Frankfurter Gemeine Zeitung

Schöner Arbeiten

Veranstaltung: Im Schatten der Türme

Hochprekäre Beschäftigungsformen in Frankfurt – Widerstand und Unterstützung von prekär beschäftigten MigrantInnen in und gegen diese Arbeitsverhältnisse

Dienstag, 28. Mai 2013 um 19.30 Uhr im DGB-Jugendclub – Wilhelm-Leuschner-Str. 68 (Hintereingang), Frankfurt a.M.

Eine Informations- und Diskussionsveranstaltung im Rahmen der Blockupy-Aktionswoche mit

Michael Weissenfeldt, Betriebsrat bei Maredo, zu den Zuständen in der System-Gastronomie und dem Kampf bei Maredo;

Agnieszka Satola, Forscherin, zur Situation osteuropäischer Pflegekräfte in Privathaushalten;

Lars Diekmann, IG BAU, zur Organisierung von Reinigungskräften;

Kirsten Huckenbeck, MigrAr Rhein-Main, zum exemplarischen Fall von Biser Rusev.

Hagen Kopp, kein mensch ist illegal, Hanau, Moderation

Die Dienstleistungsökonomie im Rhein-Main-Gebiet boomt: Für die einen ist sie Wachstumsmotor und Garant für Beschäftigung und Einkommen, für die anderen heißt dies vor allem Ausweitung von Niedriglohnarbeit und prekärer Beschäftigung. Wenn Kosten nicht durch Produktions- und Standort-Verlagerung gesenkt werden können, dann wird die Konkurrenz importiert und der Wettbewerb vor Ort entfacht. Eine besondere Rolle spielen dabei das EU-Grenzregime nach außen und die EU-Migrationspolitik nach innen. Sie fungieren als Filter für ein „Migrationsmanagement“, das quer durch Europa meist junge migrantische Arbeitskräfte zu Niedriglöhnen in die standortgebundenen Sektoren steuert. Auf dem Bau, in der Landwirtschaft, in Haushalten und zur Pflege, im Reinigungsgewerbe, in der Gastronomie oder auch in der Sexarbeit werden billige und fügsame Beschäftigte benötigt, deren Dumpinglöhne und Disziplinierung quasi ausländerrechtlich erzwungen werden. Wer sich ohne Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis und ohne Sozialleistungen durchschlagen muss, sieht sich zumeist recht- und wehrlos und ist besonders erpressbar. Das gilt für MigrantInnen aus Nicht-EU-Ländern, in der Praxis der Sozial- und Ausländerbehörden jedoch auch für EU-BürgerInnen, insbesondere wenn sie aus Rumänien oder Bulgarien kommen.

Nicht nur im Rhein-Main-Gebiet schuften mittlerweile Tausende als Scheinselbständige oder im Rahmen illegaler Arbeitnehmerüberlassung, oft werden sie von mafiösen Subfirmen oder Vermittlern um ihren versprochenen Lohn betrogen und sind nicht sozialversichert. Davon profitieren in erster Linie die großen (General-)Unternehmen, die in ihren Angeboten mit der Überausbeutung von vor allem MigrantInnen in Subkontraktketten kalkulieren – und auf diese Weise die Konkurrenzbedingungen für alle verschärfen.

Eine öffentlichkeitswirksame Skandalisierung dieser Praktiken und die Ermutigung und direkte Unterstützung der Betroffenen ist daher notwendig. Im November 2012 gelang es 13 rumänischen Arbeitern, die im Frankfurter Europaviertel am Bau von Luxuswohnungen beschäftigt waren, durch öffentliche Protestaktionen und mit Hilfe des DGB-Projektes „Faire Mobilität“, die Zahlung der ihnen vorenthaltenen Löhne durchzusetzen. Im April 2013 unterstützte die gewerkschaftliche Anlaufstelle MigrAr einen bulgarischen Arbeiter, der bei Bauarbeiten verunglückt und dem zunächst die notwendige Operation verweigert wurde. Ihm konnte – auch mittels medialer Skandalisierung – die medizinische Notfallversorgung verschafft werden. Beide Fälle markieren nur die Spitze eines Eisbergs, dem Alltag hochprekärer Beschäftigungsformen im Schatten der Bankentürme.

In der Veranstaltung wollen wir das Podium als kleines Panoptikum zu unterschiedlichen Dienstleistungsberufen gestalten und daran deutlich machen, dass dieser Sektor wesentlich auf verschiedensten Formen von (Hyper-)Ausbeutung beruht. Und dass ohne die bewusste Inkaufnahme und Ausnutzung all dieser Varianten prekärer Beschäftigung – von Werkverträgen, Befristungen, Leiharbeit, Mini-Jobs bis zur Bekämpfung gewerkschaftlicher Organisierung etc. – die vielgerühmte Dienstleistungsökonomie hier schon längst zusammengebrochen wäre.

Zugleich wollen wir aber auch berichten bzw. diskutieren, dass und wie Gegenwehr und sich daraus entwickelnde Alternativen möglich sind.

VeranstalterInnen: kein mensch ist illegal (Hanau), Redaktion express / AFP e.V., Gewerkschaftliche Anlaufstelle MigrAr Rhein-Main, Verein zur Förderung demokratischer Arbeitsbeziehungen und sozialer Gerechtigkeit e.V.

Information & Kontakt: kontakt@migrar-ffm.de

 


Politische Zustimmung und Widerstand – weit weg von Deutschland

Dörfer als abgeschlossene Kommunen zeichnen sich prototypisch dadurch aus, dass ihre Bewohner die Aussenwelt hochselektiv und thematisch arg eingeschränkt, allein aus der eigenen Perspektive wahrnehmen. Zudem ist das dörfliche Klima durch persömliche Beziehungen geprägt, mit übergroßer Wichtigkeit für die Dorfwelt und die Wahrnehmung des sozialen Geschehens im Örtchen und drum herum. Gewöhnlich werden gesellschaftliche Vorgänge dort auch nach Art persönlicher Beziehungen evaluiert.

In diesem Sinn hat die 50 Jahre alte Rede über das “globale Dorf” hohe Aktualität, obwohl die Erfinder sich etwas anderes dabei dachten. Wir nehmen einige Dinge in anderen Ländern und Kontinenten nach einem lokalen Gefühlshaushalt wahr, oder dem, was unsere Medienwelt als solche kultiviert, etwa Wellness oder Marathonläufe. Störende, durch die simplen Raster fallende Ereignisse, die objektiv weitaus höhere Relevanz erlangen landen meist unter den Tisch. Die Rede über global interessierte und informierte Deutsche ist nicht mehr als ein Märchen, ein Disneyland der Tourismus- und Culturebranche.

Die Wahrnehmung der Arbeitswelt kann als besonderes Exemplum dieser Diagnose gelten. In der Mitte und im Osten Europas wird es  als ausgemacht verkauft, dass eine ruhige Arbeitswelt schöne Arbeitsplätze im Wettbewerb schafft. Nach dem Motto, die Erfolgreichen (“Mittelstand”) sind eh zufrieden und je weniger die anderen Leute verdienen, desto schweigsamer geben sie sich. Das glaubt man zu gerne zwischen Oder und Rhein. Aber wir leben hier nach dem Schema des Dorfs, und ignorieren, dass im Rest der Welt nicht alles nach deutschem Schlaflied klingt.

Solches gilt denn als Credo der deutschen Politik, und die Bundesrepublik steht als gesellschaftlicher und politischer Ruhepol Europas, an dem man den Druck auf Beschäftigte und Geringverdiener*innen ruhig noch ein Stückchen erhöhen kann. Ganz in diesem Geiste kommentiert auch das grüne Leitorgan “taz” mit gewisser Wohligkeit: Zum 1. Mai gingen früher weltweit viele Millionen auf die Straße. Heute hat der Tag vielerorts seine Brisanz verloren“. Die damit verkaufte Stimmung hat nicht viel mit der globalen Realität zu tun, wie wir gegenwärtig gut am Beispiel Indien sehen können. Unser übliches Indien-Raster lautet: exotisches Urlaubsland, viele billige IT-Spezialisten, neue große Mittelklasse und dienstbeflissene Unterschicht. Dazwischen wogen Empörungswellen über Frauenunterdrückung, von denen uns auch die taz in Dutzenden von Artikeln in den letzten Monaten berichtete.

Ohne jede Erwähnung blieb jedoch auch im globalgrünen Stimmungsblatt, dass in Indien vor wenigen Wochen der größte Generalstreik der Geschichte mit ungefähr 100 Millionen Teilnehmern stattfand, und Widerstand dieser Größenordnung ist dort keine Seltenheit!

Es folgen Auszüge eines Berichts über den indischen Generalstreik 2013 aus der Sozialistische Zeitung (SOZ), verfasst von Lutz Getzschmann. Er zeigt uns, wie es ein paar Flugstunden hinter RheinMain Airport aussieht – abseits der Wellnessbroschüren .

Schätzungsweise etwa 100 Millionen Menschen beteiligten sich am 20. und 21. Februar 2013 an einem zweitägigen Generalstreik in Indien, sie sorgten dafür, dass in vielen Teilen des Landes das alltägliche Leben vollständig zum Stillstand kam, in anderen Landesteilen stark beeinträchtigt war. Alle elf landesweiten indischen Gewerkschaftsverbände hatten für diese beiden Tage zum Generalstreik aufgerufen, er richtete sich vor allem gegen die rasante und für Teile der Bevölkerung akut lebensbedrohliche Teuerung und gegen die in den letzten Jahren stark beschleunigte Ausbreitung der Leiharbeit.

In den deutschen Medien tauchte dieser Generalstreik, der den vorjährigen in seinem Umfang deutlich übertraf und von der Anzahl der Beteiligten her mit ziemlicher Sicherheit der größte Streik in der gesamten bisherigen Geschichte der internationalen ArbeiterInnenbewegung gewesen sein dürfte, nahezu nicht auf, was selbst angesichts der allgemein ignoranten Haltung der hiesigen Blätter und Kanäle gegenüber sozialen Bewegungen und politischen Widersprüchen auf dem indischen Subkontinent erstaunlich ist. Nicht nur relativ etablierte Gewerkschaften wie der Textilverband CITI, der ITUC und der AITUC, welcher der Kommunistischen Partei (CPI) nahesteht, gehörten zu den maßgeblichen Organisatoren des Streiks. Auch kleinere Gewerkschaftsverbände wie der All India Central Council of Trade Unions (AICCTU, 630000 Mitglieder, steht der CPI/ML-Liberation nahe), vor allem aber die erst vor wenigen Jahren gegründete New Trade Union Initiative (NTUI), ja, selbst Gewerkschaften, die der regierenden Indischen Volkspartei BJP nahestehen, beteiligten sich.

Im Jahr 2012 gab es in Indien 498 Millionen Beschäftigte, fast 395 Millionen davon waren im informellen Sektor beschäftigt. Von den Beschäftigten im formellen Sektor waren tatsächlich nur rund 53% von arbeitsrechtlichen Bestimmungen geschützt, die restlichen 47% bilden Taschen “informeller” Beschäftigung in ansonsten “formellen” Bereichen. “Teilzeitarbeit ist auf dem Vormarsch in Indien”, schreibt der World Development Report 2013 der Weltbank. Deutlich gestiegen ist auch die Zahl der Leiharbeiter, nämlich um mehr als 10% in 2009, um weitere 18% in 2010. In Branchen wie Zement, Stahl und Textil macht Leiharbeit 60-70% der Beschäftigten aus, im Bau sogar 80-90%.

Diese Zahlen illustrieren die verzweifelte Lage, in der sich große Teile der indischen Lohnabhängigen befinden, sie bildet den Hintergrund für den jüngsten Generalstreik. Die hohe Streikbeteiligung und die massiven Auswirkungen des Ausstands sind schon deshalb ein großer Erfolg, weil der gewerkschaftliche Organisationsgrad unter den indischen ArbeiterInnen bis heute eher gering ist – mit starken sektoriellen Unterschieden. Im formellen Sektor, der im Wesentlichen die staatlichen und halbstaatlichen Unternehmen und die industriellen Kernbereiche umfasst, sind nach Schätzungen des indischen Arbeitsministeriums ca. 30-40% der Beschäftigten gewerkschaftlich organisiert. Im Zuge der Marktliberalisierung und Weltmarktorientierung nimmt der Anteil dieses Bereichs an der Gesamtbeschäftigung jedoch ab. Von geschätzten 500 Millionen Erwerbstätigen sind inzwischen nur noch ca. 8% dem formellen Sektor zuzurechnen, während der informelle Sektor rasant wächst – hier liegt der gewerkschaftliche Organisationsgrad bei gerade einmal 9,7%.

Volkswirtschaftliche Schäden

Während die Welt kaum davon Notiz nahm, hatte der Streik erhebliche Auswirkungen. Banken und Versicherungen, die Industrieproduktion und das Bildungswesen wurden in vielen Teilen Indiens, trotz Androhung von Vergeltungsmaßnahmen durch die zentralen und der bundesstaatlichen Regierungen, lahmgelegt. Beschäftigte aus der Privatwirtschaft nahmen ebenso teil wie Staatsbedienstete und die ArbeiterInnen einiger größerer Sonderwirtschaftszonen. Es beteiligten sich auch viele unorganisierte Beschäftigte an den Streiks, Demonstrationen und Protestkundgebungen. 14 Millionen Schecks im Wert von rund 800 Milliarden Rupien wurden nicht gebucht. In den indischen Seehäfen lief ein Schaden von einer Milliarde Rupien auf. In Kolkata hielten von 42’000 Bussen und Minibussen nur 2000 ihren Betrieb an den beiden Streiktagen aufrecht. Hunderttausende Eisenbahnpassagiere und Busreisende konnten indienweit ihre Fahrt nicht fortsetzen, denn Züge, Busse und Auto-Rikschas wurden blockiert und an der Weiterfahrt gehindert. “Die Demonstranten sitzen auf den Bahngleisen oder besetzen die Lokomotiven. Wir sind dagegen machtlos”, berichtete am 20.2. der Beamte für Öffentlichkeitsarbeit der zentral-östlichen indischen Eisenbahn, Amitabh Prabhakar, in einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Stillgelegt war auch der Bundesstaat Kerala im Südwesten Indiens, traditionell eine Hochburg der Kommunisten: Busse fuhren nicht, Geschäfte, Ausbildungsstätten und Fabriken waren geschlossen. Selbst die Drohung der Unionsregierung, den Streikenden zwei Tageslöhne vom Gehalt abzuziehen, konnte das nicht verhindern. In der Industriestadt Tirupur im Bundesstaat Tamil Nadu streikten mehr als 200’000 Textilarbeiter, die Bergleute der staatlichen Kohlegruben Singareni Collieries Company im Bundesstaat Andhra Pradesh weigerten sich zu arbeiten, in Chattisgarh und Odisha wurden die Erzgruben von Indiens größtem Eisenerzkonzern NMDC bestreikt.

In der Hauptstadt Delhi lähmte der Streik nahezu alle Bereiche. In dem in den 1970er Jahren als Retortenstadt gegründeten Industriegebiet Noida wurden Hunderte von Fabriken und Fahrzeuge – darunter mehr als ein Dutzend Polizeiautos – beschädigt, als Arbeiter die Straßen blockierten und von der Polizei angegriffen wurden. Um die Proteste der Arbeiter zu unterdrücken, mussten die Behörden Spezialeinheiten der Polizei von außerhalb als Verstärkung hinzuholen, darunter die Bewaffnete Provinzpolizei.

Im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Indiens, Uttar Pradesh, war den Berichten lokaler Medien zufolge der Streik “total” in den Städten Meerut, Ghaziabad, Noida, Kanpur, Varanasi, Lucknow, Saharanpur, Unnao, Moradabad und Allahabad. Die Großmärkte in Lucknow, Aminabad und Hazratganj waren menschenleer, die Aktivitäten der Postämter und staatlichen Banken unterbrochen. Nach Auskunft der Vereinten Handels- und Industriekammern hat “der zweitägige Streik geschätzte Verluste in Höhe von umgerechnet 2,8–3,8 Mrd. Dollar verursacht, wobei besonders die Banken, Versicherungen und das Transportwesen betroffen” wurden. Anders als bei anderen großen Streiks in der Geschichte der indischen ArbeiterInnenbewegung war die Beteiligung sektorenübergreifend.

Überwindung der Spaltungen

In einer nie gekannten Streikbereitschaft hat sich an beiden Tagen des Generalstreiks ein enormer Willen von unten zu kämpfen manifestiert, der weit über die Zahl der in zersplitterten und rivalisierenden Gewerkschaften organisierten Beschäftigten hinausgeht. Dieser Wille steht im Widerspruch zur Unfähigkeit der traditionellen Gewerkschaften, nachhaltige Kämpfe jenseits von Partikularinteressen und politischem Klientelismus zu führen. Der Streik zeigt aber auch, dass eine Dynamik entstehen könnte, die die Spaltungen der indischen Arbeiterklasse in formellen und informellen Sektor, alte und neue Industrien, parteipolitisch gebundene Richtungsgewerkschaften, Kasten und Sprachgrenzen sprengt. Hieran anzuknüpfen und Verbindungslinien zwischen den verschiedenen Segmenten der LohnarbeiterInnen und Pauperisierten zu schaffen, wäre eine wichtige Aufgabe der in den letzten Jahren teilweise neu entstandenen Initiativen, Netzwerke und Organisationen, wie etwa der New Trade Union Initiative. Ein Anfang ist gemacht, die indische Arbeiterbewegung könnte spannenden Zeiten entgegengehen.


Gegen Verschmelzung des Höchster–Klinikums mit den Main-Taunus-Kliniken

Die Partei “DIE LINKE” spricht sich gegen die Verschmelzung des Klinikums Frankfurt-Höchst mit den Main-Taunus-Kliniken in Bad Soden und Hofheim aus. Dies hat die Frankfurter LINKE auf ihrer Kreismitgliederversammlung einstimmig beschlossen. Von dem beabsichtigten Zusammenschluss seien vor allem massive Nachteile für Patienten und Beschäftigte zu erwarten, heißt es in der entsprechenden Resolution.

“Wir müssen mit erheblichem Abbau von Arbeitsplätzen und weiterer Zunahme von Arbeitsbelastung und Stress für die Beschäftigten rechnen. Das erhöht auch die Risiken für die Patienten”, sagte Janine Wissler, Vorsitzende der LINKEN in Frankfurt. “Unseres Erachtens muss deshalb die Absicht, das Klinikum Frankfurt Höchst mit den Main-Taunus-Kliniken zu verschmelzen, aufgegeben werden”, so Wissler weiter.

Weiter heißt es in der Resolution: ” DIE LINKE fordert dem entsprechend … den Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt und den Frankfurter Magistrat auf, in diesem Sinn zu handeln. Darüber hinaus ist es notwendig dafür zu sorgen, dass der überfällige und von der Landesregierung finanziell zu fördernde Neubau endlich begonnen wird…Wir fordern die genannten politischen Akteure auf, das Klinikum Frankfurt Höchst wieder als kommunalen Eigenbetrieb zu führen auf der Grundlage einer am Gemeinwohl orientierten Betriebsweise sowie gegenüber der Bundesregierung gemeinsam mit anderen Kommunen dafür einzutreten, dass das Fallpauschalen-Abrechnungssystem ebenso beendet wird, wie die Krankenhaus-Budgetierung. Statt einer Verschmelzung halten wir eine verstärkte Kooperation des KIinikums Frankfurt – Höchst mit den Main-Taunus-Kliniken, die zu einer Verbesserung der Gesundheitsversorgung und zu einer günstigeren Kostensituation führt sowie Nachteile für das Personal ausschließt, für sinnvoll.”


Öffentlichkeit zwischen politischen Journalen, Infotainment und Web-Hypes

Zwischen Tageszeitung und Fernsehabend entscheiden: long ago! Heute sind wir mobil, switchen zwischen Apps und Ads, je nachdem wieviel Geld und Zeit uns gerade bleibt. Davon haben die einigen wenig und die anderen viel oder umgekehrt, und werden sehr unterschiedlich verwendet.

Dementsprechend werden Medienzugang und Öffentlichkeiten heute immer weiter differenziert. Auch ohne Tageszeitung. Welche Trends in unserem Medienalltag zeichnen sich ab?

Fortsetzung der Folge zum Umbruch in der Pressewelt

Wenn wir uns weiter im Strom technologisch  aufgerüsteter Warenwelt und ihren Regimen durch die allgegenwärtigen Medien bewegen, und uns mit ihrer Kultur beschäftigen, verstricken sich die Zusammenhänge zunehmend. OK, also das Web und sein Drumherum. Mit ihm kommen schlicht veränderte Rezeptions-Objekte in den Alltag, neue Strukturen und Kanäle: Mit den Screens werden unsere Wahrnehmungen und unsere Erwartungen buchstäblich umgerüstet, und zwar immer abhängig von dem, was wir gerade tun, oder wie ein verstecktes Programm im Nirgendwo unsere Absichten prophezeit. Die vielen Hilfsmittel dieses Web-Geschäfts lassen sich kaum aufzählen: Mit Feeds selektieren wir Realtime Heerscharen von Überschriften, die Filter von Suchmaschinen oder Portalen liefern uns immer ähnlichere, nur zu gut einzuordnende Texte bei der Nachfrage. Aggregatoren ergänzen die Vorauswahl der massenhaften Kurznachrichten, Bots untersuchen unsere Vorlieben und bieten diesen entsprechende Texte an, schließlich produzieren Apps ganz eigene Formate, die uns vielleicht spielerisch vor Artikeln im klassischen Sinn abschirmen und uns eine schöne neue Welt präsentieren. Und all das automatisch in Realtime!
Auf solchem Hintergrund lässt sich eine Dystopie öffentlicher Interpretation denken, die digitale Schwundstufe der Presse: statt recherchierte Inhalte von Tageszeitungen führt sie mittels ästhetisierenden Gadgets an der Hand. Sie statten mit Markenempfehlungen und Spielinterface die Wahrnehmung der Welt-Ereignisse aus. Eine Art „maschinelles Genießen“ in Instant-Format ersetzt politisch sensible Interpretation.
Die von Gurus gepriesene Techno-Ästhetik wirkt auf diesem Wege als Sinn-Surrogat für „Gesellschaft“, deren Elemente sich im mobilen Leben wie von selbst mit unserem ganzen Alltag vernetzen. Aber das geschieht, ohne dass wir unter die Oberfläche schauen, dorthin wo Probleme entstehen und Entscheidungen fallen. Die Kurzatmigkeit allerdings, die wir bereits mit Tageszeitungen einübten, gibt nochmal Gas, eben bei den Technoprodukten mit den vielen Knöpfen, die bereits als solche einen Großteil des Contents ausmachen und der immer höheren Frequenz ihrer Releases, mit denen sie uns beschäftigen.

Die Diagnose der Kultur und Rezeption, die sich in den letzten zwei, drei Jahrzehnten in einer Art „Reform-Agenda“ umwälzte, hat unsere Aufmerksamkeits-, Status- und Relevanz-Strukturen erheblich modifiziert und zwar über die Web-Technologien hinaus. Die technologische und die wirtschaftliche „Revolution“ marschieren voll im Gleichschritt, und wir können bereits sondierte soziale Spreizungen noch weiter ausbuchstabieren. Ehemalige Arbeitsmilieus suchen heute nach Differenzierungsgewinn, mit neuen Geschäftsfeldern und verstärktem Wettbewerb untereinander: dabei sollen gute Informationskanäle und Statusvorteile helfen. Prekaritätsmilieus dagegen ersetzen oft mangelndes Entgelt durch Sinnsuche, allerdings dem Sinn im naheliegenden, den Geheimnissen in und zwischen den Algorithmen. Der Suche nach echter „Kreativität“ frönen inzwischen viele andere, doch versandet sie meist in Befindlichkeits-, Hobby- oder Ästhetisierungsmilieus, deren ausgefahrene Schienen den Nachschub an immer neuen Produkten zu zahlungswilligen Kunden transportieren. Die Dienstleistungseliten in ihren Milieus geben sich wahlweise medial anspruchsvoller: sie verlangen nach Angeboten, die ausgeklügelte Fach- und Wellness-Produkte ergänzen. Den lokalisierten Sicherheitsmilieus dagegen, den immer Ängstlichen dürstet es nach Berichten aus der Umgebung, dem letztlich Wohlbekannten, von der Trauung bis zum Einbruch – ein leicht produzierbares Programm.
Wir befinden uns auf dem Weg in eine reale wie mediale Ghetto-Welt, die besonders kalifornische Gurus schönreden: einerseits „Massencontent“ und Social News Services, die „kostenlos“ via Bezahlungen für Benutzerinformationen oder einfachen Dienstleistungen über die Konzernportale funktionieren. Dem stehen anspruchsvolle Analysen und Statusgewinne gegenüber, die von höheren Dienstleistern bezahlt werden. Bemerkenswert dabei sind die unterschiedlichen Aufmerksamkeits- und Relevanzstrukturen, die sich bei solchen Gruppen entwickeln können: Die vermeintliche „Wissensgesellschaft“ wird auf diesem Hintergrund schließlich zur hohlen Phrase.

Den Mix von technologischen und gesellschaftlichen „Reformen“ können wir in allgemeiner Diagnose fortsetzen. Vermutlich haben sich die Arten sozialer Bindungen und unsere Orientierungen im Alltag inzwischen auf breiter Front geändert, bis in die Inflation der „Freunde“ und „Follower“ hinein, von denen wir hochaktuell nicht nur ihre Pupser oder verbrannten Frikadellen registrieren, sondern auch Vorlieben, Einkäufe und beliebte Nachrichten. Mit diesen Zirkeln persönlicher Befindlichkeiten bilden sich hybride aber regionale Freundeskreise als Stil- und Nachrichtenmilieus unter einem „sozialen Medium“ im Web, die sich als eigene Rezeptionswelt aufbauen lassen. Rezeptionswelten als Nutzerkreise können bis zu Ebenen gesteuerter „Meta-Orientierungen“ reichen, bei denen die oben aufgezählten Bots und Algorithmen filtern, selektieren und präsentieren. Solche Milieus zwitschern sich dann zwischen Celebrities, Events und News eine eigene Welt zusammen, in der sie sich gut zurechtfinden. Denkbar sind dann gar neue Individualisierungen über Internet-Hypes, Repertoires für Stilisierungen des Egos, wie sie bereits rund um Fußballvereine oder Popgrößen bekannt sind? Vielleicht eine Wahlumfrage bei deinen Facebook-Freunden? „So funktioniert Politik!“
Web-Rezeptionsmilieus formen tatsächlich breite „synästhetische“ Orientierungen unserer mobilen und multi-vernetzten Welt, die meist im Gleichtakt mit Marktbedingungen und ihren herrschenden Semantiken rund um den unvermeidliche „Marktwillen“ funktionieren: das Phone meldet mir mitten auf der Strasse den Shop in der Nähe zusammen mit seinen günstigen exotischen Angeboten, die zur aktuellen Tsunami-Meldung mit Video aus Fernost und meinen letzten Reiseeindrücken oder denen meiner „Freunde“ passt. Mit anderen Worten, vor unserer Tür steht ein komplett designter Alltagskorridor, der „Öffentlichkeit“ und „Politik“ als Komplettangebot zwischen Media und Markt in zugeschnittenen Rastern für Zielgruppen und ihre Evaluationen erfasst.

Medienmilieus

Leider ähnelt er eher einer Gummizelle denn einem öffentlichen Platz. Wir haben nämlich nur beschränkte Ressourcen, und die werden in solchen Milieus fein differenziert ausgelastet, durch die Ansagen von fern, und jeweils nach ökonomischen, kulturellen und sozialen Mitteln thematisiert. Von „Sektoren der Innovation“ oder dem Lebensstil „digitaler Boheme“, den uns manche Gurus verheißen ist meist nicht viel übrig. Eher zeichnet sich kulturelle Fragmentierung und Milieu-Verlust in der Substanz ab, und das gilt genau so für politische Milieus, dem fehlenden Link von Alltag und faktischen politischen Maßnahmen. Als Rest bleibt „Lokalkultur“, die sich prima mit dem Trend zum „Regio-Product“ verträgt. Auch hier können wir uns locker beteiligen, empfehlen und kommentieren, an unser privates Webmilieu posten, oder vielleicht direkt hinein ins REWE-Portal. Es zeigt uns in der linken Spalte zudem den DAX und der rechten die SPON News. Alles komplett.
Solche Mediamilieus bilden Zonen unserer Lebensweise ab, durch die wir uns zunehmend in den Städten bewegen, umgeben von Festungen wie Business-Districts oder Gated Communities mit den fokussierten Aktivitäten Ein- wie Ausgeschlossener, und mit marginalisierter „zivilgesellschaftlicher“ Initiative. All diese Tendenzen sind Bausteine für einen Umbau zur „pragmatischen Effizienz-Gesellschaft“. Sie gibt sich mit dürftigen Orientierungen zufrieden, und interpretiert die ganze Welt nach dem fixen Ergebnis und je eigenem Erfolg, dem Durchwurschteln mit Networking und heißen Posts: das Verhalten der „Trader“ an den Börsen liefert für sie die beste Regieanweisung. Trader zeigen aber oft blindes Herdenverhalten und Erwartungen an kritische Zivilgesellschaft werden entsprechend immer dürftiger, nur noch Wegweiser zur Plutokratie bei gefühlter Wahlfreiheit.
Die „Öffentlichen“ Medien, ihr marktgerechter Umbau in Spartenprodukte im Gadget-Stil verschmelzen damit immer mehr. Unsere Formen von Öffentlichkeit prägt Markt-Nihilismus mit pragmatischer Ideologie, die sowohl der Lifestyle-Alltag wie der prekäre Druck aufrecht erhält, Beide sind technologisch durchzogen, mit lohnend regulierten Hypes und Rankings. Wir warten bloß noch auf smarte Erzählrobots, die aus unserem ganzen Leben eine nette Story machen, die sie in den Social Medias über uns erzählen und in das Bilderbuch der Lokalbeziehungen einordnen, nach dem Motto: „Ich und Feldkamp“. Wenn es mal passt, erzählen sie auch noch über Mutti Merkel und ihren Sparstrumpf. Ich log mich dann ein, und spiele mal schnell ein neues Sparprogramm für die Griechen durch. Hepp.

Die zivilgesellschaftliche Ohnmacht scheint fugenlos ins Medienprogramm zu passen, ein Befund, der sich bestens in die strukturelle Korruption, die Nähe zu herrschenden Instanzen bis in die Tagespresse einfügt. „Zugang“ verheisst Cashflow, und er ist das Maß.
Ein unschönes Bild der Medienintegration habe ich gemalt, eines das kritisch mit dem Web umgeht, aber meilenweit von der Kulturkritik ala Schirrmacher siedelt. Doch es passt gerade zu Frankfurt so schön. Gerade im RheinMain Gebiet kam der Trend neuer Gruppierungen und Lokalitäten besonders zum Tragen. Z. B. der Bildungswandel und strikt pragmatisch Studierende mit den richtigen Apps, in der Finanzstadt mit Reichtumsgürtel und ihren Festungen ala Eschborn oder Bankenviertel. Jeder für sich und manchmal after Work Party. Frankfurts Umbau läuft seit bald 30 Jahren, und er prägt im schwarz-grünen Geist eine unternehmerische Stadt, in der die mondäne Fressgass nahe der Alten Oper ihren Apple-Shop gleich als einen Tempel der City kultiviert. All das spricht kontra haptische Orientierung ala FR, auch wenn sie schon ihre Umstellung auf iPad anleierte.

Raus aus den ausgetretenen Pfaden?

Was bleibt kritischen Medien, vielleicht gibt es für neue „emanzipatorische“ Momente noch eine Zukunft zwischen Hyperkapitalismus und administrativer Politik? Welche Reserve bleibt gegen die affirmativ-indifferente Unterhaltungs-Öffentlichkeit, die mit einem neuem „Digital Divide“ von Märkten beherrscht wird und per Markt herrscht?
Profit füllt noch nicht den ganzen Raum um „Presse“, „Öffentlichkeit“ und „Zivilgesellschaft“, im Gegenteil, sie hängt von verschiedenen Kontexten ab, sogar jetzt noch. Zum Beispiel unsere Frage nach „gesellschaftlicher Orientierung“. Es lassen sich gemischte „Formate“ denken, die von „hyperlocal“ bis „long text“ reichen. Für beides melden sich immer mehr Interessierte, gegen die kurzen hohlen Sprüche verschaffen sich Widerspenstigkeiten Raum? Zuweilen geht es in diversifizierte Diskurse, in anspruchsvolle Interpretationen und Kompilationen, in etwas abseitigen Blogwelten wie tumblr gibt es produktiv vermehrte Erzählungen, von menschlichen Poeten nicht von Bots. Doch welchen sozialen Kontext verlangt solche Poesie? Sie braucht andere Orte und Kommunikationsweisen – weg von naiver Info- und Web-Gläubigkeit, ohne Möglichkeiten zu stark zu beschneiden. Und vermutlich braucht es dafür neues Web, andere Tools, die nicht übermäßig auf pausenlose Abhängigkeit von Servern oder Schaltstellen in wenigen Händen bauen.

Doch nicht nur um die Rezeptionsbedingungen geht es: Zwischen Professionalisierung, Ökonomie und Prekarität, Content und Form dräuen zunehmenden Monopolgeschäfte und weiteren Feudalisierungen. Deswegen müssen parallel neue Arten der Finanzierung genauso her wie neue Lebensweisen. Nicht sofort müssen wir an Kapitalgesellschaften denken: Von „Free Software“ kann es eventuell zu „Public Content“ aus Initiativen heraus gehen, mit bezahlten Recherchen, selektiven Geschäfte für Berichte, die sich um spezifische Orientierungen. Ausserdem sind andere, lockere und marktferne Institutionen denkbar. Zwischen der plötzlichen Kraft von Bewegungen und anspruchsvollem Indymedia stellen sich Fragen der Institutionalisierungsformen: Hier ist wirklich Kreativität gefordert. Schließlich lassen sich öffentliche Finanzierungen nach Art der GEZ denken, etwa von neuen Nachrichtenagenturen, die organisiert wie Sozialverbände regionale Bindungen haben.

Allerdings steht derartige Utopien immer auf der Kippe, denn eine Art “nihilistischer Pragmatismus” beherrscht gegenwärtig viele Erwartungen, unterfüttert von einer Medien-Öffentlichkeit generalisierter Brandings und indifferenter Hypes. Deswegen muss sich ein subversives Konzept von Öffentlichkeiten etwa gegen den undifferenzierten Begriff von „Wissensgesellschaft“ wenden, der eher als „Ideologie“ fast das Gegenteil des Beanspruchten kultiviert, nämlich allseits bereite „professionalisierte User“.

Jedoch haben es gerade „Linke“ in ihrer marginalisierter Sprechposition schwer mit diesen Umständen, obwohl sie sich doch gerne als natürliche Kraft kritischer Öffenlichkeit verstehen. Ihre Stellung bringt jedoch selbst Ohnmacht und Nihilismus mit sich, und sie folgt sogar meist dem herrschenden iEgo. Nix mit “Solidarität”, die eher als Kampagnenparole oder romantisches Erinnern bleibt. Die Realität drückt sich in Gruppenabschottung, als Opportunismus und Trägheit aus, meist ohne ernsthaftes Interesse am medialen Umbruch – zu groß scheint die Herausforderung quer durch den ganzen Alltag.

Ausbruchsgesten gegenüber diesen Umständen und Attituden, begleitet von mehr Aufmerksamkeit für das geschilderte Geschehen kann vielleicht anregende Spielarten von Gegenöffentlichkeit fördern. Neben dem breiten Anspruch für öffentliche Förderung unabhängiger Nachrichtenagenturen stellt sie vielleicht ein Klima kritischer Zivilgesellschaft über eigene “Web-Milieus” her. Nach Art der “free software” entwickelt, könnte eine neue Software-Infrastruktur Selbstverständigungen und Community-Bildung, kulturellen Inverventionen  von Videos bis Web-Kunst, lokalen Nachrichten wie globalen Bewertungen einen Nährboden mit einem gewissen Korpus geben. Das wäre ein dichter verwobenes Netz von Sites, z. B. unter Tumblr, die einen heterogener Raum von Interpretationen, Blogs und Bildern bauen. Mit seiner freien Zugänglichkeit, vielen Ein- und ausgängen könnte dieses Web-Milieu gleichzeitig eine mediale Attraktivität ausstrahlen, die zu den großen kommerziellen Portalen oder Zeitungen einen Gegenpol bilden.


Ein Rätsel: Was bin ich?

Auf Parties bist Du mit mir der Star. Wenn Du mich hast, hast Du Reputation.
Yuppies und Hipster lieben mich. Wenn sie mich bezahlen können.
Jeder der mich verkauft, schwört auf meine Qualität. Dabei bin ich doch überraschend kurzlebig.
Du willst nicht wirklich wissen, wo ich herkomme!
Ich mache Leute abhängig.
Dabei verderbe ich den Charakter.
Es gibt andere Produkte, die sind genauso schnell. Und sie sind billiger. Doch sie haben nicht meinen Ruf.
Ich bin überteuert. Das ist Teil von meinem Image.

Mit einem Wort: Was bin ich?

weiterlesen »


Mailbox

“Der gewünschte Gesprächspartner ist gerade nicht zu erreichen, bitte versuchen sie es später noch einmal.” ~Die unsexy Stimme~   Als Pensionär wäre mir das Grund genug im Funkloch des Sonntagsausflugs meine Taschen zu leeren, den überschwänglichen jungen Damen und Herren, die mich mit Bögen und Äxten bedrohen meinen Respekt zu bekunden und zu beschließen heute [...]

weiterlesen »


Gut gemeint statt gut gemacht: FEMEN Deutschland protestiert vor Kölner Bordell

Nackt protestieren ist nicht wirklich innovativ. Das macht man schon mindestens seit den Sechzigern. Wirksam ist es aber trotzdem allemal und ein paar Leute, die für ein politisches Anliegen blankziehen, schaffen eine gemessen an der Größe einer Protestveranstaltung überproportionale Aufmerksamkeit. Sex sells nunmal. Das wissen PeTA, Charlotte Roche und die Blödzeitung nur zu gut und auch FEMEN Deutschland macht sich diese Strategie zunutze.
Letztlich ist an so einer Protestform selbst nichts verkehrt, es kommt halt eben auf das Anliegen an.
Manchmal kann aber auch ein positiv erscheinendes Anliegen bei detaillierterer Betrachtung in einem anderen Licht erscheinen.

weiterlesen »


Frankfurt: Demonstration für Tarifverträge mit kirchlichen Institutionen

Mit einer Kundgebung vor der Herbstsynode der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau fordern Beschäftigte den Abschluss von Tarifverträgen im Bereich von Kirche und Diakonie. Vor dem Dominikanerkloster in Frankfurt wollen die Beschäftigten am Freitag, dem 23. November, lautstark ihrer Forderung nach b esseren Arbeitsbedingungen und Löhnen Nachdruck verleihen. Hintergrund ist das praktizierte Lohndumping der Diakonie. „Die Diakonie [...]

weiterlesen »


Flughafenausbau geht weiter: Terminal 3 und Airportcity

Nach der Inbetriebnahme der neuen Landebahn geht der Flughafenausbau in die nächste Runde. Anfang Oktober wird der neue Flugsteig A Plus in Betrieb genommen. Er ist speziell für Großraumflugzeuge wie den A 380 gebaut worden. Er ist so gr0ß wie die Kapazität des Flughafens Hannover und kann im Jahr 6 Millionen Passagiere abfertigen.
Zurzeit wird bereits am zweiten Teil der A 380-Werft gearbeitet und für das Terminal 3 finden die Bodenvorbereitungsarbeiten statt. Danach soll dann mit dem ersten Abschnitt des neuen Terminals begonnen werden. Im Endausbau kann das Gebäude bis zu 30 Millionen Passagiere abfertigen und ist damit so groß wie der Flughafen München heute. Insgesamt sollen im Jahr 2020 über 80 Millionen Passagiere abgefertigt werden und pro Jahr über 700.000 Flugbewegungen stattfinden. Wahrscheinlich wird diese Zahl der Flugbewegungen noch höher ausfallen, weil die technischen Möglichkeiten bis dahin weiter verbessert werden.


Aktuelle Stimmung am Flughafen

weiterlesen »


E rfolgreiche R ückversicherer G enießen O rgien

Human Centipede 3

Dass die Blöd-Zeitung bei jeder sich bietenden Gelegenheit laut „Skandal“ schreit, ist hinlänglich bekannt. Davon lebt diese Zeitung und wenn ihr einmal die Skandale ausgehen, dann erfindet sie sich auch gerne welche.
Es bräuchte doch nur mitten im Sommerloch der Hund irgendeines drittklassigen Politikers in eine Grünanlage zu defäkieren, von einem Blöd-Blockwart… pardon, Leserreporter… dabei fotografiert werden und schon würde das Blatt eine ganze Woche lang über „Häufchengate“ berichten.
Wenn es sich um einen Politiker der ungeliebten Linken handelte, hätte es sogar Chancen auf eine Titelstory.

Doch bei so manchem „Häufchengate“-analogen Vorgang stehen auch deutsche Leitmedien der Blöd in nichts nach.
Insbesondere wenn Sex im Spiel ist, ist natürlich auch das Interesse der Bevölkerung groß. Eigentlich hat es zwar meist keinerlei irgendwie geartete politische Bedeutung, wer mit wem in die Kiste steigt, aber irgendetwas Animalisches in uns will mehr wissen, am besten jedes Detail, um sich dann an der eigenen Empörung aufzugeilen oder an der eigenen Geilheit zu empören, je nach Standpunkt.
So ganz kann ich mich da nicht einmal ausnehmen, denn auch ich habe die Stories über die Bumstouren von Mitarbeitern der Ergo-Versicherung mit einem seltsamen und mir selbst kaum erklärlichen Interesse gelesen.

weiterlesen »


„Zwei zu eins für die Maredo-Bosse“ ― der Kampf geht weiter!

Der 31.Juli war der dritte Verhandlungstag der ersten Instanz in der Prozesssache Maredo gegen den Betriebsrat der Filiale in der Frankfurter Freßgass.

Bereits in Mai und Juni gab es vielstündige Verhandlungen. Diesmal sah es von Beginn an so aus, als würde der zuständige Richter, Prof. Becker, unbedingt zu einem Urteil kommen wollten. Jeder der Prozesse gegen die drei BR-Mitglieder hat einen eigenständigen Charakter.
Wieder beginnt der Verhandlungstag mit der Kollegin V.M. Auch die letzten Male lag die Hauptlast auf ihr. Diesmal wird es sich weit über zwei Stunden um sie drehen. Ohne dass sie ein einziges mal selbst zu Wort kommt. Die Kollegin ist 60 Jahre alt, seit 28 Jahren bei Maredo, und schwerbehindert. Ihr wird vom Arbeitgeber vorgeworfen, Brotkanten gegessen zu haben und aufbereitetes Wasser aus der Postmixanlage getrunken zu haben. Den Vorwurf, Speisen ohne Bonierung gegessen zu haben, konnte sie bereits bei der letzten Sitzung widerlegen.
Maredo-1

Foto: David Paenson

weiterlesen »


Warum David Graeber und ich keine Freunde werden

Um es wieder einmal zu betonen: Ich sehe mich als Linken.

Meine politische Position würde ich irgendwo zwischen einer echten (!) Sozialdemokratie und einem demokratischen Sozialismus einordnen. In meinen gesellschaftspolitischen Überzeugungen vertrete ich dabei eine relativ klassisch linksliberale Position, die dem Individuum weitestmögliche Freiheit in eigenen Belangen einräumen möchte (z.B. bei der Frage des Rauschmittelkonsums oder bei der Frage der Gleichberechtigung nicht-heterosexueller Lebensmodelle).

Hinzu kommt meine ausgeprägte Sympathie für weite Teile der linken Szene, die ich für ihre Toleranz gegenüber Andersdenkenden, anders Aussehenden und anders Seienden sehr schätze. Auch an den Stellen, an denen die linke Szene sich intolerant verhält, teile ich deren Standpunkte, insbesondere dahingehend, dass Gewaltideologien und Intoleranz (Rassismus, Sexismus, Homophobie u.s.w.) eben nicht tolerierbar sind.
Meine Freunde würde ich ebenfalls weitestgehend politisch links einordnen.

In diesem Sinne fühle ich mich linker Politik und ihren Akteuren auch emotional verbunden. Umso mehr schmerzt mich daher, dass linke Ideen allgegenwärtig auf dem Rückmarsch sind und die Szene selbst zwischen Zerstrittenheit und Ideenlosigkeit schwankt.
Im Mainstream wird linke Politik stets als „gut gemeint aber unrealistisch“ verworfen und die Linken selbst tun meines Erachtens ihr bestes, diesen schlechten Eindruck wieder und wieder zu bestätigen.
Von Freunden wurden mir zu genau dieser Problematik die Werke des amerikanischen Ethnologen und Occupy-Aktivisten David Graeber empfohlen, einem Mann, der zur Zeit medial auch in Deutschland recht große Beachtung findet.
Ich kaufte mir also sein kurzweiliges Büchlein „Kampf dem Kamikaze-Kapitalismus“, doch was ich darin fand war mitnichten die Lösung der gegenwärtigen Krise linken Denkens, sondern vielmehr ein Substrat der naiv-utopistischen Ansprüche und realitätsuntauglichen Erklärungsmuster, die ursächlich für diese sind.

Dies beginnt alleine schon mit seiner Definition davon, wer links oder rechts sei:

„Die Rechte ist in einer politischen Ontologie der Gewalt verwurzelt, in der realistisch zu sein heißt, dass zerstörerische Kräfte stets einkalkuliert werden müssen. Im Gegenzug dazu hat die Linke kontinuierlich Variationen über eine politische Ontologie der Imagination entworfen.“

Diese Definition teile ich ganz entschieden nicht und ich bin auch nicht gewillt, so lange ich noch denken und schreiben kann, einer derartigen Missdeutung kampflos die Deutungshoheit darüber zu überlassen, wer sich links nennen darf.

weiterlesen »


Chase-Lauf ’09. Non progredi est regredi

IMAG0140Nein, ich habe gestern nicht die Strassen Frankfurts mit der korporativen Art von #blockupy blockiert. JP Morgen Chase-Lauf 2012 ist ohne mich verlaufen, da bin ich im Reinen mit Herrn Rhein. Doch hier ist mein Bericht aus dem Jahre 2009. Samt Bananenklau, wild um sich herum schiessenden Ministerpräsidenten Koch und einigen halbnackten Südländerinnen (oder ohne sie, je nach dem). Zur Kenntnis. To whom it may concern. Einfach so.

***

ich bin an sich weder sportlich, noch mitläufer. doch diesmal bin ich sportlich mitgelaufen: chase-lauf war angesagt.

weiterlesen »


Bild-Hetze gegen Hartz-IV-Empfänger

Manchmal schafft es sogar die Bild-Zeitung sich noch selbst zu unterbieten und heute war einer dieser Tage.
Unter der reißerischen Überschrift „Hartz-IV-Sauerei!“ blies die Bild-Zeitung zum kollektiven Empörungs-Angriff auf die Hartz-IV-Empfänger. Hierbei entblödete sie sich nicht einmal, den doch recht verstaubten Kampfbegriff des „Drückebergers“ aus der Mottenkiste zu holen.

Hintergrund des Artikels war die Bilanz der Bundesagentur für Arbeit, nach der im vergangenen Jahr mehr finanzielle Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger erhoben worden seien, als jemals zuvor. Insgesamt sollen dies laut Bild 912.000 Fälle gewesen sein.
Doch handelte es sich hierbei wirklich um Trickser und Sozialbetrüger, wie die Bild-Zeitung mit ihren reißerischen Unter-Überschriften suggerieren wollte?
Dies widerlegt Bild in der Hoffnung darauf, dass ihre Leser zu blöd seien, auch den unter einer Überschrift stehenden Artikel zu lesen, selbst wieder.

weiterlesen »


Wohin treiben wir?

Der inneren Logik seiner Krisendynamik überlassen, wird das in Agonie liegende kapitalistische System in Barbarei umschlagen.

Deutschlands Managerkaste reißt beim Thema Griechenland langsam der Geduldsfaden. Inzwischen sprechen sich auch Spitzenvertreter der deutschen Kapitalverbände dafür aus, Hellas aus der Eurozone auszuschließen. Dies forderte etwa der Bosch-Chef Franz Fehrenbach gegenüber dem Manager Magazin Mitte Februar. Griechenland sei „marode und in einer Solidargemeinschaft eine untragbare Belastung“, polterte der Kapitalfunktionär in dem Interview. Fehrenbach steht mit seiner Meinung wahrlich nicht allein dar. Einer Umfrage des Manager Magazin zufolge wünschen sich inzwischen 57 Prozent von 300 befragten Funktionsträgern aus dem deutschen Spitzenmanagement, dass Griechenland aus der Eurozone ausscheidet. In Deutschland gewinnen somit Bemühungen Oberhand, Griechenland möglichst günstig zu „entsorgen“, nachdem das Land aufgrund der kollabierenden Wirtschaft nicht mehr als Absatzmarkt deutscher Exporte fungieren kann.

OL07547SL

und das bei dem Wetter

Ein ganzes Land wird hier von der deutschen Managerkaste „abgeschrieben“, zur Desintegration freigegeben, die den sozioökonomischen Zusammenbruch Griechenlands vollenden wird, der durch den von Berlin und Brüssel oktroyierten Sparterror eingeleitet wurde – und wir können uns sicher sein, dass dieser Reflex des Ausschlusses ganzer Volkswirtschaften auch in Bezug auf die anderen südeuropäischen EU-Staaten in der deutschen Öffentlichkeit überhandnehmen wird, sobald der Krisenprozess auch bei diesen Ländern weiter voranschreitet und sie sich am Rande des Zusammenbruchs wiederfinden.

weiterlesen »


Denkt Euch Doch Die Unhinterfragte InterPUNKtion! oder ~Eisenhauer~

gusseisen
Gusseisenschwert…

Ach, um es klassisch zu beginnen
Denn ich liege fast
Schon in den Linnen
Hab heute früh ich
Trotz all “Hottehü”
Mit verbleibender Kraft
Ich auf’s Pferd nicht geschafft.

Statt dessen ich fand
Mit einem Mal
Nachdem mir Google orakelnd befahl
Etwas zu beweisen
Vier-Sechs Zoll kaltes Eisen
Mag genug sein
Um Leuten den Tag zu vermeisen

Es war bloß Fragment
Aus gußeisern Zaun
Doch genug es jemand
Auf die Rübe zu hauen
Doch weil ich so friedlich
Ging um die Katen
War mir weder nach Grab und erst recht nicht nach Spaten!

weiterlesen »


Jean-Pierre Mbange und die 99%

Die Eltern des 16jährigen Jean-Pierre Mbange hatten beschlossen, ihren Sohn in die Hauptstadt Libreville arbeiten zu schicken. Das bisschen Land, das die Familie bewirtschaftete, reichte einfach nicht aus um alle sattzukriegen. Sie rechneten sich gute Chancen aus, dass er einen Job finden würde, denn im Gegensatz zu ihnen hatte er ein paar Jahre die Schule [...]

weiterlesen »


Europäischer Aktionstag gegen den Kapitalismus 
31. März 2012 | march31.net

Ein internationales Bündnis (“M31 Netzwerk“) ruft zu einem Aktionstag mit Besuch der neuen EZB am kommenden Samstag auf.

m31-poster-frankfurt-300x212

Seit Monaten spitzt sich die Kredit- und Schuldenkrise in der EU (und global) zu. Auf immer neuen Regierungskonferenzen werden Notprogramme beschlossen, um den Kapitalismus in Europa zu sanieren. Glaubt man Politik und Medien, drohen sonst Zusammenbruch, Rezession und neue Armut. Mit diesem Drohszenario werden marktradikale Reformen durchgesetzt, die unsere Gesellschaft und unser Leben auf Jahrzehnte bestimmen – wenn wir uns nicht wehren. In den ersten Jahren der Krise hieß es, der Kapitalismus müsse gezügelt werden. Banken und Konzerne sollten einen Teil der Lasten tragen, die sie selbst mit verursacht hatten. Doch gerade passiert das genaue Gegenteil: Die Herrschenden in der EU, ihren Mitglieds- und Beitrittsstaaten setzen auf mehr „Wettbewerb“ und einen brutalen Sparkurs, um das „Vertrauen“ und die Profite der Privatwirtschaft zu sichern. Für einen Großteil der Bevölkerung bedeutet dies eine zunehmende Verarmung und Verschärfung ihrer Lebensbedingungen. Es zeigt sich: Kapitalismus heißt Krise und Ohnmacht, Armut inmitten von Reichtum. Organisieren wir uns für eine bessere Gesellschaft!

Die Krise hat System
Die kapitalistische Globalisierung der vergangenen Jahrzehnte hat die Konkurrenz der Unternehmen und Standorte intensiviert. Alle führenden Industriestaaten haben ihre Märkte umfassend dereguliert. Sie haben soziale Sicherheiten gestrichen, öffentliche Güter privatisiert, die Rechte von Lohnabhängigen beschnitten und soziale Kontrollen verschärft, im Interesse eines möglichst ungehinderten kapitalistischen Wachstums.

weiterlesen »


Flughafen: “Hunderte wollen in die Gewerkschaft”

Die Gewerkschaft der Flugsicherung steht doppelt unter Druck. Für den Streik am Frankfurter Flughafen erntete sie nicht nur Kritik der Arbeitgeber, sondern auch von ver.di. David Paenson sprach mit Bundesvorstand Markus Siebers

Die Frankfurter Rundschau hat berichtet, dass ver.di seit 2001 800.000 Mitglieder verloren hat. Sie bemängelt, dass sich »Spartengewerkschaften« wie die Gewerkschaft der Flugsicherung GdF herausgebildet haben, »die mit ein paar hundert Mitgliedern den Frankfurter Flughafen lahmlegte, um exorbitante Gehaltsforderungen durchzusetzen«. Wie »exorbitant« sind eigentlich die Forderungen des Vorfeldpersonals?
Markus Siebers: Zum einen muss ich betonen, dass ver.di nicht wegen der so genannten »Spartengewerkschaften« so viele Mitglieder verliert, sondern wegen der anhaltend arbeitgeberfreundlichen Tarifpolitik. Die Leute sehen offensichtlich keine Vorteile mehr in der Vertretung durch ver.di.

Was die Forderungen angeht, sind sie strukturell bedingt höher als in einer üblichen Vergütungsrunde. Wir wollen unsere Struktur, wie sie schon in München und auch in Berlin abgeschlossen ist, auch auf den größten deutschen Flughafen übertragen. Dies würde Zuwächse in der Vergütung generieren, die auch bis zu 40 Prozent ausmachen können, ebenso wie Zuwächse auf Inflationsniveau. Das Ganze verteilt über vier Jahre und abhängig von der derzeitigen Situation der Kollegin oder des Kollegen.

Also insgesamt sehr ausgewogen und weit weg von exorbitant. Wenn dieser eingeschwungene Zustand erreicht ist, werden die weiteren Tarifrunden sich auf dem üblichen Niveau bewegen und die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und des Umfeldes berücksichtigen.

weiterlesen »


“Them Chemicals!” oder: ~cubische potentiale~

Neulich nächtens, Weil Zeit und Herz mich so sehr quälten, Traf ich trinkend auf dem Nach-Hause-Weg Auf ein Häuschen blauer Farbe, Wie es jedem Bauarbeiter wohl bekannt sein dürfte. In der Hoffnung die Reste meines Rausches Einer chemischen Grube zu übergeben -sprich: mich drückte die Blase- Näherte ich mich dem provisorischen Bau, In Hoffnung auf [...]

weiterlesen »


JA zu FRA!

JA zu FRA

Ich habe so einen Arbeitskollegen, der ein supernetter Kerl ist und mit dem ich mich immer richtig gut verstehe. Dieser Arbeitskollege hat ein Hobby und zwar das sportliche Fahren.
Er liebt einfach sein Auto mit ordentlich PS unter der Haube und natürlich liebt er auch den satten Sound seines Sportauspuffs.
Bisher war der Kollege ziemlich unpolitisch. Jetzt allerdings, da regelmäßig Flugzeuge über sein Haus donnern und seine Ruhe, sowie die Ruhe seines Kindes stören, geht er demonstrieren, verteilt Flugblätter und engagiert sich in politischen Initiativen.
Das ist eigentlich, so betrachtet, keine schlechte Sache und ein fieser Zyniker könnte an diesem Punkt dem Fluglärm bestimmt auch eine positive Seite abgewinnen, wenn er träge, zufriedene Bürger zum Protestieren auf die Straße bringt.
Aber um so zu denken, müsste man natürlich ein sehr fieser Zyniker sein.

Schließlich weiß jeder, dass Fluglärm böse und gesundheitsschädlich ist und eine gestörte Nachtruhe einen hart arbeitenden Menschen daran hindern kann, seine gesamte Leistungsfähigkeit seinem Arbeitgeber und der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen.

weiterlesen »


Wie ein Fluch zu gestalten ist

EXOTERISCHE ANWENDUNG OKKULTER MASSNAHMEN

might be

Dieser Text wurde ins Leben gerissen, weil mir ein alter Freund vor langer Zeit eröffnete, dass Flüche dauerfristig eher uninteressant sind, meist jedoch zumindest wirkungsvolle und bisweilen unterhaltsame Resultate zeichnen. Auf jeden Fall sind sie im Gegensatz zu Beleidigungen straffrei, wenn sie kostenlos, also nicht im Auftrag Dritter gegen Entgelt gesprochen werden.
Es handelt sich hierbei um eindeutig Schwarze Magie.
Wer keine Lust hat, sich Flecken auf der Seele zu holen, lässt es also lieber bleiben…

weiterlesen »


Reisegepäckkontrolleure am Frankfurter Flughafen legen Arbeit nieder

Diesmal geht es nicht um die Großverdiener an RheinMain Airport: ver.di-Warnstreik bei Fraport Security Services. Seit 05.30 Uhr streiken die Reisegepäckkontrolleure am Flughafen in Frankfurt am Main. Wie die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) heute mitteilt, soll damit die Forderung nach 7,5 % mehr Entgelt und der Angleichung der Urlaubstage an den Flächentarifvertrag in der Sicherheitswirtschaft verdeutlicht [...]

weiterlesen »


“How about:” ~ Ein offener Brief~

Hey Berlin!

duell

Du psychedelisch verpepte Parlamentarische Preussenpussy,
Verschlingerin aller Künste,
Du Vietnam des Nordens,
Was soll ich von dir halten?

Du hast den Ossis die Freiheit geschenkt:
Und jetzt werden aus unseren Verwandten Nazis…
Weil aus Mauerstücken plötzlich ein Geschäft geworden ist.
Schade. Echt schade.

Ein Grienen an die Ohren getackert
Schleppst Du Dich durch die Nächte
Und fickst um Dein Leben,
Weil Dich sonst so friert.

Mexico City ist eine Stadt
Istanbul ein Kontinentalbruch
Mein Herz ein Tempel
Und Du hast nur AIDS.

weiterlesen »


Europa in der Krise II

Die Eurokrise bildet nur den aktuellen Brennpunkt einer langfristigen, globalen Krisis des kapitalistischen Weltsystems. Mit der vor allem von der BRD betriebenen »Sparpolitik« zeichnet sich nun ein Wirtschaftseinbruch in der Euro-Zone ab. (Fortsetzung des Überblicks)

Europa, China, USA

Wunderbar läßt sich dieser Mechanismus an der Euro-Zone demonstrieren. Das »Europäische Haus« wurde spätestens mit der Einführung des Euro auf einem beständig wachsenden Schuldenberg errichtet, der allen Beteiligten die Illusion verschaffte, an einem allgemein vorteilhaften Prozeß beteiligt zu sein. Deutschlands Exportindustrie sicherte sich – befördert durch die Absenkung des Lohnniveaus in der BRD im Gefolge der Hartz-IV-Arbeitsgesetze – die Absatzmärkte in der Euro-Zone, was zu enormen Handelsüberschüssen zugunsten Deutschlands führte. Diese Leistungsbilanzüberschüsse Deutschlands sind nur aufgrund des Euro in diesen gigantischen Dimensionen möglich gewesen, da die europäische Einheitswährung den ökonomisch unterlegenen südlichen Euro-Ländern die Möglichkeit nahm, die Konkurrenzfähigkeit in dem gnadenlosen binneneuropäischen Verdrängungswettbewerb in der Euro-Zone zumindest teilweise mittels Währungsabwertungen wiederherzustellen. Inzwischen belaufen sich die seit der Euro-Einführung kumulierten Leistungsbilanzüberschüsse der BRD gegenüber der Euro-Zone auf die schwindelerregende Summe von 770 Milliarden Euro! Selbstverständlich wären die deutschen Exporterfolge ohne die Verschuldungsdynamik in Südeuropa niemals erfolgreich gewesen. Die Arithmetik hat es nun mal so eingerichtet, daß das deutsche Exportkapital seine Leistungsbilanzüberschüsse nur dann erwirtschaften kann, wenn sich die Zielländer dieser aggressiven deutschen Exportoffensiven verschulden. Global summieren sich alle Leistungsbilanzüberschüsse und Defizite auf null Euro.

B21784505

weiterlesen »


Europa in der Krise I

Die Eurokrise bildet nur den aktuellen Brennpunkt einer langfristigen, globalen Krisis des kapitalistischen Weltsystems. Mit der vor allem von der BRD betriebenen »Sparpolitik« zeichnet sich nun ein Wirtschaftseinbruch in der Euro-Zone ab

Das neue Jahr fängt genauso an, wie das alte endete: mit der fortgesetzten Desintegration der Euro-Zone. Die Anzahl der Brandherde, die im porösen Gebälk des »Europäischen Hauses« schwelen, ist kaum noch zu überblicken: Griechenland steht aufgrund des fortgesetzten »Spar«-Terrors wieder kurz vor dem Bankrott, während der neoliberale Musterknabe Irland, der als Paradebeispiel gelungener Austeritätspolitik gehandelt wurde, in diesem Jahr mit einem Wirtschaftseinbruch rechnen muß. Spanien und Portugal kämpfen mit weiteren Kürzungsmaßnahmen gegen die rasant wachsenden Haushaltslöcher, die gerade durch die »Sparpolitik« der letzten Monate angeschwollen sind. Ein Großteil der Euro-Zone befindet sich inzwischen in einer Rezession. Das EU-Mitglied Ungarn taumelt am Rande der Staatspleite. Die jüngsten Turbulenzen um die größte italienische Bank UniCredit verweisen wiederum darauf, daß die europäische Schuldenkrise auch eine Krise des europäischen Finanzsektors ist.

Was so alles kommt

weiterlesen »


FKHR- Wir machen Menschen transparent

Wir machen Menschen

Wünschen Sie sich auch mehr Verlässlichkeit in Ihrem persönlichen Umfeld? Wollen Sie Ihren Mitmenschen endlich uneingeschränkt vertrauen können?
Die Florian K. Human Rating Ltd. (kurz FKHR) kann Ihnen helfen, diese Wünsche wahr werden zu lassen. Wie?
Lesen Sie hier eine kurze Information über Geschichte und Hintergrund unseres jungen und engagierten Unternehmens und entscheiden Sie dann selbst, ob Sie einen Schritt in die Zukunft gehen und gemeinsam mit uns in eine bessere und effizientere Welt investieren wollen.

weiterlesen »


Deutsche Bank optimiert: Schlecker als Vorbild

Ertragsverbesserung: Banker quälen Banker. Die Deutsche Bank AG “saniert” die frisch gekaufte Postbank.

Die Deutsche Bank AG residiert in Frankfurt am Main, und vielen in den reichen Dörfern um die Stadt herum gilt sie als Leuchtturm deutscher Vermögensbildung. Während die meisten Camper von Occupy Frankfurt eine geschlossene Bankerwelt vor sich sehen, die für die wirtschaftliche Unsicherheit vieler Menschen verantwortlich ist, verehren tausende vermögende Rentner in Rheinmain gerade die Deutsche Bank und ihren Vorstand als sicheren Hafen für ihre Portfolios.

outsourcing - controlling
Das Doppelhochhaus an der alten Oper gilt vielen Vermögenden als eine hochprofitable Geldmaschine, komplett besetzt mit alerten Jungmanagern, die ihre hohen Boni (fast) zu Recht verdienen – ganz anders als die staatlichen Landesbanken, deren typische Mißwirtschaft uns allen doch so viel Geld kostete. Bankenkritiker sehen dagegen den öffentlichen Sektor durch die Sparkassen und Volksbanken repräsentiert, deren zurückhaltendes Auftreten in Finanzmärkten und klassische Finanzierung der „Realwirtschaft“ ökonomischen Sinn mache.
Die kolportierten Bilder hängen einigermaßen schief, besonders zeigen sich die Risse in der „Welt des schnellen virtuellen Geldes“ durch Maßnahmen, die der deutsche Platzhirsch seit Jahren ohne Skrupel an eigenen Mitarbeitern exerziert. Seit Wochen wird die Umorganisation der „Banker“ gemäß gängiger betriebswirtschaftlicher Ideale („Ertragsoptimierung“) an denen der neu erworbenen Postbank, einem ehemaligen Staatskonzern nachvollzogen.

weiterlesen »


Verstrickungen: Wohnen – Politik – Wirtschaft

Momentan haben Banken und Banker keine gute Presse, selbst hier in Frankfurt übt man sich ein Stück weit in Zurückhaltung. Zumindest werden große Banketts nicht emphatisch medial begleitet. Es wäre aber ein Irrtum zu glauben, dass wir Armen ein paar reichen Bösewichten hinter den Glasfassaden ausgeliefert sind, die in ihrer blinden Gier allein alle anderen in Schwierigkeiten bringen.

Am Rad der Finanzialisierung drehen eine Menge Leute und Organisationen mit, und Banken ordnen sich als besondere Instanzen in ein verbreitetes Geschehen von Kapitalbewegungen ein. In diesem Finanzgeschehen werden Banken sogar oftmals dahin geschoben, in bestimmte, vermeintlich schnell profitable Geschäfte einzusteigen.

Mainz im karneval

In den letzten Tagen wurden zwei Vorgänge greifbar, die sich in Bayern und Rheinland-Pfalz mit dem Zusammenhang von Profiten, Pleiten und sozialem Wohnungsbau auseinandersetzen. Besonders dreht es sich darum, welche Vorteilsnahmen politische Repräsentanten, Manager in (semi-)staatlichen Institutionen und Privatunternehmer auf Kosten von über einhunderttausend Mietern versuchten.

weiterlesen »


To be a VIP

Der Drang zu „wirtschaftlicher Freiheit“ in Deutschland und anderswo treibt immer neue Blüten, besser gesagt: bringt wegen der Vielzahl von Sonderrechten für eh schon Begünstigte immer mal wieder Bemerkenswertes an die Öffentlichkeit.

Nun war es Air Berlin, die kurz vor ihrer Pleite eine ganz besondere Begünstigungspraxis einstellen möchte, und deswegen kam sie in die Medien. Es sollen nämlich VIP´s aller Art und ihre Familien künftig nicht mehr kostenlos fliegen dürfen.

Ja, ihr habt recht gehört: die Leute mit guten Posten, hoher Medienbekanntheit oder einem dicken Konto können nicht nur wegen vieler „Miles and More“ durch Geschäftsflüge kostenlos in ihren Urlaub fliegen, sondern einfach unbegrenzt die Airline benutzen. Papa und Tochter dürfen gleich auch noch mit. Kaum zu glauben: die es wirklich nicht nötig haben, bekommen es geschenkt – so funktioniert unsere freie Marktwirtschaft.

Glanz und Gloria

Der Mechanismus arbeitet fast wie im echten Leben: auf den billigen Plätzen Sitzende finanzieren das lustige Treiben der Clans oben mit, und wenn´s zu viel wird mit dem Feiern stürzt die Maschine (hier: die Fluggesellschaft) eben ab. Fallschirme gibt es leider nur für die paar in der First Class. Ein zur Zeit wirklich bekanntes Spiel, wie es auch mit der Finanzwirtschaft, den gesellschaftlichen Infrastrukturen und Staaten funktioniert. “Air Berlin” steht so für das ganze Land.

weiterlesen »


Finanzfurt: was man hat, das hat man!

Josef „Joe“ Meinrad Ackermann ist ein angesehener Mann („Banker of the Year“), besonders bei wohlhabenden deutschen Rentnern und vielen Banker-Kollegen. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass er als Chef der Deutschen Bank Prominenz in unseren Medien hat, sondern auch deswegen, weil er Vorsitzender eines besonders exklusiven Clubs ist, der sich immer rund um das Feuer der Finanzmärkte versammelt: Ackermann ist nämlich Vorsitzender des Institute of International Finance (IIF), der einzig wirklich globalen Vereinigung von Finanzinstituten. Die Strategie des IIF dreht sich besonders darum, Entscheidungsträger auf der obersten Ebene zu beeinflussen, etwa den amerikanischen Präsidenten oder die Bundeskanzlerin.

DAX - Deuba

Und das klappt auch nicht so schlecht, wie das Publikum bei den Handlungsanweisungen für die Politik bei der aktuellen “Euro-Rettung” (der Institute) verfolgen kann. Genau deswegen sind noch mehr aus dem Profi-Geschäft um die Finanzmärkte von ihm angetan. Auch hier am Main, auch wenn Ackermann vermutlich höchstens am Gesicht der Sekretärin erkennen kann, dass er sich gerade in Frankfurt befindet.

Nicht so begeistert vom Tun des großen Zampano sind dagegen die armen Zeitgenossen, die dem großen Gehabe immer wieder recht geben und schlicht das machen, was besonders wichtig für die Belebung der heutigen Welt sein soll: Aktien kaufen – solche der Deutschen Bank AG. Doch beim Blick auf die heute gelebte Offenbarung, auf die Kurse des DAX lässt die Deutsche Bank AG erblassen: Ackermann übernahm im Jahre 2002 bei einem Kurs von 69 Euro, heute dümpelt er bei 25 Euro.

weiterlesen »


Lernresistent: Frankfurt bleibt markthörig

Zuweilen huscht durch das deutsche Feuilleton oder gar die Kolumnen-Spalten großer Zeitungen die Hypothese, dass mit dem Marktradikalismus und der entsprechenden Liberalisierung nach den vielen Crashs und der andauernden Risikodrohung gegen unsere wirtschaftliche Grundlagen Schluß sein müsste. Das scheint mir jedoch eine Chimäre zu sein.

In Frankfurt, einem Zentrum solcher Ideen und Praktiken, haben sich Kommunalvertretung und mediale Kommentatoren darauf eingespielt, dass weiterhin fast allein finanzwirtschaftliche Kriterien als entscheidendes Maß für die kommunalen Angebote gelten sollen.

Römer unter der Banken-Front

Die Frankfurter Rundschau zum Beispiel (31.8. R3) freut sich über den Erfolg des RMV und seiner Privatisierungsaktivitäten in Frankfurt, auch wenn sie die Einkommensreduktion der dortigen Fahrer nicht durchgängifg schön findet: aber was soll es. Leserin reibt sich die Augen: Deutschland hat fast die höchsten Nahverkehrspreise der Welt, selbst in New York oder Tokio fährt man noch billiger als etwa in Bergisch Gladbach (ja wo ist denn das?).

Und unter all den deutschen Städten findet man RheinMain und Frankfurt bei den Preisen ganz hinten: zum Jahreswechsel wurde festgestellt, dass das Jahresticket in Frankfurt das teuerste Deutschlands ist. Und geneigter Leser beachte: beim Einkommen sind die Bewohner Frankfurts im Deutschland-Vergleich recht weit hinten.

weiterlesen »


Wirtschaft ohne (Spar-)Politik

Zu einer überraschenden, ja witzigen Einsicht bei der Durchsicht europäischer Wirtschaftsstatistik kommt John Lanchester im “London Review of Books“: “In Europa haben wir die überraschenden und alarmierenden 0,1 Prozent Wachstum in Deutschland, die verzweifelt armseligen 0 Prozent in Frankreich und dann, jetzt kommt’s, die erfreulich munteren 0,7 Prozent Belgiens. Warum ist das geradezu zum Schreien [...]

weiterlesen »


Finanzfurt: zugig um Soll und Haben

Die gemieteten Tower der Deutschen Bank AG an der Taunusanlage sollen als “Soll und Haben” ausgeglichene Standfestigkeit in Frankfurt demonstrieren, und die Stadt huldigt dem – zumindest einige. Das Speckgürtel-Idol Ackermann hat nicht mehr lange, aber sein Laden befindet sich wie andere dieser Branche auf arg abschüssigem Gelände: “Die Deutsche Bank leidet” Nicht nur, dass [...]

weiterlesen »


Aufrüstung an der europäischen Sozialfront

Gewisse Werte sind in der abendländischen Kultur tief verankert und werden unter den verschiedensten Bedingungen immer wieder nach oben gespült. Dies gilt vor allem im „sozialen Bereich“. Arbeitshaus, Arbeitsdienst, Galgen und elektronische Überwachung sind einem solchen Wert zugeordnet, alles phantasievolle Instrumente wie sie ansonsten nur noch bei der Verfeinerung von Foltermethoden beobachtet werden kann. Im Folgenden avantgardistische Entwicklungen auf dem Feld „Arbeitsmarkt“.

Die Aufmerksamkeit, die quer durch die Zeiten und Systeme den „Nicht-Arbeitenden“ gewidmet ist, wird seit jeher getragen von zwei unverrückbaren Säulen: einmal von der Sorge der Herrschenden um die Sicherung ihres Teiles am Gesamtvermögen der beherrschten Areale, zum anderen von der Sorge der kleinen Leute, den Rest auch noch teilen zu müssen.

Die Sorge war einmal tragendes Konzept der klassischen antiken Philosophie und mithin der ihr entstammenden Politik. Mittlerweile hat sich der Begriff der Sorge etwas gewandelt, erweitert sozusagen und begegnet uns als Sorge um den eigenen Status in Form des „Jeder ist sich selbst der Nächste“.

Müll-Sammler

weiterlesen »


Vorm Anfang das Ende?

Genossenschaftsmodell für Hess Natur abgelehnt
Die kuriose Idee, ein stabiles Öko-Versandunternehmen ausgerechnet an einen Finanzinvestor zu verkaufen, der selbst in dieser ohnehin nicht gut beleumundeten Branche nicht den besten Ruf genießt, und die Idee der Belegschaft, es dann doch lieber selbst zu machen, haben es bis in FAZ, Süddeutsche und FTD geschafft. Die Steine, die den Kommentatoren und anderen aufmerksamen Beobachtern klammheimlich von ihren Herzen fielen, waren hörbar, als den Genossen Beschäftigten nun der Ausschluss vom Bieterverfahren erklärt wurde.

Warum erregt der Plan, es selbstverwaltet besser zu machen, regelmäßig solche Widerstände? Eine Analyse und Einschätzung von Anton Kobel. Die Insolvenz der Arcandor AG im Sommer 2009 führte nicht nur zum Ausschlachten und Verscherbeln der Unternehmen des Karstadt/Quelle-Konzerns und der nicht in Konkurs gegangenen profitablen Töchter wie Thomas Cook – mit all ihren Folgen für Tausende Beschäftigte mit ihren Familien. Verkauft werden sollte darüber hinaus auch das Ökotextilversandhaus Hess Natur in Butzbach/Hessen.

weiterlesen »


Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.