Frankfurter Gemeine Zeitung

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SMILE AFGHANISTAN- Eine Fotoausstellung des afghanischen Journalisten Parwiz Rahimi

Seit Jahrzehnten erlebt Afghanistan Krieg, Entführung, Bombenanschläge.
Die Medien berichten immer wieder darüber, manche von ihnen sensationsträchtig.
Doch besteht Afghanistan nur aus Krieg und Terror?
Parwiz Rahimi, der als Journalist in seinem Land arbeitete und wegen seiner kritischen Berichterstattung sowohl über die Regierung als auch über die Taliban sein Land verlassen musste, hat bewegend- berührende Momentaufnahmen von seinen Landsleuten gemacht, die ihren Alltag zeigen und nicht das Elend des Krieges. Rahimi will mit seinen Fotos ein anderes Gesicht von Afghanistan zeigen: trotz aller schrecklichen Geschichten können die Afghan_innen auch noch lächeln.

Parwiz Rahimi will mit dem Verkaufserlös seiner Fotos u.a. Kindern, die wie er flüchten mussten, helfen. Er möchte Ihnen Malmaterial schenken, damit sie ihre eigene, eine ‚andere‘ Welt malen können, die nicht zwingend mit Krieg und Elend zu tun hat.

Seit Januar 2016 lebt Rahimi in Frankfurt und wartet auf das endgültige Ergebnis seines Asylverfahrens. Seine Zeit in den verschiedenen Flüchtlingsunterkünften nutzte er, indem er die Betreiber als Dolmetscher unterstützte. Er studiert zur Zeit Fotographie an der HFG Offenbach und engagiert sich in mehreren kulturellen Initiativen in Frankfurt.

Ausstellungsort Café Knobbe, Koblenzer Straße 9, 60327 Frankfurt am Main - Stadtteilinitiative Koblenzer Straße

Vernissage Donnerstag, den 23. Juni 2016, Beginn 18.00 Uhr

Dauer der Ausstellung noch offen

Unterstützt von artes e.V.


Goethe Universität zeigt Hilfskräften kalte Schulter – Weiterhin kein Tarifvertrag

Die Frankfurter Goethe Universität hat nach acht Monaten die Verhandlungen über einen Tarifvertrag für wissenschaftliche Hilfskräfte als gescheitert erklärt, ohne ein Angebot vorgelegt zu haben. Bei den Gewerkschaften ver.di und GEW sorgt das für Verärgerung. Im Mai vergangenen Jahres hatten ver.di und die GEW mit der Universitätsleitung vertraglich vereinbart, bis zum Ende dieses Wintersemesters gemeinsam zu eruieren, welche tariflichen und/oder außertariflichen Vereinbarungen über die Arbeitsbedingungen der Hilfskräfte getroffen werden können.

ver.di Landesfachbereichsleiter Wissenschaft, und Verhandlungsführer für die Gewerkschaften, Tom Winhold: „Wir haben mehrfach konkrete Vertragsentwürfe schriftlich unterbreitet, die Uni-Leitung hat uns aber immer nur hingehalten, immer wieder Termine verschoben und wenn sie dann schließlich stattgefunden haben, darauf verwiesen, es gebe interne Abstimmungsprozesse mit dem Senat, dem Präsidium und dem dem Hochschulrat. Und jetzt das! Bis zum Abbruch vergangene Woche kam von der Universität weder ein einziger konkreter Vorschlag noch sind unsere Vorschläge gemeinsam erörtert worden. Einen solchen Umgang mit einer vertraglichen Vereinbarung unter den Tarifpartnern war nicht zu erwarten. Das könnte man auch als Vertragsbruch bezeichnen.“

Wissenschaftliche Hilfskräfte sind Studierende, die für eine begrenzte Stundenanzahl beispielsweise in ihren Fachbereichen mitarbeiten oder bei Foschungsprojekten oder in Bibliotheken. An der Frankfurter Goethe Universität sind 2.000 Studierende als wissenschaftliche Hilfkräfte angestellt. Sie sind bisher komplett ohne Tarifschutz.

Nach der einseitigen Absage der Universitätsleistung werden die beiden Gewerkschaften und die Hilfskraft-Initiative nun gemeinsam den Umgang der Universitäts-Leitung mit vertraglichen Vereinbarungen bewerten und das weitere Vorgehen beraten.


In Frankfurt kein “CAMPUS FÜR ALLE” mit der ABG

Uni-Verwaltung und ABG schlagen gemeinsam zu: Grill am Campus Bockenheim zerstört

Am Sonntag, 14. Juni, kamen auf dem Campus Bockenheim Studierende, Anwohner*innen und Passant*innen zusammen, um zu grillen und sich gemeinsam den Campus als öffentlichen Raum zurück zu erobern. Die Aktion war Teil der “Eine Stadt für Alle!”-Kampagne, die sich gegen die Privatisierung des Campus Bockenheim durch die ABG richtet. Als bleibendes Symbol und Ort für zukünftige Zusammentreffen wurde ein gemauerter Grill auf dem Campus errichtet. Mit der Zerstörung dieses Grills am Montag, 15. Juni, machten Uni-Verwaltung und ABG unmissverständlich klar, dass mit ihnen kein “Campus für alle” zu machen ist.

Sarah Brechtel, Sprecherin der Gruppe kritik & praxis, erklärt, worum bei der Aktion der Kampagne “Eine Stadt für Alle!” am Sonntag ging: “Mit Errichtung eines gemauerten Grills auf dem Campus Bockenheim haben wir symbolisch einen Quadratmeter Campus für die Öffentlichkeit nutzbar gemacht. Dass die Erichtung eines Grills mehr als ein symbolischer Akt sein kann, hat die große Beteiligung verschiedenster Menschen an diesem Sonntag gezeigt. Bis spät in den Abend kamen dort Menschen zusammen, die sonst nicht zusammenkommen: Studierende, Anwohner*innen, Passant*innen und Freund*nnen der Grillkultur. Wir unterhielten uns, machten Musik, spielten Fußball und knüpften neue Bekanntschaften. Kurz: Wir nutzten den Campus als einen öffentlichen Ort für alle.”

ABG vs. “Campus für Alle”
Bereits am nächsten Morgen ließ die Uni-Verwaltung den gemauerten Grill einreißen. Sarah Brechtel dazu: “Wo gestern noch ein Grill als Zentrum des Miteinanders stand, ragen heute nurnoch ein paar Überreste aus einer grauen Betonplatte, die jetzt eher an ein Grab erinnert. Damit haben die Verantwortlichen Uni und der ABG wiedermal eindrucksvoll bewiesen, dass ihnen schon der kleinste Versuch den Campus Bockenheim als offenen Raum für alle zu erhalten – und sei es nur ein einfacher Grill – ein Dorn im Auge ist. Ungeachtet allen Gelabers vom ‘Kulturcampus’ ist spätestens seit dem Scheitern des Philosophicums offensichtlich, dass die Verantwortlichen der ABG und der Stadt mit dem Campus Bockenheim nur eins im Sinne haben: Einen möglichst hohen Profit aus der Privatisierung des Geländes zu schlagen.”

DFB wichtiger als ‘Kulturcampus’?
Was es bedeutet nicht ins Standort-Konzept der Stadt Frankfurt zu passen, hat zuletzt die Philosophicums-Initiative am eigenen Leib erfahren müssen. Wo ein soziales Wohn- und Kulturzentrum entstehen sollte, baut nun ein Investor hochpreisige Mietappartments, die sich in Bockenheim kaum jemand leisten kann. “Wenn sich die ABG mit ihrem Vorhaben den Campus zu privatisieren durchsetzen sollte, droht den Anwohner*innen nicht nur der Verlust ihres wichtigsten öffentlichen Raums, sondern eine saftige Erhöhung ihrer ohnehin kaum bezahlbaren Mieten”, so Brechtel.
Brechtel weiter: “Die regierenden Parteien in Frankfurt schenken lieber dem DFB das Rennbahn-Gelände, als ihr eigenes Geschwätz von ‘Kulturcampus’ ernst zu nehmen. Soziale, politische oder kulturelle Initiativen haben in ihrem Stadt-Konzept keinen Platz. Die Interessen der Nutzer*innen und Anwohner*innen des Campus sind ihnen bestenfalls egal. Menschen sind nur von Interesse, wenn sie dazu beitragen den Reichtum des Kapital-Standorts Frankfurt zu mehren. Weil wir das nicht länger hinnehmen wollen, beteiligen wir uns an der Kampagne ‘Eine Stadt für Alle’ und setzen uns darin für einen ‘Campus für Alle’ ein.”

Der Grill war erst der Anfang
Die Zerstörung des Grills, ist allerdings nicht das Ende, sondern erst der Anfang der Auseinandersetzung um die Zukunft des Campus Bockenheim, wie Sarah Brechtel erläutert: “Wir werden nicht warten, bis alles verkauft und eingezäunt ist. Gestern haben wir uns mit der Installation eines Grills einen Quadratmeter des Campus von der ABG zurückgeholt. Das war erst der Anfang. Wir werden uns weitere Stücke des Campus aneignen – mit und ohne Grills!”

Was ist die Kampagne “Eine Stadt für alle – Wem gehört die ABG?”
Zur Kampagne “Eine Stadt für alle – Wem gehört die ABG?”, haben sich über zehn soziale und politische Initiativen und Gruppen aus Frankfurt und Offenbach zusammengeschlossen. Darüber hinaus sind zahlreiche Nutzer*innen und Anwohner*innen als Einzelpersonen beteiligt. Die Kampagne setzt sich für eine Stadt für Alle ein, in der auch Menschen mit mittleren und geringen oder ohne festes Einkommen, nicht an den Rand gedrängt werden. Eine Stadt, in der das Leben und Überleben keine Privatsache ist. Eine Stadt, die Verantwortung für die Wohnraumversorgung ihrer Bewohner*innen übernimmt. Als erste Schritte zu diesem Ziel schlägt die Kampagne vor, die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG zu demokratisieren und als Instrument einzusetzen, um Wohnraum jenseits der Marktlogik bereitzustellen. Aufgabe der ABG sollte es auch sein, öffentlichen Raum und soziale Basisinitiativen stärken, statt wie im Fall des Campus Bockenheim Privatisierungen voranzutreiben.

Die Kampagne “Stadt für Alle” lädt jeden Sonntag zum offenen Café auf dem Campus Bockenheim ein.

Vom 25. bis 27. September 2015 veranstaltet die Kampagne “Alternative Projektwerkstätten” zur Planung der Zukunft des Campus Bockeheim.

Mehr unter: http://www.stadt-fuer-alle.net


Architektur und Hochschulpolitik in Frankfurt – Universität mit neoliberaler Exzellenz

Wissens-Räume im Umbruch (Fortsetzung des ersten Teils zur Universitätspolitik in Frankfurt)

Im Laufe des letzten Jahrzehnts hat die Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität ihren Standort gewechselt. Schrittweise wurden die verschiedenen Institute und Fachbereiche vom Stadtteil Bockenheim in das Westend verlagert. Dieser Ortswechsel steht zugleich für eine gesellschafts- und wissenschaftspolitische Transformation: Während der alte Campus mit seinen funktionalen Zweckbauten die fordistische Massenuniversität verkörpert, vermittelt die neue Universität mit ihrer repräsentativen Architektur den Eindruck eines neoliberalen „Exzellenzclusters“. Doch Bauformen sind nicht unmittelbar bestimmten gesellschaftlichen Verhältnissen zuzuordnen. Sie haben keinen „Sinn“ an sich, er wird ihnen vielmehr durch bestimmte Diskurse zugeschrieben. Entsprechend muss eine Analyse der Universitätsarchitektur den jeweiligen historischen Kontext und die spezifischen Auftragsbedingungen berücksichtigen.

Der Umzug ins I.G. Farben-Haus

Die Gebäude Kramers gerieten im Laufe der Zeit in einen erbärmlichen Zustand. Deshalb gab es Anfang der neunziger Jahre, im Rahmen von Erweiterungsplänen der Universität, auch Überlegungen zur Rettung der historischen Bausubstanz. Doch nach dem Bekanntwerden der Auszugspläne der US-amerikanischen Streitkräfte aus dem ehemaligen I.G. Farben-Haus im März 1994, entstand ein völlig neue Situation. In der Debatte über die Verwendungsmöglichkeiten der unter Denkmalschutz stehenden Anlage konnte sich letztlich der damalige Universitätspräsident Werner Meisner mit seinem Vorschlag durchsetzen, den sanierungsbedürftigen Campus in Bockenheim einfach aufzugeben und einen Neubeginn auf dem ehemaligen I.G. Farben-Areal zu wagen. Tatsächlich stoppten die Bundesbehörden bereits eingeleitete Verkaufsbemühungen und 1996 erwarb das Land Hessen preisgünstig das Objekt mitsamt dem dazugehörenden Gelände. Alle Aktivitäten konzentrierten sich nun auf die zukünftige Nutzung als Universitäts-Campus (Wagner 1999: S. 127).

Doch der geplante Umzug stieß wegen der I.G. Farben-Historie auch auf Widerspruch. Mitte der zwanziger Jahren hatten sich in Deutschland acht große Chemiefabriken, darunter Firmen wie Bayer, Hoechst und BASF, zur „Interessengemeinschaft Farbenindustrie AG“, kurz I.G. Farben, zusammengeschlossen und bildeten damit den größten Chemiekonzern der Welt (Rebentisch 1999: S. 88). Das neu gegründete Unternehmen erkor Frankfurt zu seinem Hauptverwaltungssitz. Vor 1933 war die I.G. Farben, in deren Aufsichtsrat viele Juden saßen, ein Angriffsziel antisemitischer Hetze gewesen, doch nach der Machtergreifung spielte der schnell „arisierte“ Konzern für die nationalsozialistische Autarkiepolitik eine wichtige strategische Rolle. 1941 ließ das Unternehmen aufgrund des steigenden Bedarfs an dem Kautschukersatzstoff Buna nahe bei Auschwitz ein neues Werk errichten. Für den Bau wurden Zwangsarbeiter aus ganz Europa eingesetzt. In einem firmeneigenen Konzentrationslager kamen wahrscheinlich mehr als 30 000 Häftlinge zu Tode. Zudem verkaufte die Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Tochterfirma der I.G. Farben) Zyklon B an die SS, die das Giftgas in den Gaskammern einsetzte. Der Chemiekonzern war also aktiv an der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik beteiligt (Rhein 2013: S. 8). Nach dem Krieg lösten die Besatzungsmächte die I.G. Farben auf und die US-Armee nutzte die vormalige Konzernzentrale in Frankfurt zunächst als Sitz des Militärgouverneurs für Deutschland, später als Hauptquartier für das V. Armeekorps. Im Gefolge des Zusammenbruchs des „sozialistischen Lagers“ im Jahre 1989 und dem Ende der Blockkonfrontation übergaben dann im Mai 1995 die US-amerikanischen Behörden den gesamten Gebäudekomplex an die Bundesregierung.

Das I.G. Farben-Haus wird wegen seiner neoklassizistischen Architektur häufig als ein „proto-faschistisches“ Bauwerk bezeichnet. Eine Zuschreibung, die angesichts der Entwurfsgeschichte des Gebäudes zu kurz greift. Die Konzernleitung hatte den Grüneburgpark im Frankfurter Westend als Standortzentrale auserwählt, wo man 1927 mit den Aushubarbeiten für ein Hochhaus begann. Allerdings erwies sich der Baugrund für das Vorhaben als ungeeignet. In einem dann durchgeführten Wettbewerb erhielt 1928 Hans Poelzig (1869-1936), damals einer der bekanntesten Architekten in Deutschland, den ersten Preis und wurde mit der Planung des Gebäudes beauftragt. Gemäß den Vorgaben der Bauherren war ein funktionalistischer Bauhausstil nicht erwünscht. In den den zwanziger Jahren gab es eine Reihe von Großunternehmen, die für ihre Verwaltungszentralen aus repräsentativen Gründen monumental wirkende Bauten bevorzugten (Cohen 1998: S. 72 ff.). Die Direktoren der I.G. Farben ließen sich vor allem von US-amerikanischen Vorbildern inspirieren. Dazu zählte auch Albert Kahns „Bienenkorb“ für General-Motors in Detroit, dessen kamartige Reihung von Gebäudeflügeln eine gute Beleuchtung der Büroräume ermöglichte und deshalb auch von Poelzig in modernisierter Form übernommen wurde (Schmal 1999: S. 50).

Der Grundriss des I.G. Farben-Gebäudes besteht aus einem 250 Meter langen Kreisbogensegment, an dem sich sechs radial angeordnete Querflügel aufreihen. Obwohl das Objekt nur sieben Vollgeschosse umfasst, ragt es wegen der hochliegenden Kellergeschosse bis zu einer Höhe von 35 Metern auf (Stommer/Mayer-Gürr 1990: S. 158). Dabei nimmt die Geschosshöhe nach oben hin leicht ab und das fensterlose Dachgeschoss bildet einen kantigen Abschluss. Die äußere Erscheinung ist durch eine Lochfassade im Stil der neuen Sachlichkeit und dem großflächigen Einsatz von Travertin geprägt, mit dem Poelzig das tragende Stahlskelett des Gebäudes umkleiden ließ. Die gekrümmte Kammstruktur des Anlage „zeichnet zwar den Abfall des Parkgeländes nach und mildert für das Auge die Länge der inneren Korridore. Doch mit dem sechsmal wiederholten Takt der Querflügel, dem gerundeten Eingangsbauwerk und der beherrschenden Hauptachse hinauf zum Casino, spiegelt sie auch den Geltungsanspruch des gewaltigen neuen Industriekonzerns.“ (Pehnt 2005: S. 170) Entsprechend pompös ist die Innenausstattung der Eingangshalle gestaltet: Die Wände sind mit Marmor im Zickzackmuster verblendet, der Fußboden und die beiden geschwungenen Treppengeländer bestehen aus Muschelkalk. Bei der Deckenverkleidung werden entweder eine Blattaluminiumauflage oder Bronzeplatten mit Kupferfriesen verwendet (Risse 1984: S. 130). Hinter der Halle befindet sich ein vollständig verglaster Rundpavillon, der den Blick auf ein langgezogenes Wasserbecken und das Wirtschaftsgebäude (später Casino und nun Mensa und Veranstaltungsraum) frei gibt. Entworfen als „Stadtkrone“ auf einem Hügel, vom umliegenden Stadtraum durch Grünanlagen getrennt, vermittelt die kompakte Anlage mit ihrer horizontalen Betonung und der Natursteinverkleidung den Eindruck einer Festung (Heer 2013: S. 19). In seiner Rede zur Eröffnung des Bauwerks, das in den dreißiger Jahren als das größte Verwaltungsgebäude Europas galt, sprach der damalige I.G. Farben-Direktor Baron von Schnitzler davon, dass hier „ein eisernes und steinernes Sinnbild deutscher und wissenschaftlicher Arbeitskraft“ entstanden sei (zit. nach Demokratische Linke 2013: S. 29).

Nachdem 1996 die Entscheidung getroffen war, zunächst die geisteswissenschaftlichen Fachbereiche in das I.G. Farben-Haus zu verlagern und dann auf dem umliegenden Gelände den neuen Universitäts-Campus zu errichten, galt es zunächst dem historisch vorbelasteten Gebäude ein neues Image zu verpassen. Durch die Umbenennung in Poelzig-Ensemble sollte nach Bekunden des damaligen Präsidenten Meißner eine „Reinwaschung von national-sozialistischen Bezügen“ erfolgen (zit. nach Rhein 2013: S. 8). Der Umzug aus dem schäbigen Bockenheim-Campus in den neuen „Premium-Standort“ entsprach ganz der postmodernen Branding-Strategie: „Die neue Universität in Frankfurt“, so der spätere Präsident Rudolf Steinberg in einem Interview von 2008, „wird die schönste Universität Deutschlands sein. Sie ist das Gegenteil zu dieser abweisenden Beton-Architektur vieler Universitäten, die kein gedeihliches Umfeld für Wissenschaft bietet. Im Poelzig-Bau gibt es nach sechs Jahren keinerlei Schmierereien an Wänden oder sonstige Zerstörungen. Ich betrachte dies als die zivilisierende Kraft der Ästhetik.“ (Zit. nach Schardt 2013: S. 47). Dass sich diese Sauberkeit vor allem einer rigiden Ordnungspolitik verdankte, die jegliche Spuren unerwünschter studentischer Aktivitäten (Graffiti, Plakate etc.) umgehend beseitigte, blieb bei diesem Statement unerwähnt.

Exzellente Finanzplanung in der Uni und drum herum

Der Westend-Campus: Repräsentation und Exzellenz

Der Umzug der Geisteswissenschaften in das aufwendig restaurierte I.G. Farben-Haus im Jahre 2001 und der stufenweise Ausbau des neuen Campus führten dazu, dass die Kramer-Bauten mehr denn je vernachlässigt und teilweise auch abgerissen wurden. Dieser lieblose Umgang mit dem architektonischen Erbe einer sich demokratisch verstehenden Nachkriegsmoderne symbolisierte zugleich den neuen Geist der Hochschulpolitik. In einem 2008 stattfindenden Radiointerview erläuterte der damalige Uni-Präsident Rudolf Steinberg sein gespanntes Verhältnis zu den Errungenschaften der 68er-Bewegung: „Wir hatten hier in Hessen – und das war das Ergebnis der so genannten Abschaffung bzw. Ersetzung der Ordinarienuniversität durch die Gruppenuniversität – eine Organgliederung, die schlichtweg zur Unregierbarkeit der Universität führte. […] Wir brauchten […] ein Bekenntnis zu einer neuen Philosophie – oder, wenn Sie so wollen, zu einer alten Philosophie –, die aber in den sechziger und siebziger Jahren in der Goethe-Universität verloren gegangen war.“ (Zit. nach Schardt 2013: S. 46). Passend dazu trat am 1. Januar 2008 ein vom Hessischen Landtag beschlossenes Gesetz in Kraft, mit dem die Goethe-Universität zu einer rechtlich verselbständigten Stiftung umgewandelt wurde. Dies vergrößerte ihre Autonomie – nicht zuletzt in finanziellen Fragen – und bescherte der Hochschule zusätzliche Gelder und privat gesponserte Lehrstühle. Dank der neu gewonnenen Freiheit der Selbststeuerung, versehen mit den Machtbefugnissen eines Präsidiums, das keiner demokratischen Kontrolle unterliegt, erhielt die Vermarktlichung von Forschung und Lehre im Zuge der Bologna-Reform zusätzlichen Schwung.
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Lead or die. Eine Universität lädt ein.

Heute, als es mich zufällig an Campus Westend verschlagen hat, wurde ich von einer folgenden Ankündigung einer Veranstaltung völlig aus dem Konzept gebracht. Nochmals als Text für die googlefreudige Genossen: Marketing Horizonte 2015 Frankfurt LEAD OR DIE Führt Marketing in Zukunft Klar, nach einigen Recherchen stellt es sich heraus, dass die Unterüberschrift “Führt Marketing in [...]

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Architektur und Hochschulpolitik in Frankfurt – Universität von Kritischer Theorie zum Drittmittelzirkus

Wissens-Räume im Umbruch Im Laufe des letzten Jahrzehnts hat die Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität ihren Standort gewechselt. Schrittweise wurden die verschiedenen Institute und Fachbereiche vom Stadtteil Bockenheim in das Westend verlagert. Dieser Ortswechsel steht zugleich für eine gesellschafts- und wissenschaftspolitische Transformation: Während der alte Campus mit seinen funktionalen Zweckbauten die fordistische Massenuniversität verkörpert, vermittelt die [...]

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Von Ameisen lernen heißt siegen lernen !

Aus der Reihe “Ideen für 2015″: die Rebellion der Sklavenameisen Evolutionspsychologie ist schon lange in Mode, Evolutionssoziologie stark im kommen. Besonders beliebt sind Ameisen, vermutlich deswegen, weil sie für menschliche Nationenbildung ein so lehrreiches Vorbild abgeben. Zumindest meinen das einige, und gerade Deutschland ist auf diesem Gebiet der Forschung ganz vorne dabei. Ich erinnere nur [...]

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Aufmarsch gegen Immigranten: Bayerische Stützungsmaßnahmen

Der deutsche Süden ist sich sicher: aus ihm kommen nur Qualitätsprodukte. München bildet quasi den Zeropoint entsprechender Initiativen. Dort liebt man nicht nur den schrecklichen Pinot Grigio, sondern auch News aus der Schickeria um Uli Honess und Parolen wie “wer betrügt, der fliegt”. Ihre ganze geistige und praktische Gewalt lieferten uns zum Jahresende noch einmal [...]

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Veranstaltung: Was ist Kritische Soziale Arbeit?

Der Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Frankfurt lädt ein: Veranstaltung am 1. Juli 2014 Es tut sich was in der Sozialen Arbeit. Während in allen Bereichen Kürzungen hingenommen werden müssen, die rechtlichen Rahmenbedingungen immer enger werden und, kurz gesagt, die Zumutungen für Klientinnen und Klienten langsam unerträglich werden, verschärfen sich auch die Arbeitsbedingungen und Unverschämtheiten der [...]

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CAMPUS, MON AMOUR!

Das Sommerfestival am 14. Juni 2014

Auf dem Campus Bockenheim

Ihr wollt nicht länger passiv zusehen, wie Immobilieninvestoren mit routinierter Geste ihre renditeorientierte Ödnis über eurer Stadt abwerfen, immer mehr Geld für Miete draufgeht und es irgendwann keine Orte mehr gibt, wo ihr euch wirklich wohlfühlt? Ihr habt keinen Bock auf verordnete Eventkultur und kommerzielle Bespaßung?

Nö? Muss ja auch nicht sein.

Während die Uni nach und nach vom Campus Bockenheim verschwindet, tun sich dort mehr und mehr Menschen zusammen und nehmen ihre Stadt selbst in die Hand.

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Universität verweigert Räume

Goethe-Universität verweigert Raumzusage für die SDS Regionalkonferenz „EU: Neoliberal, undemokratisch, militaristisch?“ nach zwei Monaten Verhandlung – Umzug der Konferenz ins DGB-Haus Einen knappen Monat vor der geplanten Regionalkonferenz des Studierendenverbandes DieLinke.SDS entzieht uns das Präsidium der Goethe Universität die Räume und wiederholt damit das gleiche Spiel wie im vergangenen Jahr bei der Sarah Wagenknecht-Veranstaltung: Die [...]

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CAMPUS FÜR ALLE!

Demo und Kundgebungen – 20.02. // 17 Uhr // Bockenheimer Warte

Bockenheim ist im Umbruch. Die Universität zieht weg, ein neues Quartier entsteht und wird den Stadtteil grundlegend verändern.
Nur wenigen Bestandsgebäuden wird bisher eine Chance auf Erhalt eingeräumt. Investoren werden umworben, während die Projekte, die alternative + emanzipative Wohn- und Lebensformen verwirklichen wollen, einen schweren Stand haben.

Der erste Neubau des „Kulturcampus“ hinter dem Bockenheimer Depot setzt Maßstäbe: Es wird vor allem teuer und sozialer Wohnungsbau wird reduziert.

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weggeTURMt – ein Fotobericht

Und weg war der Turm…

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„Nazis mor­den, …“ – Ver­an­stal­tungs­rei­he zum NSU

Det­lef zum Win­kel, NSU-Kom­plex: Auf der Suche nach dem rich­ti­gen Be­griff für einen po­li­ti­schen Tat­be­stand 26.11.2013, Café KoZ, 19:30 Uhr Im An­schluss an den Vor­trag fin­det in Ko­ope­ra­ti­on mit der Kon­zert­grup­pe doch. ein Kon­zert statt. Mit: Wor­riers (Great Punk­rock­nerds with a lot of Ex-Al­sos, USA), un­der­parts (Punk­rock, Köln) Un­ter­su­chungs­aus­schuss-Be­richt ab­ge­ge­ben (leicht ge­schwärzt), „mul­ti­ples Be­hör­den-Ver­sa­gen“ (S. [...]

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Eine Uni rund um Finance

Das Klima der Stadt am Main wird neben dem Flughafenbetrieb bestimmt von Cash Flow, Immobilieninvestments und globalen Derivaten. Eine Wettermeldung, die dem Publikum vor Ort besonders greifbar wird zu Zeiten der “Euro Finance Week“, im Jahre vor der Eröffnung der neuen EZB im Ostend. Hinter den Veranstaltungen spüren wir dieses Faktum allerorts, mit dem Leben rund um Finanzialisierung und Geschäftsoptimierung, die auch am Umbau der Frankfurter Uni zu erkennen ist. Sie wurde inzwischen als halb-privatisierte “Stiftungs-Institution” ins Westend verlagert , mithin ins Herz der deutschen Finanzwirtschaft.

Der neuen, geldwerten Wetterlage der Akademie entspricht, dass der “Feldherrnhügel” auf dem Campus Westend, das erste neu errichtete Gebäude hinter dem alten “IG-Farben Haus” das “House of Finance” war, zu dem sich schnell die Neubauten der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften gesellten. Erst Jahre später ergänzte sie das Haus der Sozialwissenschaften zu einem Ensemble rund um das Casino.

Das Casino: wie es zum erneuerten innovativen Geist der Stadt am Main passt, dient es eher der Wertschöpfung via Rent und Event denn als Versammlungsort einer (potentiell) kritischen Studentenschaft. Diese scheint sich genauso an Massenanimation für ihre “Erstis” zu gewöhnen, wie an eine Sequenz von Firmenereignissen am Platze.

Passend vor Beginn der “Euro Finance Week 2013″ gab es am letzten Wochenende ein “neuartiges und exklusives Wein-Events” im Casino, in dem auf “Deutschlands schönstem Universitätscampus” die besten Weine präsentiert wurden. “Das denkmalgeschützte Gebäude in bevorzugter Lage ist für Sie der perfekte Rahmen zur Präsentation feiner Weine sowie nützlichem und schönem Zubehör” warben die Veranstalter und weiter: “So erreichen Sie ein anspruchsvolles, modernes und großstädtisches Publikum – sowie Gastronomen, Händler und Sommeliers aus der gesamten Rhein-Main-Region!“. Klar. bei 30, 50, 80 Euro die Flasche ist kaum mit studentischem Publikum oder solchen mit noch leereren Taschen zu rechnen. Aber um die soll es auch nicht gehen, auf dem neuen, topp überwachten und umzäunten Campus.

Gut, wir mögen mit etwas Nonchalance darüber hinwegsehen, dass die Uni als Ausstattungskulisse für Firmenveranstaltungen weit ab von Bildung, Lehre oder Forschung dient, dass heute weniger Diskurse und Akklamationen denn einstudierte Events das Geschehen auf dem Campus öffentlich machen. Der mentale wie praktische Klimawandel rund um die Hochschulen trägt aber weiter. Die Frankfurter Universität wurde einst weltbekannt durch ihre kritischen Sozialwissenschaften, Philosophie und Politik. Namen wie Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, Alfred Schmidt oder Hans-Jürgen Krahl, Jürgen Ritsert oder Joachim Hirsch liessen sich bis vor 10 Jahren im Kern des Frankfurter Selbstverständnisses wieder finden. Tempi passati.

Inzwischen erklärten Vertreter der Soziologie soziale Kategorien wie “Gesellschaft”, “Kapital” oder “Klasse” nämlich zu “Zombie-Begriffen” (Ulrich Beck), eine Einstellung, die bei von ihr beratenen Regierungschefs wie Tony Blair und Gerhard Schröder weit offene Ohren fand und ihren Gesellschaftsumbau hübsch garnierten. So wundert es nicht, dass aus dem Umkreis des einst gesellschaftskritischen “Institut für Sozialforschung” zur Wirtschaftskrise 2009 nichts als ein Bändchen über vermeintliche “Verantwortungslosigkeit” hinter Fassaden der Bankhochhäuser in den Druck kam. Das Geschehen der Weltwirtschaftskrise auf die “Verantwortungslosigkeit” von Bankern – wahlweise deren “Gier” – zu fixieren, zeitigt eine erstaunliche akademische Einfältigkeit gegenüber Machtbedingungen in Ökonomie und Gesellschaft, die problemlos durch den Talkshow-Zirkus des deutschen TV´s zu winken wäre, und zwar ohne nennenswerte Gegenworte der bekannten Protagonisten in deren Studios.

Die gesellschaftskritische Windstille um den ehedem quer liegenden Geist der Frankfurter haben die Finance-Akteure natürlich erkannt, und sie wissen, dass sich mit Culture, Leuchttürmen und Exzellenz bestens Marketing in eigener Sache und für eine marktkonforme “City” betreiben lässt. Deshalb: wieso sollte nicht die Deutsche Börse AG, immerhin einer der DAX-Konzerne, die am Main oder besser: von ihrer Residenz in Eschborn aus eben diesen gewinnbringend organisiert, einen kleinen Event, einen Leuchtturm um den Geist des Marktes mit willigen Universitätslehrern aus der Gesellschaftsphilosophie performen? Buchstäblich lässt sich derart Frankfurter Kultur und Zukunftsprojekt zwischen Uni, Deutscher Börse und dem schwarz-grünen Römer stricken.

Die Vorstandsvertreterin der Deutschen Börse AG formulierte den Impetus ihrer Firma zu Beginn der geschlossenen Veranstaltung (Titel: Anstand, Fairness, Gerechtigkeit – ethische Orientierung am Finanzplatz der Zukunft”) mit dem Direktor des “Institut für Sozialforschung”, Axel Honneth, vor einigen Wochen folgendermaßen: “Die Deutsche Börse organisiert Marktplätze, und auch hier wollen wir einen Marktplatz organisieren, der die Möglichkeit gibt, Ideen auszutauschen, zu diskutieren und die Zukunft vorauszudenken.” HOPPLA!

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Kundgebung: Studis gegen Wohnungsnot

Kundgebung am Freitag, 8. November, 15 Uhr Frankfurt Römerplatz Recht auf Wohnraum – Studentische Forderungen zur Verbesserung der Wohnraumsituation Wohnraum wird in unserer Gesellschaft als Ware betrachtet, die nur jenen zur Verfügung steht, die sie sich leisten können. Dabei bräuchten wir ein Recht auf bezahlbaren Wohnraum für alle. Viele, die Wohnraum und Flächen besitzen, wollen [...]

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Der “Student Hedge Fond” – ein neues Frankfurter Projekt

Das neue Semester und der aufregende Ersteinstieg für Tausende beginnt gerade an den Frankfurter Hochschulen, genauso wie an anderen Standorten der Akademie in Deutschland. Abgesehen von den zehn, zwanzig, dreissig Prozent glücklich Wohlsituierter unter Studierenden beginnt damit ein Kampf um Geld und Raum. Ich meine noch nicht die Wettrennen in der Drittmittelakquise oder um die halben Stellen, die wenigen Seminarplätze oder gar persönliche Zugang zu den paar Lehrenden. Nein, auf ganz Elementares ziele ich, auf die existentielle Studienfinanzierung und die Möglichkeit einer Unterkunft, mit anderen Worten die Wohnungsbedingungen in der Stadt.

Hier am Main sind wir bei solchen Dingen, die sich frankfurterisch formuliert um “Finance” und “Real Estate” drehen, meist vorne, so auch diesmal: wenn es nicht genügend staatliche oder kommunale Wohnungsangebote für Studierende gibt, dann ist das Tor für private Geschäfte ganz weit offen. “Du studierst in Frankfurt und willst zentral und stylish wohnen? Dann findest du im HEADQUARTER die perfekte Studentenwohnung. Denn hier bekommst du alles, was eine Studentenwohnung in Frankfurt bieten sollte.” Für gute 500 Euro im Monat lässt es sich dann in 17 Quadratmeter inklusive Bad ganz stylish leben. Nun, wer es eben hat.

Wie hinterwäldlerisch kommen dagegen Aktionen von Studierenden in Köln daher: Vier Kölner Studenten haben für einen Tag eine Wohngemeinschaft in der Zentralbibliothek am Neumarkt gegründet – hübsch einsehbar für alle Flanierenden in der Kölner Innenstadt. Verständlich, dass die Presse solche Aktionen als “lustig” bezeichent, denn in Köln bekommt Studierende für gut 400 Euro immerhin glatte 20 Quadratmeter.

Klar, im Frankfurt 2013 kommt man kaum auf solch einfältige Ideen, auf dem Campus Westend gibt es stattdessen Initiationstänze von Erstsemestern vor dem “House of Finance” ein Stück neben dem Fachbreich Wirtschaftswissenschaften, gesponsert von Price Waterhouse Coopers und der Deutsche Bank AG. Nun gut, die residieren schließlich fast auf Sichtweite, aber der Platz ist auch erheblich stylisher als eine “Stadtbibliothek”.

Deshalb scheinen mir andere Anstöße für Frankfurt zielführender, besonders zwei lassen sich gut für Finance und Real Estate im Campus-Umfeld weiter entwickeln.


Eine “New Economy” im House of Finance auf dem Campus?

Da wäre zuerst das Luzern-Konzept: “Studierende als Investition“. Im Schweizer Kanton Luzern sollen vermögende Privatleute in einzelne Studierende investieren. Wenn diese irgendwann selbst verdienen, sollen sie das Geld zurückzahlen. Die Höhe der Zinsen kann zwischen 1,4 und 9 Prozent liegen – und zwar je nach Höhe des Gehalts. Na, klasse Aussichten: schnell den Bachelor durchziehen, um das Kreditniveau nicht zu hoch zu heben, auf die Karriere zuspitzen und dann ganz schnell tilgen. In Zeiten der Niedrigzinsen auch für Investoren mit längerer Perspektive lukrativ.

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Orientierungsveranstaltung

- Seid ihr alle da? – Ja!! – Fraaankfuurt! Fraankfuurt!

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Summer in Frankfurt 2013 – Daten

Observieren zwischen Finanzpark, Studierenden und Datenknoten Am Rande des Bankenviertels, im Westend liegt der neue Uni Campus, “Campus Westend”. Richtig agile Studierende bewegen sich durch das Gelände, und es treffen sich viele noch jetzt, in den Semesterferien, sind wirklich stolz auf das neue Ambiente. Damit meint der akademische Nachwuchs nicht nur das Casino und seinen [...]

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s u b \ u r b a n. eine web-zeitschrift für kritische stadtforschung

Eine Zeitschrift, die auf Reflexion zur Intervention in der Stadt setzt: Gerade erscheint die erste Ausgabe. In der ersten Ausgabe lädt s u b \ u r b a n zur Reflexion über die Produktion von Stadt und Raum ein. Im Editorial stellen wir das Heft vor: Einerseits wird „Stadt“ als konstitutiver Begriff der Stadtforschung [...]

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Wo tun? Räume des Widerstands – Geographien linker Politik


Auftaktveranstaltung der Tagung “Uneven Development. Geographien der Krise(n) – Räume des Widerstands” der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung

Donnerstag, 27. Juni 2013, 19-21h - Café ExZess – Frankfurt a.M. Leipziger Strasse 91

Blockupy 2013 ist vorüber – die Diskussionen gehen weiter. Jenseits aller Debatten um staatliche Repression und Polizeigewalt muss dies vor allem bedeuten, auch weiterhin die Frage danach zu stellen, wie das europäische Krisenregime bekämpft und eine tiefgreifende und langfristige gesellschaftliche Transformation erreicht werden kann.

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Sommerfest am Philosophicum

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Frankfurter Klimawandel: eine Wasserstandsmeldung

Die kleine City am Main neigte schon immer zu gewisser Überschätzung. Die betraf manchmal ihren bürgerlichen Liberalismus, die Bedeutung als politisches Zentrum des Parlamentarismus oder subversiver Initiativen. Frankfurt galt als Springquell kritischer Gesellschaftstheorie und Attraktor der deutschen Verlagskultur. Nun, für all das konnten wir zumindest etwas Zustimmung einfordern. Tempi passati, geblieben ist in Frankfurt beinahe [...]

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Polizei räumt Frankfurter Institut für vergleichende Irrelevanz

Die Polizei hat mit einem Großaufgebot heute in den frühen Morgenstunden das Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI) geräumt, das vor gut einem Jahr vom Immobilieninvestor “Franconofurt” für einen Spottpreis von der Frankfurter Universität erworben wurde. Seitdem gab es eine Reihe öffentlicher Apelle und Solidarität mit der seit fast 10 Jahren besetzten Institution. Erst am Freitag [...]

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Aufruf zum Aktionstag „Alles muss man selber machen: Sozialen Fortschritt erkämpfen!“

Alles muss man selber machen: Sozialen Fortschritt erkämpfen! Am Mittwoch, den 24. April in Frankfurt, Marburg und Darmstadt Landesweiter Aktionstag gegen die reaktionären hessischen Verhältnisse an der Hochschule und in sämtlichen anderen Lebensbereichen. Auf den verschiedensten Ebenen sind wir von den Auswirkungen der reaktionären Politik der amtierenden Landesregierung (CDU/ FDP) betroffen. Auf den verschiedensten Ebenen [...]

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Räumung des Großen Hirschgraben 17-19

Pressemitteilung der Gruppe Recess vom 23.02.2013 Nach etwas mehr als 24 Stunden wurde heute die Besetzung der Gruppe Recess im Großen Hirschgraben 17- 19 polizeilich geräumt. Zum Zeitpunkt der Räumung fand im Freitagnachmittag von Schüler_innen besetzten, ehemaligen Gebäude des Börsenvereins des deutschen Buchhandels ein Lesekreis zum Verhältnis von Kunst und Utopie bei Theodor W. Adorno [...]

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Altes Frankfurter Sigmund-Freud Institut in der Myliusstrasse besetzt

Eine Reminiszenz an Mitscherlichs „Die Unwirtlichkeit unserer Städte. Anstiftung zum Unfrieden“

Am 16.02.2013 haben Aktivist_innen ein leerstehendes Gebaude in der Myliusstraße besetzt:


In dem Haus befand sich bis 2010 das Sigmund-Freud-Institut, das auf Grund einer Renovierung umziehen musste. Das Institut wurde 1960 maßgeblich von Alexander Mitscherlich gegründet, 1964 eröffnete es in der Myliusstrasse 20. Wie der Frankfurter Rundschau vom 15. Februar 2013 zu entnehmen war, soll im Juni endlich mit dem Umbau des Gebäudes begonnen werden. Ein prächtiger Glasbau wird neben dem seit 2012 denkmalgeschützten Gebäude errichtet werden.
Die Freudsche Psychoanalyse ist, genauso wie die Kritische Theorie, in der gesellschaftlichen Irrelevanz verschwunden und dient der Universität Frankfurt lediglich als schickes Aushängeschild“, erläutert Aktivistin Margarete Rothschild. „An diese Tradition anknüpfend soll das Institut zwischengenutzt werden.“ In den nächsten Tagen werden hierzu mehre Veranstaltungen stattfinden. Fokus wird auf die Psychoanalyse und ihre gesellschaftskritische Relevanz gelegt werden. Ergänzend ist eine Kritik der psychiatrischen Praxis zu leisten.
Es scheint normal zu sein sich gegen nichts zu wehren, selbst wenn es die eigenen Umstände betrifft. Höchstens kommt es zu einer kurzen Empörung“, merkt Aktivist Moshe Anhan an und erklart weiter: „Nach dem gestern das Ende des IVI ein Schritt näher gerückt ist, haben wir beschlossen nicht noch weiter untätig in unseren Wohnungen zu sitzen.“
Gestern erwirkte die Frankonofurt AG beim Landgericht den Räumungstitel gegen das IVI. Abends kam es bereits zu zwei Besetzungen, die aber innerhalb kürzester Zeit wieder geräumt wurden. Zeitgleich wurde mit einem großen Rave der Umzug des Bockenheimer Campus und die Bedrohung des IVI thematisiert. Gut 400 Menschen zogen bei lauter Musik durch die Frankfurter Innenstadt und wiesen auf ihre Anliegen hin.
In den letzten zwei Jahren gab es in Frankfurt viele Versuche Häuser zu besetzten und sich urbanen Raum anzueignen. Wir sind diesem Beispiel gefolgt, “ schließt Moshe Anhan. „Wir rufen dazu auf dies auch zu tun! Denn all diese Bemühungen müssen zum Erfolg führen. Auch vermeintliche Misserfolge der Vergangenheit sind Mosaiksteine hin zu einem anderen, selbstbestimmten Stadtbild.“

 
Das Haus wurde am Montag entgegen den Zusagen auf Druck des Innenministers Boris Rhein polizeilich geräumt.

Rhein war Kandidat für das Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters, und wurde von prominenten Frankfurter Grünen unterstützt.

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Petition der Initiative “Campus’ Trinkhalle” Uni Westend

Goethe-Universität Frankfurt am Main: Erhalt des Kiosk am IG-Farben-Campus in seiner gegenwärtigen Form als Café Seit dem 11. Oktober 2012 gibt es am Campus im Westend ein neues von Studierenden selbstverwaltetes Café in den Räumlichkeiten des AStA-Kiosk, die “Trinkhalle am IG-Farben Campus”. Diese bietet nicht nur ein umfangreiches Angebot an Getränken und Snacks zu günstigen [...]

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Umzug Uni Frankfurt: Studierenden-Projekte gegen Privatisierung des Campus

Mit dem Umzug auf den I.G. Far­ben-Cam­pus im März 2013 sind viele Pro­jek­te wel­che im Bockenheimer AfE- Turm ihren Raum ge­fun­den haben, in ihrer Exis­tenz be­droht. Dies be­trifft neben dem Frau­en­café und dem El­tern-Kind Raum auch das TuCa [im Exil]. Das TuCa [im Exil] ist ein selbst­ver­wal­te­tes Café im 5. Stock, das zu­nächst 1988 im [...]

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Campus Bockenheim stemmt sich gegen Umzug in Campus Westend

Nicht zuletzt der Ausbau des Campus Westend rund um das ehemalige IG-Farben Haus zu einer Art Sicherheitstrakt mit Zäunen und Überwachungskameras verleidet den Bockenheimer Sozialwissenschafler*innen den Umzug dorthin. Auf dem alten Campus waren derartige Wach- und Schließszenarios eher unbekannt. Eine Abordnung der Studierenden besichtigte vor Weihnachten die Lage vor Ort, hier der Bericht. Am Mittwoch, [...]

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Offener Brief des IvI an den Vorstand der Franconofurt AG

Frankfurt, 18.12.2012 Ein unmoralisches Angebot. Offener Brief an Christian Wolf, Vorstand der Franconofurt AG Sehr geehrter Herr Wolf, wie wir der FAZ vom 27.11.2012 entnehmen konnten, hat der Kaufpreis für das Gebäude im Kettenhofweg 130 „etwas mehr als eine Million Euro“ betragen (wir gehen im Folgenden einfachheitshalber von 1,1 Millionen aus). Allerdings hätten Sie „das [...]

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“Eine einmalige Chance wird vertan” Nebulöse Pläne der Stadt für den Campus Bockenheim

November. Nebelmonat.

“Die Bockenheimer Initiativen sind mit den neuen Planungen für den Kulturcampus Bockenheim mehr als unzufrieden. Der vorgelegte Strukturplan weicht in vielen Einzelheiten von dem Konsensmodell, das unter Beteiligung der Bürger erarbeitet wurde, ab oder bleibt unverbindlich” So Anette Mönich (“Initiative Zukunft Bockenheim”) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Bockenheimer Gruppen. Ein Hauptpunkt ihrer Kritik: der groß angekündigte Kulturcampus soll sich jetzt auf den nördlichen Teil dess großen Areals beschränken. Das betrifft vor allem die Hochschule für Musik und darstellende Kunst.

Go North. Stay there.

Sie soll jetzt dort angesiedelt werden, wo momentan noch die Universitätsbibliothek die Fläche dominiert. Wann die Bibliothek genau zum Campus Westend umzieht und ob das letztendlich überhaupt finanzierbar sein wird, steht in den Sternen. Dabei haben Fachleute bereits festgestellt, dass eine Nutzung als Bibliothek für das Bockenheimer Gebäude optimal ist; für Zwecke einer Hochschule ist der Bau weitaus weniger geeignet. Dass die Hochschule dahin abgedrängt werden soll, hängt wohl vor allem damit zusammen, so Mönich, dass die Stadt, bzw. die AGB als 100prozentige Tochter der Stadt den gegenwärtigen Immobilienhype nutzen will, um die übrigen Grundstücke möglichst gewinnbringend zu verscherbeln: “Generell ist der Verkauf städtischer Grundstücke äußerst problematisch. Das spült zwar kurzfristig Geld in die Kasse, wenn dann aber Kitas oder ähnliches gebaut werden soll, stimmt die Stadt das Klagelied an, dass sie dafür keine Grundstücke zur Verfügung hat”. Florian Ackermann von Frankfurt LAB ist ebenfalls enttäuscht vom vorgelegten Strukturplan: “Das meiste, was in den Planungsstätten mit den Bürgern besprochen wurde und schon ein mühsam erzielter Kompromiss darstellte, wird jetzt noch weiter verwässert. Da stehen überhaupt keine Verbindlichkeiten drin. Währenddessen kann der Ball unendlich zwischen Stadt und Land hin – und hergeschoben werden. ”

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Frankfurter IvI kapituliert nicht: Besetzer_innen widersetzen sich Veranstaltungsverbot

Am Samstag, den 17.11.2012 fand im Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI) ein bereits im Vorfeld durch gerichtlichen Beschluss verbotenes Konzert statt. Mitarbeiter_innen des Institutes widersetzten sich der Verbotsverfügung und führten das Konzert wie geplant durch. Vor Beginn der Veranstaltung kam eine Gerichtsvollzieherin in Begleitung der Polizei zum Gebäude im Kettenhofweg 130. In Verhandlungen mit ihr  [...]

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Gestörtes Klimaempfinden?

Gestern vernahm ich seltsam berührt die Ankündigung eines Radiosprechers zum nachfolgenden Bericht: „Wir leben schließlich gerade in sehr stürmischen Zeiten, da kommt die Meldung…“. Tja, wir und die Zeiten dachte ich: Mir scheinen Orts- wie Zeitangabe als auch Subjekt daneben, besonders aus dem Frankfurter Blickwinkel, und die City hier ist schließlich ein globaler Knoten. Stürmisch [...]

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Frankfurt steht leer – Fotografische Ausstellung und Debatte

Der Immobilieninvestor Franconofurt, dem die Universität Frankfurt dieses Gebäude kritischer Gegenöffentlichkeit andiente, hat in Aussicht gestellt, mit Hilfe von Polizei und Gerichtsvollzieher die folgende Ausstellung und wichtige stadtpolitische Debatte zu verhindern und zu kriminalisieren. Wer darin einen nicht hinnehmbaren Angriff auf Demokratie und Öffentlichkeit erkennt, hat am heutigen Mittwoch um 19h im Kettenhofweg 130 wahrscheinlich [...]

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“Mieten? Ja, wat denn?” – AStA-Indoor-Camp plus Veranstaltungen vom 8.-14. Oktober 2012

Die Uni geht los und Du hast immer noch keine Bleibe in Frankfurt gefunden? Jetzt musst Du jeden Tag von außerhalb in die Stadt pendeln? Ätzend, besonders in der Woche vor Semesterstart, wenn man sich orientieren will und ohnehin schon alle Hände voll zu tun hat. Wenigstens in dieser Woche wollen wir, der AStA, Dich [...]

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Nicht ohne Narben sterben

Zugegeben: die ersten holt man sich unfreiwillig, danach eine, um zu wissen, was die Stunde geschlagen hat, eine Zeit lang sucht, vemisst oder meidet man sie; letzendlich nimmt man Verletzungen in Kauf. ..,- Phase Zwei bedeutet Übertragung. Kein Mensch weiß, wie es dem Anderen geht. Nichts desto Trotz darf es nicht verboten sein zu mutmaßen: [...]

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