Frankfurter Gemeine Zeitung

Mietpreisentwicklung

Schöne neue ETW´s: Im Nordend und drum herum

Vor ein, zwei Jahren hörte ich auf einer Versammlung zu “Gentrification” im Bürgerhaus Bornheim einen stadtbekannten Grünen und langjährigen Nordendbewohner fragen, was denn das übertriebene Gezeter um diesen Namen eigentlich solle: in seinem Stadtteil kümmere das niemanden wirklich und ausserdem habe sich das Strassenbild doch tatsächlich zum besten entwickelt. So what? Ob diese Einschätzung damit zusammenhing, dass er stolzer Besitzer einer schönen ETW vor Ort ist, lässt sich nicht eindeutig klären.

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Meine eigenen Erfahrungen mit Wohnen in und um das Nordend sind in den letzten 10 Jahren vom Begriff “Eigenbedarf” geprägt. Dieses Gefühl erfasst offensichtlich besonders häufig Anwälte, “gut situierte”, im Besitz von Eigentumswohnungen, viel Geld auf der Kante und einen hoch dotierten Posten.

Bei meinem ersten Fall, dem unverschämteren, gehörten den armen Juristen mehrere Wohnungen – darunter unsere. Sie wollten sie zu einer 220 qm Wohnung zusammenziehen, nah am Stadtzentrum gelegen – Gehschwierigkeiten wurden in  langen Schriftstücken an uns als Auslöser für das Verlassen ihrer großzügigen Villa am Golfplatz angegeben. Aufgrund der Vertragslage sahen sie sich auch nicht bemüssigt uns irgendeine Abfindung zu zahlen. Und unser Anwalt sah Angesichts des Sachverhalts, dass Besitzer langjähriger Sozius in einer großen internationalen Kanzlei war, wenig Chancen im Prozess.

Wir zogen aus, ein paar Hundert Meter weg vom Nordend in eine kleinere und teuerere Wohnung, unbefristeter Mietvertrag mit einem Besitzer von 100 Häusern: die vermeintliche Sicherheit hinsichtlich Eigenbedarf.

Nach einiger Zeit konnten wir erfahren, dass erste Wohnung zwar umgebaut wurde, aber nicht von dem fußleidenden Rechtsanwaltspaar bezogen wurde, sondern schlicht zu 50% teuer weiter vermietet wurde. Auskunft unseres Anwalts auf Nachfrage wegen Schadensersatz: vergiß es, macht nur viel Streß.

Nachdem das Haus unserer neuer Wohnung aus Liquiditätsgründen verkauft wurde, kam wieder ein Anwaltspaar, wieder große Namen in Frankfurt, und wieder eine gerichtsfeste Eigenbedarfsbegründung. No Chance die Auskunft, an einigermaßen Penunzen war auch nicht zu denken, bloß die nachgewiesenen Umzugskosten wurden bezahlt. Jetzt sind wir billiger ein ganzes Stück weiter vom Nordend, dort ging wegen der Mietpreise für uns schon vor ein paar Jahren nichts mehr. Aber die Frage bleibt, wann die Welle hier anschwappt.

Bemerkenswert dazu der Artikel in der Frankfurter Rundschau, in dem Peter Michalzik unter dem Titel “Wem gehört Frankfurt?” diese Umbrüche zwischen Bockenheim und Ostend “gentrifzierungs-sensibel” beschreibt. Er wundert sich über den fast völlig fehlenden Widerstand vor Ort, und schreibt ihn nicht zuletzt dem Wohl-Gefühl grüner Doppelverdiener zu, die in Ruhe in verkehrsberuhigten Straßen leben wollen und dafür auch mal gut 20 Euro den Quadratmeter zahlen. Keine Frage: das funktioniert in bemerkenswertem Einklang mit den Renditewünschen des Immobilienkapitals, für das Frankfurt ganz oben steht.

Allerdings bilden sich in Frankfurt zunehmend Initiativen, die dieses Spiel nicht mehr unwidersprochen mitmachen.


Berlin: Protestcamp gegen zu hohe Mieten in Kreuzberg

Mieter/innen in Berlin-Kreuzberg haben am letzten Freitag ein Protestcamp gegen steigende Mieten eingerichtet. Das klingt nicht wirklich überraschend, denn der Bezirk ist für drastisch steigende Mieten und sein munteres Protestmilieu bekannt. Doch das Protestcamp am Kottbusser Tor unterscheidet sich von den sonst üblichen, studentisch geprägten Szenemobilisierungen. Es sind vor allem Mieter/innen aus den Sozialwohnungsblöcken rund um das Kottbusser Tor, die da ihren Protest auf die Straße verlagern. Viele der Familien haben türkische Wurzeln und befürchten aus Kreuzberg verdrängt zu werden.

Weil sie auch in Kreuzberg bleiben wollen, haben sich die Bewohner/innen der Häuser im März letzten Jahren zur Mietergemeinschaft Kotti&Co zusammengeschlossen und organisieren seither den Protest gegen die unsozialen Mieten im Sozialen Wohnungsbau. Sie haben sich mit anderen Mieterinitiativen zusammengeschlossen (Mietenpolitisches Dossier), ihre Forderungen an die Regierung übergeben, Runde Tische initiiert und Gespräche mit den Eigentümern und Hausverwaltungen gesucht. Das Resultat all dieser Initiativen lässt sich relativ einfach zusammenfassen: Nichts.

Weitere Infos im Berliner “Gentrification Blog


Vom Mietspiegel in der unternehmerischen Stadt

Der neue Frankfurter Mietspiegel eröffnet die nächste Folge im andauernden Verteilungskampf von unten nach oben, er läutet ebenso die nächste Runde der Anlage des durch die Welt marodieren­den Kapitals ein, dem hier ein interessanter Profit geboten wird.

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Riedberg: die neue Behaglichkeit

Mietspiegel sind nicht neu, weshalb gerade jetzt der grosse Aufschrei zum neuen in Frankfurt?
Es sind wohl vor allem zwei Dinge, die den Menschen an Hand dieses Mietspiegels in ihrer jetzi­gen Lage deutlich vor Augen geführt werden: einmal, dass man die meisten in bestimmten Gebie­ten der Stadt gar nicht mehr haben möchte, zum anderen, dass in diesem Mietspiegel endlich of­fen ausgedrückt wird, um was es denn geht, wenn dieses Instrument bedient wird.

Es ist hier ganz nützlich, einmal ein bisschen in der Geschichte der Stadtplanung zu schnuppern, vor allem, wenn es um Sachen geht, die heute wieder als Kampfbegriff erscheinen, wie es die „Lage“ seit je war.

Im 19. Jhrdt. war mit „Lage“ stets das Unternehmen verbunden, das mengenmäßig stärker werden­de Proletariat aus den Filet-Gebieten der Städte heraus zu halten. Damit dies nicht aber auf dem Umweg über die Profit-Interessen einzelner Grundherren doch geschieht, versuchte man für diese Quartiere einen Bebauungsplan zu erstellen, der eine hohe Verdichtung, die notwendig für den Bau primitiver Unterkünfte war, verhinderte und die heimelige Welt der gehobenen Schichten ermögli­chen sollte. Neben der Dichte waren es die angenehme Nähe zu den Institutionen der Zentren, die Ferne von Fabrikanlagen, Gelegenheiten zum Flanieren.

Der neue Mietspiegel räumt auch mit der Illusion auf, er diene der objektiven Bestimmung von Wohnqualitäten dieser Stadt und einer Findung eines angemessenen Mietzinses. Wurde diese Be­hauptung früher auch schon belächelt, ist sie nun völlig leer und verweist ins Reich der Wünsche.

Was scheint die Menschen auf die Barrikaden zu treiben? Nur die Höhe der jetzt geforderten Zu­schläge? Die Diskrepanz zwischen Einkommen und stets weiteren Forderungen?

Was ist passiert?

Das beauftragte Institut der Mietspiegelbewertung befand sich in der Zwickmühle, die Wünsche des Auftraggebers, insbeson­dere der diesen vertretenden Gutachter-Kommission, zu erfüllen und dabei sich nicht dem Vorwurf mangelnder „Wissenschaftlichkeit“ auszusetzen.

Laut Wünschen der herrschenden Eliten muss die Stadt attraktiv sein für das anvisierte betuchte Klientel, wissend, dass ein gewisses Preisniveau Exklusivität garantiert und das deshalb auch billigend hingenommen wird, vor allem, weil sich damit auch Zugehörigkeit zu den „Verdienstvollen“ dieser Gesellschaft herleiten lässt. Ein ausreichendes Angebot verlangt aber im Vorfeld eine garantierte Rendite-Möglichkeit und zwar auch für die Abschnitte, in denen bislang eine nennenswerte Investi­tion noch nicht statt gefunden hat.

Auf der Suche nach signifikanten Relationen wurde man fündig und – das ist beispiellos in der Bundesrepublik – ehrlich.

Frankfurt ist die einzige Stadt, in der die „Lage“ völlig von der Geographie, der Beschaffen­heit eines konkreten Ortes abgelöst wurde. Der einzig relevante Ort für die Einteilung der Stadt ist der Immobilienmarkt,

Und bei näherem Hinsehen macht das ja Sinn. Schauen wir uns die lieb gewonnenen Kriterien für „Lage“ an, so sind sie für die Stadt obsolet: verarbeitende Industrie – so gut wie nicht mehr existent, nur saubere Finanzindustrie inklusive aller Dienstleister. Ein abzuwehrendes Proletariat – will keiner dazu gehören, gibt es demnach auch nicht mehr, dafür aber halt Leute mit begrenzten bis sehr begrenzten finanziellen Ressourcen. Hohe Verdichtung, einst Ausdruck ärmlicher Verhält­nisse, ist heute Nachweis bunter Vielfalt des Urbanen, Attraktor schlechthin und auch Vorausset­zung unter seinesgleichen zu bleiben. Bleibt halt nur noch der Markt.

Lage ist gut, wo Geld – viel Geld, Lage viel gut. Kommt noch mehr Geld, wird Lage noch mehr besser.

Nicht böser Wille treibt die verschiedenen Gremien, die an der Mietspiegel-Erstellung beteiligt waren, treibt die Beteiligten an, sondern die wissenschaftlich nachweisbare Relation, die dann qua Auftrag auf Euro und Cent aus zurechnen ist. Dabei gilt es, den Bestand lukrativ zu machen. Das Fehlen ausrei­chenden Raumes in den „angesagten“ Arealen – die Alternative wäre ja ein „Plattmachen“ ganzer Viertel, was , wenn man näher hinschaut (z.B. die wunderbaren Pläne eines Herrn Speer), immer noch im Raum steht, wie das Mainfeld – das ist nun nicht ganz so einfach durchzusetzen.

Zugleich wird sichtbar, dass Bürgerbeteiligung sich auf die Vorgaben des Finanzplatzes Frankfurt ein- und auszurichten hat. Das unternehmerische Frankfurt bestimmt Wege und Ziele der „Zivilge­sellschaft“.

Im Rahmen dieser Konzeption sind auch die Stadt-eigenen Spieler aufgestellt, gerade die ABG schlägt die Schneisen, auf denen die anderen sich ihre Profite sichern.

Nicht genug damit, mittels der zunächst unverfänglich erscheinenden Konzeption der „Green City“ gelingt es, die Konzentrationsprozesse voran zu treiben, das Akkumulationsfeld zu düngen. Hier hin gehört auch die neue Mietreform, die Mieter hilflos der Veränderung seines Lebensraumes ausliefert, solange sie nur unter dem Etikett „energetische Modernisierung“ läuft.

Der Mietspiegel erweist sich – endlich – als Waffe.

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schwarz-grün: nachhaltig luxuriös

Es handelt sich nicht nur um die Lagen, in vielen kleinen Schritten wurde dafür gesorgt, dass nir­gendwo in der Stadt Abzüge geltend gemacht werden können. Stark befahrene Strassen sind mit einem Male keine Durchgangsstrassen mehr, sehr einfache Lagen wurden als statistisch nicht mehr signifikant gestrichen, Verschiebungen der Standards, die tendenziell zu geringeren Gewinnen führen würden, wurden durch leichte Änderungen in der Bewertung der Ausstattungs- und Grundriss-Merkmale umgangen, Baujahresklassen wurden neu definiert. Dies alles im Namen grösserer Genauigkeit, womit erstmal ausgesagt ist, dass das angewandte Modell Lücken aufwies, die nur so zu schliessen waren, ansonsten keine stringente Plausibilität zu erreichen war.

Am Rande: in diese Richtung weisen auch Kündigungen und Drohungen, die den bislang gedulde­ten „Zwischennutzern“ wie ivi und Familie Montez ausgesetzt sind.

Dass überhaupt Mieterverbände diesem Werk zustimmten, zeigt, wie weit „Finanzialisierung“ be­reits zum Alltag in dieser Stadt gehört.

Die Art und Weise, wie der Mietspiegel zustande kommt ist eine völlig intransparente Kungelei, an deren Ende ein Zahlenwerk steht, das weder öffentlicher Kontrolle noch einer Mitsprache unterliegt – es wurde so nebenbei als Magistratsbeilage den Stadtverordneten untergejubelt. So wurde der zu­ständige Planungsausschuss jetzt erst (21.05.) über einige Grundzüge des Mietspiegels mehr schlecht als recht in Kenntnis gesetzt. Derartige Armutszeugnisse sind charakteristisch für die Stadtverordnetenversammlung schlechthin.

Die Forderung nach kompletter Streichung des Mietspiegels ist nur zu verständlich und notwendig, nur so kann das gesamte Verfahren zum Gegenstand öffentlicher Diskussionen gemacht werden, an deren Ende transparente und kontrollierbare Wege und Massnahmen stehen können.

Ein guter Anfang ist schon, den Damen und Herren im Römer zu zeigen, dass sie es sich von jetzt an nicht mehr so einfach machen sollten. Und ein guter Beginn für die Einlösung der grossartigen Sprüche unseres neuen Oberbürgermeisters, der damit ein Feld vorfindet, sein behauptetes Profil konturiert zu realisieren.

Deshalb auch hier noch einmal ausdrücklich: kommt zu Kundgebung und Demonstration am 31. Mai!

Ab 15 Uhr 30 am Römer. Damit die Herrschaften nicht so einfach in den Sitzungssaal verschwinden, ab 17 Uhr von Bockenheim!


Bockenheimer Bürgerinitiativen zur Mietpreisentwicklung und zur Schließung des “IvI”

Mit großer Besorgnis beobachten wir die Verdrängung von Menschen mit geringem und
mittlerem Einkommen aus den Innenstadtbereichen. Zugleich sehen wir anlässlich der
drohenden Räumung des Instituts für vergleichende Irrelevanz (IvI) die Freiräume, die in
Frankfurt ein selbstbestimmtes Leben jenseits kapitalistischer Verwertungslogik möglich
machen, massiv bedroht. Wir rufen daher zur Teilnahme an der Demonstration “Wohnraum
für alle” am 31.5., 17 Uhr an der Bockenheimer Warte und zur Abschlusskundgebung, 18 Uhr
auf dem Römerberg anlässlich der Stadtverordneten-Versammlung auf.
Die Frage Wem gehört die Stadt? droht einseitig zugunsten von Investoren und
Besserverdienenden beantwortet zu werden. Ganze Bevölkerungsgruppen wie Arbeiter,
Arbeitslose, Alleinerziehende, Alte, Studenten und prekarisiert Beschäftigte werden durch die
derzeit stattfindende Verdrängung von der Teilhabe am städtischen Leben ausgeschlossen
und ihres Rechts auf Stadt beraubt. Statt dieser Entwicklung entgegen zu wirken, verstärkt
städtische Politik deren Effekte durch den massiven Abbau von Sozialwohnungen, den Bau
von hochpreisigen Eigentumswohnungen und über das Instrument des Mietspiegels.
Beispielhaft zeigt sich in Bockenheim die gezielte „Aufwertung“ eines Stadtviertels. Mit der
Gleichmacherei von Wohnsituationen im neuen Mietspiegel werden insbesondere bislang
günstigere Wohnungen verteuert. Diese Mieterhöhungen wurden durch die städtischen
Wohnungsbaugesellschaften gezielt und vor allem bei früheren Sozialwohnungen
durchgeführt.
Der Verdrängung von Studenten aus diesem Quartier durch Mietpreistreiberei, Sanierung und
Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen muss durch Schaffen von günstigen
Wohnheimplätzen Einhalt geboten werden. Das Wohnheim an der Bockenheimer Warte
bietet fast 80 Studenten Wohnraum und muss unbedingt erhalten bleiben.
Auch in dem von Räumung bedrohten IvI am Kettenhofweg würden günstige
Wohnmöglichkeiten zerstört und selbstverwaltetes Wohnen, Lernen, Forschen und Kreativität
ausradiert. Das IvI steht seit fast zehn Jahren für die kritische Auseinandersetzung mit
Wissenschaft und Gesellschaft. Es ist in unseren Augen ein unverzichtbarer Bestandteil des
kulturellen Lebens Frankfurts und muss dies auch bleiben! Das Grundstück und das
denkmalgeschützte Institutsgebäude des IvI waren bislang im Besitz des Land Hessen. Ihr
Verkauf stellt einen weiteren Schritt zur Privatisierung öffentlichen Eigentums dar. Seine Lage
an der Grenze zwischen dem Westend und Bockenheim hat zudem eine zentrale Bedeutung
für die künftige Entwicklung beider Stadtteile. Sollte dieser lebendige kulturelle Ort wie zu
befürchten Luxuseigentumswohnungen oder Büroraum weichen müssen, wäre dies ein
fatales Signal für den Charakter des in unmittelbarer Nachbarschaft geplanten Kulturcampus.
Die Demonstration am 31. Mai ist ein Auftakt für einen Sommer mit vielfältigen Aktionen, an
denen sich viele Menschen beteiligen werden, die für das Recht auf Stadt, den Erhalt und die
Entwicklung unseres urbanen Lebens und die Vielfalt unserer Alltagskultur eintreten.

Ratschlag Campus Bockenheim / Angelika Wahl / Tel. 0174-5374289
Intitiative Zukunft Bockenheim / Anette Mönich / Tel. 069-7072380
Offenes Haus der Kulturen e.V. / Tim Schuster / Tel. 0179-9193386


Bezahlbarer Wohnraum in Frankfurt

In Frankfurt hat sich gegen die Wohnungspolitik der schwarz-grünen Stadtregierung eine neue Initiative, das Frankfurter “Aktionsbündnis für bezahlbaren Wohnraum” gegründet, die zu einer Demonstration am Donnerstag, 31. Mai, 17 Uhr, Bockenheimer Warte aufruft. Der Aufruf des Bündnisses im Wortlaut: Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG ist seit einigen Jahren nicht mehr Teil der Lösung; sie hat sich [...]

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“Them Chemicals!” oder: ~cubische potentiale~

Neulich nächtens, Weil Zeit und Herz mich so sehr quälten, Traf ich trinkend auf dem Nach-Hause-Weg Auf ein Häuschen blauer Farbe, Wie es jedem Bauarbeiter wohl bekannt sein dürfte. In der Hoffnung die Reste meines Rausches Einer chemischen Grube zu übergeben -sprich: mich drückte die Blase- Näherte ich mich dem provisorischen Bau, In Hoffnung auf [...]

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Gegen die Privatisierung der Nassauischen Heimstätte

Am 14. Dezember 2011 sagte Finanzminister Thomas Schäfer (CDU), dass die Betreibung einer Wohnungsbaugesellschaft nicht zu den Kernaufgaben eines Bundeslandes gehöre. Diese Formulierung schließt sich nahtlos an die schon im Kommunalwahlkampf immer wieder geäußerte Behauptung an, dass die Nassauische- Heimstätte (NH) eine der „veräußerbaren Ressourcen“ sei, die zur Einhaltung der Schuldenbremse veräußert werden könnte. Das [...]

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Schöner Wohnen, lockerer Leben

Anders Wohnen“ klingt seit mindestens einem Jahrzehnt in vielen deutschen Städten Deutschlands als Drohung, nur für wenige als Verheißung. Die Immobilienpreise ziehen fast ohne Unterbrechung an, und das hat verschiedene Gründe, meistens aus politischen Entscheidungen herrührend.
Zum einen das viele verfügbare Geld, das nun noch von den Aktien- und Geldmärkten verunsichert wird (das Kapital ist eben ein scheues Reh). Die diversen Steuersenkungen und Einkommenserhöhungen für die oberen Etagen häuften dort ganz erhebliche Geldmittel an. Diese suchen nun einen sichere Unterkunft und finden sie als Anlage in lukrativen Wohnungen von Metropolen. Die um Platz streitenden Investoren treiben dort die Preise hoch, denn in den Einkommenshöhen lässt sich damit noch einmal Steuern sparen, ein Weg, der den normalen Mietern verwehrt ist.
Dazu kommt eine Politik der Privatisierung öffentlichen Eigentums, die nicht nur Wasserwerke, Brücken oder Schulen betrifft, sondern eben auch die kommunalen Wohnungsgesellschaften oder direkt deren Wohnungen. Aus Sozialwohnungen werden überdies freie Mietwohnungen oder Eigentumswohnungen, der soziale Wohnungsbau in Deutschland bricht seit Jahren ein.

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Wohnraum für alle

Occupy Wohnraum, Häuser, Plätze – die Stadt gehört allen

Kommt zur Demo am 17.12.2011 um 12:00 am Rathenauplatz

In den letzten 10 Jahren folgte die Politik der Stadt Frankfurt der Idee der “Global City”. Das neue Westhafenviertel und andere Projekte wurden gemäß dieser Idee konzipiert und gebaut. Im Vordergrund stehen dabei neue Büro- und Gewerbeflächen, d.h. Frankfurt als Finanz- und Dienstleistungsstandort, nicht als Wohnort. Das große Stadtumbauprojekt von 1999 z.B. sah in der Innenstadt ca. 18.000 neue gewerbliche Arbeitsplätze vor, aber nur ca. 7000 neue Wohnungen. Zudem dient der Wohnraum, der währenddessen in der Frankfurter Innenstadt entstanden ist, nur den Besserverdienenden. Ca. 70.000 Zu- und Wegzüge gibt es jährlich in Frankfurt. Viele dieser kurzfristig in Frankfurt lebenden City Hopper sind Projektentwickler_innen, Berater_innen und andere Dienstleister_innen mit befristeten Verträgen, deren Mieten die Unternehmen zahlen. Kurzfristige Mietverträge und finanzstarke Unternehmen als “Sponsoren” hoher Mieten haben dazu geführt, dass Wohnen in bestimmten Bereichen der Innenstadt für Normalbewohner_innen unbezahlbar geworden ist.

Netzwerk “Wem gehört die Stadt ?”

Occupy: Frankfurt

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Eine ästhetische Analyse von “KulturCampusFrankfurt” anhand einiger Elemente dieses einzigartigen Gesamtkunstwerks. Teil 2: Web.

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Eine ästhetische Analyse von “KulturCampusFrankfurt” anhand einiger Elemente dieses einzigartigen Gesamtkunstwerks. Teil 1: Print.

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Entwicklung eines jeden Kunstwerks braucht seine Zeit. Goethe schrieb an seinem Faust sein Leben lang. Kurt Schwitters arbeitete an seinen MERZ-Bauten ebenso bis zu seinen letzten Tagen. KulturCampusFrankfurt, ein multimedielles Kunstprojekt der Stadt Frankfurt, mit freundlichen Unterstützung des Mäzens ABG Frankfurt Holding, geht auch voran: die Stadt ist noch da, und ABG Holding ebenso.

Des Weiteren ist es wichtig, anhand einiger Beispiele die Einzigartigkeit dieses Projektes zu betonen – heute nehmen wir unter die Lupe die symbolische SelbstDarstellung als Print sowie gesellschaftliche SelbstDarstellung als Web.

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Verstrickungen: Wohnen – Politik – Wirtschaft

Momentan haben Banken und Banker keine gute Presse, selbst hier in Frankfurt übt man sich ein Stück weit in Zurückhaltung. Zumindest werden große Banketts nicht emphatisch medial begleitet. Es wäre aber ein Irrtum zu glauben, dass wir Armen ein paar reichen Bösewichten hinter den Glasfassaden ausgeliefert sind, die in ihrer blinden Gier allein alle anderen in Schwierigkeiten bringen.

Am Rad der Finanzialisierung drehen eine Menge Leute und Organisationen mit, und Banken ordnen sich als besondere Instanzen in ein verbreitetes Geschehen von Kapitalbewegungen ein. In diesem Finanzgeschehen werden Banken sogar oftmals dahin geschoben, in bestimmte, vermeintlich schnell profitable Geschäfte einzusteigen.

Mainz im karneval

In den letzten Tagen wurden zwei Vorgänge greifbar, die sich in Bayern und Rheinland-Pfalz mit dem Zusammenhang von Profiten, Pleiten und sozialem Wohnungsbau auseinandersetzen. Besonders dreht es sich darum, welche Vorteilsnahmen politische Repräsentanten, Manager in (semi-)staatlichen Institutionen und Privatunternehmer auf Kosten von über einhunderttausend Mietern versuchten.

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Wohn- und Mietsituation in Frankfurt aus Sicht von Studierenden

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Die normale Woche einer Studierenden an den meisten europäischen Hochschulen beginnt Montag um 8 Uhr und endet Freitag um 16 Uhr. Durch die Modulstruktur bedingt, ist der Stundenplan in vielen Studiengängen nicht mehr, wie es im Diplom oder Magisterstudiengang zumindest möglich war, durch die Studierenden selbst zusammengestellt. Dadurch lässt sich der restliche Wochenalltag nur noch schwer sinnvoll gestalten. Vielmehr müssen in jedem Semester, je nach Studiengang und -fach, verschiedene Module belegt und mit einem bestimmten Stunden- und Leistungsumfang bewältigt werden. Diese Module werden von dem jeweiligen Fachbereich nur an bestimmten Tagen und zu bestimmten Zeiten angeboten. Dies hat zur Folge, dass man nicht mehr, wenn man zu einem bestimmten Termin nicht kann (weil man bspw. einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen muss), ohne weiteres denselben Schein in einem gleichwertigen Seminar an einem anderen Termin erwerben kann.

Wer früher in den alten Magister- oder Diplom-Studiengängen eingeschrieben war und sich kein Zimmer leisten konnte, hatte immerhin die Möglichkeit sich seinen Stundenplan so zu legen, dass das nötige Geld mit einem Nebenjob erarbeitet werden konnte. Es entstand dabei zwar immer auch der Nachteil, dass der eigene Lebenslauf nicht so schön aussah wie bei anderen Studierenden, z.B. mit Stipendium oder reichen Eltern und vielleicht sogar die Noten unter der Doppelbelastung litten, es aber immerhin in der Regel irgendwie geschafft wurde durchzukommen. Mit den verkürzten Studienzeiten, zunehmenden Einschränkungen der Möglichkeit eines Teilzeitstudiums, dem Wust an prüfungsrelevanten Leistungen sowie Anwesenheitspflichten entstand aber in den letzten Jahren ein Studienalltag, der es für immer mehr Studierende immer schwieriger machte sich über Lohnarbeit zu finanzieren. Das macht das Studium für Studierende aus vergleichsweise ärmeren Familien zu einer größeren finanziellen Belastung, sodass jetzt vermehrt Studienkredite erforderlich werden – wobei die Studierenden mit BAföG allein in einer der teuersten Städte Deutschlands schon in der Vergangenheit nicht zurechtkamen.

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Aufrüstung an der europäischen Sozialfront – hessische Vorstöße

Es sollte nur ein Artikel werden, doch sind die Aktivitäten seitens der herrschenden Eliten, angetrieben von deren ungebremsten Eifer, zu vielfältig, immer weiter auf der Suche, wo noch etwas zu holen ist. Unten natürlich, oben gibt’s nix zu holen! Eine neue Gesetzesänderung soll es nun richten.

Schlafstelle

Es wird überall gezündelt – sich dann gewundert und empört, wenn es zu einer Explosion kommt. Salbaderndes Gerede von rationalen Entscheidungen finden dort keinen Adressaten mehr, wo das offizielle: jeder für sich! Auf die trifft, die mit dem Rücken an der Wand stehen, auf dass sie besser niedergeknüppelt werden können.

Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Initiative der Regierungsfraktionen in Wiesbaden und den Eruptionen in Großbritannien. Wer dies nicht wahrhaben will, sollte sich am besten sofort in die entsprechende Gated Community begeben. Das in letzter Zeit oft gehörte „Jetzt reicht’s“ hat viele Sprachen und viele Gesichter. Das sollte im Hinterkopf sein beim Lesen.

Der selige Herr Koch ist einmal nach USA gefahren und dort hat er entscheidende Inspiration erfahren. Angetan von dem Musterland sozialer Bemühungen, begann er sofort diese wertvollen Richtlinien umzusetzen, da auch hierzulande die notwendigen Reform-Maßnahmen anstanden, die Schröder nach seinem Spezi aus der Wirtschaft nannte. Das Wunderwerk Hartz IV verlangte ein Gesetz zur Umsetzung, damit die vielen neuen Job-Center auch effizient arbeiten könnten.

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ABG: JUHU, mehr Miete zahlen !

Der Mietspiegel Frankfurt am Main 2011 ist raus, und es gibt Grund zur Freude. Allerdings nicht für Mieter unter der Fuchtel der ABG FRANKFURT HOLDING, einem der größten kommunalen Wohnungseigentümer Deutschlands, ca. 50.000 Wohnungen werden bei ihm verbucht. Und die müssen arbeiten für den Laden, damit man auch ordentlich Überschüsse erwirtschaftet, wie sich das für ein “modernes” kommunales Wohnungsunternehmen gehört. Und das ist nicht unbedingt gut für die Leute in den Wohnungen.

mieterhoehung_mietspiegel(Foto: mietspiegelportal.de)

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