Eine Geschichte wie sie überall in Deutschland spielen könnte: Ein [...]

weiterlesen »


Kundgebung: Skandalöser Mietwucher – Frankfurt bricht alle Rekorde

Kundgebung am Dienstag, 11.12.12, 17:00-19:00, Konstablerwache

- Zweithöchste Mieten in Deutschland- 10,- € Kaltmiete pro Quadratmeter

- Niedrige Löhne – durchschnittliches verfügbares Einkommen bei 1612,- € im Monat

- Mehr Einwohner – zu wenig preisgünstige Wohnungen -700.000 Einwohner, aber kaum neue günstige Wohnungen

- Zu wenige Sozialwohnungen für 5,- € pro Quadratmeter – Bedarf liegt b ei 125.000, verfügbar sind noch 30.000!

- Die städtische ABG-Holding will teure statt günstige Wohnungen – Neubauwohnungen mit 11,50 € pro Quadratmeter und höher

weiterlesen »


Erneut Mieterhöhungen in Bockenheim: offener Brief an den Römer

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Feldmann,
Sehr geehrte Mitglieder des Magistrats,
Sehr geehrte Stadtverordnete!

Gegenwärtig erhalten zahlreiche Mieter der Wohnungsbaugesellschaften ABG Holding und GWH in Bockenheim erneut Ankündigungen von Mieterhöhungen ab dem 1.2.2013. Diese nehmen Bezug auf die Lagenzuschläge des Mietspiegels 2010/2012. Diese Mieterhöhungen sind die zweiten Erhöhungen auf Grund der Lagenzuschläge. Die letzten Mieterhöhungen haben erst Ende des Jahres 2011 stattgefunden.
Die betroffenen Mieter sehen sich existenziell bedroht. Bereits die erste Anwendung der Lagenzuschläge hat viele Mieter an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten gebracht. Bei vielen Menschen ist die Angst entstanden, den Stadtteil Bockenheim verlassen zu müssen.
Die Mieterhöhungen werden gerade in den Wohngebieten unseres Stadtteils ausgesprochen, deren Mietwohnungen aus früheren Sozialwohnungen bestehen und deren Anwohner ohnedies eingeschränkte finanzielle Möglichkeiten haben.

Warum lässt die Stadt Frankfurt das zu?
Die Lagenzuschläge sind auch vom Magistrat selbst als mangelhaft erkannt worden und sollen laut Aussage des Magistrats bei der Neuerstellung des Mietspiegels 2014 grundlegend überarbeitet werden.
Die Koalitionsparteien haben im Mai 2012 festgehalten:
Es besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass die im Mietspiegel 2010 vorgenommene Differenzierung der Wohnlagen in einigen Bereichen zu grobmaschig ausgefallen ist, und daher alle Anstrengungen unternommen werden müssen, eine differenziertere Bewertung zu erreichen.“
Warum werden dann auch durch die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding sowie andere Wohnungsbaugesellschaften wie die GWH weiter Mieterhöhungen mit dem Hinweis auf die Lagenzuschläge verlangt?

weiterlesen »


Mailbox

“Der gewünschte Gesprächspartner ist gerade nicht zu erreichen, bitte versuchen sie es später noch einmal.” ~Die unsexy Stimme~   Als Pensionär wäre mir das Grund genug im Funkloch des Sonntagsausflugs meine Taschen zu leeren, den überschwänglichen jungen Damen und Herren, die mich mit Bögen und Äxten bedrohen meinen Respekt zu bekunden und zu beschließen heute [...]

weiterlesen »


„Wie kann die Politik das umsetzen, was der Markt will?“ – Eindrücke vom Frankfurter IHK-Immobilien-Kolloquium

Im Rahmen der „Euro Finance Week“ hatte die Industrie- und Handelskammer (IHK) am 20.November 2012 zum ersten Frankfurter Immobilien-Kolloquium geladen. Dort wurden mit Gästen aus Wissenschaft und Politik zu Themen diskutiert, die viele in Frankfurt Lebende beschäftigen: der hohe Leerstand bei Büroimmobilien, der Mangel an Wohnraum und auch die Frage, wie in Frankfurt was und wo produziert wird. Die Sicht des Immobilienkapitals prägte die Diskussionen um die Entwicklungen der Büro- und Wohnungsmärkte wie auch die vorgeschlagenen Lösungsperspektiven. Damit die Erkenntnisse nicht nur dem kleinen Fachpublikum des Immobilien-Kolloquiums vorbehalten bleiben, werden wir im Folgenden die unserer Ansicht nach wesentlichen Aspekte zu Gentrifizierung, Mietpreisentwicklungen und Wohnungspolitik aus den ersten drei Panelsitzungen zusammenfassen.

1. Chancen, Fakten, Emotionen: Wohin steuert der Immobilienmarkt FrankfurtRheinMain?
Den Auftakt der Veranstaltung bildete ein etwas holprig einstudiertes „Dialogreferat“ zwischen dem IHK-Präsidenten Dr. Mathias Müller und Prof. Hanspeter Gondring von der „Dualen Hochschule“ Stuttgart. Unter dem Motto Wissenschaftler und Lobbyisten aller Welt vereinigt euch, konnte man hier lernen, dass „Kommunen wie Unternehmen denken müssen“, eine „Unique Selling Proposition“ (Gondring) brauchen und ansonsten der „Wettbewerb [um was auch immer] im vollen Gange“ (Müller) sei. Neu war hier eigentlich nur, dass Frankfurt jetzt auch mit Schweden konkurriert; warum eigentlich oder um was wurde nicht gesagt.

weiterlesen »


Bundesweit Demonstrationen gegen hohe Mieten und Verdrängung am 10. November

Zumindest in Berlin, Hamburg und Freiburg ! Am 10. November wird es zeitgleich in Berlin, Freiburg und Hamburg Demonstrationen gegen steigende Mieten und Verdrängung geben. In den größeren Städten der Bundesrepublik explodieren die Mietpreise. Wer sich die Mieten nicht mehr leisten kann, wird verdrängt. Denn günstiger Wohnraum ist rar. Die Zahl bezahlbarer Sozialwohnungen hat sich [...]

weiterlesen »


Aktivierende Befragung in der Stadt

Die Idee einer aktivierenden Befragung in Frankfurt entstand im Netzwerk „Wem gehört die Stadt?“. Dieses Netzwerk hat sich Anfang 2011 gegründet. Dort arbeiten recht heterogene Gruppen zusammen: Dem Selbstverständnis des Netzwerks nach alles Menschen, „die sich im weitesten Sinne mit Gentrifizierung, Verdrängung und Überwachung etc.“ beschäftigen.

Bei Treffen des Netzwerks rückte das Thema „Mieten“ in den Mittelpunkt: über 800 Zwangsräumungen im Jahr 2011, ein Mietspiegel, mit dem die Stadt die Mietpreise weiter in die Höhe treibt, deutliche „Aufwertungs-“ und Verdrängungsprozesse, studentische Wohnungsnot am Anfang jedes Semesters.

Viele Aktive aus dem Netzwerk wohnen zwar in Stadtteilen, die von Aufwertung betroffen sind oder bald sein werden, können aber trotzdem schlecht einschätzen, wie die Stimmung in den Vierteln ist. Sind die Leute unzufrieden? Wenn ja, womit ganz genau? Glauben sie, dass es Sinn macht sich zu organisieren und zu wehren? Um diese Fragen besser einschätzen zu können, entstand die Idee der „aktivierenden Befragung“.
Diese „aktivierende“ Befragung will, anders als die sozialwissenschaftliche, keine objektiven Erkenntnisse gewinnen und von einem neutralen, wissenschaftlichen Standpunkt aus fragen. Stattdessen fragen wir nach unseren Wünschen und Bedürfnissen, als Menschen die unzufrieden sind mit der Situation in der Stadt, die es satt haben die Hälfte ihres Nettoeinkommens für Miete auszugeben, die nicht wollen, dass Frankfurt nur für eine globale Elite bezahlbar ist.

weiterlesen »


Aufwertungs- und Veränderungsprozesse in der Stadt – Ausdruck kapitalistischer Konkurrenzlogik oder politisches Programm?

Hans-Dieter von Frieling

1. Ungleiche räumliche Entwicklung
Prozesse der Aufwertung wie der Entwertung gehören zu den alltäglichen Erscheinungen in diesem Wirtschaftssystem. Wir sind einerseits daran gewöhnt, dass es Entwertungen von fiktivem wie produktivem Kapital gibt zur Bereinigung von Überakkumulation, dass durch Rationalisierungen Arbeitskräfte dequalifiziert und überflüssig gemacht werden, dass der Wert der Arbeitskraft gesenkt wird, so dass sie ein Fall für die staatliche Armenfürsorge wird, dass die natürlichen Lebensgrundlagen unbrauchbar gemacht werden, dass Stadtteile, ganze Städte und Regionen entwertet werden und verfallen, weil sie als Kapitalstandort nicht mehr konkurrenzfähig sind.
Andererseits kommt es beständig zu Aufwertungen und Inwertsetzungen – in Form von Wachstumsregionen oder Boomtowns, besser entlohnten Qualifikationen von Arbeitskräften, neuen Geschäftsfeldern, Wachstum von Unternehmen und Beschäftigung, Wertsteigerungen bei Naturstoffen (wie den „Seltenen Erden“), Finanzprodukten oder Standorten und Immobilien wie z.B. innerhalb bestimmter städtischer Quartiere.

Mietenalarm

weiterlesen »


“Mieten? Ja, wat denn?” – AStA-Indoor-Camp plus Veranstaltungen vom 8.-14. Oktober 2012

Die Uni geht los und Du hast immer noch keine Bleibe in Frankfurt gefunden? Jetzt musst Du jeden Tag von außerhalb in die Stadt pendeln? Ätzend, besonders in der Woche vor Semesterstart, wenn man sich orientieren will und ohnehin schon alle Hände voll zu tun hat. Wenigstens in dieser Woche wollen wir, der AStA, Dich [...]

weiterlesen »


Green New Deal: für die einen lohnend und die anderen teuer

Eigentum“, “Rechtsstaat” und “Freiheit” gelten als Fundamente unserer Gesellschaft, um die so mancher Krieg ausgefochten wird. Wenn sie mit der “Energiewende“, dem “grünen Kapitalismus” zusammen kommen, dann reicht der Krieg mit den Grundwerten immer öfters bis in das Zuhause, die Wohnungen von Mietern hinein.

Wie das? Grüner Kapitalismus meint zunächst Geschäft, Erträge mit grünen Produkten. Nach den “Bio“-Konzernen rund ums körperliche Befinden hat sich ein neuer, weitaus größerer Markt um Immobilien, besonders lohnende städtische Lagen herum entwickelt: Energiesanierung ist in! Und wer möchte schon etwas gegen das Sparen von Energie, wachsende “Umweltverträglichkeit” vorbringen. Niemand. Deswegen sind Maßnahmen zur umweltverträglichen Gebäudesanierung mit besonders hoher Legitimität versehen, jeder denkt an überflüssige Kernkraftwerke.

Manche denken weiter, eben mit “Eigentum”, “Rechtsstaat” und “Freiheit”. Die Neunmalklugen sind Hauseigentümer, denen unser Rechtsstaat die Freiheit gibt, alle ihre Sanierungskosten für vermietete Wohnungen binnen kurzer Zeit auf die Mieter eben dieser Wohnungen umzuschlagen. Eigentum soll sich wieder lohnen. In einem großzügigen Akt erlaubte der Gesetzgeber, der Deutsche Bundestag schon vor Jahren, dass Vermieter Sanierungen pro Jahr mit 11% auf Mieten aufschlagen können, mithin nach lächerlichen 9 Jahren die ganze Investitionssumme getilgt ist.

Schöner Wohnen

Das Risiko bleibt niedrig, der Ertrag hoch: “alleingelassene Hausbesitzer“, wie sogar große Immobilieneigentümer gerne klagen, können sich tatsächlich die Sanierung günstig von Banken finanzieren lassen, und nach ungewöhnlich kurzer Zeit wird der Kredit durch Mieter getilgt, Risiko: Null. Ungewöhnlich viel zahlt dagegen der Mieter in diesem Sanierungsfall.

weiterlesen »


Frankfurter Mietspiegel: eine Studie zur traurigen Geschichte

Seit Monaten wird um den aktuellen Mietspiegel der Stadt gestitten:  rund um die rabiaten Mieterhöhungen in Großstädten geht es um die Vermutung, dass die schwarz-grüne Römerkoalition wissentlich, wenn nicht gezielt überhöhte Mietpreise in diesen Richtwerten zugelassen hat. Der Mietspiegel funktioniert für viele Mieter Frankfurts als Grundlage ihrer Monatsmiete, und die städtische ABG tat sich hier [...]

weiterlesen »


Veranstaltung: Die Nassauische Heimstätte in der Business-City

Es war schön zu sehen, dass und wie sich alle gefreut haben, etwas Positives vermelden zu kön­nen und auch mal in der Schilderung eines „Erfolgsmodells“ zu schwelgen. Ansonsten bleibt fest­zuhalten, dass hinterher weit mehr Fragen bestehen und auf die meisten keine Antwort. Das liegt nicht unbedingt am fehlenden guten Willen der Beteiligten, der war überreich vorhanden an die­sem Abend, es ist auch eine Frage von Macht- und Mehrheitsverhältnissen, von aktiver Opposition und deren Fehlen vor allem.

Also erstmal die gute Nachricht: die Drohung eines Verkaufs der Nassauischen Heimstätte an die ABG oder einen genauso schlimmen Finger, ist zunächst vom Tisch, es wird nicht daran gerührt und auch die Verfassung der Gesellschaft bleibt wie sie ist. Die Podiumsrunde war sich einig, stan­den sie doch alle auf derselben Seite und es klang phasenweise zu schön, um wahr zu sein. Immerhin war der Wechsel im OB-Zimmer die entscheidende Grösse in diesem Spiel, denn damit konnte der Coup der hessischen Landesregierung nicht mehr über die Bühne gebracht werden.

Dieses Hochgefühl legte sich dann doch etwas bei den folgenden Fragen aus dem Auditorium.

Es wollte einfach keine Konsequenz klar werden, die sich aus dem Erfolgsmodell NH ziehen lies­se, was im Hinblick auf die Frankfurter Situation und vor allem an diesem Platz – immerhin der künftige Kulturcampus – unbefriedigend ist.

weiterlesen »


Petition gegen den Frankfurter Mietspiegel

Petition zur Aufhebung des Mietspiegels 2010 für Frankfurt am Main und seiner Fortschreibung 2012 Die Lagenzuschläge für Innenstadtgebiet 1 und 2 müssen zurückgenommen werden. Online unterzeichnen: Petition gegen den Frankfurter Mietspiegel 2010/2012 Begründung: 1. Der Mietspiegel 2010 hat neue Lagenzuschläge in den Mietspiegel aufgenommen. Die neuen Innenstadtlagen haben extreme Mieterhöhungen in denen als Innenstadtgebiete 1 [...]

weiterlesen »


Im Fokus: Bezahlbarer Wohnraum in Frankfurt – Wunsch oder Wirklichkeit?

hr-iNFO präsentiert: Am  Donnerstag, 30.08.12, 18:00 Uhr auf der  Terasse des Café Hauptwache, 60311 Frankfurt am Main Wohnen in Frankfurt wird immer teurer, die Mieten steigen weiter an. Gleichzeitig ist das Wohnungsangebot knapp. Gibt es noch bezahlbaren Wohnraum in Frankfurt? hr-iNFO und die Frankfurter Neue Presse laden zu einer Diskussionsrunde am 30. August ein. Zudem [...]

weiterlesen »


Frankfurter Mietspiegel – raus aus der Posse und rein ins Parlament

Beim Mietspiegel für Frankfurt hat es bei Erscheinen einige Aufregung gegeben, zugegeben, nicht im Ansatz genug, doch es könnte der Auftakt gewesen sein.
Dies setzt voraus, dass nicht nur die Mieter*innen vor allem der städtischen Gesellschaften sich zu organisieren beginnen, die Mitglieder der Mietervereine mobil machen und in diesen Vereinen endlich eine Diskussion über das Mandat dieser Organisationen führen, sondern es ist dafür zu sorgen, dass in dieser Frage die nötige produktive Unruhe ins Stadtparlament getragen wird.

Bislang waren diese Vertreter-Organisationen halt nicht mehr als das schmückende Beiwerk, das Legitimations-Mäntelchen einer ansonsten , na sagen wir mal, äusserst dubiosen Veranstaltung, was sich an den Ergebnissen deutlich ablesen lässt. Zudem hat es die Spitze des Magistrats stets sehr geschickt verstanden, diese Papiere durchs Parlament zu schmuggeln.
Es ist dies ein weiterer Beleg für die Missachtung demokratischer Regularien, die sich fortsetzt in PPP-Verträgen oder schlicht der Auslagerung von Aufgaben in zwar Stadt-eigene aber nichtsdestoweniger selbständige Gesellschaften, die jede Kontrolle mit dem Verweis auf Geschäftsgeheimnisse abschmettern.

weiterlesen »


Schöne neue ETW´s: Im Nordend und drum herum

Vor ein, zwei Jahren hörte ich auf einer Versammlung zu “Gentrification” im Bürgerhaus Bornheim einen stadtbekannten Grünen und langjährigen Nordendbewohner fragen, was denn das übertriebene Gezeter um diesen Namen eigentlich solle: in seinem Stadtteil kümmere das niemanden wirklich und ausserdem habe sich das Strassenbild doch tatsächlich zum besten entwickelt. So what? Ob diese Einschätzung damit zusammenhing, dass er stolzer Besitzer einer schönen ETW vor Ort ist, lässt sich nicht eindeutig klären.

DSC00066

Meine eigenen Erfahrungen mit Wohnen in und um das Nordend sind in den letzten 10 Jahren vom Begriff “Eigenbedarf” geprägt. Dieses Gefühl erfasst offensichtlich besonders häufig Anwälte, “gut situierte”, im Besitz von Eigentumswohnungen, viel Geld auf der Kante und einen hoch dotierten Posten.

weiterlesen »


Berlin: Protestcamp gegen zu hohe Mieten in Kreuzberg

Mieter/innen in Berlin-Kreuzberg haben am letzten Freitag ein Protestcamp gegen steigende Mieten eingerichtet. Das klingt nicht wirklich überraschend, denn der Bezirk ist für drastisch steigende Mieten und sein munteres Protestmilieu bekannt. Doch das Protestcamp am Kottbusser Tor unterscheidet sich von den sonst üblichen, studentisch geprägten Szenemobilisierungen. Es sind vor allem Mieter/innen aus den Sozialwohnungsblöcken rund [...]

weiterlesen »


Vom Mietspiegel in der unternehmerischen Stadt

Der neue Frankfurter Mietspiegel eröffnet die nächste Folge im andauernden Verteilungskampf von unten nach oben, er läutet ebenso die nächste Runde der Anlage des durch die Welt marodieren­den Kapitals ein, dem hier ein interessanter Profit geboten wird.

P9150016

Mietspiegel sind nicht neu, weshalb gerade jetzt der grosse Aufschrei zum neuen in Frankfurt?
Es sind wohl vor allem zwei Dinge, die den Menschen an Hand dieses Mietspiegels in ihrer jetzi­gen Lage deutlich vor Augen geführt werden: einmal, dass man die meisten in bestimmten Gebie­ten der Stadt gar nicht mehr haben möchte, zum anderen, dass in diesem Mietspiegel endlich of­fen ausgedrückt wird, um was es denn geht, wenn dieses Instrument bedient wird.

Es ist hier ganz nützlich, einmal ein bisschen in der Geschichte der Stadtplanung zu schnuppern, vor allem, wenn es um Sachen geht, die heute wieder als Kampfbegriff erscheinen, wie es die „Lage“ seit je war.

Im 19. Jhrdt. war mit „Lage“ stets das Unternehmen verbunden, das mengenmäßig stärker werden­de Proletariat aus den Filet-gebieten der Städte heraus zu halten. Damit dies nicht aber auf dem Umweg über die Profit-Interessen einzelner Grundherren doch geschieht, versuchte man für diese Quartiere einen Bebauungsplan zu erstellen, der eine hohe Verdichtung, die notwendig für den Bau primitiver Unterkünfte war, verhinderte und die heimelige Welt der gehobenen Schichten ermögli­chen sollte. Neben der Dichte waren es die angenehme Nähe zu den Institutionen der Zentren, die Ferne von Fabrikanlagen, Gelegenheiten zum Flanieren.

Der neue Mietspiegel räumt auch mit der Illusion auf, er diene der objektiven Bestimmung von Wohnqualitäten dieser Stadt und einer Findung eines angemessenen Mietzinses. Wurde diese Be­hauptung früher auch schon belächelt, ist sie nun völlig leer und verweist ins Reich der Wünsche.

weiterlesen »


Bockenheimer Bürgerinitiativen zur Mietpreisentwicklung und zur Schließung des “IvI”

Mit großer Besorgnis beobachten wir die Verdrängung von Menschen mit geringem und
mittlerem Einkommen aus den Innenstadtbereichen. Zugleich sehen wir anlässlich der
drohenden Räumung des Instituts für vergleichende Irrelevanz (IvI) die Freiräume, die in
Frankfurt ein selbstbestimmtes Leben jenseits kapitalistischer Verwertungslogik möglich
machen, massiv bedroht. Wir rufen daher zur Teilnahme an der Demonstration “Wohnraum
für alle” am 31.5., 17 Uhr an der Bockenheimer Warte und zur Abschlusskundgebung, 18 Uhr
auf dem Römerberg anlässlich der Stadtverordneten-Versammlung auf.
Die Frage Wem gehört die Stadt? droht einseitig zugunsten von Investoren und
Besserverdienenden beantwortet zu werden. Ganze Bevölkerungsgruppen wie Arbeiter,
Arbeitslose, Alleinerziehende, Alte, Studenten und prekarisiert Beschäftigte werden durch die
derzeit stattfindende Verdrängung von der Teilhabe am städtischen Leben ausgeschlossen
und ihres Rechts auf Stadt beraubt. Statt dieser Entwicklung entgegen zu wirken, verstärkt
städtische Politik deren Effekte durch den massiven Abbau von Sozialwohnungen, den Bau
von hochpreisigen Eigentumswohnungen und über das Instrument des Mietspiegels.
Beispielhaft zeigt sich in Bockenheim die gezielte „Aufwertung“ eines Stadtviertels. Mit der
Gleichmacherei von Wohnsituationen im neuen Mietspiegel werden insbesondere bislang
günstigere Wohnungen verteuert. Diese Mieterhöhungen wurden durch die städtischen
Wohnungsbaugesellschaften gezielt und vor allem bei früheren Sozialwohnungen
durchgeführt.

weiterlesen »


Bezahlbarer Wohnraum in Frankfurt

In Frankfurt hat sich gegen die Wohnungspolitik der schwarz-grünen Stadtregierung eine neue Initiative, das Frankfurter “Aktionsbündnis für bezahlbaren Wohnraum” gegründet, die zu einer Demonstration am Donnerstag, 31. Mai, 17 Uhr, Bockenheimer Warte aufruft. Der Aufruf des Bündnisses im Wortlaut: Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG ist seit einigen Jahren nicht mehr Teil der Lösung; sie hat sich [...]

weiterlesen »


“Them Chemicals!” oder: ~cubische potentiale~

Neulich nächtens, Weil Zeit und Herz mich so sehr quälten, Traf ich trinkend auf dem Nach-Hause-Weg Auf ein Häuschen blauer Farbe, Wie es jedem Bauarbeiter wohl bekannt sein dürfte. In der Hoffnung die Reste meines Rausches Einer chemischen Grube zu übergeben -sprich: mich drückte die Blase- Näherte ich mich dem provisorischen Bau, In Hoffnung auf [...]

weiterlesen »


Gegen die Privatisierung der Nassauischen Heimstätte

Am 14. Dezember 2011 sagte Finanzminister Thomas Schäfer (CDU), dass die Betreibung einer Wohnungsbaugesellschaft nicht zu den Kernaufgaben eines Bundeslandes gehöre. Diese Formulierung schließt sich nahtlos an die schon im Kommunalwahlkampf immer wieder geäußerte Behauptung an, dass die Nassauische- Heimstätte (NH) eine der „veräußerbaren Ressourcen“ sei, die zur Einhaltung der Schuldenbremse veräußert werden könnte. Das [...]

weiterlesen »


Schöner Wohnen, lockerer Leben

Anders Wohnen“ klingt seit mindestens einem Jahrzehnt in vielen deutschen Städten Deutschlands als Drohung, nur für wenige als Verheißung. Die Immobilienpreise ziehen fast ohne Unterbrechung an, und das hat verschiedene Gründe, meistens aus politischen Entscheidungen herrührend.
Zum einen das viele verfügbare Geld, das nun noch von den Aktien- und Geldmärkten verunsichert wird (das Kapital ist eben ein scheues Reh). Die diversen Steuersenkungen und Einkommenserhöhungen für die oberen Etagen häuften dort ganz erhebliche Geldmittel an. Diese suchen nun einen sichere Unterkunft und finden sie als Anlage in lukrativen Wohnungen von Metropolen. Die um Platz streitenden Investoren treiben dort die Preise hoch, denn in den Einkommenshöhen lässt sich damit noch einmal Steuern sparen, ein Weg, der den normalen Mietern verwehrt ist.
Dazu kommt eine Politik der Privatisierung öffentlichen Eigentums, die nicht nur Wasserwerke, Brücken oder Schulen betrifft, sondern eben auch die kommunalen Wohnungsgesellschaften oder direkt deren Wohnungen. Aus Sozialwohnungen werden überdies freie Mietwohnungen oder Eigentumswohnungen, der soziale Wohnungsbau in Deutschland bricht seit Jahren ein.

weiterlesen »


Wohnraum für alle

Occupy Wohnraum, Häuser, Plätze – die Stadt gehört allen

Kommt zur Demo am 17.12.2011 um 12:00 am Rathenauplatz

In den letzten 10 Jahren folgte die Politik der Stadt Frankfurt der Idee der “Global City”. Das neue Westhafenviertel und andere Projekte wurden gemäß dieser Idee konzipiert und gebaut. Im Vordergrund stehen dabei neue Büro- und Gewerbeflächen, d.h. Frankfurt als Finanz- und Dienstleistungsstandort, nicht als Wohnort. Das große Stadtumbauprojekt von 1999 z.B. sah in der Innenstadt ca. 18.000 neue gewerbliche Arbeitsplätze vor, aber nur ca. 7000 neue Wohnungen. Zudem dient der Wohnraum, der währenddessen in der Frankfurter Innenstadt entstanden ist, nur den Besserverdienenden. Ca. 70.000 Zu- und Wegzüge gibt es jährlich in Frankfurt. Viele dieser kurzfristig in Frankfurt lebenden City Hopper sind Projektentwickler_innen, Berater_innen und andere Dienstleister_innen mit befristeten Verträgen, deren Mieten die Unternehmen zahlen. Kurzfristige Mietverträge und finanzstarke Unternehmen als “Sponsoren” hoher Mieten haben dazu geführt, dass Wohnen in bestimmten Bereichen der Innenstadt für Normalbewohner_innen unbezahlbar geworden ist.

Netzwerk “Wem gehört die Stadt ?”

Occupy: Frankfurt

weiterlesen »


Eine ästhetische Analyse von “KulturCampusFrankfurt” anhand einiger Elemente dieses einzigartigen Gesamtkunstwerks. Teil 2: Web.

wbste

weiterlesen »


Eine ästhetische Analyse von “KulturCampusFrankfurt” anhand einiger Elemente dieses einzigartigen Gesamtkunstwerks. Teil 1: Print.

plakat
Entwicklung eines jeden Kunstwerks braucht seine Zeit. Goethe schrieb an seinem Faust sein Leben lang. Kurt Schwitters arbeitete an seinen MERZ-Bauten ebenso bis zu seinen letzten Tagen. KulturCampusFrankfurt, ein multimedielles Kunstprojekt der Stadt Frankfurt, mit freundlichen Unterstützung des Mäzens ABG Frankfurt Holding, geht auch voran: die Stadt ist noch da, und ABG Holding ebenso.

Des Weiteren ist es wichtig, anhand einiger Beispiele die Einzigartigkeit dieses Projektes zu betonen – heute nehmen wir unter die Lupe die symbolische SelbstDarstellung als Print sowie gesellschaftliche SelbstDarstellung als Web.

weiterlesen »


Verstrickungen: Wohnen – Politik – Wirtschaft

Momentan haben Banken und Banker keine gute Presse, selbst hier in Frankfurt übt man sich ein Stück weit in Zurückhaltung. Zumindest werden große Banketts nicht emphatisch medial begleitet. Es wäre aber ein Irrtum zu glauben, dass wir Armen ein paar reichen Bösewichten hinter den Glasfassaden ausgeliefert sind, die in ihrer blinden Gier allein alle anderen in Schwierigkeiten bringen.

Am Rad der Finanzialisierung drehen eine Menge Leute und Organisationen mit, und Banken ordnen sich als besondere Instanzen in ein verbreitetes Geschehen von Kapitalbewegungen ein. In diesem Finanzgeschehen werden Banken sogar oftmals dahin geschoben, in bestimmte, vermeintlich schnell profitable Geschäfte einzusteigen.

Mainz im karneval

In den letzten Tagen wurden zwei Vorgänge greifbar, die sich in Bayern und Rheinland-Pfalz mit dem Zusammenhang von Profiten, Pleiten und sozialem Wohnungsbau auseinandersetzen. Besonders dreht es sich darum, welche Vorteilsnahmen politische Repräsentanten, Manager in (semi-)staatlichen Institutionen und Privatunternehmer auf Kosten von über einhunderttausend Mietern versuchten.

weiterlesen »


Wohn- und Mietsituation in Frankfurt aus Sicht von Studierenden

no time

Die normale Woche einer Studierenden an den meisten europäischen Hochschulen beginnt Montag um 8 Uhr und endet Freitag um 16 Uhr. Durch die Modulstruktur bedingt, ist der Stundenplan in vielen Studiengängen nicht mehr, wie es im Diplom oder Magisterstudiengang zumindest möglich war, durch die Studierenden selbst zusammengestellt. Dadurch lässt sich der restliche Wochenalltag nur noch schwer sinnvoll gestalten. Vielmehr müssen in jedem Semester, je nach Studiengang und -fach, verschiedene Module belegt und mit einem bestimmten Stunden- und Leistungsumfang bewältigt werden. Diese Module werden von dem jeweiligen Fachbereich nur an bestimmten Tagen und zu bestimmten Zeiten angeboten. Dies hat zur Folge, dass man nicht mehr, wenn man zu einem bestimmten Termin nicht kann (weil man bspw. einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen muss), ohne weiteres denselben Schein in einem gleichwertigen Seminar an einem anderen Termin erwerben kann.

Wer früher in den alten Magister- oder Diplom-Studiengängen eingeschrieben war und sich kein Zimmer leisten konnte, hatte immerhin die Möglichkeit sich seinen Stundenplan so zu legen, dass das nötige Geld mit einem Nebenjob erarbeitet werden konnte. Es entstand dabei zwar immer auch der Nachteil, dass der eigene Lebenslauf nicht so schön aussah wie bei anderen Studierenden, z.B. mit Stipendium oder reichen Eltern und vielleicht sogar die Noten unter der Doppelbelastung litten, es aber immerhin in der Regel irgendwie geschafft wurde durchzukommen. Mit den verkürzten Studienzeiten, zunehmenden Einschränkungen der Möglichkeit eines Teilzeitstudiums, dem Wust an prüfungsrelevanten Leistungen sowie Anwesenheitspflichten entstand aber in den letzten Jahren ein Studienalltag, der es für immer mehr Studierende immer schwieriger machte sich über Lohnarbeit zu finanzieren. Das macht das Studium für Studierende aus vergleichsweise ärmeren Familien zu einer größeren finanziellen Belastung, sodass jetzt vermehrt Studienkredite erforderlich werden – wobei die Studierenden mit BAföG allein in einer der teuersten Städte Deutschlands schon in der Vergangenheit nicht zurechtkamen.

weiterlesen »


Aufrüstung an der europäischen Sozialfront – hessische Vorstöße

Es sollte nur ein Artikel werden, doch sind die Aktivitäten seitens der herrschenden Eliten, angetrieben von deren ungebremsten Eifer, zu vielfältig, immer weiter auf der Suche, wo noch etwas zu holen ist. Unten natürlich, oben gibt’s nix zu holen! Eine neue Gesetzesänderung soll es nun richten.

Schlafstelle

Es wird überall gezündelt – sich dann gewundert und empört, wenn es zu einer Explosion kommt. Salbaderndes Gerede von rationalen Entscheidungen finden dort keinen Adressaten mehr, wo das offizielle: jeder für sich! Auf die trifft, die mit dem Rücken an der Wand stehen, auf dass sie besser niedergeknüppelt werden können.

Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Initiative der Regierungsfraktionen in Wiesbaden und den Eruptionen in Großbritannien. Wer dies nicht wahrhaben will, sollte sich am besten sofort in die entsprechende Gated Community begeben. Das in letzter Zeit oft gehörte „Jetzt reicht’s“ hat viele Sprachen und viele Gesichter. Das sollte im Hinterkopf sein beim Lesen.

Der selige Herr Koch ist einmal nach USA gefahren und dort hat er entscheidende Inspiration erfahren. Angetan von dem Musterland sozialer Bemühungen, begann er sofort diese wertvollen Richtlinien umzusetzen, da auch hierzulande die notwendigen Reform-Maßnahmen anstanden, die Schröder nach seinem Spezi aus der Wirtschaft nannte. Das Wunderwerk Hartz IV verlangte ein Gesetz zur Umsetzung, damit die vielen neuen Job-Center auch effizient arbeiten könnten.

weiterlesen »


ABG: JUHU, mehr Miete zahlen !

Der Mietspiegel Frankfurt am Main 2011 ist raus, und es gibt Grund zur Freude. Allerdings nicht für Mieter unter der Fuchtel der ABG FRANKFURT HOLDING, einem der größten kommunalen Wohnungseigentümer Deutschlands, ca. 50.000 Wohnungen werden bei ihm verbucht. Und die müssen arbeiten für den Laden, damit man auch ordentlich Überschüsse erwirtschaftet, wie sich das für ein “modernes” kommunales Wohnungsunternehmen gehört. Und das ist nicht unbedingt gut für die Leute in den Wohnungen.

mieterhoehung_mietspiegel(Foto: mietspiegelportal.de)

weiterlesen »


Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.