Frankfurter Gemeine Zeitung

WEB

ACTA: Kampf gegen Kommunikations- und Ideenfreiheit

Das internationale Handelsabkommen “ACTA” bietet eine Gesetzesvorlage für die Einschränkung des Datentransfers im Internet, der sogenannten “Inhaber” sogenannter “Rechte” schützen soll, deren angebliche “geistige Eigentümer” oder “Urheber” sie sind.

ACTA würde eine weitreichende Zensur durchsetzen, die wie die Lizenz zur Erpressung der Bürger wirkt. Ein Video erklärt die Zusammenhänge und Folgen.


Politische Öffentlichkeit im Web: eine Sache der Konsumenten und Konzerne

Wir haben uns daran gewöhnt, dass Revolutionen in der westlichen Welt von Firmen ausgerufen werden, sie scheinen die einzigen zu sein, die dazu heute noch effektiv in der Lage sind. Die erfolgreichsten kamen von Apple, dem beliebten Laden für Ich-Design. Apple meint als erfolgreichste Company der Welt gerade, es wäre schon wieder soweit. Es geht diesmal um Bildung, Wissen um das Lesen, die Produktion schriftlichen Materials für und durch alle. Apples Produkt: du kannst Bücher mit einer smarten Software fix als Selbstverlag herstellen. Selbstproduzierte Bücher sollen nach Maßgabe der IT-Profitmaschine aus den USA schon in Kürze das Schulwesen prägen, dann uns alle. Das klingt toll, hat aber einen kleinen Haken, denn es geht für die Schüler nur über den Apple-Shop, respektive mit Verwendung eines iPads. Das nennt man großes Productplacement und frühe Kundenbindung, wer es sich denn leisten kann.

Eine Facette im globalen Geschehen, denn die Persönlichkeit wird sowieso zunehmend im Web erzogen. Solche Sozialisation gilt nicht nur in der Pflicht, sondern auch bei den spontanen Äusserungen: beeindruckend, wie weit sie heute tragen, aber mit ihnen baut sich das Selbst im Modus von Facebook auf. In Kürze bin ich als öffentliches Web-Tagebuch erfahrbar, zu rastern, von Crawlern nach passenden Japsern auszuspähen. Die Folgen sind absehbar: ich werde mich diesen Bedingungen zunehmend anpassen, nicht explizit, aber mit einer bestimmten Art von Vorsicht, damit mir niemand von irgendwoher etwas kann, irgendwann.

User Content

Wie kontrastieren derartige Produktofferten, Firmenöffentlichkeiten doch zu früheren Fantasien über vermeintliche Potentiale des Internets: in den 90ern wurde über freie kollektive Betätigung mit echtem politischen Impetus und neuen Ideen palavert. Technogetriebene Grasswurzelbewegungen erwarteten für die Zukunft mehr Inhalte von allen, als sie teure politische Zeitungen aus dem Printzeitalter bieten, die als Gatekeeper des “Mainstreams“ agieren.

Wie anders sollte doch alles werden, realiter rüsteten Blogs als öffentliche Instanz für „Content“ jedoch im Laufe der Zeit eher ab als auf: private Katzenerlebnisse haben eindeutig den ersten Platz, anspruchsvollere kulturelle und politische Blogs rangieren ganz weit hinten. Die Konzentration auf wenige, jetzt noch mächtigere Companies reguliert den Zugang der Öffentlichkeiten, und von den erträumten „Communities“ der Aktivisten vor 20 Jahren sind Consumer Communities geblieben, die sich mit Trend zum „Prosuming“ meist auf Firmenplattformen versammeln. „Guerilla“ bekommt dabei einen ganz neuen Klang, er verweist auf virale Kaufsymbole, die in Konsumer-Öffentlichkeiten immer mitlaufen, eben Guerilla-Marketing.

Die Web-User agieren meist eingebettet in Status und Konsum, schärfen ihr Gefühl fürs Branding, lernen das Handling der passenden Performance-Tools, üben die Selbst-Vermarktung, produzieren für den Store oder das Networking. Solche breiten Dispositionen komplettieren sich durch fehlende kollektive Aktivitäten, die etwas mehr Substanz und damit Zeit verlangen.

Orga“-Maßnahmen um technische Hilfsmittel und der Traffic der User werden im Web zum primären Kriterium, und zwar bis in die verbliebenen zivilgesellschaftlichen Aktivitäten hinein. Die Blickverengung wird an Bewegungen wie Occupy besonders in Deutschland deutlich, die ihre Power und das Fehlen Interpretationsstärke durchs „Gefällt mir“, das kleine Klick ohne viel Gedanken und Aufwand ersetzen. Den meisten erscheint es bei der nun folgenden Abwärtsbewegung schon zu mühselig, „gefällt mir nicht mehr“ zu anzutippen.

Fast aller Aufwand – im Web wie vor Ort – funktioniert inzwischen vollkommerzialisiert: arbeiten Interessierte denn bloß noch mit dem Wunsch nach Teilnahme am karrierenützlichen „Leuchtturm“ oder gegen Bezahlung? Mit welchen dauerhaften Folgen?

Der Umbau der politischen Wochenzeitung Freitag, eines der wenigen anspruchsvolleren Medien mit höherer Reichweite, liefert ein Lehrstück für das Gesagte: bei ihr kommt im „Online Journalismus“ die Enttäuschung kritischer Öffentlichkeit, die Herrschaft der Finanzsteuerung mit angeschlossener Gleichgültigkeit und die Community als Produktplacement zum Tragen: die Beteiligung Vieler im Web führte in den letzten Jahren zu einer wertvolleren Marke „Freitag“, einem einträglichen Standing für den Verleger. Sie wird nach Vorarbeit geschlossen, respektive nur noch für Zahlende zugänglich.

Der Alleinbesitzer der Zeitung aus Berlin, Millionenerbe Jakob Augstein bringt es auf den Punkt: „Wir werden über kurz oder lang die kostenlose Bereitstellung des Freitag erst einschränken und dann beenden und wir wollen die User an der Planung und Erstellung der Seite teilnehmen lassen und dafür in verschiedenen Abstufungen Geld nehmen.“ Wie schön: die User bezahlen noch für ihre eigene Arbeit. Der Duktus der Firma wird eindeutig, wenn wir den Kulturchef des Blatts hören. Er kommentiert zynisch politische Ansprüche an das sogenannte „Meinungsmedium“ Freitag: „der Chef druckt doch hier nichts für sein Geld, was ihn kritisiert !“ Aus einem politischen Blatt wird ein Product, sonst nichts, ganz einfach, was sonst.

In diesen Maßnahmen wiederholen sich Einstellungen und Prozeduren, welche die Leiharbeitsbranche seit Jahrzehnten übt, und die sich jetzt quer durch die Gesellschaft verbreiten: billige Hilfskräfte arbeiten über Hoffnung auf längere Bindungen, auf Edelfeder und Exzellenz, von den Medien bis in die Universities. Sie funktionieren für wenig Geld, wenn es um die Karrierehoffnung geht, und sie bestimmt schon fast das komplette Leben. Diese allgegenwärtigen Aktivitäten stärken unser Wettbewerbsgefühl und schotten gleichzeitig ab: „bloß nicht ausnutzen lassen“ lautet deshalb die andere Parole, gegen den „Altruismus“ vermeintlich naiver Gutmenschen und in Richtung Stärkung der persönlichen „Performance“. Passt zum Billigjob für die Karriere.

Natürlich produziert das ganze Gefüge derartiger Dispositionen auch Probleme für politisch-kulturelle Blogs/Zeitungen ohne Kommerz wie die Frankfurter Gemeine. Es fällt schwer, interessierte Autoren zu gewinnen, wir erhalten selten kontinuierlichen Input, selbst in der RheinMain Region mit ihrer Millionen-Bevölkerung. Auch 70 Tausend Studenten in der Stadt helfen dabei kaum. Sie scheinen sich in dem beschriebenen Schema dauerhaft eingerichtet zu haben, und bald lebt es sich über den Apple-Store dort noch besser. Heißt es.

Mit anderen Worten: trotz einigen Ausreissern in diesem großen Karussell bietet die gegenwärtige politisch-mediale Situation vielleicht noch schlechtere Bedingungen als vor dem Aufbau des Internets, mit Dominanz ganz weniger Großmedien. Zumindest spricht manches für diese Vermutung.

PS.: in einer neueren Verlautbarung bei einer Diskussion mit der Freitag-Community vor wenigen Tagen äusserte Jakob Augstein: “Ich fände es gut, wenn man das Eigentumsmodell ändern könnte. Aber vorher müssen wir Gewinne machen. Z. B. wäre eine Genossenschaft – nach dem Beispiel der taz – ein Modell oder auch das Mitarbeiter-Modell des „Spiegel“.  Wenn wir entsprechende Entscheidungen treffen, müssen wir das, was wir machen, in sich konsequent machen. Wir können nicht links sein wollen und inhabergeführt sein.  Das geht auf Dauer nicht, weil wir sonst nicht glaubwürdig sind.” Man wird sehen, zu was das führt.



Zoophilenhatz im Internet

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Das erste Mal in meinem Leben sah ich einen Zoophilieporno bei einem Kumpel, der dem Archteyp des bong-kettenrauchenden Otaku-Slackers entsprach und dessen höhlenartige Junggesellenbude zwischen Klamotten und Manga-Heften nur einen schmalen Korridor zum extrabreiten Fernsehbildschirm und zur Couch ließ. Er hatte den Film damals irgendwo auf einer alten VHS-Kassette gefunden.

Wir schauten ihn uns mit mehreren Freunden an, wobei die Reaktionen sehr verschieden waren. Während einigen davon schlecht wurde und sie es überhaupt nicht ertragen konnten, reagierte ich mehr mit Belustigung auf die unbeholfenen Bemühungen der Darsteller, die offensichtlich inkompatiblen anatomischen Gegebenheiten im wahrsten Sinne des Wortes zur „Deckung“ zu bringen.
Der erfolglose Versuch einer der Darstellerinnen es der russischen Zarin Katharina der Großen gleichzutun (also Geschlechtsverkehr mit einem Hengst zu haben) endete darin, dass sie ihn mit Hilfe einer Plastiktüte befriedigte. Hätte sie sich das Ergebnis ihres Bemühens nicht danach über den Kopf gekippt, hätte man das Ganze in diesem Moment leicht für ein veterinärmedizinisches Lehrvideo über die Samengewinnung bei Zuchthengsten halten können.
Naja… erregt hatte der Film allerhöchstens meine Lachmuskeln und ich glaube ganz ehrlich, dass Tiere zum Essen und nicht zum Vögeln da sind.
Aber es gibt wohl auch Menschen die darauf stehen… was soll´s?

Im Internet und insbesondere auf Facebook hat nun allerdings eine unheilige Allianz aus radikalen Tierrechtlern, Neonazis und empörten „Normalbürgern“ der Zoophilie den Kampf angesagt und sich dabei als Primärziel den Verein ZETA e.V. (Zoophiles Engagement für Toleranz und Aufklärung) herausgepickt.
Real-Life-Daten des Vorsitzenden wurden veröffentlicht und natürlich prasselte ein Schwall an Unflat und handfesten Drohungen auf den Selbigen nieder.
Besonders rechtsdrehende geistige Joghurtkulturen sprachen sogar von „Untermenschen“ und „vergasen“.
Naja… und nur nebenbei… auf der Facebook-Page der Gruppe „Stoppt-Tierversuche nehmt Kinderschänder“ tummelt sich die gleiche obengenannte unheilige Allianz und feiert ihr „Gutsein“ mit Musik der Rechtsrock-Band „Sleipnir“ .

Dabei ist, im Gegensatz zu Tierversuchen, Zoophilie nicht einmal zwangsläufig Tierquälerei. Man stelle sich beispielsweise einmal einen männlichen Elch vor, der Geschlechtsverkehr mit einer weiblichen Homo sapiens hat. Die Qualen des Elches dürften sich in Grenzen halten.
Wenn ich hingegen versuchen wollte, eine Pferde- oder Giraffenstute zu beglücken, würde dies wohl auf das sprichwörtliche „Fleischwürstchen ins Scheunentor“ hinauslaufen.

Und ZETA e.V. hat sich ja obendrein noch dem Tierschutz verschrieben, was in der praktischen Anwendung vielleicht auf „lasst die Chihuahuas, nehmt Deutsche Schäferhunde“ (an diesem Punkt ist eventuell auch klar, warum die Nazis darüber verstimmt sind) hinauslaufen könnte und so wohl eine echte Verbesserung für die Tiere und entsprechend interessierte Menschen wäre.

Ich hingegen kann die Aufregung der Nazis nicht teilen und bin froh, dass uns ZETA e.V. auch weiterhin über einen Teil der Wunderwelt der Spielarten menschlicher Sexualität aufklärt.
Bleibt nur noch die Jungs von ZETA e.V. eindringlichst zu warnen: „Don´t try this at HONEYBADGER!“.


Occupy Germany! Der Tag aus Bloggersicht

15. Oktober 2011, ein Tag, den man sich merken sollte. Erstmals gingen in der ganzen Welt, in über 900 Städten, Menschen gegen das aus dem Ruder gelaufene Finanzsystem und für mehr demokratische Partizipation auf die Strasse. Auch in Deutschland gab es in vielen Städten Veranstaltungen und ein paar Blogger haben sich zusammengetan, um ein kleines Stimmungsbild des vergangenen Tages an verschiedenen Orten zu zeichnen.
Die Berichte von Bloggern aus Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Erfurt, München (ja, sogar da gab es was) gibt es hier zu lesen.


“No more ISlave”: Steve Jobs ist tot.

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Steve Jobs Herz hat aufgehört zu schlagen und die Netzgemeinde badet in einem Meer virtueller Tränen. Auf facebook wird eine hour of silence in all social media networks ausgerufen: eine ganze Stunde lang KEIN Facebook & Co. , um seiner zu gedenken. Das ist wahre Selbstkasteiung. In so einer Stunde kommen einem komische Gedanken: z.B., dass Steve Jobs einfach so an Krebs stirbt, während die Arbeiter der chinesischen Firma Foxconn, in der Apple und Co für ein Appel und ein Ei produzieren lassen, Erklärungen unterschreiben mussten, dass sie trotz der mieser Arbeitsbedingungen keinen Selbstmord begehen. 13 Selbstmorde und 4 Selbstmordversuche von Arbeitern waren dem 2010 vorangegangen. Dann wurde eine Psychologenhotline eingerichtet und die Löhne leicht über den gesetzlichen Mindestlohn angehoben. Apple lobte daraufhin dass Untrernehmen. Viel geändert hat sich aber offenbar nicht: Bei der Eröffnung der neuen Appleläden in Honkong protestierte die Initiative Students and Scholars Against Corporate Misbehavior (Sacom) gegen die Arbeitsbedingungen bei Foxconn unter dem Slogan: “No more ISlave” und präsentierte eine Studie mit brisanten Einzelheiten.

Während ihrer zehnstündigen Schicht haben die Arbeiter keine Stühle, auf die sie sich setzen können. Machen Sie einen Fehler bei der Produktion müssen sie eine Selbstkritik schreiben, die mit ihrem Foto zur Warnung der Anderen öffentlich ausgehängt wird. Wenn die Arbeiter nicht funktionieren, droht das Management, sie durch Roboter zu

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Demonstration: ‘No MonoPress!’

Die Piratenpartei Frankfurt ruft zur Demonstration gegen das Leistungsschutzrecht für Presseverleger zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse auf !
Der Termin ist am Mittwoch,  12.10.11 um 9:00 Uhr vor dem Haupteingang der Messe Frankfurt.
Um was geht es:
Die Zeitungsverlage wollen eine Art GEMA ins Leben rufen um ihre Märkte im Netz zu verteidigen. Zunächst soll jeder Gewerbetreibende [...]

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Netz für alle 2011

Tja ok, es ist mal wieder in Berlin, aber vielleicht trotzdem ganz interessant für Web-Politische:
Am Samstag, dem 3. September richtet die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Linken die Netz-Konferenz “Netz für alle” im Berliner Bethaus aus.
Die Referentenliste ist ziemlich interessant, darunter finden sich zum Beispiel  der Netz-Theoretiker Rainer Fischbach, Constanze Kurz von [...]

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Zum Absturz politischer Hacker-Illusionen

Einige Autoren der FGZ haben nie einen Hehl aus ihrer Reserviertheit gegenüber Techno-Utopien, speziell in Gestalt des WWW gemacht – und zwar noch auf dem Hintergrund, dass sie selbst professionell mit IT beschäftigt sind. Leider hat dieser Vorbehalt am Wochenende neue Nahrung bekommen, und zwar durch eine gesellschaftliche Unterminierung ihres Tuns von den Utopisten selbst.
Aus [...]

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Ich bin´s wieder! Euer Facebook

Liebe Freunde:
Hier bin ich wieder, Euer freundliches Social-Network, besser bekannt als Facebook. Zunächst einmal möchte ich mich für Euer aller Vertrauen bedanken und vor allem dafür, dass Ihr mir so fleißig Eure Telefonnummern gegeben habt.
Das gefällt mir!
Ist es nicht praktisch, dass ihr dank Übermittlung Eurer Telefondaten nun immer die Möglichkeit habt, überall mit mir via [...]

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Stadt und Web – schrägere Allianzen

Das Web revolutioniert uns und unsere Umwelt: vom globalen Data-Highway, über den Stadtknoten durch die Straßen bis an den eigenen Schreibtisch.
Das Draußen der Stadt sieht man jetzt auch vom Notebook aus: besonders lieb gewonnen haben wir die Karten, Googles große Übersichten. “Map” und “Earth” heißen sie, Adressen und die schnellsten Routen bieten sie, plus schöne Photos, Geschäfte und Restaurants, wichtige Sehenswürdigkeiten und passende Reise-Tours, mit einem Blick wie im Landeanflug. Wichtiger Clou am feinen Service: in all dem Kartenwerk verstecken sich Hinweismarken zu netten Netz-Portalen, mit Angeboten für den Webuser – all over Frankfurt.

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Aber wie sieht das, was wir in den Karten sehen, “wirklich” aus? „ Street View“ heißt Googles Antwort darauf: damit sehen wir nicht nur Fotos von weit oben, sondern können auf Sichtweite durch Straßen fahren, virtuelle Spaziergänge machen. Ein Ökotraum, kein Spritverbrauch, rein virtueller Urlaub.
“Street View” ergänzt die städtische Infobasis, man sieht bereits vorher den Eingang zum Rathaus oder zur Arbeitsagentur, muss nicht verstört in den Straßen umherirren und sich fragen: wo steht bloß die Hausnummer? Oder virtuelles Sightseeing und Shopping als Marketingmaßnahme: ich sehe die Lage des Hotels vor der Buchung, der angebotenen Eigentumswohnung vor der Besichtigung, die Einfahrt zur Shoppingmall vorm Besuch. Städtewerbung per Web verheißt “mehr Sicherheit, mehr Kundennähe”.

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Wider den “Zeitgeist”

Irgendwann habe ich einmal auf Youtube die Filme „Zeitgeist“ und „Zeitgeist: Addendum“ gesehen. Ich fand sie damals nicht besonders gut gemacht und steckte sie in eine geistige Schublade mit Chemtrail-Hypothesen oder der Idee, das britische Königshaus sei unterwandert von einer reptiloiden Alienspezies.

In den letzten Wochen wurde ich allerdings so oft in Gesprächen mit „Zeitgeist“ und dem sogenannten „Zeitgeist-Movement konfrontiert, dass ich beschlossen habe, mich eingehender mit der Thematik zu beschäftigen, zumal das Thema in den klassischen Leitmedien kaum präsent ist, ganz offensichtlich aber zumindest im Netz eine große Fangemeinde finden konnte.
Die neueste Produktion „Zeitgeist: Moving Forward“ brachte es zum heutigen Datum bereits auf 7.434.352 Klicks.
The Zeitgeist Movement“ gefällt auf Facebook immerhin 316.918 Personen.

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Ein paar betrunkene Jugendliche mit denen ich neulich auf einem Spielplatz unterhielt, waren sogar der Überzeugung „Zeitgeist“ zeige die Lösung für alle politischen und wirtschaftlichen Probleme auf und die Begriffe „links“ und „rechts“, sowie die Politik selbst, wären dank der Erkenntnisse von „Zeitgeist“ bald völlig obsolet.
Naja… sie waren jung und betrunken, trotzdem interessierte es mich und ich begann zu recherchieren.

Was also ist „Zeitgeist“?

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Willkommen bei Facebook

Hallo lieber neuer Freund,

Ich bin es: Dein Facebook.

Ich freue mich riesig, dass wir jetzt Freunde sind und Du, meine Werbepartner und ich werden ab jetzt gemeinsam eine Menge Spaß haben.
Zunächst einmal danke ich Dir, dass Du so ehrlich warst, hier Deinen vollständigen Namen und ein biometrisches Foto von Dir hochzustellen. Das gefällt mir.
Schließlich wollen alle Deine neuen Freunde ja wissen mit wem sie es da zu tun haben.

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Gemeinsinn der Leaks ?

Felix Stadler bietet als Züricher Medien- und Kulturtheoretiker bisweilen überraschende Einsichten, die über den gewöhnlichen Kanon der kulturellen Web-Analyse hinausreichen. Das betrifft besonders einen neuen Text, der sich mit den Kontexten von Wikileaks und von Restrukurierungen gesellschaftlicher Öffentlichkeit beschäftigt. Der Artikel wurde bei Eurozine veröffentlicht und kann hier nachgelesen werden.
it-professioneller Bemerkenswert scheint mir dabei die Rolle von undichten Stellen (leaks) in Organisationen zu sein, die Stadler als fundiert in systemischen Problemen diagnostiziert. Was meint das? Das herrschende Modell der Beteiligung von Angestellten, Freiberuflern oder Werkverträglern in professionellen Organisationen steht seit 2 Jahrzehnten unter dem Ideal einer völligen Flexibilität der Engagierten. Unsere engagierenden Institutionen halten diese Verpflichtungsfreiheit für sich selbst besonders hoch, d. h. es gibt keinerlei Loyalität mit Mitarbeitern: der Markt regiert die Handlungen von Firmen wie Administrationen, und zwar auch die gegenüber dem eigenen Stab, dem eigenen Projektteam. Der Job der meisten steht immer auf Kante.

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Ein Streifzug durch die Ruinen des sagenhaften Utopia

Vor ein paar Jahren war „Second“ Life der Medienhype schlechthin, auch wenn ich bis heute niemanden persönlich kenne, der es einmal ausprobiert hat. Danach wurde es allerorten totgesagt, wobei sich immer wieder Fans zu Wort meldeten, die sich vehement gegen die Behauptung wehrten, „Second Life“ sei zur virtuellen Geisterstadt verkommen.

Als ich mich neulich wieder auf meinem Kreuzzug gegen die Ordnung und die scheinbar heile Welt (Zitat von den Hosen) durch die Weiten des Internets bewegte, beschloss ich, den Ruinen von „Second Life“ einmal einen Besuch abzustatten.

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Die Hardware hinterm Web

Da ja “Lehr-Videos” über unintendierte Effekte unseres Tuns ein bißchen in sind, und in der letzten Zeit in der FGZ so wenig Artikel zum Web, Netz und den ganzen Agenten und Robotern, die sich darin tummeln gepostet wurden: für die wenigen Leser die Englisch verstehen zeigt der folgende Lehr-Trickfilm was zur Hardware-Globalisierung.
Das Ding mit den [...]

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Wie funktioniert Geld? Und wer ist das grüne Alien?

Nach langer Überlegung habe ich beschlossen, die folgenden Videos zum Thema “Wie funktioniert Geld?” hier zu verlinken und zur Diskussion zu stellen, auch um zu zeigen, wie antisemitische Positionen beim Internetpublikum schleichend salonfähig werden.

Ich selbst habe die Videos mehrmals gesehen. Am Anfang habe ich gelacht, später blieb mir das Lachen jedoch im Halse stecken.
Richtig übel fand ich allerdings, dass ich das Video mit mehreren eigentlich politisch links orientierten Personen gesehen habe und außer mir keinem aufgefallen ist, wem diese Art von Kapitalismuskritik eigentlich in die Hände spielt.

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Soziale Bewegungen aus dem Internet

Im Zentrum des gegenwärtigen sozialen Wandels, den uns die Medien immer wieder präsentieren, wird eine „technische Revolution“ angesiedelt, die zu gänzlich neuen Erfahrungen und Verbindungen führen soll. Vor 20 Jahren wurde noch eine digitale Revolution deklamiert, die auf die Massenverbreitung von Computern setzte. Inzwischen wurde die revolutionäre Agenda weiter geschrieben und dem Internet oder Web die Fähigkeit für ausserordentliche soziale Umwälzungen zugemessen.

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Durch die Verbindung der vielen pfiffigen Geräte zusammen mit passenden „sozialen Programmen“ (ala Facebook oder Twitter) sollen gänzlich neue kollektive Kompetenzen und Verbesserungen des Lernens einzelner möglich werden. Web-Utopien vermuten gar ein breites Spektrum neuer demokratischer Potentiale. Sie reichen von Instant-Aktivierungen ala Flashmobs über demokratische Arbeitsorganisation im Stil der „Open Source Software“ Bewegung bis zu einer umfassenden Bürgerbeteiligung an öffentlicher Verwaltung und Planung via „Open Government“.

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Anspruchsvolle Medien-Integration im Web

Der Diskurs über Medien dreht sich gegenwärtig zumeist um Verlust: als Niedergang des gedruckten Buchs, des Fernsehens oder der Präsenz-Universität. All deren Leistungen sollen sich verschieben aufs Internet respektive Web. Viele Enthusiasten bejubeln den technologischen Umbau.

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Die aufmerksame Beobachterin registriert allerdings, dass sowohl das Buch, wie das Fernsehen und oft auch die Universität ganz eigene Rezipitionsstrukturen transportieren, die Leser, Fernsehende und Studierende mit mehr als einem “Content” konfrontieren. Inhalte werden hier besonders sortiert und (manchmal) in zusammengehörigen Komponenten repräsentiert.

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Digitale Kriege – Homeland

… Fortsetzung von “Digitale Kriege – Erstschlag

Sehen wir uns das Umfeld von Cyber-Wars an: hinter den genannten Institutionen der staatlichen Web-Krieger und der meist privaten Betreiber von Großanlagen verbergen sich weitere Instanzen großer Informationsmächte, die erhebliche technische und finanzielle Mittel aufwenden, bevor unsere kleinen Gadget-Regimenter für das allgemeine Publikum arbeiten können. Netzbetreiber und Provider, Technologie- und Kommunikationsanbieter, Finanz- und Service-Firmen, Kommunalbehörden und Finanzämter setzen Apparate und Software-Regimenter der einen oder anderen Art ein und können damit über Datenströme verfügen, die in unserem alltäglichen Leben wichtige Rollen spielen, jetzt schon und täglich mehr.Und wer die dazu nötigen Mittel hat kann sie engagieren.


Es lässt sich für die digitale Umwelt sogar konstatieren, dass wir in der Stadt und den Wohnungen, in der Arbeit und beim Einkauf, im Kontakt mit Freunden wie Bekannten auf diese Hilfsmittel und ihre vielfältige Vernetzung laufend angewiesen sind. Ihre Infrastruktur und Verhalten wird allerdings pausenlos reguliert, durch viele Betreiber und Anbieter am Leben erhalten .

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Digitale Kriege – Erstschlag

Mit den heißbegehrten Gadgets, die wir auf Schritt und Tritt mit uns führen, die als Mitmieter und dienstbare Lieferanten fungieren, spielen wir und erfahren durch sie die Welt. Unsere Gerätschaften sind fast immer mit einer geheimnisvollen Innenwelt ausgestattet, die inzwischen auf permanente Belagerung eingestellt ist. Die Kameras und Bildschirme, Lautsprecher und Mikrofone, Gehäuse und Tasten bilden die Aussenanlage der installierten kleinen Festungen, von denen aus im Inneren der Apparate das Regiment geführt wird. Sie bilden ein Regiment im buchstäblichen Sinne, das pausenlos in den vielen Laptops und Netbooks, den Navis und DVD-Playern, den Phones und Pads marschiert.

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Ihre Hauptbastion bilden kleine Quader, die im Gehäuse verankerten Chips, in denen elektrische Energie die smarte Truppe auf Trab hält. Ihre beweglichen Regimenter nennen wir „Programme“. Sie sind von Experten schreib- und lesbar und sorgen dafür, dass die Gadgets sich so verhalten, dass wir mit ihnen gut umgehen und sie eine Reihe von Aufgaben erfüllen können.

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Ich hab doch nichts zu verbergen!

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„Ich hab doch nichts zu verbergen“ ist wohl das Lieblingsargument aller vertrauensseligen Mitbürger, die überhaupt kein Problem damit haben, dass ihr Name und Bild auf Facebook und bald auch ihr Haus auf Gooogle-Streetview zu sehen sind.

Ist doch alles nicht weiter schlimm, denken manche, schließlich leben wir in einer Demokratie und „was sollte wohl schon einer mit meinem Bild anfangen können“.

Doch ich selbst hatte neulich erst die Ehre einer Veganerin vorführen zu drüfen, dass dies eben nicht so einfach ist.

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Anspruchsloses Web

Neue Technologien wie die großflächige Einführung der Eisenbahn, die Verbreitung der Elektrizität über städtische Straßenbeleuchtungen, das Fernsehen als massenhafte Freizeitbeschäftigung und schließlich allgegenwärtige PC- und Web-Nutzung bringen massive öffentliche Streitigkeiten über die Interpretation ihrer Folgen mit sich. Das betrifft besonders Medien wie Fernsehen und Web, deren Nutzung zur täglichen Gewohnheit wurde und die ganz anders als die Straßenbeleuchtung Symbole und Geschichten unters Volk bringen.
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Besonders die Internetnutzung erstreckt sich über die eigene Wohnung hinaus in viele Tätigkeitsbereiche, reicht oft tief in unsere Verhaltensgewohnheiten hinein

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Der Erlkönig lost in translation

Dieser Artikel ist einem der meistunterschätzten Dichter unserer Zeit gewidmet, von dem ich ein jüngeres Werk hiermit veröffentlichen möchte.

Der Künstler den ich hier vorstelle, ist deshalb so bemerkenswert, da er die erste künstliche Intelligenz ist, die eigenständige Interpretationen bekannter literarischer und lyrischer Werke in einer eigens von ihr entwickelten Metasprache liefern kann.

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Wappen für das Nordend

Durch ein Mitglied unserer Redaktion wurde ich aufmerksam auf das Stadtteilmagazin “NORDend”, welches “ein hochwertig gestaltetes Magazin zum Lesen und Schauen“ sein soll, mit hübschen Fotos und allerlei Geseiere von Wohlfühl(ex)linken wie dem Grünen-Stadtrat Lutz Sikorski.

Es wird herausgegeben im Stile eines Hochglanzmagazins und in der Presseerklärung heißt es ganz unbescheiden „somit hat NORDend beste Chancen, zum Sammelobjekt zu werden“.

Naja… jeder Mensch braucht ein Hobby und vielleicht gibt es ja irgendwo einen Messie mit ausreichendem Sammlertrieb.

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/b/ evil

Alleine mit dem Schreiben dieses Artikels breche ich bereits eine Regel.
Denn niemand sollte jemals über /b/ sprechen und wenn doch, dann höchstens als Geheimtip im Flüsterton von Freund zu Freund.
Aber da inzwischen das renommierte Computermagazin C´T darüber geschrieben hat, die Community ohnehin schon überlaufen ist, man mittlerweile der Ansicht ist, dass diese Regel nur noch [...]

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Wir sind die Roboter!

Viele von uns sind Teil eines Netzwerkes ohne es zu wissen. Ich selbst bin es wahrscheinlich auch, da ich Firewalls für eine Erfindung von Weicheiern halte, die nur unsere geliebten Online-Games unnötig verlangsamen.
Um es kurz zu sagen, sehe ich es folgendermaßen : Geringe Latenz > Sicherer Zugang.

Die Rede ist natürlich von sogenannten „Botnetzen“. Hierbei werden [...]

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Die Tiara des Dagon

Dagon 3

Dagon 4

Ich gebe es unumwunden zu:

Ich halte die katholische Kirche für eine der scheinheiligsten und verlogensten Organisationen der Welt und frage mich, wie ein aufgeklärter und erwachsener Mensch deren offenkundigen Lügen tatsächlich Glauben schenken kann. Schließlich widerspricht sich die katholische Kirche laufend selbst.

Beispielsweise haben „unfehlbare“ Päpste jahrhundertelang das Fegefeuer gepredigt, bis unser „unfehlbarer“ Benedikt beschlossen hat, es einfach abzuschaffen. Die gleichen „Unfehlbaren“ behaupteten übrigens auch, die Welt sei eine Scheibe, haben diesen Fehler aber in den 90er Jahren kleinlaut zugegeben, allerdings ohne dabei ihren Unfehlbarkeitsanspruch in Frage zu stellen. Welches Maß an orwellschem Doublethink muss wohl nötig sein, um das Offensichtliche zu ignorieren?

Über die Position zu Verhütung und Abtreibung, die antisemitischen Tendenzen, die kranke Sexualmoral, die abergläubischen Riten (z.B. Exorzismen), die Benachteiligung von Frauen, den Umgang mit den Missbrauchsfällen und die ganzen anderen Tonnen an Dreck, die diese inzwischen am Stecken hat, könnte man Bücher, dicker als das Telefonbuch von Tokio verfassen.

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Web-City

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Die Frankfurter Gemeine Zeitung möchte eine Zeitung anbieten, die lokal wie global genau hinschaut und aus dem lokalen Fokus heraus spannende globale Verbindungen zur Stadt zeigt. Gleiches gilt für Web und Stadt. Ein bekanntes Blatt in einer Stadt, die sich mit Frankfurt vergleichen lässt, ist die New York Times. Kürzlich veröffenlichte dort Virginia Hefferman ein Statement über morphologische Änlichkeiten zwischen Web und Stadt: “The Death oft the Open Web“.

Bemerkenswert an diesem Artikel ist die Gegenüberstellung der belebten Stadt und der getrennten Suburbs, die westliche Großstädte ab den 60er Jahren konfronierten mit einer gleichartigen Bewegung im Web. Während es bisher eher der Stadt glich – von schön drappierten Geschäften bis finsteren Ecken, Google bis Porno – kommt jetzt ein globaler Akteur daher, der die Wechselhaftigkeit und das Gequirle der Stadt ablösen will.

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Lesarten – in Frankfurt und drüber hinaus

Die Stadt am Main trägt einigen Stolz über ihre intimen Bezüge zu Lesbarem herum, seien das ihre Zeitungen oder Bücher, Verlage oder Messen. Lesbares, vielleicht sogar die ganze Symbolwelt befindet sich aber seit Jahren im Umbruch, sei es durch neue Technologien oder durch Globalisierung, Lesegewohnheiten und Städtekonkurrenzen. Die letzten Wochen zeigten in Frankfurt bemerkenswerte Ereignisse rund um Symbolvertilgungen. Sie waren sehr unterschiedlich gestrickt und können – ergänzt durch etwas Stadtarchäologie vom Autor dieses Artikels – Momente über die Verbindung von Medien und Stadt aufzeigen, die über unsere Buchmesse hinausgehen. Gleichzeitig aber, und das ist das Erstaunliche, verweisen sie auch auf die vielen Dimensionen, in die sich einfache Mythen über Web und Print tatsächlich auffalten lassen.

Lesen - Bild App

Eine Stadt liest ein Buch“ war das eine Ereignis: die Lebensgeschichte eines versteckten Frankfurter Juden während der Nazizeit, wiederverlegt von einem Frankfurter Verleger, gelesen an Orten in Frankfurt. Die Idee stammt aus USA, ein globaler Impuls, örtliche Realisierung. Mehr noch: das Lesen geschieht direkt als sozialer Akt, mit einzelnen Vorlesern und einer Menge Zuhörer, an vielen Orten und mit begleitenden Veranstaltungen – fast immer kostenlos. Ein „analoges“ Ereignis auf Papiergrundlage.

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Ein Hoch auf die Esoterik!

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Die Religion mag Wunder bieten an die man glauben kann. Es gibt aber auch Wunder die kann man kaufen.

Sechs kleine Glasperlen beispielsweise für 7,95 EUR, zu kaufen im Tachyon-Shop. Dafür sind die dann auch garantiert positiver Tachyon-Energie aufgeladen. Dass noch nie ein Mensch ein Tachyon gesehen, gemessen oder auch nur in der Realität nachgewiesen hat, hindert den Betreiber des Shops offensichtlich nicht Gegenstände mit Tachyonen aufzuladen und diese dann im Netz feilzubieten.

Ein anderer Internetversand bietet kleine Glasröhrchen (handelsübliche Reagenzgläser) an, die angeblich positive Informationen an Trinkwasser übertragen können.

Der Inhalt dieser Röhrchen laut Erklärung des Händlers: Mineralwasser.

Da fragt man sich doch, warum Vittel und Volvic das Zeug in Literflaschen verkaufen.

Ein weiteres Produkt des Tachyon-Verkäufers hört auf den klangvollen Namen „Clinoptil S“. Es handelt sich dabei um ein Pulver aus Spuren (!) von Boswellia sacra (Weihrauch) und Silizium in „mikronisierter Qualität“ (also feingemahlenem Sand). Ein 250 ml Fläschchen von diesem „Zauberpulver“ kostet immmerhin 27,90 EUR plus Versandkosten.

Und scheinbar gibt es Personen, die das Zeug kaufen, obwohl man mit Sicherheit davon ausgehen kann, dass die enthaltenen Stoffe keine, wie auch immer geartete, Wirkung entfalten.

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Re:publica der Clicks ? Web und Widerstand (2)

De-Digit
Zwei Pole der Web-Kultur habe ich im ersten Teil postuliert, die sich in der re:publica ausdrückten. Die Veranstaltung zeigte weder eine Unübersichtlichkeit wie der Spiegel behauptet, noch war die re:publica eine „linke Veranstaltung“ wie die Süddeutsche vermutet.
Da ist nämlich hauptsächlich der Mainstream, als Kunden-Web sozialer Plattformen, der Apps und Ads, und gegenüber etwas renitentes [...]

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Republik der Clicks ? (1)

DIGIT
Die Segen der Computationen gerieten mir letzte Woche durcheinander, als meine Autowerkstatt ihren Befund präsentierte. Früher verabschiedeten die Motoren sich viel schneller, begann der Werkstattleiter, heute meldet die Zentralelektronik ja alles. Der Motor ist also ok, aber die Zentralelektronik, die ist schon wieder hin, in Zahlen: 1400 Euro. Warum soviel Computerei, wenn sich mein Auto [...]

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Re:publica / nowhere : der Kongreß zu Web-Öffentlichkeiten

Viele Nerds aus dem Internet machen sich auf den Weg. Nicht im Web, sondern auf der Straße. Und sie sind unterwegs nicht nach Frankfurt, sondern wieder mal nach Berlin. Zum 4. Mal seit 2007 gibt es einen Kongreß zum Selbstverständnis der Internetkultur, der den 8. Kontinent weiter erkunden möchte: re:publica. Diesmal haben sich sogar 2500 Geeks angemeldet für die 3 Tage vom 14. bis 16. April, gesponsert von Google, Nokia und Philips.

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Schicksals-Mächte: Lokales und Web

Sicher möchte die FGZ nicht schlicht den Prophezeiungen des Gurus Peter Sloterdijks folgen, der das Lokale gegen die Allmacht Internet in seiner Schrift “Weltinnenraum des Kapitals” anrief. Dazu tönt sie doch zu sehr nach den Freiheitsrufen der FDP.
Aber mit der Wochenzeitung “Freitag” vermuten auch wir, dass für den Trend einiges spricht. Gegen eine Tendenz zum [...]

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Es gibt verschiedene Möglichkeiten, digitale Spuren im realen Raum zu hinterlassen. Tagging oder Graffiti, ohne Vandalismus zu betreiben; Markierungen im Sinne von “ich war hier” über das  Bereitstellen von Hintergrundinformationen zu dem Raum, in dem man sich befindet, bis zur Produktion von alternativen Wirklichkeiten über diesen Raum und Hinweisen zu ganz anderen Räumen. Eine Durchdringung [...]

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