Frankfurter Gemeine Zeitung

Interviews

Fluglärm: Offener Brief an Ministerpräsident Bouffier

21.3.2013

Sehr geehrter Ministerpräsident Bouffier,

am 1.3.2013 sagten Sie im Hessischen Rundfunk:

Ich will Ihnen ein Beispiel sagen: Durch die Veränderung der Flugrouten konnten wir, wie z.B. im Frankfurter Norden, eine Situation herstellen, dass man dort die Belastung durch den Fluglärm nach Auskunft des Umwelt- und Nachbarschaftshauses gar nicht mehr messen kann. Dort ist es nachweislich leiser geworden. Das ist auch in anderen Bereichen so, aber ich sag es noch einmal. Wir sind noch nicht da, wo wir hin wollen, aber Stück für Stück kommen wir voran” (siehe)

Diese Aussagen von Ihnen werfen bei uns, den lärmbetroffenen BürgerInnen im Norden Frankfurts, Fragen auf, die wir Sie bitten zu beantworten:
1. Wenn Sie sagen, „die Veränderung der Flugrouten“:
- Auf was beziehen Sie sich dabei?

- Beziehen Sie sich dabei auf die Veränderung der nördlichen Gegenanflugroute, die im März 2011 im Vorgriff auf die Eröffnung der neuen Nordwestlandebahn zu vielen neuen Fluglärmbetroffenen geführt hat, zu mehr Lärm bei den landenden und mehr Lärm bei den startenden Flugzeugen auf den Routen 07N-lang und – kurz?

2. Wenn Sie sagen, dass sie eine Situation herstellen konnten, dass man die Belastung durch den Fluglärm „gar nicht mehr messen kann“ :

- Wie erklären Sie sich dann, dass bei den Bürgern keine positive Veränderung spürbar ist? Nach wie führt der Lärm der Flugzeuge ab 4:50 Uhr in der Früh zu unnützem und vor allem gesundheitsschädlichem Aufwachen bzw. zu Schlafstörungen. Auch tagsüber sind wir einem ständigen Lärmpegel ausgesetzt, der uns bis spät in die Nacht belastet und bekanntermaßen gesundheitliche Schäden zur Folge hat.

- Geht es Ihnen darum, den Lärm zu verniedlichen bzw. wegzureden? Als Sie die Bürgerinitiativen zum Gespräch 2012 eingeladen hatten, sprachen Sie davon, dass Sie die Probleme der Bürger „sehr ernst“ nehmen würden. Sehen Sie ihre o.a. Aussagen als „Ernstnehmen“ der lärmbetroffenen Bürger an?

- Oder ist es etwa so, dass Sie die Bürger mit den vermeintlich objektiven Messungen, die angeblich keinen Lärm feststellen können, gegeneinander ausspielen wollen?

3. Wenn Sie meinen, dass es „nachweislich leiser“ geworden ist:
- Worauf beziehen Sie sich dabei?

- Welche Anfangs- und welcher Endwerte vergleichen Sie hier?

- Wie kann das Umwelt- und Nachbarschaftshaus Anerkennung bei den Bürgern genießen, wenn dies ja bekanntermaßen von der Landesregierung eingesetzt und von Fraport gesponsert wird? Sind die Messungen dieser Einrichtung nicht mit größter Vorsicht zu betrachten? Ist diese Einrichtung nicht mit bestimmten Absichten gegründet worden?

 

Nach bisher erfolglosen Maßnahmen kann unserer Ansicht nach eines festgehalten werden:

Der Fluglärm ist offensichtlich nicht zu reduzieren. Insofern können daraus nur folgende Schlussfolgerungen gezogen werden:
- die Schließung der Landebahn Nord-West
- die Einführung eines Nachtflugverbots von 22 -6 Uhr und
- die Verringerung der Flugbewegungen auf maximal 380.000/Jahr und der bestehenden Belastungen durch Fluglärm, Luftverschmutzung und Bodenverbrauch durch Flugverkehr im Rhein-Main-Gebiet.

Mit der Bitte um Beantwortung der Fragen und um tatsächliches Ernstnehmen der Fluglärm-Betroffenen.

Mit freundlichen Grüßen

Bürgerverein Frankfurter-Berg e.V. – Arbeitsgruppe Lärmschutz und Bürgerinitiative Frankfurt-Nord gegen Fluglärm Eberhard Centner, Sprecher

www.buergerverein-frankfurter-berg.de
www.frankfurt-nord-gegen-fluglaerm.de


Interview: was macht Gentrification?

Der bekannte Berliner Stadtsoziologe Andrej Holm im Interview.
Gentrification, die Verdrängung ärmerer Bewohner/innen aus bisher preiswerten Wohnvierteln, hat sich zu einem ständigen Begleiter städtischer Veränderungen entwickelt. Doch nicht nur immobilienwirtschaftliche Interessen, sondern auch symbolische Umwertungen sind für die Veränderungen in den Städten verantwortlich.

Hello, you either have JavaScript turned off or an old version of Flash Player. Get the latest Flash player.


Regierungsfähig in Frankfurt und dem Rest der Welt: Goldman Sachs

Der Arte-Film zum politisch effektivsten Orden von Finanzberatern

Goldman Sachs gilt als eher unauffällige amerikanische Bank, die wenig Wert auf öffentliche Repräsentation legt und zurückgezogen, aber hocheffizient weltweit agiert und dadurch einen “Kultstatus” erlangte. Sie arbeitet als Investmentbank mit gut 30.000 MitarbeiterInnen ohne private “Laufkundschaft”, und zählt quasi nur Firmen und staatliche Einrichtungen als Kunden. Ihre Organisation lehnt sich an diejenige von Beratungsunternehmen wie McKinsey an, mit der Leitungsetage als “Partnern”. Bei Goldman Sachs gibt es weltweit ungefähr 400 Partner, in der Frankfurter Residenz im Messetower sitzt bloß eine Handvoll davon.

Die (Finanz-)Politik der Bank ist legendär: sie handelt nicht bloß mit fremdem Kapital, sondern gerne mit eigenem, und das auf eine trickreiche Weise, die oft gegen die gerade von ihr beratenen Kunden wettet. Resultate dessen sind häufig Doppelprofite: durch Consultingkosten und die Wetten auf die (zuweilen desaströsen) Folgen der Beratung.

Bemerkenswert ist dabei das politische Standing des Instituts an der Messe: es offenbart sich eine enge Verstrickung zwischen Regierungseinrichtungen, Wirtschaftsunternehmen sowie aktuellen oder ehemaligen Bankern von Goldman Sachs, und zwar bis auf die höchste Ebene. Mit dem neuen EZB-Chef Mario Draghi in Frankfurt oder dem amerikanischen Ex-Finanzminister Henry Paulson, der in seiner Funktion den Konkurrenten Lehmann Brothers liquidierte, seien nur die bekanntesten genannt.

Im Film bringt eine amerikanische Journalistin das Problem auf den Punkt: Korruption als private Ausbeutung staatlich-ökonomischer  Verbindungen läuft nicht über dicke Briefumschläge unterm Schreibtisch, sondern mittels eines gemeinsamen Verständnisses aller Beteiligter, dem “Schnittmachen”, das sich durch gleiche Milieus aller am Verhandlungstisch und dem Drehtüreffekt gut dotierter Posten und Aufträge festigt. Neben Goldman Sachs und Partnern sind in Deutschland die Namen Schröder, Fischer und Koch greifbare Beispiele dieser “strukturellen Korruption”, die den gegenwärtigen Kapitalismus besonders gut laufen lässt.

Disclose.tvGoldman Sachs – Eine Bank lenkt die Welt


Denkt Euch Doch Die Unhinterfragte InterPUNKtion! oder ~Eisenhauer~

gusseisen
Gusseisenschwert…

Ach, um es klassisch zu beginnen
Denn ich liege fast
Schon in den Linnen
Hab heute früh ich
Trotz all “Hottehü”
Mit verbleibender Kraft
Ich auf’s Pferd nicht geschafft.

Statt dessen ich fand
Mit einem Mal
Nachdem mir Google orakelnd befahl
Etwas zu beweisen
Vier-Sechs Zoll kaltes Eisen
Mag genug sein
Um Leuten den Tag zu vermeisen

Es war bloß Fragment
Aus gußeisern Zaun
Doch genug es jemand
Auf die Rübe zu hauen
Doch weil ich so friedlich
Ging um die Katen
War mir weder nach Grab und erst recht nicht nach Spaten!

Und selbst wenn Kali die Welt verschlinge

Das gierige Weib

Der willige Mann

Wächst doch immer Gras über alle Dinge

Oh wie ich gern

Würde

und..

Hätte/verschlinge

Menschen
Insekten
Und Humanisten!
Wenn DIE nur wüssten,
Was die Antichristen…………….

Wären wir alle bald frei von allen “~ismen”

Glaub an Snake Plissken! Und andere Dinge

…und mach Dir die Bilder im Kopf selbst was wert………..

Mit nem Gusseisenschwert!


Flughafen: “Hunderte wollen in die Gewerkschaft”

Die Gewerkschaft der Flugsicherung steht doppelt unter Druck. Für den Streik am Frankfurter Flughafen erntete sie nicht nur Kritik der Arbeitgeber, sondern auch von ver.di. David Paenson sprach mit Bundesvorstand Markus Siebers

Die Frankfurter Rundschau hat berichtet, dass ver.di seit 2001 800.000 Mitglieder verloren hat. Sie bemängelt, dass sich »Spartengewerkschaften« wie die Gewerkschaft der Flugsicherung GdF herausgebildet haben, »die mit ein paar hundert Mitgliedern den Frankfurter Flughafen lahmlegte, um exorbitante Gehaltsforderungen durchzusetzen«. Wie »exorbitant« sind eigentlich die Forderungen des Vorfeldpersonals?
Markus Siebers: Zum einen muss ich betonen, dass ver.di nicht wegen der so genannten »Spartengewerkschaften« so viele Mitglieder verliert, sondern wegen der anhaltend arbeitgeberfreundlichen Tarifpolitik. Die Leute sehen offensichtlich keine Vorteile mehr in der Vertretung durch ver.di.

Was die Forderungen angeht, sind sie strukturell bedingt höher als in einer üblichen Vergütungsrunde. Wir wollen unsere Struktur, wie sie schon in München und auch in Berlin abgeschlossen ist, auch auf den größten deutschen Flughafen übertragen. Dies würde Zuwächse in der Vergütung generieren, die auch bis zu 40 Prozent ausmachen können, ebenso wie Zuwächse auf Inflationsniveau. Das Ganze verteilt über vier Jahre und abhängig von der derzeitigen Situation der Kollegin oder des Kollegen.

Also insgesamt sehr ausgewogen und weit weg von exorbitant. Wenn dieser eingeschwungene Zustand erreicht ist, werden die weiteren Tarifrunden sich auf dem üblichen Niveau bewegen und die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und des Umfeldes berücksichtigen.

weiterlesen »


exclusivinterview mit dem ob-kandidaten der PARTEI oliver maria schmitt

Sehr geehrter Herr Oliver Maria Schmitt, es hat uns einige Mühe und Zeit gekostet, Sie persönlich zu erreichen. Das läßt darauf schließen, daß Sie und Ihre Unterstützer von der PARTEI (der Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiativen) lange und ausgiebig Ihren sehr ansehnlichen Erfolg von fast 2 % der (angeblich) abgegebenen Stimmen, [...]

weiterlesen »


Bei den Frankfurtern II

Die Europäische Zentralbank bestimmt zunehmend das Frankfurter Stadtbild, von der großen Ökonomie bis zu den Lebensbedingungen in der Stadt. Sie ist keine sonderlich beliebte Institution, eher ein Symbol des herrschenden Neoliberalismus. Antoine Dumini und François Ruffin setzen ihre Gespräche mit dem Personal der EZB fort. (Beginn hier)

Wäre Trichet ein Berater im Élysée-Palast geblieben (wie unter Präsident Giscard d’Estaing 1978-1981) oder Kabinettsdirektor im Ministerium für Wirtschaft und Privatisierungen (wie 1986 unter Édouard Balladur), würde man ihn wohl der Rechten zuordnen. Die EZB aber, die sich ihrer “Unabhängigkeit” rühmt und ihre Urteile als “wissenschaftlich” verkauft, konnte sich der öffentlichen Kritik bislang zumeist entziehen. Vor den internationalen Demonstrationen gegen das Finanzsystem vom 15. Oktober, als sich tausende Anhänger der Bewegung “Occupy Frankfurt” vor dem Eurotower einfanden, hatte es dort noch kaum eine Protestkundgebung gegeben.
Die EZB tut alles, um sich unsichtbar zu machen”, meint der Soziologe Frédéric Lebaron. “Sie sieht sich als eine Art Sachverständigenrat, der über den Parteien und den einzelnen Staaten angesiedelt ist.” Aber auch ihre geografische Distanz und die offenkundige (und bewusst gepflegte) Komplexität der Themen, mit denen sie sich befasst, sorgen dafür, dass sie den kritischen Blicken der Bürger entgeht.

EZB - abends

weiterlesen »


Bei den Frankfurtern I

Die Europäische Zentralbank bestimmt zunehmend das Frankfurter Stadtbild, von der großen Ökonomie bis zu den Lebensbedingungen in der Stadt. Sie ist keine sonderlich beliebte Institution, eher ein Symbol des herrschenden Neoliberalismus. Antoine Dumini und François Ruffin nahmen am Ende der Ära Trichet ihr Innenleben in Augenschein.

Seine letzte Pressekonferenz gab Jean-Claude Trichet im ersten Stock der Europäischen Zentralbank (EZB). Er intonierte – auf Englisch – das alte Lied von den “Strukturreformen“. Das kann er offenbar auswendig, schon bei seinem ersten Auftritt als EZB-Präsident im November 2003 hatte er “Strukturreformen auf dem Arbeitsmarkt” eingeklagt. Diese immer wiederkehrende Forderung war aber nicht wirklich Trichets eigene Erfindung, denn schon sein Vorgänger Wim Duisenberg hatte sie gebetsmühlenartig wiederholt.

IMG_0708
An diesem 8. September 2011 aber wurde Trichet, trotz der zuweilen kryptischen Sprache, etwas konkreter: “Wir sollten vor allem zu einer Abschaffung der automatischen Lohnindexierungsklauseln und zu einer Stärkung von Vereinbarungen auf Unternehmensebene kommen, damit die Löhne und Arbeitsbedingungen auf unternehmensspezifische Bedürfnisse abgestimmt werden können. Diese Maßnahmen sollten mit Strukturreformen einhergehen, insbesondere im Dienstleistungsbereich – einschließlich der Liberalisierung reglementierter Berufe – und, soweit sinnvoll, mit der Privatisierung von Dienstleistungen, die heute vom öffentlichen Sektor wahrgenommen werden; auf diese Weise könnte man Produktivitätszuwächse anstoßen und die Wettbewerbsfähigkeit stützen.”
Man kommt sich vor wie im Politbüro kurz vor dem Zerfall der Sowjetunion“, flüsterte der grüne Europa-Abgeordnete Pascal Canfin auf seinem Zuhörerplatz

weiterlesen »


Video: Schuld. Die Barbarei Europas in der Nahrungsspekulation

Eine Dokumentation, die in das Innenleben einer hochtalentierten Fondsmanagerin des größten ETF ( Exchange-traded fund) auf Nahrungsmittel und in das Fleisch unserer Zivilisation blickt.

weiterlesen »


Filmdokumentation: Occupy Bankfurt

Dokumentarfilm des Frankfurter Filmemachers Martin Keßler: Demonstrationen und Aktivitäten rund um Occupy:Frankfurt

weiterlesen »


Linerider

the one and only

“Wenn Du was im Schädel hast, dann -Freund!
Meide Ketsch.
In Ketsch ist eine leere Straße nicht sicher für den Zweiberadten.
Sei sie auch Tausend Ellen schnurgerade
Und Deine Speichen noch so solide.
Dort springen schwimmerbekreuzte Damen Dir
Vors Schutzblech und der Soundtrack spielt
Blaulicht im Loop.
Darum -Freund: Meide Ketsch!”

Reprise

Surprise

Doch zum Glück bin ich der Linerider!
Mein Schal flattert in turbulenten Winden,
Und mein Schlitten bricht
Niemals
Alle lassen mich durch Soundtracks purzeln.
Du siehst es nicht,

weiterlesen »


Stadt oder Weltkreis – eine politische Entscheidung?

Der bekannte französische Philosoph Gilles Deleuze hatte ungewöhnliche Ideen, die postmoderne Beweglichkeit mit linken politischen Initiativen eher abseits von Parteipolitik verbandelten.

In einem kurzen Interview nahm der 1995 Verstorbene zu einer fast zeitlosen politischen Frage Stellung, was es heißt “links” zu sein. Seine Antwort ist besonders deswegen von Bedeutung, weil er sich darin gegen die Kurzsichtigkeit des Blicks auf die unmittelbare Umgebung, etwa das Wohnquartier und die Stadt ausspricht und postuliert, dass ein linker Horizont immer den Weltkreis umspannen sollte.

weiterlesen »


Wenn das politische Bandmaß versagt

Das Hamburger Netzwerk “Recht auf Stadt“, Vorbild des Frankfurter Netzwerkes “Wem gehört die Stadt” bereitet einen Kongress vor: vom 2. bis 5. Juni 2011 gibt es in der Hansestadt Hamburg kollektive Verwirrung, Begegnung und Zerstreuung: Über verschiedene Orte der Stadt verteilt, findet jede Menge Geplantes (Workshops, Podien, Filmvorführungen) und Ungeplantes statt.

Mit Christoph Twickel (Manifest NotInOurName, Lux & Consorten) und Georg Moeller (Ideenscout, Spielplatzini BaSchu e.V., Anwohnerinitiative Schanzenviertel) sprach ak über das Comeback von Stadtpolitik, den Kongress und die Hamburger Bewegung.

Hamburg - logo_kongress_blau

weiterlesen »


“Die Vorstellung, ein Recht auf Stadt zu haben, breitet sich aus.”

Wie berichtet galt der alte “Campus Bockenheim” bis vor kurzem als Konkursmasse. Die Gebäude sollten abgerissen und durch Bürotürme ersetzt werden, um Geld in die Kassen der Stiftungsuniversität zu spülen. Doch der Widerstand der Initiativen “Ratschlag Campus Bockenheim” und “Zukunft Bockenheim” und eine Veränderung der Rahmenbedingungen haben dazu geführt, dass auf dem Areal jetzt die “Hochschule für Musik und darstellende Kunst” angesiedelt werden soll. Über die Hintergründe sprachen wir mit Angelika Wahl von “Ratschlag Campus Bockenheim”.

FGZ: Ich hab mich ein bisschen gewundert, dass der Umzug der “Hochschule für Musik und darstellende Kunst” auf den alten Campus Bockenheim jetzt auf einmal funktioniert, der vorab von offizieller Seite für unmöglich erklärt wurde.

Wahl: Das hat zwei Gründe: einmal die Immobilienkrise, die werden die Flächen nicht mehr so einfach an private Investoren los, zum anderen die mögliche Aufwertung des Stadtteils durch Kreative. Das hat natürlich auch seine Schattenseiten. In bestimmten Städten, wo Quartiere hochgewertet werden mit dem Anstrich “Kreativität”, gibts gleichzeitig eine Verdrängung von freien Künstler-Gruppen und Mietern mit niedrigerem Einkommen.

FGZ: Ihr denkt ja auch daran, das Studierendenhaus beispielsweise für Migrantenvereine zu nutzen; das ist ein etwas anderes Konzept als das der Stadt oder der Kulturszene. Um wen soll es da konkret gehen?

Wahl: Für mich wäre in Bockenheim das Türkische Volkshaus eine wichtige Gruppe. Die

weiterlesen »


Franzens Welt

Zum Klima des Romans “Freiheit” von Jonathan Franzen (wohnhaft in New York) mögen die folgenden Zitate aus dem Interview mit dem Autor in der Süddeutschen genügen: “Als junger Mann fand ich die Bücher von Autoren wie Pynchon, Gaddis oder DeLillo enorm spannend, weil sie von der Welt handelten, in der wir lebten. Es ging um [...]

weiterlesen »


Kurze Berührung zweier Pole

staff-benda-bilili-stimme-der-stummen-massen-im-kongo
Imaginationen über Zentralafrika drehen sich bei Mitteleuropäern gerne um Kurz´ Grauen, das vor über 100 Jahren an die belgischen Gräuel um den Fluß Kongo herum erinnert. “Kongo” ergänzt Joseph Konrads “Herz der Finsternis” um drei weitere Wahrnehmungsraster, mit denen wir diese seltsame Gegend betrachten. Die Ökofreunde schauen gerne die netten Gorillas, Schimpansen und Waldelefanten im Fernsehen an, die meist von wagemutigen Amerikanern im undurchdringlichen, zweitgrößten Regenwald der Welt abgefilmt werden.

weiterlesen »


Frankfurter Sommerwerft 2010 – Feuerschlucker am Fluss

Noch bis zum 3. Juli ist alles anders im Frankfurter Osthafen, denn dort residiert die von “Protagon e.V.” initiierte “Sommerwerft“. Das spektakuläre Theater- Festival am Mainufer findet dieses Jahr zum neunten Mal auf dem Gelände der “Weseler Werft” statt. Zeitgleich feiert die Frankfurter “Antagon TheaterAktion” zwanzigjähriges Bestehen. Das Festival erlebt seit Jahren stetig wachsende Aufmerksamkeit und Zuspruch, auch beim Gros der Anwohner trotz mancher Querelen. Schon von weitem hat sich die ansonsten recht spartanische Weseler Werft völlig verwandelt. Im Schatten des Verladekrans zwischen Main und einer aufragenden Wohnhausfassade stehen Bierbänke, dekorierte Container, Wohnwagen, Arbeitsmaschinen, Karren und Kullissen. Dazwischen prangt ein rundes Zelt.

weiterlesen »


Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.