Frankfurter Gemeine Zeitung

Internet - Diskussion

Angelinas Brüste

Nein, liebe Leser, die FGZ ist keine Plattform für Promi-Klatsch und ich habe auch nicht vor, sie zu einer zu machen.

Egal was man davon halten mag: Normalerweise pflege ich mich durch eine gehörige Portion Arroganz gepaart mit einer Prise linksintellektuellen Standesdünkels gegenüber Leuten abzugrenzen, die sich für Themen wie die Brüste von Angelina Jolie interessieren. Doch manchmal kann man bestimmten Themen nicht entkommen und dann ist nun einmal eine Synapsenverbindung, die sich eigentlich mit Philosophie oder Politik hätte beschäftigen sollen, mit “Brangelina” und ähnlichen Banalitäten zugespammed.
Doch im Kern soll es bei diesem Artikel auch nicht um Angelina Jolie, ob nun mit oder ohne Brüste, gehen.

Darum lasst mich vorab ein paar Dinge festhalten:

1. Angelina Jolie interessiert mich nicht besonders, jedenfalls nicht mehr als Lieschen Müller von nebenan. Tendenziell sogar weniger, weil Lieschen Müller ja wenigstens nebenan wohnt.

2. Angelina Jolie kann mit ihrem Körper machen was sie will. Selbst wenn sie sich ihr rechtes Bein ab Oberschenkel selbst und ohne Betäubung mit Hilfe einer Laubsäge amputiert hätte, wäre das erst mal alleine ihre Sache.

3. Frauen, die eine oder beide Brüste aufgrund von Unfällen oder Krebs verloren haben, verdienen Solidarität und Verständnis der sie umgebenden Gesellschaft.

Angelina Jolie hat mit ihrer Entscheidung sich aufgrund eines bestehenden Krebsrisikos von angeblich 87 Prozent ihre Brüste amputieren zu lassen eine Entscheidung getroffen, die einerseits zweckrational, zum anderen aber auch gewiss durch ihre persönliche Vita mit dem Krebstod ihrer Mutter bestimmt war.

Ich maße mir nicht an, diese Entscheidung zu kritisieren, selbst wenn ich die Entscheidung, zumindest nach meiner jetzigen Überzeugung, selbst so nicht getroffen hätte.
Wenn eine 87prozentige Wahrscheinlichkeit bestünde, dass ich irgendwann im Laufe meines Lebens einmal an Hodenkrebs erkranke, würde ich mir wahrscheinlich trotzdem nicht die Hoden abschneiden lassen, so lange ich nicht gesichert diagnostizierten Krebs hätte.

Was ich allerdings kritisiere, ist die mediale Präsentation ihrer Entscheidung. Die selbsternannte “Stimme des Volkes”, der Bild-Kolumnist Franz Josef Wagner feierte sie regelrecht als Heldin. Auch in den übrigen Medien erscheint mir, dass ihre Entscheidung überwiegend als vorbildlich und nachahmenswert dargestellt wird.

Wie ich bereits in einem anderen Artikel dargelegt habe, stellt das Gebot der utilitaristischen Durchrationalisierung unseres Seins eine erhebliche Bedrohung unserer Freiheit dar.
Ich würde dies nun erweitern: Die utilitaristische Durchrationalisierung unseres Seins stellt sogar eine Bedrohung unseres körperlichen Selbst dar.

Denn mit der Darstellung ihrer Entscheidung als vorbildhaft geht fast zwangsläufig die Einstellung einher, eine gegenläufige Entscheidung sei eben auch das Gegenteil von vorbildhaft, was eine Form der gesellschaftlichen Ächtung einer gegenteiligen persönlichen Entscheidung darstellt.

Die Entscheidung von Angelina Jolie wurde, sowohl von ihr selbst, als auch von den Medien, als eine Entscheidung im Interesse ihrer Kinder zelebriert.
Der Eingriff in den eigenen Körper im Interesse Anderer erscheint hierbei als ein gesellschaftlicher Imperativ, das Verweigern eines solchen Eingriffes hingegen als irrationaler Egoismus.
Im Lichte eines immer mehr um sich greifenden Regulierungs- und Machbarkeitswahns sollte man dies äußerst kritisch betrachten und es tun sich Parallelen auf, zum Beispiel zur Diskussion um Rauchverbote, wie auch zur immer mal wieder aufs Tapet gebrachten Diskussion über Impfpflichten und Erhöhung von Krankenkassenbeiträgen für selbst verschuldete Risiken.

Hier aber droht unsere Gesellschaft eine der grundlegendsten Ideen zu verwerfen, nämlich die der Autonomie über den eigenen Körper. Nicht einmal diese soll nach dem Willen der Apologeten utilitaristischer Denkweise dem Zugriff zweckrationalen Handelns entzogen sein.

Denn man muss ja auch bedenken, dass die Entscheidungsgrundlage, nämlich die 87prozentige Krebswahrscheinlichkeit, nicht Produkt ihres eigenen Handelns, sondern vielmehr Produkt der Feststellungen ihrer Ärzte ist.
Genau aber hierin liegt eine Aufgabe eigener Autonomie zugunsten eines Expertenurteils. Natürlich liegt es im Wesen wahrer Autonomie, auch Entscheidungen treffen zu können, die diese für sich selbst verwerfen.
Die Art und Weise, wie diese Entscheidung nun aber idealisiert wird, lässt mich frösteln.

Angesichts der überall grassierenden Nachfrage nach Experten, Ratgebern und Life-Coaches scheint mir dies ein gewichtiger, aber beängstigender, Zug unserer Zeit zu sein.

Leider nutzt auch Angelina Jolie ihre derzeitige mediale Hyperpräsenz um genau in dieses Horn zu stoßen. So treibt sie nun aktiv Werbung dafür, dass Frauen sich einem entsprechenden Gentest unterziehen. Die Aktienkurse des Gentest-Herstellers Myriad dankten es ihr prompt und kletterten noch einmal in die Höhe.
Ein Statement zu ihrer Operation in der New York Times mit dem Titel “My medical choice” schloss sie mit folgendem Satz:
“Life comes with many challenges. The ones that should not scare us are the ones we can take on and take control of.”

Deutlicher hätte man die geistige Essenz des Wahns universeller Kontrollierbarkeit kaum zusammenfassen können.

Auch wenn ich Angelina Jolie nicht für ihre Entscheidung kritisieren kann: Für diesen Satz kritisiere ich sie. Auf´s Schärfste!


Petition: Arbeitslosengeld II – Einführung einer bedingungslosen Grundbedürfnissicherung vom 05.03.2013

Eine neue Petition beim Deutschen Bundestag zum Mitzeichnen! Die Petition mit der Nummer 39757 läuft vom 5. März 2013 bis zum 2. April 2013 und hat die Überschrift »Arbeitslosengeld II – Einführung einer bedingungslosen Grundbedürfnissicherung vom 05.02.2013“«. Sehr gern verweise ich auf diese Petition – unbeschadet meiner Vorbehalte gegen Petitionen¹ generell. Ich finde die Petition dennoch unterstützenswert, weil sie sich direkt gegen die unerhörte Sanktionspraxis der Jobcenter und Optionskommunen richtet, den Diskussionsprozess um eben solche belebt und zurück in die öffentliche Wahrnehmung bringt.

Wer die Petition gleich mitzeichnen möchte oder sie erst einmal in Ruhe durchlesen möchte, hier der Link zur Petition: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2013/_02/_05/Petition_39757.nc.html . Bitte helft dadurch bitte, indem Ihr die Mitzeichnungs-Info weiter verbreitet.

¹ePetitionen – Sinn oder Unsinn?“, veröffentlicht am 1. Februar 2010  in Bernhards Weblog


Öffentlichkeit zwischen politischen Journalen, Infotainment und Web-Hypes

Zwischen Tageszeitung und Fernsehabend entscheiden: long ago! Heute sind wir mobil, switchen zwischen Apps und Ads, je nachdem wieviel Geld und Zeit uns gerade bleibt. Davon haben die einigen wenig und die anderen viel oder umgekehrt, und werden sehr unterschiedlich verwendet.

Dementsprechend werden Medienzugang und Öffentlichkeiten heute immer weiter differenziert. Auch ohne Tageszeitung. Welche Trends in unserem Medienalltag zeichnen sich ab?

Fortsetzung der Folge zum Umbruch in der Pressewelt

Wenn wir uns weiter im Strom technologisch  aufgerüsteter Warenwelt und ihren Regimen durch die allgegenwärtigen Medien bewegen, und uns mit ihrer Kultur beschäftigen, verstricken sich die Zusammenhänge zunehmend. OK, also das Web und sein Drumherum. Mit ihm kommen schlicht veränderte Rezeptions-Objekte in den Alltag, neue Strukturen und Kanäle: Mit den Screens werden unsere Wahrnehmungen und unsere Erwartungen buchstäblich umgerüstet, und zwar immer abhängig von dem, was wir gerade tun, oder wie ein verstecktes Programm im Nirgendwo unsere Absichten prophezeit. Die vielen Hilfsmittel dieses Web-Geschäfts lassen sich kaum aufzählen: Mit Feeds selektieren wir Realtime Heerscharen von Überschriften, die Filter von Suchmaschinen oder Portalen liefern uns immer ähnlichere, nur zu gut einzuordnende Texte bei der Nachfrage. Aggregatoren ergänzen die Vorauswahl der massenhaften Kurznachrichten, Bots untersuchen unsere Vorlieben und bieten diesen entsprechende Texte an, schließlich produzieren Apps ganz eigene Formate, die uns vielleicht spielerisch vor Artikeln im klassischen Sinn abschirmen und uns eine schöne neue Welt präsentieren. Und all das automatisch in Realtime!
Auf solchem Hintergrund lässt sich eine Dystopie öffentlicher Interpretation denken, die digitale Schwundstufe der Presse: statt recherchierte Inhalte von Tageszeitungen führt sie mittels ästhetisierenden Gadgets an der Hand. Sie statten mit Markenempfehlungen und Spielinterface die Wahrnehmung der Welt-Ereignisse aus. Eine Art „maschinelles Genießen“ in Instant-Format ersetzt politisch sensible Interpretation.
Die von Gurus gepriesene Techno-Ästhetik wirkt auf diesem Wege als Sinn-Surrogat für „Gesellschaft“, deren Elemente sich im mobilen Leben wie von selbst mit unserem ganzen Alltag vernetzen. Aber das geschieht, ohne dass wir unter die Oberfläche schauen, dorthin wo Probleme entstehen und Entscheidungen fallen. Die Kurzatmigkeit allerdings, die wir bereits mit Tageszeitungen einübten, gibt nochmal Gas, eben bei den Technoprodukten mit den vielen Knöpfen, die bereits als solche einen Großteil des Contents ausmachen und der immer höheren Frequenz ihrer Releases, mit denen sie uns beschäftigen.

Die Diagnose der Kultur und Rezeption, die sich in den letzten zwei, drei Jahrzehnten in einer Art „Reform-Agenda“ umwälzte, hat unsere Aufmerksamkeits-, Status- und Relevanz-Strukturen erheblich modifiziert und zwar über die Web-Technologien hinaus. Die technologische und die wirtschaftliche „Revolution“ marschieren voll im Gleichschritt, und wir können bereits sondierte soziale Spreizungen noch weiter ausbuchstabieren. Ehemalige Arbeitsmilieus suchen heute nach Differenzierungsgewinn, mit neuen Geschäftsfeldern und verstärktem Wettbewerb untereinander: dabei sollen gute Informationskanäle und Statusvorteile helfen. Prekaritätsmilieus dagegen ersetzen oft mangelndes Entgelt durch Sinnsuche, allerdings dem Sinn im naheliegenden, den Geheimnissen in und zwischen den Algorithmen. Der Suche nach echter „Kreativität“ frönen inzwischen viele andere, doch versandet sie meist in Befindlichkeits-, Hobby- oder Ästhetisierungsmilieus, deren ausgefahrene Schienen den Nachschub an immer neuen Produkten zu zahlungswilligen Kunden transportieren. Die Dienstleistungseliten in ihren Milieus geben sich wahlweise medial anspruchsvoller: sie verlangen nach Angeboten, die ausgeklügelte Fach- und Wellness-Produkte ergänzen. Den lokalisierten Sicherheitsmilieus dagegen, den immer Ängstlichen dürstet es nach Berichten aus der Umgebung, dem letztlich Wohlbekannten, von der Trauung bis zum Einbruch – ein leicht produzierbares Programm.
Wir befinden uns auf dem Weg in eine reale wie mediale Ghetto-Welt, die besonders kalifornische Gurus schönreden: einerseits „Massencontent“ und Social News Services, die „kostenlos“ via Bezahlungen für Benutzerinformationen oder einfachen Dienstleistungen über die Konzernportale funktionieren. Dem stehen anspruchsvolle Analysen und Statusgewinne gegenüber, die von höheren Dienstleistern bezahlt werden. Bemerkenswert dabei sind die unterschiedlichen Aufmerksamkeits- und Relevanzstrukturen, die sich bei solchen Gruppen entwickeln können: Die vermeintliche „Wissensgesellschaft“ wird auf diesem Hintergrund schließlich zur hohlen Phrase.

Den Mix von technologischen und gesellschaftlichen „Reformen“ können wir in allgemeiner Diagnose fortsetzen. Vermutlich haben sich die Arten sozialer Bindungen und unsere Orientierungen im Alltag inzwischen auf breiter Front geändert, bis in die Inflation der „Freunde“ und „Follower“ hinein, von denen wir hochaktuell nicht nur ihre Pupser oder verbrannten Frikadellen registrieren, sondern auch Vorlieben, Einkäufe und beliebte Nachrichten. Mit diesen Zirkeln persönlicher Befindlichkeiten bilden sich hybride aber regionale Freundeskreise als Stil- und Nachrichtenmilieus unter einem „sozialen Medium“ im Web, die sich als eigene Rezeptionswelt aufbauen lassen. Rezeptionswelten als Nutzerkreise können bis zu Ebenen gesteuerter „Meta-Orientierungen“ reichen, bei denen die oben aufgezählten Bots und Algorithmen filtern, selektieren und präsentieren. Solche Milieus zwitschern sich dann zwischen Celebrities, Events und News eine eigene Welt zusammen, in der sie sich gut zurechtfinden. Denkbar sind dann gar neue Individualisierungen über Internet-Hypes, Repertoires für Stilisierungen des Egos, wie sie bereits rund um Fußballvereine oder Popgrößen bekannt sind? Vielleicht eine Wahlumfrage bei deinen Facebook-Freunden? „So funktioniert Politik!“
Web-Rezeptionsmilieus formen tatsächlich breite „synästhetische“ Orientierungen unserer mobilen und multi-vernetzten Welt, die meist im Gleichtakt mit Marktbedingungen und ihren herrschenden Semantiken rund um den unvermeidliche „Marktwillen“ funktionieren: das Phone meldet mir mitten auf der Strasse den Shop in der Nähe zusammen mit seinen günstigen exotischen Angeboten, die zur aktuellen Tsunami-Meldung mit Video aus Fernost und meinen letzten Reiseeindrücken oder denen meiner „Freunde“ passt. Mit anderen Worten, vor unserer Tür steht ein komplett designter Alltagskorridor, der „Öffentlichkeit“ und „Politik“ als Komplettangebot zwischen Media und Markt in zugeschnittenen Rastern für Zielgruppen und ihre Evaluationen erfasst.

Medienmilieus

Leider ähnelt er eher einer Gummizelle denn einem öffentlichen Platz. Wir haben nämlich nur beschränkte Ressourcen, und die werden in solchen Milieus fein differenziert ausgelastet, durch die Ansagen von fern, und jeweils nach ökonomischen, kulturellen und sozialen Mitteln thematisiert. Von „Sektoren der Innovation“ oder dem Lebensstil „digitaler Boheme“, den uns manche Gurus verheißen ist meist nicht viel übrig. Eher zeichnet sich kulturelle Fragmentierung und Milieu-Verlust in der Substanz ab, und das gilt genau so für politische Milieus, dem fehlenden Link von Alltag und faktischen politischen Maßnahmen. Als Rest bleibt „Lokalkultur“, die sich prima mit dem Trend zum „Regio-Product“ verträgt. Auch hier können wir uns locker beteiligen, empfehlen und kommentieren, an unser privates Webmilieu posten, oder vielleicht direkt hinein ins REWE-Portal. Es zeigt uns in der linken Spalte zudem den DAX und der rechten die SPON News. Alles komplett.
Solche Mediamilieus bilden Zonen unserer Lebensweise ab, durch die wir uns zunehmend in den Städten bewegen, umgeben von Festungen wie Business-Districts oder Gated Communities mit den fokussierten Aktivitäten Ein- wie Ausgeschlossener, und mit marginalisierter „zivilgesellschaftlicher“ Initiative. All diese Tendenzen sind Bausteine für einen Umbau zur „pragmatischen Effizienz-Gesellschaft“. Sie gibt sich mit dürftigen Orientierungen zufrieden, und interpretiert die ganze Welt nach dem fixen Ergebnis und je eigenem Erfolg, dem Durchwurschteln mit Networking und heißen Posts: das Verhalten der „Trader“ an den Börsen liefert für sie die beste Regieanweisung. Trader zeigen aber oft blindes Herdenverhalten und Erwartungen an kritische Zivilgesellschaft werden entsprechend immer dürftiger, nur noch Wegweiser zur Plutokratie bei gefühlter Wahlfreiheit.
Die „Öffentlichen“ Medien, ihr marktgerechter Umbau in Spartenprodukte im Gadget-Stil verschmelzen damit immer mehr. Unsere Formen von Öffentlichkeit prägt Markt-Nihilismus mit pragmatischer Ideologie, die sowohl der Lifestyle-Alltag wie der prekäre Druck aufrecht erhält, Beide sind technologisch durchzogen, mit lohnend regulierten Hypes und Rankings. Wir warten bloß noch auf smarte Erzählrobots, die aus unserem ganzen Leben eine nette Story machen, die sie in den Social Medias über uns erzählen und in das Bilderbuch der Lokalbeziehungen einordnen, nach dem Motto: „Ich und Feldkamp“. Wenn es mal passt, erzählen sie auch noch über Mutti Merkel und ihren Sparstrumpf. Ich log mich dann ein, und spiele mal schnell ein neues Sparprogramm für die Griechen durch. Hepp.

Die zivilgesellschaftliche Ohnmacht scheint fugenlos ins Medienprogramm zu passen, ein Befund, der sich bestens in die strukturelle Korruption, die Nähe zu herrschenden Instanzen bis in die Tagespresse einfügt. „Zugang“ verheisst Cashflow, und er ist das Maß.
Ein unschönes Bild der Medienintegration habe ich gemalt, eines das kritisch mit dem Web umgeht, aber meilenweit von der Kulturkritik ala Schirrmacher siedelt. Doch es passt gerade zu Frankfurt so schön. Gerade im RheinMain Gebiet kam der Trend neuer Gruppierungen und Lokalitäten besonders zum Tragen. Z. B. der Bildungswandel und strikt pragmatisch Studierende mit den richtigen Apps, in der Finanzstadt mit Reichtumsgürtel und ihren Festungen ala Eschborn oder Bankenviertel. Jeder für sich und manchmal after Work Party. Frankfurts Umbau läuft seit bald 30 Jahren, und er prägt im schwarz-grünen Geist eine unternehmerische Stadt, in der die mondäne Fressgass nahe der Alten Oper ihren Apple-Shop gleich als einen Tempel der City kultiviert. All das spricht kontra haptische Orientierung ala FR, auch wenn sie schon ihre Umstellung auf iPad anleierte.

Raus aus den ausgetretenen Pfaden?

Was bleibt kritischen Medien, vielleicht gibt es für neue „emanzipatorische“ Momente noch eine Zukunft zwischen Hyperkapitalismus und administrativer Politik? Welche Reserve bleibt gegen die affirmativ-indifferente Unterhaltungs-Öffentlichkeit, die mit einem neuem „Digital Divide“ von Märkten beherrscht wird und per Markt herrscht?
Profit füllt noch nicht den ganzen Raum um „Presse“, „Öffentlichkeit“ und „Zivilgesellschaft“, im Gegenteil, sie hängt von verschiedenen Kontexten ab, sogar jetzt noch. Zum Beispiel unsere Frage nach „gesellschaftlicher Orientierung“. Es lassen sich gemischte „Formate“ denken, die von „hyperlocal“ bis „long text“ reichen. Für beides melden sich immer mehr Interessierte, gegen die kurzen hohlen Sprüche verschaffen sich Widerspenstigkeiten Raum? Zuweilen geht es in diversifizierte Diskurse, in anspruchsvolle Interpretationen und Kompilationen, in etwas abseitigen Blogwelten wie tumblr gibt es produktiv vermehrte Erzählungen, von menschlichen Poeten nicht von Bots. Doch welchen sozialen Kontext verlangt solche Poesie? Sie braucht andere Orte und Kommunikationsweisen – weg von naiver Info- und Web-Gläubigkeit, ohne Möglichkeiten zu stark zu beschneiden. Und vermutlich braucht es dafür neues Web, andere Tools, die nicht übermäßig auf pausenlose Abhängigkeit von Servern oder Schaltstellen in wenigen Händen bauen.

Doch nicht nur um die Rezeptionsbedingungen geht es: Zwischen Professionalisierung, Ökonomie und Prekarität, Content und Form dräuen zunehmenden Monopolgeschäfte und weiteren Feudalisierungen. Deswegen müssen parallel neue Arten der Finanzierung genauso her wie neue Lebensweisen. Nicht sofort müssen wir an Kapitalgesellschaften denken: Von „Free Software“ kann es eventuell zu „Public Content“ aus Initiativen heraus gehen, mit bezahlten Recherchen, selektiven Geschäfte für Berichte, die sich um spezifische Orientierungen. Ausserdem sind andere, lockere und marktferne Institutionen denkbar. Zwischen der plötzlichen Kraft von Bewegungen und anspruchsvollem Indymedia stellen sich Fragen der Institutionalisierungsformen: Hier ist wirklich Kreativität gefordert. Schließlich lassen sich öffentliche Finanzierungen nach Art der GEZ denken, etwa von neuen Nachrichtenagenturen, die organisiert wie Sozialverbände regionale Bindungen haben.

Allerdings steht derartige Utopien immer auf der Kippe, denn eine Art “nihilistischer Pragmatismus” beherrscht gegenwärtig viele Erwartungen, unterfüttert von einer Medien-Öffentlichkeit generalisierter Brandings und indifferenter Hypes. Deswegen muss sich ein subversives Konzept von Öffentlichkeiten etwa gegen den undifferenzierten Begriff von „Wissensgesellschaft“ wenden, der eher als „Ideologie“ fast das Gegenteil des Beanspruchten kultiviert, nämlich allseits bereite „professionalisierte User“.

Jedoch haben es gerade „Linke“ in ihrer marginalisierter Sprechposition schwer mit diesen Umständen, obwohl sie sich doch gerne als natürliche Kraft kritischer Öffenlichkeit verstehen. Ihre Stellung bringt jedoch selbst Ohnmacht und Nihilismus mit sich, und sie folgt sogar meist dem herrschenden iEgo. Nix mit “Solidarität”, die eher als Kampagnenparole oder romantisches Erinnern bleibt. Die Realität drückt sich in Gruppenabschottung, als Opportunismus und Trägheit aus, meist ohne ernsthaftes Interesse am medialen Umbruch – zu groß scheint die Herausforderung quer durch den ganzen Alltag.

Ausbruchsgesten gegenüber diesen Umständen und Attituden, begleitet von mehr Aufmerksamkeit für das geschilderte Geschehen kann vielleicht anregende Spielarten von Gegenöffentlichkeit fördern. Neben dem breiten Anspruch für öffentliche Förderung unabhängiger Nachrichtenagenturen stellt sie vielleicht ein Klima kritischer Zivilgesellschaft über eigene “Web-Milieus” her. Nach Art der “free software” entwickelt, könnte eine neue Software-Infrastruktur Selbstverständigungen und Community-Bildung, kulturellen Inverventionen  von Videos bis Web-Kunst, lokalen Nachrichten wie globalen Bewertungen einen Nährboden mit einem gewissen Korpus geben. Das wäre ein dichter verwobenes Netz von Sites, z. B. unter Tumblr, die einen heterogener Raum von Interpretationen, Blogs und Bildern bauen. Mit seiner freien Zugänglichkeit, vielen Ein- und ausgängen könnte dieses Web-Milieu gleichzeitig eine mediale Attraktivität ausstrahlen, die zu den großen kommerziellen Portalen oder Zeitungen einen Gegenpol bilden.


Die Frankfurter Rundschau: Absturz zwischen bürgerlicher Öffentlichkeit und Web-Wahrnehmung

Der Niedergang der deutschen  Tagespresse, unser politischen Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft. Welche Ursachen und welche Folgen haben besondere Bedeutung ? Eine kleine Serie der FGZ möchte einige Zusammenhänge und blinde Flecken im bisherigen Diskurs hierzulande, im Web wie im Print aufzeigen. Als Zeitungsblog sehen wir uns in die Probleme ein Stück weit involviert.

Zum Jahresende vermeldeten Journalisten, dass sich 2012 die Schwierigkeiten der „Qualitätspresse“ in Deutschland beschleunigten. Sie meinten damit nicht schleichende Vereinheitlichung, abstürzende „Qualität“ oder Rationalisierungen in Redaktionen, an die sich das Publikum inzwischen ebenso gewöhnt hat wie an Meldungen über eine „Bankenrettung“. Diesmal ging es ans Eingemachte, besonders hier in Frankfurt: Im November meldete die Frankfurter Rundschau Insolvenz an, kurz danach erschien zum letzten Mal die Financial Times Deutschland, also zwei Blätter, die sich so fern und doch so nah sind. Damit setzt sich ein Szenario fort, das sich von den USA ausgehend durch die westliche Welt zieht und in Frankfurt eines der ältesten Blätter der Tagespresse hierzulande erwischte.
Die ökonomischen Verwerfungen der Printmedien begleiteten eine gewisse apokalyptische Musik: gemäß ihr taucht angeblich der Niedergang des ganzen Verlagswesens am Horizont auf, vielleicht zerfällt damit gar die „bürgerliche Öffentlichkeit“, ja die ganze Zivilgesellschaft. Ihr demokratischer Schwung reicht angeblich von den Redaktionen über die Veranstaltungen in feinen Sälen bis zu den großen Diskursen quer durchs Land. Wo bisher scheinbar Großes geleistet wurde, so lautet die Geschichte, existiert plötzlich keine marktfähige Kultur mehr, die unsere Öffentlichkeit als kritische Instanz mit guten Argumenten füttert. Das ganze Feld scheint neuerdings dagegen eine gleichgültige Hingabe an technische und wirtschaftliche Strömungen zu beherrschen. Der Rest gediegener Medienarbeit verflüchtigt sich ins Web und bleibt unter der Fuchtel einzelner Monopolisten. So ungefähr liest sich die Mär vom überraschenden Niedergang anspruchsvoller Diskursöffentlichkeit, die doch nach der Wende 90 noch Multimillionen an Profit abwarf. Und dann kam noch Suhrkamp in Berlin, auch dort verwüsten die Heuschrecken ohne Geist, obwohl es sich der Verlag ferne vom kulturarmen Finanzfurt sicherer wähnte.

Bei der Frankfurter Rundschau, einem irgendwie „linksliberalen“ Blatt, das in rechts-verrutschter deutscher Medienöffentlichkeit gefährlich herum schaukelte, gab es die letzten Jahre Rettungsversuche zwischen Boulevardstil („Tom Cruises Tante ist erkältet“) und Infotainment (ein „Trendforscher“ wird bei ihr Kolumnenclown), zwischen neuem Outfit und Einsparungswellen bei ihrer Redaktion. Solche Rettung auf offener See geschah in einer City, die sich in den letzten Jahrzehnten kulturell enorm geändert hat. Vermutlich gibt es einige, desaströs zusammen wirkende Komponenten, die den Niedergang bis jetzt beschleunigten.

Ein Set kürzerer oder längerer Diagnosen begleiten den Abgang des Frankfurter Traditionsblatts. Zwischen FAZ (hier und hier), SZ, taz, Freitag, den Blättern und Medien-Blogs (hier, hier) kommen verschiedene Stile der Bestandaufnahme und variierende Perspektiven zum Abstieg zur Sprache. Mitunter wird dabei zwar stylish, aber auch höhnisch über den Verlierer geplappert. Das hinterlässt  gerade bei der taz einen unangenehmen Beigeschmack, weil sie sich selbst einerseits nur durch Spendenkampagnen über Wasser hält, und andererseits als Quasi-Zentralorgan der Grünen Bundestagsfraktion Leser mit ihrem Habit als „wohlinformierte Kreise“ ködert.

Die Diagnosen für die Besonderheiten der Rundschau konzentrieren sich auf die folgenden Punkte. Gerne kommt die Rede zügig auf eine angeblich althergebrachte Stimmung und frühmoderne Weltteilung rund um verkarstete Redaktionsfürsten, die sich in einer Haltung von Beschwerdetum und altem „Antifaschismus“ verankert hätten. Dazu passt eine hierzulande eingespielte Reinterpretation von „Reform“: die FR transportiere viel zu lange ein „konservatives“ Weltbild, kam schlicht nicht mit heutigen Wandel, einer „neuen Zeit“ zurecht. Mit diesen rhetorischen Mitteln wird eine Art „Frankfurter Höhle“ ausgegraben, in die sich das journalistische Personal vor dem Ansturm der digitalen Finanzialisierung direkt vor ihrer eigenen Tür angeblich eingrub.
Solch diagnostizierte Blindheit, Trägheit wurde im Frankfurter Verlag begleitet von einem schleichenden, manchmal offensichtlichen Qualitätsverlust, der nicht zuletzt mit dem sukzessiven Rückbau der Redaktionen in Frankfurt, Umverlagerungen nach Berlin und diese begleitenden Gesichtsverlust einher ging. Die schreibenden Kritiker aus der Branche monierten zudem den Zyklus der gescheiterten „Reformen“, die sprunghaft wechselnde Führungen im Blatt unsensibel exerzierten, mitunter wahllos mit Formaten, Stilen, Autoren und Themen experimentierten. Insgesamt, so meist das Verdikt, hat all das zu lange gedauert, und verschlechterte in der Gesamtheit eher die bereits prekäre Lage. Und es verdarb, kaum zu unterschätzen, Stimmung und Identität vor Ort.

Zwischen “Content” und Geschäftsmodell

Den Rundschau spezifischen Diagnosen schließen sich allgemeine Verdikte zum Zeitungssterben an, denn selbst Vorzeigeschüler sind inzwischen nicht gefeit, Entlassungen drohen Spiegel und Zeit, selbst der innovative englische Guardian und die Newsweek sind bedroht. Dabei schlüpft die Mediendiagnose zuweilen ins Gewand der Kulturkritik, welche besonders die FAZ wortgewandt angeht.
Viele Kommentatoren betonen mit Kenntnissen aus der Medienwirtschaft, dass es den Verlagseignern lange „zu gut ging“, in den 90ern sich das Geld im Zeitungswesen ohne viel Aufwand regelrecht scheffeln lies. Der Boom wurde allerdings begleitet von einer beschleunigten Prekarisierung der Autoren, der umgesetzten Redakteure, den vielen freien Journalisten. Diese Zeiten des leichten high profits im Print sind wohl allgemein vorbei, besonders seit im Internet eine wahre Flut kostenloser Nachrichten zu diesem, jenem und allem anderen über seine Nutzer hereinbricht, und gerade die werden im Web immer noch mehr, tummeln sich dort immer länger.
„Parasitentum“ institutionalisierter Plagiatoren auf Kosten der alten Verlage wird besonders für das Internet diagnostiziert. Web-Portale, Suchmaschinen oder Social-Media Dienste stehen am Pranger dafür, hart erarbeiteten „Content“ zu klauen, also von anderen niedergeschriebene Texte mit einem gewissen Interpretationsanspruch zu duplizieren, zu extrahieren, unter dem eigenen Markenzeichen zu verbreiten – und davon ganz gut zu leben.
Der Konter aus dem Web, von Mediaportalen oder Firmennews lautet schlicht: es war für die Printmedien lange genug Zeit und Geld da, den gewinnträchtigen Sprung in die digitale Welt zu bewerkstelligen. Sie haben aber kein Geschäftsmodell mit Perspektive entwickeln können, Pech gehabt. Nun, fast das einzige, das dort fürs breite Publikum funktioniert dreht sich um Werbung, und die war auch schon in den Genen der guten alten Tageszeitung verankert. Und da wir in der Welt freier Märkte leben…

Tatsächlich erscheint eine ungünstige Gemengelage am Horizont: hohe Erträge werden von Medienverwertern aller Art erwartet, Prekarisierung und Existenzdruck beschreiben dagegen die Zustände um die Produktion gerade von Text-„Content“, kostenfreie Dienste um gelieferte Infos aller Art breiten sich aus, eine Inflation unbezahlter Mitarbeit droht: nicht gerade ein Nährboden für engagierte Medien, eher das Gegenteil. Zentrale Säulen dessen, was einmal „bürgerliche Öffentlichkeit“ hieß, brechen weg in einer hybriden Medienlandschaft, die oft auf undurchsichtige Weise gesponsert wird, und daran, dass schlicht oft verbreitetes Interesse an ihr fehlt.

Solche Zustände und Umbrüche können aber vielfältige Gründe haben, wobei sich sicher nicht der letzte darin findet, dass der hergebrachten Medienöffentlichkeit nicht mehr viel zugetraut wird; zu viel glatt Gebügeltes und brav Gestriegeltes bestimmt dessen Feld und gar zu wenig Borstiges scheint noch auf. Solches Urteil rührt nicht allein am web-getriebenen Niedergang der Tageszeitungen und fehlenden Geschäftsmodell für digitalen Informationstransfer. Denn manche der „klassisch“ zu nennenden Printinstitutionen wie der „Economist“ konnten ihre Auflagen steigern und sind im Web einigermaßen erfolgreich. Und von wegen fehlende Geschäftsmodelle: zumindest vier ganz große Companies im Web verdienen mit „Informationstransfer“ Geld, viel Geld: Google, Amazon, Apple, vielleicht noch ein Stück weit die Firma Facebook, die wie Twitter das ganze Nachrichtenverständnis, ihre Produzenten und Leserschaft erheblich umbauten.
Dabei stellt sich aber die Frage, wie sie das denn tun, und ob sich beim Umbau der Medien-Kultur tatsächlich alles um Web-Technologien dreht? Mit anderen Worten ziele ich im folgenden darauf ab, die Kritik ein Stück zu reinterpretieren und weiter zu schreiben, denn das Gesagte scheint mir in selektiven, geradezu blickverengten Diagnosen hängen zu bleiben, die den vielen Problemen der zu selektiven, glatt gebügeltes Wahrnehmungen, im Objekt „Medienöffentlichkeit“ selbst ähneln.

Und das schöne Knistern der Zeitung

Als interessantes Beispiel für die Bewertung der Medien-Kultur kann „Rezeptionsästhetik“ dienen, als Trennlinie zwischen Tageszeitung im Print und Nachrichtenportal im Web funktioniert gerne mal eine „Papier-Haptik“. Freundinnen der Druckerschwärze führen eine synästhetisches Moment an, das im Anblick, Knistern, Umblättern, Riechen liege und damit den Genuß des Lesens einzigartig erhöhe. Gewiß können solche stoffgebundenen Wahrnehmungen eine Rolle spielen, aber der Gebrauch von Tageszeitungen zeigt noch auf ganz andere kulturelle und soziale Kontexte.
Blätter wie die Rundschau in ihrem alten, großen Format, das uns mehrere lange Artikel auf einer Doppelseite anbot, verknüpfte Haptik mit einer eigenen Collage, einem Anreiz zum Zusammenlesen verschiedener Berichte, Diagnosen und Kommentare, eine Art Weltbild in der Zeitung. „Zusammenlesen“ im sozialen Sinn kam hinzu, denn das gerne in studentischen Wohngemeinschaften gelesene Blatt verknüpfte Zusammenlesen mit Diskurs, Kommentar, Einspruch, fast wie kollektive Frühstücksrituale kultureller Interpretation. Vermeintlich war dann der Schritt zu echter politischer Öffentlichkeit nicht sehr weit. Tempi passati.
Ganz anders funktionieren professionelle Job- und Status-Leser. Eine Zeitung wie die FAZ wird erfolgsbezogen rezipiert, man hat ihre Highlights zu kennen, zwischen der Lagebeurteilung der Company und ihres Umfeld und wegen der vielfältigen Culture-Ansprüche, die etwa aus allgegenwärtigem Business-Networking resultieren. Sachlich passende Informiertheit muß sich zudem oft buchstäblich zeigen: der vorgeblich „kluge Kopf“ soll dem Umfeld mehr noch den „erfolgreichen Kopf“, also Zugehörigkeit signalisieren – oder zumindest die Bereitschaft, solches zu erreichen. In diesem Sinne funktioniert die Tageszeitung nicht nur als Communitybindung, sondern als Statussignal. Ein Statussignal, das anderen wie sich selbst gelten kann: die Haptik des Lesers mit seinem Blatt spiegelt sich ihm gleichsam beim Lesen, der FAZ-Leser empfindet sich selbst stolz als FAZ-Leser, wiederum eine gute Voraussetzung, die habituellen Eintrittsbedingungen ins Success-Milieu zu verbessern.
In beiden Fällen kann die Tageszeitung ausserdem ihren Lesern als Klammer des Tages zwischen Morgen und Abend dienen, tagsüber immer ein Stück weit als Ordnung eben dieses Tages in der für einen Tag festgeschriebenen Ordnung des Blatts erfahrbar. Ganz anders funktioniert das Vorbeihuschen sekündlich aktualisierter Web-Meldungen, die sich an die entgrenzten, oft rhythmusfreien Tage in Shortcuts anpasst. Keine Zeit für Zeitungsordnung.
Angewandt zum Beispiel auf Hochschule in RheinMain: Nicht mehr die großen Gruppen interessierter Soziologiestudenten blättern in der Frankfurter Rundschau, sondern die Scharen karrierebewusster BWLer kümmern sich um Informationsverwertung via FAZ.

Wenn wir jetzt noch an die vielen Umbrüche unserer Milieus und der Lebensweisen im allgemeinen denken, an ihre jeweils unterschiedliche Geschichte bis heute, an neue soziale Scheren, dann kann sich ein Stück weit das Verständnis verbessern, warum manche Zeitungen langsam, und manche schneller untergehen. Dazu ist allerdings noch einiges mehr nötig.

Wird fortgesetzt


Banker, Bankster, Moneten: Öffentliche Verhandlung zur 19. Kündigung einer Whistleblowerin in Frankfurt am 19. November 2012

Das Whistleblower-Netzwerk ruft auf deren Webseite unter “Frankfurt: Berufungsverhandlung über 19. Kündigung gegen Bank-Whistleblowerin” dazu auf, zur öffentlichen Verhandlung am 19. November 2012 hinzugehen: »… Umso wichtiger dürfte es sein, dem Gericht hier als aufgeklärte Öffentlichkeit über die Schulter zu schauen und Frau Fuchs im ungleichen Kampf gegen eine Großbank, die als Dach der Volks- [...]

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Cara Chanceler Merkel

Auszug aus dem Offenen Brief aus Portugal zur bevorstehenden Portugalreise der Kanzlerin:

»… Weil unsere Regierung seit einiger Zeit aufgehört hat, den Gesetzen und der Verfassung dieser Republik Folge zu leisten, müssen wir uns daher mit diesem Brief direkt an Sie wenden. Die Anwesenheit diverser Großunternehmer in Ihrer Gefolgschaft ist empörend. Sie, Frau Kanzlerin, bringen eine Reihe von Personen mit, die unter dem Deckmantel ausländischer Investitionen die Ruinen einer Wirtschaft begutachten sollen, die Ihre Politik hier sowie in Griechenland, Irland und Spanien hinterlassen hat. … Wir sind aufgewacht, Frau Merkel. Seien Sie in Portugal unwillkommen.«


Anmerkung von mir: Ein Grund mehr, sich in irgendeiner Form an den Protesten am 14. November 2012 zu beteiligen!

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Abgeordnetenkorruption: urheberrechtlich geschützt!

Ein erstaunlicher Fall struktureller Korruption spielt sich gegenwärtig rund um eine Untersuchung über Abgeordnetenkorruption in Deutschland ab, die vom Deutschen Bundestag selbst in Auftrag gegegeben wurde. Sie lässt Deutschland, von dem parlamentarische Vertreter gerne das Bild der Unschuld zeichnen, einigermaßen schlecht aussehen. Dieser Befund lässt sich in einer Untersuchung des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags nachlesen, [...]

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Aktionstag gegen INDECT am 20. Oktober

Während in Frankfurt die Zukunft von BLOCKUPY diskutiert wird, finden in anderen deutschen und europäischen Städten Aktionen gegen eine neue Stufe staatlicher Überwachung der Öffentlichkeit und des Lebens in unseren Städten statt: “INDECT“.

INDECT ist ein EU-Forschungsprojekt, das eine umfassende Vernetzung von alten und neuen Überwachungs-Techniken anstrebt. Es steht für “INtelligent informa­tion system supporting observation, searching and DEteCTion for security of citizens in urban environment”, ein “Intelligentes Informationssystem, das Überwachung, Suche und Entdeckung für die Sicherheit von Bürgern in einer städtischen Umgebung unterstützt”. Seit 2009 wird dieses EU Forschungsprojekt vorangetrieben.

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Problem, libertarians?

Problem Libertarians

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Neue Ideen vom Kongreß: “Stadt der Ströme”

Interdisziplinäre Tagung “Stadt der Ströme – zur digitalen Stadt in analogen Räumen” vom 12.-14. Juli 2012 im Hans Otto Theater in Potsdam

Stadt der Ströme - Logo

Die Globalisierung und Digitalisierung verändert die Wahrnehmung und Aneignung städtischen Lebens tiefgreifend. Was heißt das für das Zusammenleben der Menschen, für die Gestaltung von städtischer Infrastruktur und Architektur, die Sozialräume, die Verantwortlichkeiten für Menschen, die nicht nur jung, dynamisch, flexibel und gesund sind? Wie wird das Verhältnis von Distanz und Nähe, Verantwortung und Unverbindlichkeit neu justiert?

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Leistungsschutzrecht. Der feine Unterschied.

LeistungsschutzrechtMerzmensch

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Schufa vs. Facebook

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Die zukunftsblickenden Damen und Herren von Schufa sind stets am Ball der Zeit. Sie haben einen grandiosen Plan entwickelt, wie “Der Spiegel” berichtet:

Nun wird die Kreditwürdigkeit anhand der Aktivitäten in Sozialen Netzwerken und Microblogging-Diensten wie Facebook oder Twitter festgestellt.

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SPIEGELblog- Medienkritik aus fragwürdiger Ecke

Über ein Leitmedium wie den Spiegel kritisch zu berichten und dessen durchaus manipulative Tendenzen aufzudecken ist ein ehrenvolles Anliegen. Diesem Anliegen hat sich der Spiegelblog, der von dem Hamburger Journalisten und Autor Thorsten Engelbrecht betrieben wird, verschrieben, welches verspricht „kritische Analysen über ein deutsches Nachrichtenmagazin“ zu liefern.

Das Blog nimmt damit vordergründig den Gedanken des Bildblogs auf, welches bereits seit Jahren Deutschlands größtem Boulevardblatt erfolgreich auf die Finger schaut und auch mit witzigen und kreativen Ideen auf den Stil und die Machenschaften von Bild aufmerksam macht. (z.B. „Wir fotografieren zurück“ oder dem „Schlagzeil-O-Mat“).

Auch das Spiegelblog trifft an einigen Punkten den Nagel auf den Kopf, wie beispielsweise mit seiner Kritik an der peinlich plumpen Art und Weise, in der der Spiegel versuchte, Peer Steinbrück als Kanzlerkandidaten der SPD in Stellung zu bringen.

Wer sich allerdings ein Wenig mehr mit dem Spiegelblog und der Person des Torsten Engelbrecht beschäftigt, kann dabei doch ein ungutes Gefühl bekommen.

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Jingjing fucks Chacha- A rule34 on chinese censorship

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Die zwei Comicfiguren Jingjing und Chacha stehen für die chinesische Zensur. Sie erscheinen immer dort, wo man von China aus eine Internetseite aufrufen will, die das chinesische Regime vor seiner Bevölkerung verbergen möchte.
Politisch missliebige Inhalte, aber auch Pornographie werden von ihren strengen Argusaugen aufgespürt.
Doch wie so oft praktizieren die strengsten Moralisten und die härtesten Zensoren die größte Doppelmoral. Während Jingjing und Chacha ihren Landsleuten jegliche Pornographie verbieten, praktizieren sie selbst den allergeilsten Pornosex, wann immer sie sich unbeobachtet fühlen.
Was für versaute Früchtchen unsere beiden braven Polizisten in Wirklichkeit sind, wird die folgende Geschichte zeigen, die außerdem der vielleicht erste Zensurporno der Welt ist.
Als Hinweis an alle empfindsamen Linken, die unsere FGZ lesen, möchte ich darauf hinweisen, dass die folgende Geschichte pornographische Inhalte enthält und bestimmt auch irgendwie sexistisch ist. Ich möchte hiermit betonen, dass ich gegen Sexismus bin.
Allerdings erschien mir die Vorstellung, dass zwei Figuren, die symbolisch für Unterdrückung stehen, unsexistischen und gleichberechtigten Sex haben könnten, irgendwie obszön.

Auf den Jugendschutz achte ich natürlich genauso wirksam wie alle anderen Pornoseiten.
Wer ab diesem Punkt weiterliest bestätigt damit, dass er über 18 ist. Jüngere Personen klicken stattdessen diesen Link.

Wobei… eigentlich ist dies hier ja gar kein Porno, sondern politische Satire, also Kunst.
Wer jetzt schon fröhlich drauflosmasturbieren wollte, dem muss ich deshalb sagen Hände aus dem Schritt!

Nach Auffassung des Sonderausschusses des Bundestags für die Strafrechtsreform sind Schriften, Ton- und Bildträger dann als pornografisch einzustufen, wenn sie „zum Ausdruck bringen, daß sie ausschließlich oder überwiegend auf die Erregung eines sexuellen Reizes bei dem Betrachter abzielen und dabei die im Einklang mit allgemeinen gesellschaftlichen Wertvorstellungen gezogenen Grenzen des sexuellen Anstandes eindeutig überschreiten“ ( BT-Drs. VI/3521 S. 60)

Und das ist hier ja nicht der Fall. Also Ball flach halten und viel Spaß bei der Story Ihr Jugendschützer:

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“How about:” ~ Ein offener Brief~

Hey Berlin!

duell

Du psychedelisch verpepte Parlamentarische Preussenpussy,
Verschlingerin aller Künste,
Du Vietnam des Nordens,
Was soll ich von dir halten?

Du hast den Ossis die Freiheit geschenkt:
Und jetzt werden aus unseren Verwandten Nazis…
Weil aus Mauerstücken plötzlich ein Geschäft geworden ist.
Schade. Echt schade.

Ein Grienen an die Ohren getackert
Schleppst Du Dich durch die Nächte
Und fickst um Dein Leben,
Weil Dich sonst so friert.

Mexico City ist eine Stadt
Istanbul ein Kontinentalbruch
Mein Herz ein Tempel
Und Du hast nur AIDS.

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Politische Öffentlichkeit im Web: eine Sache der Konsumenten und Konzerne

Wir haben uns daran gewöhnt, dass Revolutionen in der westlichen Welt von Firmen ausgerufen werden, sie scheinen die einzigen zu sein, die dazu heute noch effektiv in der Lage sind. Die erfolgreichsten kamen von Apple, dem beliebten Laden für Ich-Design. Apple meint als erfolgreichste Company der Welt gerade, es wäre schon wieder soweit. Es geht diesmal um Bildung, Wissen um das Lesen, die Produktion schriftlichen Materials für und durch alle. Apples Produkt: du kannst Bücher mit einer smarten Software fix als Selbstverlag herstellen. Selbstproduzierte Bücher sollen nach Maßgabe der IT-Profitmaschine aus den USA schon in Kürze das Schulwesen prägen, dann uns alle. Das klingt toll, hat aber einen kleinen Haken, denn es geht für die Schüler nur über den Apple-Shop, respektive mit Verwendung eines iPads. Das nennt man großes Productplacement und frühe Kundenbindung, wer es sich denn leisten kann.

Eine Facette im globalen Geschehen, denn die Persönlichkeit wird sowieso zunehmend im Web erzogen. Solche Sozialisation gilt nicht nur in der Pflicht, sondern auch bei den spontanen Äusserungen: beeindruckend, wie weit sie heute tragen, aber mit ihnen baut sich das Selbst im Modus von Facebook auf. In Kürze bin ich als öffentliches Web-Tagebuch erfahrbar, zu rastern, von Crawlern nach passenden Japsern auszuspähen. Die Folgen sind absehbar: ich werde mich diesen Bedingungen zunehmend anpassen, nicht explizit, aber mit einer bestimmten Art von Vorsicht, damit mir niemand von irgendwoher etwas kann, irgendwann.

User Content

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FKHR- Wir machen Menschen transparent

Wir machen Menschen

Wünschen Sie sich auch mehr Verlässlichkeit in Ihrem persönlichen Umfeld? Wollen Sie Ihren Mitmenschen endlich uneingeschränkt vertrauen können?
Die Florian K. Human Rating Ltd. (kurz FKHR) kann Ihnen helfen, diese Wünsche wahr werden zu lassen. Wie?
Lesen Sie hier eine kurze Information über Geschichte und Hintergrund unseres jungen und engagierten Unternehmens und entscheiden Sie dann selbst, ob Sie einen Schritt in die Zukunft gehen und gemeinsam mit uns in eine bessere und effizientere Welt investieren wollen.

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Das ist der Virus

BKA
I.
Dies ist der Virus. Er sieht aus wie man sich in einem überkorrektem Traum eine Seite des Bundeskriminalamtes vorstellt. Tatsächlich behauptet er dies von sich selbst. Er taucht plötzlich auf wie ein Terrorist oder ein flüchtiger Bekannter. Hier, in meinem Zimmer auf meinem Bildschirm. Er sagt: “Es ist die ungesetzliche Tätigkeit enthüllt!” Illegale Software: Kinderpornographie, Sodomie, E-Mails terroristischen Inhalts. Die Sperre meines Computers dient dazu, meine illegale Tätigkeit zu unterbinden. Aber ich bräuchte nur 100 Euro zu überweisen, dann würde mein PC wieder freigeschaltet. Nur 100 Euro. Das ist das verlockende, die metaphysische Dimension:

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Zoophilenhatz im Internet

Zoophiliepic

Das erste Mal in meinem Leben sah ich einen Zoophilieporno bei einem Kumpel, der dem Archteyp des bong-kettenrauchenden Otaku-Slackers entsprach und dessen höhlenartige Junggesellenbude zwischen Klamotten und Manga-Heften nur einen schmalen Korridor zum extrabreiten Fernsehbildschirm und zur Couch ließ. Er hatte den Film damals irgendwo auf einer alten VHS-Kassette gefunden.

Wir schauten ihn uns mit mehreren Freunden an, wobei die Reaktionen sehr verschieden waren. Während einigen davon schlecht wurde und sie es überhaupt nicht ertragen konnten, reagierte ich mehr mit Belustigung auf die unbeholfenen Bemühungen der Darsteller, die offensichtlich inkompatiblen anatomischen Gegebenheiten im wahrsten Sinne des Wortes zur „Deckung“ zu bringen.
Der erfolglose Versuch einer der Darstellerinnen es der russischen Zarin Katharina der Großen gleichzutun (also Geschlechtsverkehr mit einem Hengst zu haben) endete darin, dass sie ihn mit Hilfe einer Plastiktüte befriedigte. Hätte sie sich das Ergebnis ihres Bemühens nicht danach über den Kopf gekippt, hätte man das Ganze in diesem Moment leicht für ein veterinärmedizinisches Lehrvideo über die Samengewinnung bei Zuchthengsten halten können.
Naja… erregt hatte der Film allerhöchstens meine Lachmuskeln und ich glaube ganz ehrlich, dass Tiere zum Essen und nicht zum Vögeln da sind.
Aber es gibt wohl auch Menschen die darauf stehen… was soll´s?

Im Internet und insbesondere auf Facebook hat nun allerdings eine unheilige Allianz aus radikalen Tierrechtlern, Neonazis und empörten „Normalbürgern“ der Zoophilie den Kampf angesagt und sich dabei als Primärziel den Verein ZETA e.V. (Zoophiles Engagement für Toleranz und Aufklärung) herausgepickt.

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“Straßenabitur”- Leistungskurs Verschwörungstheorie

Annuit Coeptis

Wer einmal in letzter Zeit mit Leuten gechilled hat, die mehr “streetwise” als “schoolwise” sind, die zwar ihre Realschule mit Ach und Krach geschafft haben, aber dafür das „Staßenabitur“ mit einer glänzenden Eins bestanden haben, dem fällt folgendes auf:

Diese Jungs und Mädels entwickeln eine ungeheure Affinität zu Verschwörungstheorien bis zu dem Punkt, dass sie ihr „Wissen“ über die „Weltverschwörung“ ernsthaft für Bildung halten.

Ich mache mir in Diskussionen mit diesen Leuten gerne einmal den Spaß, mich diesen Theorien parodistisch-analytisch zu widmen und bin inzwischen so weit darin fortgeschritten, dass es mir nun möglich ist, diese unter Verwendung einfacher Schemata in quasi beliebiger Varianz zu reproduzieren.

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Trojaner-Elend

Der Chaos Computer Club resümierte zur entdeckten staatlichen Spähsoftware:

Wir sind hocherfreut, daß sich für die moralisch fragwürdige Tätigkeit der Programmierung der Computerwanze kein fähiger Experte gewinnen ließ und die Aufgabe am Ende bei studentischen Hilfskräften mit noch nicht entwickeltem festen Moralfundament hängenblieb.

Auf der anderen Seite sind wir erschüttert, daß ein solches System bei der Qualitätssicherung auch nur durch das Sekretariat kommen konnte. Anfängerfehler dieser Größenordnung hätten im Vorfeld unterbunden werden müssen, zumal bereits bei der Anhörung vor dem Bundesverfassungsgericht anläßlich des Beschwerdeverfahrens gegen die Online-Durchsuchung von Regierungsseite immer wieder versichert wurde, daß besonders hohe Qualitätssicherungsansprüche gestellt würden. Man sprach gar davon, daß die Spionagesoftware individualisiert an den Zielrechner angepaßt würde. Diese hehren Ziele sind offenbar Sparmaßnahmen bei den Behörden zum Opfer gefallen.

Das ganze Dossier vom CCC dazu gibt es hier als pdf.

Einige Tips zur Sicherheit:

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“No more ISlave”: Steve Jobs ist tot.

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Steve Jobs Herz hat aufgehört zu schlagen und die Netzgemeinde badet in einem Meer virtueller Tränen. Auf facebook wird eine hour of silence in all social media networks ausgerufen: eine ganze Stunde lang KEIN Facebook & Co. , um seiner zu gedenken. Das ist wahre Selbstkasteiung. In so einer Stunde kommen einem komische Gedanken: z.B., dass Steve Jobs einfach so an Krebs stirbt, während die Arbeiter der chinesischen Firma Foxconn, in der Apple und Co für ein Appel und ein Ei produzieren lassen, Erklärungen unterschreiben mussten, dass sie trotz der mieser Arbeitsbedingungen keinen Selbstmord begehen. 13 Selbstmorde und 4 Selbstmordversuche von Arbeitern waren dem 2010 vorangegangen. Dann wurde eine Psychologenhotline eingerichtet und die Löhne leicht über den gesetzlichen Mindestlohn angehoben. Apple lobte daraufhin dass Untrernehmen. Viel geändert hat sich aber offenbar nicht: Bei der Eröffnung der neuen Appleläden in Honkong protestierte die Initiative Students and Scholars Against Corporate Misbehavior (Sacom) gegen die Arbeitsbedingungen bei Foxconn unter dem Slogan: “No more ISlave” und präsentierte eine Studie mit brisanten Einzelheiten.

Während ihrer zehnstündigen Schicht haben die Arbeiter keine Stühle, auf die sie sich setzen können. Machen Sie einen Fehler bei der Produktion müssen sie eine Selbstkritik schreiben, die mit ihrem Foto zur Warnung der Anderen öffentlich ausgehängt wird. Wenn die Arbeiter nicht funktionieren, droht das Management, sie durch Roboter zu

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Wider das „geistige Eigentum“- Für die Abschaffung des Urheberrechtes an künstlerischen Werken

Eigentum ist die Zuordnung einer Sache zu einer Person, die dieser Person einen sehr umfassenden Anspruch an dieser Sache einräumt.
Dieses Eigentumsrecht besitzt in unserer Gesellschaft eine wichtige Funktion, den sozialen Frieden in der Frage herzustellen, wer über eine Sache das Verfügungsrecht hat. Dies ist durchaus notwendig, da viele Dinge in ihrer Nutzung exklusiv sind und gleichzeitig nur von einer oder einer begrenzten Anzahl von Personen genutzt werden können.
Wenn ich einen Apfel gegessen habe, so kann ihn kein anderer mehr Essen. Wenn ein Auto von Frankfurt nach München fährt, kann das selbe Auto nicht gleichzeitig nach Berlin fahren.
Es ist daher für eine Gesellschaft notwendig auszuhandeln, wer über das jeweilige Gut bestimmen darf und hierzu verbindliche Absprachen zu treffen.

Völlig anders verhält sich die Sache beim sogenannten “geistigen Eigentum”. Wenn ich ein Lied singe, so verliert dieses Lied nicht dadurch an Qualität für mich, dass es gleichzeitig ein Anderer singt.
Wenn ich eine gute Idee habe, so wird diese Idee nicht dadurch kleiner, dass ein Anderer diese Idee ebenfalls hat.
Man wird also eingestehen müssen, dass das Urheberrecht sich im Wesen sehr grundlegend von dem Eigentumsrecht an einer Sache unterscheidet. Eine Idee oder ein Lied kann niemand im eigentlichen Sinne besitzen, vielmehr geht es um das gesetzlich verbriefte Recht, als einziger Kapital aus einer Idee schlagen zu können.
Und es geht auch darum, alle Nutzungsmöglichkeiten zu unterbinden, an denen der Rechteinhaber keine Gewinne erwirtschaftet. Oft ist hierbei der Schöpfer des Werkes gar nicht selbst der Inhaber, da er sein Urheberrecht oft vertraglich bereits vor Schaffung des Werkes abtreten musste.
Das Urheberrecht stärkt die Rechtsposition seines Inhabers gegenüber einer undefinierten Zahl anderer potentieller Nutzer der Idee. Die Rechte der Letzteren hingegen, werden gegenüber dem Rechteinhaber eingeschränkt.
Um aber das Recht von Vielen im Sinne eines Einzelnen zu beschränken, braucht es schon gute Gründe.

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Gedanken zu 9/11

Über den 11. September 2001 wurde so viel geschrieben wie über kaum ein anderes Ereignis der jüngeren Geschichte. Dies bringt es natürlich mit sich, dass auch viel Schwachsinn geschrieben wurde und jeder Verschwörungstheoretiker, Ufologe oder Sektierer sich berufen fühlte, auch seinen Senf dazu abzugeben.
Die meisten dieser Verschwörungstheorien kann man genauso wie die übrigen Werke ihrer Verfasser getrost in die Tonne treten.

Trotzdem ist und bleibt der 11. September 2001 nicht unumstritten und es regen sich immer wieder Zweifel in einem solchen Maße an der offiziellen Version, dass diese nicht einfach gänzlich unbesehen abgetan werden können. Und eine gewisse kritische Haltung zu offiziellen Versionen im Allgemeinen sollte zum geistigen Rüstzeug jedes aufgeklärten und demokratisch gesinnten Bürgers gehören.

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Netz für alle 2011

Tja ok, es ist mal wieder in Berlin, aber vielleicht trotzdem ganz interessant für Web-Politische: Am Samstag, dem 3. September richtet die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Linken die Netz-Konferenz “Netz für alle” im Berliner Bethaus aus. Die Referentenliste ist ziemlich interessant, darunter finden sich zum Beispiel  der Netz-Theoretiker Rainer Fischbach, Constanze Kurz von Chaos [...]

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Finanzfurt: Raubtiermaschinchen

Nicht jeder glaubt, dass der zukünftige Chef der Deutschen Bank ganz im Alleingang zig Milliarden für diese als Investmentbanker verdient hat. Anshu Jain wird von staunender Öffentlichkeit trotzdem als gewiefter Akteur in besonders einträglichen Geschäften begriffen, fast so wie es schon bei Buddenbrooks abging, heute halt noch mit Screen dazu.
Ok, ganz so verhält es sich in Wirklichkeit nicht. Die Leute mit dem Geldhandel sitzen nicht dauernd in Dreiteilern auf Ledersesseln und leisten würdevoll Unterschriften. Weder der Daytrader in der Einzimmerwohnung noch der Broker mit dem Finger am Abzug des Highspeed-Algorithmus. Und letzterer macht als Computer-Programm in verdammt schnellen Maschinen heute eine ganze Menge der Geschäfte an der Börse. Ganz allein, auch in Frankfurt. Das nennt der FAZ-Leser dann „Algo-Trading“, und mit dem kommt eine Menge Zaster zusammen, eben auch der Profit des agilen Inders Anshu Jain, des künftigen CEO der Deutsche Bank AG.

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Ich bin´s wieder! Euer Facebook

Liebe Freunde: Hier bin ich wieder, Euer freundliches Social-Network, besser bekannt als Facebook. Zunächst einmal möchte ich mich für Euer aller Vertrauen bedanken und vor allem dafür, dass Ihr mir so fleißig Eure Telefonnummern gegeben habt. Das gefällt mir! Ist es nicht praktisch, dass ihr dank Übermittlung Eurer Telefondaten nun immer die Möglichkeit habt, überall [...]

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Stadt und Web – schrägere Allianzen

Das Web revolutioniert uns und unsere Umwelt: vom globalen Data-Highway, über den Stadtknoten durch die Straßen bis an den eigenen Schreibtisch.
Das Draußen der Stadt sieht man jetzt auch vom Notebook aus: besonders lieb gewonnen haben wir die Karten, Googles große Übersichten. “Map” und “Earth” heißen sie, Adressen und die schnellsten Routen bieten sie, plus schöne Photos, Geschäfte und Restaurants, wichtige Sehenswürdigkeiten und passende Reise-Tours, mit einem Blick wie im Landeanflug. Wichtiger Clou am feinen Service: in all dem Kartenwerk verstecken sich Hinweismarken zu netten Netz-Portalen, mit Angeboten für den Webuser – all over Frankfurt.

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Aber wie sieht das, was wir in den Karten sehen, “wirklich” aus? „ Street View“ heißt Googles Antwort darauf: damit sehen wir nicht nur Fotos von weit oben, sondern können auf Sichtweite durch Straßen fahren, virtuelle Spaziergänge machen. Ein Ökotraum, kein Spritverbrauch, rein virtueller Urlaub.
“Street View” ergänzt die städtische Infobasis, man sieht bereits vorher den Eingang zum Rathaus oder zur Arbeitsagentur, muss nicht verstört in den Straßen umherirren und sich fragen: wo steht bloß die Hausnummer? Oder virtuelles Sightseeing und Shopping als Marketingmaßnahme: ich sehe die Lage des Hotels vor der Buchung, der angebotenen Eigentumswohnung vor der Besichtigung, die Einfahrt zur Shoppingmall vorm Besuch. Städtewerbung per Web verheißt “mehr Sicherheit, mehr Kundennähe”.

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Wider den “Zeitgeist”

Irgendwann habe ich einmal auf Youtube die Filme „Zeitgeist“ und „Zeitgeist: Addendum“ gesehen. Ich fand sie damals nicht besonders gut gemacht und steckte sie in eine geistige Schublade mit Chemtrail-Hypothesen oder der Idee, das britische Königshaus sei unterwandert von einer reptiloiden Alienspezies.

In den letzten Wochen wurde ich allerdings so oft in Gesprächen mit „Zeitgeist“ und dem sogenannten „Zeitgeist-Movement konfrontiert, dass ich beschlossen habe, mich eingehender mit der Thematik zu beschäftigen, zumal das Thema in den klassischen Leitmedien kaum präsent ist, ganz offensichtlich aber zumindest im Netz eine große Fangemeinde finden konnte.
Die neueste Produktion „Zeitgeist: Moving Forward“ brachte es zum heutigen Datum bereits auf 7.434.352 Klicks.
The Zeitgeist Movement“ gefällt auf Facebook immerhin 316.918 Personen.

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Ein paar betrunkene Jugendliche mit denen ich neulich auf einem Spielplatz unterhielt, waren sogar der Überzeugung „Zeitgeist“ zeige die Lösung für alle politischen und wirtschaftlichen Probleme auf und die Begriffe „links“ und „rechts“, sowie die Politik selbst, wären dank der Erkenntnisse von „Zeitgeist“ bald völlig obsolet.
Naja… sie waren jung und betrunken, trotzdem interessierte es mich und ich begann zu recherchieren.

Was also ist „Zeitgeist“?

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Medienkompass – Medienschelte

Eine eigenartige Diskrepanz weitet sich in den westlichen wie den nicht-westlichen Gesellschaften immer mehr auf: wir betreiben eine Mediengesellschaft, aber wirklich zufrieden sind viele mit den Medien, die über den privaten Tratsch im Internet hinausreichen sollen nicht, im Gegenteil. Das gilt besonders für den politisch-kulturellen und demokratischen Anspruch, der sich mit den großen Printmedien und den öffentlichen Fernsehsendern verbindet.

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Einerseits wird eine enge Verbindung der Leitmedien mit Regierungshandeln und Wirtschaftsentscheidungen deklariert, besonders in den Blättern aus den 5 großen Städten. Von den Mauscheleien einer übersättigten Journalistenriege („Alpha-Journalisten“) im Regierungsviertel bis zur Bildzeitung für Bildungsbürger ist die Rede. Textbeiträge, Interviews und Talkshows sind laut vielen Diagnostikern kaum noch zu unterscheiden von Presseerklärungen der Bundestagsparteien oder Bilanzkonferenzen von Dax-Konzernen.

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Willkommen bei Facebook

Hallo lieber neuer Freund,

Ich bin es: Dein Facebook.

Ich freue mich riesig, dass wir jetzt Freunde sind und Du, meine Werbepartner und ich werden ab jetzt gemeinsam eine Menge Spaß haben.
Zunächst einmal danke ich Dir, dass Du so ehrlich warst, hier Deinen vollständigen Namen und ein biometrisches Foto von Dir hochzustellen. Das gefällt mir.
Schließlich wollen alle Deine neuen Freunde ja wissen mit wem sie es da zu tun haben.

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Die Stadt erfahren und bloggen

In den letzten Jahren hat sich die Stadtentwicklung, die gegenwärtigen Transformationen der Städte und die Konfrontationen darum immer weiter verbreitet, auch im Web.
Ein Teil der Konzeption der FGZ dreht sich auch um diese Sachverhalte, um Finanzialisierung und Gated Communities, um Businessdistrikte und Entmachtung der Kommunalpolitik, Gentrifizierung und veränderte Arbeitswelten, Immobilienspekulation und Shopping malls. Natürlich steht das hier im Web und in Frankfurt nicht allein und will es auch nicht.

Eine Konferenz nächste Woche sieht die Möglichkeiten der “Netzwerkgesellschaft” im Schnittpunkt von Web und Stadt sehr optimistisch: “Das Internet verändert die Auseinandersetzung mit städtischen Themen, die Informationsverteilung, wie Akteure miteinander kommunizieren und an der Gestaltung unserer (gebauten) Umwelt teilhaben. Statt passiv zu konsumieren, kann sich nun jeder aktiv beteiligen, publizieren und vernetzen. Dies eröffnet neue Chancen für zivilgesellschaftliches Engagement und Partizipation, wie etwa bei Petitionen im Rahmen von Planungs- und Achitekturprojekten. Somit entstehen neue (Platt-)Formen der des gemeinschaftlichen Engagements. Dabei ist daran nicht die immer verbesserte Technik das wirklich besondere – viel entscheidender ist der gesellschaftliche Wandel, der mit der gesamtgesellschaftlichen Durchdringung dieser Technologien einhergeht und dessen große soziale und kommunikative Konsequenzen noch nicht ausreichend diskutiert und verstanden werden“.

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Medienkompass – in den Mai 2011

US-amerikanischer Journalismus:

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Medienkompass – Ende April 2011

Ostern ist diesmal arg spät, deswegen gibt es im Medienkompass nur kurz zwei eher irritierende Nachrichten. Die erste betrifft einen Medienliebling, einen, den das ganze kreative Volk liebt, verehrt. Nicht nur die Kreativen, sondern fast das ganze Volk und darüber hinaus sogar die Finanzmärkte. Der Medienliebling ist ein Doppel, bestehend aus dem Manager-Technik-Genie Steve Jobs [...]

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Medienkompass – Mitte April 2011

Vom Web und Internet gibt es diesmal viel zu berichten, erfreuliches und unerfreuliches. Beginnen wir mit dem etwas Witzigen: Facebook gilt seit den “arabischen Erhebungen” vielen fast als heiliger Gral demokratischer Bewegung. Eigenartigerweise spielt sich das demokratisierende Geschehen meist auf anderen geografischen und sozialen Kontinenten ab und kontrastiert manchen Einschätzungen über soziale Netzwerke bei uns.

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Gemeint sind damit z. B. die Zensur-Instanzen (Mitarbeiter-Teams) der Web-Firmen, die je nach Land regierungsseitig ungewünschte Einträge beseitigen.

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Der Web-Kongress Frühling

Viele Leute bebildern, betexten und belabern das WEB, manche schreiben über das Web im Web und eine Menge verlassen es, um an einem realen Ort über das Web zu sprechen und zu reflektieren. Meistens im Frühjahr und fast immer in Berlin. So auch dieses Jahr.

Der glückliche Ort, an dem das Web massenhaft in die Realität schwappt ist allerdings nicht die Stadt am Main, sondern die Stadt an der Spree, Berlin. In Konvergenz zum Zentralismus Frankreichs finden dort hintereinander nicht eine oder zwei, sondern gleich drei nationale, gar internationale Kongresse zu Web finden hintereinander in der Hauptstadt statt.

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Kackbraune Heimaterde- Ein Streifzug bei PI-News und “Die Freiheit”

Ein Abend surfen auf den Seiten der Neuen Konservativen, der angeblich Freiheitlichen, schließlich muss man ja wissen, was der politische Gegner so denkt.

Ja… Ich gebe es zu… vorurteilsfrei ging ich an die Sache nicht heran… aber das was ich sah, war dann sogar noch um Klassen dümmer und gefährlicher als alles was ich erwartet hätte.

Aus diesem Grund werde ich hier die von mir gemachten Sprünge beim Surfen noch einmal nachvollziehen, Zitate und Personalien in Zusammenhang stellen und, wenn nötig kommentieren.

Ich begann standesgemäß auf der Seite von PI-News, einem Netzwerk mit starken Sympathien für Thilo Sarrazin und Geert Wilders, welches schon öfter für seinen Antiislamismus und latenten Rassismus in der Kritik stand.

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Wir kapitulieren nicht mehr! Stoppt den politischen Katholizismus!

Henryk M. Broder hat gewonnen und ich bin endgueltig überzeugt: Eine allzu freizügige Auslegung der Religionsfreiheit stellt eine Gefahr für die Demokratie und den gesamten Wertekanon unserer Gesellschaft dar.
In diesem Sinne stimme ich nun in die “Kritik der reinen Toleranz” mit ein und rufe voll festester und unerschütterlichster Überzeugung “Hurra wir kapitulieren nicht mehr!”.

Ab jetzt ist Schluss mit dem Appeasement gegenüber religiös motivierten Radikalen, die Frauen unterdrücken, mittelalterliche Zustände herbeiwünschen und einen antidemokratischen Führerkult betreiben! Keine falsche Toleranz mehr für jene, die antisemitische Tendenzen fördern oder nicht bereit sind, sich von diesen entschieden genug abzugrenzen.
Vorsintflutliche Rituale haben in unserer Gesellschaft nichts verloren!
Demokratie muss wehrhaft sein!

Und die wohl größte existenzielle Bedrohung für die Demokratie ist nichts anderes, als der politische Katholizismus.
In Anlehnung an eine andere kreative Wortschöpfung unserer Medienlandschaft möchte ich diesen fortan nur noch „Katholismus“ nennen. In Bezug auf andere Religionen werden solche verkürzenden Wortschöpfungen ja auch gebraucht.
Und es trifft den Kern der Sache:
Denn schließlich habe ich absolut nichts gegen den einzelnen fortschrittlichen und friedlichen Katholiken, doch ich denke,

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Medienkompass – Ende Februar 2011

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Die Diskussionen um die politische Rolle des Internets haben sich mit den Aufständen in der arabischen Welt verstärkt, besonders in den führenden Medien wird die befreiende Wirkung von Social Media, Foren und Blogs betont.
Einsprüche spitzen sich darauf zu, dass sich in den massenhaft genutzen neuen Medien bloß ein Stammtisch 2.0 heranbildet, und das sollte ja nicht als demokratischer Schub zu verstehen sein.
Jens Berger hat im Freitag darüber informiert, dass das Web-Potential neben der freien Diskussion auch in der freien Manipulierbarkeit bestehen kann, und zwar auf sehr unaufällige Weise: man setze kluge Programme von “Persona-Management” ein, die sich glaubwürdig als menschliche Web-Akteure in Social Media, Foren und Blogs ausgeben. Das wäre noch nicht viel, aber diese “Bots” könnten scharenweise gewünschte Meinungen verbreiten, besonders sie als Mehrheitsmeinung erscheinen lassen, was viele Unentschlossene zu dieser bewegen könnte. Wie viele Gutti-bots könten da in Facebook…
Berger nennt eine US-Firma, die daran bereits arbeitet und er überlegt, was das wohl in staatlichen Händen

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Bekenntnisse eines Killerspiel-Zockers

Als Kind durfte ich niemals Spielzeugpistolen besitzen. Ebenso wurden mir von meiner Mutter die damals beliebten „Masters of the Universe“-Figuren verboten, da „He-Man“ ein negatives Rollenmodell sei und die Figuren auch objektiv betrachtet krass hässlich waren.

Glücklicherweise gab es bei uns im Haus einen anderen Jungen, den meine Mutter immer als Problemkind empfand. Da seine Mutter aber recht früh an Krebs gestorben war, begrüßten meine Eltern es letztlich doch, wenn ich dem „armen Jungen ein Wenig Gesellschaft leiste“.

Der andere Junge war, obwohl einige Jahre älter als ich, über die Gesellschaft dankbar und auch ich profitierte sehr davon.

Endlich hatte ich die Möglichkeit nach Herzenslust mit Pistolen und sogar mit den von meiner Mutter strikt verbotenen Plastiksoldaten, die es damals im Spielwarenhandel in großen Beuteln zu kaufen gab, zu spielen.

So spielten wir gemeinsam unsere ersten Killerspiele. Natürlich waren die Plastiksoldaten und Spielzeugpistolen damals noch analoge und nicht digitalisierte Killerspiele, doch vom Prinzip her bestand kein Unterschied.

Es ging darum, in der Phantasie Leute abzuknallen oder sie zu zerbomben.

Wir spielten Räuber und Gendarm, lieferten uns heftige Feuergefechte mit den Spielzeugpistolen oder stellten die Plastiksoldaten zu einer Schlachtordnung auf, um sie dann mit Bauklötzen (imaginären Bomben) zu bewerfen.

Und die zersetzende und verrohende Wirkung, die Bauklötze und Plastiksoldaten auf den kindlichen Geist ausüben, traf mich mit Macht.

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Deutscher Rap- Wie mediale moral-panics die Akzeptanz braunen Gedankengutes förderten

Um etwas vorwegzunehmen, das vielleicht den einen oder anderen Leser verwundern wird und das ich deutlich anders handhaben möchte als die Mainstreammedien:

Ich werde in diesem Artikel die Namen bestimmter Bands nicht nennen, sondern durch Abkürzungen ersetzen, beziehungsweise umschreiben. Gleiches gilt für deren Albumtitel.

Dies hat den Grund, dass die HipHop-Szene mehr als jede andere Szene begriffen hat, dass auch negative Publicity letztlich Publicity ist.

Und ich möchte keine kostenlose Publicity für Nazis machen. Bei Künstlern, die ich tatsächlich für rechtsradikal halte, verzichte ich deshalb auf Nennung des Namens. (wer diese wissen will, soll selbst googeln)

Vielleicht hätten sich die Mainstreammedien auch einmal an meine Grundsätze halten sollen. Denn wann immer ein Künstler aus dem Bereich Deutschrap medial skandalisiert wurde, erhöhten sich seine Verkaufszahlen und sein Einfluss auf die Szene.

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Gemeinsinn der Leaks ?

Felix Stadler bietet als Züricher Medien- und Kulturtheoretiker bisweilen überraschende Einsichten, die über den gewöhnlichen Kanon der kulturellen Web-Analyse hinausreichen. Das betrifft besonders einen neuen Text, der sich mit den Kontexten von Wikileaks und von Restrukurierungen gesellschaftlicher Öffentlichkeit beschäftigt. Der Artikel wurde bei Eurozine veröffentlicht und kann hier nachgelesen werden.
it-professioneller Bemerkenswert scheint mir dabei die Rolle von undichten Stellen (leaks) in Organisationen zu sein, die Stadler als fundiert in systemischen Problemen diagnostiziert. Was meint das? Das herrschende Modell der Beteiligung von Angestellten, Freiberuflern oder Werkverträglern in professionellen Organisationen steht seit 2 Jahrzehnten unter dem Ideal einer völligen Flexibilität der Engagierten. Unsere engagierenden Institutionen halten diese Verpflichtungsfreiheit für sich selbst besonders hoch, d. h. es gibt keinerlei Loyalität mit Mitarbeitern: der Markt regiert die Handlungen von Firmen wie Administrationen, und zwar auch die gegenüber dem eigenen Stab, dem eigenen Projektteam. Der Job der meisten steht immer auf Kante.

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Ein Streifzug durch die Ruinen des sagenhaften Utopia

Vor ein paar Jahren war „Second“ Life der Medienhype schlechthin, auch wenn ich bis heute niemanden persönlich kenne, der es einmal ausprobiert hat. Danach wurde es allerorten totgesagt, wobei sich immer wieder Fans zu Wort meldeten, die sich vehement gegen die Behauptung wehrten, „Second Life“ sei zur virtuellen Geisterstadt verkommen.

Als ich mich neulich wieder auf meinem Kreuzzug gegen die Ordnung und die scheinbar heile Welt (Zitat von den Hosen) durch die Weiten des Internets bewegte, beschloss ich, den Ruinen von „Second Life“ einmal einen Besuch abzustatten.

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WikiLeaks – Petition und Zugang

Der Freitag, die tageszeitung, Frankfurter Rundschau, Perlentaucher, ECCHR, Der Tagesspiegel und Berliner Zeitung veröffentlichen einen Appell gegen die Angriffe auf Wikileaks. Wir laden alle ein, sich an dem Appell für die Medienfreiheit zu beteiligen. Klicken Sie dazu auf diesen Link und geben Sie Ihre Unterschrift ab, um den Appell und Wikileaks zu unterstützen.

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Geheimnis-Kultur

Das Dreieck Kultur – Politik – Web ruft auf dem Hintergrund der WikiLeaks Diskussion gegenwärtig viele Spezialisten auf den Plan. Viel gefragte Gesprächspartnerin ist die Wiener Literaturprofessorin Eva Horn, die als Kennerin des staatlichen Geheimnisses zuletzt einen langen Artikel zum Thema in der Frankfurter Rundschau veröffentlichte: “Die Idee der Regierung als Verschwörung“.

Horn verfolgt geschickt eine Argumentationsstrategie, die exemplarisch für Argumente gegen Veröffentlichungsplattformen und ene Einhegung kritischen Journalismus gelten kann. Besonders auf dem Hintergrund eines anhaltenden Rückbaus demokratischer Strukturen weltweit haben publizistische und plitische Aktivitäten dagegen hohe Bedeutung. Veröffentlichung staatlicher Geheimnisse kann Teil davon sein.

Horn beginnt ihre Bewertung der Veröffentlichung mit einem historischen Ereignis, das nach Solidarität mit dem klandestinen Staat heischt, und sei er gar das autoritäre Preussen: während der Besetzung der deutschen

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Vertraulichkeit – lokal und global

Da gibt es einen oder mehrere fragwürdige Gesellen, die ihre technische Kompetenz dazu ausnutzen, freiheitlich-westliche Staaten auszuspähen, ihre diplomatisch-vertraulichen Innereien bloßzustellen und sie gegenüber all ihren Feinden der Waffen zu berauben. So ähnlich geht die Story, die in den letzten Tagen – vermutlich schon länger – in vielen westlichen Staaten und den mit ihnen befreundeten Regimes posaunt wird. Ziel ist “WikiLeaks“, die Veröffentlichungsplattform, ihr Existenzrecht, ihre Ziele und Vorgehensweise.

Da die FGZ selbst ein Medium im Web ist und weil bisher keine im Web zuerst veröffentlichten Inhalte solche politischen Folgen hatten, scheint mir ein Statement dazu gefordert. Ich möchte ausdrücklich dafür auf die “Ten Theses on Wikileaks” des Internettheoretikers Geert Lovink verweisen, wir stehen seinen Web-Analysen nahe.

Das Statement wird ohne tiefschürfende Argumentation einige Fakten und Erwartungen in 4 Gruppen bewerten.

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Die Hardware hinterm Web

Da ja “Lehr-Videos” über unintendierte Effekte unseres Tuns ein bißchen in sind, und in der letzten Zeit in der FGZ so wenig Artikel zum Web, Netz und den ganzen Agenten und Robotern, die sich darin tummeln gepostet wurden: für die wenigen Leser die Englisch verstehen zeigt der folgende Lehr-Trickfilm was zur Hardware-Globalisierung. Das Ding mit [...]

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Wie funktioniert Geld? Und wer ist das grüne Alien?

Nach langer Überlegung habe ich beschlossen, die folgenden Videos zum Thema “Wie funktioniert Geld?” hier zu verlinken und zur Diskussion zu stellen, auch um zu zeigen, wie antisemitische Positionen beim Internetpublikum schleichend salonfähig werden.

Ich selbst habe die Videos mehrmals gesehen. Am Anfang habe ich gelacht, später blieb mir das Lachen jedoch im Halse stecken.
Richtig übel fand ich allerdings, dass ich das Video mit mehreren eigentlich politisch links orientierten Personen gesehen habe und außer mir keinem aufgefallen ist, wem diese Art von Kapitalismuskritik eigentlich in die Hände spielt.

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Quadratisch, praktisch, gelb- Vom Wert eines Anarchoschwammes

Spongebob2

Er sieht aus wie ein hyperaktiver Schweizer Käse mit Hasenzähnen, ist laut und unglaublich nervtötend. Eltern hassen ihn, Kinder und Kiffer lieben ihn: Die Rede ist von Spongebob Schwammkopf, in Englisch auch Spongebob Squarepants.

Von kaum einer Comicfigur dürfte zur Zeit so viel Merchandise verkauft werden, wie vom kleinen gelben Schwamm. Fast überall grinst er einem entgegen.

Doch worum geht es überhaupt?

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Ein Antideutscher, ein Antiimp und ein Kopfschütteln

Trotz all meiner politischen Kampfrhetorik bin ich im Herzen eben doch ein bürgerlich sozialisierter, weichgespülter, gemäßigter Linker.

Irgendwie ging ich von meiner Warte auf der naiven bunten Blumenwiese meiner gesicherten Existenz davon aus, dass wir Linken irgendwie doch alle eine große Familie und im Inneren eigentlich Hippies sind.

Aus meiner Sicht waren wir eben die bunteren, smarteren, freieren Zeitgenossen und der Motor des Fortschritts gegen die tumben Rechten und die Zwänge konservativer Denkstrukturen. Make love not war und so weiter…

Wie jäh und unbeschreiblich grausam wurde aber dann meine politische Unschuld zerstört, als ich von dem, noch immer in der linken Szene schwelenden, Konflikt zwischen „Antideutschen“ und „Antiimperialisten“ hörte! ;-)

In meiner naiven politischen Neugier beschloss ich dieser Sache einmal auf den Grund zu gehen und mich mit ein paar Verfechtern beider Lager zu unterhalten.

Dabei stieß ich auf Positionen, die an Borniertheit, Bescheuertheit und allgemeinem Realitätsschwund kaum zu übertreffen waren.

So erklärte mir ein „Antideutscher“ neulich einmal, dass jede, wie auch immer geartete, Kritik an Israel Antisemitismus sei.

Dieser Mensch bezeichnete sich selbst im gleichen Atemzug, in dem er aus ideologischen Gründen jede Kritik an Israel kategorisch verbieten wollte, als ideologiekritisch. Mir erschien das schizophren.

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Steuergelder in Danger- Der Mops macht Jagd auf Kinderschänder

Mopsgesicht

Auch der kleine Mops findet Kinderschänder doof

Stefanie zu Guttenberg, die Gattin unseres properen Sonnenscheinchens von Verteidigungsminister, zeichnet sich nicht nur durch Mopsgesichtigkeit im fortgeschrittenen Stadium, sondern auch durch soziales Engagement aus.

Ihr wichtigstes Engagement, wie sollte es auch anders sein, ist der Kampf gegen Kinderschänder.

Darum sie seit 2009 auch Präsidentin des Vereins „Innocence in Danger e.V.“, der als erfolgreiches Handelsunternehmen für Ablassbriefe an Unternehmen und vermögende Privatpersonen zur Zeit einen kometenhaften Aufstieg erlebt.

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Tötet die deutsche Sprache!

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Wohl kaum ein Thema ist so geeignet zur Querfrontbildung wie die deutsche Sprache. Wenn es um unsere Sprache geht, dann sind sich fast alle einig.

Die deutsche Sprache ist bedroht und muss gerettet werden.

Trotz aller sonstigen Differenzen liegen sie da auf einer Wellenlänge: Der linksalternative Birkenstockträger, der fanatische NPD-Parteigänger, das konservative Mitglied des Philologenverbandes, genauso wie eine ganze Reihe deutscher Pop-Künstler, die sich schon 2004 für eine deutsche Sprachquote im Radio aussprachen und damit eine teils sehr emotional geführte Diskussion auslösten.

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Soziale Bewegungen aus dem Internet

Im Zentrum des gegenwärtigen sozialen Wandels, den uns die Medien immer wieder präsentieren, wird eine „technische Revolution“ angesiedelt, die zu gänzlich neuen Erfahrungen und Verbindungen führen soll. Vor 20 Jahren wurde noch eine digitale Revolution deklamiert, die auf die Massenverbreitung von Computern setzte. Inzwischen wurde die revolutionäre Agenda weiter geschrieben und dem Internet oder Web die Fähigkeit für ausserordentliche soziale Umwälzungen zugemessen.

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Durch die Verbindung der vielen pfiffigen Geräte zusammen mit passenden „sozialen Programmen“ (ala Facebook oder Twitter) sollen gänzlich neue kollektive Kompetenzen und Verbesserungen des Lernens einzelner möglich werden. Web-Utopien vermuten gar ein breites Spektrum neuer demokratischer Potentiale. Sie reichen von Instant-Aktivierungen ala Flashmobs über demokratische Arbeitsorganisation im Stil der „Open Source Software“ Bewegung bis zu einer umfassenden Bürgerbeteiligung an öffentlicher Verwaltung und Planung via „Open Government“.

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Digitale Kriege – Homeland

… Fortsetzung von “Digitale Kriege – Erstschlag

Sehen wir uns das Umfeld von Cyber-Wars an: hinter den genannten Institutionen der staatlichen Web-Krieger und der meist privaten Betreiber von Großanlagen verbergen sich weitere Instanzen großer Informationsmächte, die erhebliche technische und finanzielle Mittel aufwenden, bevor unsere kleinen Gadget-Regimenter für das allgemeine Publikum arbeiten können. Netzbetreiber und Provider, Technologie- und Kommunikationsanbieter, Finanz- und Service-Firmen, Kommunalbehörden und Finanzämter setzen Apparate und Software-Regimenter der einen oder anderen Art ein und können damit über Datenströme verfügen, die in unserem alltäglichen Leben wichtige Rollen spielen, jetzt schon und täglich mehr.Und wer die dazu nötigen Mittel hat kann sie engagieren.


Es lässt sich für die digitale Umwelt sogar konstatieren, dass wir in der Stadt und den Wohnungen, in der Arbeit und beim Einkauf, im Kontakt mit Freunden wie Bekannten auf diese Hilfsmittel und ihre vielfältige Vernetzung laufend angewiesen sind. Ihre Infrastruktur und Verhalten wird allerdings pausenlos reguliert, durch viele Betreiber und Anbieter am Leben erhalten .

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Digitale Kriege – Erstschlag

Mit den heißbegehrten Gadgets, die wir auf Schritt und Tritt mit uns führen, die als Mitmieter und dienstbare Lieferanten fungieren, spielen wir und erfahren durch sie die Welt. Unsere Gerätschaften sind fast immer mit einer geheimnisvollen Innenwelt ausgestattet, die inzwischen auf permanente Belagerung eingestellt ist. Die Kameras und Bildschirme, Lautsprecher und Mikrofone, Gehäuse und Tasten bilden die Aussenanlage der installierten kleinen Festungen, von denen aus im Inneren der Apparate das Regiment geführt wird. Sie bilden ein Regiment im buchstäblichen Sinne, das pausenlos in den vielen Laptops und Netbooks, den Navis und DVD-Playern, den Phones und Pads marschiert.

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Ihre Hauptbastion bilden kleine Quader, die im Gehäuse verankerten Chips, in denen elektrische Energie die smarte Truppe auf Trab hält. Ihre beweglichen Regimenter nennen wir „Programme“. Sie sind von Experten schreib- und lesbar und sorgen dafür, dass die Gadgets sich so verhalten, dass wir mit ihnen gut umgehen und sie eine Reihe von Aufgaben erfüllen können.

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Bemerkenswertes, September-4

Politik Die Witz-Meldung der Woche stammt doch von der Gruppe um RWE und E.On, die tatsächlich darüber klagen, dass sie die nächsten Jahre so hohe Belastungen haben. Können sie tatsächlich doch nur 100 MILLIARDEN GEWINN zusätzlich für diesen Zeitraum verbuchen, die Armen. Vielleicht noch ein bißchen mehr bei HartzIV streichen, die Arbeitgeber ganz von den [...]

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Ich hab doch nichts zu verbergen!

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„Ich hab doch nichts zu verbergen“ ist wohl das Lieblingsargument aller vertrauensseligen Mitbürger, die überhaupt kein Problem damit haben, dass ihr Name und Bild auf Facebook und bald auch ihr Haus auf Gooogle-Streetview zu sehen sind.

Ist doch alles nicht weiter schlimm, denken manche, schließlich leben wir in einer Demokratie und „was sollte wohl schon einer mit meinem Bild anfangen können“.

Doch ich selbst hatte neulich erst die Ehre einer Veganerin vorführen zu drüfen, dass dies eben nicht so einfach ist.

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Webtainment – eine Zustandsmeldung

Microsoft kommt nur noch über den Spendenmogul Gates in die Tagesschau und Apple bewegt erregte Spätteenies, die einem Steve Job auf der Suche nach hippen Gadgets an den Lippen hängen. Google aber erstrahlt in echter Techno-Kreativität, verhandelt mit Staaten, wälzt Arbeitsalltag bis Lebenswelt mit vielen gewitzten Tools um: wir suchen, lesen, senden und empfangen, wir forschen, übersetzen, shoppen und bloggen mit Google. Rundumservice am Schreibtisch.

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Das Draussen sieht man vom Notebook aus trotzdem gut, manchmal sogar besser, denn besonders lieb gewonnen haben wir die Karten, Googles große Übersichten, mit denen wir uns in komplizierter Welt besser zurechtfinden. Map und Earth heißen sie, die Anzeige von Adressen und das Routenfinden bieten sie, plus schöne Photos, Geschäfte und Restaurants, wichtige Sehenswürdigkeiten und passende Reise-Tours, mit 3-D-Schwenk und einem Blick wie im Landeanflug.

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/b/ evil

Alleine mit dem Schreiben dieses Artikels breche ich bereits eine Regel. Denn niemand sollte jemals über /b/ sprechen und wenn doch, dann höchstens als Geheimtip im Flüsterton von Freund zu Freund. Aber da inzwischen das renommierte Computermagazin C´T darüber geschrieben hat, die Community ohnehin schon überlaufen ist, man mittlerweile der Ansicht ist, dass diese Regel [...]

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Wir sind die Roboter!

Viele von uns sind Teil eines Netzwerkes ohne es zu wissen. Ich selbst bin es wahrscheinlich auch, da ich Firewalls für eine Erfindung von Weicheiern halte, die nur unsere geliebten Online-Games unnötig verlangsamen. Um es kurz zu sagen, sehe ich es folgendermaßen : Geringe Latenz > Sicherer Zugang. Die Rede ist natürlich von sogenannten „Botnetzen“. [...]

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Web-City

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Die Frankfurter Gemeine Zeitung möchte eine Zeitung anbieten, die lokal wie global genau hinschaut und aus dem lokalen Fokus heraus spannende globale Verbindungen zur Stadt zeigt. Gleiches gilt für Web und Stadt. Ein bekanntes Blatt in einer Stadt, die sich mit Frankfurt vergleichen lässt, ist die New York Times. Kürzlich veröffenlichte dort Virginia Hefferman ein Statement über morphologische Änlichkeiten zwischen Web und Stadt: “The Death oft the Open Web“.

Bemerkenswert an diesem Artikel ist die Gegenüberstellung der belebten Stadt und der getrennten Suburbs, die westliche Großstädte ab den 60er Jahren konfronierten mit einer gleichartigen Bewegung im Web. Während es bisher eher der Stadt glich – von schön drappierten Geschäften bis finsteren Ecken, Google bis Porno – kommt jetzt ein globaler Akteur daher, der die Wechselhaftigkeit und das Gequirle der Stadt ablösen will.

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Lesarten – in Frankfurt und drüber hinaus

Die Stadt am Main trägt einigen Stolz über ihre intimen Bezüge zu Lesbarem herum, seien das ihre Zeitungen oder Bücher, Verlage oder Messen. Lesbares, vielleicht sogar die ganze Symbolwelt befindet sich aber seit Jahren im Umbruch, sei es durch neue Technologien oder durch Globalisierung, Lesegewohnheiten und Städtekonkurrenzen. Die letzten Wochen zeigten in Frankfurt bemerkenswerte Ereignisse rund um Symbolvertilgungen. Sie waren sehr unterschiedlich gestrickt und können – ergänzt durch etwas Stadtarchäologie vom Autor dieses Artikels – Momente über die Verbindung von Medien und Stadt aufzeigen, die über unsere Buchmesse hinausgehen. Gleichzeitig aber, und das ist das Erstaunliche, verweisen sie auch auf die vielen Dimensionen, in die sich einfache Mythen über Web und Print tatsächlich auffalten lassen.

Lesen - Bild App

Eine Stadt liest ein Buch“ war das eine Ereignis: die Lebensgeschichte eines versteckten Frankfurter Juden während der Nazizeit, wiederverlegt von einem Frankfurter Verleger, gelesen an Orten in Frankfurt. Die Idee stammt aus USA, ein globaler Impuls, örtliche Realisierung. Mehr noch: das Lesen geschieht direkt als sozialer Akt, mit einzelnen Vorlesern und einer Menge Zuhörer, an vielen Orten und mit begleitenden Veranstaltungen – fast immer kostenlos. Ein „analoges“ Ereignis auf Papiergrundlage.

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Die “ethische” Minderheit

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen den folgenden Artikel nicht zu verfassen. Ich wollte es vermeiden, bestimmten Gruppierungen auch noch unverdiente Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Was ich allerdings gerade in den letzten Tagen an Diskussionen auf Facebook-Gruppen und in Internetforen erlebt habe, geht im wahrsten Sinne des Wortes auf keine Kuhhaut mehr, so dass ich mich [...]

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Neue deutsche Manifeste

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Frankfurt bietet immer wieder echte kulturelle Impulse. Es hat nämlich für seine Leitkultur neben Martin Mosebach, Johnny Klinke und Susanne Fröhlich noch die internationale Größe Frank Schirrmacher aufzubieten. Schirrmacher zeichnet nach dem Abzug von Suhrkamp verantwortlich für die Bewertung großer Umbrüche und Mahnungen vor kampfloser Kapitulation. Als Herausgeber der FAZ kümmert er sich um unser aller Geist, die Lage unseres Kopfes quasi: FAZ und Kopf sieht Schirrmacher durch das Internet überspült. Das meint: Nihilismus droht in Deutschland, Schwundstufen der Konkurrenzfähigkeit, der Kultur, des Journalismus und für uns alle Verluste.

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Re:publica der Clicks ? Web und Widerstand (2)

De-Digit Zwei Pole der Web-Kultur habe ich im ersten Teil postuliert, die sich in der re:publica ausdrückten. Die Veranstaltung zeigte weder eine Unübersichtlichkeit wie der Spiegel behauptet, noch war die re:publica eine „linke Veranstaltung“ wie die Süddeutsche vermutet. Da ist nämlich hauptsächlich der Mainstream, als Kunden-Web sozialer Plattformen, der Apps und Ads, und gegenüber etwas [...]

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Republik der Clicks ? (1)

DIGIT Die Segen der Computationen gerieten mir letzte Woche durcheinander, als meine Autowerkstatt ihren Befund präsentierte. Früher verabschiedeten die Motoren sich viel schneller, begann der Werkstattleiter, heute meldet die Zentralelektronik ja alles. Der Motor ist also ok, aber die Zentralelektronik, die ist schon wieder hin, in Zahlen: 1400 Euro. Warum soviel Computerei, wenn sich mein [...]

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Re:publica / nowhere : der Kongreß zu Web-Öffentlichkeiten

Viele Nerds aus dem Internet machen sich auf den Weg. Nicht im Web, sondern auf der Straße. Und sie sind unterwegs nicht nach Frankfurt, sondern wieder mal nach Berlin. Zum 4. Mal seit 2007 gibt es einen Kongreß zum Selbstverständnis der Internetkultur, der den 8. Kontinent weiter erkunden möchte: re:publica. Diesmal haben sich sogar 2500 Geeks angemeldet für die 3 Tage vom 14. bis 16. April, gesponsert von Google, Nokia und Philips.

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Schneewittchen und der Krieg

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Es gibt ein Lied von Aimee Man, das mit der Textzeile beginnt:
„One is the loneliest number that you ever do.“
Im folgenden geht es um einen Spezialisten für einsame Zahlen.

Alan Turing, der 24 jährige Sohn eines Kolonialbeamten , schreibt 1935 einen Aufsatz: On Computable Numbers with an Application to the Entscheidungsproblem“ in den Proceedings of the London mathematical society. Das Entscheidungsproblem, von dem da die Rede ist, betrifft die Frage, wie man mit einem endlichen Aufwand herauskriegen kann, ob ein Satz aus einem formalen System abgeleitet werden kann oder nicht. Als Hilfsmittel entwickelte Turing in einem Absatz das Konzept einer Universalmaschine.

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Fermats Salon und Berners-Lees Keller

Der Weg der Mathematik von der mathematischen Geselligkeit zur Google Statistik, den Bert jüngst mit Bill Gates Liebesleben in Computerkellern anriß hat einige Highlights, deren Abfolge uns die Verwebelung der Welt begreiflicher machen kann.

Als Ausgangspunkt informatischer Kommunikation wähle ich das Vergnügen, die gemeinsame Belustigung. Es ist die Aufklärung in bürgerlicher Öffentlichkeit, aber auch der Kampf gegen brutale Steuereintreiber, den der große Fermat vor 350 Jahren als ein Freund mathematischer Unterhaltung, der klassischen geselligen Mathematik in literarischen und wissenschaftlichen Salons betrieb.

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Politische Bemühungen zwischen Web und Stadt (4)

3 Postings stellten bisher ein kleines Gerüst von gesellschaftstheoretischen Diagnosen und daran gebundenen Akteuren vor. Das möchte ich nun bis zum Konzept von Web-Lokalzeitungen ausbauen. Es ist gewiß gewagt, zeigt aber ein paar Möglichkeiten auf, wie unterschiedliche Perspektiven das Verständnis und die potentielle Selbstorganisation des sozialen Webs schärfen können. Mir scheint, dass das Spektrum von [...]

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