Frankfurter Gemeine Zeitung

Audio

Guten Rutsch!

Allen, die gerade vorbeilesen, einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Wer unbedingt die Sylvester-Böllerei braucht, gleich ein alternativer musikalischer Kracher, der es in sich hat. Er ist garantiert umweltverträglich, wieder verwendbar und Nachbars Hauskatze muß keine Höllenängste durchstehen, wenn man ihn denn in gepflegter Lautstärke hört:

Ansonsten sei gerne noch Inge Hannemann zitiert – ihre Worte auf Twitter:

- – -

Ursprung des obigen Musikstückes: Everything Crash ist ein politischer Rocksteady-Titel der jamaikanischen Band The Ethiopians aus dem Jahre 1968. In deren Songtext heißt es:

Firemen strike!
Watermen strike!
Telephone company too!
Down to the policemen too!

… 1972 übernahm schließlich die damals sehr sozialistische, Kuba-nahe und gewerkschaftliche PNP die Regierung in Jamaika.

Kommt gut im Neuen Jahr an…

- Crosspost -


Max Uthoff über sozialstaatliches Waterboarding: Hartz IV

Ein aufschlussreiches Youtube-Video (Audio) rund um Bedingungen der Arbeitslosigkeit mit Begleittext (Quelle):

(veröffentlicht am 13.06.2015)

Um die Brisanz der Drohkulisse, die von den Jobcentern gefahren wird, noch einmal vor Augen zu führen, zeige ich Ihnen die Auswirkungen von Sanktionen und Sanktionsandrohungen auf die physische Lage der Betroffenen in signifikanten und zahllosen Fallbeispielen nach.(Vgl. z .B. u.a. Ames 2009, S.43; S.1611; Berliner Kampagne 2008, S.47; S.57; S.63; Griesmeier 2009, S.19ff; Daseking 2009, S.57).

Die Folgen reichen von Schlafstörungen, Depressionen bis hin zu massiven Schuldgefühlen, die bei vielen Betroffenen schlimmer empfunden werden als “Hunger” (Ames 2009, S.43 f.). Sanktionen im Zusammenwirken mit weiteren ungünstigen Situationskonstellationen führen meist zu schwerwiegenden psychosomatischen Erkrankungen.

Die Berliner Kampagne stellt in ihrer Analyse fest: “Die Auswirkungen des Fehlens von gesellschaftlicher Erwerbsarbeit auf die Befindlichkeit des Einzelnen sind gravierend. Diese Belastungen werden noch verstärkt, wenn die Menschen ständiger Sanktionsgefahr ausgesetzt sind:

Minderwertigkeitsgefühle, Depressionen, Zwänge, Suchtverhalten, soziale Ängste, psychosomatische Erkrankungen” (vgl. Daseking 2008, S. 57). Alle Studien, die sich mit Sanktionen auseinandersetzen, weisen zumeist auf die hohe psychische Belastung hin. Dies ist insofern nicht verwunderlich, da wie schon beschrieben, bereits die Möglichkeit dass Sanktionen ausgesprochen werden können eine disziplinierende Drohkulisse darstellt.

Es sei an dieser Stelle auch auf die internationale Definition von Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation (Word Healt Organisation, WHO5) hingewiesen. Gesundheit wird definiert als “ein Zustand vollständigen physischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens, der sich nichtlediglich durch die Abwesenheit von Krankheit oder Behinderung auszeichnet”.Beim Vergleich der Studien über den Sanktionsmechanismus sind häufig die Begriffe wie “Angst” verwendet worden (Existenzangst, Angst vor Verlust der Wohnung, Angst nicht zu wissen, wie man an Nahrungsmittel kommt, Gefühl der Überforderung und Hilflosigkeit sowie Ohnmachtsgefühle). Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die negativen Auswirkungen von Sanktionen auf die psychische Gesundheit von Betroffenen in den unterschiedlichen Studien klar belegt sind. Im Extremfall führen sie zu Suizidversuchen.


Jahresende 2013: zwischen den Medien Hypes

Bevor wir im Jahre 2014 alle von einer Idiotie im Quadrat gepiesackt werden, die uns unter dem Namen “Google Glass” das Web vor den Kopf nagelt, sei ein kurzer Rückblick auf das Leben in der Großstadt von heute gestattet.

Angesagtes “social” der City meint inzwischen massenhaftes Stieren nach unten, die Ohren nach innen geklappt und nichts mehr rezipieren auf dem Bürgersteig drum herum. Es heißt nicht mehr Flanieren, sondern Hetzen, Laufen bis zum Offline.

Eingeloggtes Hasten funktioniert via “Social Media”, und mit dem Tragen von Google Glass sind wir in Zukunft auch beim Aufblicken zwischen dem Twittern davon erlöst, im Lauf durch die Gassen nackt, weblos zu erfahren, was um uns vorgeht.

Nils Heinrich hat sein Gefühl dazu in ein kleines Liedchen  gepackt, das ich euch am letzten Tag des Jahres empfehle.

 


August 2013: Medien werden kurzsichtiger

Die Einführung des neuen “Leistungsschutzrechts” zum 1. August verengt das Web wieder ein Stück weiter. Während zu Beginn der Internet-Ära Träume unabhängiger Öffentlichkeiten die Diskussion über Medien belebte und die freien Präsentation vieler neuer Konzepte hinter der nächsten Tür vermutet wurde, sieht die Realität 20 jahre später ganz anders aus. Die digitalen Medien erlangten tatsächlich eine enorme Verbreitung, allerdings eine, die bemerkenswert verarmt ist – wenn wir einmal von dem Millionen Software-Gadgets oder “Apps” absehen,  die unsere Alltagsgeschäfte noch ein bißchen mehr beleben sollen.

Gehaltvolle Nachrichten im “Print” oder Mixed Media, gar Analysen werden zur Seltenheit, wenn nicht gleich überall von Reuters oder Dpa übernommmen und als Einheitsbrei unter wechselnden Namen verbreitet. Informationen fürs Volk werden inzwischen oft in “Schreibfarmen” oder gleich per Roboter erzeugt, Form und Inhalt entsprechen dann dem Herstellungsschema, wen wundert es.

Ausgedünnte Tageszeitungen, ob gedruckt oder im Web sind ein bekanntes Phänomen, Paywalls werden immer höher gezogen, die Konzentration der Medienkonzerne und Nachrichtenproduzenten hat ein ganz neues Ausmaß erreicht. Das Leistungsschutzrecht trägt den Kampf gegen kleine unabhängige Seiten und Blogs (wie auch die FGZ) noch ein Stück weiter: Zitate aus Großmedien werden ab sofort mit erheblichen Sanktionen, sprich Kosten bedroht, was ganz fix deren (eh prekäre) Existenz zur Disposition stellt.

Es versteht sich, dass die deutschen Medienkonzerne noch vor dem Stichtag vertraglich eine Ausnahme regelten: der Medienriese Google kann weiterhin frei zitieren. Offensichtlicher kann der Zuschnitt des ganzen Webs auf die Konzernbedürfnisse nicht sein!

Deshalb ist dringend geboten, die Kenntnis über verbliebene Zonen kritischer Öffentlichkeit zu verbreiten. “Wenn man Abends mal so durch das Fernsehen zappt, dann mündet das meistens in Frustration und Fraglosigkeit. Kritische Filme und Dokumentationen haben dort nämlich keinen Platz oder finden keine Zuschauer und Zuschauerinnen. Doch was heißt überhaupt kritisches Fernsehen und wie soll so eine Berichterstattung aussehen?” Ein Beispiel für den Weg zu “kritischem Fernsehen” bietet das Videoportal “leftvision“, das selbst  Videos hestellt und thematisch strukturiert zusammen mit Medien von anderen Medienschaffenden anbietet.

Eine Sonderseite der leftvision dreht sich um das Recht auf Stadt, den Video zum Widerstand gegen zunehmende Zwangsräumungen in deutschen Großstädten können wir uns gleich anschauen:

Ein Darstellung der Motivationen und des Hintergrunds von leftvision gibt es hier auf Audio, und zwar bei einem weiteren unabhängigen Medienportal.

Das Portal freie-radios.net  konzentriert spannende Beiträge freier Radios: Auf allen Kontinenten ….. gibt es community radios, radios libres oder auch Freie Radios. Häufig haben sie sich in regionalen, landesweiten und internationalen Verbänden zusammengeschlossen, etwa im Weltverband AMARC. In der BRD existiert der Bundesverband Freier Radios (BFR), in Österreich der Verband freier Radios (VFRÖ) sowie  in der Schweiz die Union nicht-kommerzorientierter Lokalradios (UNICOM). freie-radios.net wird vom BFR in Kooperation mit VFRÖ und UNICOM getragen. Nähere Informationen zur Arbeitsstruktur von freie-radios.net gibt es hier.

Die Adressenliste Freier Radios gibt es hier: www.freie-radios.de/radios/adressliste.html


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