Frankfurter Gemeine Zeitung

Bewohnen

Der Ausverkauf des urbanen Raums

Gentrifizierung ist das politisch beförderte Recht des Stärkeren, Städte sozial durchzusortieren. Über das Zusammenwirken von Politik, Kunst und Immobilienwirtschaft am Hamburger Beispiel.
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Die soziale Entmischung unserer Metropolen hat viele Namen und Gesichter: Sie heißen sanierter Altbau, Town-House oder Gated Community, Shopping-Arkaden oder Flagship-Store, Mediaspree oder Hafencity. Wo sie auftauchen, macht sich Widerstand breit. Kaum eine Stadt ist dabei so berühmt geworden wie Hamburg, wo sich der zivile Ungehorsam gegen die so genannte Gentrifizierung, d.h. „die Maschinerie, die die Teilhabe an der Stadt über Geld und Herkunft regelt“, wie es der Journalist und Aktivist Christoph Twickel formuliert, bis ins Bürgertum ausgebreitet hat. In der Besetzung des Gängeviertels im August 2009 fand dieser Widerstand seinen bisherigen Höhepunkt und sorgte bundesweit für Furore. Die jüngeren Aktionen gegen die drastische Kürzung der Finanzmittel für das Hamburger Schauspielhaus sinnd die Fortsetzung dieses Protests.

Twickel, Mitinitiator des Manifests „Not in Our Name, Marke Hamburg“, hat nun einen Rückblick auf die Hamburger Ereignisse aus der Graswurzel-Perspektive vorgelegt. Sein Bericht „Gentrifidingsbums oder eine Stadt für alle“ bietet nicht nur einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Mechanismen der sozialen Segregation in der Stadt und damit über Gentrifizierung als politische Methode, sondern ist zugleich auch eine Bedienungsanleitung für den notwendigen gesellschaftlichen Ungehorsam.

Dieses „Gentrifidingsbums“ sei keineswegs ein Zufallsprodukt von Angebot und Nachfrage, sondern ein höchst komplexes System der zielgruppenorientierten Aufteilung von Lebensraum und Teilhabechancen in der Stadt unter dem Aspekt der globalen Standortkonkurrenz der Metropolen, schreibt Twickel gleich zu Beginn. Die Wohnbevölkerungen ganzer Innenstadtviertel geraten dabei unter die Räder eines marktorientieren Systems und werden durch dessen Logik an den Rand der Städte verdrängt. Die so leergeräumten Zentren werden dann saniert, um anschließend die finanzstarken und kaufkräftigen Bevölkerungsanteile zu beherbergen und diese ihr Geld in den Flagshipstores und Kreativtempeln ausgeben zu lassen.

Dieses System deckt Twickel in all seinen Facetten auf, wobei er zwei Aspekte besonders ins Auge nimmt: Zum einen die Inszenierung der Stadt als internationaler Marktstandort auf Kosten der tatsächlichen Metropole und zum anderen die dreiste Aneignung des Kulturbetriebs im Sinne dieser Inszenierung. Denn der Kulturbetrieb soll nach Vorstellung der jeweiligen Stadtoberen „wie der Esel der Karotte“ hungrig den Fördertöpfen und Zwischennutzungs-Gelegenheiten nachlaufen und – getreu der Kreativklassentheorie eines Richard Florida – diese Entwicklungsgebiete beleben, um „Investoren oder neue, zahlungskräftige Bewohner anzulocken“. Dahinter steckt eine perverse Logik. Da werden Künstler und Kreative mitsamt ihren Institutionen erst finanziell ausgehungert und in eine strukturelle Abhängigkeit getrieben, um sie anschließend als Köder der finanzstarken Elite zu missbrauchen, mit der sie dann maximal verschmelzen dürfen. Oder theoretisch gesprochen: Aus den Einfallsreichen und Kreativen wird das kreative Prekariat (Antonio Negri), welches dann zum Trendsetter und damit für Stadtplaner als Kreative Klasse (Richard Florida) attraktiv wird. Hier Widerstand zu zeigen, hieße die Deutungshoheit im Diskurs um die Gentrifizierung zurückzugewinnen.

Twickels Rückschau schwankt in ihrem Ton zwischen Sachlichkeit und Emotion, Wissenschaft und Plauderei, Analyse und Anekdote, was zugleich die Stärke und Schwäche dieser Essaysammlung ist. Denn so gelingt es ihm, komplexe gesellschaftspolitische Sachverhalte des Phänomens Gentrifizierung mit der miefigen Hamburger Lokalpolitik und den verrücktesten Widerstandsaktivitäten zu verknüpfen. Ihm gelingt es zu zeigen, wie man mit zivilgesellschaftlichen Prozessen politische Dummheiten entlarvt. Wie lange sich diese dann aufhalten lassen, ist noch Teil des gesellschaftlichen Experiments, dessen Grundkonstellation Twickel hier beschreibt. Dabei zeigt er in seiner Rückschau auf die Hamburger Ereignisse nicht nur, wie schnell die Kreativen im ausgeklügelten System des „Gentrifidingsbums“ zu ungewollten Mittätern einer wahren Stadtvernichtungspolitik und damit zu den Beförderern der Latte-Macchiato-Schickeria in den Innenstädten werden können, sondern auch, was für ein Menschenbild hinter dieser Form der neoliberalen Stadtverplanung steckt. Es ist das des Homo Oeconomicus, das weder Individualität noch Identität kennt.

Eine Stadt aber, die ihre Entwicklung an einem solchen Menschen- und Gesellschaftsbild ausrichtet, wird über kurz oder lang zu einer gesichts- und seelenlosen Stadt.

Von Thomas Hummitzsch

Zuerst erschienen in: glanzundelend.de


Leere und volle Taschen

Nein, es geht diesmal nicht um die Banker-Gier. Es geht eher um großzügige Geschenke aus ihren Etagen. Oder darum, was es in den gewöhnlichen Nachrichtenmeldungen an uns bedeutet, wenn die Herrschaften hier und dort “alles noch mal durchrechnen” müssen. Das dauert dann manchmal Tage, Wochen, Monate, zuweilen Jahre, die haben wir zu warten. Wenn man zum Beispiel bei Sozialausgaben 5 Euro zulegen will, Euro, nicht Billionen.

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Na gut, wir haben nun alle gelernt, dass es beim Staat wie in der Haushaltskasse von dir und mir zugeht: nur das was drin ist kann man ausgeben, ganz einfach. Deswegen: Rechnen! Und das ist wahnsinnig komplex, eben mindestens so komplex wie die Geschichte mit meiner Haushaltskasse und der monatlichen Gehaltsüberweisung.

Bei so viel Rechnerei kann man schon mal ein paar Euro übersehen, zumindest damit genug Miese übrig bleiben, um uns das Sparen zu verkaufen, das staatliche Sparen an uns natürlich. Nein, nichts übersehen sie beim Warenkorb für ALGII, da checkt man jede Schrippe auf Zehntel Cent.

Übersehen kann man sie aber in unübersichtlichen Bilanzen, so unübersichtlich wie meine Haushaltskasse, und da sind wir nun endlich beim Thema: ungefähr 55 Milliarden wurden bei der Hypo Real Estate in den Bilanzen übersehen. Genau. Kann ja mal passieren, so ist das mit dem Taschenrechner und den Nullen. Ok, es war zwar in ihrem bösen Teil, der “Bad Bank”, aber dafür war es Plus, 55 Milliarden Plus! Im Schlechten, aber das ist gut: die haben wir jetzt nämlich alle weniger an Miesen, denn uns gehören sie ja, die Miesen. Sonst eigentlich nix an der ganzen Geschichte, den meisten zumindest.

Also: nachdem die gut 1000 Leute in dem Laden in München ein oder zwei oder drei Hundert Milliarden vesenkt haben (also gut lächerliche 100 Millionen je Mitarbeiter), sind nun plötzlich – quasi aus dem Nichts – wieder 55 Milliarden aufgetaucht.

Wie das? Ganz einfach: sie wurden schlicht errechnet ! Genausowenig wie man wirklich wissen kann, wieviel Miese sich dort verstecken, können sie sich plötzlich wieder ins Nichts auflösen, buchhalterisch umkehren, einfach indem die Finanzspezialisten nochmal nachrechnen, diesmal ganz genau. So wie es die gewieften Experten die ganzen Jahre vor der Krise auch schon getan haben, mit ihren ganzen Finanzinstrumenten. Mal geht es eben nach unten und mal nach oben. Das geht mir mit dem Bon an der Ladenkasse fast genauso.

Allerdings gibt es trotzdem keine Ausschüttungen an ein paar Global-Verlierer aus dem Miesen-Plus in der ganz großen Staatskasse, und mir will auch niemand das Verfahren verraten, wie ich meine Haushaltskasse dermaßen plusrechnen kann, dass wenigstens ein, zwei Milliönschen mehr drin sind. Das ist halt Krise.

Wenn das nun aber Schulden waren, dann hat jemand anderes 55 Milliarden plötzlich Miese, denn Schulden sind doch an irgend jemanden zahlbar,. So wie die anderen Billionen Schulden auch jemandem gehören.  Wenn der sich dann mal meldet, das gibt eine Freude.

Ach so, was ich ganz vergessen habe: die 55 Milliarden sind ja plus, die hat deshalb jemand bei der Bank verdient, oder nicht als Miese produziert. Diese Leistung zum Wohl der Bank und uns muß schließlich gewürdigt werden, also in die (zu geringen) Bonuszahlungen rückgerechnet werden. Wie sie vermutlich vorher abgerechnet wurden, werden sie jetzt wohl wieder ausgezahlt.

An wen weiß ich nicht, es wird sich schon jemand freuen dürfen. Wieso nicht zu  Recht? Wegen der bloßen Rechnerei? Wo bitte geschieht und geschahen Ausschüttungen dieser Art anders? Bitte nicht wieder mieß machen!


Occupy: am Tag nach der Gipfelerstürmung

Die Lage ist unübersichtlich: in Frankfurt, in Deutschland, in Europa, der Welt und dem Web. Das betrifft nicht nur die Finanzen, die der Märkte und der Staaten.

Ackermann und China verkünden in schönem Gleichklang: “Das Vertrauen der Finanzmärkte ist gestärkt” – “Gott sein Dank” möchte man anfügen.

Am Tag nach Brüssel, nach dem nun jeder die “Billion” kennt, jubeln die Finanzmärkte und manch andere, allen voran die Aktionäre der Deutsche Bank AG: Sage und Schreibe 15% plus hat ihr Kurs in den ersten Handelsstunden. Natürlich war von keiner Finanzmarkt-Transaktionssteuer die Rede heute Nacht, aber von vielen Zahlungsversprechen und über den Ausverkauf von Staaten wurde besonders palavert.

Wer glaubt, der “Neo-Liberalismus” sei auf dem absteigenden Ast, unterliegt vermutlich einer Täuschung: so schnell wie in diesen Monaten wurden öffentliche Ressourcen im letzten halben Jahrhundert in Europa noch nie vertickert. Allein Italien hat gestern die Privatisierung öffentlichen Eigentums in Höhe zweistelliger Milliarden abgekündigt.

Aber eine ganze Menge Leute in Europa und anderswo freuen sich überhaupt nicht darüber, aus ganz verschiedenen Gründen. Selbst dass der Druck auf viele zunimmt ist noch lange keine Garantie dafür, dass sich “die Wirtschaft” erholt. Und selbst wenn: unter diesen Bedingungen bleiben viele, wenn nicht die meisten Verlierer in diesem Spiel. Über die Ausweitung der Arbeitszeiten bei immer weiter steigender Produktivität und besserer Technologie können wir uns denn auch gar nicht freuen: und das gilt fast überall.

Zur Unübersichtlichkeit gehört auch die vielbeschworene “Komplexität” der kapitalistischen Wirtschaft und der Finanzmärkte, über die unsere Medien und fast alle Politiker vor ihren Mikrofonen stöhnen. Es ist aber eine Sache, ob man sich um die Komplexität der Rettung aller bestehenden Verhältnisse sorgt und eine ganz andere, ob es um die Komplexität genau einer weitergehenden Änderung dieser dreht. Und genau dieser Unterschied wird gerne unübersichtlich gemacht.

Die widersprüchlichen Erwartungen und Folgen quer durch die Gesellschaft machen einen weiteren Teil der Unübersichtlichkeit aus, und das betrifft die (auch hier beginnenden) Widerstände gegen die wirtschaftspolitischen Maßnahmen. Trotzdem müssen solche Widerstände weiter gehen.

Unweit von “Soll und Haben”, der Zentrale der Deutsche Bank AG steht die EZB und in der Wiese davor steht das Camp der Occupy Bewegung. Diese plant für Samstag, den 29. Oktober um 12 Uhr in Frankfurt eine erneute Demonstration, Treffpunkt ist der Rathenauplatz.

Angesichts der aktuellen Ereignisse spricht alles für diese Demonstration.

Zweifelsohne ist occupy selbst unübersichtlich, mit einem Korpus vager “Forderungen”,  und Ansprüche, vieler obskurer Vereinnahmungsversuche und manch übertriebener Diskurssperren. Manches davon ist gut, anderes fragwürdig. Das spricht aber noch lange nicht per se gegen die Bewegung, sie ist halt unübersichlich, und gleicht damit ein Stück den Finanz-Prozessen. Es bleibt noch eine Menge an Möglichkeiten offen.

Einige Infos und Artikel über die Wogen um Occupy:

http://www.occupyfrankfurt.de/unsere-ziele/

http://chinastudygroup.net/2011/10/more-solidarity-actions-and-statements-from-greater-china/

http://www.sueddeutsche.de/kultur/debatte-um-occupy-wall-street-lasst-euch-nicht-umarmen-1.1174532

http://www.freitag.de/wochenthema/1143-die-vielheitbei-der-arbeit

http://www.heise.de/tp/blogs/6/150691

http://www.taz.de/Occupy-Bewegung/!80372/

http://www.taz.de/Das-Potenzial-der-Occupy-Bewegung/!80859/

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-10/Occupy-Medien/komplettansicht

http://www.freitag.de/community/blogs/barbara-muerdter/faellt-die-occupy-bewegung-ihrer-eigenen-offenheit-zum-opfer

http://jungle-world.com/artikel/2011/43/44230.html

http://www.dazwischengehen.org/story/2011/10/occupy-together-kommt-zum-forum-der-menge

http://www.nachdenkseiten.de/?p=11106

http://pmarcuse.wordpress.com/2011/10/20/what-%E2%80%9Coccupy%E2%80%9D-signifies-for-the-role-of-non-occupying-supporters/

http://www.taz.de/Banken-wollen-von-Occupy-profitieren/!80591/

http://www.zeit.de/kultur/2011-10/occupy-modebewegung


Wohn- und Mietsituation in Frankfurt aus Sicht von Studierenden

no time

Die normale Woche einer Studierenden an den meisten europäischen Hochschulen beginnt Montag um 8 Uhr und endet Freitag um 16 Uhr. Durch die Modulstruktur bedingt, ist der Stundenplan in vielen Studiengängen nicht mehr, wie es im Diplom oder Magisterstudiengang zumindest möglich war, durch die Studierenden selbst zusammengestellt. Dadurch lässt sich der restliche Wochenalltag nur noch schwer sinnvoll gestalten. Vielmehr müssen in jedem Semester, je nach Studiengang und -fach, verschiedene Module belegt und mit einem bestimmten Stunden- und Leistungsumfang bewältigt werden. Diese Module werden von dem jeweiligen Fachbereich nur an bestimmten Tagen und zu bestimmten Zeiten angeboten. Dies hat zur Folge, dass man nicht mehr, wenn man zu einem bestimmten Termin nicht kann (weil man bspw. einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen muss), ohne weiteres denselben Schein in einem gleichwertigen Seminar an einem anderen Termin erwerben kann.

Schöner Leben

Wer früher in den alten Magister- oder Diplom-Studiengängen eingeschrieben war und sich kein Zimmer leisten konnte, hatte immerhin die Möglichkeit sich seinen Stundenplan so zu legen, dass das nötige Geld mit einem Nebenjob erarbeitet werden konnte. Es entstand dabei zwar immer auch der Nachteil, dass der eigene Lebenslauf nicht so schön aussah wie bei anderen Studierenden, z.B. mit Stipendium oder reichen Eltern und vielleicht sogar die Noten unter der Doppelbelastung litten, es aber immerhin in der Regel irgendwie geschafft wurde durchzukommen. Mit den verkürzten Studienzeiten, zunehmenden Einschränkungen der Möglichkeit eines Teilzeitstudiums, dem Wust an prüfungsrelevanten Leistungen sowie Anwesenheitspflichten entstand aber in den letzten Jahren ein Studienalltag, der es für immer mehr Studierende immer schwieriger machte sich über Lohnarbeit zu finanzieren. Das macht das Studium für Studierende aus vergleichsweise ärmeren Familien zu einer größeren finanziellen Belastung, sodass jetzt vermehrt Studienkredite erforderlich werden – wobei die Studierenden mit BAföG allein in einer der teuersten Städte Deutschlands schon in der Vergangenheit nicht zurechtkamen.

Man kann sich aber auch anstellen…

Zum strukturellen Zwang des Alltags, der durch die Module entsteht, kommt hinzu, dass die Anforderungen an die „selbständige“ Arbeit der Studierenden gleich geblieben oder sogar im Umfang (z.B. der Texte, die für das nächste Seminar vorbereitet werden müssen) gestiegen sind. Der Druck wird nochmals erhöht durch die Regelung, die diejeniegen, die den Anforderungen bis zum einem bestimmten Semester nicht nachkommen, in einigen Studiengängen durch Zwangsexmatrikulation bedroht sind. Dieser Verpflichtung zur Fehlerlosigkeit, wie sie auch durch die Abhängigkeit der Bachelornote von jeder erworbenen Scheinnote vorangetrieben wird, und dem fehlenden interessengeleiteten Ausgleich durch frei gestaltbare Zeit trägt zum Beispiel der durch eine Studie der IGES1 belegte Anstieg psychischer Erkrankungen (vor allem Depressionen) bei Studierenden Rechnung. Die Behandlung durch Psychopharmaka ist laut dieser Studie seit 2006 (Anfang des Bologna-Prozesses) um 40 % gestiegen. Es kann allerdings auch daran liegen, dass die Dunkelziffer derer, die unter der Zurichtung durch ihr Studium so stark leiden, gesunken ist, weil sich wahrscheinlicher professionelle Hilfe gesucht wird. Nach wie vor gibt es allerdings starke Ressentiments und Ängste bezüglich therapeutischer Hilfe , vor allem bei jungen Erwachsenen. Die strukturelle Verschlechterung der Situation ist allerdings nicht nur auf Seiten der Studierenden zu verzeichnen; auch bei den Angestellten der Universität steigt der Konkurrenz- und Leistungsdruck. Diesen sichtbar zu machen wollen wir den Angestellten allerdings selber überlassen und rufen hiermit auch dazu auf.

Der Zusammenhang der beschriebenen Prozesse mit der Wohn- und Mietsituation liegt auf der Hand. Bei einem BAföG-höchstsatz von 670 Euro und der Mietsteigerung der letzten Jahre ist, sofern man als Student_in keine große Unterstützung durch Familie oder Verwandte zu erwarten hat, Lohnarbeit fast unumgänglich. Gleichzeitig scheint, wie oben angedeutet, dies in den Alltag von BA/MA-Studierenden kaum integrierbar. Die Unterstützung der Universität, z.B. durch Wohnheimplätze ist hier nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Schon einen Monat vor Semesterbeginn bewarben sich laut Studentenwerk auf jeden Wohnheimplatz im Schnitt 40 Bewerber_innen. Diese Situation beschreibt mehr wissend als ahnend DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde schon 2010 mit dem trockenen Statement für das nächste Jahr. „Bundesweit benötigen wir 20.000 Wohnheimplätze zusätzlich. Gerade in teuren Städten wie Frankfurt am Main ist preisgünstiger Wohnraum für Studierende knapp. Damit Studieren gelingt, brauchen wir nicht nur ausreichend Studienplätze, sondern auch eine gute soziale Infrastruktur.“. Die durchgeführten und unterstützten Gegenmaßnahmen der Stadt für ärmere Studierende hingegen nehmen fast den Charakter von 1-Euro-jobs an. So wird vorgeschlagen doch einfach bei einer hilfebedürftigen Person, die ein freies Zimmer zur Verfügung stellt, eine Stunde pro Quadratmeter in der Woche Hausarbeiten und ähnliches zu übernehmen. Klingt zwar sinnvoll, faktisch werden damit aber ärmere Studierende in eine Situation manövriert, durch die sie zum Pflichtersatz für den Zivildienst aller gemacht werden und eine der vielen Stützen beim ungestörten Zerfall des Sozialstaates bilden.

could you find a little room inside for me

Wohnungsnot und damit zusammenhängend hohe Mieten sind in Frankfurt (und anderen Städten) nicht neu. Die Auseinandersetzungen um fehlenden Wohnraum begleiten die Geschichte Frankfurts schon das ganze letzte Jahrhundert, haben sich jedoch in jüngster Zeit noch deutlich verschärft.

Schon in den vergangenen Jahren wurde vielen Studierenden die WGs gründen wollten oder WG-Zimmer suchten vor Augen geführt, was es heißt in Frankfurt Wohnraum zu suchen: Wer ein Zimmer oder eine Wohnung suchte, stand mit unzähligen Mitbewerber_innen den Eigentümer_innen gegenüber. Das mußte sogar noch als Erfolg gewertet werden, denn in den meisten Fällen gab es gar keinen Besichtigungstermin. Nicht nur, dass die Wohnungssuche für viele eine deprimierende und beinahe aussichtslose Situation bedeutet, es zeigt sich auch, dass diese frustrierende Situation von Vermieter_innenn gerne ausgenutzt wird. Wer die drei Monatsmieten Kaution den Vermieter_innen nicht schon in bar beim ersten Termin zeigen kann, hat schlechte Karten. Und wer glaubt, dass es wenigstens in den als relativ günstig geltenden Stadtteilen bezahlbaren Wohnraum gibt, wird umso mehr enttäuscht. Bezahlbarer Wohnraum wurde in den letzten Jahren immer knapper und gleichzeitig stieg die Zahl derjenigen, die sich nur günstigen Wohnraum leisten können.

Aus Sicht von Studierenden sind die hohen Mieten nicht alleine der Grund dafür, dass das alltägliche Leben – Essen, Trinken, Rechnungen zahlen oder gar die Teilhabe an gesellschaftlichem Leben in Frankfurt – in den letzten Jahren deutlich schwerer wurde. Die hohen Mieten sind aber die Folge einer bestimmten Stadtpolitik und damit hätten sie auch vermieden werden können. Stattdessen zeigt sich leider in diesem Semester, dass die Entwicklung der Wohnungssituation in Frankfurt heute an einem unerträglichen Punkt angelangt ist.

Wer sich als Studierender wundert, weshalb es in Frankfurt so schwierig ist eine Wohnung zu finden, kann sich eigentlich glücklich schätzen, dass es überhaupt Wohnungsangebote gibt. Wenn nämlich dem Mietspiegel der Stadt Frankfurt geglaubt werden sollte, dürfte es eigentlich gar keine freien Wohnungen geben. Zwischen 2005 und 2009 wurden in Frankfurt 28.000 mehr Stadtbewohner_innen registriert. Die Zahl der neu entstandenen Wohnungen stieg in diesem Zeitraum aber lediglich um 9.000. Obwohl im Koalitionsvertrag von Schwarz-Grün aus dem Jahre 2006 ein stabiler und „allen Bevölkerungsschichten zugänglicher“ (Koalitionsvertrag CDU + DIE GRÜNEN 2006 -2011 Frankfurt am Main) Wohnungsmarkt als Ziel vorgegeben wurde, wurde de facto eine Politik vorangetrieben, die vor allem die Ausgrenzung von Menschen in prekären Lebensverhältnissen bedeutete.

Am besten schneidet die Stadt Frankfurt seit Jahrzehnten in der Leerstandsquote ab. Rekordmeisterlich liegt diese für Gewerbeflächen in Frankfurt bei 17 % (zweitplatzierte Stadt ist Düsseldorf mit 10 %). Während trotzdem kräftig weiter in neue Gewerbefläche investiert wurde, wie beispielsweise die MyZeil-Bürotürme und das Europaviertel, wird die Situation auf dem Wohnungsmarkt seit Jahren schlechter. Zwar wurde sich von der Stadt offiziell bemüht den Umbau von Gewerbeflächen zu Wohnflächen zu fördern. Diese Bemühungen sind aber leider nur dann hilfreich, wenn sie tatsächliche Auswirkungen haben. Der Mietspiegel 2011 zeigt jedoch, dass die ohnehin schon traurig geringe Zahl der Gewerbeumwandlungen in den letzten Jahren um 40 % gesunken ist. Im Jahr 2008 wurden 527 Gewerbeumwandlungen durchgeführt, im Jahr 2009 waren es nur noch 313 (aktuellere Zahlen liegen nicht vor(Wohnungsmarktbericht 2010).

Wie sich die fehlende Initiative der Stadt für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen als Ausgrenzung prekär Lebender sowie von Menschen ohne deutschen Pass darstellt, lässt sich an der Struktur der registrierten Wohnungssuchenden erkennen. Mehr als die Hälfte sind Empfänger_innen von Transferleistungen und 41 % haben keine deutsche Staatsangehörigkeit(ebd., S.42). Gleichzeitig hat die Stadt Frankfurt unter Schwarz-Grün in den letzten zehn Jahren den Bestand an Sozialwohnungen kräftig abgebaut. Waren es im Jahr 2000 noch über 41.000 Sozialwohnungen, die die Stadt zur Verfügung stellte, wurde der Bestand kontinuierlich auf 33.000 Sozialwohnungen im Jahr 2009 reduziert. Demgegenüber stieg von 2003 bis 2009 die Zahl der Empfänger_innen von Sozialleistungen um 25.000. Obwohl der Bedarf an Sozialwohnungen also deutlich anstieg, wurde der verfügbare Bestand anhaltend abgebaut. Deutlich wird nach einer Vergegenwärtigung dieser Zahlen, warum sich die Konkurrenz um günstigen Wohnraum in Frankfurt dramatisch erhöht hat. Es hat sich eine Stadtpolitik etabliert, die gezielt ausgrenzt und soziale Segregation vorantreibt: Der neu entstandene Wohnraum im Stadtbereich der letzten Jahre konzentriert sich weitestgehend auf Luxusappartements, wie im Westhafen oder bald auch im Osthafen. Bezahlbaren Wohnraum zu finden ist wohl für andere prekär Lebende nicht weniger kompliziert als für Studierende. Denn es ist gängige Praxis, dass Vermieter_innen gerne Studierende beispielsweise Empfänger_innen von Transferleistungen als Mieter_innen vorziehen, weil Studierende in der Regel nach ein paar Jahren wieder ausziehen und so die Miete den neuen Begebenheiten angepasst werden kann.

Studierendenzahl

All dem entgegen freut sich die Universitätsleitung über die hohe Zahl eingeschriebener Studierender und die Mittel vom Land, die ihr für jede_n neu eingeschriebene_n Student_in überwiesen werden. Längst wurde die Universität von der Leitung zu einer Massenuni gemacht, ohne aber gleichzeitig für einen Aufbau adäquater Infrastruktur zu sorgen die die Masse beherbergen kann. Zu diesen Versäumnissen kommen in diesem und in den folgenden Semestern zwei bundesweiten Faktoren hinzu. Zum einen werden infolge der verkürzten Abiturphase in vielen Bundesländern doppelt so viele Schüler_innen mit einer Hochschulreife aus der Schule entlassen. Zum anderen sorgt der Wegfall der Wehrplicht für eine noch größere Zahl an Erstsemester_innen. Dies bedeutet, dass alleine in diesem Semester mindestens 2000 Studierende mehr an der Frankfurter Uni studieren und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Frankfurt leben möchten als noch vor einem halben Jahr. Ein anderer Vergleich: Im Wintersemester 2007/2008 studierten an der Goethe Universität 32.851 Studierende, im Wintersemester 2011/2012 sind es bereits 41.443 (Stand September 2011). So studieren heute fast 9000 Studierende mehr als noch vor vier Jahren an der Frankfurter Uni. Diese konkurrieren um den begrenzten günstigen Wohnraum und die begrenzt verfügbaren Nebenjobs.

Keine Kohle, keine Wohnung, keine Freizeit

Ein Blick auf die Teuerungsraten in bestimmten Segmenten der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Inflationsrate zeigt schnell, was die Bewältigung hoher Mieten für Studierende zunehmend erschwert. Zur Berechnung der finanziellen Belastung, die die Inflation für einen einzelnen Haushalt bedeutet, legt das Statistische Bundesamt einen Warenkorb zu Grunde, der allerhand Konsumgüter und Dienstleistungen umfasst, die ein (vom Statistischen Bundesamt bestimmter) deutscher Durchschnittshaushalt braucht. Damit wird berechnet, wie viel Geld dieser Durchschnittshaushalt binnen eines Jahres mehr aufwenden muss, um genau die gleichen Güter konsumieren zu können. Dieser Warenkorb, der 2005 noch 2000 € kostete, wurde innerhalb von 5 Jahren um 164 € teurer.

Nun liegt es auf der Hand, dass der Warenkorb für Studierende nicht die Güter und Dienstleistungen des deutschen Durchschnittshaushaltes umfasst und ein Warenkorb von 2000€ für Studierende sehr illusorisch klingt. Studierendenhaushalte sind da wesentlich kleiner und somit auch ihre Warenkörbe. Es erscheint auch unwahrscheinlich, dass die Mietbelastung bei Studierenden lediglich 31% des Einkommens ausmacht, und dass sie ebenso viel ihres Einkommens für Hobbywaren und elektrische Geräte ausgeben wie für Nahrung. Nahrung und Mietkosten müssten bei dem Warenkorb der Studierenden wohl wesentlich mehr ins Gewicht fallen. Genau in diesen beiden Gruppen stieg jedoch die Inflationsrate in den vergangenen Jahren gewaltig. Die Auswirkungen der Inflation sind daher für Studierende deutlicher und unmittelbarer bemerkbar: Seit dem Jahr 2000 ist die Inflation für Studierende um ca. 18 % gestiegen.(Statistisches Bundesamt Deutschland http://www.destatis.de) Der BAföG-Höchstsatz wurde im gleichen Zeitraum um lediglich 22 € erhöht, auf 670 €. Bei einem Monatseinkommen von 670 € müssen also heute 120 € mehr für den gleichen Warenkorb aufgewendet werden. Einer Inflationsrate von ca. 18 % steht eine Bafög-Erhöhung um ca. 3,4 % gegenüber. Würde dabei berücksichtigt wie sich die Preise im Frankfurter Wohnungsmarkt im niedrigen Preissegment entwickelt haben, läge der Kaufkraftverlust wohl noch höher. Ungeachtet dessen wäre es schon vor zehn Jahren nicht einfach gewesen mit einem BAföG-Höchstsatz von 670 € zurechtzukommen. Die Inflation und die steigenden Mietkosten in Frankfurt machen es heute unmöglich (im Frankfurter Ostend beispielsweise lag die Mietpreissteigerung von 2009 auf 2011 alleine bei 11 % – (immobilienscout24 zitiert durch http://blogs.hr-online.de/eurozone_ostend/). Im Bundesdurchschnitt stiegen die Mieten binnen 5 Jahren nicht um einen solchen Anteil).

this isn’t even fun anymore!

Die oben beschriebenen Entwicklungen haben auf Studierende eine doppelte Auswirkung: Auf der einen Seite gibt es diejenigen, für die es unmöglich wird zum Studieren in die Stadt zu ziehen. Meistens wird diese Unmöglichkeit abgefedert durch die Tatsache schon irgendwie im Umland von Frankfurt zu wohnen – wobei hier Umland durchaus eine über einstündige Anreise mit dem Auto bedeuten kann. Das Los teilweise beachtliche Strecken an die Uni zu pendeln scheint demnach weniger abschreckend als die finanzielle Belastung der horrenden Mieten und die zeitliche Belastung der Lohnarbeit, die nötig wäre, um sich das leisten zu können. Dies führt jedoch dazu, dass der spezifische biographische Bruch, der mit dem Studieren verbunden ist, wegfällt. Der Umzug in die Stadt ist nicht mehr der Bruch mit Elternhaus, Schule und Dorfgemeinschaft, sondern wird zum kontinuierlichen Ausflug, der immer wieder in den Schoß der Familie zurück führt. Die mit dem Umzug in die Stadt und in ein eigenes Leben verbundene Loslösung von Autoritäten (Eltern, Lehrer_innen, Sportvereinen usw.) und die Erfahrung der selbstständigen Organisation von Alltag und Studium werden somit zunehmend durch den Mangel an bezahlbarem Wohnraum verhindert. Damit korrespondiert die Wohnraum- und finanzielle Knappheit mit der Umstrukturierung des Studiums, die dieses zur Verlängerung der Schule mit anderen Mitteln macht. Wo die Modularisierung das befreiende Element der eigenen Organisation des Studiums verschwinden lässt, lässt die Wohnraumsituation in Frankfurt für einige das befreiende Element der Organisation des eigenen sonstigen Alltags unmöglich werden. So können tendenziell weder Studium noch Alltag nach den eigenen Interessen und Bedürfnissen gestaltet werden, sondern bleiben alten Autoritäten in neuem Gewand verhaftet.

Dies ist auf der anderen Seite aber auch eine Entwicklung, die diejenigen betrifft, die es schaffen eine Wohnung und einen Job zu ergattern. Denn während die steigenden Mieten, sinkenden Löhne und der Wertverfall des verdienten Geldes dazu führen, dass für das eigene Wohlfühlen ständig mehr Lohnarbeit zu leisten ist, führt die Umstrukturierung des Studiums dazu, dass dafür eigentlich gar keine Zeit ist. Wer ständig Praktika, Teilnahmescheine und Klausuren zu absolvieren hat, die_der muss es irgendwie schaffen dazwischen noch Miete und Essen aufzutreiben – also tendenziell die Lohnarbeit auf abends und die Wochenenden verschieben. Dass zwischen diesen beiden Jobs kaum noch Zeit für anderes bleibt ist klar und die Konsequenzen in der Stadt und für die Stadt sind jetzt schon zu sehen. Neben Produktion und Reproduktion verschwindet die Zeit für andere und interessantere Sachen. Selbstverwaltete Räume und selbstorganisierte Veranstaltungen, sowie Personen, die ihre Umwelt nicht einfach hinnehmen, sondern nach ihren Vorstellungen gestalten wollen, werden weniger, da die Zeit fehlt die Stadt und den Alltag als potentielle Spielwiese zu verstehen. Darunter leiden nicht nur die politischen und kulturellen Möglichkeiten dieser Stadt, sondern auch diejenigen, die die Möglichkeiten in die Art und Weise, wie diese Stadt funktioniert und aussieht, einzugreifen tendenziell gar nicht mehr kennen lernen können.

Sich diese Möglichkeiten wieder anzueignen erscheint uns eine Notwendigkeit, dass dazu Zeit und Raum benötigt werden offensichtlich. Da die hier beschriebenen Prozesse nicht einfach so naturwüchsig passieren, sondern Prozesse sind, an denen alle Teil haben (unabhängig vom Wollen, Nutzen oder Nachteil der Einzelnen), ist es Zeit aktiv in die Wohnraumdebatten dieser Stadt einzugreifen. Wenn es kaum bezahlbare Wohnungen, Orte zum (un)produktiven Abhängen, Räume für Konzerte, Parties und Unsinn oder Platz um sich auszuprobieren gibt, dann gilt es ihn herzustellen. Denn es ist ja nicht so, dass hier alle Häuser genutzt würden. Zahlreiche Büros stehen leer, so manche Ladenflächen finden keine Mieter_innen und in eigentlich jeder Nachbarschaft steht ein Haus, bei dem die Rollläden schon ziemlich lange unten sind und sich auch keine_r um den Garten zu kümmern scheint. Wenn der Gebrauchswert von Häusern so sehr vernachlässigt wird, ergibt sich die Möglichkeit ihn sich anzueignen und den eigenen Zwecken entsprechend zu verändern. Da Frankfurt immer voller und günstiger Wohnraum immer weniger wird, erscheint es sinnvoll uns die Räume, die vorhanden sind, zu nehmen. Der Raum und die Zeit, die sie uns geben, können es ermöglichen neue Formen von kollektivem Wohnen, Leben und Arbeiten auszuprobieren. Orte zu schaffen, in denen ein kulturelles Angebot möglich wird, das keine finanziellen Ausschlussautomatismen kennt. Da die Umstrukturierung der Stadt, in der wir leben möchten, uns tendenziell nicht mehr in dieser Stadt leben lässt, strukturieren wir die Räume in dieser Stadt nach unseren Vorstellungen um.

Artikel aus dem BesetzerInnen-Blog
http://schlaflosinfrankfurt.blogsport.de/


Fortsetzung der Proteste gegen Bankenmacht und für Demokratie

Aufruf zu Demonstration und Kundgebung am Samstag, 22. Oktober 2011 12.00 Frankfurt Main Rathenauplatz
Am Sonntag (und dann am Mittwoch) findet erneut ein EU-Gipfeltreffen zur Finanzkrise statt.
Damit nicht erneut Beschlüsse gefasst werden, die vor allem die Sozial Schwachen treffen, gehen wir auf die Straße.
Denn es besteht die Gefahr, dass die Verursacher der Krise enorme Summen erhalten, [...]

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Zum Glück haben wir eine bürgerlich-konservative Regierung!

Ich muss es hier einmal betonen, ja geradezu laut herausschreien: Zum Glück haben wir eine bürgerlich-konservative Regierung!

Manche von Euch werden sich jetzt vielleicht fragen, ob Euer werter Freund Florian K. nun vollends den Verstand verloren hat und ich gebe zu, dass man von mir unter normalen Umständen einen solchen Satz niemals hören würde.
Doch zur Zeit haben wir eben keine „normalen Umstände“, sondern eine handfeste Wirtschaftskrise.
Und in solchen Zeiten wächst natürlich der Unmut über die herrschende Regierung und die herrschenden Verhältnisse und es kommt zu Demonstrationen, Gründung von Protestbewegungen und allgegenwärtigem Aktionismus.

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Nach Univollversammlung Haus in der Schumannstraße besetzt und… zwangsgeräumt

Heute Donnerstag wude nach einer studentischen Vollversammlung die Schumannstraße 60 (ein altes Haus der Uni) in Bockenheim/Westend besetzt. In den nächsten Tagen gibt es mehr Infos. Laut Pressemitteilung von “Schlaflos in Frankfurt” soll mit der Besetzung “auf den Widerspruch zwischen dem derzeit bestehenden Mangel an bezahlbaren Wohnungen und dem hohen Leerstand von Gebäuden in Frankfurt verwiesen werden. Für Studierende, die zu Beginn des Wintersemesters noch keine Wohnung in Frankfurt gefunden haben soll damit zugleich Wohnraum erschlossen werden.(…) In der Stadt stehen fast ein Fünftel aller Gewerbeflächen leer. Das entspricht der Fläche von 27000 Wohnungen. Ein Teil davon könnte in Wohnraum umgewandelt werden. Ein ernsthaftes Engagement der städtischen Politik den Wohnraummangel zu beheben ist aber derzeit nicht zu erkennen. Tatsächlich wurde die Zahl der städtischen Sozialwohnungen in den letzten Jahren – trotz anhaltenden Bedarfs – kontinuierlich reduziert. Die Stadt Frankfurt beruft sich zwar auf ein Stadtentwicklungskonzept mit dem Titel „Frankfurt für alle“; vorangetrieben wird jedoch vor allem der Umbau der Innenstadtteile zu Konsum- und Erlebnisräumen.

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Informationen aus dem Occupy Frankfurt Camp

+++WIR BENÖTIGEN DRINGEND EINEN „REPEATER“ DER EIN WLAN SIGNAL BIS ZU DEN ZELTEN VERSTÄRKEN KANN für LIVESTREAM UND KONTAKT ZU OCCUPY FFM VOR ORT++++++++++++++++++++

Eine erste kleine Reportage zu dem Camp!

Informationen für Teilnehmer, die von ausserhalb anreisen

■Aktuell steht ein Pad zur Verfügung, dass das Infozelt vor Ort mit der Aussenwelt verbindet. Hier können Sachspenden koordiniert werden.
■Der Kundgebungsort ist in Gallusanlage (Willy Brandt Platz)
■Ende ist nicht in Sicht, das Camp ist vorerst bis Mittwoch genehmigt.
■Die offiziellen Ordner, die wir aufgrund von behördlichen Auflagen stellen müssen, stehen Euch gleichzeitig auch als Ansprechpartner für alle möglichen und unmöglichen Probleme zur Verfügung, mindestens sind sie in der Lage Euch zu sagen, wer Euch weiterhelfen kann. Dies gilt ausdrücklich auch für Fragen des Ablaufs der Veranstaltung auch nach deren offiziellen Auflösung.
■Occupy:Frankfurt ist kein kostenloses Theaterprogramm sondern eine Mitmachdemo. Wir freuen uns, wenn Ihr Euch meldet und noch helfen wollt.

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Occupy in Berlin: rein in die Wohnungen

Im Dauerkampf des Städtewettbewerbs spielen die Events eine wichtige Rolle. In Frankfurt wurden in den letzten Jahrzehnten unzählige davon institutionalisiert. Während es früher in der Innenstadt nur das Mainfest, den Faschingsunzug und den Weihnachtsmarkt gab, sind Street days, Museumsuferfest, Weinfeste und vieles andere hinzugekommen. Meist überall garniert mit der gleichen Art von Verkaufsbuden und leicht [...]

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Wir Bockenheimer bleiben hier!

Eine Veranstaltung am Freitag, dem 21. Oktober um 19 Uhr in der Jakobsgemeinde am Kirchplatz: “Wir Bockenheimer bleiben hier!”
Diesen Titel haben wir der Veranstaltung gegeben und dass es so bleibt, dafür müssen wir jetzt etwas tun.
Der Mietspiegel 2010, der erst im Frühjahr 2011 in Kraft getreten ist, zeigt schon mal die Richtung an, in die [...]

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Tod im Jobcenter: das Schweigen hält an

Vor 5 Monaten, am 19 Mai dieses Jahres, wurde Christy Schwundeck, eine schwarze Frau, im Jobcenter Gallus in Frankfurt am Main von der Polizei erschossen. Seither sind fünf Monate vergangen und noch immer weiß die Familie, die Öffentlichkeit und somit auch wir nicht, wie es zu der Erschießung Christy Schwundeck’s kam.

In den Medien – auch in der FGZ – wurden damals deutliche Stimmen gegen eine vorschnelle Verurteilung laut: in einem Rechtsstaat wie Deutschland kann man sich auf Aufklärung verlassen. Kritiker mahnten damals aufgrund einer ganzen Reihe ungeklärter Todesfälle Vorsicht an, und gaben den Behörden nicht zu viele Vorschußlorbeeren.

Wohl zu Recht. Bis zum heutigen Tage gibt es keine definitiven Untersuchungsergebnisse, ja es bleibt fraglich, ob an dem Fall überhaupt noch gearbeitet wird. Die kommerzielle Presse im RheinMain-Gebiet hat das schreckliche Vorkommnis längst zu den Akten gelegt. Das kann aber nicht das Ende dieser Geschichte sein!

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Finanzfurt zum 15. Oktober: Einsichten zur aktuellen “Schuldenkrise”

Ein kleiner Video fasst einige Erkenntnisse über die “Schulden-Krise” in Euroland als Moment der Finanz- oder Bankenkrise schön zusammen.

Wir denken das passt gut zum heutigen Occupy-Day, gerade hier in Frankfurt, wo doch einige der Institute sitzen, die von den Staatszinsen besonders gut gelebt haben.

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Frankfurter Paulskirche besetzt

AktivistInnen von “kein mensch ist illegal” haben gestern in einer spektakulären Aktion für mehrere Stunden die Paulskirche besetzt um gegen die europäische Flüchtlingspolitik und die mörderische Abschottungspolitik der Europäischen Union zu protestieren. Allein dieses Jahr sind seit März etwa 2000 Menschen im Mittelmeer ertrunken, weil FRONTEX Boote abfängt und zur Rückkehr zwingt.
Solidarische [...]

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Drohung: gewaltsame Räumung der Wallstreet!

Die Bewegung OccupyWallstreet kampiert seit gut 2 Wochen friedlich in einem Park beim New Yorker Finanzzentrum. Der Ort war gerade in den vergangenen Tagen Treffpunkt vieler Aktivisten aus den ganzen USA und von Overseas.

Der New Yorker Bürgermeister hat jetzt zusammen mit seinem Polizeichef angekündigt, den Zuccotti-Park zu räumen. Vorgebliche Begründung: Reinigung des Geländes. Angekündigt für danach: eine streng polizeilich überwachte Rückkehr von Protesierenden ist (vielleicht) möglich.

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Neben dieser Begründung führt Bürgermeister Bloomberg noch ein anderes Argument an: die Demonstranten hinderten hart arbeitende New Yorker an ihrer Tätigkeit. Das ist wahr: die Besetzer möchten tatsächlich etwas Sand ins Getriebe des rasenden Finanz-Karussells streuen.

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Links für Occupy Frankfurt und drum herum

Damit ihr gut informiert bleibt, nochmal einige Links für die Aktionen zum 15. Oktober zusammengefasst:
occupyfrankfurt: www.occupyfrankfurt.de und auf   facebook
bei Attac: www.attac.de
Orga-Debatte zum 15.: piratenpad.de
Hintergrund-Papier: indignadosffm
Internationale Seite: http://15october.net/
Die Zeitung der New Yorker Initiative: Occupied Wall Street Journal und Heft 2
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Demonstration: ‘No MonoPress!’

Die Piratenpartei Frankfurt ruft zur Demonstration gegen das Leistungsschutzrecht für Presseverleger zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse auf !
Der Termin ist am Mittwoch,  12.10.11 um 9:00 Uhr vor dem Haupteingang der Messe Frankfurt.
Um was geht es:
Die Zeitungsverlage wollen eine Art GEMA ins Leben rufen um ihre Märkte im Netz zu verteidigen. Zunächst soll jeder Gewerbetreibende [...]

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Campus Bockenheim: alles wie gehabt!

Bei der seit Monaten geforderten Bürgeranhörung im Senckenberg-Museum (28.9.) stellte F. Junker (ABG Holding) den Bebauungsplan für das Areal “Depot-Gelände” vor, der bereits im nächsten Jahr umgesetzt werden soll.
Kritische Anmerkungen und Fragen wurden ausnahmslos “gebügelt”, die Preislage der zukünftigen Miet-und Eigentumswohnungen (11.50 Euro kalt, 3500 Euro /qm) legitimierte der ABG-Vertreter mit dem Hinweis auf die [...]

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Unruhe im Finanzdistrikt: Wallstreet besetzt!?

Schon seit 2 Wochen wird versucht, den Betrieb der Finanz-Institutionen an ihrem Hauptversammlungsort ein bißchen durcheinander zu bringen! Occupy Wallstreet heißt das Motto.

Nein, ich spreche nicht von Frankfurt, das ist nur der wichtigste Finanzort Mitteleuropas. Die Wallstreet findet ihr nicht in Sachsenhausen, sondern in New York. Genau: Goldman Sachs und die ganzen anderen, alle sind dort anzutreffen. Nix wie hin und irritieren, und das nicht nur mit Kursbewegungen und Credit Default Swaps.

Rund um die Brückenbesetzung in Manhattan am Wochenende wurden 800 Leute verhaftet; das wäre so, wie wenn hier die Alte Brücke und die Friedensbrücke zu wären.

Lassen wir uns in Bankfurt von den Leuten drüben anregen, denn auch bei uns gibt es viel zu tun:
New York Wallstreet Proteste

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Berichte von der Sozialfront – Resteverwertung

Wenn jetzt das Netzwerk gegen Lohndumping in der sozialen Arbeit demonstriert (s. Blind Dates), dann ist dies ein Hinweis darauf, was auf diesem Gebiet der Klassenkampf von oben so alles anrichtet, darüber soll aber auch nicht vergessen werden, was im Schattenreich der neoliberalen Stadt so alles herumgeistert.
In den letzten Jahren hat sich in aller Stille [...]

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Finanzfurt: was man hat, das hat man!

Josef „Joe“ Meinrad Ackermann ist ein angesehener Mann („Banker of the Year“), besonders bei wohlhabenden deutschen Rentnern und vielen Banker-Kollegen. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass er als Chef der Deutschen Bank Prominenz in unseren Medien hat, sondern auch deswegen, weil er Vorsitzender eines besonders exklusiven Clubs ist, der sich immer rund um das Feuer der Finanzmärkte versammelt: Ackermann ist nämlich Vorsitzender des Institute of International Finance (IIF), der einzig wirklich globalen Vereinigung von Finanzinstituten. Die Strategie des IIF dreht sich besonders darum, Entscheidungsträger auf der obersten Ebene zu beeinflussen, etwa den amerikanischen Präsidenten oder die Bundeskanzlerin.

DAX - Deuba

Und das klappt auch nicht so schlecht, wie das Publikum bei den Handlungsanweisungen für die Politik bei der aktuellen “Euro-Rettung” (der Institute) verfolgen kann. Genau deswegen sind noch mehr aus dem Profi-Geschäft um die Finanzmärkte von ihm angetan. Auch hier am Main, auch wenn Ackermann vermutlich höchstens am Gesicht der Sekretärin erkennen kann, dass er sich gerade in Frankfurt befindet.

Nicht so begeistert vom Tun des großen Zampano sind dagegen die armen Zeitgenossen, die dem großen Gehabe immer wieder recht geben und schlicht das machen, was besonders wichtig für die Belebung der heutigen Welt sein soll: Aktien kaufen – solche der Deutschen Bank AG. Doch beim Blick auf die heute gelebte Offenbarung, auf die Kurse des DAX lässt die Deutsche Bank AG erblassen: Ackermann übernahm im Jahre 2002 bei einem Kurs von 69 Euro, heute dümpelt er bei 25 Euro.

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Kein Autobahnkreuz mitten im Frankfurter Wohngebiet

Friedemann_Floether_Autobahnkreuz_1Foto: Friedemann Floether

Ein Spendenaufruf des Frankfurter “Aktionsbündnisses Unmenschliche Autobahn“:

Vollausbau Ostumgehung A 66/661 – Bau A 66 Riederwaldtunnel und Autobahndreieck Erlenbruch – Rechtsweg schon jetzt erfolgreich – Bitte um Spenden für Klagefond

In Ihren Anstrengungen die Bevölkerung vor den drastischen Folgen des Autobahnausbaus im Frankfurter Osten zu schützen, können die Bürgerinitiativen schon jetzt von einem Erfolg ihrer Arbeit sprechen. Obwohl noch gar nicht alle juristischen Mittel ausgeschöpft wurden, sind die Arbeiten für den Bau des Autobahnkreuzes Frankfurt-Ost A 66/A 661 (Vollausbau Ostumgehung, Riederwaldtunnel) – wie es das Aktionsbündnis stets gefordert hat – aufgrund der anhängigen Klagen praktisch gestoppt. Gleich­zeitig bestätigen Gutachten der Stadt Frankfurt und des Landes Hessen, dass mit drastischen Überschrei­tungen in Bornheim, Seckbach und Riederwald gerechnet werden muss. Deshalb sind Land und Bund gezwungen, zusätzliche Lärmschutzwände insbesondere für Bornheim und Riederwald zu planen. Die Bürgerinitiativen können mit Fug und Recht feststellen, dass mit relativ begrenzten Mitteln schon erstaunlich viel erreicht wurde.
Die Bürgerinitiativen halten aber an ihrer Forderung fest, dass das gesamte Autobahnkreuz wie auch die zu­lau­fenden Autobahnen komplett eingehaust werden müssen, um die Lebensqualität im Frankfurter Osten bewahren zu können. Eine von den Bürgerinitiativen veranlasste Überprüfung der genannten Gutachten bestätigt die Auffassung, dass diese nur die halbe Wahrheit sprechen und sogar mit noch höheren Überschreitungen der geltenden Lärmgrenzwerte gerechnet werden

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Berichte von der Sozialfront – Griechenland

Bekanntes Szenario. In Tunesien war dies ein Anfang, in Thessaloniki ist es die gleiche Verzweiflung.
Kein Geld, kein Kredit, keine Zukunft. Über die Verhältnisse gelebt, Frau Merkel?
Tja, wenn das Vertrauen der Märkte fehlt…….

Bild: Le Figaro
……da kann sich sich die Selbstmordrate innerhalb kurzer Zeit verdoppeln.

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GRÜNE zum Kulturcampus

Am Mittwoch, 22. 9., tagte die “AG Kultur” von Bündnis 90/Die Grünen im Studierendenhaus/Campus Bockenheim in “nicht-öffentlichem” Rahmen.
KünstlerInnen aus der freien Szene (u.a. ID Frankfurt, pdf des Konzepts hier) stellten ihr Konzept für die Nutzung des Studierendenhauses nach dem Wegzug des AStA vor. Zielsetzungen und Tradition des Hauses, die Auseinandersetzung mit dem Faschismus, den Kampf [...]

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Campus Bockenheim – der Leuchtturm zieht die Motten an

So, Kaufvertrag besiegelt, Bebauungsplan heimlich bereits abgenickt. Strahlend wird er da stehen der „Kulturcampus“, und in seinem Licht beginnen die Motten zu kreisen. Kultur für alle – die dazu gehören. Selbstverwaltung, natürlich unter der Kontrolle der etablierten Einrichtungen, Kreti und Pleti brauchen Führung und Letztere ein Haus, um sie auch auszuüben. Neben den Institutionen von Weltrang kann eben nicht einfach jeder und dann noch unprofessionell, das geht schon gar nicht. Da sitzt dann auch ein grüner Herr Baier und nickt staatstragend, schon schwer, so ganz ohne Rückgrat nicht umzufallen.

Es melden sich die ¾ Arrivierten, denen nicht nur eine adäquate Spielstätte an prominenter Stelle zusteht, sondern die sich als die natürliche Führungsgruppe empfehlen. Das wird Roth und Junker gut gefallen. Die Vorstellungen dieser Leute sind elitär und zielen auf Eliten, also genau das, was zu diesem Kulturcampus passt. Sie reihen sich in die Phalanx der globalen Player.
Die GRÜNEN preschen vor, hier die AG Kultur, die sich die Vorstellungen ihrer Klientel präsentieren liessen. Bunte Vielfalt, die ich meine!

(s. auch Kurzmeldung GRÜNE zum Kulturcampus)

Das Erscheinen dieser Gruppen kann als sicheres Indiz dafür gewertet werden, dass im Rahmen des Leuchtturmplanes noch etwas zu verteilen ist. Als angeblich freie Gruppen von Weltrang meldet man da schon mal seine Forderungen an. Die Referenzen stimmen, der politische Hintergrund auch. Sie drängen sich förmlich auf, da sie als „Freie“ für die geforderte Offenheit stehen (ähnlich wie ‚die Stadt gehört Dir’). Sie empfehlen sich als weiche Standortfaktoren und fordern Teilhabe. Und sie passen ja auch wirklich in das ABG-Konzept. Vor allem kann man mit ihnen die Schmuddelkinder aus dem Rennen werfen und dabei auf die Vielfalt hinweisen, für die solche Gruppierungen angeblich stehen.

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Mieten? Ja, wat denn?

Der Asta der Uni Frankfurt veranstaltet ein AStA-Indoor-Camp vom 17.-23. Oktober 2011 !
Wat dat is? Hier die Verlautbarung des Asta zum Anlass, der in die Frankfurter Wohnungssituation und die Konflikte um sie gut passt:
Die Uni geht los und Du hast immernoch keine Bleibe in Frankfurt gefunden? Jetzt musst Du jeden Tag von außerhalb in die [...]

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Ginnheim: erste ETW´s in Platensiedlung

Das ehemalige Areal  der US-Armee zwischen Bundesbank und Alt-Ginnheim rund um die Raimundstrasse wird als “Verdichtungsgebiet” für städtische Neubebauung ausgewiesen. Das Bebauungsziel meint nicht “nur” Freiflächen oder Flächen auf denen Kinderprojekte aufgebaut wurden, sondern auch das Gebiet mit 3-5 stöckigen Wohnblocks, die in den 90er Jahren von den Amerikanern übernommen, saniert und ausgebaut wurden. Jetzt [...]

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Frankfurter Auto-Freude

Endlich ist sie wieder da die IAA: Taxifahrer freuen sich, viele große Autos mit Fremd-Kennzeichen biegen falsch ab, Männergruppen des Aussehens “Shop Floor Untertürkheim” tragen gleichfarbige Plastiktüten durch die Stadt. Alles ist gut in Auto-Deutschland.
Wenn ich im Cafe auf der Berger sitze, und aus der Schlange von Roadstern und SUV´s ein Wagen ausschert, die Fahrerin [...]

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Linerider

the one and only

“Wenn Du was im Schädel hast, dann -Freund!
Meide Ketsch.
In Ketsch ist eine leere Straße nicht sicher für den Zweiberadten.
Sei sie auch Tausend Ellen schnurgerade
Und Deine Speichen noch so solide.
Dort springen schwimmerbekreuzte Damen Dir
Vors Schutzblech und der Soundtrack spielt
Blaulicht im Loop.
Darum -Freund: Meide Ketsch!”

Reprise

Surprise

Doch zum Glück bin ich der Linerider!
Mein Schal flattert in turbulenten Winden,
Und mein Schlitten bricht
Niemals
Alle lassen mich durch Soundtracks purzeln.
Du siehst es nicht,

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Warten auf Frau Roth

Es sollte doch so nett werden, richtig heimelig und eben doch weltoffen, Frankfurter Art halt. Sekt und Buffet und rot(h)er Teppich ein geschmücktes Studierendenhaus, Konfetti und bunte Wimpel. Das Abbild vorhandener lebendiger Kultur an diesem Ort.

Endlich, die OB und ihr Junker inmitten ergriffen lauschender Frankfurter BürgerInnen, umwuselt von den üblichen Hofberichterstattern, schritten auf das Corpus delicti zu, wo sie ein spontaner Jubel empfing, der die Dankbarkeit der anwesenden Völker über den Erhalt des Hauses ausdrückte und die tiefe Verbundenheit mit diesen engagierten und unermüdlichen Streitern der berühmten lebendigen Frankfurter Vielfalt.

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Einsturzgedenken: Frankfurt/ Suhrkamphaus

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Während für 2 Türme in New York sich die halbe (Medien-)Welt im ergriffenen Eingedenken übt, ist ein angekündigter Einsturz im Westend/Lindenstrasse und seine Geschichte fast keinen Gedanken und kein Bild mehr wert. Das wollen wir durchbrechen.

Zur Erinnerung: schon während der Kaiserzeit gab es ein seltsames, entwertendes Verhältnis von Berlin zu Frankfurt. Die temporeiche Rückkehr unserer Gesellschaft ins 19. Jahrhundert spiegelt sich auch in den Geschehnissen rund um dieses Schicksal.

Unser Fotograf Stefan Geyer hat das traurige Geschehen eines gewollten kulturellen Zusammenbruchs in Frankfurt, ehemals einer Stadt kritischer Impulse dokumentiert.

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Ausschluss von Kindern schon in der Grundschule

Kinder während der Grundschulzeit in der Schulbetreuung unterzubringen ist überhaupt nicht einfach. Obwohl schon die Kleinsten für drei Jahre einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz haben, soll mit Eintritt in die Grundschule alles schwerer werden. Jetzt, da gerade die Schule wieder begonnen hat, geraten deswegen viele Eltern unter Erklärungsdruck, wenn sie sich nicht in einem konventionellen Angestelltenverhältnis befinden.
Nun gibt es aber verschiedene Arten von Lebensmodellen, ebenso verschiedene Gründe, weswegen eben kein Angestelltenverhältnis besteht. Das Leben ist vielfältig, davon müssen wir ausgehen.

So geht´s nicht

Eines ist dabei allerdings gewiss, es kann nicht nur die klassische Erwerbstätigkeit ausschlaggebend für den Erhalt eines Betreuungsplatzes sein. Alle Kinder müssen Anspruch auf die gleichen Möglichkeiten der Partizipation haben, wobei die Situation der Eltern hier nicht Ursache des Ausschlusses sein darf. Auch sind nicht alle Situationen selbst verursacht oder gewollt.

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Haunted Housings

Verlassene verfallene Häuser bewohnen die Geister ihrer ehemaligen Bewohner. Dieser Satz funktioniert in beide Richtungen. Die Fundstücke, die sie enthalten, Überreste eines zerschnipselten, zerstörten Lebens, zeugen von ihrer Anwesenheit. Meist sind es “viktorianische” Häuser, so als hätte diese Epoche das Unheimliche für sich gepachtet, weil sie so viel verbarg: ein Gewinst von falschen Burgzinnen, trüben [...]

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Aufzüge in meinem Leben. Teil 2: Hoch- und Unter-Weisung.

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Über die gesamtgesellschaftliche Metaphorik des Aufzuges wurde bereits Vieles und Gutes geschrieben. Oh ja, es gibt jede Menge Aufzugsarten, jede Art einzigartig in ihrer Einzigartigkeit (s. die Quelle des UnEndlichen Wissens):

  • Einkabinenaufzüge
  • Doppelstockaufzüge
  • Mehrkabinenaufzüge (Twin-System)
  • Paternosteraufzüge
  • Senkrechtaufzüge
  • Schrägaufzüge
  • Sonderform Schmid-Peoplemover

Der normale Aufzug impliziert eine schreiende Subversivität und Spontaneität (daher wurden bereits so viele Horrorfilme darüber gedreht)…

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Dame Roth hält Audienz

Am Montag, den 12. September 2011 ist es so weit. Pünktlich 18 Uhr 15 ist die geneigte Öffentlichkeit zum Defilee geladen. Natürlich auf dem in Zukunft so wundervollen neuen Areal, dem „Kulturcampus Bockenheim“. Es darf geschwärmt werden, von den strahlenden Neubauten (Leuchttürme), den satten Grünanlagen, der Kultur, die nun endlich auch Bockenheim erreicht.
Und selbstverständlich von [...]

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Aktuelle Spitze und Steuern

Italien macht es mal wieder vor. Nein, keine Pleite, sondern wie man mit “Verschuldungen” umgeht. Nicht mit meiner oder deiner, sondern damit, dass manche das garantiert nie kennen lernen. Was meinen wir damit?
Überall in Europa haben wir Staatsverschulungen – warum auch immer – und von (fast) überall tönt es deswegen “SPAREN”! Das gilt gerade auch [...]

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Finanzfurt: zugig um Soll und Haben

Die gemieteten Tower der Deutschen Bank AG an der Taunusanlage sollen als “Soll und Haben” ausgeglichene Standfestigkeit in Frankfurt demonstrieren, und die Stadt huldigt dem – zumindest einige. Das Speckgürtel-Idol Ackermann hat nicht mehr lange, aber sein Laden befindet sich wie andere dieser Branche auf arg abschüssigem Gelände: “Die Deutsche Bank leidet”
Nicht nur, dass der [...]

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Finanzfurt: Raubtiermaschinchen

Nicht jeder glaubt, dass der zukünftige Chef der Deutschen Bank ganz im Alleingang zig Milliarden für diese als Investmentbanker verdient hat. Anshu Jain wird von staunender Öffentlichkeit trotzdem als gewiefter Akteur in besonders einträglichen Geschäften begriffen, fast so wie es schon bei Buddenbrooks abging, heute halt noch mit Screen dazu.
Ok, ganz so verhält es sich in Wirklichkeit nicht. Die Leute mit dem Geldhandel sitzen nicht dauernd in Dreiteilern auf Ledersesseln und leisten würdevoll Unterschriften. Weder der Daytrader in der Einzimmerwohnung noch der Broker mit dem Finger am Abzug des Highspeed-Algorithmus. Und letzterer macht als Computer-Programm in verdammt schnellen Maschinen heute eine ganze Menge der Geschäfte an der Börse. Ganz allein, auch in Frankfurt. Das nennt der FAZ-Leser dann „Algo-Trading“, und mit dem kommt eine Menge Zaster zusammen, eben auch der Profit des agilen Inders Anshu Jain, des künftigen CEO der Deutsche Bank AG.

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Räumungsklagen als Geschäftspolitik der ABG?

Auf die konservativ-liberale Römerführung kommen Fragen zum Duktus  der kommunalen Wohnungspolitik zu. Nicht nur, dass das schwarz-grüne Gespann im Einvernehmen mit dem rückwärtsgewandten Zeitgeist den sozialen Wohnungsbau gegen Null fährt, gewinnen Beobachter den Eindruck, dass die AGB als städtische Wohnungsgesellschaft eher am Bau luxuriöser Eigentumswohnungen interessiert ist, denn am Erhalt günstiger Wohnbedingungen für ärmere Städter. [...]

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Herzlichen Glückwunsch, Frau Roth – es ist vollbracht!!

Für 90 Mio. Euro ist das Areal in Bockenheim über den Tresen gewechselt, mit roten Köpfchen und hoch erfreut, dass es wieder einmal ohne jegliche Mitsprache und parlamentarische Kontrolle durchgezogen werden konnte, stellten sich die Lichtgestalten der Presse.
Endlich können Sie loslegen, Frau Roth, und wir uns freuen. Es wäre auch zu traurig, wenn Sie Ihre [...]

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UNTOTE

Mad for stalking

PUNK IST EIN ZOMBIE!

und sein Schlaf wird gestört

es ist hungrig wie wild

wenn es gefressen hat

Und wenn es Trommeln hört

Lücke

PUNK IST EIN ZOMBIE!

ganz von Kugeln zerrissen

und es ist hinter dir her

es hat offene Brüche

aber kein schlechtes Gewissen

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Medienkompass: Freitag macht den Spiegel, Augstein den Schirrmacher

Eine Welle antisozialistischer oder “anti-linker” Bekundungen aus den deutschen Medienhimmeln umspült die Berliner politischen Einrichtungen derzeit. Sie reicht bis zu offenen Kotaus vor ihnen, trotz ihrer eher miserablen Verfassung. Über des Rot-Grünen Präsidentenkandidaten Gauck Warnung vor der Berliner Mauer beim Salzburger Opernpublikum und die Anregung des Liedermachers Wolf Biermann, die Linke einen Kopf kürzer zu machen kommt jetzt in diesem Sinne noch ein grüner Medienerbe hinzu. Er schickt dabei sein Blatt mit in den Berliner Wahlkampf, gegen den akut drohenden Sozialismus: offensichtlich reicht die Taz dazu allein nicht.

Der damit adressierte Freitag-Besitzer Jakob Augstein übernahm vor ein paar Jahren die einzige linke deutsche Wochenzeitung und unternimmt seitdem immer wieder Schritte zur “Verspiegelung” des Blattes. Eigentlich brauchen wir das nicht wirklich, davon gibt es tatsächlich schon genug.

Sein Leitkommentar in der aktuellen Ausgabe sieht 2 Verlierer gegenwärtiger Moderne, den Neoliberalismus und die Linken.

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Die Frankfurter Grünen und der Milieuschutz

Es hat sich bereits in der ganzen Republik herumgesprochen, dass die Grünen in der Schwarz-Grünen Frankfurter Römer-Regierung eine eigenartige liberal-konservative Rolle einnehmen. Dieser Übergang vom Realo zu Liberalo ist vermutlich der Masse der Grünen-Wähler nicht wirklich bewußt.

Allerdings verwundert es inzwischen viele vor Ort, dass zum Beispiel im grünen Herz-Stadtteil Nordend die immerhin seit bald 30 Jahren verlaufende Gentrifizierung von der ach so bodenständigen Partei nicht politisch registriert wird. Da mag auch die wirtschaftliche und politische Positionierung einiger grüner Parteimitglieder im Immobilienumfeld und anderswo eine Rolle spielen. Das grüne Wahl-Motto “Die Stadt gehört Dir” erhält so einen ganz anderen Geschmack, und zwar abseits der Entertainments um den Grüngürtel.

Kommunale ABG: Luxuseigentum im Nordend - der Speckgürtel kommt zurückKommunale ABG: Luxuseigentum im Nordend – der Speckgürtel kommt zurück

Der in Köln ansässige Deutschlandfunk, eine der wenigen etwas anspruchsvolleren Teleeinrichtungen hat es die Tage jedoch gemerkt, und schildert in einem kleinen Feature die Gentrifizierungs-Lage in Frankfurt. Der Beitrag soll in einem längeren Zitat zur Sprache kommen, er spricht für sich selbst.

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Frankfurter Räumungspolitik: Bilder

Während Schwarze wie Grüne im Römer den Folgen ihrer wohnungspolitischen Prinzipien wenig bis keine Beachtung schenken, tun dies Bewohner der von Zwangsräumung Betroffenen im Viertel der kommunalen Wohngesellschaft ABG und einige solidarische Mitbürger am Römer schon. Die FGZ hatte von dem Fall im Mainfeld berichtet.
Bemerkenswerte Randnote bei dieser Art politischer Vorgänge ist, dass die Frankfurter [...]

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Milliardäre, kämpft für Eure Besteuerung! (For Waren Buffet)

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Während sich die Teapartyleute in USA weiter begeistert aufs kalte Buffet stürzen, um zu feiern, dass sie Steuererhöhungen für die Superreichen verhindert haben, ist der drittreichste Mann der Welt, Waren Buffet, (o .k., o.k., schlechter Scherz, denn der wird gesprochen mit “a”) der Ansicht, er und die Seinen seien “zu lange vom Kongress verhätschelt worden“. “Unsere politische Führung hat zum ,gemeinsamen Opfer’ aufgerufen, mich dabei aber verschont. Während die Armen und die Mittelschicht für uns in Afghanistan kämpfen und zahlreiche Amerikaner sich bemühen müssen, mit ihren Mitteln auszukommen, profitieren wir Megareiche weiterhin von außergewöhnlichen Steuervorteilen”, schrieb er in der New York Times. Wer außer einem ideologisch und praktisch besoffenen Republikanern wollte ihm da widersprechen? Wir jedenfalls nicht, denn wir wissen über die von Buffet gezahlten Steuern auf jeden Fall nicht so viel wie er selbst. Buffet rechnet vor, dass er im letzten Jahr nur 17,4 Prozent Steuern auf sein Vermögen bezahlt hat, ein Steuersatz von dem, wie er selbst sagt, seine Angestellten nur träumen können. Die Steuersätze der 20 Angestellten seines Büros zum Beispiel lägen zwischen 33 und 41 Prozent und er besitzt im Unterschied zu ihnen ca. 50 Milliarden US Dollar. Buffet hat auch ein Argument parat für die ewige Leier von “höhere Steuern für die Reichen gefährden Arbeitsplätze”. In den 80ern seien die Reichen in den USA viel höher besteuert worden als heute, die Arbeitslosigkeit sei trotzdem viel geringer gewesen. Buffet schlägt deshalb vor, die Steuer für Einkommen über eine Million anzuheben, die über 10 Millionen sogar drastisch.
Die wirtschaftsfreundliche Presse und die Liberalen hierzulande, die sich dem Slogan “Sparen, Sparen, Sparen und immer an die Millionäre denken!” verschrieben haben, melden das weitestgehend unkommentiert und eher leicht

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Playing the City

PLAYING THE CITY – zum Dritten. Wie in den beiden Jahren zuvor geht die Kunst auf die Straße!
Fünfzehn internationale Künstlerinnen und Künstler erobern die Frankfurter Innenstadt mit verschiedensten Aktionen, Performances und Installationen.
Auch 2011 heißt es wieder: mitmachen statt nur zuschauen. Das kann bei einem Workshop oder auf einem Markt sein, auf [...]

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Was eine Räumung alles verrät: Bemerkungen zu einem legalen und doch letztlich antisozialen Vorgehen.

diese Stadt macht uns Bienen Kummer 2011

Präzedenzfälle sind stets ein gutes Mittel, um auf die realen Verhältnisse aufmerksam zu machen, den Beteiligten klar vor Augen zu führen, wo sie stehen in der gesellschaftlichen Rangfolge und wo sie hingehören. Vor dem Hintergrund steter Verknappung von bezahlbarem Wohnraum fällt deshalb eine konsequent vollzogene Zwangsräumung umso mehr ins Gewicht. Das so legalisierte – nicht legitimierte – Vorgehen dürfte seine Wirkung nicht verfehlen.
Besonders da die betroffene Familie gut gewählt war, ein so geschätzter Migrationshintergrund (mein Gott, was für eine Sprache, schauderhaft) und Transferleistungsempfänger (gehört in die gleiche Kategorie der Unwörter). Damit lässt sich punkten.
Der Präzedenzfall: Am 30. Juni wurde die fünfköpfige Familie Tosun von Geriichtsvollzieher und Polizei aus ihrer Wohnung im Mainfeld geworfen. 30 Jahre lebte sie dort. Der Boden, den Fikret Tosun verlegt hat, wird herausgerissen, Gardinen und Möbel beschädigt. Anlaß der Räumung: Mietrückstand. Seit Fikret Tosun seinen Job als Lagerarbeiter verloren hat, ist er Hartz-IV-Empfänger. Nach der, wie die FR schrieb “rabiaten Räumung” demonstrierten Nachbarn unter dem Slogan: “Gebt uns unsere Nachbarn zurück!” und sammeln über 200 Unterschriften. Die Linke und die Migrantenorganisation DIDF unterstützen sie.

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Frankfurter Slutwalk Fotostrecke

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Schlampenspaziergang

Oberfoto
Am vergangenen Samstag war am Kaisersack des Frankfurter Bahnhofsviertels der Teufel los. Unter dem Motto „No means no“ versammelten sich städteübergreifend mehrere Tausende selbsterklärte „Schlampen”, um gegen vorherrschende Rollenbilder und sexualisierter Gewalt einen Zeichen zu setzen. Mit Plakaten und Transparenten legten Frauen und Männer in schriller, freizügiger aber auch in „normaler“ Kleidung einen beeindruckenden Slutwalk hin. Eine Kleidungsvorschrift a´ la “um Miniröcke wird gebeten” gab es nicht – jede(r) kam so, wie sie oder er sich wohl fühlt. Gemeinsam marschierten sie durch das Rotlichtmilieu, an Erotikcentern, Casinos vorbei, wo neugierige Prostituierte aus den Fenstern schauten, bis hin zum Willy-Brandt-Platz. So bunt wie das Publikum, so vielfältig waren auch die Sprüche, die sich Frauen und Männern auf ihre Körper, auf Plakate oder Transparente geschrieben haben: „ My body my choice“, „You don´t own me“, “To slut or not to slut. It´s not the question. Don´t be a sexist”. “Die Würde der Schlampen ist unantastbar” oder “May be i´m asking for it, but not from you!”

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Werkstatt Frankfurt: umkämpftes kommunales Arbeiten

Wenn´s im Sommer mal etwas sonniger wird und es mit dem Fahrrad die Nidda entlang geht, dann kommt man auf der Höhe von Bonames an ein neue Brücke, die auf den altem Hubschrauber-Landeplatz einlädt. Eine große Fläche zum Spielen und ein paar Gebäude, in denen das “Towercafe im alten Flughafen Bonames” residiert. Sitzen im Grünen beim Handkäs und einen guten Schoppen dazu.

Nun kann es passieren, dass sich bei gehobenen Frankfurter Preisen einer der Kellner kurz dazusetzt und echten Unmut über die paar Cent bekundet, die er in diesem Betrieb der Werkstatt Frankfurt bekommt: als jemand, der seit 20 Jahren in Frankfurts Kneipen arbeitet, muß er hier für ein Euro fuffzig die Stunde Weingläser nach draussen tragen, für die Stücker 5 Euro verlangt werden. Ein Hohn, und das ganze wird als “Weiterqualifikation” (”Arbeiten für Frankfurt“) sozial verkauft und läuft faktisch als “Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung“, umgangssprachlich Ein-Euro-Job.
Tatort werkstatt frankfurt

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Veranstaltung des Stadt-Netzwerks in Bockenheim

Wem gehört die Stadt? Diskussionsveranstaltung zu Gentrifizierung und dem »Recht auf Stadt«
Mittwoch 17. August, 20.00 Uhr (pünktlich) ExZess, Leipziger Straße 91, Frankfurt

Anknüpfend an den Aktionstag, des »Wem gehört die Stadt?«-Netzwerks laden wir im Rahmen der 6. Internationalen Konferenz »Kritische Geographie«, die vom 16. bis 20. August 2011 in Frankfurt stattfindet, zu einer Diskussionsveranstaltung zu Gentrifizierung [...]

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Aufrüstung an der europäischen Sozialfront – hessische Vorstöße

Es sollte nur ein Artikel werden, doch sind die Aktivitäten seitens der herrschenden Eliten, angetrieben von deren ungebremsten Eifer, zu vielfältig, immer weiter auf der Suche, wo noch etwas zu holen ist. Unten natürlich, oben gibt’s nix zu holen! Eine neue Gesetzesänderung soll es nun richten.

Schlafstelle

Es wird überall gezündelt – sich dann gewundert und empört, wenn es zu einer Explosion kommt. Salbaderndes Gerede von rationalen Entscheidungen finden dort keinen Adressaten mehr, wo das offizielle: jeder für sich! Auf die trifft, die mit dem Rücken an der Wand stehen, auf dass sie besser niedergeknüppelt werden können.

Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Initiative der Regierungsfraktionen in Wiesbaden und den Eruptionen in Großbritannien. Wer dies nicht wahrhaben will, sollte sich am besten sofort in die entsprechende Gated Community begeben. Das in letzter Zeit oft gehörte „Jetzt reicht’s“ hat viele Sprachen und viele Gesichter. Das sollte im Hinterkopf sein beim Lesen.

Der selige Herr Koch ist einmal nach USA gefahren und dort hat er entscheidende Inspiration erfahren. Angetan von dem Musterland sozialer Bemühungen, begann er sofort diese wertvollen Richtlinien umzusetzen, da auch hierzulande die notwendigen Reform-Maßnahmen anstanden, die Schröder nach seinem Spezi aus der Wirtschaft nannte. Das Wunderwerk Hartz IV verlangte ein Gesetz zur Umsetzung, damit die vielen neuen Job-Center auch effizient arbeiten könnten.

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Aufrüstung an der europäischen Sozialfront

Gewisse Werte sind in der abendländischen Kultur tief verankert und werden unter den verschiedensten Bedingungen immer wieder nach oben gespült. Dies gilt vor allem im „sozialen Bereich“. Arbeitshaus, Arbeitsdienst, Galgen und elektronische Überwachung sind einem solchen Wert zugeordnet, alles phantasievolle Instrumente wie sie ansonsten nur noch bei der Verfeinerung von Foltermethoden beobachtet werden kann. Im Folgenden avantgardistische Entwicklungen auf dem Feld „Arbeitsmarkt“.

Die Aufmerksamkeit, die quer durch die Zeiten und Systeme den „Nicht-Arbeitenden“ gewidmet ist, wird seit jeher getragen von zwei unverrückbaren Säulen: einmal von der Sorge der Herrschenden um die Sicherung ihres Teiles am Gesamtvermögen der beherrschten Areale, zum anderen von der Sorge der kleinen Leute, den Rest auch noch teilen zu müssen.

Die Sorge war einmal tragendes Konzept der klassischen antiken Philosophie und mithin der ihr entstammenden Politik. Mittlerweile hat sich der Begriff der Sorge etwas gewandelt, erweitert sozusagen und begegnet uns als Sorge um den eigenen Status in Form des „Jeder ist sich selbst der Nächste“.

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Kapitalismus-Rating: “CCC”

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Quelle: Titanic

Schrottanleihen, Junkbonds, Pleitekandidaten, Bad Banks, Penny Stocks heißen die niedlichen Tierchen, die sich gegenwärtig wieder epidemisch verbreiten und nicht nur hier in Frankfurt finanzielle Schüttelfröste hervorrufen. Dauerhaft leider meistens bei denen, die weder wissen was das ist, noch jemals solche Geldmaschinchen ihr eigen nennen konnten.

Aus dem Pool der meist vermögenden Leute und Institutionen, die klandestin ihr ganzes Leben mit der Hege der vielen Vermehrungsapparate rund um das Geld fristen spielen in den letzten Jahren und Tagen nicht die Hedge Fond Manager oder ähnliche Finanz-Kommandanten eine neue Rolle. Es sind Rechenknechte im Hintergrund, die quasi über die Lebenserwartung, den Gesundheitszustand von Eigentumstitel urteilen, die 3 amerikanischen Ratingagenturen.

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Für ihre Diagnosen verwenden sie nur wenige Buchstaben und Zeichen, damit es jeder versteht und gleich in die eigene Finanzrechnung einfließen lassen kann. Die Ratingagenturen vollbringen damit Wunderdinge, sie sprechen nämlich Geld. Den einen zu und den anderen ab: je nach Note wird es für die einen teurer und die anderen billiger. So einfach ist das.

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Frankfurter Finanzwissen: Nahrungsmittelspekulation

uch ohne die aktuelle Hungersnot in Ostafrika sterben weltweit jeden Tag zwischen 25.000 und 30.000 Menschen den Hungertod. Es sind die Opfer eines nachgerade perversen Systems, dessen täglicher Blutzoll gleichsam. Bis 2008 war die Anzahl der Hunger leidenden Menschen kontinuierlich rückläufig gewesen und das Millenniumsziel der UNO, die Anzahl der [...]

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Eine Presseerklärung der Frankfurter Bauaufsicht

Der Bauaufsicht Frankfurt liegen zahlreiche Beschwerden über Frankfurter Baustellen vor. Insbesondere hat sich wohl der Eindruck eingestellt, sie würden sich in letzter Zeit unkontrolliert vermehren. Dazu ist zu sagen: Bauliche Aktivitäten sind ein Zeichen positiver Veränderung und wirtschaftlichen Wachstums und dienen darüber hinaus oftmals der Behebung von städtebaulichen Missständen. Zahlreiche Baustellen im Sommer sind durchaus etwas normales und häufig auch beliebt.

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Vorm Anfang das Ende?

Genossenschaftsmodell für Hess Natur abgelehnt
Die kuriose Idee, ein stabiles Öko-Versandunternehmen ausgerechnet an einen Finanzinvestor zu verkaufen, der selbst in dieser ohnehin nicht gut beleumundeten Branche nicht den besten Ruf genießt, und die Idee der Belegschaft, es dann doch lieber selbst zu machen, haben es bis in FAZ, Süddeutsche und FTD geschafft. Die Steine, die den Kommentatoren und anderen aufmerksamen Beobachtern klammheimlich von ihren Herzen fielen, waren hörbar, als den Genossen Beschäftigten nun der Ausschluss vom Bieterverfahren erklärt wurde.

Warum erregt der Plan, es selbstverwaltet besser zu machen, regelmäßig solche Widerstände? Eine Analyse und Einschätzung von Anton Kobel. Die Insolvenz der Arcandor AG im Sommer 2009 führte nicht nur zum Ausschlachten und Verscherbeln der Unternehmen des Karstadt/Quelle-Konzerns und der nicht in Konkurs gegangenen profitablen Töchter wie Thomas Cook – mit all ihren Folgen für Tausende Beschäftigte mit ihren Familien. Verkauft werden sollte darüber hinaus auch das Ökotextilversandhaus Hess Natur in Butzbach/Hessen.

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Nach der Erschießung statt Läuterung nun die Schließung

Bereinigung des Tatorts: Auflösung eines Jobcenters
Als in Norwegen ein idealer Schwiegersohn die Töchter anderer nicht geheiratet, sondern gemetzelt hat, seit dieser blonde hübsche junge Mann von nebenan bewiesen hat, dass man zu gewaltbereitem Fundamentalismus auch auf christlich-abendländisch konvertieren kann, steht das bürgerliche Europa ein wenig Kopf.

Vorher haben sich manche als “Gutmenschen” Geschmähte den Mund mit Warnungen fusselig geredet und die Finger auf Tastaturen wund geklopft: “Christlich-jüdisch” geprägte “hate-speech” galt dennoch als harmlos, und auch jetzt, nach Oslo, gar nicht unbedingt als verfassungsfeindlich. (1) “Menschenfeindlichkeit” ist eben etwas anderes, weit harmloseres, so scheint es, für “gutbürgerliche” “Leistungsträger”, als Verfassungsgegnerschaft, und die bemisst sich anscheinend hauptseitig an der Stellung zu den Bündnispartnern USA und Israel. Es mag also sein, dass Schmutzfinken von der selbsternannten Jihad-Watch und den europäischen Parteien der “Freiheit” (d.h. wohl freie Fahrt für freie Wutbürger) plötzlich sogar in der “Welt” eine etwas schlechte Presse haben. Nur sollten die Zeitgenossen, die die deutsche Provinz von Propagandistan kritisch beäugen, sich nicht zu früh freuen. Denn erstens ersetzt das dumpfe Zeigen auf ein Massaker keine ordentliche Analyse und Kritik. (2) Zweitens kommt das ganze Böse weit mehr aus der Mitte, als öffentlich zugegeben werden soll. Vielleicht enden die Hetzer von pi-news einfach nur als billige Sündenböcke auf dem gesellschaftlichen Pranger. Welche Ironie der Geschichte in ihrem Falle, wollten sie doch an dieser Stelle Menschen muslimischen Kulturhintergrundes ideologisch zum Abschuss freigegeben sehen.
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Sommerspiele: Das Gentrification Game

Das Wetter lädt uns diesen Sommer nicht wirklich zum Verweilen im Park auf, die Wiesen sind meistens zu naß oder kalt. Abseits vom Park oder Stoffel-Event gibt es aber noch andere lustige und zeitgemäße Unterhaltungsangebote, mit denen sich besonders echt urbane Zeitgenossen im städtischen Raum vergnügen können. Man muß sich nur etwas global umsehen [...]

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Die ökologischen Grenzen des Kapitals (II)

Eine Welle grün-ökologischer Begeisterung flutet durch die deutschen Medien und die Wahlkabinen. Tritt mit den Programmen der Grünen aber tatsächlich echter Wandel ein. Nicht unbedingt: wieso es keinen „grünen“ Kapitalismus geben kann – einige Überlegungen zu Grenzen der Grünen Partei in 2 Folgen. (erste Folge hier)

Green New Deal?
Ein kapitalistischer „Green New Deal“ scheitert somit am Kapitalismus, also an der Frage seiner „Finanzierung“. Die Mehrheit der hierzu notwendigen, technisch längst machbaren Transformationsschritte – die vor allem die gesamtgesellschaftliche Infrastruktur betreffen – können nicht mehr als neue Felder der Kapitalverwertung erschlossen werden; sie bilden Aufwendungen, die eigentlich als „Nebenkosten“ durch Prozesse erfolgreicher Kapitalverwertung finanziert werden müssten. Selbst für Deutschland, das als Profiteur der europäischen Defizitkreisläufe alljährlich enorme Leistungsbilanzüberschüsse erwirtschaftet, stellen die notwendigen finanziellen Aufwendungen eine kaum zu schulternde Herausforderung dar. In den südeuropäischen Pleitestaaten und den Zusammenbruchsregionen des globalen Südens würden die grünen Wunschträume des Green New Deal als reine Science Fiction aufgefasst werden.

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Dabei weisen die ökologisch dringend notwendigen und technisch längst machbaren Möglichkeiten einer umfassenden ökologischen Gesellschaftstransformation längst über das kapitalistische System hinaus.

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Neues vom Fahrstuhleffekt

Der sogenannte “Fahrstuhleffekt” wurde von einigen Sozialwissenschaftlern mit kritischem Anstrich entdeckt: laut Soziologen wie Ulrich Beck erlangt unser gegenwärtiger Kapitalismus seine Berechtigung aus dem schlichten Faktum, dass es nicht nur für die Großkopferten immer weiter nach oben gehe, sondern sich die ganze Gesellschaft quasi in einer großen Fahrstuhlanlage befinde: es gehe deshalb gleichzeitig für alle [...]

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Aufzüge in meinem Leben. Teil 1: Fragezeichen

Aufzüge. Welch symbolische Kraft, welch erhabene Macht, Apotheose der Vertikale, Kulmination der Y-Achse.

Und ich. Einer unter vielen. In diesem Werkzeug der Senkrechten Bewegung.

Im Folgenden möchte ich darüber berichten: über Aufzüge in meinem Leben und über mein Leben in Aufzügen.

Teil 1. Fragezeichen.

Neben einer U-Bahn-Station habe ich einen Aufzug gesehen. Naja, was ist denn daran so seltsam? Ein Aufzug ist ein Aufzug ist ein Aufzug, nicht mehr, nicht weniger, werdet Ihr sagen. Doch nein! Denn:

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Flughafen: eine hingenommene Firmenzerschlagung

Am RheinMain Airport wird gekocht und gekocht, Tausende beschäftigt das Catering unzähliger Flüge ab Frankfurt. Um genau zu sein: Sage und Schreibe 3700 Menschen arbeiten in den Großküchen am Flughafen im Dienste der LSG Sky Chefs. Genau, das ist der Laden deren viele Fahrzeuge und Container mit entsprechendem Schriftzug man überall sieht, wenn es vom [...]

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Bilanz im Falle Schwundeck: Bankrott der Menschlichkeit

2 Monate nach der Erschießung einer Antragsstellerin im Jobcenter Frankfurt-Gallus sind immer noch die gleichen Fragen offen. Eine Bilanz ist an der Zeit.

Christy Schwundeck, Deutsche nigerianischer Herkunft, hat ihren letzten Sozialbehördenbesuch am 19. Mai 2011 nicht überlebt. (1) Ihre „Erschießung“ ist, wie der „der braune mob“ sehr bald leider zurecht feststellen musste, für Behörden, Medien und Gesellschaft „anscheinend völlig unproblematisch“. (2) Die Staatsanwaltschaft hüllt sich immer noch in Schweigen, was ihre Untersuchung der Schüsse auf Christy Schwundeck angeht. Die Verantwortlichen der Sozialbehörden in Person der Sozialdezernentin Birkenfeld, des örtlichen Leiters der Arbeitsagentur Huth und der Geschäftsführerin des Jobcenter Frankfurt Czernohorsky-Grüneberg waren im Großen und Ganzen mit der Vorgehensweise der Mitarbeiter des Jobcenters Gallus zufrieden. (3)

Die allgemeine Öffentlichkeit lässt sich dieses Trauerspiel vertuschender und beschönigender Propaganda, vor allem vonseiten der Sozialbehörden, leider gefallen. Leider ist vielen nicht bewusst, welche Posse alltäglich in deutschen Jobcentern gegeben wird. Eine Posse, über die Bedürftige, die „Kunden“ dieser meist sehr unfeinen Institution, nicht lachen können, da sie in ihren Notlagen nicht nur nicht ernst genommen, sondern regelrecht verhöhnt werden. Nicht in Worten (obwohl dies auch manchmal vorzukommen scheint), sondern durch Taten, versteht sich.

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Bürgerbeteiligung à la Frankfurt – das ist so beschlossen

Was die Herrschaften darunter verstehen und wie sie es verstehen, sie dann zu umgehen.

Schwadroniert hat Frau Roth lange: von Bürgforen, dann Planungswerkstätten aber auch von Sachzwängen und Refinanzierungspflichten und Koalitionsverträgen. nur: die wichtigsten Verträge hat sie dabei ganz vergessen.

Klar und deutlich wird das Kalkül, betrachtet man das Letter of Intend von Römer und ABG, die erklärte Grundlage des Kaufvertrages zwischen der Stadt – nein der ABG Holding – und dem Land Hessen für den Ankauf des alten Campus-Areals in Bockenheim.

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Auf den ersten Blick möchte man meinen, hier ringen zwei Partner um den größtmöglichen Vorteil für beide Seiten, was öffentlichen Körperschaften auch gut anstünde, aber nur auf den ersten Blick. Sobald man die Materie genauer unter die Lupe nimmt – und sich die Akteure realistischer vorstellt als sie sich selbst darstellen – dann schwindet schnell, was sich eventuell als Hoffnungspflänzchen ans Keimen traute.

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Die ökologischen Grenzen des Kapitals (I)

Eine Welle grün-ökologischer Begeisterung flutet durch die deutschen Medien und die Wahlkabinen. Tritt mit den Programmen der Grünen aber tatsächlich echter Wandel ein. Nicht unbedingt: wieso es keinen „grünen“ Kapitalismus geben kann – einige Überlegungen zu Grenzen der Grünen Partei in 2 Folgen.
Alles soll anders werden – damit alles bleiben kann, wie es ist. Auf diese inhaltliche Essenz lässt sich der derzeitige Aufstieg der Partei der „Grünen“ reduzieren, wie er im Gefolge des japanischen Nuklearbebens den deutschen Politikbetrieb erschüttert. Während Wahlprognosen die „Grünen“ bundesweit stabil bei 25 Prozent sehen und in Baden-Württemberg der erste grüne Ministerpräsident vereidigt wurde, scheinen Essentials grüner Programmatik zum politischen Mainstream zu mutieren. So scheint die Abkehr von der Atomkraft ausgerechnet von der liberal-konservativen Regierungskoalition initiiert zu werden, die wenige Monate vor Fukushima noch eine Laufzeitverlängerung für die deutschen Atommeiler durchsetzte. Die „Energiewende“ zu einer umfassenden regenerativen Transformation des Energiesektors der BRD wird inzwischen von allen Bundestagspartien zumindest in Sonntagsreden begrüßt. Mit Milliardenbeträgen will die Bundesregierung in seltener Einheit mit den „Grünen“ die „Elektromobilität“ fördern und bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen bringen – Künast forderte sogar Kaufprämien von 5000 Euro pro Elektroauto.

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Medien-Kompass – anregende Kreisläufe


Ka-Ching – Shania Twain – MyVideo

Ja, wir wissen dass die großen Medien (”der Mainstream”) und die Politik ganz enge Allianzen eingehen. Die Berliner “Elitejournalisten” in Mitte betreuen ähnlich wie die viel größere Schar der Lobbyisten die Abgeordneten und die Parteiarbeiter bis in die Kuschelkneipen hinein. Man arbeitet eng zusammen, verwendet die gleichen Sprüche und will Effekte erzeugen. Effekte bringen Geld, viel Effekte bringen hier viel Geld. Deswegen wusste der greise Polit-Gott Helmut Schmidt schon früh, dass man in Deutschland nicht gegen “Bild” regieren kann.
Der grandiose Robert Murdoch betrieb das Effekthaschen in England besonders intensiv, hörte Tausende ab, bespitzelte so gnadenlos, wie es sonst nur staatliche Institutionen machen. Sein Abhörchef wurde – wie medial ärgerlich für die englische Regierung – zum Pressechef beim Premierminister: da weiß man was man hat und kann.

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Hausdurchsuchung in Frankfurt war rechtswidrig

Im Vorfeld der Innenministerkonferenz in Frankfurt und der Demonstration gegen sie wurden in der Nacht vom 25. auf den 26. Mai zwei Personen unter dem Vorwurf festgenommen, eine Parole gegen das Treffen der Innenminister gesprüht zu haben. Einer der beiden wurde vor seiner Festnahme gezielt von der Polizei angefahren, eine offene Verletzung [...]

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Privatisierungspläne der Stadt: die PPP-Brückenprojekte

Mitten im scheinbaren politischen Sommerloch tauchen in der Stadt Plakate gegen die Privatisierungspläne der Stadt – PPP – Brückenprojekte – auf. Warum?

Vor einem Jahr verabschiedete ein großer Teil der Stadtverordnetenversammlung den Beschluss, die Renovierung von 170 Brücken und anderen Bauwerken per ÖffentlichPrivaterPartnerschaft ( = PPP) in 30 Jahres – Verträgen für die Summe von 500 [...]

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Tod im Jobcenter Gallus – Eine Bestandsaufnahme

Fast 2 Monate nach der Erschießung einer Antragsstellerin im Jobcenter Gallus sind immer noch die gleichen Fragen offen und die Behörden schweigen.

Ja, sie hatte wahrscheinlich zuerst das Messer gezogen. Ja, sie hatte einen Polizisten wohl nicht ungefährlich verletzt, bevor dessen Kollegin auf sie schoss. Nein, sie hatte das Messer nicht gezogen, um Geld zu erpressen. Nein, sie hatte wohl nicht im Jobcenter randaliert und auch nicht dessen Mitarbeiter bedroht. Nein, ihr Anliegen war weder dreist noch außergewöhnlich – wahrscheinlich war es nicht nur menschlich falsch, sie abzuweisen und per Polizei hinauswerfen zu lassen. Wahrscheinlich gehörte es auch zur täglichen Manipulation am Sozialrecht, die so viele Kunden so vieler Jobcenter täglich erleben.

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Attacke von Nazis in Frankfurt-Bornheim

Am Dienstag, dem 5.7.11 gegen 22 Uhr wurden drei Antifaschist_innen bei einer Plakatieraktion gegen den Naziaufmarsch in Giessen am 16.7. Opfer eines Angriffs zweier Neonazis, eine davon war die hinlänglich bekannte Nina Mietz.
Die Aktivist_innen hatten auf der Berger Straße, der belebtesten Straße im Stadtteil, Plakate (”Giessen bleibt Nazifrei“) aufgehängt. Dabei wurden sie von [...]

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Veranstaltung über Neonazi-Strukturen

Informations-Veranstaltung zu Neonazi-Strukturen in Bergen-Enkheim und im Rhein-Main-Gebiet: 6. Juli 2011, 19:30 Uhr, Saalbau Volkshaus Bergen-Enkheim, Borsigallee 40, Frankfurt
Ende 2010 führten Neonazis zwei Fackelmärsche in Bergen-Enkheim durch. Hier wohnt der stellvertretende Vorsitzende der JN Hessen und Führungsmitglied der so genannten “Nationalen Sozialisten Rhein-Main” (NSRM).
Die NSRM sind gut in lokale NPD- und Neonazi-Strukturen [...]

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Ostend: Nix mit Ruhe für Bewohner

Noch vor 2 Wochen wurde auf einer Veranstaltung der FAZ im Ostend von den  Beteiligten in schöner Einmütigkeit erklärt, dass vor Ort für die Bewohner alles beim Besten sei.
Eher alles Humbug, denn das mag eher an der Perspektive und den finanziellen Mitteln der Vertreter auf dem Podium gelegen haben, denn eine neue Untersuchung (der Firma [...]

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Welt des schönen Scheins – geht weiter

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Kaum einem unvermeidlichen erscheinendem Schicksal entronnen, kommt ihm selbiges von der anderen Seite des Atlantiks wieder entgegen. DSK hat einfach kein Glück mehr bei Frauen (ausser der eigenen).

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Aktionstag 11.6. – Der Film

Ein schöner Samstag im Juni 2011, und: Wem gehört die Stadt?

Schaut euch an, was das Aktionsbündnis dazu meint!

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Das lidlt sich doch richtig!

Na gut, ich war auch schon im Aldi, wegen des Katzenfutters, des Klopapiers und sonst noch was.
Ausserdem stehen bei allen Aldi-Läden die Katzenfutterdosen gut 10 Meter nach dem Eingang auf der linken Seite, das Klopapier ein Stück dahinter quer und an der Kasse geht es dann ganz fix. Und jetzt noch Bio ohne Ende, dazwischen gelegentlich noch mehr. Der Laden rennt wie Hund, das weiß jeder, auch wenn es in letzter Zeit hierzulande etwas stottert. Fast Exportweltmeister. Ich bin da eigentlich nur zum Üben, falls ich in den laufenden Ereignissen nicht entkommen kann.

Und alle dort sind irgendwie stolz drauf: jeder kann am Bruttosozialprodukt mitarbeiten, überall. Schon wenn man auf den Parkplatz fährt, quasi mechanisch zum Dock für die Einkaufswagen strebt, sich zum Öffnen der Tür andrängelt und wie ferngesteuert durch die wenigen Regalreihen geistert. Rein, packen, raus und ab, wie im automatischen Verladebahnhof.

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Kismet

Obgleich ich noch jung an Jahren bin und dennoch gealtert -und ich weiß, es schickt sich nicht, solcherlei Dinge mit einem Nebensatz zu beginnen – weiß ich, dass mein Körper sich dazu entschieden hat mir meine drei liebsten Geräusche vorzuenthalten.
Das Bersten von Glas, wie Stahl auf Stahl schlägt, und Liebesgeflüster.
An irgend einem Punkt in meinem [...]

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Aktionstag 110611. Impressionen.

Aktionstag 11-06-11. Foto- und Videoimpressionen.

(Foto von Aylin Karacan, Text von Merzmensch)

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ABG: JUHU, mehr Miete zahlen !

Der Mietspiegel Frankfurt am Main 2011 ist raus, und es gibt Grund zur Freude. Allerdings nicht für Mieter unter der Fuchtel der ABG FRANKFURT HOLDING, einem der größten kommunalen Wohnungseigentümer Deutschlands, ca. 50.000 Wohnungen werden bei ihm verbucht. Und die müssen arbeiten für den Laden, damit man auch ordentlich Überschüsse erwirtschaftet, wie sich das für ein “modernes” kommunales Wohnungsunternehmen gehört. Und das ist nicht unbedingt gut für die Leute in den Wohnungen.

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Ostend in bester Ordnung

Zur Veranstaltung “Das Ostend im Wandel” im Institut für Neue Medien

Derartige Veranstaltungen beschreibt man am besten mit dem Fazit, das durch sie weiter verbreitet werden soll. Für das hier im Zentrum stehende Ostend lautet dies folgendermassen: “hier ist die Welt in Ordnung und es wird noch schöner werden. Dabei hatten nur die Vertreterin der Frankfurter Soziologen und der Mann vom Jugendladen Bornheim ihre leichten Zweifel, ob das denn so stimme. Die Vertreterin der „Bevölkerung“ – mir erschien sie ein bisschen wie Mutter Theresia mit Perlenkette – kümmerte sich denn auch um die Situation der Fußgänger auf der Hanauer Landstrasse (innenstadtnaher Abschnitt).

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Insbesondere die EZB verändert überhaupt nichts, weder die Läden, noch die Wohnsituation.

Als wir dann auf dem Rückweg waren, hatten wir die bereits eingetretenen Veränderungen sehr deutlich vor Augen. Und die werden sich Richtung Innenstadt rapide vermehren, sobald die Bauarbeiten in ihr Endstadium treten.

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Von Hochhäusern und anderen Schwarzbauten

Ein Urteil und seine möglichen Folgen

Frankfurts imponierende Skyline – soviel scheint sicher und diese Behauptung dürfte wohl einer gerichtlichen Überprüfung standhalten – weist einen gravierenden Mangel auf, der bei konsequenter Auslegung ihr Ende herbeiführen könnte. Zugegeben, das ist nicht sehr wahrscheinlich, doch gleichwohl eigentlich rechtlich bindend.

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Am 17. Mai diesen Jahres kam es zu einem bemerkenswerten

Urteil am Verwaltungsgericht Frankfurt.

Die derzeitige Hochhausruine an der Eschersheimer Landstrasse/Ecke Querstrasse war Gegenstand einer Klage. Wie üblich hatte die Bauaufsicht auf Betreiben der Stadtpolitik bzw. ihrer hohen Repräsentanten in bestem Einvernehmen mit dem damaligen Bauherren dieses Hochhaus 1974 mittels der beliebten Befreiung von den Auflagen des Bebauungsplanes augenzwinkernd durchgewunken. Nun beantragte der neue Eigner eine erneute Änderung, die noch weiter vom immer noch gültigen Plan abweicht – und handelte sich eine Nachbarschaftsklage ein.

Kurz: er hat sie gewonnen, der Nachbar.

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Altstadt besetzt! GO-In im geplanten Museumsdorf

Der Aktionstag am Samstag, den 11. Juni führte auch zu einer kleinen Besetzung der “Platte” am Römer, dem Rest des Technischen Rathauses. Das Statement der Besetzer zur Aktion dokumentieren wir im folgenden.

Heute entern wir die Betonplatte des ehemaligen Technischen Rathauses, um deutlich zu machen, dass wir mit der städtischen Planung dieses Altstadtareals nicht einverstanden sind. Statt innerstädtisches Wohnen und Leben für alle zu ermöglichen soll hier „hochpreisiger“ Wohnraum entstehen – und sicherstellt werden, dass sozial Schwachen, sowie nicht in den Flair des neuen Innenstadtviertels passenden Menschen das Wohnen hier unmöglich ist.

Statt den durch den Abriss des Technischen Rathauses freigewordenen Raum für alle zu öffnen, soll er wie es heißt „kleinteilig“ bebaut, aber trotzdem wieder zu betoniert werden. Ruhezonen und für alle gleichermaßen nutzbarer öffentlicher Raum wie der Archäologische Garten verschwinden im Schatten einer konsumfreundlichen Überbauung.

Mit dieser Aktion kündigen wir unseren Widerstand an. Wir protestieren gegen die Privatisierung öffentlichen Raumes und gegen eine Stadtplanung, die sich nicht an den Bedürfnissen aller in der Stadt lebenden Menschen orientiert.

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In der Bibliothek, neben der Kaffee-Theke

Eine Szene mit Brille, Glatze und viel Zucker (basierend auf wahren Begebenheiten).

Dramatis personae:
Glatze = Ein melancholischer langwüchsiger ewiger Student mit Glatze und einem eher abwesenden Gesichtsausdruck.
Brille = Ein lebensfreudiger, Optimismus ausstrahlender asiatischer Streber-Student.

GLATZE (kommt mit einer Tasse Kaffee und einer silbernen Zuckerbüchse, von der Kaffee-Theke geborgen)

BRILLE: Ach! Du – hier? Lange nicht gesehen! Und, wie?

GLATZE: Ach, alles depri, alles Scheisse… (streut sich Zucker Löffel für Löffel in die Tasse)

BRILLE: Was ist? Die Arbeit?

GLATZE: Was, welche Arbeit? Nein, ich habe Schluss gemacht… (streut sich Zucker Löffel für Löffel in die Tasse)

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“Wem gehört die Stadt?”- Ein Aktionstag in Aktion

Die FGZ hat sich als Teil des Netzwerkes “Wem gehört die Stadt” am Pfingstsamtäglichen Aktionstag beteiligt und wir können sagen: Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut! Demnächst sehen sie hier Fotos und Videos von MERZMENSCH und Karacan Aylin, die die Aktionen dokumentiert haben. Hier schon mal die Presseerklärung des Netzwerkes:

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Am 11. Juni 2011 hat das “Wem gehört die Stadt?”-Netzwerk in Frankfurt am Main mit einem stadtweiten Aktionstag gegen Verdrängung und Gentrifizierung protestiert. Mit vielfältigen Aktionen wie ‘Guerilla Gardening‘ auf der Bergerstraße, öffentlichen Frühstücken und Stadtteilspaziergängen in Bockenheim und Rödelheim, der Besetzung des ehemaligen Technischen Rathauses, einer öffentlichen Kantine und großen Performance auf dem Bockenheimer Campus, der Wiederbelebung eines Wasserhäuschens im Gallusviertel sowie einem abschließenden Rave durch die Stadt wurde die Frage “Wem gehört die Stadt?” eindrucksvoll in den öffentlichen Raum getragen.

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Stadt-AKTIONSTAG am Samstag in Frankfurt

Hier eine Übersicht zu die verschiedenen Aktionen zum beim Aktionstag.

12.00 Uhr
Zweites Frühstück am Kurfürstenplatz

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Big Vermieter is watching you

Videoüberwachung

Hin und wieder kann man in unserer kleinen Großstadt Frankfurt Orte finden, deren Existenz man bis dahin nicht einmal für möglich gehalten hätte. So ging es meiner Freundin und mir, als wir an diesem Mittwoch an einer Wohnungsbesichtigung in einem markanten Haus teilnahmen, welches an einer Straße liegt, die nach einer verdienten Frankfurter Bankiersfamilie benannt wurde.

Das Haus war optisch alles andere als ein Juwel und stach durch seine ausgeprägte Hässlichkeit aus der Masse der umliegenden netten Altbauten hervor, 15-stöckig, zwei miteinander verbundene Hochhäuser in ehemals Giftgrün, welches sich mit der Zeit durch Schmutzanhaftung in BW-Flecktarn verwandelt hatte.

Auf den Balkonen fanden sich Deutschlandfahnen (obwohl doch gerade keine WM ist), teilweise sogar gepflegte Blumen und mir fiel das merkwürdige Fehlen der, sonst an Hochhäusern wie diesem allgegenwärtigen, Sat-Schüsseln auf.
Angesichts der Fassade hätte man trotzdem damit gerechnet, dass es sich bei den Bewohnern eher um Angehörige sozial benachteiligter Gruppen handelte.
Umso mehr überraschte uns das, was wir in dem Haus vorfanden.

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Helden: Offroad im Großstadtdschungel

Zur Zeit scheint grüne Tarnfarbe fast Lieferprobleme zu haben. Die neue Bürgerlichkeit, der „bewußte Mittelstand“ drängelt sich an den Ständen des Ökokonsums, wählt die Grünen, fährt Fahrrad, zögert manchmal beim Wachstum. Zittern im klassischen bürgerlichen Lager, wenn da nicht ein kleines gallisches Dorf sich gegen die neu-moderne Übermacht tapfer schlagen würde – und immer mehr Zulauf erhält: die Gemeinde der Offroader. Das sind die unförmigen KFZ-Maschinen, mit denen ihre braven Käufer eines als letztes machen: die asphaltierte Strasse verlassen.

Dieser wachstumsbewußte SUV-Troß scheint das letzte deutsche Fähnlein zu sein, das dem chinesischen Aufbruch ins „schneller, besser, mehr“ noch Paroli bieten kann: die Mittelstands-Panzer verkaufen sich hierzulande wie blöde.

Zumindest zwei große Käufergruppen lassen sich aus der Perspektive des Großstadbewohners unterscheiden. Das Spätdreissiger-Pärchen, beide die Kragen der Polohemden forsch im Guttenberg-Stil hochgeschlagen: das dokumentiert den Mut zum Selbstfahren im schwierigen Gelände. Entweder sie mit unvermeidlichem Pferdeschwanz beim Schülerabholen, er als Consultant-Typ am Lenkrad beim energischen Queren großer Stadtkreuzungen. Die zweite Gruppe sammelt sich um den mitsechziger Ruheständler, der sich als Alt-Erfolgreicher endlich gönnt, wirklich sicher durch die immer neuen Gefahren im öffentlichen Raum zu kutschieren, „man hat es ja verdient“.

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FGZ-Aus!Lese! im Kellertheater

Letzten Sonntag, den 29.5. versammelten sich einige jugendliche IdealistInnen und ältere Besser-Spät-als Nie-Berufene, um das Projekt “Frankfurter Gemeine Zeitung” der geneigten Öffentlichkeit zu präsentieren, zumindest den Teilen derselben, die es auf sich nahmen, an einem glühend heißen Frühsommersonntagtag um 18 Uhr die Stufen des Kellertheater hinabzusteigen, dabei riskierend sowohl die Strahlen der Abendsonne wie auch den Anfang des “Tatorts” zu verpassen. Wer das nicht wollte, konnte das Ganze auch erstmalig als Livestream im Internet verfolgen.
Unter dem Titel “FGZ-Auslese” liefen die Frankfurter Gemeinen thematisch kreuz und quer durch ihre Feucht-Gebiete “Stadt und Web, Kultur und Politik”, schlugen hohe Theoriewellen, gruben tiefe Stirnfalten, sprachen über Ardi Goldmann, Erdogan, das Telefon und Killerspiele, dichteten, was das Zeug hielt, zeigten befremdliche Videos oder sangen einen Ausschnitt aus dem BGB über “Wilde Tiere” zur Gitarre. War es eben dieser Titel, der den extra aus der Nähe von Reutlingen angereisten Hund “FGZ” auf die Bühne zog? Das läßt sich nicht letztendlich sagen, auf jeden Fall schlummerte er ergeben zu Füssen der vortragenden Daniela V. Das Publikum hingegen mied den Schlummer, was ihm auch durch das mehrmalige Abspielen von Puccinis “Nessund dorma” nahegelegt wurde, schwankte zunächst aufs schönste zwischen Be-und Entgeisterung, und nach Ende des Abends und ein paar Verdauungsdrinks glücklich nach Hause.
Im folgenden einige Foto-Impressionen

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Schatten auf dem “Leuchtturm Kultur Campus”

Der “Kultur-Campus” wirft erste Schatten der Gentrifizierung auf den Stadtteil Bockenheim. Das ehemalige Institut der philosophischen Fakultät wurde im vergangenen Jahr abgerissen, das Grundstück in der Dantestraße 6 wurde verkauft. An dieser Stelle wurden 20 Luxuswohnungen gebaut, deren Preis (6500 Euro pro Quadratmeter) sich wohl nur ein Generalsdirektor oder ein Hochschulpräsident leisten kann.
Aber auch die ABG Holding will für den “Generaldirektor” bauen und eben nicht nur für die Familie mit geringerem Einkommen. Für Einkommensschwache bleiben 30 % der geplanten und geförderten Wohnungen auf dem Depot-Gelände vorbehalten. Der größere Teil der 220 Wohnungen wird für viele Menschen nicht bezahlbar. Die Miete soll (nach Angaben der Immobilien Zeitung.de vom 6.1.2011) mit 12,50 Euro/qm weit über den im Frankfurter Mietspiegel angegebenen Durchschnittsmieten (7,79 Euro/qm) liegen.

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Zum Selbstverständnis der ABG Holding ist auf deren Homepage folgende bemerkenswerte Aussage zu finden. “Gerade für Familien ist es wichtig, große und dennoch bezahlbare Wohnungen zu finden. In Kooperation mit den Tochtergesellschaften und in enger Abstimmung mit der Stadt Frankfurt am Main ist es das Ziel der ABG FH, dieser Nachfrage gerecht zu werden und mit dem Wohnraum gleichzeitig für hohe Lebensqualität und sozial ausgewogene Wohnquartiere in Frankfurt zu sorgen.”
Es bleibt dahingestellt, ob und wie bei der zukünftigen Bebauung des Campus Bockenheim die ABG Holding ihrem eigenen Anspruch gerecht wird.

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Die Zeit ist reif: DIE FGZ AM 29. MAI LIVE IM KELLERTHEATER FRANKFURT

Die “Frankfurter Gemeine Zeitung” springt kurzerhand aus dem Netz ins sogenannte “wirkliche Leben”. Am 29. Mai kann man FGZ-Autoren am eigenen und fremden Leib erleben im Rahmen einer Lesung und Performance im Frankfurter Kellertheater, Mainstrasse 2. Beginn 18 Uhr, Eintritt 5 Euro. Mit Bert Bresgen, Florian K., Merzmensch, Daniela Vollhard, Aylin Karacan, Yunus Konrad u.a.

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Nordend – kein Spass mehr

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Man weiss nicht so recht, was davon zu halten ist, das hochpreisige Nordend kämpft mit dem eigenen Standort-Vorteil und zeigt eine Leidensmiene, die seiner Attraktivität geschuldet ist. Es dreht sich wieder einmal um den Friedberger Platz, hoch gelobt und grossflächig vermüllt.

So schwankt man allenthalben, die einen auf Grund exzessiven Alkoholgenusses, die anderen vor lauter Bedenken, im Versuch, es allen Recht zu machen. Es wird darauf hinauslaufen, dass zuerst der Platz eingehaust wird. Die einfallenden Horden sehen überhaupt nicht ein, dass sie auf ihr Vergnügen nach all den Anstrengungen, den allgemeinen Wohlstand zu heben, verzichten sollen, denn das steht ihnen, den Leistungsträgern, einfach zu; die anderen verrenken sich in dem Bemühen, den Standort zu wahren und die heile kleine städtisch-bürgerliche Welt zu wahren, in die sie sich so mühselig eingekauft haben.

Das erinnert an die wirkliche Urmutter aller Spontanfeten in Frankfurt. Dazu müssen wir etwas in die Geschichte der Stadt eintauchen, so Mitte der Fünfziger, dem Jahrzehnt mit all seinem Muff und dem jenseits des Atlantik kommenden Rock’n’Roll.

Tatort: man glaubt es nicht: die Hauptwache.

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Dame Petra Roth lädt – und wird gestört

Das Ambiente erscheint sorgsam ausgesucht. Hier hat sich das weltoffene Frankfurter Bürgertum getroffen. Frankfurt hat wohl zwei Orte, an denen die „Wohlhabenheit“ dieser städtischen Eliten sich gerne gezeigt hatten: die Alte Oper und eben diese Aula der Universität. Adrette Hostessen fragen, ob sie behilflich sein können. Die Ordnungsmacht ist ausreichend und doch unaufdringlich präsent, leider kein kaltes Büffet oder wenigstens ein Gläschen Schampus. Es soll um einen „Kulturcampus“ gehen, die Einschränkung ist sorgfältig gewählt, ebenso die anvisierte „Öffentlichkeit“. Der Rahmen ist vorgegeben, dem Status der verschiedenen gesellschaftlichen Stände entspricht die Choreographie. Das plebejische der Talkshows gilt es zu vermeiden, deshalb der Eskort-Service. Ein bisschen Buntes ist gewünscht, so bildet sich Leben ab, das als weicher Standortfaktor nicht mehr zu übersehen ist.

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Rave against the machine

Letzten Freitag ging der “Rave against the machine” gegen die totale Atomisierung der Welt eines breiten Aktionsbündnis in Frankfurt ab. Er tanzte durchs heilige Bankenviertel, denn: ohne viel Knete keine großen Kraftwerke, ist doch klar.

Marcel Hoppe hat das Spektakel im Video dokumentiert:

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Es gibt kein falsches Leben im Falschen

Gestern am Rande der “Langen Nacht der Museen” in Sachsenhausen. Gruppen ziehen an der Weinstube vorbei, meistens sind es acht Leute. Aufgebretzelt oder in Jogginghosen, offenkundig bereit, sich der Kunst zu stellen wie einem Duell an diesem warmen Frühsommerabend. Wir haben wenig Gäste. Vorerst. Sie werden schon kommen, was bleibt ihnen übrig?

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Eklatante

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Merzmensch eats Easter Bunny

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Das Bahnhofsviertel – die echte Mitte Frankfurts?

Eigentlich existiert das “Viertel” gar nicht, kaum ein Durcheilender glaubt an eine echte Bewohnerschaft hinter den Fassaden, Läden, Restaurants, Etablisments in den paar Strassen vorm Frankfurter Hauptbahnhof. Es gibt im Bahnhofsviertel aber noch fast 2000 Ortsansässige, auch wenn die paar Wackeren sich mit dem flanierenden Stammpublikum zu einem schwer durchdringlichen Gemenge vermischen. Bewohnerschaften, Ökonomien und Publikumsgruppen passen entsprechend in “multikultureller” Vielfalt zum ersten Eindruck wie der längeren Geschichte des kleinen Quartiers, auch wenn der Druck durch die Umgebung von Jahr zu Jahr wächst.

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Impressionen: Frankfurt Ostern 2011

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Mein Leben mit und ohne Schnur

Ich gebe ihnen im folgenden einen Einblick in eine meiner langandauernden Beziehungen: die zum Telefon. Möglicherweise habe ich schon als Embryo erste, prägende Eindrücke im Leib meiner telefonierenden Mutter erfahren. Meine erste bewusste Erfahrung mit dem Telefon hatte ich, als mein Babysitterin (die war für meinen Bruder da, ich war ja “schon groß”) mal wissen wollte, wie das “mit dem Telefonieren geht”. Ihre Familie hatte damals noch kein Telefon und ich hatte noch nie in meinem Leben telefoniert. Also standen wir beide vor diesem grünen Ding mit Wählscheibe und fragten uns, wie das funktioniert. Naja, Nummer wählen, ganz einfach. Wir wählten eine Nummer, hoben dann den Hörer ab und hörten: “tutututuuuut”.

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Nachbetrachtungen

Zäsur, historisches Ergebnis, Energiewende. Alles wird anders. Damit es weiter gehen kann wie bisher. Wenn wir einmal von der Kaffeesatz-Leserei absehen, die die Befindlichkeiten des Wahlvolkes (eine Subspezies ohnehin nur) zu deuten beansprucht, sind es die Reaktionen der Kapitalmärkte, die uns eher verstehen lassen, was sich gerade abspielt, als die mehr oder minder tiefschürfenden Statistiken oder atemlosen soziologischen Analysen.

Deutlicher als jede andere Kennziffer, mit der diese Gesellschaft gezeichnet werden soll, tritt hier zutage, welcher Kurs eingeschlagen werden soll. Energiepolitik wird zum Markenzeichen eines ausgerufenen „Kapitalismus Soft“, einer Marktordnung mit verkleinertem Restrisiko. Schon gefällt man sich im Schwadronieren über gewaltige Anstrengungen und die Bereitschaft der Industrie, „ihr Scherflein beizutragen“ (Verband der Maschinenbauer auf der Hannover Messe) und der Schaffung – massenhaft – neuer Lohnarbeitsplätze. Die Börsen goutieren diesen neuen Optimismus – der noch nach jeder Krise gepredigt wurde.

Verschiebungen – industriell

Varkala + 059

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Our Song for Ryan Air

Es ist Frühling, die Feriensaison beginnt wieder…. ein kleines Lied zur Warnung.

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